Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Die Versorgung “Rizq” رزق durch Allah (subhanahu wa ta’ala)

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Liebe Geschwister im Islam,

zum Vertrauen auf unseren Schöpfer gehört die Überzeugung, dass die  Versorgung ausschließlich durch Ihn erfolgt.
Das arabische Wort Rizq“ steht nicht nur für die Versorgung mit Nahrung und materiellen Gütern.  Es bezeichnet viel mehr alle Segnungen und Gaben Allahs, die im Diesseits erfolgen:

  • Leben,
  • Gesundheit,
  • Freunde
  • und Familie.

Die Versorgung eines jeden Lebewesens liegt bei Allah (subhanahu wa ta’ala). Er allein ernährt und Er allein lässt Unterstützung zukommen.

Und es gibt kein Geschöpf auf der Erde, dessen Versorgung nicht Allah obläge…“

Das  Vertrauen, das Allah der Einzige Versorger ist, ist jedoch weit in den Hintergrund gerückt.

Unsere Welt wird von wirtschaftlichen Zwängen regiert. Unser Leben wird über wirtschaftliche Begriffe definiert. Unsere Kinder werden so unterrichtet,  dass ihre berufliche Karriere im Vordergrund steht. Ihre gesamte Erziehung ist auf Erfolg im Leben und Leistung ausgerichtet. Unsere Sorgen drehen sich um Anstellung, Einkommen und Auskommen,  um Lebens- und Zukunftssicherung. Diese Sorgen bestimmen unsere Gedanken und unsere Herzen.

Wir stecken unser Vertrauen auf Versorgung in dieses System.  Und gleichzeitig verlieren wir unser Vertrauen in Allah.

Wir müssen uns daran erinnern, dass unser Leben ausschließlich von Allah abhängt.  Unsere Sorge sollte nicht so sehr unserem Einkommen gelten, denn was uns zuteilwird, ist längst festgelegt. Was uns aber wirklich kümmern sollte, ist unser Auskommen mit dem Einzigen, der versorgt.

Wie steht es mit unserer Gottesfurcht?

Sie sollte uns beschäftigen und sie sollte das Ziel unserer Kindeserziehung sein. Es gilt, an unserem Wissen und unserem Gehorsam gegenüber Allah zu arbeiten.
Jeder von uns hat durch sein Verhalten Einfluss auf das, was Allah (subhanahu wa ta’ala) ihm  zuteilwerden lässt. Ob sich sein Vermögen dabei vermehrt oder verringert, liegt nicht in seiner Hand.
Der Gesandte Allahs (ﷺ) sprach:

Wer stets um Vergebung bittet, dem zeigt Allah bei jeder Bedrängnis einen Ausweg auf, erspart ihm jegliche Sorge und beschert ihm Versorgung in der Weise, von der er nie gewusst und mit der er nie gerechnet hat.”

Auch sagte er (ﷺ):

Wer von Armut betroffen ist und versucht, diese auf Kosten Anderer zu verringern, wird niemals davon loskommen. Und wer sich (bei ihrer Bekämpfung) auf Allah verlässt, dem wird Allah Versorgung gewähren, früher oder später.”

Wir wissen nun, dass unsere Versorgung gewährleistet ist, wenn wir auf Allah vertrauen.

Doch ist mit Vertrauen nicht etwa Untätigkeit gemeint!

Unser Vertrauen auf Allah entbindet uns nicht von unserer Verantwortung. Der Gesandte Allahs (ﷺ) sagte:

Würdet ihr auf Allah vertrauen,  so würde Er euch versorgen, wie Er den Vogel versorgt, der mit leerem Magen hinaus fliegt und mit vollem Magen zurück.”

Unsere erste Aufgabe als Muslime ist es, unserem Propheten (ﷺ) auf dem Weg zu Allah zu folgen. Andere Projekte, wie Arbeit, Haus und Familie müssen dem folgen und sich dem unterordnen.

Erhaben bist Du, ya Allah, und alles Lob ist Dein!

Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Dir allein.

Unser Herr, bürde uns nichts auf, wozu wir keine Kraft haben. Verzeihe uns, vergib uns und erbarme Dich unser! Du bist unser Schutzherr.”

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.