Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Qur’an und Herzensglück

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Allah der Erhabene spricht im Qur’an:

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht zu handeln, uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen. [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

diejenigen die sehnsüchtig die Nähe zu ihrem Schöpfer suchen und auch im Diesseits ein glückliches und erfülltes Leben anstreben – finden im Qur’an eine Rechtleitung – sie finden in ihm Überwältigendes, Ergreifendes und Beweisendes. Der Qur’an ist eine Erinnerung vom Herren der Welten, eine Rechtleitung für die Suchenden, ein Heilmittel für die Herzen der Menschen,

in Surat Yunus heißt es:

O ihr Menschen, zu euch ist nunmehr eine Ermahnung von eurem Herrn gekommen (=der Qur’an) und eine Heilung für das, was in den Brüsten ist, eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen.

Wenn der Qur’an für uns eine Rechtleitung darstellt, dann sollten wir ihn mit wachem Verstand lesen, verstehen und umsetzen. Dabei lehrt uns der Qur’an, dass sowohl unsere Taten als auch unsere Absicht von Bedeutung ist– und was noch viel bedeutender ist, das unser Bestreben nur erfolgreich sein kann, wenn wir von Allahs Barmherzigkeit umfasst werden.

Deine Taten vor Allah sollten in demütiger Hoffnung der Anerkennung erfolgen.

Dies lehrt deinem Ego Demut – denn auch deinem Mitmenschen gegenüber solltest du nicht mit Überheblichkeit entgegentreten. Ein Grundstein für eine gesunde und erfolgreiche Gemeinschaft. So ziehen viele Gebote Allahs auf die Bildung einer gerechten Gesellschaft ab.

Der Mensch der sie befolgt erstrebt Allahs Wohlgefallen und erhält die Wertschätzung seiner Mitmenschen.

Einer dieser wichtigsten Gebote für ein gutes gesellschaftliches Zusammenleben – welches leider viel zu oft von uns vernachlässigt wird – steht in Sura Al Baqarah:

Und versäumt es nicht, gut zueinander zu sein. Was ihr tut, sieht Allah wohl.

Eine andere Übersetzung dieses Verses lautet:

Und vergesst die Großmut untereinander nicht.

Zwei Punkte wollen wir hervorheben:

Der Mensch soll sich – auch im Streit mit anderen – erinnern, dass in jedem Menschen gut und schlecht zu finden ist, jeder hat Vorzüge und schlechte Eigenschaften – keiner ist frei von Sünden – außer die Engel und in gewissen Maße wurden die Propheten vor Sünden gefeit.

Wenn Menschen dir gegenüber Fehler begehen, dann lass in dir kein Hochmut aufkommen, denke nicht, dass du besser bist als dein Gegenüber – weder weißt du, was an Fehlern du in Zukunft noch begehen wirst, noch bist du dir all deiner Fehler, die du bereits begangen hast bewusst.

Einer der größten Fehler, die der Mensch begehen kann ist es hochmütig zu sein, denn der Hadith lehrt

wer einen Funken von Hochmut in seinem Herzen hat, dem ist das Paradies verwehrt.”

Wenn wir diesem Vers folgen, dann sollten wir – in welcher Gemeinschaft wir auch sind, sei es die Moschee, die Nachbarschaft oder die Kollegen auf der Arbeit – diesen Menschen mit guten Absichten entgegentreten, wir sollten nicht versäumen Gutes zu tun – oder im Streit diesen Menschen nachsichtig gegenüber sein.

Aber am allerwichtigsten ist, dass wir diesen Vers auch im Umgang mit unseren Ehepartner umsetzen, wir dürfen auch im Streit mit ihnen nicht versäumen Gutes zu tun – auch sollen wir im Streit uns erinnern, dass unser Ehepartner auch gute Seiten hat und nicht nur aus Fehlern besteht. Diesen Vers müssen wir auch im Umgang mit unseren Eltern, unseren Kindern und unsere Geschwistern umsetzen.