Hoffnung

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Das Leben des Propheten – die Prüfungen der Muslime

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen“

In Surat Al Tauba heißt es:

Zu euch ist nunmehr ein Gesandter aus euren eigenen Reihen gekommen. Bedrückend ist es für ihn, wenn ihr in Bedrängnis seid, (er ist) eifrig um euch bestrebt, zu den Gläubigen gnadenvoll und barmherzig.“

Liebe Geschwister im Islam,

das Leid unserer Geschwister auf der ganzen Welt nimmt stetig zu – und wir betrachten das Geschehen hilflos und ohnmächtig. Findet ein Land ein wenig zur Ruhe, wird das nächste islamische Land mit Blut, Krieg und Gewalt überrollt. Tagtäglich sehen wir gefallene und verwundete Brüder und Schwestern, getötete Kinder und ein zerstörtes Land. Wir wundern uns über diese Ungerechtigkeit – Wie kann die Welt dabei zusehen? Wie können die Muslime zusehen? Wie können die Nachbarländer dabei zusehen? Wie kann es sein, dass unsere Länder im „Bürgerkrieg“ untergehen? Das Brüder ihre eigenen Brüder erschießen – dass Menschen ihr eigenes Land zerstören, und das obwohl wir Muslime sind?

Das was wir sehen berührt unser Herz und lässt es fast zerbrechen, all dieses Leid und Elend, wie sollen die Menschen dies ertragen?

Die Lösung unserer Probleme liegt sicherlich im aufrechten Weg zu Allah den Erhabenen. Wäre unser Alltag und unser Handeln tatsächlich islamisch, wäre es mit uns nicht so weit gekommen. Und eine Änderung wird Allah nur dann herbeibringen, wenn wir ändern, was in unserem Innersten ist.

Andererseits liebe Geschwister, gehört die Prüfung des Menschen im Diesseits zu unserem Leben, was Allah uns vorgeschrieben hat. Wir Menschen werden geprüft, wie stark unser Glaube ist und wie sehr wir an diesen festhalten – und alles was wir tun oder was uns angetan wird, ist bei Allah niedergeschrieben und wird vorgebracht werden und Allah kennt das innerste unserer Herzen und unsere geheimsten Gedanken.

Ähnlich erging es auch unserem Propheten – Muhamed (ﷺ) – dem edelsten Geschöpf. Auch er wurde geprüft und musste Leid und Hunger ertragen. Obwohl Allah ihn als Propheten auserwählt hat – und obwohl er Allah gegenüber aufrichtig war – und auf dem rechten Weg war – lehnten ihn seine Mitmenschen ab, als er ihnen den Islam vermittelte. Sein Volk bekämpfte ihn und vertrieb ihn aus Mekka. Es wäre für Allah ein leichtes gewesen, dass alle Mekkaner den Islam sofort angenommen hätten, ohne dass sie den Propheten bekriegt hätten – aber, das ist nicht das, was Allah für uns Menschen vorgesehen hat. Stattdessen musste der Prophet sich lange Jahre mit seinem Volk abmühen und als die Quraisch anfingen ihn zu bekämpfen und die Lage immer schwerer für den Propheten wurde, verstarb sein Onkel AbuTalib, der ihn gegen die Quraisch schützte. Das war eine sehr schwere Stunde für unseren Propheten – aber die Zeit wurde noch schwerer, denn im gleichen Jahr, nur zwei Monate später, verstarb auch die geliebte Frau des Propheten – die Mutter der Gläubigen Chadija (Radiallahu anha). Die Mekkaner isolierten den Propheten (ﷺ) und seine Anhänger – diese Zeit war so schwer für die Gläubigen, dass sie zum „Jahr der Trauer“ ernannt wurde und bis heute so bekannt ist. Dennoch blieb der Prophet (ﷺ) unbeirrt und ging seinen Weg weiter – ca. 13 Jahre nach der Offenbarung floh der Prophet (ﷺ) aus Mekka nach Medina.

Liebe Geschwister – der Prophet (ﷺ) selber vermittelte seinen Mitbürgen den Islam – 13 Jahre lang lud er die Araber zum Islam ein – und als er nach Medina aufbrach, war die Zahl der Muslime in Mekka nicht mehr als ca. 80-90 Personen! Und es kam zu der entscheidenden Schlacht in Badr – die Muslime waren besorgt und hatten Angst, dass sie alle getötet werden, wäre die Schlacht anders verlaufen und der Prophet (ﷺ) mit seinen Gefährten gestorben – gäbe es auf der Welt keine Muslime mehr. Aus der Geschichte unseres Propheten Muhamed (ﷺ)  – aber auch aus den Geschichten der anderen Propheten im Quran – lernen wir, dass Prüfungen im Diesseits für uns Menschen dazugehören. Wir vermögen den Nutzen nicht immer erkennen, aber wir dürfen niemals daran zweifeln, dass Allah auch nur eine Kleinigkeit des Leids – oder des Unrechtes vergessen würde.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im Quran in ungefährer Bedeutung:

Meinen die Menschen denn, sie würden in Ruhe gelassen werden, wenn sie sagten: “Wir glauben”? Und meinen sie, sie würden nicht auf die Probe gestellt? Wir stellten (schon) diejenigen auf die Probe, die vor ihnen waren. Also wird Allah gewiss die erkennen, die wahrhaftig sind. Und gewiss, Er  wird  die Lügner erkennen.“

und an anderer Stelle heißt es:

Gewiss Wir werden euch prüfen durch (…) Angst, Hunger und Verlust von Besitz und Menschenleben(…). Doch verkünde den Standhaften eine frohe Botschaft,  die bei einem Unglück sagen: Wir gehören Allah und zu Ihm kehren wir zurück.”

Liebe Geschwister,

das gesagte soll uns helfen, dass wir nicht an Allahs Barmherzigkeit verzweifeln. Die Prüfungen die wir Muslime – unsere Geschwister in den islamischen Ländern – durchleben, gehören zu unserem Leben dazu, die wir akzeptieren müssen. Die Muslime vor uns wurden ähnlich oder noch schwerer geprüft.

Wir müssen aber dennoch weiterhin Anteil nehmen an dem Leid unserer Geschwister. Wir dürfen sie in unseren Bittgebeten und unserer Unterstützung  nicht vergessen, das wäre eine Sünde von uns. Jeder muss sich fragen, wie er näher zu Allah finden kann, und sich weiter für die Sache Allahs bemühen.

Unser Herr, bürde uns nichts auf, wozu wir keine Kraft haben. Verzeihe uns, vergib uns und erbarme Dich unser! Du bist unser Schutzherr“.

Amin

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Die Hidschra

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß sei über Muhammad, der aus Barmherzigkeit entsandt wurde (sas)

Liebe Geschwister im Islam,

Wir wünschen Euch ein frohes neues Jahr!

Manch einer dürfte sich nun fragend umschauen und denken: “Sylvester steht doch erst in etwa sieben Wochen auf dem Plan?”

Dann lasst Euch sagen, liebe Brüder und Schwestern,  dass wir uns seit einigen Tagen im ersten Monat Muharram des Jahres 1435 befinden. Denn nach unserer Zeitrechnung wanderte unser Prophet Muhammad (ﷺ) auf die Woche genau vor 1435 Jahren aus Mekka aus, um der drohenden Gefahr und der Verfolgung seines Volkes zu entkommen.

Die Hidschra.

Unter diesem Wort verstehen wir vor allem die Auswanderung unseres Propheten. Dieses Wort bedeutet aber auch Trennung, bedeutet Loslassen und Neuanfang.

Die islamische Zeitrechnung nach der Hidschra, war lange Zeit ein überaus gut funktionierendes Instrument der Zeitrechnung und das besondere Merkmal unseres Glaubens. Es stiftete Identität. Und unsere Vorfahren waren stolz auf ihren Kalender.

Der Beginn unseres Kalenders geht auf ´Omar und seine Zeit als Kalif zurück. Einer Eingebung folgend, befragte er die übrigen Gefährten, wann der Kalender, der künftig die Muslime von den übrigen Völkern unterscheiden sollte, beginnen solle. Mit der Geburt oder dem Abschied des Propheten? Mit der Offenbarung oder der Auswanderung ?

Über den Tag der Geburt und den Tag der Offenbarung war man sich nicht einig. Der Sterbetag des Gesandten (ﷺ) war mit Leid und Trauer verbunden. So einigte man sich auf die Hidschra als den Tag Null des neuen Kalenders.

Mit der Auswanderung des Gesandten und seiner Gefährten aus Mekka geht immer auch die Unterstützung der Bewohner von Medina einher. Denn hier empfing man sie mit einer beispiellosen Treue und Selbstlosigkeit. Aus beiden Ereignissen lassen sich zahllose Beispiele und Handlungsmaxime heraus leiten, die auch für uns im Hier und Heute Gültigkeit haben.

Und das, was uns Gläubige auszeichnet, lässt sich in diesem Rahmen zwischen Auswanderung und Aufnahme finden.

Im Vorfeld und während der Flucht aus Mekka haben unser Prophet und seine Gefährten ein hohes Maß an Zuversicht in Allah (t) und Geduld in schwierigsten Lebenslagen an den Tag gelegt.  Denn am Ende stehen dem Muslim das Gelingen und der Erfolg in Aussicht. Doch bedeutet Vertrauen in Allah (t) nicht, das man tatenlos bleibt.

Um die Mekkaner irrezuführen, lag der junge `Ali im Bett des Propheten, während dieser längst die Grenzen Mekkas hinter sich gelassen hatte. Als Abu Bakr merkte, dass sie doch verfolgt wurden, versteckte er  sich mit dem Gesandten in der Höhle und das berühmte Spinnennetz schützte sie. Abu Bakr, der sich für Muhammad (ﷺ) mit Hab und Gut opferte und sein Leben aufs Spiel setzte, um ihn zu schützen. Viele weitere Gefährten und Gefährtinnen wären an dieser Stelle zu nennen, die alle zum Gelingen der Sache Allahs (t) beigetragen haben. Sie alle waren bereit, ihre Güter und gar ihr Leben zu opfern. Denn ihnen allen war der Vers aus dem Qur´an  gegenwärtig:

Und Allah ist in Seiner Angelegenheit überlegen.“

In Medina angekommen, war eine erste Initiative unseres Propheten (ﷺ) die Errichtung eines Gotteshauses. Die dortigen Bewohner lieferten ein überwältigendes Schauspiel an Unterstützung und Gastfreundschaft, an Vertrauen und Selbstlosigkeit, dass es das gläubige Herz rührt und ergreift.

Auch hier muss das Beispiel des wohlhabenden Sa´d genügen, der sich des Mekkaners  `Abdurrahman in Bruderschaft annahm, und ihm die Hälfte seiner Güter und selbst die Hälfte seiner Familie anbot.

Die Unterstützer in Medina, über die es im Qur´an heißt:

 Diejenigen(…) lieben, wer zu ihnen ausgewandert ist, und (…) sie ziehen diese sich selbst vor, auch wenn sie selbst Mangel erleiden(…), die vor ihrer eigenen Habsucht bewahrt bleiben, das sind diejenigen, denen es wohl ergeht.“ 

Sie nahmen auf, sie versorgten und sie zogen los mit Muhammad (ﷺ), in Erwartung den Sieg. Oder den Tod.

Über sie alle,  Auswanderer und Unterstützer, sprich Allah (t):

(…) diejenigen, die glauben und ausgewandert sind und sich auf Allahs Weg abgemüht haben, und diejenigen, die ihnen Zuflucht gewährt und geholfen haben, das sind die wahren Gläubigen. Für sie gibt es Vergebung und ehrenvolle Versorgung.“

Der Blick zu uns, liebe Geschwister. Wie viel sind wir bereit, zu opfern? Was tun wir für die Sache des Islam, für unsere Sache?

Wie viel von dem, was Allah (t) uns gibt, stellen wir Ihm, dem Eigentümer Aller Güter, zur Verfügung? Und wenn wir nichts haben sollten- wie viel von unserer Zeit opfern wir für unsere Sache, wie viele Male sind wir hier im Hause Allahs anzutreffen? Wie vielen Mitmenschen nutzen wir mit finanziellen Mitteln, mit Zeit, mit einem freundlichen Wort?

Auch wir, liebe Schwestern und Brüder sollten in uns gehen und mit diesem Neuen Jahr eine Hidschra wagen. Einen Neuanfang. Loslassen von alten Gewohnheiten, von Schwäche und Eitelkeit. Hin zu einem Leben, in dem wir Güte und Nachsicht zeigen. In dem wir uns vertragen mit uns selbst und mit denen, die uns nahestehen.

Ya Allah, Verzeihe uns, vergib uns und erbarme Dich unser, denn Du bist unser Schutzherr.
Amin.

IVAD-Event: 30. Oktober “Generation Hoffnung” von Malika Mansouri

Voller Freunde möchten wir den kommenden IVAD-Event ankündigen:
InshaAllah sehen wir uns am 30. Oktober 2011 von 15-17 Uhr in der Aula des Immanuel Kant-Gymnasiums, Evreuxring 25 in 65428 Rüsselsheim. Thema:
“Generation Hoffnung” von Malika Mansouri, Vorstandsmitglied der MJD und Rechtsreferendarin.
Wir freuen uns auf euer zahlreiches Erscheinen.
Anbei der Flyer zum Weiterleiten an eure Freunde.
IVAD Oct 2011

Tipp: Tragt euch auf unserer Homepage ivad.de.vu für den Newsletter ein und ihr bekommt in Zukunft alle wichtigen Ankündigungen und Flyer direkt per Email.
 mit islamischen Grüßen,