Khutba

Beginn der Freitagspredigt: 14:45 Uhr

Die Freitagspredigt in der Othman Ibn Affan Moschee beginnt inshaAllah um ¼ vor 3.
Anbei noch etwas Information zur Sunnah unseres Propheten فاتبعوني – ﷺ

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Die Abschiedspredigt

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Allbarmherzigen.

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß sei über Muhammad, der aus Barmherzigkeit entsandt wurde (sas)

Liebe Geschwister im Islam,

Diese gesegneten ersten zehn Tage des Monats Dhil-Hijja erinnern uns an unsere Geschwister in Mekka- wie sie scharenweise in das heilige Haus Allahs strömen und die ganz besonderen Tage um das Opferfest erwarten.  Denn in diesen Tagen, im zehnten Jahr nach der Flucht aus Mekka,  stand der Gesandte Muhammad (sas) auf dem Berg Arafat um eine letzte Ansprache an seine Gefährten zu halten. Eine sehr bewegende Ansprache, in der unser geliebter Prophet in nur wenigen Sätzen das Wesentliche unseres Glaubens skizzierte und in unsere Hände übergab: die Abschiedspredigt, die er mit diesen Worten einleitete:

Hört mir zu, ich werde euch einiges erklären. Ich weiß nicht, ob ich euch nach diesem Jahr jemals wieder treffen werde“.

Wir wollen heute an einigen Stellen dieser Rede kurz innehalten und seine Worte wirken lassen.

So sprach der Prophet in der ungefähren Übersetzung:

Euer Blut und Eure Güter sind Euch heilig, so wie Euch dieser Tag in diesem Monat und an diesem Ort heilig ist.“

Das Prinzip Allahs, liebe Schwestern und Brüder, beruht auf Gnade und Vergebung. Doch das Recht der Menschen beruht auf Gerechtigkeit und Ausgleich. Die körperliche Unversehrtheit und die Güter des Menschen stehen an oberster Stelle im gesellschaftlichen Miteinander. In einer Überlieferung sprach Muhammad (sas):

Wer aufgrund seiner Aussage die Rechte eines anderen Muslim beschneidet, dem wird das Paradies im Jenseits verwehrt.“

Daraufhin fragte ein Mann: „Und wenn es sich um eine Kleinigkeit handelt?“. Der Prophet antwortete:

Auch wenn es sich um den Zweig eines Baumes handelte.“

Im weiteren Text der Abschiedspredigt spricht Muhammads (sas) die Abschaffung der Gepflogenheiten aus der Dschahilijja an, das heißt, aus der sogenannten  „Zeit der Unwissenheit“, bevor der Islam offenbart wurde. Zu diesen Unsitten gehörten unter anderem die Blutfehde, die Zinsgeschäfte und die Unterdrückung der Frau.

Die Blutfehde war in der vorislamischen Zeit Pflicht. So konnte es durchaus passieren, dass aus Rache für eine Person gleich mehrere aus dem Stamm des Täters umgebracht wurden, ob der Täter dabei selbst getroffen wurde, war nicht ausschlaggebend. Auch auf unserem Propheten (sas) lastete der Druck dieser Rache, da aus seiner eigenen Familie ein Junge von dem Stamm der Huzeil umgebracht wurde. Doch hierzu sprach er folgenden Satz:

Die Blutrache ist abgeschafft. Und das erste Blut, das nicht gerächt werden soll, ist das Blut unseres Rabi´a, der von den Huzeil umgebracht wurde.“

Wie wertvoll unserem Propheten das Leben des Menschen war, zeigt sich auch an folgender  Begebenheit, die ein Gefährte erzählte: „ Der Gesandte Allahs schickte uns zum Kampf. Es kam dazu, dass wir einen Mann verfolgen mussten. Als wir ihn fingen, sprach dieser: ,La ilaha ill Allah!´. Als ich sah, wie mein Mitstreiter seine Waffe sinken ließ, (wurde ich böse) und stach zu. Dies erfuhr später der Gesandte Allahs, und er fragte mich: „Hast du einen Menschen getötet, nachdem er das Bekenntnis sprach?“.  Ich verteidigte mich und sagte, dass der Feind das nur tat, um sich zu schützen. Darauf fragte mich der Gesandte nochmals: „Hast du einen Menschen umgebracht, nachdem er das  Bekenntnis sprach?“. Er wiederholte diese Frage so oft, dass ich mir wünschte, ich hätte erst an diesem Tag den Islam angenommen (und könnte ganz von vorne anfangen)“ …

Das Zusammenleben von Mann und Frau nahm in der Predigt des Gesandten ebenfalls einen wichtigen Stellenwert ein. Dieses könne nur gelingen, wenn sich beide gegenseitig in ihren Rechten und Pflichten achten.

Mit einer Überlieferung wollen wir uns zu diesem Thema an unsere Schwestern richten. So sprach Muhammad (sas):

Wenn die Frau fünfmal betet, und wenn sie ihren Monat fastet, wenn sie treu ist und ihren Gatten achtet, wird ihr einst gesagt: „Suche dir ein Tor aus, durch das Du das Paradies betrittst“.

Für unsere Brüder spricht der Gesandte in einer weiteren Überlieferung:

Den vollkommensten Glauben unter euch hat der Tugendhafteste. Und der beste unter euch ist der, der am besten zu seinen Frauen ist.“

Im weiteren Text der Abschiedspredigt heißt es:

Und ich hinterlasse euch etwas, mit dem ihr euch nie verirren werdet, wenn ihr euch daran haltet: es ist das Buch Allahs“

Im Qur´an steht hierzu:

Doch wenn (…) von Mir Rechtleitung (…) kommt, dann wird derjenige, der (ihr) folgt, nicht irregehen und nicht unglücklich sein. Wer sich aber von Meiner Ermahnung abwendet, der wird ein beengtes Leben führen, und Wir werden ihn am Tag der Auferstehung blind (zu den anderen) versammeln.“

Es führt kein Weg, liebe Geschwister, an diesem Buche vorbei, wenn wir aufrecht durchs Leben gehen und aufrecht unserem Schöpfer entgegen treten wollen.

Abschließend fragte Muhammad (sas):

„Ihr werdet morgen  nach mir gefragt, was werdet ihr antworten?“ Die Menschen antworteten: „Wir schwören, dass du die Botschaft übermittelt hast, dass du uns Ratschläge gegeben hast und dass du deine Pflicht erfüllt hast. Wir bezeugen es.” Darauf hob er seinen Zeigefinger und sprach:

Sei Zeuge o Herr, sei Zeuge o Herr…“

Du erhabener Prophet, geliebter Muhammad,  auch wir, hier an diesem gesegneten Tag in diesem Hause Allahs, bezeugen:

Du hast Deine Aufgabe großartig erfüllt. Du warst beispiellos. Du hast das Dir Anvertraute an uns weitergereicht. Und Du hast uns das Rechte vom Unrechten trennen gelehrt. Du hast all das aufgezählt, was uns zu unserem Schöpfer, dem Ersten und Gnädigen näher bringt. Und du hast uns vor allem gewarnt, was uns von unserem Schöpfer, dem Richter am Tag des Jüngsten Gerichts entfernt. Wir bezeugen, dass du uns Seine Worte in Seinem Buch übergeben hast und dass es bei uns angekommen ist. Und wir bezeugen, dass da kein Gott ist außer Allah und dass Du sein Gesandter bist.

Wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: ʿAlī ibn Abī Tālib

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Allbarmherzigen.

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß sei über Muhammad, der aus Barmherzigkeit entsandt wurde (sas)

Liebe Geschwister im Islam,

heute führen wir unsere Erinnerungen über die vier rechtgeleiteten Khalifen fort und widmen uns dem Imam Ali ibn Abi Talib – ibn AbdelMuttalib – ibnHashim – dem Cousin des Propheten Muhamed(S). Er ist der Ehemann von Fatima (R.), der Tochter des Propheten und der Vater von Hassan und Houssein – die Enkelkinder des Propheten, über die gesagt wurde, sie seien die Fürsten des Paradieses. Er war der erste unter den jugendlichen, der den Islam annahm – und er lag im Bett an Stelle des Propheten (S) um die Quraisch von Muhamed(S) abzulenken und um ihn zu schützen, als dieser mit Abu Bakr nach Medina auswanderte. Er war einer der zehn, denen noch zu ihren Lebzeiten das Paradies versprochen wurde. Seine Meinung war hoch geschätzt und der Prophet (S) ernannte ihn oft zu seinem Stellvertreter.

Der Prophet (S) bezeugte Ali, dass er Allah und Seinen Propheten (S) liebt – und auch Allah und Sein Prophet lieben ihn. Der Prophet (S) machte gar, die Liebe zu Ali als Zeichen des Imans – Ali zu verabscheuen und zu hassen hingegen, ist ein Zeichen der Scheinheiligkeit. Der Prophet (S) erhob das Ansehen von Ali als er ihn zum Statthalter über Medina ernannte, während der Prophet (S) in die Schlacht Tabuk auszog und tröstete Ali mit den Worten „Tröstet es dich denn nicht, wenn du bei mir den Platz einnimmst, den Haroun für Musa eingenommen hatte – mit der Ausnahme, dass es nach mir keine Propheten mehr gibt“. SubhanAllah – Haroun war der Bruder von Musa – Er wurde nach Musa zu einem Propheten berufen. Wie nah muss dann Ali (R.) dem Propheten (S) gewesen sein?

In einem Hadith sprich der Prophet (S)

Wer Ali Schaden zufügt, der fügt auch mir Schaden zu“.

Der Prophet Muhamed (S) verbrüderte sich mit Ali und sagte

Du bist mein Bruder und ich bin dein Bruder“.

Und der Prophet gab ihm seine Tochter Fatima zur Ehefrau.

Als dem Propheten der Vers

Und warne die Nächsten deiner Sippe.“

offenbart wurde, versammelte er seine Sippe Banu Hashim, und berichtete ihnen über den Quran und dass sie den Islam annehmen müssen, um sich vor den Strafen des Jenseits zu schützen. Als der Prophet mit seiner Rede fertig war, fragte er: Wer von euch nimmt den Islam an? Ein Junge stand auf und rief: Ich glaube daran. Es war Ali ibn AbiTalib (R.).

Alis Glaube an den Propheten und an die Worte der Offenbarung waren unerschütterlich:

Unmittelbar vor der Eröffnung Mekkas durch die Muslime, schlich eine Frau aus der Stadt mit einer geheimen Botschaft von den Quraisch an Ibn Sufian, um ihn zu warnen. Der Engel Gabriel kam zu dem Propheten um ihn diese List mitzuteilen, daraufhin sandte er Ali und Al Subair aus, um diese Frau abzufangen, bevor sie ihre Botschaft weitergeben kann. Als sie sie gefunden haben, sagte diese Frau entschlossen: Ich habe gar keine Botschaft. Und sie schwor, dass sie nichts der Gleichen habe. Ali aber antwortete ihr: “Du lügst! Bei Allah, Gabriel lügt nicht und auch der Prophet Muhamed (S) lügt nicht. Du hast diese Botschaft gib sie raus, sonst werden wir dich durchsuchen und wir werden sie finden.” Als sie sah, wie entschlossen er war, gab sie ihm die Botschaft – sie war in ihren Haaren eingeflochten.

Ali wurde wegen seiner Weisheit und seines Verstandes hoch angesehen, zu einigen seiner niedergeschriebenen Aussagen gehört

Wovor ich mich mit am meisten Fürchte ist den Gelüsten nach zu gehen, und vor der trügerischen Hoffnung der Langlebigkeit. Wenn du deinen Gelüsten folgst, wird es dich von der Wahrheit abbringen – und wenn du hoffst noch lange Zeit zu leben, dann vergisst du das Jenseits“.

Über den Gefährten und Khalifen Ali (R.), der bereits in seiner Jugend den Islam annahm, gibt es so viel Lehrreiches zu berichten, dass es Bücher füllen würde. Diesen Zeilen können Ali (R.) nicht gerecht werden und sollten uns dazu anhalten, mehr über diese großartige Persönlichkeit zu lernen.

Abschließend möchten wir an die besonderen Tage die uns bevorstehen erinnern. Allah der Erhabene erwähnte sie im Quran in Surat Al Fajr, sie sind die die ersten zehn Tage von Dhil-Hijja. Die Tage der Riten der Hajj. Der Prophet (S) sagte über diese Tage, dass es die besten auf Erden sind. In diesen Tagen fällt der Tag ´Arafah, es sind gesegnete Tage in unserer Religion die wir uns bewusst machen  sollten, es sind Tage, in denen wir uns um besonders viele gute Taten bemühen sollten. Unsere Gelehrten lehren uns, dass wir zur Vorbereitung dieser Tage uns unserer Taten besinnen, eine aufrechte Reue ablegen und den Vorsatz fassen sollten, wahrhaftig näher zu Allah zu finden. Wer einen Vorsatz fasst Gutes zu tun, dem wird Allah helfen, dieses Ziel zu erreichen, denn im Quran heißt es:

Diejenigen aber, die sich um Unsertwillen abmühen, werden Wir ganz gewiß Unsere Wege leiten. Und Allah ist wahrlich mit den Gutes Tuenden“

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Omar ibn al-Khattab

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Allbarmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß sei über Muhammad, der aus Barmherzigkeit den Weltenbewohner entsandt wurde (sas).

Liebe Geschwister im Islam,

bereits in der letzten Woche hörten wir Auszüge aus dem Leben von Abu Bakr, einem herausragenden Gefährten unseres Propheten Muhamed (S). Menschen die durch den Quran und der Schule des Propheten (S) zu leuchtenden Vorbilder für die Menschheit geworden sind – deren Namen bis zum Ende dieser Welt ehrfürchtig Erwähnung finden.

Einst bestieg der Prophet (s) einen Berg in Uhud mit Abu Bakr, Omar und Uthman r.a., und der Berg erzitterte unter einem plötzlich aufkommendem Erdbeben. Daraufhin sprach der Prophet (S) zum Berg:

Sei still Berg! Auf dir schreitet ein Prophet, ein Wahrhaftiger und zwei Märtyrer.“

Und der Berg gehorchte, nie wandelten edlere Menschen über ihn.

Heute möchten wir uns an einige der Charaktereigenschaften von dem großen Gefährten Omar ibn al-Khattab erinnern, einem der größten und gerechtesten Anführer den die Menschheit kannte, der Prophet (S) sagte über ihn:

Würde es einen Propheten nach mir geben, würde Omar dieser Mann sein, denn niemand vermag derart gerecht zu sein wie er.”

Und in einer anderen Überlieferung heißt es:

Wahrlich, es gab schon vor euch Menschen unter den Kindern Israels, zu denen gesprochen wurde, ohne dass sie Propheten waren. Wenn sich einer von diesen in meiner Umma befindet, dann ist es Omar.“

Omar zeichnete sich einerseits durch seinen tiefen und demütigen Glauben aus, andererseits war er eine bemerkenswerte Persönlichkeit – der stets unbeirrt der Wahrheit, Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit folgte. Einen besonderen Charakter hatte er bereits bevor er den Islam annahm – durch den Islam aber veredelte er seinen Charakter und fand seinen Weg in die islamischen Geschichtsbücher. Er wachte nachts, damit die Menschen schlafen konnten – und er hungerte, damit er den Menschen zu essen geben konnte. Er war so standhaft in seinem rechten Weg, dass der Prophet (S) über ihn sagte:

(…) Sohn des Khattab, bei Dem, in dessen Hand meine Seele ist, wenn Scheitan dich den einen Weg gehen sähe, dann würde er selbst den anderen nehmen“.

An anderer Stelle lobte der Prophet (s) sowohl den Glauben als auch das Wissen von Omar (r.a.). Und der Prophet (S) prophezeite Omar (r.a.) dass er ein Bewohner des Paradieses sein wird – in einem Hadith berichtet der Prophet(S), dass er sich im Traum im Paradies gesehen hat, er machte die Gebetswaschung in der Nähe eines Schlosses aus dem eine Frau heraustrat – er fragte sie, wem gehört dieses Schloss? Und die Frau antwortete: es gehört Omar. Der Prophet (S) sagte, ich erinnerte mich der Eifersucht von Omar und verließ diesen Ort hastig. Als Omar dies hörte, sagte er weinend – O Prophet, wie kann ich dir gegenüber eifersüchtig werden?

Omar hatte ein bemerkenswertes Verantwortungsgefühl – auch als er das Khalifat übernahm, wusste er dass diese Aufgabe eine Bürde ist und keine Bereicherung, eine Versuchung der man mit Demut entgegentreten muss. Er sagte einst, wenn ein Tier zu Tode stürzen sollte, würde ich mich sorgen, dass Allah Omar fragt, warum du diesem Tier keinen Pfad hast errichten lassen auf dem es sicher gehen kann.

Als er das Khalifat übernahm, sprach er zu seinem Volk:

Gehorcht mir solange ihr seht, dass ich Allah in euren Rechten gehorche. Wenn ich Ihm gegenüber ungehorsam bin – so dürft ihr mir kein Gehorsam erbringen. Ein Mann antwortete: O Amir al Mouminin, Bei dem der Mohammed mit der Wahrheit entsandt hat, wenn wir in dir Fehler sehen, werden wir diese zu Not auch mit unseren Schwertern verbessern. Da lächelte Omar und sagte: nichts Gutes wäre in euch, wenn ihr das nicht gesagt hättet. Und nichts Gutes wäre in mir, wenn ich diese Worte nicht zulassen würden.

Über Omar wird berichtet, als er bei einem Sterbenden war, hatte er unmittelbar nach dessen Versterben das Licht ausgemacht, die Anwesenden fragten ihn verwundert: willst du uns nun im Dunkeln lassen? Omar sagte: dieses Öl, welches wir für das Licht benutzen ist nun Eigentum der Waisenkinder – wollt ihr, dass wir deren Erbe zu Unrecht verbrauchen?

Omar zeichnete sich durch seine Beharrlichkeit aus, der Wahrheit zu folgen – gerecht zu handeln, Allahs Gebote und Verbote einzuhalten. Er war ein Herrscher, der mit besten Wissen und Gewissen all seine Kraft für das Wohlergehen seines Volkes einsetzte, ohne in seinem Inneren Hochmut oder Selbstgefälligkeit aufkommen zu lassen und erzog sein Ego mit Demut. Er sagte einst zu seinen Gefährten – wenn ich wollen würde, hätte ich die besten Gewänder und die schönsten Häuser – doch ziehe ich diese Kostbarkeiten im Jenseits vor. 

Von Messerstichen tödlich verletzt sagte Omar vor seinem Tode: Wehe dem Omar, wenn der Gott Omars ihm nicht mit Vergebung und Barmherzigkeit entgegentritt; dies sagend, fing er an zu weinen.

Da sagte einer der Gefährten: ich hörte wie der Prophet sagte: der erste der sein Buch in seiner Rechten nimmt, wird Omar sein. Auch Omar war anwesend, als der Prophet dies sagte – aber der schwere Moment des Todes, ließ es ihn vergessen. Als Omar diese Worte hörte, beruhigte er sich, und bat Abu Musa diese Worte zu wiederholen – dann sagte er: Und Ich bezeuge das es keinen Gott außer Allah gibt und der Prophet sein Gesandter ist – und  verstarb mit diesen Worten auf den Lippen.

Möge sich Allah Omar erbarmen!

Liebe Geschwister im Islam – wo wäre der Stellenwert der islamischen Umah heute, wenn wir Anführer wie Omar hätten – wenn Allah uns solch einen Khalifen schenken würde, der die Muslime vereint und mit Gottesfurcht und Gerechtigkeit führen würde, müssten wir nicht hilflos zusehen, wie unsere Geschwister, unsere Kinder, Mütter und Väter tagtäglich getötet, gefoltert und gedemütigt werden.

O Allah – einige das Wort der Muslime – schenke uns einen Führer der uns vereint und uns in Deinem Namen führt, Amin.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Abu Bakr, der Vertrauende

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß sei über Muhammad, der aus Barmherzigkeit entsandt wurde (sas)

Liebe Geschwister im Islam,

Die Gefährten des Propheten zu kennen und sich ihrer Bedeutung bewusst zu sein, ist von großem Wert für die Lebendigkeit unseres Glaubens. Wir können festhalten: Was der Gemeinschaft in ihren Anfängen gut getan hat, tut ihr auch heute noch gut.

Und: die bitteren Umstände mit denen die Muslime heute konfrontiert werden, sind nicht zuletzt das Ergebnis der Nichtbeachtung der Vorbildfunktion, die diese herausragenden Personen für die Gemeinschaft der Muslime darstellen.

In der heutigen Khutba wollen wir uns etwas näher mit einem dieser Gefährten befassen, der durch seine Eigenschaften in besonderer Weise herausragt: Abu Bakr, der (dem Propheten) Glauben Schenkende,  der Vertrauende. Er ist derjenige, der unseren Gesandten Muhammad (sas) auf der Flucht nach Medina begleitet hat. Und somit ist er einer der wenigen, die im Qur´an Erwähnung und Auszeichnung finden. Über Abu Bakr auch sprach Muhammad (sas) in übertragener Bedeutung: „Nach Allah (t) ist er mein liebster Wegbegleiter“.

Liebe Brüder, liebe Schwestern, lasst uns Abu Bakr etwas näher betrachten. Lasst uns schauen, ob es sich ziemt, wenn wir behaupten, dass wir zu seiner Gemeinschaft gehören.

  • Abu Bakr der Vertrauende, der Glauben Schenkende. Als der Prophet (sas) von dem Wunder der Nacht- und Himmelfahrt berichtete, distanzierte sich das Volk der Quraisch noch weiter von ihm und selbst aus den Reihen der Muslime gab es einige, die wieder Abstand nahmen. Doch Abu Bakr sprach in vollem Vertrauen: „Wenn er (sas) das sagt, dann ist das die Wahrheit“

In einer anderen Überlieferung spricht Muhammad(sas): „Jedem, den ich zum Islam einlud, sah ich seine anfänglichen Bedenken an. Nur mein Bruder Abu Bakr zweifelte nie.“ Aus dieser Haltung heraus entstand der Beiname dieses großartigen Gefährten.

Wie steht es mit unserem Vertrauen, liebe Geschwister? Führt uns unsere Zuversicht in Allah zu Wohltat und Standhaftigkeit? Würden wir für unseren Glauben auch Unannehmlichkeit und Anfeindung in Kauf nehmen? Ist uns klar, dass wir Allah ständig enttäuschen, wenn wir entgegen unserer Überzeugung handeln?

  • Abu Bakr, der Großzügige, der reiche Kaufmann, der sein gesamtes Hab und Gut an Bedürftige verteilte und der Sache des Propheten (sas) zur Verfügung stellte. Er war der Anlass für die Verse im Qur´an:

    Doch ferngehalten (von der Strafe) wird der Gottesfürchtige, der seinen Besitz hingibt, um sich zu läutern, (der handelt) im Trachten nach dem Angesicht seines höchsten Herrn.”

    Wie ist es mit uns, liebe Geschwister? Sind wir uns bewusst, dass wir lediglich Treuhänder, nicht Besitzer, von Allahs Gaben sind? Gehen uns auch die Spenden und Wohltaten so leicht von der Hand, dass die linke Hand nicht weiß, was die rechte gibt? Sind wir bereit zu teilen von dem, was Allah uns beschert hat? Oder fällt uns das Spenden und Schenken immer noch so schwer, während wir uns für Materielles sogar in Schuld und Kredit begeben?

 

  • Abu Bakr, der Nachsicht übende und sich Vertragende. Es begab sich, dass ein mittelloser Gefährte die Tochter von Abu Bakr und Ehefrau des Propheten (sas) A´ischa verleumdete. Diesem Gefährten gegenüber hatte sich Abu Bakr sonst immer sehr großzügig gezeigt. Als er jedoch von der Verschwörung erfuhr, stellte er seine Gaben ein. Daraufhin wurde der Vers gesandt:

    Und es sollen diejenigen von euch, die Überfluss und Wohlstand besitzen, nicht schwören, sie würden den Verwandten, den Armen und denjenigen, die auf Allahs Weg ausgewandert sind, nichts mehr geben, sondern sie sollen verzeihen und nachsichtig sein. Liebt Ihr es (selbst) nicht, dass Allah euch vergibt?“

    Daraufhin brach Abu Bakr in Tränen aus und rief: „Doch, ich liebe, ich liebe (, dass Allah mir vergibt)!“
    Wie steht es mit uns? Vergeben wir jenen, die nicht gerecht zu uns waren? Reichen wir jenen, die uns enttäuschen, trotzdem vertragend die Hand? Oder ist es nicht eher so, dass es etliche Personen gibt, gegen die wir Groll hegen? Geschwister, Verwandte oder ehemalige Freunde, denen wir aus dem Weg gehen und über die wir schlecht reden?

Abu Bakr, ein Pionier, ein Wegbereiter. Es gibt noch viele Eigenschaften die zu benenne wären, aber leider diesen Rahmen übersteigen würden, liebe Geschwister. Es liegt nun bei uns, die Geschichte unseres geliebten Muhammad (sas) und seiner Gefährten zu studieren. Es liegt bei uns, sich ein Beispiel an diesen großartigen und selbstlosen Menschen zu nehmen. Denn Allah verspricht uns im Qur´an:

Allah ändert nicht den Zustand eines Volkes, bis sie das ändern, was in ihnen selbst ist.“

Ya Allah, Verzeihe uns, vergib uns und erbarme Dich unser, denn Du bist unser Schutzherr.

Amin

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Das Blut der Muslime

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Allbarmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Allah der Erhabene spricht in der ungefähren Bedeutung im Quran:

Meinen die Menschen, daß sie in Ruhe gelassen werden, (nur) weil sie sagen: “Wir glauben”, ohne daß sie geprüft werden?

Wir haben bereits diejenigen vor ihnen geprüft. Allah wird ganz gewiß diejenigen kennen, die die Wahrheit sprechen, und Er wird ganz gewiß die Lügner kennen.

meinen diejenigen, die böse Taten begehen, daß sie Uns entkommen (können)? Wie böse ist, was sie urteilen!”

Liebe Geschwister im Islam,

wie schmerzhaft ist es mitanzusehen, was unseren Brüdern und Schwestern widerfährt. Seit Jahren beklagen wir, dass das Blut unserer Geschwister vergossen wird – und immer wenn wir denken, dass es viel schlimmer nicht mehr werden kann, sehen wir entsetzt, wie noch mehr Blut vergossen wird.

Was heute vor allem in Ägypten und Syrien, aber auch in vielen anderen Teilen der Welt mit unseren Geschwistern geschieht, lässt uns das Herz zerreißen. Mit am schlimmsten wiegt aber die Tatsache, dass hier Menschen die sich Muslime nennen, das Blut ihrer Geschwister vergießen – dass die Muslime sich gegenseitig bekämpfen – welch eine Schande für unsere Gemeinschaft!

Tatsächlich geht unser Versagen sogar so weit, dass wenn wir Muslime abgeschlachtet werden, wir uns nicht einmal mehr Hilfe von unseren islamischen Geschwistern erhoffen, sondern darauf warten, dass die Weltengemeinschaft uns beisteht – von dieser jedoch können wir keine Hilfe erwarten, woran uns die jüngsten Gegebenheiten wieder einmal schmerzhaft erinnerten.

Und im Quran heißt es:

Und gehorcht Allah und Seinem Gesandten, und streitet nicht miteinander, sonst würdet ihr den Mut verlieren, und eure Kraft würde vergehen! Und seid standhaft! Gewiß, Allah ist mit den Standhaften.”

Unser geliebter Prophet (S) ermahnte uns so sehr und so nachhaltig um brüderlichen Umgang untereinander, dass wie eine Einheit bilden und nicht uneins werden – und er ermahnte uns ausdrücklich davor, ungerecht Blut zu vergießen, so sagte der Prophet (S) in der Abschiedspredigt:

O Ihr Menschen, hört meine Worte, denn ich weiß nicht, ob ich euch nach diesem Jahr jemals wieder an diesem Ort treffen werde. O Ihr Menschen: Euer Blut und euer Geld sind euch unter einander verwehrt, bis ihr euren Herren begegnet.“ – dies sagte der Prophet den Muslimen in aller Ernsthaftigkeit – er sagte auch, als er vor der Kaaba stand: Bei aller Heiligkeit die die Kaaba besitzt, ist das Blut des Gläubigen bei Allah heiliger.”

Und wer einen Gläubigen zu Unrecht tötet, dem sagt der Allmächtige im Quran:

Und wer einen Gläubigen vorsätzlich tötet, dessen Lohn ist die Hölle, ewig darin zu bleiben. Und Allah zürnt ihm und verflucht ihn und bereitet ihm gewaltige Strafe.”

Und der Prophet Muhamed (s) sagt in einem Hadith: „Wer sich zu Unrecht am Vermögen eines Muslims bereichert, dem hat Allah das Höllenfeuer zugeschrieben und das Paradies wurde ihm verwehrt.”  Die anwesenden Gefährten sagten: “O Gesandter Allahs, auch wenn es nur ein geringer Betrag wäre?” Der Prophet antwortete: “Auch wenn es nur ein Zweig wäre.“

Abdullah Ibn `Umar, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete, dass der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte:

Der Muslim ist des Muslims Bruder. Ihn darf er weder unterdrücken noch zugrunde gehen lassen. Wer seinem Bruder in der Not beisteht, dem steht Allah in seiner eigenen Not bei. Und wer einem Muslim eine Sorge abnimmt, dem nimmt Allah eine Sorge von den Sorgen am Tage der Auferstehung ab. Und wer einen Muslim nicht bloßstellt, den stellt Allah nicht bloß am Tage der Auferstehung“

Der Islam verbietet jegliche Ungerechtigkeit – sogar in Zeiten des Krieges hat der Prophet seine Armee angehalten: Seid nicht hinterhältig, nehmt euch nichts zu unrecht, tötet keine Kinder, keine Frauen und keine alten Menschen. Auch tötet keinen Geistlichen in seinem Gotteshaus. Haut keine Bäume um und vernichtet keine Ernten, auch sollt ihr keine Häuser einreißen. Dies sagte der Prophet seinem Heer, bevor sie in die Schlacht gingen.

Alles was passiert, geschieht mit dem Wissen Allahs, nicht geschieht gegen Seinen Willen. Und die zahlreichen Opfer sind bei Allah – und uns bleibt nur die Hoffnung, dass hinter all diesem Gutes für die Muslime steht. Und wie Allah in seinem Buche schreibt – und wir alle in den letzten Jahren immer wieder erlebt haben: Je stärker der Schlag gegen den Islam und die Muslime fällt, umso stärker wird der Islam.

Abschließen möchten wir mit dem Versprechen, dass Allah im Quran gesetzt hat:

Allah hat (vor)geschrieben:

Siegen werde Ich ganz gewiß, (Ich) und Meine Gesandten.”

Gewiß, Allah ist Stark und Allmächtig.

Möge Allah unseren Geschwistern zum Sieg gegen ihre Unterdrücker verhelfen,

ihnen ihre Freiheit und ihre Menschenrechte wiedergeben,

ihnen Geduld und einen starken Glauben mit guten Taten schenken,

und ihren Toten das Paradies schenken.

Amin.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: „Auf dem Weg bleiben“

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß sei über Muhammad, der aus Barmherzigkeit entsandt wurde (sas).

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

Gestern noch waren wir beseelt davon, früh aufzustehen, um das Frühgebet nicht zu verpassen. Wie gut haben wir uns gefühlt, wenn wir es geschafft haben, das Gebet in Gemeinschaft im Hause Allahs zu verrichten. Wie gerne haben wir den Qur´an gehört und gelesen.

Noch gestern waren wir sehr darauf bedacht, welche Worte uns über die Lippen gehen, dass wir bloß nicht übel nachreden oder lästern…doch wie sieht es heute damit aus? Bleiben wir unserem Propheten Muhammad (sas) treu? Bleiben wir aufrecht im Islam? Wenden wir uns weiterhin unserem Schöpfer Allah (t) zu?

Wohl wissen wir, dass Allah (t) die dauerhaften Taten am liebsten sind. In einer Überlieferung heißt es in ungefährer Übersetzung, dass unser Prophet (sas) um einen Rat gebeten wurde, der praktisch alle anderen Ratschläge übertrifft. Die Antwort lautete:

 Glaube an Allah und bleibe aufrichtig in deiner Zuwendung zu Ihm“

Aufrichtig im Glauben zu bleiben, liebe Geschwister, setzt vielerlei voraus. Einige Punkte möchten wir heute benennen:

  • Hinwendung zu Allah (t) basiert auf Reinhaltung des Herzens und der Zähmung der Zunge. Der Glaube gedeiht zuallererst mit der Aufrichtigkeit und Reinheit des Herzens. Und die Reinheit des Herzens setzt die Reinheit der Zunge voraus.
  • Aufrichtigkeit des Herzens bedeutet, es mit Glauben zu füllen. Die übrigen Gliedmaßen folgen dann selbstständig. So sprach der Gesandte (sas): „Im Körper gibt es ein kleines Teil. Ist es gesund, so hält es den übrigen Körper gesund. Kränkelt es jedoch, kränkelt der gesamte Mensch. Dieses kleine Stück ist das Herz.“
  • Die Zähmung der Zunge bedeutet, sie unter Kontrolle zu halten, wohlüberlegt zu sprechen, sie vortrefflich zu nutzen und alle Worte zu vermeiden, die dem Alles Hörenden missfallen.
  • Aufrichtigkeit im Glauben heißt auch, sich mit seiner Religion auseinander zu setzen, sich  seines Glauben bewusst zu werden und seine Überzeugung auf fundiertes Wissen zu stützen. Den erst durch Wissen wird es uns möglich, Recht von Unrecht zu unterscheiden.
  • Es gilt auch, sich seiner Gefährten und Freunde zu vergewissern und gut zu prüfen, mit wem man geht. Denn der Mensch beschreitet stets den Weg, für den sich seine Weggefährten entscheiden.
  • Eine weitere Unterstützung auf dem geraden Weg ist, sich die Gegenwart Allahs klar zu machen. Denn: „Er ist mit Euch, wo immer Ihr seid“
  • Auch sollten wir uns stets vergegenwärtigen, dass der Tod unberechenbar ist, und uns jederzeit ereilen kann. Und wer möchte schon in einem unseligen Zustand vom Diesseits scheiden?

Liebe Geschwister, überdenkt stets aufs Neue Eure Haltung, Euer Handeln und Eure Sprache denn sie werden am entscheidenden Tage mit Euch oder aber gegen Euch stehen.

Oh, Allah vergib uns und stehe uns bei. Gib uns die Kraft und die Ausdauer die es braucht, um zu den Menschen zu gehören, die dein Wohlgefallen erlangen. Amin. 

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: „Mein Projekt- Unsere Moschee“

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß sei über Muhammad, der aus Barmherzigkeit entsandt wurde (sas)

Gepriesen sei Er, der uns das Schönste und Wertvollste aller Bücher in die Hände gegeben hat. Gepriesen sei Er, der uns den edlen und letzten aller Propheten gesandt hat. Und gepriesen sei Er, der die Gemeinschaft der Muslime zur besten aller Gemeinschaften erklärt hat. Gepriesen sei Allah, der Dankbare und immer wieder Verzeihende.

Liebe Gemeinschaft,

Die heutige Predigt beginnen wir mit einem sehr denkwürdigen Vers aus dem Qur´an:

Und so haben Wir euch zu einer Gemeinschaft der Mitte gemacht, damit ihr Zeugen über die (…) Menschen seiet und damit der Gesandte über euch Zeuge sei. Wir hatten die Gebetsrichtung (…) nur bestimmt, um zu wissen, wer dem Gesandten folgt und wer sich auf den Fersen umkehrt(…). Aber Allah lässt nicht zu, dass euer Glaube verloren geht. Allah ist zu den Menschen wahrlich gnädig, barmherzig.“

Es sind einige Jahrzehnte vergangen, seitdem der Islam mit den Migranten in Europa eingetroffen ist. Die einen kamen, um ein gewisses Kapital für die Heimat anzusparen. Die anderen wiederum kamen, um des Studiums willen. Wieder andere suchten Freiheit und Frieden in der Hoffnung, dass die politische Krise in ihrer Heimat möglichst bald ein Ende fände und sie zu ihren Häusern und ihren Familien zurückkehren konnten. Doch eines war allen gemeinsam: nur vorübergehend sollte der Aufenthalt in der Fremde sein.

In einer langen Zeit des Provisoriums befanden sich die Muslime in einem Zustand der Heimatlosigkeit, der Entbehrungen und der Kompromisse- mit welchem Auftrag und mit welchen Visionen auch sollten sie hierher gehören, wähnten sie sich alle schließlich in einigen Jahren wieder daheim.

Junge Männer -teilweise gerade erst mündig geworden- wer hätte sich da ihrer annehmen sollen, wer ihnen ihre Religion, die Riten des Islam, das Lesen und  Verstehen nahe bringen sollen?

Dann durchlebten die Muslime hierzulande viele Phasen, die Rückkehr in die Heimat rückte immer weiter in die Ferne, bessere Arbeit gesucht, Freunde gefunden, eigene Wohnungen eingerichtet, Frauen und Kinder reisten nach und brachten neue Herausforderungen mit, bis jeder auf seine ganz persönliche Weise jemanden traf, der ihn an die Hand nahm und in eine mehr oder weniger große Gruppe führte, die sich regelmäßig traf und der Suche nach und dem Weg zu Allah, dem Allwissenden und Alles Bestimmenden verpflichtet hatte.

Nun begannen sie sich zu organisieren, und die zur Verfügung stehenden Räume für die Lehren des Islam und den Gottesdienst einzurichten. Und je mehr Zulauf die Gemeinden erhielten, je evidenter die Verantwortung für die Kinder und vielfältiger die Aufgaben wurden, umso größer und funktionsgerechter wurden die Räume.

Heute stehen wir an einem Punkt, an dem wir voller Achtung und mit Stolz und Dankbarkeit  auf das Werk dieser Pioniere zurückblicken können. Eine wahre Meisterleistung, liebe Geschwister, die seinesgleichen sucht. Mit materiellen Mitteln komplett aus eigener Tasche, mit Tatkraft, mit Geduld und Schweiß haben sie  aufgebaut, was uns heute in fast jeder größeren Stadt Europas begegnet: prachtvolle islamische Gotteshäuser, deren eigene Schönheit und wirklicher Schmuck sich meist erst im Inneren erschließen lässt.

Zu Recht sind diese Häuser die Wohnstätten des Lichts und der Rechtleitung, denn während sie fleißig sammelten, um tagsüber Stein auf Stein zu setzen, erlangten sie des Nachts eine beachtliche Reife an Bildung und Haltung, indem sie lesen und den Qur´an rezitieren lernten und sich die Handlungen, Aussprüche und Geschichte des Gesandten(sas) einprägten und aneigneten. Der Islam, liebe Geschwister, ist hierzulande trotz aller Widrigkeiten längst angekommen!

An uns liegt es nun dieses Werk fortzuführen und aus der Moschee, in der wir hier und jetzt unser Freitagsgebet verrichten, eine umfassende Stätte Allahs erwachsen zu lassen, um den vielfältigen generationsübergreifenden und gesellschaftlichen Anforderungen, die an sie gestellt werden, gerecht zu werden. Auf drei Punkte sollte unser Augenmerk gerichtet werden, um sich dieser Aufgabe zu stellen:

  • Der Moschee, mit der wir in erster Linie, das Haus verbinden, indem wir uns unserem Schöpfer, dem Erhabenen nähern, gilt es, ein weiteres charakteristisches Merkmal zu verleihen. Vor allem im Hinblick auf unsere Schulen, in denen die nächsten Generationen sich die arabische Sprache und eine Erziehung im Sinne unserer Religion aneignen möchten, bedarf es eines institutionellen Charakters, was unsere Haltung und unsere Organisation betrifft.

Beengte Verhältnisse und mangelnde Koordination lassen keinen Unterricht zu, der der Anzahl der Schülerinnen und Schüler in Form und Selbstständigkeit entspricht. Ein nur langsamer Lernerfolg führt zum negativen Vergleich mit den Regelschulen und raubt den Kindern die Motivation. Hier bedarf es vor allem geeigneter Räumlichkeiten und geeigneter Ausstattung um eine Verbesserung zu erzielen.

  • Weiterhin erstrebenswert wäre der Transfer vom „Haus des Gebets“ zum „Haus des Betenden“. Denn das Individuum ist der Schlüssel zum Erfolg und  der Einzelne das Fundament eines guten Gelingens. Und jedes “Moschee-Projekt“, das sich nicht das Wohl und die Entwicklung des Einzelnen zum Programm macht, ist zum Scheitern verurteilt.

So setzen wir viel auf Aussehen, Form und Schmuck des Gebäudes und verlieren dabei schnell den Blick für den, der kommt um sich hier vor seinen Schöpfer, den Ersten und Einzigen niederzuwerfen. Es gibt islamische Zentren, die sind in ihrer Erscheinung so unscheinbar und doch in ihrem Angebot und ihren Ambitionen so kolossal lebendig und aktiv.

Nachdem wir diese unsere prächtige Moschee gebaut haben, kommt es nun darauf an, an uns zu arbeiten und auf kommende führende Generationen zu bauen, damit dies ein Ort des Lernens bleibt; an dem der einzelne Bereicherung, Frieden und Liebe findet. An dem der einzelne seinen Lebensentwurf entdeckt, als  Alternative zu dem, was unsere Welt außerhalb bietet. Denn, so heißt es im Qur´an: „Allah hat den Gläubigen wirklich eine Wohltat erwiesen, als Er unter ihnen einen Gesandten von ihnen selbst geschickt hat, der ihnen Seine Zeichen verliest, und sie läutert und sie das Buch und die Weisheit lehrt, obgleich sie sich zuvor wahrlich in deutlichem Irrtum befanden“.

  • Der dritte Punkt betrifft unsere Moschee und ihre Präsentation nach außen in einer  zunehmend kritischen deutschen Mehrheitsgesellschaft. In unserem heiligen Buch heißt es: „Allah ist das Licht der Himmel und der Erde. Das Gleichnis seines Lichtes ist das einer Nische, in der eine Lampe ist. Die Lampe ist in einem Glas. Das Glas ist, als wäre es ein funkelnder Stern. Ihr Brennstoff kommt von einem gesegneten Baum, einem Ölbaum, weder östlich noch westlich, dessen Öl beinahe schon Helligkeit verbreitete, auch wenn das Feuer es nicht berührte. Licht über Licht. Allah führt zu Seinem Licht, wen Er will(…) und Allah weiß über alles Bescheid. (Solche Lampen gibt es) in Häusern, für die Allah erlaubt hat, dass sie errichtet werden und dass darin Sein Name genannt wird. Ihn preisen darin, am Morgen und am Abend, Männer, die weder Handel noch Kaufgeschäft ablenken vom Gedenken Allahs, von der Verrichtung des Gebets und der Entrichtung der Abgabe“.

Der Zweck eines Gotteshauses ist also, dass der Muslim aus ihm heraustritt und etwas von dem Licht mitnimmt, das dort scheint um das Dunkle, das draußen herrscht, zu erhellen und zu verbannen. Und der Zweck eines Gotteshauses ist, dass dort im Licht unseres Glaubens die gesellschaftlichen Belange beleuchtet werden und nach dem gesucht wird, was dem Zusammenleben dienlich und förderlich ist. Dass dort Frieden gefunden und friedliches Miteinander gelebt und erhalten und nach außen getragen wird.

Für uns heißt das konkret, dass wir gemeinschaftliche Projekte und Unternehmungen finden müssen, in die wir unsere Mitmenschen einbeziehen können um dort Vertrauen zu schaffen und Ängste, Vorbehalte und Vorurteile abzubauen. Unsere Jugend, die mit der deutschen Sprache und Kultur groß geworden ist, und am besten einzuschätzen weiß, wie wir uns in diesem Punkt verbessern können, ist hier in besonderer Weise um ihre Mithilfe gefragt.

Für uns alle, jung und alt, heißt es, sich zu verhalten, wie es uns der Gesandte Allahs gelehrt hat. Und zu den ersten Fakten, die wir über ihn (sas) lernen, gehört, dass sein Volk, die Quraisch, ihn äußerst feindselig empfangen haben, als er mit dem Licht des Glaubens kam. Und doch gebot er (sas), geduldig zu sein, freundlich und offen und dem Lächeln eine Wohnstätte in unseren Augen zu geben. Feindseliges und verletzendes Verhalten darf in friedlichen Zeiten keinen Platz in unseren Herzen und Taten haben. Der Muslim fällt durch seine Güte auf, nicht durch Raserei, Regelüberschreitung und Rücksichtslosigkeit. Unsere Moschee, liebe Geschwister ist unser Projekt, liegt in unserer aller Hände und ist in unser aller Verantwortung. Und Allah, der Alles Aufzeichnende verspricht durch seinen Propheten Muhammad (sas), dass derjenige, dessen Herz an seiner Moschee hängt, zu jenen gehört, denen Allah Schatten spendet am Tage, an dem es keinen Schatten außer dem Seinen gibt.

„Unser Herr, gewiss, wir hörten einen Rufer, der zum Glauben aufrief: Glaubt an euren Herrn. Da glaubten wir. Unser Herr, vergib uns unsere Sünden, tilge unsere bösen Taten und berufe uns ab unter den Gütigen. 

Unser Herr, und gib uns, was Du uns durch Deine Gesandten versprochen hast, und stürze uns nicht in Schande am Tag der Auferstehung. Gewiß, Du brichst nicht, was Du versprochen hast.”

“Unser Herr, belange uns nicht, wenn wir (etwas) vergessen oder einen Fehler begehen. Unser Herr, lege uns keine Bürde auf, wie Du sie denjenigen vor uns auferlegt hast. Unser Herr, bürde uns nichts auf, wozu wir keine Kraft haben. Verzeihe uns, vergib uns und erbarme Dich unser, denn Du bist unser Schutzherr“

Amin

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Die Botschaft des Islam

Im Namen Allahs, des Allerbarmes, des Allbarmherzigen

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten, Dir danken wir, und Dich ersuchen wir um Hilfe. Deine Vergebung erbitten wir – und bei Dir suchen wir Zuflucht.  

Liebe Geschwister im Islam,

In unserem heutigen Vortrag geht es um die allgemein gültige Botschaft unseres Islam.

Im Qurán heißt es an einer Stelle:

O die ihr glaubt, wenn ihr auf eine Schar trefft, so steht fest und gedenkt Allahs häufig, auf daß es euch wohl ergehen möge! Und gehorcht Allah und Seinem Gesandten, und streitet nicht miteinander, sonst würdet ihr den Mut verlieren, und eure Kraft würde vergehen! Und seid standhaft! Gewiß, Allah ist mit den Standhaften.“

Der Islam zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Er ist allumfassend, menschlich, realitätsnah, weltorientiert, beständig und ungebunden an Ort und Zeit
  • Der Glaube ist der Weg der Standhaftigkeit  und des Zusammenlebens. Das Gebot der Standhaftigkeit zielt auf das Festhalten der islamischen Riten und Gepflogenheiten  und auf die Pflege derjenigen Charaktereigenschaften, die dem Glauben entsprechen. Standhaftigkeit erfordert Tatkraft und Präsenz. Taten, die zusammenführen und vereinen und den leisesten Anzeichen des Zerfalls entgegenwirken. So sprach in etwa  der Gesandte Muhammad (sas) : „Wer sich unter die Menschen mischt und standhaft bleibt wird bei Allah höher geschätzt als jener, der die Menschen meidet und standhaft bleibt“
  • Der Muslim macht sich bewusst, dass das Leben eine Prüfung darstellt, und dass sein Schöpfer Allgegenwärtig ist. So heißt es im Qur´an an einer Stelle: „…jedoch seid Leute Herren“ und in einem anderen Vers : „Er ist mit Euch, wo immer Ihr seid“.
  • Den Gehorsam der Muslime gegenüber Allah (t) und seinem Propheten Muhammad (sas):
    • Im Gottesdienst: „Und Ich habe die Ginn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen
    • Im täglichen Miteinander: „Und zehrt nicht euren Besitz untereinander auf nichtige Weise auf
    • Im Umgang mit Nichtmuslimen: „Allah verbietet euch nicht, gegenüber denjenigen, die nicht gegen euch (…) gekämpft und euch nicht aus euren Wohnstätten vertrieben haben, gütig zu sein und sie gerecht zu behandeln. Gewiß, Allah liebt die Gerechten
  • Das Gebot der Geduld im Miteinander: „Gewiß, den (Geduldigen) wird ihr Lohn ohne Berechnung in vollem Maß zukommen.“  Ist gemeint:
    • Mit den Launen und Zuständen der Mitmenschen nachsichtig sein
    • In der Lage sein, um Verzeihung zu bitten
  • Das Vermeiden von Reibereien und Spaltungen
    • Gewiß, diese ist eure Gemeinschaft, eine einzige Gemeinschaft, und Ich bin euer Herr
    • Der Muslim ist dem Muslim wie ein kompaktes Gebäude
    • Die islamische Gemeinschaft ist eins. So sollten Muslime untereinander jeglichen Neid, Hass und Boshaftigkeit verbannen.
    • Vieles ist allen  Muslimen eigen: Ein Gebieter, ein Prophet, eine Gebetsrichtung, Ein Qur´an, ein Glaube.

Erbarme Dich o Herr unseren Geschwistern in ihren Ländern, die für ihre Freiheit und Würde kämpfen. Vergib ihren Gefallenen, heile ihre Verwundeten und lege in die Herzen ihrer Angehörigen Geduld und Frieden – o Allah. Einige ihre Reihen, stärke ihre Taten und schenke ihnen den Sieg von Dir in naher Zukunft.

Amin.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Ramadan – der Monat des Qurans

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Allbarmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Der Monat Ramadan und der Quran sind eng mit einander verbunden, so heißt es in Surat Al Baqarah:

Der Monat Ramadan (ist es), in dem der Qur’an als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist (…)”

Liebe Geschwister im Islam,

der Monat Ramadan ist der Monat der guten Taten der uns der Barmherzigkeit Allahs näher bringt, wenn wir ihn mit Gottgedenken, Quran-Lesen und aufrichtigen Taten verbringen. Ein Monat, der unsere Stufen im Jenseits erhöht, unsere Sünden tilgt und unsere guten Taten vermehren lässt, ein Monat in dem die Satane festgekettet und die Türe des Paradieses weit geöffnet sind – so Wohl demjenigen, der diesen Monat für sein eigenes Heil nutzt.

Unsere Vorbilder – die Gefährten des Propheten – bereiteten sich auf diesen Monat vor und nutzten ihn für gute Taten, sie vermieden sündige Handlungen und strengten sich an, in diesem Monat viel Quran zu lesen, denn das bewusste Quranlesen ist wohl eines der wichtigsten Handlungen im Ramadan. Wir wissen von den Gefährten, dass sie den Quran im Monat Ramadan mehrfach durchgelesen haben.

Ramadan ist der Monat des Qurans – in einem Hadith heißt es: „Das Fasten und der Quran legen Führsprache ein für den Muslim am Tage den Auferstehung, sein Fasten wird sprechen – O Allah, ich hielt ihn am Tage vom Essen und Trinken ab – und der Quran wird sprechen – O Allah, ich hielt ihn nachts vom Schlafen ab – so nehme unsere Fürsprache für ihn an, und Allah wird diese – inschaAllah – annehmen.“

Liebe Geschwister – wir müssen uns bewusst machen, dass Allah diese Gemeinschaft mit den edlen Quran geehrt hat – dieser Quran ist ein unermessliches Geschenk an uns, denn Er leitet uns recht, von den Finsternissen in die Vergebung und Barmherzigkeit Allahs – und es ist uns eine Pflicht, Allah hierfür zu danken – so heißt es in Surat Ibrahim:

Und als euer Herr ankündigte: „Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch ganz gewiß noch mehr (Gunst) erweisen. Wenn ihr jedoch undankbar seid, dann ist meine Strafe fürwahr streng’.” 

Wie viele von den Muslimen haben den Quran hinter sich gelassen und ihn vergessen – ihre Herzen verlieren den Iman und verwelken – sie widmen sich stattdessen den irdischen Gütern, ihnen entgeht etwas unendlich gutes, heißt es doch in einem Hadith, der die Muslime anspricht „Frohlocket – denn dieser Quran ist teilweise in Allahs Händen und teilweise in euren Händen – so haltet an ihn fest! Dann werdet ihr nicht in die Irre gehen und ihr werdet Erlösung finden“. Und in einem anderen Hadith sagt der Prophet (S) „Ich habe euch zwei Dinge hinterlassen, wenn ihr daran festhaltet, werdet ihr nicht in die Irre gehen: den Quran und meine Sunnah!“

Liebe Geschwister, dieser heilige und gesegnete Monat ist eine kostbare Gelegenheit für jeden von uns, sich dem göttlichen Geschenk, Allahs Buch, dem heiligen Quran – zu nähern. Derjenige der sich von ihm entfernt hat, findet in diesen Monat alle Türen geöffnet, wieder zurück zu finden – in einem  Hadith heißt es, wer sich nach dem Quran richtet, den wird der Quran in das Paradies führen – wer den Quran aber hinter sich lässt und ihn vernachlässigt, den wird der Quran in das Höllenfeuer führen.

Auch der Quran lehrt uns, dass es ein schlimmes Vergehen ist, den Quran zu vernachlässigen und sich nicht mit ihm auseinanderzusetzen, so heißt es in Surat Al Araf:

Und verlies ihnen die Kunde von dem, dem Wir Unsere Zeichen gaben und der sich dann ihrer entledigte (also derjenige, der dem Quran in seinem Alltag keine Beachtung schenkt). Da verfolgte ihn der Satan, und so wurde er einer der Verirrten. Und wenn Wir gewollt hätten, hätten Wir ihn durch sie fürwahr erhöht. Aber er neigte zur Erde hin und folgte seiner Neigung.”

In einem weiteren Hadith lehrt uns der Prophet (S) „Die besten von euch sind diejenigen, die den Quran lernen und lehren“. Und in einem anderen Hadith lehrt der Prophet (S) „Diejenigen die den Quran flüssig und richtig lesen – sind, als würden sie mit den Engeln fliegen. Und diejenigen, denen das Quranlesen schwer fällt und Mühe bereitet, die werden den doppelten Lohn erhalten“.  Und weiter lehrt der Prophet (S) „Wann immer sich Menschen versammeln um den Quran zu lesen und über diesen zu lernen, werden sie von Engeln umringt, die sich zu ihnen gesellen – und sie werden eine „innere Ruhe von Allah in Herzen verspüren“ und die Barmherzigkeit Allahs wird auf sie herniederkommen und Allah der Erhabene wird diese bei Sich gedenken“.

Liebe Geschwister im Islam, der Quran ist ein Zeichen von Allah, ein göttliches Wunder – er heilt die Herzen und stärkt in diesen den Glauben und schenkt ihnen Ruhe und Zuversicht – derjenige, der den Quran vernachlässigt fügt sich selber unendlichen Schaden zu – in Surat Al Anfal heißt es:

Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird, und die, wenn ihnen Seine Zeichen verlesen werden, es ihren Glauben mehrt, und die sich auf ihren Herrn verlassen,”. 

Liebe Geschwister – nutzt diesen Heiligen Monat um zu dem Quran zurückzukehren, denn die islamische Gemeinschaft bedarf jeder Hilfe – das Leid, was uns Muslimen auf der ganzen Welt geschieht, ist weil wir den Quran und unseren Glauben vernachlässigt haben und uns den Gütern des diesseitigen Leben hingegeben haben –  Allah der Erhaben warnt uns davor, dass wir die Zeichen Allahs (also den Quran) vernachlässigen und uns einer trügerischen Hoffnung hingeben,

so heißt es – abschließend – in Surat Ar Araf:

Dann folgten nach ihnen Nachfolger, die die Schrift erbten. Sie greifen nach den Glücksgütern des Diesseitigen (also, sie vernachlässigten die Schrift Allahs und gaben sich dem Leben hin) und sagen: “Es wird uns vergeben werden.” Und wenn sich ihnen gleiche Glücksgüter bieten, greifen sie danach. Wurde nicht mit ihnen das Abkommen der Schrift getroffen, sie sollen über Allah nur die Wahrheit sagen? Sie haben doch das, was darin steht, erlernt. Und die jenseitige Wohnstätte ist besser für diejenigen, die gottesfürchtig sind. Begreift ihr denn nicht?”

Möge Allah uns vergeben und uns zum Quran zurückführen, damit wir zu denen gehören über die gesagt wurde:

Und diejenigen, die an der Schrift festhalten und das Gebet verrichten – gewiß, Wir lassen den Lohn der Heilstifter nicht verlorengehen”.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Der kommende Ramadan

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Liebe Geschwister

Es sind nur noch wenige Tage bis der Monat der Güte, der Barmherzigkeit und des Segens über uns anbricht. Dann wird der ewige Ruf der Gläubigen „O Allah laß uns Ramadan erleben!“ wieder in Erfüllung gehen.

Denn der Prophet pflegte, wenn Rajab angebrochen war, Allah zu bitten: „O Allah, bringe uns Segen im Rajab und Schaaban und lasse uns den Ramadan erleben“.

Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) überbrachte die freudige Nachricht vom Anbruch des Monats Ramadan mit folgenden Worten: „Der Monat Ramadan ist zu euch gekommen, ein gesegneter Monat, in dem Allah das Fasten euch zur Pflicht gemacht hat. Die Tore des Himmels sind in ihm weit geöffnet und die Tore von Jahanam sind in ihm verschlossen und die Schajatin sind in ihm gefessselt.“

In diesem Monat ist eine Nacht, die besser ist als tausend Nächte, wem ihre Vorzüge verwehrt geblieben sind, der hat einen großen Verlust zu beklagen. ( von Nisaii und Bayhaqi überliefert)

Und wie sollte der Prophet (a.s.s) auch nicht die freudige Nachricht überbringen, wo doch Allah ihn zu einem besonderen Monat gemacht hat, indem Er in ihm den Quran herabgesandt hat .

Es ist der Monat Ramadan, in welchem der Quran als Rechtleitung für die Menschen und als Beweis dieser Rechtleitung und als Maßstab herabgesandt wurde“

heißt  es in Sura Albaqara 185.

Es ist der Monat der reumütigen Rückkehr zu Allah und der Monat der Vergebung,

Der geliebte Prophet a.s.s. sagte ungefähr übersetzt: „Eimal kam der Engel Gabriel zu mir und sagte: O Mohammad, wer seine Eltern bei sich hatte und sie nicht gut bahandelte, der wird nach seinem Tode ins Höllenfeuer geworfen und Allah wird ihn fernhalten. Und wer Ramadan erlebt und diese Zeit nicht nutzte, so dass ihm am Ende des Ramadan nicht vergeben wurde, der wird ins Höllenfeuer geworfen und Allah wird ihn fernhalten.“ (Von Attabarani und Ibn Hibban überliefert)

In diesem Monat gibt es die beste Nacht des ganzen Jahres: In Sura Al-Qadr heißt es:

Laylatul Qadr ist besser als tausend Monate“

In Sure Adduchan heißt es

wir haben ihn, (den Quran) in einer gesegneten Nacht herabgesandt“

Das ausdauernde Gebet in dieser Nacht ist Vergebung Deiner Sünden.

„Wer Laylatul qadr die Nacht hindurch betet voller Iman und Allah ergeben, dem werden seine früheren Sünden vergeben“   heißt es in einem Hadith von Abu Huraira.

Es ist der Monat der Errettung vor dem Höllenfeuer und der Erfüllung Deiner Bittgebete: Unser Prophet (a.s.s.) sagte: „Im Monat Ramadan bewahrt Allah  jeden Tag und jede Nacht  Menschen vor dem Höllenfeuer, und jeder Muslim hat jeden Tag und jede Nacht ein erhörtes bzw erfülltes Bittgebet.“ (von  Attabarani überliefert)

Es ist der Monat, in dem die guten Taten vervielfacht werden.

Es ist der Monat der Großzügigkeit und des Teilens. Ibn Abbas erzählt: “Der Prophet a.s.s. war der großzügigste Mensch unter uns und im Ramadan war er noch großzügiger“

Liebe Geschwister, dies sind die Vorzüge des gesegneten Monats, seine Größe und sein Gewicht.

Aufgrund dessen müssen wir uns auf ihn vorbereiten, noch bevor der Neumond uns erscheint. Wir sollten ihn mit Freude erwarten und mit Ehrfurcht empfange. Im Quran lesen wir:

Und wer Allahs Gebote ehrt, der beweist Herzensfrömmigkeit.“ [22:32]

Weiterhin gehört es zur Vorbereitung auf den Ramadan, dass wir die Sünde hinter uns lassen und uns Allah zuwenden, ja, dies ist sogar eine Pflicht: wenn wir gute Werke tun, dann sollten wir sie nicht ohne Aufmerksamkeit und Bewußtsein dafür tun, sondern voller Aufrichtigkeit und Hinwendung zu Allah.

Allah sagt:

O Ihr Gläubigen, wendet euch in aufrichtiger Reue zu Allah. Vielleicht wird euer Herr euer Übel von euch nehmen und euch in Gärten führen, durch die Bäche fließen. Am Tage, da Allah den Propheten nicht zuschanden macht noch jene, die mit ihm glauben. Ihr Licht wird vor ihnen hereilen. Sie werden sagen unser Herr, mach unser Licht vollkommen und vergib uns, denn Du hast Macht über alle Dinge.“

Und zum Ramadan gehört auch die Dankbarkeit ihn überhaupt erleben zu dürfen und die Entschlossenheit, ihn zu begehen.

So wie der Ramadan kommt, so wird er auch wieder vergehen. Die Anzahl seiner Tage ist bestimmt.  So lasst uns den Ramadan bewusst begehen; seine Tage, seine Stunden, seine Minuten und Augenblicke bewusst erleben und nutzen, unsere zeitraubenden Gewohnheiten und die Zeitverschwendung hinter uns lassen.

Schließlich sollte uns bewusst sein, dass der Sinn des Ramadan sich nicht darin erschöpft, das Essen und Trinken und unsere Triebe zu unterlassen, sondern der Sinn des Ramadan ist Frömmigkeit, die die Basis des Glücks und der Ausgeglichenheit ist, die Allah mit großem Lohn vergütet, mit Wissen und Segen.

O Allah, lass uns Ramadan erleben und lass uns an seinem Segen teilhaben, lass uns zu jenen gehören, deren Verfehlungen vergeben werden und deren Bittgebete erhört werden.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Lehren aus der Geschichte Yousufs

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Allah der Erhabene spricht in Surat Yousuf über die Geschichten des Qurans:

In ihren Geschichten ist wahrlich eine Lehre für diejenigen, die Verstand besitzen”

Eine der bemerkenswertesten und ausführlichsten Geschichten im Quran ist die Geschichte des edlen Propheten Yousuf, der Sohn des edlen Propheten Yakubs, der Sohn des edlen Propheten Ishaq –  Allahs Segen und Frieden auf sie allesamt.

Allah widmet diesen Propheten in Seinem Buch eine komplette Sura, die entgegen der Geschichten der anderen Propheten eine zusammenhängende Geschichte darstellt. Diese Geschichte berichtet uns über Yousufs Kindheit und wie er aufgewachsen ist, über seine Prüfungen, die er zu bestehen hatte – und, wie er später sein Lebensunterhalt verdiente.

Wer diese Sura bewusst und nachdenklich liest, der wird eine Ähnlichkeit darin finden, wie Yousuf in der Fremde aufgewachsen ist – und wie unsere Kindere hier in der Nicht-Islamischen Umgebung aufwachsen.

Yousuf wurde als Kind von seiner Familie getrennt, und er wuchs alleine in Ägypten unter Nichtmuslimen auf, so wie unsere Kinder heute auch.

In dieser Geschichte finden die jugendlichen hier ein Vorbild für viele Lebenslagen, Prüfungen die Yousuf zu bestehen hatte – aber auch, dass er der Gesellschaft, in der er lebte, nutzen wollte, obwohl sie keine Muslime waren, und dass er stets mit seinem Verhalten und seinem Charakter vorbildlich erschienen ist.

Die Geschichte Yousufs lehrt uns, wie man sich in eine Nicht-Islamische Gesellschaft integrieren kann, ohne dass man seine islamische Identität verliert und zu einer Bereicherung seiner Mitmenschen wird.

Hören wir uns einige dieser Lehren an:

In dieser Sura wird berichtet, wie Yousuf als junger Mann von einer Frau verführt wurde – doch konnte Yousuf dieser Versuchung widerstehen indem er Schutz und Stärke bei Allah suchte. Es heißt in der Sura: 

Und diejenige, in deren Haus er war, versuchte, ihn zu verführen’. Sie schloß die Türen ab und sagte: “Da bin ich für dich!” Er sagte: “Allah schütze mich (davor)! Er, mein Herr, hat mir einen schönen Aufenthalt bereitet. Gewiß, den Ungerechten wird es nicht wohl ergehen.”

Und an anderer Stelle sagte Yousuf:

“Mein Herr, das Gefängnis ist mir lieber als das, wozu sie mich auffordern. Und wenn Du ihre List von mir nicht abwendest, werde ich mich zu ihnen hingezogen fühlen und zu den Toren gehören.” 

Liebe Geschwister im Islam, in diesen Versen finden wir ein Vorbild wie wir uns zu verhalten haben, wenn sich solch eine Prüfung für uns ergibt – wir sollten bei Allah Hilfe und Stärke erflehen! Es ist uns ein Vorbild im Verhalten und im Charakter. Aber, liebe Geschwister, der Mensch wird sich in solch einer Situation nur dann richtig verhalten, wenn er auch so erzogen wurde, nur dann wird er die Bittgebete sprechen, die auch Yousuf gesprochen hatte, wenn sie ihm beigebracht werden! Es ist die Aufgabe der Eltern ihre Kinder so zu erziehen, dass sie ihrer „natürlichen Veranlagung“ (also ihrer Fitra) folgen, nämlich den islamischen Werten. Wenn diese aber in der Erziehung nicht gefestigt werden, dann werden sie im Laufe der Zeit in der nicht-islamischen Gesellschaft, verloren gehen.

Und wenn man solche Werte aufrichtig vermitteln will, dann muss man sie auch vorleben!

Wir müssen die Situationen nutzen, in denen wir unseren Kindern etwas vermitteln können, das bedeutet auch, dass wir mit ihnen viel Zeit verbringen müssen, dass wir sie lehren, was halal und was haram ist. Dass wir ihnen die Lebensgeschichte unseres Propheten Muhamed (S) beibringen. Auch gehört dazu, dass wir ihnen die Moschee näher bringen und das Gebet in der Gemeinschaft.

In dieser Sura lernen wir aber noch einen anderen Aspekt, wie sich der Prophet Yousuf in der nicht-islamischen Gesellschaft verhalten hat. Wichtig hierbei ist, dass in dieser Sura ausdrücklich geschrieben steht, dass in diesen Geschichten eine Lehre für uns steckt.

Der Prophet Yousuf wollte der Gesellschaft in der er lebte nutzen und sie bereichern – obwohl sie keine Muslime waren. Yousuf erkannte, dass Ägypten und die benachbarten Länder in naher Zukunft aufgrund einer Dürreperiode in eine Art Wirtschaftskrise gelangen werden. Yousuf war der Einzige, der dies erkannte – das Wissen hierfür erhielt er von Allah. Daraufhin sprach er mit dem Ägyptischen König uns sagte ihm:

„Setze mich über die Vorratskammern des Landes ein; ich bin ein kenntnisreicherHüter“

Obwohl Yousuf ein Prophet war – setzte er sein Wissen, das er von Allah erhalten hat unter anderem dafür ein, seinen Lebensunterhalt zu verdienen – aber auch um dem ägyptischen Volk in Zeiten einer Hungersnot zu helfen (welche zu dieser Zeit noch keine Muslime waren) – Yousuf wurde praktisch zum „Wirtschaftsminister von Ägypten“ – und seine Tätigkeit kam dem Land und dem Volke zu Gute unter dem er lebte.

Wie sehen hier, wie der Quran uns Integration lehrt – einerseits müssen wir unseren Glauben und die damit verbunden Grenzen wahren und daran festhalten. Das war Yousuf so wichtig, dass er lieber in das Gefängnis ging, als dass er Allahs Grenzen überschreitet.

Andererseits sollten wir uns Wissen aneignen und ein positives, konstruktives und bereicherndes Mitglied dieser Gesellschaft werden und aufrichtig und vorbildlich sein in dem was wir tun – so lebte es uns Yousuf vor – uns so berichtete es uns der Quran.

Möge Allah uns helfen, die Grenzen unserer Religion zu wahren und uns zu vorbildlichen und aufrichtigen Mitmenschen machen.

(Im Arabischen Original von Sheikh Abdelhak Elkouani) 

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Die Bedeutung der Enthaltsamkeit/Zurückhaltung – Teil 2

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Das heutige Thema der Chutba ist: العفة

Bereits in der letzten Woche haben wir über Al-3iffah geredet – das wir mit „ Keuschheit, Enthaltsamkeit“  oder „Zurückhaltung“ übersetzen. Heute behandeln wir den Charakterzug der Enthaltsamkeit bezüglich des Geldes, der Art und Weise, wie man es erwirbt und wie man damit umgeht.

Der Islam hält uns an, zu arbeiten und sich sein Lebensunterhalt ehrlich und aufrichtig zu verdienen. Es ist nicht verwerflich, wenn man mit ehrlicher und gerechter Arbeit viel Geld verdient.

Der Prophet wurde gefragt, wie man seinen Lebensunterhalt „gottgefällig“ verdienen kann, er sagte: „Wenn der Mann mit seinen Händen arbeitet – und, jeder ehrlicher Handel“.

Zur Zurückhaltung gehört aber auch, dass der Mensch nicht gierig ist. Er darf kein Neid aufkommen lassen, wenn er bei anderen Menschen sieht, was er gerne hätte. Der Prophet (S) sagte „Erfolgreich ist derjenige, der zum Islam geleitet und dem Enthaltsamkeit gegeben wurde – und dem Allah zufrieden sein lässt, mit dem was er hat“. Auch sollte sich der Mensch zurückhalten, andere Menschen nach Geld zu fragen, der Prophet (S) sagte „Bei Allah, es ist besser für euch Holz hacken zu gehen und es auf euren Rücken zu tragen (um es dann zu verkaufen) – als dass ihr andere fragt, dass sie euch Geld geben“.

Der Prophet (S) lehrte uns, dass es haram ist, wenn der Mensch andere Menschen um Geld bittet, und es nicht aus der Not heraus geschieht, sondern nur um sich zu bereichern.

Der Islam erzieht uns nicht dazu, dass wir abhängig von anderen Menschen sind, vielmehr erzieht er uns zur inneren Würde und Unabhängigkeit. Einst kam Gabriel zum Propheten (S) und sagte „O Mohamed(S), solange du auch leben magst, irgendwann wird der Tod dich ereilen. Und tue was dir beliebt – du wirst dann entsprechend deiner Taten entlohnt werden. Und liebe wen du willst – aber einst wirst du sie verlassen müssen. Und wisse, dass die Ehre des Moumin im Gebet in der Nacht liegt und dass es Würde ist, wenn er nicht von den Menschen abhängig ist“.

Allah erwähnt im Quran löblich die Bedürftigen Menschen, die trotz ihrer finanziellen Not würdevoll bleiben, so heißt es in Surat Al Baqarah:

Gebt am besten aus für die Armen, die auf Allahs Weg daran gehindert werden, im Lande umherreisen zu können. Der Unwissende hält sie wegen ihrer Zurückhaltung für unbedürftig. Du erkennst sie an ihrem Merkmal: Sie betteln die Menschen nicht aufdringlich an. Und was immer ihr an Gutem ausgebt, so weiß Allah darüber Bescheid.”   

Eine gutes Vorbild über Enthaltsamkeit und Zurückhaltung lehren uns die Sahabis des Propheten, als Abdelrahman ibn 3auf von Mekkah nach Medina auswanderte und all sein Hab und Gut in Mekka zurücklassen musste. Sa3d ibn Rabi3 sagte zu ihm „ich bin einer der wohlhabendsten Bewohner von Medina, ich werde mein Vermögen aufteilen und dir die Hälfte geben. Auch habe ich zwei Frauen, nenne mir welche dir gefällt und ich werde mich von ihr scheiden lassen, dass du sie heiraten kannst.“ Abdelrahman sagte ihm dankend „möge Allah dich, dein Vermögen und deine Familie segnen. Sage mir nur, wie ich zum Markt komme“. Er ging zum Markt und betrieb Handel und verdiente sich sein eigenes Geld – dies ist besser, als dass er von anderen nimmt.

Möge Allah unseren Charakter mit Zurückhaltung, Enthaltsamkeit und Keuschheit verbessern.

(Im Arabischen Original von Sheikh Abdelhak Elkouani)

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Die Bedeutung der Enthaltsamkeit/Zurückhaltung – Teil 1

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Das heutige Thema der Khutba ist: العفة

(Al-3iffah) – was wir versuchen mit Keuschheit, Enthaltsamkeit – oder Erhabenheit zu übersetzen und einen Teilaspekt des Charakters darstellt. Einer der Sahabis fasste die Lehren Muhameds (S) vor dem äthiopischen König mit den Worten zusammen: „er fordert uns zur Aufrichtigkeit, zum wahren der Familienbande und zur Keuschheit auf“.

Aber mit „A-3iffah“ sind zwei Dinge gemeint:

  1. Keuschheit bezüglich einer „fremden“ Frau oder eines Mannes
  2. Die Keuschheit in der Art und Weise wie man Geld erwirbt und anhäuft.

Heute werden wir uns InschaAllah mit dem ersten Punkt befassen und in der nächsten Woche den zweiten Punkt behandeln.

Allah der Erhaben ruft uns zur Keuschheit auf, sie hat auch seit jeher die Propheten und die Rechtschaffenen Menschen ausgezeichnet – und die Keuschheit ist ein Weg, der zum Paradies führt. Im Quran spricht Allah zu uns und sagt:

Diejenigen, die keine (Möglichkeit zum) Heirat(en) finden, sollen keusch bleiben, bis Allah sie durch Seine Huld reich macht. (…)”

Und in Surat Al Muminun zeigt Allah auf, dass die Keuschheit der Weg derer ist, denen es „wohl ergehen wird“ – so heißt es in der Sura:

Den Gläubigen wird es ja wohl ergehen, (…),und denjenigen, die ihre Scham hüten, außer gegenüber ihren Gattinnen (…), wer aber darüber hinaus (etwas) begehrt, das sind die Übertreter (…)”

An anderer Stelle lehrt uns Allah, dass dies der Weg zur Vergebung und zu unermesslichen Lohn bei Allah ist, so heißt es in Surat Al-Ahzab:

Gewiß, muslimische Männer und muslimische Frauen, (…), Männer, die ihre Scham hüten und
Frauen, die (ihre Scham) hüten, (…) für (all) sie hat Allah Vergebung und großartigen Lohn bereitet.”

In einem Hadith lehrt uns der Prophet(S), dass die Keuschheit einer der (sieben) Gründe ist, am Tage der Auferstehung Zuflucht unter den Schatten Allahs zu finden, an dem Tag, an dem es außer dem Schatten Allahs kein Zufluchtsort geben wird.

Und in anderen Ahadith lehrt der Prophet, dass keusches Verhalten, den Blick senken und Allah in seinen Grenzen zu fürchten, Heil für die Seele bringen wird, die Sorgen, den Kummer und die Not heilen wird.

Der Prophet zeigt in einem weiteren Hadith, dass die Frucht der Keuschheit das höchste Ziel ist, nämlich Allahs Vergebung und das Paradies – so heißt es in einem Hadith: „Wer für das garantieren kann, was sich zwischen seinem Mund und seinen Beinen befindet, dem garantiere ich das Paradies“.

In einem weiteren Hadith lehrt uns der Prophet(S), dass Allah demjenigen beisteht, der um Keuschheit bemüht ist: „dreien steht Allahs Hilfe zu: demjenigen der sich im Jihad [-also auf dem Wege Allahs-] befindet, demjenigen der seinem Sklaven die Möglichkeit gibt sich freizukaufen – und demjenigen, der sich um Keuschheit bemüht“.

Und aus weiteren Ahadith kann man zusammenfassend sagen, dass wenn der Mann unkeusch ist, er dieses in seinem eigenen Hause wiederfinden wird.

Liebe Geschwister im Islam – wer diese „3iffah“ erreichen möchte muss sich an folgenden Punkten festhalten:

1. Senke deinen Blick! Dies gilt für die Männer und die Frauen gleichermaßen – in Surat Al-Nur heißt es:

Sag zu den gläubigen Männern, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten. Das ist lauterer für sie. Gewiß, Allah ist Kundig dessen, was sie machen.” 

2. Hüte deine Zunge! So heißt es auf die Frauen des Propheten(S) im Quran bezogen in Surat Al Ahzab:

O Frauen des Propheten, (…). Wenn ihr gottesfürchtig seid, dann seid nicht unterwürfig im Reden, damit nicht derjenige, in dessen Herzen Krankheit ist, begehrlich wird, sondern sagt geziemende Worte”

3. Das frühe heiraten! Denn die Heirat gibt einen Schutz vor der Unzucht – der Prophet lehrte die Jugendlichen früh zu heiraten, wer sich dies leisten kann – und wer nicht, der solle Schutz im Fasten finden.

4. Sich nicht alleine mit einer „fremden“ Frau oder Mann zurückziehen! Der Prophet lehrte, wann immer eine Frau und Mann sich alleine befinden – ist der dritte unter ihnen der Satan. (mit „fremde“ Frau ist hier gemeint, dass diese Frau aus islamischer Sicht, sich vor diesem Mann bedecken müsste – also nicht die Schwester, Tante oder Ehefrau ist – aber, unter „fremd“ gehört hier auch der Schwager oder die Schwägerin!).

5. Unseren Töchtern und Söhnen die Scham und keusches Verhalten vermitteln und vorleben. Dazu gehört auch das Vermitteln des Kopftuchs und der islamischen Kleidervorschrift.

6. Das du Allah um Aufrichtigkeit und Hilfe bittest! In Surat Jusuf berichtet uns der Quran über diesen edlen Propheten – und den Prüfungen denen er ausgesetzt wurde, darunter auch, dass er von einer reichen und vornehmen Frau verführt wurde – er aber standhaft blieb und Allah um Stärke bat:

Er sagte: “Mein Herr, das Gefängnis ist mir lieber als das, wozu sie mich auffordern. Und wenn Du ihre List von mir nicht abwendest, werde ich mich zu ihnen hingezogen fühlen und zu den Toren gehören.” 

7. Orte der Versuchung meiden, wenn es geht! In Surat AL Nur heißt es:

O die ihr glaubt, folgt nicht den Fußstapfen des Satans, denn wer den Fußstapfen des Satans folgt, der gebietet das Schändliche und Verwerfliche.” 

8. Mache dir Bewusst, dass Allah die Unzucht nicht billigt und dass die Keuschheit ein Ausdruck der Gottesehrfurcht und Wahrung Seiner Grenzen darstellt – so heißt es in Surat An-Nazi3at:

Was aber jemanden angeht, der den Stand seines Herrn gefürchtet und seiner Seele die (bösen) Neigungen untersagt hat, so wird der (Paradies)garten (ihm) Zufluchtsort sein.”

Liebe Geschwister im Islam, diese aufrichtige Keuschheit – Enthaltsamkeit für Allah kommt nicht nur dem einzelnen zur Gute, der sie begeht, sondern der gesamten Gesellschaft.

Möge Allah unseren unterdrückten Geschwistern in Syrien und auf der gesamten Welt beistehen. 

(Im Arabischen Original von Sheikh Abdelhak Elkouani)

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Lehren und Erinnerungen aus dem Wunder der Nacht- und Himmelsreise

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Heutiges Thema ist „Al Israa ual Mi3raj“ – die Nacht- und Himmelsreise unseres Propheten Muhamed (s).

Allah (t) erwähnt dieses Ereignis im Quran:

Gepriesen sei Der, Der bei Nacht Seinen Diener von der heiligen Moschee zu der fernen Moschee, deren Umgebung Wir gesegnet haben, hinführte, auf daß Wir ihm einige Unserer Zeichen zeigten. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allsehende. [17:1]”

Der Quran berichtet uns von einer wundersamen Reise, die unser Prophet Muhamed (S) in Begleitung des Engels Gabriels in einer Nacht unternommen hat. Diese Reise ereignete sich in einer schweren Zeit für die Muslime. Es waren neun Jahre her, dass der Engel Gabriel das erste Mal dem Propheten erschienen ist – und die Unterdrückungen der Mekkaner nahmen in diesem Jahr bis aufs unerträgliche zu. In diesem Jahr verstarb der Onkel des Propheten – Abu Talib, der ihn vor den Mekkanern beschützte. Etwa ein halbes Jahr später starb seine Ehefrau Chadija (r).

Die Sorge und Trauer lastete so stark auf die Muslime, dass dieses Jahr „das Jahr der Trauer“ genannt wurde. Der Prophet ging zu einer benachbarten Stadt – Namens Al Taif – und wollte ihre Einwohner zum Islam einladen, doch vertriebenen sie ihn aus der Stadt und er erlebte eine bittere Enttäuschung.  Als die Situation für den Propheten und die Muslime immer schwerer wurde, erschien der Engel Gabriel und lud Muhamed (S) zu einer Reise ein – eine irdische Reise zu einem gesegneten Ort – und eine himmlische Reise – über die sieben Himmel hinaus – eine Reise, die dem Propheten und den Muslimen Mut und Hoffnung machen sollte in dieser schweren Zeit – und, die den Stellenwert unseres Propheten unter den Menschen aufzeigte.

Liebe Geschwister im Islam, wenn unsere Ummah heute sehr schwere Zeiten durchlebt, und viele unserer Geschwister durch Krieg und Folter leiden, sollte uns die Geschichte unseres Propheten Mut machen, denn nach den schlimmen Zeiten werden – so Allah will – bessere Zeiten eintreten –und Allahs Wille wird eintreffen – daran gibt es keinen Zweifel – in Surat Al Inshirah heißt es:

Also gewiß, mit der Erschwernis ist Erleichterung – gewiß, mit der Erschwernis ist Erleichterung.“

Lasst uns einige Punkte dieser wundersamen Reise gedenken – die sich in diesem Monat Rajab ereignete.

Der Engel Gabriel erschien ihm und begleitete den Propheten zum Buraq – einem Reittier, auf dem bereits die Propheten vor Muhamed (s) geritten sind – jeder Schritt dieses Tieres ist so lang, wie das Auge sehen kann. Mit diesem Buraq erreichte der Prophet in einer Nacht Palästina, und kam zur Al-Aqsa Moschee, dem gesegneten Land.

Dort erwarteten ihn bereits alle Propheten, die vor Muhamed (S) entsandt wurden. Und der Engel Gabriel ernannte Muhamed(S) zum Vorbeter über all die anderen Propheten –  als Ausdruck des Stellenwertes unseres Propheten – aber auch als Ausdruck der Einheit aller Propheten, dass alle mit der gleichen Kernbotschaft entsandt wurden.

Nach dem Gebet brachte ihm Gabriel zwei Gefäße, das eine mit Wein gefüllt, das andere mit Milch. Der Prophet nahm das Gefäß mit der Milch und trank davon. Da sprach Gabriel zu ihm: »Du hast dich für die natürliche Veranlagung entschieden – Rechtgeleitet wurdest du für die Schöpfung und rechtgeleitet wurde dein Volk, o Muhammad! Der Wein ist euch verboten.

Nach dem Gebet reiste er mit Gabriel die sieben Himmel empor, er sah die Wunder seines Herren und begegnete auf jeder Stufe Propheten.

Als er dann mit seinem Begleiter Gabriel vor der letzten Stufe stand, sagte Gabriel zum Propheten er solle nun alleine weitergehen, einem Jeden entsprechend seinem Stellenwert, Gabriel blieb zurück. Ein weiteres Zeichen dafür, dass unser Prophet das edelste der Geschöpfe ist.

Dort, am höchsten Punkt wurde ihm und seiner Umma das Gebet auferlegt. Es waren 50 Gebete am Tag, doch erleichterte Allah uns diese Pflicht auf fünf Gebete am Tag, die von Allah 50fach und mehr vergolten werden.  Alleine das sollte jeden, der das Gebet vernachlässigt zeigen, welchen Stellenwert das Gebet in der Religion hat – und wie wichtig es für die Rettung seiner Seele ist.

Die Geschichte der Nachtreise lehrt uns aber auch den Stellenwert der Al-Aqsa Moschee in Palästina, über der Allah im Quran sagt, dass sowohl diese Moschee als auch deren Umgebung gesegnet seien. Allah ließ dort in der Nacht alle Propheten erscheinen – und war dieses gesegnete Land doch jeher die Heimat vieler Propheten gewesen.

Gepriesen sei Der, Der bei Nacht Seinen Diener von der heiligen Moschee (also die Kaaba) zu der Al-Aqsa Moschee (in Palästina), deren Umgebung Wir gesegnet haben, hinführte, auf daß Wir ihm einige Unserer Zeichen zeigten.”[17:1]

In diesem Vers hat Allah die heilige Moschee in Mekka mit der Al-Aqsa Moschee verknüpft, auf dass die Muslime die Verbindung zwischen der Kaaba und der Al-Aqsa Moschee erkennen und nicht vergessen. Dies ist eine Verantwortung, die der islamischen Ummah auferlegt wurde.

Der Prophet reiste dann von Al-Aqsa mit dem Buraq zurück nach Mekka. Als er seinem Volk berichtete, was er erlebte, stellte es für einen Teil der jungen Muslime eine schwere Prüfung dar, einige glaubten ihm nicht und kehrten vom Glauben ab, andere stärkte dies in ihrem Glauben, und in dieser Stunde erhielt AbuBakr den Beinamen Al-Siddiq, er sagte nur: „bei Allah, wenn er es gesagt hat, dann sprach er die Wahrheit. Ich glaubte ihm bereits, als er mit noch erstaunlicherem kam, denn ich glaubte ihm, als er mit Nachrichten aus dem Himmel kam – (also dem Quran) so glaube ich ihm auch jetzt“

Liebe Geschwister im Islam, diese Reise ereignete sich, als die Muslime sich in einer sehr schweren Lage befanden – Allah ehrte seinen Propheten und die Gefährten mit dieser Reise und erleichterte ihre Herzen – denn sie waren trotz der schweren Zeit standhaft und aufrichtig – und ihre Geduld und Treuer wurde von Allah belohnt.

Möge Allah unsere Herzen reinigen und uns aufrichtig und standhaft sein lassen – auf dass das Übel und die Demütigungen die unsere Ummah befallen haben ein Ende finden.

(Im Arabischen Original von Sheikh Abdelhak Elkouani)