Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Der Vergleich der Palme mit dem Mu’min

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.

Allah der Erhabene erwähnt im Quran folgenden Vergleich:

Siehst du nicht, wie Allah ein Gleichnis von einem guten Wort geprägt hat? (Es ist) wie ein guter Baum, dessen Wurzeln fest sitzen und dessen Zweige in den Himmel (reichen). Er bringt seinen Ernteertrag zu jeder Zeit (hervor) – mit der Erlaubnis seines Herrn. Und Allah prägt für die Menschen Gleichnisse, auf dass sie bedenken mögen. Und das Gleichnis eines schlechten Wortes ist wie ein schlechter Baum, der aus der Erde herausgerissen worden ist und keinen festen Grund (mehr) hat.

Liebe Geschwister im Islam,

unser Prophet Muhammad (ﷺ) war im Umgang mit seinen Gefährten nachsichtig und menschlich. Wann immer er unter ihnen war, profitierten die Anwesenden von ihm. Einst saß er mit seinen Gefährten und sagte zu ihnen:

„Es gibt unter den Baumarten einen Baum, dessen Blätter nicht abfallen, und dies ist das Gleichnis eines Muslims. Sagt mir welcher Baum ist dieser!“ Die Leute suchten und dachten an die Baumarten der Wüste. `Abdullah (ibn Umar, der damals noch ein Knabe war) sagte: „Es fiel mir ein, dass es sich um die Dattelpalme handelt, hielt mich aber aus Schamgefühl zurück.“. Die Leute sagten: „Sage uns, o Gesandter Allahs, um welchen Baum es sich handelt?“ Er sagte: „Es ist die Dattelpalme.“

Und einem anderem Hadith lehrte uns der Prophet

Der Mu’min gleicht einer Palme – was immer du von der Palme nimmst, ist nützlich für dich“.

Das der Prophet solch einen Vergleich zieht, sollte uns dazu veranlassen, einen Moment über die Palme nachzudenken. Uns ihre Nutzen und Vorteile vor Augen führen. Und es sollte uns dazu einladen, weiter über diese Pflanze zu lernen und zu forschen – sicherlich sind weitere Vorzüge in dieser Pflanze zu finden. Unsere Gelehrten haben uns einige der Vorzüge der Palmen und Vergleiche zu dem Mu_min aufgezeigt:

  • Die Standfestigkeit der Palme: Die Palme ist fest in der Erde verwurzelt und hält starken Winden stand. So sollte auch der Mu’min sein, gefestigt in seinem Glauben und in seiner Überzeugung, dass all sein Wirken und seine Taten für Allah sein sollten. Nichts kann ihn in seinem Glauben erschüttern, er hält an diesen fest sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten. Und Allah der Erhabene erwähnt in Surat Ibrahim folgenden Vergleich:

Siehst du nicht, wie Allah ein Gleichnis von einem guten Wort geprägt hat? (Es ist) wie ein guter Baum, dessen Wurzeln fest sitzen und dessen Zweige in den Himmel (reichen).

  • Die Palme gehört zu den genügsamsten Bäumen, sie ist mit dem wenigen zufrieden und produziert damit nur gutes. Auch der Mu’min  sollte genügsam und geduldig die Prüfungen Allahs ertragen. Denn der Mu’min ist der Überzeugung, dass Allahs versprechen im Quran die Wahrheit ist – und er widerseht den Verlockungen und Irrwegen des Diesseits in der Hoffnung auf Allahs Wohlgefallen und der Ewigkeit im Jenseits.
  • Die Palme hat über das ganze Jahr positive Eigenschaften mit dem sie dem Menschen nützlich ist – ebenso sollte es der Mu’min sein – denn wir sind immer Gläubige, während des gesamten Jahres, am Tage und in der Nacht – und der Gläubige sollten ebenfalls nur gutes hervorbringen, in seinen offenkundigen Taten wie auch in seinen verborgenen Taten. Und dieses Gute – wird ihn inschaAllah zum Paradies führen – und die Wächter der Paradiestore werden sprechen:

Und in den (Paradies)garten geführt werden diejenigen, die ihren Herrn fürchteten, in Scharen. Wenn sie dann dort ankommen und seine Tore geöffnet werden und seine Wärter zu ihnen sagen: “Friede sei auf euch! Gut wart ihr, so betretet ihn, ewig (darin) zu bleiben.” (39/73)

  • Und in Surat Al Nahl heißt es über die Paradiesbewohner:

(…) Für diejenigen, die Gutes tun, gibt es hier im Diesseits Gutes; aber die Wohnstätte des Jenseits ist wahrlich besser. (…)

So vergilt (es) Allah den Gottesfürchtigen, (…)die die Engel abberufen, während sie gute (Menschen) gewesen sind. Sie sagen: “Friede sei auf euch! Geht in den (Paradies)garten ein für das, was ihr zu tun pflegtet.” 

  • Eine weiterer Vergleich der Palme mit dem Mu’min ist ihre Beständigkeit – über das gesamte Jahr ist sie mit ihren Blättern bekleidet und liefert nützliches und gutes – so wie es auch der Mu’min ist. Seinen Glauben und seine Überzeugung wird er niemals ablegen – auch kommt vom Mu’min jederzeit nur gutes – er schadet seinen Mitmenschen nicht.
  • Die Früchte der Palme sind relativ einfach zu pflücken – ebenso sollte es beim Mu’min sein, dass Gute was er zu bieten hat, die Bereicherung seiner Mitmenschen und seiner Umwelt – die der Mu’min mit sich bringt, gibt er „einfach“ weiter – er verbirgt das Gute nicht vor seinen Mitmenschen und hält es nicht zurück.
  • Und je älter die Palme wird, desto ertragreicher ist ihre Ernte – ebenso der Mu’min, je älter er wird, desto besser werden seine Taten und um so mehr profitieren seine Mitmenschen von ihm.
  • Der Prophet wurde einst gefragt: Welche gehören zu den besten Menschen? Der Prophet (ﷺ) antwortete:

„der viel an Jahren hat und seine Taten rein und gut sind. Und zu den schlechtesten Menschen gehört, wer viel an Jahren hat und voller schlechter Taten ist“

Liebe Geschwister im Islam, so wie die Palme sollten auch wir Muslime sein – mit allem was wir tun, sollten wir eine Bereicherung unserer Mitmenschen und Umwelt sein – nichts von dem was wir tun sollte schlechtes sein. Wenn wir mit üblem beworfen werden, antworten wir mit besserem – so wie die Palme, wird sie mit Steinen beworfen – so gibt sie dir ihre Dattelfrüchte zurück.