Muhammad

Der Tod und die Beerdigung des Propheten (ﷺ)

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und freigiebig gegenüber den Verwandten zu sein; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt beschäftigen wir uns mit dem Tod und der Beerdigung des Propheten (ﷺ).

Nach der letzten Pilgerfahrt (Hiddschat al-wadā – حجة الوداعwurde, bevor der Prophet (ﷺ) verstarb, im edlen Qur’an folgender Vers in Surat Al-Mā’idah herab gesandt. So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala):

auszug_5-3

Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden.[vgl. 5:3]

Als Abu Bakr (radi allahu anhu) diesen Vers hörte überkamen ihn die Tränen und er fing an zu weinen. Die Gefährten fragten ihn daraufhin, warum er denn weint. Abu Bakr antwortete, dass dieser Vers den Propheten (ﷺ) verabschiedet. Und so war es auch. Gerade mal 9 Tage trennten die Herabsendung des letzten Verses des edlen Qur’an vom Todestag unseres geliebten Propheten (ﷺ).

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt dazu in Surat Al-Baqarah (in der ungefähren Übersetzung):

2_281

Und hütet euch vor einem Tag, an dem ihr zu Allah zurückgebracht werdet. Dann wird jeder Seele in vollem Maß zukommen, was sie verdient hat, und es wird ihnen kein Unrecht zugefügt. [2:281]

In seinen letzten Tagen hatte unser Prophet (ﷺ) starke Schmerzen und er verlangte die Märtyrer von Uhud zu besuchen. Als er (ﷺ) an den Gräbern stand sagte er sinngemäß:

Assalamu Aleikum ihr Märtyrer von Uhud. Ihr seid die Vorreiter und wir werden euch (in den Tod) folgen. Ich werde euch folgen.

Auf dem Heimweg weinte der Prophet (ﷺ) und die Sahabis, die ihn begleiteten fragten ihn, warum. Daraufhin antwortete Muhammad (ﷺ):

Ich habe meine Brüder vermisst.

Die Gefährten waren verwundert und fragten: Sind wir etwa nicht deine Brüder Gesandter Allahs?

Muhammad (ﷺ) erwiderte:

Nein, ihr seid meine Gefährten, meine Brüder sind Gläubige, die nach mir kommen und an mich glauben, ohne mich vorher gesehen zu haben.

Als es dann nur noch drei Tage bis zu seinem Tod waren, wurden die Schmerzen noch stärker. Er war zu dieser Zeit im Haus seiner Frau Maimuna (radiallahu anha) und bat seine Frauen zusammenzukommen und um Erlaubnis bei seiner Frau Aisha (radiallahu anha) medizinisch betreut zu werden. Die Frauen stimmten seiner Bitte zu.

Ali und Al Fadl Ibn Al Abbas (möge Allah zufrieden mit ihnen sein) haben anschließend den Propheten (ﷺ) zum Haus von Aisha, der Mutter der Gläubigen getragen.

Vom ungewohnten Anblick der körperlichen Schwäche des Propheten (ﷺ) sichtlich geschockt und verunsichert, versammelten sich die Muslime in der Moschee, um sich über den Gesundheitszustand des geliebten Propheten (ﷺ) zu erkundigen.

Aisha (radiallahu anha) berichtete, dass der Prophet (ﷺ) stark zu schwitzen begann und stets لا اله إلا الله wiederholte. Es gibt keinen Gott außer Allah!

Während er (ﷺ) im Zimmer von Aisha (radiallahu anha) war, hörte er die Unruhe und Laute aus der angrenzenden Moschee. Also fragte er nach dem Grund und erfuhr von der Sorge der Muslime, um seine Gesundheit. So bat er darum in die Moschee gebracht zu werden, um mit ihnen zu sprechen.

Vor der versammelten Menschenmenge stehend, fragte er:

O Leute, habt ihr Angst um mich?

Die Gläubigen antworteten: “Ja, Gesandter Allahs.”

Muhammed (ﷺ) sagte daraufhin sinngemäß:

Liebe Gläubige, unser Wiedersehen ist nicht im Diesseits, sondern wir sehen uns im Jenseits am Rande des Beckens. Bei Allah, es ist als ob ich es gerade vor meinen Augen sehe. Liebe Gläubige: Ich fürchte um euch nicht die Armut, sondern dieses Leben. Ich habe Angst, dass ihr euch dem Diesseits maßlos hingebt und darin untereinander wetteifert und das Diesseits euch zugrunde gehen lässt, wie es viele andere Völker und Glaubensgemeinschaften vor euch zugrunde gehen ließ

Weiterhin empfahl uns Muhammad (ﷺ) sinngemäß folgende Handlungsweisen:

  • Achtet auf eure Gebete. Achtet auf eure Gebete. Achtet auf eure Gebete. Dies wiederholte er in seiner Rede mehrfach.
  • Fürchtet Allah im Umgang mit euren Frauen! Fürchtet Allah im Umgang mit euren Frauen und tut ihnen Gutes!

Liebe Mitmenschen, Allah (subhanahu wa ta’ala) hat einem Gläubigen die Wahl zwischen dem Diesseits und dem Jenseits überlassen. Und der Gläubige entscheidet sich für das Jenseits.

Diesen Satz hat keiner wirklich verstanden, außer Abu Bakr, der daraufhin in einen tiefen Anfall von Trauer verfiel und sehr laut weinte.

Zum Schluss seiner Rede sprach Muhammad (ﷺ) viele Bittgebete für die Muslime und sagte als letzten Satz:

Liebe Gläubige richtet meinen Gruß an alle, die mir folgen bis zum Jüngsten Tag.

Anschließend wurde der Prophet (ﷺ) zum Haus von Aisha getragen. Aischa (radiallahu anha) hat – nachdem sich der Prophet (ﷺ) den Siwak wünschte – diesen in ihrem Mund für den Propheten (ﷺ) weich gekaut und in seinen Mund getan und sich gefreut, dass sie mit ihm in seinen letzten Augenblicken etwas teilen durfte.

Als Fatima, die Tochter des Propheten rein kam, weinte sie, da er (ﷺ) vor Schmerzen nicht aufstehen konnte, um ihr einen Kuss zwischen den Augen zu geben, wie er (ﷺ) es in der Regel zu tun pflegte.

Der Prophet (ﷺ) bat Fatima, sich ihm zu nähern und flüsterte ihr etwas ins Ohr, woraufhin Fatima weinte, anschließend bat er (ﷺ) sie erneut darum, ihm näher zu kommen und flüsterte ihr ein zweites Mal zu und da freute sich Fatima wieder.

Nach dem Tod des Propheten (ﷺ) wurde Fatima danach gefragt, was ihr gesagt wurde.

Fatima (radiallahu anha) antwortete:

Beim ersten Mal sagte er (ﷺ), dass er heute Nacht sterben werde.

Und beim zweiten Mal sagte er (ﷺ), dass ich die erste aus seiner Familie sein werde, die ihm in den Tod folgen wird.

Als die Stunde des Propheten (ﷺ) gekommen war, bat er die Anwesenden das Zimmer zu verlassen und Aisha (radiallahu anha) sich ihm zu nähern. Er (ﷺ) legte sich in ihren Schoß und hob seinen Zeigefinger hoch und wiederholte:

… doch zu meinem Herrn … doch zu meinem Herrn…

– Da wusste Aischa, dass es dem Propheten (ﷺ) gut geht.

Danach fiel die Hand des Propheten (ﷺ) und sein Kopf wurde in ihrem Schoß schwerer und sie erkannte das Muhammed (ﷺ) verstarb.

Aisha meinte, sie wusste nicht wie ihr geschah und rannte in die Moschee und rief: “Der Gesandte Allahs (ﷺ) ist gestorben. Der Gesandte Allahs (ﷺ) ist gestorben.”

Daraufhin brachen die Menschen in der Moschee weinend zusammen. Ali konnte nicht mehr aufstehen, Othman Ibn Affan lief orientierungslos umher, Omar zog sein Schwert und wollte jeden bestrafen, der behauptet, dass der der Gesandte Allahs (ﷺ) gestorben sei, einzig Abu Bakr bewies Fassung und Standhaftigkeit.

Abu Bakr (radiallahu anhu) betrat den Raum, in dem der Prophet (ﷺ) lag und umarmte ihn und sprach Gutes. Unter anderem sagte er:

Gesandter Allahs: Gesegnet bist du lebendig und gesegnet bist du im Tod.

Anschließend trat er an die Menschen in der Moschee hervor und sagte sinngemäß:

Wer Muhammed (ﷺ) anbetete, dem sei gesagt, dass Muhammad gestorben ist und wer Allah (subhanahu wa ta’ala) anbetet, dem sei gesagt, dass ER allgegenwärtig ist und niemals stirbt.

Liebe Geschwister,

unser Prophet (ﷺ) hat uns auch in der schwierigsten Zeit seines Lebens und bis zu seinem Tod wertvolle Lehren und Weisheit mit auf den Weg gegeben.

Wenn wir diese befolgen würden, kämen wir der Rechtleitung und dem Wohlwollen Allahs näher.

Möge Allah uns rechtleiten und uns dabei unterstützen zu frommen und praktizierenden Gläubigen zu werden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Der Zweck heiligt nicht die Mittel!

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad() Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Sag: Mein Herr hat nur die Abscheulichkeiten verboten, was von ihnen offen und was verborgen ist; und (auch) die Sünde und die Gewalttätigkeit ohne Recht, und, daß ihr Allah (etwas) beigesellt, wofür Er keine Ermächtigung herabgesandt hat, und daß ihr über Allah (etwas) sagt, was ihr nicht wisst.

Liebe Geschwister im Islam,

das heutige Zeitalter bietet mit seinen technischen Möglichkeiten ungeahnte Vorteile. Der Mensch kann heute auf fast jede Information zugreifen, mit weit entfernten Menschen jederzeit kommunizieren, kann Dinge in Minuten erledigen, für die früher mehrere Tage oder Wochen benötigt wurden. Der technische Fortschritt bringt aber auch neue Gefahren und Versuchungen mit sich – es ist noch einfacher geworden, der Sünde zu folgen oder Verwerfliches zu verbreiten.

Die Herausforderung an den Gläubigen liegt darin, das gute Potential zu nutzen und der Verführung zu widerstehen.  

So können die neuen Medien über Facebook oder WhatsApp uns teilhaben lassen, am Leben, Leid und den Nöten unserer Geschwister auf der gesamten Welt. Diese Medien spielten eine große Rolle in den Revolutionen der jüngeren Geschichte. Und es ist auch die Aufgabe des Muslims, sich für die Belange seiner Ummah auf der Welt zu interessieren und einzusetzen. Der Prophet () lehrte in einem Hadith:

Wer sich nicht für die Belange der Muslime interessiert, ist keiner von ihnen!“.

Es ist also ein unzweifelhafter Vorteil, die neuen Medien zu nutzen und Informationen zu erhalten und weiterzugeben. Allerdings entbindet dies niemanden von seiner Verantwortung, nur Wahres weiterzuleiten. Es ist eine Schuld die du begehst, wenn du einen falschen Hadith weiterleitest, der dir geschickt wurde, auch wenn du glaubst, er sei ein richtiger Hadith. Es ist also deine Aufgabe, dass was dir geschickt wurde auf seinen Wahrheitsgehalt zu überprüfen! Auch dies wird in einer Aussage des Propheten () verdeutlicht, in der er  sagt:

es genügt dem Menschen an Sünde, alles weiterzuberichten von dem er gehört hat“.

Viele von uns erhalten regelmäßig Texte geschickt – die auch nur weitergeleitet wurden – in denen eigentlich Aufforderungen zu guten Taten stehen – wie Allah um Vergebung zu Bitten – oder Ihm zu danken, aber immer wieder kommt es dabei vor, dass dabei falsche Hadithe benannt werden.

Obwohl dieser Mensch vielleicht gutes im Sinn hatte, hat er dem guten schlechtes hinzugefügt.

Hierzu möchten wir drei Punkte erwähnen:

1. Der Zweck heiligt nicht die Mittel!

Zu den Grundlagen unserer Religion gehört, dass der Weg den wir wählen, um ein gutes Ziel zu erreichen, auch gut und ehrlich sein muss. Es reicht also nicht die gute Absicht allein – auch die Mittel, die wir einsetzen müssen gut sein! Und genau vor diesem Fehler warnt uns Allah der Erhabene in Surat Al Kahf:

Sag: Sollen Wir euch Kunde geben von denjenigen, die an ihren Werken am meisten verlieren, deren Bemühen im diesseitigen Leben fehlgeht, während sie meinen, dass sie gut handeln würden“

IbnMassud sagte einst:

So viele von denen, die das Gute anstreben erreichen es nicht“.

2. Du sollst an den Geschehnissen dieser Welt teilhaben – und auch gutes Wissen weiterleiten, aber es ist auch deine Aufgabe, dich um Wissen zu bemühen, die Nachrichten und Informationen die du erhältst kritisch zu hinterfragen und zu überprüfen und die Wahrheit zu suchen und zu verbreiten. In Surat Al Hudschuruat heißt es:

O die ihr glaubt, wenn ein Frevler zu euch mit einer Kunde kommt, dann schafft Klarheit

Das bedeutet für uns, dass wir keine Hadithe, keine Aussagen über unseren Propheten oder über Allah weiterleiten dürfen, wenn wir uns nicht sicher sind, dass sie stimmen. Denn über Allah, Seinen Propheten oder über diesen Glauben Dinge zu sagen die nicht stimmen, gehören zu den größten Sünden!

3. Unsere Verpflichtung unserem Glauben und unserem Propheten () gegenüber:

Wenn wir betrachten, was alles an falschen Informationen über unserem Propheten () weitergleitet wird, ist es teilweise schon beschämend, dass wir Muslime so wenig über das Leben unseres Propheten wissen. Die meisten von uns kennen nicht die grundlegenden Informationen über unseren Propheten, wann er geboren wurde, wie alt er wurde, in welchem Alter er zum Propheten ernannt wurde, wie sein Leben vor dem Prophetentum und wie es danach war, wie seine Kinder und seine Eltern oder Frauen heißen.

Wenn wir unseren Propheten lieben und ihm folgen, sollten wir seine Biographie studieren – lernen wie er gelebt hat, was die Menschen die zu seiner Zeit lebten über ihn gesagt haben. Wie sonst können wir urteilen, ob die Informationen die wir erhalten wahr oder falsch sind?

Möge Allah uns die Liebe zu seinem Propheten schenken, uns die Fürsprache des Propheten am Tage der Auferstehung schenken und uns zu seinen Gefährten im Paradies machen.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Das Leben des Propheten – die Prüfungen der Muslime

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen“

In Surat Al Tauba heißt es:

Zu euch ist nunmehr ein Gesandter aus euren eigenen Reihen gekommen. Bedrückend ist es für ihn, wenn ihr in Bedrängnis seid, (er ist) eifrig um euch bestrebt, zu den Gläubigen gnadenvoll und barmherzig.“

Liebe Geschwister im Islam,

das Leid unserer Geschwister auf der ganzen Welt nimmt stetig zu – und wir betrachten das Geschehen hilflos und ohnmächtig. Findet ein Land ein wenig zur Ruhe, wird das nächste islamische Land mit Blut, Krieg und Gewalt überrollt. Tagtäglich sehen wir gefallene und verwundete Brüder und Schwestern, getötete Kinder und ein zerstörtes Land. Wir wundern uns über diese Ungerechtigkeit – Wie kann die Welt dabei zusehen? Wie können die Muslime zusehen? Wie können die Nachbarländer dabei zusehen? Wie kann es sein, dass unsere Länder im „Bürgerkrieg“ untergehen? Das Brüder ihre eigenen Brüder erschießen – dass Menschen ihr eigenes Land zerstören, und das obwohl wir Muslime sind?

Das was wir sehen berührt unser Herz und lässt es fast zerbrechen, all dieses Leid und Elend, wie sollen die Menschen dies ertragen?

Die Lösung unserer Probleme liegt sicherlich im aufrechten Weg zu Allah den Erhabenen. Wäre unser Alltag und unser Handeln tatsächlich islamisch, wäre es mit uns nicht so weit gekommen. Und eine Änderung wird Allah nur dann herbeibringen, wenn wir ändern, was in unserem Innersten ist.

Andererseits liebe Geschwister, gehört die Prüfung des Menschen im Diesseits zu unserem Leben, was Allah uns vorgeschrieben hat. Wir Menschen werden geprüft, wie stark unser Glaube ist und wie sehr wir an diesen festhalten – und alles was wir tun oder was uns angetan wird, ist bei Allah niedergeschrieben und wird vorgebracht werden und Allah kennt das innerste unserer Herzen und unsere geheimsten Gedanken.

Ähnlich erging es auch unserem Propheten – Muhamed (ﷺ) – dem edelsten Geschöpf. Auch er wurde geprüft und musste Leid und Hunger ertragen. Obwohl Allah ihn als Propheten auserwählt hat – und obwohl er Allah gegenüber aufrichtig war – und auf dem rechten Weg war – lehnten ihn seine Mitmenschen ab, als er ihnen den Islam vermittelte. Sein Volk bekämpfte ihn und vertrieb ihn aus Mekka. Es wäre für Allah ein leichtes gewesen, dass alle Mekkaner den Islam sofort angenommen hätten, ohne dass sie den Propheten bekriegt hätten – aber, das ist nicht das, was Allah für uns Menschen vorgesehen hat. Stattdessen musste der Prophet sich lange Jahre mit seinem Volk abmühen und als die Quraisch anfingen ihn zu bekämpfen und die Lage immer schwerer für den Propheten wurde, verstarb sein Onkel AbuTalib, der ihn gegen die Quraisch schützte. Das war eine sehr schwere Stunde für unseren Propheten – aber die Zeit wurde noch schwerer, denn im gleichen Jahr, nur zwei Monate später, verstarb auch die geliebte Frau des Propheten – die Mutter der Gläubigen Chadija (Radiallahu anha). Die Mekkaner isolierten den Propheten (ﷺ) und seine Anhänger – diese Zeit war so schwer für die Gläubigen, dass sie zum „Jahr der Trauer“ ernannt wurde und bis heute so bekannt ist. Dennoch blieb der Prophet (ﷺ) unbeirrt und ging seinen Weg weiter – ca. 13 Jahre nach der Offenbarung floh der Prophet (ﷺ) aus Mekka nach Medina.

Liebe Geschwister – der Prophet (ﷺ) selber vermittelte seinen Mitbürgen den Islam – 13 Jahre lang lud er die Araber zum Islam ein – und als er nach Medina aufbrach, war die Zahl der Muslime in Mekka nicht mehr als ca. 80-90 Personen! Und es kam zu der entscheidenden Schlacht in Badr – die Muslime waren besorgt und hatten Angst, dass sie alle getötet werden, wäre die Schlacht anders verlaufen und der Prophet (ﷺ) mit seinen Gefährten gestorben – gäbe es auf der Welt keine Muslime mehr. Aus der Geschichte unseres Propheten Muhamed (ﷺ)  – aber auch aus den Geschichten der anderen Propheten im Quran – lernen wir, dass Prüfungen im Diesseits für uns Menschen dazugehören. Wir vermögen den Nutzen nicht immer erkennen, aber wir dürfen niemals daran zweifeln, dass Allah auch nur eine Kleinigkeit des Leids – oder des Unrechtes vergessen würde.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im Quran in ungefährer Bedeutung:

Meinen die Menschen denn, sie würden in Ruhe gelassen werden, wenn sie sagten: “Wir glauben”? Und meinen sie, sie würden nicht auf die Probe gestellt? Wir stellten (schon) diejenigen auf die Probe, die vor ihnen waren. Also wird Allah gewiss die erkennen, die wahrhaftig sind. Und gewiss, Er  wird  die Lügner erkennen.“

und an anderer Stelle heißt es:

Gewiss Wir werden euch prüfen durch (…) Angst, Hunger und Verlust von Besitz und Menschenleben(…). Doch verkünde den Standhaften eine frohe Botschaft,  die bei einem Unglück sagen: Wir gehören Allah und zu Ihm kehren wir zurück.”

Liebe Geschwister,

das gesagte soll uns helfen, dass wir nicht an Allahs Barmherzigkeit verzweifeln. Die Prüfungen die wir Muslime – unsere Geschwister in den islamischen Ländern – durchleben, gehören zu unserem Leben dazu, die wir akzeptieren müssen. Die Muslime vor uns wurden ähnlich oder noch schwerer geprüft.

Wir müssen aber dennoch weiterhin Anteil nehmen an dem Leid unserer Geschwister. Wir dürfen sie in unseren Bittgebeten und unserer Unterstützung  nicht vergessen, das wäre eine Sünde von uns. Jeder muss sich fragen, wie er näher zu Allah finden kann, und sich weiter für die Sache Allahs bemühen.

Unser Herr, bürde uns nichts auf, wozu wir keine Kraft haben. Verzeihe uns, vergib uns und erbarme Dich unser! Du bist unser Schutzherr“.

Amin