Islam

Koranabend: 31. Januar nach Maghreb

Am Freitag den 31. Januar 2020 findet in der Othman Ibn Affan Moschee ein Koranabend statt. Die Veranstaltung findet zwischen dem Magreb- und dem Ischa-Gebet statt.
Teilnehmen werden einige Gelehrte. Unter anderem Scheikh Muhammed Al Teqkani, der Vorsitzende der Imame in Belgien, der auch die Freitagspredigt inschallah an diesem Tag in unser Moschee halten wird. Alle Brüder und Schwestern sind herzlich eingeladen daran teilzunehmen und davon zu profitieren.

بسم الله الرحمن الرحيم
اعلان :
في اطار التوعية الثقافية لمسجد عثمان بن عفان بروسلسهايم
ستنظم أمسية قرآنية تتخللها كلمات ومواعظ
بين العشائين من يوم الجمعةالموافق ل 31 يناير الحالي.
بحضور بعض القراء والشيوخ الأفاضل كما سيتولى خطبة الجمعة الشيخ محمد التجكاني
رئيس رابطة الأئمة ببلجيكا .
لذا ندعو الجميع للحضور للمشاركة والإستفادة
ولكم جزيل الشكر والتقدير
والدعوة عامة.
وبإشراف من امام المسجد الدكتور عبد الرحمان يوسف.
امضاء اخوانكم في لجنة مسجد عثمان بروسلسهايم .
حررفي نفس التاريخ 31 يناير الحالي.

Freitagspredigt: Der Glaube an Jesus (عليه السلام) im Islam

Der Glaube an Jesus im Islam

 


Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,
besonders in diesen Zeiten ist es wichtig klarzustellen, wie wir Muslime zum Propheten und Messias Issa Ibn Mariam (Friede sei auf ihm) stehen, der hierzulande als Jesus der Sohn von Maria bekannt ist.

Wir glauben an ihn, so wie wir auch an all die anderen Propheten vor ihm und an Muhammad (ﷺ) nach ihm glauben.

Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) sagt dazu im edlen Koran in Surat Al-Baqara, Vers 285 (in der ungefähren Übersetzung):

Der Gesandte (Allahs) glaubt an das, was zu ihm von seinem Herrn (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, und ebenso die Gläubigen; alle glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher und Seine Gesandten – Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von Seinen Gesandten. Und sie sagen: „Wir hören und gehorchen. (Gewähre uns) Deine Vergebung, unser Herr! Und zu Dir ist der Ausgang.“

Wir glauben an ihn und seine Botschaft und daran, dass er als Sohn Marias ohne Vater geboren wurde. Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) hat mit ihm eines seiner Zeichen gesetzt.

Seine Geburt war ein Wunder, wie auch die Tatsache, dass er als Säugling sprach um seine Mutter Maria vor falschen Verdächtigungen und vor der Verleumdung zu verteidigen.

Im edlen Koran wurde seiner Mutter sogar eine ganze Sure gewidmet, die ausführlich die Geschichte von Mariam erzählt.

In Surat An-Nisa Vers 171 (in der ungefähren Übersetzung) heißt es weiterhin dazu:

O Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurer Religion und sagt gegen Allah nur die Wahrheit aus! al-Masīḥ ʿĪsā, der Sohn Maryams, ist nur Allahs Gesandter und Sein Wort, das Er Maryam entbot, und Geist von Ihm. Darum glaubt an Allah und Seine Gesandten und sagt nicht „Drei“. Hört auf (damit), das ist besser für euch! Allah ist nur ein Einziger Gott. Preis sei Ihm (, und Erhaben ist Er darüber), dass Er ein Kind haben sollte! Ihm gehört (alles), was in den Himmeln und was auf der Erde ist, und Allah genügt als Sachwalter.“

`Ubada, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, einst sagte:

Wer bezeugt, dass kein Gott da ist außer Allah, Der keinen Partner hat, und daß Muhammad Sein Diener und Gesandter ist, und daß `Isa (Jesus) der Diener Allahs und Sein Gesandter und Sein Wort ist, das Er Maryam (Maria) entboten hat und von Seinem Geist, und (bezeugt), dass das Paradies wahr ist und das Höllenfeuer wahr ist, den lässt Allah ins Paradies eingehen um dessentwillen, was er (im Diesseits) getan hat.“ 

Viele vergessen übrigens, dass Jesus nicht der erste Mensch war, der keinen Vater hatte. So wurde Adam (عليه السلام) ohne Vater und ohne Mutter erschaffen. In Surat Al-Imran Vers 59 heißt es dazu in der ungefähren Übersetzung:

Gewiss, das Gleichnis ʿĪsās ist bei Allah wie das Gleichnis Ādams. Er erschuf ihn aus Erde. Hierauf sagte Er zu ihm: „Sei!“ und da war er.“

Bemerkenswert ist auch, dass es zwischen Issa (عليه السلام) und Muhammad (ﷺ) keinen anderen Propheten gab und Issa die Botschaft Muhammads (ﷺ) ankündigte.

In Surat As-Saf, Vers 6 (heißt es dazu in der ungefähren Übersetzung):

Und als ʿĪsā, der Sohn Maryams, sagte: „O Kinder Isrāʾīls, gewiß, ich bin Allahs Gesandter an euch, das bestätigend, was von der Thora vor mir (offenbart) war, und einen Gesandten verkündend, der nach mir kommen wird: sein Name ist Ah)mad.“ Als er nun mit den klaren Beweisen zu ihnen kam, sagten sie: „Das ist deutliche Zauberei.“

Obwohl Issa seine Botschaft an die Kinder Israels verkündete um sie zurück zum Glauben zu bringen, überzeugten sie ihren König ihn töten zu lassen. Als er jedoch getötet und gekreuzigt werden sollte, erhob Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى ) ihn hoch zu sich.

Beschrieben wird dies in Surat An-Nisa Vers 157 & 158 in dessen ungefährer Übersetzung es heißt:

und dafür, daß sie sagten: „Gewiß, wir haben al-Masīḥ ʿĪsā, den Sohn Maryams, den Gesandten Allahs getötet.“ – Aber sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen so. Und diejenigen, die sich darüber uneinig sind, befinden sich wahrlich im Zweifel darüber. Sie haben kein Wissen darüber, außer daß sie Mutmaßungen folgen. Und sie haben ihn mit Gewissheit nicht getötet. Nein! Vielmehr hat Allah ihn zu Sich erhoben. Allah ist Allmächtig und Allweise.“

Letztlich wird er wieder herabgesenkt und wird alles was falsch über ihn berichtet und geglaubt wurde, korrigieren, hinter dem Imam der Muslime beten und nach 40 Jahren sterben und die Gläubigen werden das Totengebet für ihn abhalten.

Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) segnete Issa (عليه السلام) mit vielen Gaben und Wundern, die die Echtheit seiner Botschaft untermauern sollten. So konnte er mit Allahs Erlaubnis Kranke heilen, lies Blinde wieder sehen und er erweckte sogar Tote wieder zum Leben.

Issa hat sich gut um seine Mutter gekümmert und war bescheiden und beging keine Sünden.

Im edlen Koran, in den Versen 31-33 aus Surat Mariam sagt Isa sinngemäß:

Ich bin wahrlich Allahs Diener; Er hat mir die Schrift gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. Und gesegnet hat Er mich gemacht, wo immer ich bin, und angeordnet hat Er mir, das Gebet (zu verrichten) und die Abgabe (zu entrichten), solange ich lebe, und gütig gegen meine Mutter zu sein. Und Er hat mich weder gewalttätig noch unglücklich gemacht.“

Liebe Geschwister,

abschließend noch einige praktische Hinweise für die Weihnachtszeit, weil dahingehend erfahrungsgemäß Fragen aufkommen:

Ja, es ist erlaubt Nicht-Muslimen zu ihren Feiertagen zu gratulieren. Das ist etwas anderes als mit ihnen zu feiern. Dazu sind zahlreiche Fatwas bekannt.

Aus islamischer Sicht ist auch nichts dagegen einzuwenden Geschenke von Nicht-Muslimen anzunehmen oder auch Nicht-Muslime zu beschenken oder gemeinsam mit ihnen Freude zu haben.

Wir leben in einer vielfältigen Gesellschaft mit unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Unsere Nachbarn und Freunde, ja sogar nahe Verwandte sind oftmals keine Muslime und wir sollten ihre Aufmerksamkeiten erwidern, solange wir dabei nichts Verbotenes verschenken oder verbotene Geschenke annehmen.

Diese soziale Verpflichtung gilt auch für unsere Moscheen und Vereine, die Toleranz und die Verständigung der Kulturen und Religionen unterstützen, um Frieden und Harmonie in unserer Gesellschaft zu stiften.

Möge Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) uns beistehen und uns dabei helfen das Gehörte in unserem Leben umzusetzen, um letztlich bessere Muslime zu werden. Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Freitagspredigt: Die Heirat

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

in unserer heutigen Freitagspredigt wollen wir uns inschallah mit der Heirat beschäftigen.

Die Heirat schützt unsere jungen Brüder und Schwestern davor, falsche Wege im Sinne des Glaubens einzuschlagen und stärkt ihren Iman. Alle Propheten im Laufe unserer Geschichte lebten vor, wie wichtig die Heirat für sie persönlich aber auch für die Gesellschaft ist.

Die Heirat ist die Grundlage, um Familien zu gründen und Kinder zu bekommen und bietet in jeder Hinsicht einen sicheren Hafen und sozialen Rückhalt.

Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) sagt im edlen Koran in Surat Al-Rum, Vers 21 (in der ungefähren Übersetzung):

Und es gehört zu Seinen Zeichen, dass Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.“

Umso verwunderlicher ist es, dass viele unserer jungen Geschwister heutzutage in ein heiratsfähiges Alter kommen, dies bei weitem überschreiten, ohne im Geringsten über Heirat und Familiengründung nachzudenken oder dies überhaupt in Erwägung zu ziehen.

Viele wetteifern anderen Kulturen und Gebräuchen nach, in denen es meist nur um das eigene Ich geht und der Egoismus im Zentrum steht.

Hierbei können wir auch gewisse Fehler seitens der Eltern feststellen, die ihren Kindern die Bedeutung der Heirat und der Ehe nicht ausreichend klarmachen.

Manche lassen ihre Kinder gewähren und ehe sie sich versehen, sind sie zu alt und nicht mehr in der Lage eine eigene Familie zu gründen und auf eigenen Beinen zu stehen, weil sie sich bislang viel zu sehr auf ihre Eltern verlassen konnten, keine Verantwortung tragen mussten und nur noch an Spaß denken während sie ihre kostbaren Lebensjahre vergeuden.

In einem von Anas Ibn Malik, Allahs Wohlgefallen auf ihm, überlieferten Hadith berichtete er sinngemäß, dass eine Gruppe von drei Männern den Propheten (ﷺ) aufsuchte, um sich über seine Frömmigkeit zu erkundigen. Einer von ihnen beschrieb sich damit, dass er die ganze Nacht im Gebet verbringt, der zweite, dass er ununterbrochen fastet und sein Fasten nicht bricht und der dritte sagte, dass er sich den Frauen enthält und niemals heiraten wird.
Der Gesandte Allahs (ﷺ) sagte daraufhin: „Seid ihr diejenigen, die dies und jenes gesagt haben? Was mich wirklich angeht, so bin ich bei Allah unter euch derjenige, der Allah am meisten fürchtet und Ihm gegenüber am frömmsten ist. Dennoch faste ich und breche mein Fasten, bete ich und gehe schlafen und heirate die Frauen. Wer sich von diesem meinem Weg abwendet, der gehört nicht zu mir!“

Liebe Geschwister,

Die Ehe bietet den Verheirateten Ruhe und inneren Frieden und wir müssen heiratswillige Männer und Frauen unter uns unterstützen und Ihnen den Weg ebnen, um sich und die Gesellschaft vor Sünde und Unmoral zu schützen.

Dabei sollten keine Ausreden gelten, wie zum Beispiel dass die jungen Männer kein Geld hätten oder dass manche Mädchen nicht schön genug wären, denn der Maßstab sollte bei beiden Geschlechtern der Glaube und die Taqwa sein. Alle anderen Aspekte können mit Allahs Hilfe gemeinsam bewältigt werden.

Eltern sollten weiterhin keine übertriebenen Forderungen stellen, wenn jemand um die Hand ihrer Tochter anhält und junge Heiratswillige sollten bei der Suche nach der geeigneten Frau nicht nur auf Äußerlichkeiten oder materiellen Reichtum achten, sondern nach Gläubigen und aufrichtigen Frauen suchen.


Aber wie sieht es damit aus, wenn man verheiratet ist? Worauf sollte man achten, damit die Ehe erfolgreich wird?

Allen voran sollte man stets Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) gedenken, lobpreisen und für den Ehepartner dankbar sein. Auch sollte man in den guten Taten und den Ibadat wetteifern, gemeinsame Interessen und alltägliche Belange gemeinsam pflegen. Eine Besonderheit hierbei ist auch, dass wir auch die Lebensumstände hier in Europa richtig verstehen müssen. So haben alle Kulturen und Religionen im Zusammenhang mit der Ehe wertvolle Werte gemeinsam. Der Islam ist dabei keine Ausnahme.

Liebe Geschwister,
es ist wenig zielführend eine zu strenge, harte und unverhältnismäßige Haltung im Hinblick auf die Glaubenspraxis innerhalb der Familie zu verfolgen und ohne jegliche Nachsicht und Rücksicht auf die Belange und Gefühle der Familienmitglieder zu handeln. Wenn die Rolle als Familienoberhaupt aus islamischer Sicht missverstanden wird, führt dies dazu, dass das eigene zu Hause zu einem Ort voller Stress, Unterdrückung und Unsicherheit wird.

Anzumerken ist auch, dass unsere Moscheen junge Muslime über die Ehe aufklären sollten und sie dazu motivieren sollten eine eigene Familie zu gründen, ihr Leben in geordnete Bahnen zu bringen, fern von jeglichen Sünden oder Verfehlungen, welche mit dem Leben als ledige Muslime und Muslimas in Europa einhergehen können.

Abschließen möchten wir mit einem Koranvers und einer Dua.

So heißt es dazu in Surat Al-Furqan, Vers 74 in der ungefähren Übersetzung:

Und diejenigen, die sagen: „Unser Herr, schenke uns an unseren Gattinnen und unseren Nachkommenschaften Grund zur Freude, und mache uns für die Rechtschaffenen zu einem Vorbild.“

In diesem Sinne erheben wir unsere Hände und bitten unseren Schöpfer:

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) allen Heiratswilligen dabei helfen ihren Seelenpartner zu finden und die Ehen aller Gläubigen segnen. Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Der Tod und die Beerdigung des Propheten (ﷺ)

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und freigiebig gegenüber den Verwandten zu sein; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt beschäftigen wir uns mit dem Tod und der Beerdigung des Propheten (ﷺ).

Nach der letzten Pilgerfahrt (Hiddschat al-wadā – حجة الوداعwurde, bevor der Prophet (ﷺ) verstarb, im edlen Qur’an folgender Vers in Surat Al-Mā’idah herab gesandt. So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala):

auszug_5-3

Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden.[vgl. 5:3]

Als Abu Bakr (radi allahu anhu) diesen Vers hörte überkamen ihn die Tränen und er fing an zu weinen. Die Gefährten fragten ihn daraufhin, warum er denn weint. Abu Bakr antwortete, dass dieser Vers den Propheten (ﷺ) verabschiedet. Und so war es auch. Gerade mal 9 Tage trennten die Herabsendung des letzten Verses des edlen Qur’an vom Todestag unseres geliebten Propheten (ﷺ).

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt dazu in Surat Al-Baqarah (in der ungefähren Übersetzung):

2_281

Und hütet euch vor einem Tag, an dem ihr zu Allah zurückgebracht werdet. Dann wird jeder Seele in vollem Maß zukommen, was sie verdient hat, und es wird ihnen kein Unrecht zugefügt. [2:281]

In seinen letzten Tagen hatte unser Prophet (ﷺ) starke Schmerzen und er verlangte die Märtyrer von Uhud zu besuchen. Als er (ﷺ) an den Gräbern stand sagte er sinngemäß:

Assalamu Aleikum ihr Märtyrer von Uhud. Ihr seid die Vorreiter und wir werden euch (in den Tod) folgen. Ich werde euch folgen.

Auf dem Heimweg weinte der Prophet (ﷺ) und die Sahabis, die ihn begleiteten fragten ihn, warum. Daraufhin antwortete Muhammad (ﷺ):

Ich habe meine Brüder vermisst.

Die Gefährten waren verwundert und fragten: Sind wir etwa nicht deine Brüder Gesandter Allahs?

Muhammad (ﷺ) erwiderte:

Nein, ihr seid meine Gefährten, meine Brüder sind Gläubige, die nach mir kommen und an mich glauben, ohne mich vorher gesehen zu haben.

Als es dann nur noch drei Tage bis zu seinem Tod waren, wurden die Schmerzen noch stärker. Er war zu dieser Zeit im Haus seiner Frau Maimuna (radiallahu anha) und bat seine Frauen zusammenzukommen und um Erlaubnis bei seiner Frau Aisha (radiallahu anha) medizinisch betreut zu werden. Die Frauen stimmten seiner Bitte zu.

Ali und Al Fadl Ibn Al Abbas (möge Allah zufrieden mit ihnen sein) haben anschließend den Propheten (ﷺ) zum Haus von Aisha, der Mutter der Gläubigen getragen.

Vom ungewohnten Anblick der körperlichen Schwäche des Propheten (ﷺ) sichtlich geschockt und verunsichert, versammelten sich die Muslime in der Moschee, um sich über den Gesundheitszustand des geliebten Propheten (ﷺ) zu erkundigen.

Aisha (radiallahu anha) berichtete, dass der Prophet (ﷺ) stark zu schwitzen begann und stets لا اله إلا الله wiederholte. Es gibt keinen Gott außer Allah!

Während er (ﷺ) im Zimmer von Aisha (radiallahu anha) war, hörte er die Unruhe und Laute aus der angrenzenden Moschee. Also fragte er nach dem Grund und erfuhr von der Sorge der Muslime, um seine Gesundheit. So bat er darum in die Moschee gebracht zu werden, um mit ihnen zu sprechen.

Vor der versammelten Menschenmenge stehend, fragte er:

O Leute, habt ihr Angst um mich?

Die Gläubigen antworteten: “Ja, Gesandter Allahs.”

Muhammed (ﷺ) sagte daraufhin sinngemäß:

Liebe Gläubige, unser Wiedersehen ist nicht im Diesseits, sondern wir sehen uns im Jenseits am Rande des Beckens. Bei Allah, es ist als ob ich es gerade vor meinen Augen sehe. Liebe Gläubige: Ich fürchte um euch nicht die Armut, sondern dieses Leben. Ich habe Angst, dass ihr euch dem Diesseits maßlos hingebt und darin untereinander wetteifert und das Diesseits euch zugrunde gehen lässt, wie es viele andere Völker und Glaubensgemeinschaften vor euch zugrunde gehen ließ

Weiterhin empfahl uns Muhammad (ﷺ) sinngemäß folgende Handlungsweisen:

  • Achtet auf eure Gebete. Achtet auf eure Gebete. Achtet auf eure Gebete. Dies wiederholte er in seiner Rede mehrfach.
  • Fürchtet Allah im Umgang mit euren Frauen! Fürchtet Allah im Umgang mit euren Frauen und tut ihnen Gutes!

Liebe Mitmenschen, Allah (subhanahu wa ta’ala) hat einem Gläubigen die Wahl zwischen dem Diesseits und dem Jenseits überlassen. Und der Gläubige entscheidet sich für das Jenseits.

Diesen Satz hat keiner wirklich verstanden, außer Abu Bakr, der daraufhin in einen tiefen Anfall von Trauer verfiel und sehr laut weinte.

Zum Schluss seiner Rede sprach Muhammad (ﷺ) viele Bittgebete für die Muslime und sagte als letzten Satz:

Liebe Gläubige richtet meinen Gruß an alle, die mir folgen bis zum Jüngsten Tag.

Anschließend wurde der Prophet (ﷺ) zum Haus von Aisha getragen. Aischa (radiallahu anha) hat – nachdem sich der Prophet (ﷺ) den Siwak wünschte – diesen in ihrem Mund für den Propheten (ﷺ) weich gekaut und in seinen Mund getan und sich gefreut, dass sie mit ihm in seinen letzten Augenblicken etwas teilen durfte.

Als Fatima, die Tochter des Propheten rein kam, weinte sie, da er (ﷺ) vor Schmerzen nicht aufstehen konnte, um ihr einen Kuss zwischen den Augen zu geben, wie er (ﷺ) es in der Regel zu tun pflegte.

Der Prophet (ﷺ) bat Fatima, sich ihm zu nähern und flüsterte ihr etwas ins Ohr, woraufhin Fatima weinte, anschließend bat er (ﷺ) sie erneut darum, ihm näher zu kommen und flüsterte ihr ein zweites Mal zu und da freute sich Fatima wieder.

Nach dem Tod des Propheten (ﷺ) wurde Fatima danach gefragt, was ihr gesagt wurde.

Fatima (radiallahu anha) antwortete:

Beim ersten Mal sagte er (ﷺ), dass er heute Nacht sterben werde.

Und beim zweiten Mal sagte er (ﷺ), dass ich die erste aus seiner Familie sein werde, die ihm in den Tod folgen wird.

Als die Stunde des Propheten (ﷺ) gekommen war, bat er die Anwesenden das Zimmer zu verlassen und Aisha (radiallahu anha) sich ihm zu nähern. Er (ﷺ) legte sich in ihren Schoß und hob seinen Zeigefinger hoch und wiederholte:

… doch zu meinem Herrn … doch zu meinem Herrn…

– Da wusste Aischa, dass es dem Propheten (ﷺ) gut geht.

Danach fiel die Hand des Propheten (ﷺ) und sein Kopf wurde in ihrem Schoß schwerer und sie erkannte das Muhammed (ﷺ) verstarb.

Aisha meinte, sie wusste nicht wie ihr geschah und rannte in die Moschee und rief: “Der Gesandte Allahs (ﷺ) ist gestorben. Der Gesandte Allahs (ﷺ) ist gestorben.”

Daraufhin brachen die Menschen in der Moschee weinend zusammen. Ali konnte nicht mehr aufstehen, Othman Ibn Affan lief orientierungslos umher, Omar zog sein Schwert und wollte jeden bestrafen, der behauptet, dass der der Gesandte Allahs (ﷺ) gestorben sei, einzig Abu Bakr bewies Fassung und Standhaftigkeit.

Abu Bakr (radiallahu anhu) betrat den Raum, in dem der Prophet (ﷺ) lag und umarmte ihn und sprach Gutes. Unter anderem sagte er:

Gesandter Allahs: Gesegnet bist du lebendig und gesegnet bist du im Tod.

Anschließend trat er an die Menschen in der Moschee hervor und sagte sinngemäß:

Wer Muhammed (ﷺ) anbetete, dem sei gesagt, dass Muhammad gestorben ist und wer Allah (subhanahu wa ta’ala) anbetet, dem sei gesagt, dass ER allgegenwärtig ist und niemals stirbt.

Liebe Geschwister,

unser Prophet (ﷺ) hat uns auch in der schwierigsten Zeit seines Lebens und bis zu seinem Tod wertvolle Lehren und Weisheit mit auf den Weg gegeben.

Wenn wir diese befolgen würden, kämen wir der Rechtleitung und dem Wohlwollen Allahs näher.

Möge Allah uns rechtleiten und uns dabei unterstützen zu frommen und praktizierenden Gläubigen zu werden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Muhammad (ﷺ) als Familienmensch

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und freigiebig gegenüber den Verwandten zu sein; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt beschäftigen wir uns mit den vernachlässigten Umgangsweisen zwischen Ehepartnern. So sind im Laufe der Zeit bestimmte islamische Verhaltensweisen zwischen Verheirateten in Vergessenheit geraten, auf die wir aufmerksam machen wollen.

 

Im edlen Koran in der Sure Al-‘Aĥzāb heißt es:

33_21-2

Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt. [33:21]

Unser Prophet Muhammad (ﷺ) und sein Werdegang sind unser Leitfaden in diesem Leben. Und eben dieser Werdegang wurde von vielen Gelehrten aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert, sei es im Bezug auf die Anfänge in Mekka, als es um Grundsatzfragen des Glaubens ging oder in der späteren Zeit in Medina, in der es oftmals um praktische Dinge des Lebens ging, wie die Politik und die Verteidigung, welche zu diesem Zeitpunkt eine wichtige Rolle im Leben der Gemeinschaft spielten. Jedoch wurden den sozialen und familiären Aspekten nicht in ausreichendem Maße Beachtung geschenkt.

Eine gesunde und intakte Familie ist ein zentrales und tragendes Element jeder erfolgreichen und gesunden Gesellschaft.

Da nun tiefgründige Analysen – aus den eben genannten Gründen – zum Teil fehlen, wollen wir uns das Zuhause unseres Propheten (ﷺ) näher anschauen und aus seinem Familienleben Lehren für die Praxis in unseren Familien ziehen und diese umsetzen.

Seine Frau Aischa, die Mutter der Gläubigen (radi allahu anha) berichtete über den Propheten (ﷺ) als Ehemann, dass wenn er (ﷺ) mit seiner Familie alleine in seinem Haus war, stets sehr nachsichtig, tolerant und äußerst großzügig war.

Auch trug er stets ein Lächeln auf den Lippen. Er war ein wahrer Mann und machte sich auf den Weg zum Gebet, sobald dazu gerufen wurde.

Gleichzeitig war er bescheiden und verhielt sich wie ein ganz normaler Mensch, der seine Schuhe putzte, seine Kleidung nähte, sein Schaf melkte und sich im Dienste seiner Frau und seiner Kinder für die Familie sorgte.

Muhammad (ﷺ) hat noch nie eine Frau oder einen Bediensteten geschlagen oder misshandelt.

Aischa (radi allahu anha) betonte die Menschlichkeit des Propheten (ﷺ). Dies sollte uns klar machen, dass er nach getaner Arbeit daheim nicht als Führer oder Staatsmann wahrgenommen werden wollte, sondern so bescheiden, wie er nunmal war, als ganz normaler Ehemann und Familienvater liebevoll mit seiner Familie umging, um Glück und Zufriedenheit in seinem Zuhause zu verbreiten und den Islam in seinem wahren Wesen vorzuleben.

Wer sich mit den Einzelheiten des Hauses unseres Propheten (ﷺ) beschäftigt, der weiß dass es nicht besonders groß war und die eng beinander liegenden Räume sehr klein waren. Da sollte man meinen, dass Aischa (radi allahu anha) damit nicht viel Arbeit gehabt hätte und ihr unser Prophet nicht im Haushalt helfen müsste. Doch Muhammad (ﷺ) wollte ein Zeichen setzen und uns zeigen, wie wir unseren Ehepartnern Respekt, Liebe und Geborgenheit geben können.

Nicht umsonst sagt Allah (subhanahu wa ta’ala) im folgenden Vers:

30_21

Und es gehört zu Seinen Zeichen, daß Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken. [30:21]

Es ist zu beachten, dass es hierbei sprachlich heißt “damit ihr Ruhe BEI ihnen findet” und nicht “damit ihr Ruhe MIT ihnen findet”, denn es geht im Islam um eine echte und gleichberechtigte Partnerschaft, in der sich die Ehepartner gegenseitig respektieren und unterstützen und immer für einander da sind.

Wir sollten uns weiterhin besonders zu Herzen nehmen, dass er stets ein Lächeln auf den Lippen trug, denn vielen fällt es schwer das Gleichgewicht zu wahren zwischen den Sorgen des Alltags und dem Frieden innerhalb der Familie in den eigenen vier Wänden. So sind sie im Umgang mit anderen auf der Arbeit oder in der Moschee und der Öffentlichkeit  sehr nett, zuvorkommend, höflich und immer freundlich. Daheim jedoch, begegnen sie ihren Ehepartnern nur mit schlechter Laune und ernster Miene, als ob sie den ganzen Stress des Tages für Zuhause aufgehoben hätten.

Liebe Geschwister! Der Beste unter euch, ist der Beste zu seiner eigenen Familie!

Unser Prophet (ﷺ) hat mit seinem Benehmen und seinem Lächeln sein kleines und bescheidenes Zuhause zu einem Teil des Paradieses gewandelt und ihr könntet dasselbe in euren eigenen Vierwänden erreichen. Ihr müsst dazu lediglich dem Vorbild unseres Propheten Muhammad (ﷺ) folgen.

Lächelt den eigenen Ehepartner an und strahlt Glück und Zufriedenheit in der ganzen Familie aus. Dies ist eine Sadaqa für die wir von Allah (subhanahu wa ta’ala) belohnt werden.

Abschließend einige kompakte Tipps basierend auf dem Familienleben unseres Propheten (ﷺ) für eine gefestigte Ehe, eine gestärkte Familie und ein glückliches Zuhause:

  • Esst und trinkt regelmäßig gemeinsam an einem Ort im Haus.
  • Unternehmt regelmäßige Spaziergänge mit dem Ehepartner (zum Beispiel abends nach getaner Arbeit). So hat dies auch unser Prophet (ﷺ) regelmäßig nachts mit seiner Frau vorgelebt und sich dabei mit ihr unterhalten und ausgetauscht.
  • Unterstützt euch gegenseitig im Haushalt, wie es unser Vorbild Muhammad (ﷺ) für Aischa getan hat.
  • Lobt oft eure Ehefrau und gebt ihr Komplimente, damit die Beziehung gestärkt wird.
  • Offenbart und zeigt eure Liebe zueinander.
  • Das gegenseitige Füttern ist ebenfalls eine liebevolle Geste, um eine enge Beziehung zueinander zu untermauern. Dies wird auch in einem Hadith überliefert.
  • Unternehmt gemeinsame Aktivitäten, wie zum Beispiel Sport miteinander. So lief unser Prophet (ﷺ) mit seiner Frau Aischa oft um die Wette.

Liebe Geschwister,

unser Prophet (ﷺ) hat uns aufgefordert, gütig zu unseren Frauen zu sein, und unseren Frauen nahe gelegt, uns nicht zu überfordern und nachsichtig mit uns zu sein.

Und als Ehepartner sollen wir gemeinsam für einander dar sein, Schwierigkeiten gemeinsam meistern und mit Geduld, Nachsicht und Respekt im Umgang miteinander die Basis für eine funktionierende und gesunde Beziehung legen.

Möge Allah uns rechtleiten und uns dabei unterstützen zu guten Ehepartner zu werden und uns glückliche und gesunde Familien schenken!

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Sonntag, 28. Februar 2016 um 16 Uhr IVAD “Das prophetische Dawah-Handbuch” mit Sheikh Taha Zeidan

Diesen Sonntag (28. Februar 2016) präsentiert unsere Jugendinitiative IVAD einen weiteren deutschsprachigen islamischen Vortrag.

Zu Gast ist der ehrenwerte Sheikh Taha Zeidan mit dem Thema der Dawah anhand von prophetischen Beispielen.

Veranstaltungsort ist das Untergeschoss der Othman Ibn Affan Moschee, Kobaltstr. 13 in 65428 Rüsselsheim.

Jetzt zur Erinnerung teilnehmen und Freunde einladen!

IVAD_Dawah

Unser Prophet (ﷺ) als Flüchtling

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet gerecht und gütig zu sein und den Verwandten zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget. [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

das Thema unserer heutigen Freitagspredigt ist die Lebensgeschichte unseres Propheten (ﷺ) als Flüchtling in einem fremden Land.

Heutzutage sind wir mehr, denn je darauf angewiesen seine Biographie kennenzulernen und seinem zu Vorbild folgen, um wieder auf den geraden Weg des Glaubens zurückzukehren und das Wohlwollen Allahs (subhanahu wa ta’ala) wieder zu erlangen.

So heißt es im edlen Quran in der Sure Al-Ahzab (in der ungefähren deutschen Übersetzung):

Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt.

Und in der Sure Al- Imran heißt es weiterhin in ungefährer Übersetzung:

Sag: Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allah und vergibt euch eure Sünden. Allah ist Allvergebend und Barmherzig.

Liebe Geschwister im Islam,

lasst uns heute darauf eingehen, wie sich unser aller Vorbild als Flüchtling verhielt und welche islamischen Regeln er uns vorlebte.

Dies ist insbesondere im Hinblick auf die negativen Schlagzeilen, wie z.B. zu Silvester in Köln, aber auch an anderen Orten in Deutschland wichtig. Unabhängig davon, ob vieles durch die Presse hochgepusht wird. Dieses Thema ist sehr wichtig und betrifft uns alle.

So sind wohl auch die meisten von uns ursprünglich Flüchtlinge und Gäste in diesem Land. Selbst diejenigen mit einer deutschen Staatsbürgerschaft.

Unser Prophet (ﷺ) hat während seiner Hijra, also seiner Auswanderung von Mekka nach Medina sechs Regeln im Umgang mit den Gastgebern (Al Ansar) und den Pflichten der Auswanderer (Al Muhajerien)  aufgestellt, auf die wir nun weiter eingehen.

1. Die Gastgeber dürfen nicht ausgenutzt werden!

Dies wurde deutlich durch das Verhalten unseres Propheten (ﷺ) als er die ersten Tage nach Medina kam und als Gast in dem bescheidenen Haus vom Sahabi Abu Ayoub auf Seiten der Gastgeber unterkam. Abu Ayoub wollte das der Prophet (ﷺ) im oberen Stockwerk unterkommt und dass er und seine Frau im Erdgeschoß verbleiben. Doch der Prophet (ﷺ) bestand darauf im Erdgeschoß zu bleiben, um Abu Ayoub und seine Frau im eigenen Haus nicht unnötig mehr zu belasten und sie nicht einzuengen.

Auch als der Sahabi ʿAbd ar-Rahmān ibn ʿAuf  von seinem Gastgeber alles angeboten bekam, um es mit ihm zu teilen, lehnte dieser ab und bat seinen Gastgeber darum, ihm den Markt zu zeigen, damit er dort selber Handel betreiben und eigenes Geld verdienen kann.

2. Gesetze und Vereinbarungen im Gastgeberland müssen respektiert und eingehalten werden!

Als der Prophet (ﷺ) in Medina ankam, hat er alle bestehenden Verträge und Vereinbarungen zum Beispiel zwischen den Juden und den Arabern respektiert und diese weiterhin für gültig erklärt und in der islamischen Satzung festverankert, dass bestehende Vereinbarungen und Versprechen einzuhalten sind.

So steht dazu im edlen Quran folgende Vorgabe in Sure Al Maida in ungefährer Übersetzung:

O die ihr glaubt, haltet die Abmachungen!

3. Gebräuche und Sitten im Gastgeberland sind zu respektieren!

So war es üblich, dass die Bewohner von Medina die Stammesoberhäupter der zwei größten Gruppen in Medina stets um deren Meinung gefragt haben. So tat dies auch unser Prophet  Muhammad (ﷺ) als er dort angekommen war.

4. Die neue Heimat ist zu beschützen und es gilt sich um das Wohlwollen der darin lebenden Menschen zu kümmern!

So hat der Prophet Muhammad (ﷺ) stets die Bewohner von Medina um Rat und Erlaubnis gebeten, wenn es notwendig war, in den Kampf zu ziehen, um die Muslime zu verteidigen. Denn sie waren die Einheimischen und damit in seinen Augen die Hausherren. So war er sehr auf ihre Zustimmung bedacht und holte sich diese stets ein, obwohl er dies nicht musste.

Auch die Muslime, die früher bei dem Oberhaupt der Christen in Äthiopien vor den Ungläubigen Zuflucht gefunden hatten, haben Bittgebete für ihn und sein Volk ausgesprochen und Allah (subhanahu wa ta’ala) um Schutz und Sieg für sie gegenüber ihren Feinde gebeten, obwohl die keine Muslime waren.

5. Dankbarkeit und 6. Anerkennung für den Schutz und die geleistete Unterstützung durch die Bewohner des Gastgeberlandes!

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Quran in Sure Al Maida (in der ungefähren Übersetzung):

O die ihr glaubt, seid Wahrer (der Sache) Allahs als Zeugen für die Gerechtigkeit. Und der Hass, den ihr gegen (bestimmte) Leute hegt, soll euch ja nicht dazu bringen, dass ihr nicht gerecht handelt. Handelt gerecht. Das kommt der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah. Gewiss, Allah ist kundig dessen, was ihr tut.

Auch die zahlreichen Ansprachen unseres Propheten (ﷺ) an die Gastgeber in Medina belegen eindrucksvoll seine Anerkennung für sie und zeigt uns, wie wir mit der Situation als Flüchtling in einem fremden Land islamisch umzugehen haben.

Er hat uns auch vorgelebt, wie wir aus der vermeintlichen Niederlage und Flucht, durch die Wahrung unserer islamischen Werte im Gastgeberland diese Situation in Sieg, Erfolg und zum Wohle aller verändern können, sodass wir als Gäste in diesem Land auch als eine Bereicherung angesehen werden und den Islam in seiner wahren Größe und Barmherzigkeit anderen vorleben dürfen und können.

Möge Allah uns rechtleiten und uns als Gäste auf dieser Welt und in diesem Land ein Vorbild für andere sein lassen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: die Stellung der Frau im Islam

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.”

Thema unserer heutigen Predigt ist unsere Pflicht gegenüber den Frauen in unserer Gesellschaft, ihnen die vom Islam vorgesehene Stellung  zu geben und ihre Situation in den islamischen Institutionen und Gemeinden in Europa zu entwickeln.

Liebe Geschwister, am 08. März ist der nächste internationale Weltfrauentag und es wird derzeit viel über dieses Thema diskutiert. Darüber sollten wir einiges wissen. Vorab empfehlt es sich für uns alle gottesfürchtig zu sein und Allah (subḥānahu wa ta’āla) zu gehorchen.

Auch wenn es im islamischen Sinne keinen solchen Tag gibt und keine Ereignisse vorliegen auf denen man diesen Tag stützen kann, sollten wir Muslime jedoch die Gelegenheit nutzen, um uns mit den Inhalten solcher Tage im positiven Sinne zu beschäftigen und an uns zu arbeiten. Denn wenn unsere Absicht rein ist, spricht nichts dagegen von anderen dazu zu lernen.

Weiterhin spricht und fordert der Islam die Rechte von Frauen ohnehin das ganze Jahr über und nicht nur an einem bestimmten Tag.

Liebe Geschwister, dieses Thema teilt die Menschen seit jeher in zwei Gruppen:

  • die eine Gruppe erkennt die Rechte der Frauen an und unterstützt sie
  • und die andere Gruppe feindet sie an und leugnet ihre Rechte.
  • Die einen sagen: “Hinter jedem großartigen Mann steht eine großartige Frau”,
  • die anderen sagen: “Hinter jedem Verrückten steht eine Frau.”, 
  • die einen verehren sie und erkennen ihre Leistungen an
  • und die anderen sehen alles schwarz, was mit Frauen zu tun hat.
  • Die einen bezeichnen sie als wohl duftende Rosen, an deren Duft der Mann sich erfreuen kann,
  • die anderen bezeichnen sie als Al Scheitan (der Teufel), vor dem der Mann bei Allah (ta’ala) Schutz suchen müsste.

So haben alte Schriften von Christen und Juden sogar die Frau dafür verantwortlich gemacht, dass Adam (alayhi salam) aus dem Paradies verbannt wurde, denn Eva habe ihn vermeintlich dazu verleitet, Allah nicht zu gehorchen.

Und in der Zeit vor unserem Propheten Muhammad (ﷺ), wurden junge Mädchen nach der Geburt sogar lebendig begraben und auch sonst vertraten die Männer die Meinung,  dass die Frau nur zu drei Anlässen raus gehen dürften: vom Mutterleib raus in die Welt, vom Hause ihres Vaters  zum Hause ihres Mannes und vom Haus ihres Mannes ins Grab.

Doch als der Islam kam, wurde die Stellung der Frau ins Mittelmaß zurecht gerückt. So wird sie weder wie ein Gott verehrt noch als Sklavin misshandelt. Ihr Stolz und ihre Würde wurden ihr zurückgegeben.

Der Islam hat der Frau bereits im jungen Mädchenalter eine besondere Stellung gegeben und uns Männer dazu aufgefordert, sie anständig zu behandeln und sanft zu ihnen zu sein und uns darauf hingewiesen sie als Schlüssel zum Paradies zu sehen.

Unser Prophet Muhammad (ﷺ) sagte in einem Hadith  in der ungefähren Bedeutung:

Wer zwei Schwestern oder zwei Töchter hat und diese gut behandelt, wird am Jüngsten Tage zeitgleich mit mir ins Paradies eintreten.“

Auch fordert der Islam uns dazu auf unsere Ehefrau gut zu behandeln. Wie wir unsere Frauen behandeln ist der Maßstab für unser Benehmen, unser Akhlaq! So lehrte uns unser Vorbild Muhammad (ﷺ) mit einem Hadith:

der Beste unter euch ist derjenige, der am besten zu seiner Frau ist.“

Und unsere Mütter haben bei uns Muslimen die höchste Stellung erreicht. Keinem Mann wurde diese hohe Stellung und Ehre zuteil. Als unser Prophet (ﷺ) von einem Sahabi gefragt wurde zu wem er am gütigsten sein müsste, so antwortete der Prophet (ﷺ)  drei Mal mit der Mutter und erst an vierter Stelle mit dem Vater. Auch geht aus einem anderen Hadith hervor, dass das Paradies unter den Füßen der Mütter liegt.

Auch als Mitglied der Gemeinschaft, hat die Frau im Islam die gleichen Rechte und Pflichten wie die Männer, sie werden für gute Taten belohnt und für schlechte bestraft. Der Islam macht keinen Unterschied zwischen Mann und Frau in ihrer Menschlichkeit und Stellung. Beide sind auf Augenhöhe zu betrachten.

Allah (ta’ala) hat im Paradies Adam und Eva gleichermaßen im Quran den ersten Befehl gegeben und sie beide angesprochen, was wiederum ein weiteres Zeichen der Gleichberechtigung darstellt.

Im Islam sind Mann und Frau keine Feinde, nein im Gegenteil! Sie ergänzen sich gegenseitig, der Mann gleicht die Schwächen der Frau aus und die Frau die des Mannes gleichermaßen.

Die Frauen stellen die Hälfte der  islamischen Gemeinschaft und haben sich in und an allen wichtigen Ereignissen beteiligt und ihren Beitrag geleistet. Sie haben auf der Seite der Sahabis gekämpft, verwundete behandelt, haben sich auf Märkten und in der Moschee aktiv engagiert und waren Lehrerinnen. Nur um einige Beispiele zu nennen.

Es ist für die Frau im Islam ein große Ehre, dass der erste Muslim, der die Aufforderung des Propheten Muhammad (ﷺ) befolgte seine Frau Khadija war und der erste Märtyrer, also der erste Shahid ebenfalls eine Frau war. Sumayyah die Mutter vom Sahaba ʻAmmār ibn Yāsir, die für die Annahme des Islams durch die Mekkaner hingerichtet wurde.

Auch war Aischa ein Ansprechpartner für die großen Gelehrten zur Zeiten des Propheten (ﷺ) und auch nach seinem Ableben.

Die ehrenhafte Stellung der Frau im Islam wurde mehrfach durch die Geschichten früherer Propheten im edlen Quran untermauert, so kommen bei der Geschichte des Propheten Moses (alayhi salam) vier Frauen als Helden vor:

  • seine Mutter, die ihn vor dem Pharao schützte,
  • die Frau des Pharao, die ihn adoptierte und ihn somit vor dem Tod rettete,
  • seine Schwester, mit ihrer Hilfe er –als Säugling- wieder zu seiner Mutter gebracht wurde
  • und die Tochter von Shu’ayb, die er heiratete und die ihm in seinem Glauben stärkte.

Liebe Geschwister, das ist unser wunderbarer Glaube. Findet immer das Mittelmaß für alles, auch bei der Würdigung und dem Stellenwert der Frau in der Gesellschaft. So ist der Frau – nach Beachtung der islamischen Regeln und Grundsätzen – alles erlaubt, was auch der Mann machen darf.  Wenn sie sich anzieht, sollte sie ihre Reize bedecken, darauf achten nicht alleine mit fremden Männern zu sein, ihre Blicke und ihr Schritt prüfen, so wird sie von unanständigen Blicken schlechter Männer beschützt, auch wird keiner an ihrem Benehmen etwas aussetzen, wenn sie diese Regeln zum eigenen Schutz befolgt.

Liebe Geschwister im Islam, es ist unsere Pflicht die Stellung der Frau in der Gesellschaft zu stärken. Insbesondere wir Muslime im Westen müssen die Rechte der Frauen besonderer Beachtung schenken, diese in islamischer, gesellschaftlicher, wissenschaftlicher, und praktischer Sicht fördern. Besonders aus folgenden zwei Gründen:

  1. Die Rolle der Frau bei der Erziehung der Kinder. Denn auch wenn der Mann sich daran beteiligt, so hat sie den Hauptanteil und trägt de facto die größere Last. In Europa steigt diese Last um das Vielfache, weshalb die Frauen in diesem Fall deutlich mehr Unterstützung durch die Männer bräuchten.
  2. Wir Muslime repräsentieren den Islam und werden von Nicht-Muslimen in unserem Verhalten und wie wir uns geben bewertet. Ein besonderes Augenmerk hat man dabei auf die muslimische Frau. So werten viele ihr Verhalten und ihren Beitrag besonders, um sich eine Meinung über den Islam und die Muslime zu bilden.

Daher ist es die Pflicht unserer muslimischen Gemeinden, Vereine und Institutionen, sich um die Belange der Frauen zu kümmern, spezielle Förderprogramme für sie zu entwickeln und sie in jeder Lebenssituation zu unterstützen.

Leider sind bisher Frauen im Vorstand vieler Vereine und Moscheen nicht oder kaum vertreten.

Es ist an der Zeit, unseren Frauen den Stellenwert zu geben, welcher ihnen durch den Islam bereits zugeschrieben wurde. Wir müssen aufhören, uns als Männer hinter angeblichen Überlieferungen vom Propheten zu verstecken, welche die Stellung der Frauen mindern. Diese Hadithe sind nicht korrekt und nicht belegbar. Auch Hadithe, deren Korrektheit bestätigt sind, müssen in ihrem Kontext richtig verstanden werden. Wir dürfen also keine eigenen Interpretationen zulassen, die die Männer vermeintlich höher als die Frauen stellen. Unsere Gelehrten müssen wir nach den Bedeutungen fragen und unseren Glauben so wie es Allah’s Wohlgefallen gebietet verstehen und nicht wie manche Menschen schwachen Glaubens es verstehen wollen um Männer besser zu stellen als ihre Frauen und Töchter.

Möge Allah (ta’ala) uns dazu verhelfen, den Islam richtig zu verstehen, um unsere Pflicht gegenüber unseren Schwestern, Töchtern, Frauen und Müttern nachzukommen und ihnen ihre Stellung in unserer Mitte zu geben und ihnen gegenüber gerecht zu sein. 

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Freie Übersetzung der Predigt zum Opferfest

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Allbarmherzigen.

Alles Lob gebührt Allah dem Herren der Welten. Allahu Akbar, Allahu Akbar – Allah ist größer. Es gibt keinen Gott außer Allah – Allahu Akbar und der Dank gebührt Allah.

Das Opferfest kommt erneut über die Muslime, die diesen Tag in Freude erwarten. Sie werden Allah lobpreisen, ihm danken und gedenken – dann werden sie, um Allahs Wohlgefallen zu suchen, ihre Eltern ehren, die Familienbande stärken, die Nachbarn besuchen, sich gegenseitig  in einer feierlichen Atmosphäre beschenken. Wir kleiden uns für diesen Anlass festlich und genießen die Süßigkeiten und das gute Essen dieses Tages – so verbringen die meisten von uns diesen Festtag – in Freude und ausgelassener Stimmung – warum auch sollten wir uns nicht freuen? Haben wir doch diese besonderen 10 Tage gewürdigt, wir wetteiferten um die guten Taten, an diesen Tagen, die Allah als die besten Tage auf Erden bezeichnet. Gestern war der Tag von ‘Arafah – und wir verbrachten ihn fastend, mit der Hoffnung, dass Allah uns unsere Sünden vergibt. So heißt es in Sura Yunus:

Sag: Über die Huld Allahs und über Seine Barmherzigkeit, ja darüber sollen sie froh sein. Das ist besser als das, was sie zusammentragen.” 

Zu den Gewinnern dieses Festes gehört nicht derjenige, der die besten Kleider oder das schönste Auto hat, zu den Gewinner gehört, der Allahs Wohlgefallen erhalten hat und dem seine Sünden vergeben wurden. Al-Hassan sagte einst

Jeder Tag, an dem wir Allah nicht erzürnen, ist ein Festtag für uns. Und jeder Tag, den wir im Gottgehorsam verbringen ist ein Festtag“.

Liebe Geschwister im Islam,

Der Tag des Opferfestes ist der heiligste unserer Festtage und in einem Hadith sagt der Prophet (S)

der bedeutendste Tag bei Allah ist der Tag des Opferfests“

Heute ist der Tag des Opferfest – und das Fest dauert darüber hinaus drei weitere Tage an. Allah lehrt uns, diese Tage in Freude zu verbringen und Seine Riten aufrecht zu erhalten und Allah als alleinigen, absoluten Gott zu verehren. So heißt es in Surat Al-Anam:

Sag: Gewiß, mein Gebet und mein (Schlacht)opfer, mein Leben und mein Sterben gehören Allah, dem Herrn der Weltenbewohner. Er hat keinen Teilhaber. Dies ist mir befohlen worden, und ich bin der erste der (Ihm) Ergebenen.” 

Liebe Geschwister,

Das Opferfest ist tief mit der Pilgerfahrt verknüpft. Und die Pilgerfahrt ist mit dem Propheten Ibrahim (alayhi ‘l-salat wa’l-Salam) verknüpft, ihn hat Allah der Erhabene aufgefordert die Hajj unter den Menschen auszurufen, so heißt es in Surat Al Hajj:

Und rufe unter den Menschen die Pilgerfahrt aus, so werden sie zu dir kommen zu Fuß und auf vielen hageren (Reittieren), die aus jedem tiefen Paßweg da herkommen”

Tausende von Jahren später strömen jährlich Millionen von Muslimen aus aller Welt nach Mekka, um den Ruf Ibrahims Folge zu leisten und begehen für Allah die Pilgerfahrt.

SubhanAllah, als Ibrahim diesen Ausruf machte, sah er vor sich nichts anderes als die leblose Wüste – kein Ohr hörte seinen Aufruf, er wird sich nicht vorgestellt haben können, als er da alleine mit seinem Sohn in der Wüste stand, dass heute so viele Menschen jedes Jahr diesem Aufruf Folge leisten. Dies sollte uns zeigen, dass auch wir stets Allahs Aufforderungen Folge leisten müssen – denn den guten Lohn unserer Taten mögen wir manchmal nicht erkennen, doch ganz sicher werden unsere Taten für uns nicht folgenlos sein.

Auch das Schlachten des Opfertieres erinnert uns an Ibrahim und an seinen Gottgehorsam! Wir müssen unseren Kindern die Geschichte Ibrahims verinnerlichen und sie an den islamischen Riten teilhaben lassen. Wir müssenihnen vorleben, so wie auch Ibrahim es uns vorgelebt hat, dass wir voll und ganz in den Islam eintreten müssen, um von der Dunkelheit in das Licht zu gelangen.

Liebe Geschwister im Islam, ich möchte diese Gelegenheit nutzen um euch und mich an Folgendes zu erinnern:

  • Haltet am Gemeinschaftsgebet und den Moscheen fest – und lehrt es eure Kinder. Hütet euch davor, dass Freitagsgebet zu vernachlässigen, sonst werden eure Herzen schwarz.
  • Die Ehegatten sollten in Verständnis und Nachsicht miteinander leben. Vergesst die Barmherzigkeit nicht, die Allah zwischen Mann und Frau gelegt hat – und vergesst nicht die Lehren des Islams im Umgang miteinander. Hütet euch vor dem Egoismus, der in dieser Welt gelehrt wird. Helft euch gegenseitig in eurer Religion, vereinfacht und erschwert es euch nicht.
  • Achtet auf eure Kinder, lehrt ihnen die Werte und Moralvorstellung des Islams. Lasst sie Anteil haben an den Geschehnissen der islamischen Welt, lasst sie die Liebe zu ihren Geschwistern nicht vergessen. Lehrt ihn die Sprache des Islams, bereichert sie mit Wissen über diese Religion. Und wenn ihr dem nicht nachkommt, dann hütet euch vor dem Resultat, denn dann wird es meistens zu spät sein.
  • Hütet euch vor dem unerlaubten Geld, egal woher es auch kommen mag. Das Geld, das im Unrecht erworben wurde ist „haram“ – und wird dem Menschen keinen Segen einbringen.
  • Haltet euch an die Verträge und Verpflichtungen, die ihr eingegangen seid, sowohl einem Muslim als auch einem Nichtmuslim gegenüber. Wenn wir hier in diesem Land leben, dann sind wir auch an die Gesetze dieses Landes gebunden, so heißt es in Sura Al Israa:

Und erfüllt die (eingegangene) Verpflichtung. Gewiß, nach der (Erfüllung der) Verpflichtung wird gefragt werden.”

  • Respektiert und achtet die Gesetze dieses Landes, das euch hier aufgenommen hat und euch und euren Kindern ein sicheres  Leben ermöglicht. Allah sagt in Sura Al Rahman:

Ist der Lohn des Guten nicht ebenfalls das Gute?”

  • Haltet an der Familienbande fest, besucht eure Eltern und Verwandte. Nehmt dieses Fest zum Anlass, euch mit euren zerstrittenen Geschwistern zu versöhnen.
  • Keiner von uns weiß, ob wir das nächste Jahr noch erleben werden – jeder, der die Hajj noch nicht vollzogen hat, soll sich selber Fragen, ob er dies auch vor Allah begründen könnte – falls der Tod ihn ereilen sollte.

InschaAllah, sollte jeder die Entscheidung fassen, die nächste Gelegenheit zu nutzen, sich als Gast Allahs aufzumachen und der Einladung Allahs – Dir all deine Sünden zu vergeben – Folge zu leisten und Sein Haus zu besuchen, Seine Riten zu beleben und auszurufen:

O Allah, mein Gott, da bin ich – eilend zu Dir gekommen – Da bin ich zu Dir gekommen, Teilhaber hast Du nicht. Wahrlich, alles Lob gebührt Dir, die Gnade ist nur von Dir, und das Königreich gehört nur Dir. Teilhaber hast Du nicht.“

O Allah, lass diesen Tag ein Fest für uns – für unsere Familie und für alle Muslime sein. Lass unsere Taten rein sein, auf dass sie von Dir anerkannt werden.

Tröste die Herzen unserer Geschwister in Palästina, Syrien, Afghanistan, Irak und auf der gesamten Welt, schenken ihnen Frieden, Sicherheit und Deine Barmherzigkeit und einige unser Wort, o Allah!

 

Broschüre: Parteien auf dem Prüfstein junger Muslime

Du darfst wählen und möchtest wissen wie die Parteien zu Islamthemen stehen? Dann lad Dir diese Broschüre von unseren Freunden von JUMA – jung, muslimisch, aktiv.

Freie Übersetzung der ‘Aid-Predigt

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Allbarmherzigen,

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Liebe Geschwister im Islam,

es ist eine Verantwortung die jeder Einzelne von uns trägt – und ganz besonders in den nicht-islamischen Ländern – den wahren Islam zu präsentieren und nach außen zu tragen.

Zuerst muss sich jeder von uns bewusst machen, dass der Islam ein Segen für die Erdenbewohner ist – ein Segen und eine Rechtleitung vom Schöpfer der Himmel und der Erde. Alle Propheten die entsandt wurden, wurden mit dem Islam entsandt. In Surat al Maida spricht Allah über unsere Religion:

Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden.”

Der Islam ist die Religion aller entsandten Propheten – denn „Gewiss, die Religion ist bei Allah der Islam.“. Im Quran berichtet uns Allah über die vorhergehenden Propheten:

Über Jesus (Allahs Wohlgefallen auf ihn) sagt der Quran: Wir glauben an Allah, und bezeugen, daß wir Muslime sind – also: Allah ergeben sind.“

Und über Musa (Allahs Wohlgefallen auf ihn) heißt es: Und Musa sagte: “O mein Volk, wenn ihr wirklich an Allah glaubt, dann verlasst euch auf Ihn, wenn ihr Muslime seid“

Über Sulaiman (Allahs Wohlgefallen auf ihn) sagt der Quran: Gewiß, es ist von Sulaiman, und es lautet: ,Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Seid mir gegenüber nicht überheblich und kommt als Muslime zu mir’.”

Nuh (Allahs Wohlgefallen auf ihn) spricht im Quran sein Volk an, da heißt es: „Doch wenn ihr euch abkehrt, so habe ich von euch keinen Lohn verlangt. Mein Lohn obliegt nur Allah. Und mir ist befohlen worden, einer der Muslime zu sein.”

Und über Abraham (Allahs Wohlgefallen auf ihn) lehrt der Quran folgendes Bittgebet:
Unser Herr, mache uns zu Muslimen und von unserer Nachkommenschaft eine muslimische  Gemeinschaft“

Und in Surat Ali Imran spricht Allah:

Wer aber als Religion etwas anderes als den Islam begehrt, so wird es von ihm nicht angenommen werden, und im Jenseits wird er zu den Verlierern gehören. 

Die von Allah erwählte Religion für die Menschen ist der Islam! Diesen müssen wir Muslime in all seiner Herrlichkeit, Gnade und Barmherzigkeit präsentieren. Um dies zu können, müssen wir einige Punkte beachten:

1. Dass wir die wahre Lehre des Islams für uns verinnerlichen – und Allah so dienen wie Er es für uns vorgesehen hat. Denn Muslim sein heißt, Allah ergeben sein.

Dazu gehört auch, dass wir einsehen, dass der Mensch nicht frei ist – um zu tun und zu lassen was ihm beliebt – wir sind Allahs Geschöpfe, und Allah hat für uns im irdischen Leben Aufgaben bestimmt, nach denen wir beurteilt werden – Allah spricht im Quran über die Jinn und die Menschen: Und Ich habe die Ginn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen. Ich will weder von ihnen irgendeine Versorgung, noch will Ich, daß sie Mir zu essen geben.

2. Auch gehört dazu, dass wir die Lehren des Islams unseren Kindern vermitteln, ihnen vorleben und versuchen den Islam in ihre Herzen zu pflanzen. Die Eltern werden von Allah danach gefragt werden, ob sie dieser Verantwortung nachgekommen sind. Denn der, der nicht Allahs Religion annimmt ist verloren – welche Eltern wollen, dass ihre Kinder vom Licht in die Finsternis abdriften und in der Ewigkeit verlieren??

3. Als Muslime wollen wir das Gute nicht nur für uns und für unsere Kinder und Angehörige – nein, der Muslim will das Gute für alle Geschöpfe dieser Welt – deswegen ist es auch unsere Aufgabe, den Islam vorbildlich vorzuleben – um andere Menschen durch gute Taten und einen guten Charakter zum Islam einzuladen – und nicht, um sie davor abzuschrecken.

4. Auch müssen die Moscheen zu ihren wahren Aufgaben zurückfinden. Die Mosche ist nicht nur ein Ort zum Beten – sie ist ein Ort um Allah zu gedenken, das Wissen zu mehren, die brüderliche Bande zwischen den Muslimen zu knüpfen und zu stärken. Eine EINHEIT zwischen den Muslimen herzustellen. Die Moscheen sind die Häuser Allahs – sie sind kein Eigentum von irgendwelchen Menschen – sie sind kein Ort für Überheblichkeit, Hochmut oder von Härte. Diejenigen die sich um die Belange dieser Moschee kümmern tun dies demütig Allahs Wohlgefallen erflehend.

Die Aufgabe der Moschee ist es, den Menschen zu formen und zu erziehen – nicht um Wände zu schmücken oder Teppiche zu zieren. Vor Allem die Jugend muss in dieser Moschee eine Anlaufstelle finden ihren Glauben zu erlernen – und zum islamischen Glauben gehört auch die Gemeinschaft, an der festgehalten werden muss. Und – liebe Geschwister – damit die Gemeinschaft nicht zerfällt bedarf es viel Geduld und hohe Charaktereigenschaften eines jeden ihrer Mitglieder. Das bedeutet, seinem Bruder zu vergeben und nicht nachtragend zu sein, nicht die Fehler der anderen zu suchen, nachsichtig und mild zu sein, großherzig und edelmütig in Wort und Tat zu sein damit ein brüderliches Miteinander entsteht.

Allah fordert im Quran zu diesem Zusammenhalt auf und spricht uns an:

Und haltet alle fest am Seil Allahs und geht nicht auseinander!”

Und wenn wir dies nicht befolgen, werden wir keine Stärke besitzen und wir werden eine Opferrolle in der Weltengemeinschaft einnehmen – genau so, wie es zurzeit die traurige Realität ist.

Unser Leben – liebe Geschwister im Islam – unser gesamtes Leben ist der Islam, sowohl unsere Zeit in der Moschee, als auch außerhalb der Moschee, die Zeit während Ramadan, als auch die übrigen Monate im Jahr sind wir Muslime – auch im Umgang mit unseren Mitmenschen müssen wir uns so verhalten, wie es der Islam uns lehrt.

Unser Prophet (S) lehrte uns folgenden Hadith:

Beneidet einander nicht und überbietet (einander beim Handel) nicht, hasst einander nicht, wendet euch nicht voneinander ab, unterbietet einander nicht (beim Kauf), sondern seid Diener Allahs, Brüder im Glauben. Der Muslim ist der Bruder des Muslims, er fügt ihm kein Unrecht zu und lässt ihn nicht im Stich, er belügt ihn nicht und verachtet ihn nicht. Die Gottesfurcht ist hier» – und er zeigt dreimal auf seine Brust. «Es genügt dem Menschen an Schlechten, dass er seinen Bruder verachtet. Jedes Muslim Blut, Hab, Gut und Ehre sind dem anderen Muslim heilig.”

Liebe Geschwister,

heute ist unser Fest des Fastenbrechens, wir beginnen diesen Tag in dem wir Allah verherrlichen, Seine Riten in bester Weise befolgen, in die Moschee kommen und in der Gemeinschaft das Fest-Gebet verrichten, anschließend unsere Geschwister in die Arme nehmen. Heute ist die Gelegenheit Zwietracht zu vergessen, und die Herzen zu reinigen, heute ist der Tag an dem wir unsere Eltern Ehren, unsere Verwandten besuchen, unsere Reihen vereinigen.

Liebe Geschwister im Islam – bittet Allah reumütig um Vergebung für die Sünden, die wir begangen haben.

Bittet Allah um Vergebung und kommt der Verantwortung eurer Kinder nach. 

Bittet Allah um Vergebung und begegnet euren Mitmenschen mit dem Charakter des Islams. 

Bitte Allah um Vergebung und reinigt eure Herzen vor Neid, Hochmut und Hartherzigkeit – und davor, dass wir schlecht über unsere Mitmenschen denken. 

Möge Allah unser Gehorsam, unser Fasten, Beten und Quranlesen annehmen und unsere Sünden tilgen und uns Eintritt in das Paradies schenken.

Amin.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Die Botschaft des Islam

Im Namen Allahs, des Allerbarmes, des Allbarmherzigen

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten, Dir danken wir, und Dich ersuchen wir um Hilfe. Deine Vergebung erbitten wir – und bei Dir suchen wir Zuflucht.  

Liebe Geschwister im Islam,

In unserem heutigen Vortrag geht es um die allgemein gültige Botschaft unseres Islam.

Im Qurán heißt es an einer Stelle:

O die ihr glaubt, wenn ihr auf eine Schar trefft, so steht fest und gedenkt Allahs häufig, auf daß es euch wohl ergehen möge! Und gehorcht Allah und Seinem Gesandten, und streitet nicht miteinander, sonst würdet ihr den Mut verlieren, und eure Kraft würde vergehen! Und seid standhaft! Gewiß, Allah ist mit den Standhaften.“

Der Islam zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Er ist allumfassend, menschlich, realitätsnah, weltorientiert, beständig und ungebunden an Ort und Zeit
  • Der Glaube ist der Weg der Standhaftigkeit  und des Zusammenlebens. Das Gebot der Standhaftigkeit zielt auf das Festhalten der islamischen Riten und Gepflogenheiten  und auf die Pflege derjenigen Charaktereigenschaften, die dem Glauben entsprechen. Standhaftigkeit erfordert Tatkraft und Präsenz. Taten, die zusammenführen und vereinen und den leisesten Anzeichen des Zerfalls entgegenwirken. So sprach in etwa  der Gesandte Muhammad (sas) : „Wer sich unter die Menschen mischt und standhaft bleibt wird bei Allah höher geschätzt als jener, der die Menschen meidet und standhaft bleibt“
  • Der Muslim macht sich bewusst, dass das Leben eine Prüfung darstellt, und dass sein Schöpfer Allgegenwärtig ist. So heißt es im Qur´an an einer Stelle: „…jedoch seid Leute Herren“ und in einem anderen Vers : „Er ist mit Euch, wo immer Ihr seid“.
  • Den Gehorsam der Muslime gegenüber Allah (t) und seinem Propheten Muhammad (sas):
    • Im Gottesdienst: „Und Ich habe die Ginn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen
    • Im täglichen Miteinander: „Und zehrt nicht euren Besitz untereinander auf nichtige Weise auf
    • Im Umgang mit Nichtmuslimen: „Allah verbietet euch nicht, gegenüber denjenigen, die nicht gegen euch (…) gekämpft und euch nicht aus euren Wohnstätten vertrieben haben, gütig zu sein und sie gerecht zu behandeln. Gewiß, Allah liebt die Gerechten
  • Das Gebot der Geduld im Miteinander: „Gewiß, den (Geduldigen) wird ihr Lohn ohne Berechnung in vollem Maß zukommen.“  Ist gemeint:
    • Mit den Launen und Zuständen der Mitmenschen nachsichtig sein
    • In der Lage sein, um Verzeihung zu bitten
  • Das Vermeiden von Reibereien und Spaltungen
    • Gewiß, diese ist eure Gemeinschaft, eine einzige Gemeinschaft, und Ich bin euer Herr
    • Der Muslim ist dem Muslim wie ein kompaktes Gebäude
    • Die islamische Gemeinschaft ist eins. So sollten Muslime untereinander jeglichen Neid, Hass und Boshaftigkeit verbannen.
    • Vieles ist allen  Muslimen eigen: Ein Gebieter, ein Prophet, eine Gebetsrichtung, Ein Qur´an, ein Glaube.

Erbarme Dich o Herr unseren Geschwistern in ihren Ländern, die für ihre Freiheit und Würde kämpfen. Vergib ihren Gefallenen, heile ihre Verwundeten und lege in die Herzen ihrer Angehörigen Geduld und Frieden – o Allah. Einige ihre Reihen, stärke ihre Taten und schenke ihnen den Sieg von Dir in naher Zukunft.

Amin.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt, Ehe- und Familienleben

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß über den, der aus Barmherzigkeit den Weltenbewohnern entsandt wurde, Muhamed (S). 

Liebe Geschwister,

das Ehe- und Familienleben hat im Islam einen besonderen und geschützten Stellenwert. Eine gesunde Ehe ist die Basis einer gesunden Familie – und eine gesunde Familie ist Basis einer gesunden Gesellschaft. Es wundert also nicht, dass der Islam sowohl der Ehe als auch der Familie einen besonderen Schutz zukommen lässt.

Leider lassen sich auch immer häufiger muslimische Ehepartner scheiden, was regelmäßig dazu führt,  das ganze Familien auseinanderbrechen. InschaAllah werden wir dieses Thema in den nächsten Freitagspredigen weiter erörtern. Wir werden hören welche Position der Islam hierzu vertritt und welche Empfehlungen und Vorschriften er den Muslimen gibt.

Heute beginnen wir InschaAllah mit dem Familienlieben.

Die Familie stellt die Grundlage der Gesellschaft dar. Viele Verse im Quran und Ahadith des Propheten zeigen eindeutig den Stellenwert der Familie. Der Islam hält uns alle an, eine Familie zu gründen – er motiviert die jungen Muslime früh zu heiraten – und lehnt eindeutig das Leben im Zölibat  ab. In Surat al Araf heißt es:

Er ist es, Der euch aus einem einzigen Wesen schuf, und Er hat aus ihm seine Gattin gemacht, damit er bei ihr Ruhe finde. (…)”

An anderer Stelle verdeutlicht uns der Quran, dass das Eheleben und Erziehen einer Familie auch der Weg der Propheten vor Muhamed (s) war:

Und Wir haben ja bereits Gesandte vor dir gesandt und ihnen Gattinnen und Nachkommenschaft gegeben”

Unser Prophet lehrte uns, ein Eheleben anzustreben, so empfiehlt er den jungen Männern zu heiraten, wenn sie dazu auch materiell in der Lage sind, denn dies lässt den Blick senken und schützt vor Unzucht.

Es stellt ganz eindeutig keine Frömmigkeit dar, auf das Eheleben zu verzichten – um mehr Zeit für das Gebet und 3ibada zu haben, wie viele Ahadith zeigen. Und andere Ahadith lehren, dass auch Armut kein Hindernisgrund für die Heirat darstellen sollte. So heißt es in einem Ausspruch „sucht euren Reichtum in der Heirat“ – also hofft auf Allahs Segen, den ihr mit der Heirat erhalten werdet – welches auch in folgendem Vers aus Surat Al Nur zum Ausdruck kommt:

Und verheiratet die noch ledigen (Männer und Frauen) unter euch (…). Wenn sie arm sind, wird Allah sie durch Seine Huld reich machen. Allah ist Allumfassend und Allwissend.”

Liebe Geschwister,

der Islam verdeutlicht uns nicht nur den hohen Stellenwert einer Familie. Er belohnt den Muslim sogar der seine Kraft und Mühen einsetzt, eine gesunde Familie zu gründen.

Sicherlich sollte diese Familie, die von Allah hochgehalten wird, den islamischen Prinzipien folgen.  Solch eine Familie setzt eine islamisch korrekte Heirat voraus. In Surat al Nisa beschreibt Allah der Erhabene den Bund der Ehe als „festes Abkommen“.

Und Allah koppelt die Ehe mit der Aqida des Muslims und verbietet die Heirat mit einem Mushrik, so heißt es in Sura Al Baqarah:

Und heiratet Götzendienerinnen nicht, bevor sie glauben. Und eine gläubige Sklavin ist fürwahr besser als eine Götzendienerin, auch wenn diese euch gefallen sollte. Und verheiratet nicht (gläubige Frauen) mit Götzendienern, bevor sie glauben. Und ein gläubiger Sklave ist fürwahr besser als ein Götzendiener, auch wenn dieser euch gefallen sollte. Jene laden zum (Höllen)feuer ein. Allah aber lädt zum (Paradies)garten und zur Vergebung ein, mit Seiner Erlaubnis, und macht den Menschen Seine Zeichen klar, auf daß sie bedenken mögen. 

Bei der Gründung und der Erziehung der Familie,  sollten islamischen Grundsätze bestimmend sein – dazu gehören auch edle Charaktereigenschaften und hohe Moralvorstellungen. Das bedeutet jedoch auch, dass wir mit unseren Ehepartnern respektvoll und nachsichtig umzugehen haben, auch wenn sie uns zuwider sein sollten – so heißt es in Surat Al Nur:

Und geht in rechtlicher Weise mit ihnen um. Wenn sie euch zuwider sind, so ist euch vielleicht etwas zuwider, während Allah viel Gutes in es hineinlegt.

Liebe Geschwister: verinnerlicht euch bitte diesen Vers: wenn euer Ehepartner eine Eigenschaft an sich hat, welche euch missfällt, so hat Allah swt ihm im Gegenzug auch mit weiteren Eigenschaften ausgestattet, an denen ihr gefallen findet. So lernen wir, unseren Ehepartner nicht bloß auf seine Fehler zu reduzieren, sondern ihn als einen Menschen zu betrachten, mit stäken und schwächen.

Allah  gebietet uns den nachsichtigen Umgang mit unserem Ehepartner. Nicht nur während der Ehe – auch im Falle einer Scheidung gebietet Allah uns einen respektvollen Umgang miteinander, so heißt es in Sura Al Baqara:

Und wenn ihr euch von Frauen scheidet und sie dann ihre festgesetzte Zeit erreichen, so behaltet sie in rechtlicher Weise oder gebt sie in rechtlicher Weise frei. Doch behaltet sie nicht mit der Absicht der Schädigung, so daß ihr übertretet. Wer dies tut, der fügt sich ja selbst Unrecht zu. Und macht euch nicht über Allahs Zeichen lustig. Und gedenkt Allahs Gunst an euch und dessen, was Er von dem Buch und an Weisheit auf euch herabgesandt hat, um euch damit zu ermahnen. Und fürchtet Allah und wißt, daß Allah über alles Bescheid weiß. 

Auch im Hadith lehrt uns der Prophet den Wert eines guten Umgangs mit den Ehefrauen, so heißt es „die vollkommensten Gläubigen sind die mit den besten Charaktereigenschaften – und die besten unter euch, sind die, die am besten zu ihren Frauen sind“.

Allah der Erhabene regelte die Angelegenheit der Ehe und auch der Scheidung.  In diesem Zusammenhang ist es wichtig folgendes zu beachten: es gilt das gesprochene Wort – ohne Ausnahme, da die Regelungen betreffend der Scheidung Gottgegebene Gesetze sind, mit welchen nicht gespielt werden kann, in Sura Al Baqarah heißt es:

Die (widerrufliche) Scheidung ist zweimal (erlaubt). Dann (sollen die Frauen) in rechtlicher Weise behalten oder in ordentlicher Weise freigegeben (werden). (…) Dies sind Allahs Grenzen, so übertretet sie nicht! Wer aber Allahs Grenzen übertritt, diejenigen sind die Ungerechten. 

Wurde die Scheidung drei Mal ausgesprochen, ist eine erneute Vermählung vorerst nicht mehr möglich – auch wenn der Mann anschließend sagt, dass er es nicht so gemeint hatte – oder dies „nur im Zorn“ gesagt haben soll. Allah ermahnt uns in diesem Kontext eindeutig, die Grenzen die ER uns auferlegt hat – nicht zu überschreiten.

Liebe Geschwister, merken müssen wir uns – wenn es um Heirat oder Scheidung geht – gilt das gesprochene Wort. Bedenkt dies, damit ihr euch nicht mit euren Worten in das Verderben stürzt.

Liebe Geschwister: Das Eheleben im Islam basiert auf Barmherzigkeit und Zuneigung. In Surat Al Rum heißt es:

Und es gehört zu Seinen Zeichen, daß Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.”  

Und an anderer Stelle wird der Zusammenhang zwischen Mann und Frau wie folgt beschrieben –

Sie (=eure Ehefrauen) sind euch ein Kleid, und ihr seid ihnen ein Kleid.”

Liebe Geschwister,

jeder von uns hat seinen Beitrag in der Familie zu leisten – für den er auch Verantwortung und Rechenschaft vor Allah ablegen muss – sowohl der Mann als auch die Frau. Sowohl Eltern als auch die Kinder.

An keiner Stelle lehrt uns der Islam, hartherzig und unnachgiebig im Eheleben zu sein. Es steht in unserer Verantwortung eine islamische Familie zu gründen, mit dem Ziel Allahs Wohlwollen zu erhalten.

Möge Allah uns helfen unserer Verantwortung nachzukommen – und uns mit einer gottesfürchtigen Nachkommenschaft segnen, Amin.

Gewiß, Allah und Seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. O die ihr glaubt, sprecht den Segen über ihn und grüßt ihn mit gehörigem Gruß.