Familie

Freitagspredigt: Die Heirat

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

in unserer heutigen Freitagspredigt wollen wir uns inschallah mit der Heirat beschäftigen.

Die Heirat schützt unsere jungen Brüder und Schwestern davor, falsche Wege im Sinne des Glaubens einzuschlagen und stärkt ihren Iman. Alle Propheten im Laufe unserer Geschichte lebten vor, wie wichtig die Heirat für sie persönlich aber auch für die Gesellschaft ist.

Die Heirat ist die Grundlage, um Familien zu gründen und Kinder zu bekommen und bietet in jeder Hinsicht einen sicheren Hafen und sozialen Rückhalt.

Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) sagt im edlen Koran in Surat Al-Rum, Vers 21 (in der ungefähren Übersetzung):

Und es gehört zu Seinen Zeichen, dass Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.“

Umso verwunderlicher ist es, dass viele unserer jungen Geschwister heutzutage in ein heiratsfähiges Alter kommen, dies bei weitem überschreiten, ohne im Geringsten über Heirat und Familiengründung nachzudenken oder dies überhaupt in Erwägung zu ziehen.

Viele wetteifern anderen Kulturen und Gebräuchen nach, in denen es meist nur um das eigene Ich geht und der Egoismus im Zentrum steht.

Hierbei können wir auch gewisse Fehler seitens der Eltern feststellen, die ihren Kindern die Bedeutung der Heirat und der Ehe nicht ausreichend klarmachen.

Manche lassen ihre Kinder gewähren und ehe sie sich versehen, sind sie zu alt und nicht mehr in der Lage eine eigene Familie zu gründen und auf eigenen Beinen zu stehen, weil sie sich bislang viel zu sehr auf ihre Eltern verlassen konnten, keine Verantwortung tragen mussten und nur noch an Spaß denken während sie ihre kostbaren Lebensjahre vergeuden.

In einem von Anas Ibn Malik, Allahs Wohlgefallen auf ihm, überlieferten Hadith berichtete er sinngemäß, dass eine Gruppe von drei Männern den Propheten (ﷺ) aufsuchte, um sich über seine Frömmigkeit zu erkundigen. Einer von ihnen beschrieb sich damit, dass er die ganze Nacht im Gebet verbringt, der zweite, dass er ununterbrochen fastet und sein Fasten nicht bricht und der dritte sagte, dass er sich den Frauen enthält und niemals heiraten wird.
Der Gesandte Allahs (ﷺ) sagte daraufhin: „Seid ihr diejenigen, die dies und jenes gesagt haben? Was mich wirklich angeht, so bin ich bei Allah unter euch derjenige, der Allah am meisten fürchtet und Ihm gegenüber am frömmsten ist. Dennoch faste ich und breche mein Fasten, bete ich und gehe schlafen und heirate die Frauen. Wer sich von diesem meinem Weg abwendet, der gehört nicht zu mir!“

Liebe Geschwister,

Die Ehe bietet den Verheirateten Ruhe und inneren Frieden und wir müssen heiratswillige Männer und Frauen unter uns unterstützen und Ihnen den Weg ebnen, um sich und die Gesellschaft vor Sünde und Unmoral zu schützen.

Dabei sollten keine Ausreden gelten, wie zum Beispiel dass die jungen Männer kein Geld hätten oder dass manche Mädchen nicht schön genug wären, denn der Maßstab sollte bei beiden Geschlechtern der Glaube und die Taqwa sein. Alle anderen Aspekte können mit Allahs Hilfe gemeinsam bewältigt werden.

Eltern sollten weiterhin keine übertriebenen Forderungen stellen, wenn jemand um die Hand ihrer Tochter anhält und junge Heiratswillige sollten bei der Suche nach der geeigneten Frau nicht nur auf Äußerlichkeiten oder materiellen Reichtum achten, sondern nach Gläubigen und aufrichtigen Frauen suchen.


Aber wie sieht es damit aus, wenn man verheiratet ist? Worauf sollte man achten, damit die Ehe erfolgreich wird?

Allen voran sollte man stets Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) gedenken, lobpreisen und für den Ehepartner dankbar sein. Auch sollte man in den guten Taten und den Ibadat wetteifern, gemeinsame Interessen und alltägliche Belange gemeinsam pflegen. Eine Besonderheit hierbei ist auch, dass wir auch die Lebensumstände hier in Europa richtig verstehen müssen. So haben alle Kulturen und Religionen im Zusammenhang mit der Ehe wertvolle Werte gemeinsam. Der Islam ist dabei keine Ausnahme.

Liebe Geschwister,
es ist wenig zielführend eine zu strenge, harte und unverhältnismäßige Haltung im Hinblick auf die Glaubenspraxis innerhalb der Familie zu verfolgen und ohne jegliche Nachsicht und Rücksicht auf die Belange und Gefühle der Familienmitglieder zu handeln. Wenn die Rolle als Familienoberhaupt aus islamischer Sicht missverstanden wird, führt dies dazu, dass das eigene zu Hause zu einem Ort voller Stress, Unterdrückung und Unsicherheit wird.

Anzumerken ist auch, dass unsere Moscheen junge Muslime über die Ehe aufklären sollten und sie dazu motivieren sollten eine eigene Familie zu gründen, ihr Leben in geordnete Bahnen zu bringen, fern von jeglichen Sünden oder Verfehlungen, welche mit dem Leben als ledige Muslime und Muslimas in Europa einhergehen können.

Abschließen möchten wir mit einem Koranvers und einer Dua.

So heißt es dazu in Surat Al-Furqan, Vers 74 in der ungefähren Übersetzung:

Und diejenigen, die sagen: „Unser Herr, schenke uns an unseren Gattinnen und unseren Nachkommenschaften Grund zur Freude, und mache uns für die Rechtschaffenen zu einem Vorbild.“

In diesem Sinne erheben wir unsere Hände und bitten unseren Schöpfer:

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) allen Heiratswilligen dabei helfen ihren Seelenpartner zu finden und die Ehen aller Gläubigen segnen. Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Muhammad (ﷺ) als Familienmensch

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und freigiebig gegenüber den Verwandten zu sein; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt beschäftigen wir uns mit den vernachlässigten Umgangsweisen zwischen Ehepartnern. So sind im Laufe der Zeit bestimmte islamische Verhaltensweisen zwischen Verheirateten in Vergessenheit geraten, auf die wir aufmerksam machen wollen.

 

Im edlen Koran in der Sure Al-‘Aĥzāb heißt es:

33_21-2

Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt. [33:21]

Unser Prophet Muhammad (ﷺ) und sein Werdegang sind unser Leitfaden in diesem Leben. Und eben dieser Werdegang wurde von vielen Gelehrten aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert, sei es im Bezug auf die Anfänge in Mekka, als es um Grundsatzfragen des Glaubens ging oder in der späteren Zeit in Medina, in der es oftmals um praktische Dinge des Lebens ging, wie die Politik und die Verteidigung, welche zu diesem Zeitpunkt eine wichtige Rolle im Leben der Gemeinschaft spielten. Jedoch wurden den sozialen und familiären Aspekten nicht in ausreichendem Maße Beachtung geschenkt.

Eine gesunde und intakte Familie ist ein zentrales und tragendes Element jeder erfolgreichen und gesunden Gesellschaft.

Da nun tiefgründige Analysen – aus den eben genannten Gründen – zum Teil fehlen, wollen wir uns das Zuhause unseres Propheten (ﷺ) näher anschauen und aus seinem Familienleben Lehren für die Praxis in unseren Familien ziehen und diese umsetzen.

Seine Frau Aischa, die Mutter der Gläubigen (radi allahu anha) berichtete über den Propheten (ﷺ) als Ehemann, dass wenn er (ﷺ) mit seiner Familie alleine in seinem Haus war, stets sehr nachsichtig, tolerant und äußerst großzügig war.

Auch trug er stets ein Lächeln auf den Lippen. Er war ein wahrer Mann und machte sich auf den Weg zum Gebet, sobald dazu gerufen wurde.

Gleichzeitig war er bescheiden und verhielt sich wie ein ganz normaler Mensch, der seine Schuhe putzte, seine Kleidung nähte, sein Schaf melkte und sich im Dienste seiner Frau und seiner Kinder für die Familie sorgte.

Muhammad (ﷺ) hat noch nie eine Frau oder einen Bediensteten geschlagen oder misshandelt.

Aischa (radi allahu anha) betonte die Menschlichkeit des Propheten (ﷺ). Dies sollte uns klar machen, dass er nach getaner Arbeit daheim nicht als Führer oder Staatsmann wahrgenommen werden wollte, sondern so bescheiden, wie er nunmal war, als ganz normaler Ehemann und Familienvater liebevoll mit seiner Familie umging, um Glück und Zufriedenheit in seinem Zuhause zu verbreiten und den Islam in seinem wahren Wesen vorzuleben.

Wer sich mit den Einzelheiten des Hauses unseres Propheten (ﷺ) beschäftigt, der weiß dass es nicht besonders groß war und die eng beinander liegenden Räume sehr klein waren. Da sollte man meinen, dass Aischa (radi allahu anha) damit nicht viel Arbeit gehabt hätte und ihr unser Prophet nicht im Haushalt helfen müsste. Doch Muhammad (ﷺ) wollte ein Zeichen setzen und uns zeigen, wie wir unseren Ehepartnern Respekt, Liebe und Geborgenheit geben können.

Nicht umsonst sagt Allah (subhanahu wa ta’ala) im folgenden Vers:

30_21

Und es gehört zu Seinen Zeichen, daß Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken. [30:21]

Es ist zu beachten, dass es hierbei sprachlich heißt “damit ihr Ruhe BEI ihnen findet” und nicht “damit ihr Ruhe MIT ihnen findet”, denn es geht im Islam um eine echte und gleichberechtigte Partnerschaft, in der sich die Ehepartner gegenseitig respektieren und unterstützen und immer für einander da sind.

Wir sollten uns weiterhin besonders zu Herzen nehmen, dass er stets ein Lächeln auf den Lippen trug, denn vielen fällt es schwer das Gleichgewicht zu wahren zwischen den Sorgen des Alltags und dem Frieden innerhalb der Familie in den eigenen vier Wänden. So sind sie im Umgang mit anderen auf der Arbeit oder in der Moschee und der Öffentlichkeit  sehr nett, zuvorkommend, höflich und immer freundlich. Daheim jedoch, begegnen sie ihren Ehepartnern nur mit schlechter Laune und ernster Miene, als ob sie den ganzen Stress des Tages für Zuhause aufgehoben hätten.

Liebe Geschwister! Der Beste unter euch, ist der Beste zu seiner eigenen Familie!

Unser Prophet (ﷺ) hat mit seinem Benehmen und seinem Lächeln sein kleines und bescheidenes Zuhause zu einem Teil des Paradieses gewandelt und ihr könntet dasselbe in euren eigenen Vierwänden erreichen. Ihr müsst dazu lediglich dem Vorbild unseres Propheten Muhammad (ﷺ) folgen.

Lächelt den eigenen Ehepartner an und strahlt Glück und Zufriedenheit in der ganzen Familie aus. Dies ist eine Sadaqa für die wir von Allah (subhanahu wa ta’ala) belohnt werden.

Abschließend einige kompakte Tipps basierend auf dem Familienleben unseres Propheten (ﷺ) für eine gefestigte Ehe, eine gestärkte Familie und ein glückliches Zuhause:

  • Esst und trinkt regelmäßig gemeinsam an einem Ort im Haus.
  • Unternehmt regelmäßige Spaziergänge mit dem Ehepartner (zum Beispiel abends nach getaner Arbeit). So hat dies auch unser Prophet (ﷺ) regelmäßig nachts mit seiner Frau vorgelebt und sich dabei mit ihr unterhalten und ausgetauscht.
  • Unterstützt euch gegenseitig im Haushalt, wie es unser Vorbild Muhammad (ﷺ) für Aischa getan hat.
  • Lobt oft eure Ehefrau und gebt ihr Komplimente, damit die Beziehung gestärkt wird.
  • Offenbart und zeigt eure Liebe zueinander.
  • Das gegenseitige Füttern ist ebenfalls eine liebevolle Geste, um eine enge Beziehung zueinander zu untermauern. Dies wird auch in einem Hadith überliefert.
  • Unternehmt gemeinsame Aktivitäten, wie zum Beispiel Sport miteinander. So lief unser Prophet (ﷺ) mit seiner Frau Aischa oft um die Wette.

Liebe Geschwister,

unser Prophet (ﷺ) hat uns aufgefordert, gütig zu unseren Frauen zu sein, und unseren Frauen nahe gelegt, uns nicht zu überfordern und nachsichtig mit uns zu sein.

Und als Ehepartner sollen wir gemeinsam für einander dar sein, Schwierigkeiten gemeinsam meistern und mit Geduld, Nachsicht und Respekt im Umgang miteinander die Basis für eine funktionierende und gesunde Beziehung legen.

Möge Allah uns rechtleiten und uns dabei unterstützen zu guten Ehepartner zu werden und uns glückliche und gesunde Familien schenken!

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

DIV-Seminar: Die glückliche Familie

Am 22. und 23. Februar 2014 findet von 10 – 17 Uhr ein Wochenendseminar für Ehepaare im Seminarraum unserer Moschee statt. Der Titel dieses Seminars lautet “Die glückliche Familie” und der Referent ist Dr. Lhassan Terkoui. Dieses Seminar ist in arabischer Sprache mit simultaner deutscher Übersetzung.

Veranstalter dieses Seminars ist der Deutsch-islamische Vereinsverband Rhein-Main e.V. und die Seminargebühren betragen pro Ehepaar 50 Euro inklusive Verpflegung und Getränke. Platz ist für mindestens 7 und höchstens 20 Paare. Auch werden japanische/spanische Wände als Raumtrenner genutzt.

Auch wird währenddessen eine Kinderbetreuung angeboten.

Für eine Anmeldung zu dem Seminar einfach eine kurze Mail an seminar@div-rm.de senden.

Für Rückfragen dazu bitten wir darum sich direkt an den DIV zu wenden.

DIV Eheseminar

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Qur’an und Herzensglück

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Allah der Erhabene spricht im Qur’an:

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht zu handeln, uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen. [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

diejenigen die sehnsüchtig die Nähe zu ihrem Schöpfer suchen und auch im Diesseits ein glückliches und erfülltes Leben anstreben – finden im Qur’an eine Rechtleitung – sie finden in ihm Überwältigendes, Ergreifendes und Beweisendes. Der Qur’an ist eine Erinnerung vom Herren der Welten, eine Rechtleitung für die Suchenden, ein Heilmittel für die Herzen der Menschen,

in Surat Yunus heißt es:

O ihr Menschen, zu euch ist nunmehr eine Ermahnung von eurem Herrn gekommen (=der Qur’an) und eine Heilung für das, was in den Brüsten ist, eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen.

Wenn der Qur’an für uns eine Rechtleitung darstellt, dann sollten wir ihn mit wachem Verstand lesen, verstehen und umsetzen. Dabei lehrt uns der Qur’an, dass sowohl unsere Taten als auch unsere Absicht von Bedeutung ist– und was noch viel bedeutender ist, das unser Bestreben nur erfolgreich sein kann, wenn wir von Allahs Barmherzigkeit umfasst werden.

Deine Taten vor Allah sollten in demütiger Hoffnung der Anerkennung erfolgen.

Dies lehrt deinem Ego Demut – denn auch deinem Mitmenschen gegenüber solltest du nicht mit Überheblichkeit entgegentreten. Ein Grundstein für eine gesunde und erfolgreiche Gemeinschaft. So ziehen viele Gebote Allahs auf die Bildung einer gerechten Gesellschaft ab.

Der Mensch der sie befolgt erstrebt Allahs Wohlgefallen und erhält die Wertschätzung seiner Mitmenschen.

Einer dieser wichtigsten Gebote für ein gutes gesellschaftliches Zusammenleben – welches leider viel zu oft von uns vernachlässigt wird – steht in Sura Al Baqarah:

Und versäumt es nicht, gut zueinander zu sein. Was ihr tut, sieht Allah wohl.

Eine andere Übersetzung dieses Verses lautet:

Und vergesst die Großmut untereinander nicht.

Zwei Punkte wollen wir hervorheben:

Der Mensch soll sich – auch im Streit mit anderen – erinnern, dass in jedem Menschen gut und schlecht zu finden ist, jeder hat Vorzüge und schlechte Eigenschaften – keiner ist frei von Sünden – außer die Engel und in gewissen Maße wurden die Propheten vor Sünden gefeit.

Wenn Menschen dir gegenüber Fehler begehen, dann lass in dir kein Hochmut aufkommen, denke nicht, dass du besser bist als dein Gegenüber – weder weißt du, was an Fehlern du in Zukunft noch begehen wirst, noch bist du dir all deiner Fehler, die du bereits begangen hast bewusst.

Einer der größten Fehler, die der Mensch begehen kann ist es hochmütig zu sein, denn der Hadith lehrt

wer einen Funken von Hochmut in seinem Herzen hat, dem ist das Paradies verwehrt.”

Wenn wir diesem Vers folgen, dann sollten wir – in welcher Gemeinschaft wir auch sind, sei es die Moschee, die Nachbarschaft oder die Kollegen auf der Arbeit – diesen Menschen mit guten Absichten entgegentreten, wir sollten nicht versäumen Gutes zu tun – oder im Streit diesen Menschen nachsichtig gegenüber sein.

Aber am allerwichtigsten ist, dass wir diesen Vers auch im Umgang mit unseren Ehepartner umsetzen, wir dürfen auch im Streit mit ihnen nicht versäumen Gutes zu tun – auch sollen wir im Streit uns erinnern, dass unser Ehepartner auch gute Seiten hat und nicht nur aus Fehlern besteht. Diesen Vers müssen wir auch im Umgang mit unseren Eltern, unseren Kindern und unsere Geschwistern umsetzen.

Der gemeinsame Weg – Tagesseminar für Singles & Verheiratete

Früher oder später im Leben wünscht sich jeder von uns einen festen Lebenspartner. Da es uns nicht erlaubt ist außereheliche Beziehungen zu führen, schreibt uns der Islam die Ehe zu unserem eigenen Schutz vor.

Die Ehe ist die Hälfte unserer Religion, doch hast du dir mal die Frage gestellt, warum dies so ist?

  • Warum hat die Ehe einen so hohen Stellenwert bei Allah? 
  • Wie lerne ich den richtigen Partner auf halalem/erlaubten Wege kennen und lieben?
  • Wie führe ich meinen Ehealltag?

Imran Sagir aus Berlin und Dr. Ibrahim Rüschoff aus Mainz werden uns die Antworten darauf liefern!

Du möchtest dabei sein?, dann melde dich gleich an! Die Plätze sind limitiert, also beeile dich.

Wann?
08. Dezember 2013

Wo?
Seminarraum der Othman Ibn Affan Moschee, Kobaltstr. 13, 65428 Rüsselsheim

Uhrzeit?
10:00 Uhr – 18:30 Uhr

Gebühr?
15 EURO

Details nach bestätigter Anmeldung per Email an imr.kontakt@gmail.com

Freie Übersetzung der Freitagspredigt, Ehe- und Familienleben Teil 11

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß über den, der aus Barmherzigkeit den Weltenbewohnern entsandt wurde, unser geliebter Prophet Muhamed (S).

In der Sura Al Talaq – Die Scheidung heißt es zu Beginn:

Und wer Allah fürchtet, dem schafft Er einen Ausweg und gewährt ihm Versorgung, von wo er damit nicht rechnet. Und wer sich auf Allah verläßt, dem ist Er seine Genüge. Allah wird gewiß (die Durchführung) seine(r) Angelegenheit erreichen. Allah legt ja für alles ein Maß fest.”

Liebe Geschwister im Islam,

heute beenden wir inshaAllah unsere Vortragsreihe über das Familien- und Eheleben und hören uns einige Punkte über die Scheidung an. Wichtig für jeden von uns zu wissen ist, dass die Scheidung im Islam zwar erlaubt ist, dass sie aber strengen Regeln unterliegt, an die wir uns halten müssen.

Der Islam billigt die Scheidung als letzten Ausweg, wenn ein vernünftiges Zusammenleben zwischen Mann und Frau nicht mehr möglich ist, aber sieht es dennoch als Übel an, so heißt es ungefähr in einem Hadith: „von dem Erlaubten ist bei Allah die Scheidung am wenigsten erwünscht“.

Und in einem anderen Hadith wird deutlich, dass die Scheidung eines der beliebtesten Ziele des Satans ist, so wird berichtet: „Iblis versammelt seine Untertanen und befragt sie, was sie an diesem Tag geleistet haben. So berichtet der erste, dass er solange einen Menschen betört hat, bis er die Familienbande abbrach. Iblis sagte zu ihm, nichts hast du erreicht – sicherlich wird er sich mit seinen Angehörigen versöhnen und deine Mühe war umsonst. Dann fragt er den nächsten, was hast du heute erreicht? Dieser antwortet ihm, ich habe einen Menschen solange betört und bearbeitet, bis er sich mit seiner Mutter verstritten und sie schlecht behandelt hat. Auch hier sagte Iblis zu ihm, nichts hast du erreicht. Er wird sich sicher mit seiner Mutter wieder versöhnen und all deine Arbeit war umsonst. Dann fragt er einen weiteren – was hast du heute erreicht? Dieser antwortet ihm, ich habe einen Menschen solange betört, bis er sich von seiner Frau geschieden hat. Darauf springt Iblis auf und umarmt ihn und lobt ihn für sein Tageswerk.“.

Iblis freut sich darüber, wenn Familien zerstört werden, Zwietracht gesät wird und die Menschen uneinig sind.

Wenn es aber tatsächlich zur Scheidung kommt, so wird dies ein bitterer Weg für alle beteiligten sein – sicherlich am meisten Leiden werden jedoch die Kinder, die das Verhalten ihrer Eltern nicht verstehen können und eine Traumatisierung für sie darstellt. Sehr häufig ist es so, dass im Nachhinein die Beteiligten sich fragen, ob sie es nicht hätten besser machen können, ob sie vielleicht in einigen Punkten nicht hätten nachgeben können, damit es nicht hätte soweit kommen müssen. Gerade im Hinblick auf das Gehörte in den letzten Wochen zu diesem Thema sieht man, dass Allah deine Geduld – dein Bemühen um ein harmonisches Familienleben – belohnt. Allah belohnt es, wenn du nachsichtig und milde bist und dabei Allahs Wohlgefallen erstrebst. Dieses Verhalten hat uns unser Prophet im Ehe- und Familienleben vorgelebt. Wir hörten auch den Hadith in dem der Prophet lehrte, dass der Gläubige seine Gläubige Frau nicht hassen sollte – wenn es Eigenschaften gibt, die er an ihr nicht gut findet, so gibt es auch gute Eigenschaften an ihr, die er sich vergegenwärtigen sollte.

Und wenn es zu Scheidung kommt, dann hat der Islam Gesetze erlassen, wie diese Scheidung ablaufen soll, so heißt es in Sura al Baqarah:

Die (widerrufliche) Scheidung ist zweimal (erlaubt). Dann (sollen die Frauen) inrechtlicher Weise behalten oder in ordentlicher Weise freigegeben (werden). Und es ist euch nicht erlaubt, etwas von dem, was ihr ihnen gegeben habt, (wieder) zu nehmen, außer wenn die beiden fürchten, daß sie Allahs Grenzen nicht einhalten werden. (…) Dies sind Allahs Grenzen, so übertretet sie nicht! Wer aber Allahs Grenzen übertritt, diejenigen sind die Ungerechten.”

Und in Sura al Nisa heißt es:

Und wenn die beiden sich trennen, wird Allah jeden aus Seiner Fülle bereichern. Allah ist Allumfassend und Allweise”

Die Gesetze und Gebote die Allah erlassen hat, wenn es um die Scheidung geht, sollen die Menschen vor überhasteten und ungerechten Taten schützen, Ali sagte: „wer sich an die islamischen Regeln der Scheidung hält, der wird diese nicht bereuen“.

Der Quran und die Sunnah lehren den Mann, dass er in diesem Punkt geduldig sein muss, so heißt es in Sura Al Nisa:

Und geht in rechtlicher Weise mit ihnen um. Wenn sie euch zuwider sind, so ist euch vielleicht etwas zuwider, während Allah viel Gutes in es hineinlegt.”

Ebenso lehrt der Islam den Frauen, dass sie nicht voreilig die Scheidung verlangen dürfen.

Wenn dieser Weg dann aber doch eingeschlagen wird, ermahnt uns der Islam nichts zu überstürzen und dass Rechtschaffene Familienangehörige beider Parteien sich zusammensetzen und nach einer Lösung suchen sollen, so heißt es in Sura Al Nisa.

Und wenn ihr Widerstreit zwischen den beiden befürchtet, dann setzt einen Schiedsrichter aus seiner Familie und einen Schiedsrichter aus ihrer Familie ein. Wenn sie (beide) eine Aussöhnung wollen, wird Allah sie (beide) in Einklang bringen. Gewiß, Allah ist Allwissend und Allkundig.”

Und der Prophet (S) lehrte uns in folgendem Hadith, was wir tun sollen, wenn wir tatsächlich beschlossen haben, die Scheidung zu vollziehen:

Abdullah Ibn `Umar, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete, dass er zur Zeit des Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, die Scheidungserklärung von seiner Frau sprach, während sie ihre Monatsregel hatte. Da fragte (sein Vater) `Umar Ibn Al-Chattab den Gesandten Allahs(S), und er sagte: „Befehle ihm, dass er sein eheliches Verhältnis mit seiner Frau wieder herstellt und mit ihr solange wie üblich lebt, bis sie von ihrer Regel frei ist (also der Monatsblutung). Dann soll er solange warten, bis sie ihre Regel wieder hat und dann davon wieder frei wird. Hier dann kann er die Entscheidung darüber treffen, ob er die Ehe mit ihr aufrecht erhält, oder sich für die Scheidung entscheidet, bevor er sie berührt. Dies ist die Wartezeit für die Frau, welche Allah für ihre Scheidung vorgeschrieben hat.“

Die gleiche Vorschrift finden wir auch im Quran in Sura al Talaq, dort heitß es:

O Prophet, wenn ihr euch von Frauen scheidet, dann scheidet euch von ihnen auf ihre Wartezeit hin, und berechnet die Wartezeit. Und fürchtet Allah, euren Herrn. Weist sie nicht aus ihren Häusern aus; sie sollen auch nicht selbst ausziehen, außer, sie begehen etwas klar Abscheuliches. Dies sind Allahs Grenzen.”

Liebe Schwestern und Brüder im Islam, falls jemand tatsächlich die Scheidung vorhat, so ist es seine Pflicht VORHER (!) sich mit diesem Thema ausführlich zu befassen und sich von einem Gelehrten beraten zu lassen, andernfalls kann es sein, dass er Fehler begeht und Allahs Grenzen überschreitet, wovor uns Allah so oft in diesem Zusammenhang gewarnt hat.

Möge Allah uns vergeben und uns ein gottgefälliges Leben im Diesseits und das Paradies und Seine Vergebung im Jenseits schenken. Amin.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt, Ehe- und Familienleben Teil 10 – Scheidung im Islam

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß über den, der aus Barmherzigkeit den Weltenbewohnern entsandt wurde, Muhamed (S).

Liebe Geschwister im Islam,

Nachdem wir in unserer Predigt der letzten Woche von den Hochzeitsfeierlichkeiten gesprochen haben, in denen die Ehe ihren Anfang nimmt, wenden wir uns heute dem Thema der Scheidung zu, die in der Regel das Scheitern der Ehe markiert.

Die Scheidung ist ein sehr ernst zu nehmendes Thema, weder sollte sie auf die leichte Schulter genommen werden noch sollte mit ihr gespaßt werden. So gibt es Fälle, in denen bei den geringsten Anlässen und Widerständen mit Scheidung gedroht wird, ohne sich bewusst zu sein, welche Voraussetzungen der Islam an eine Scheidung stellt und ohne sich über die Konsequenzen Gedanken zu machen, die solch eine Trennung mit sich bringt.

In vielen Fällen wird geschieden, weil es dem Ehemann an dem Charakter mangelt, der einen gütigen, gottesfürchtigen und geduldigen Menschen ausmacht. Es mangelt an Männern, liebe Brüder, die ihren Frauen einen Ausrutscher verzeihen, die die Fehler und Geheimnisse ihrer Frauen für sich behalten, die die glücklichen Momente in der Ehe wertschätzen und für die gemeinsam verbrachte Zeit Dankbarkeit zeigen. Es mangelt an Männern, die ihre Versprechen einlösen und sich an Abmachungen halten, die sich Gottesfurcht auf die Fahnen schreiben und die den von Allah gesetzten Rahmen respektieren und einhalten.

Und in vielen Fällen wird geschieden, liebe Schwestern, weil es an rechtschaffenen Frauenmangelt, die Allah demütig ergeben sind und das zu Verbergende hüten. Weil es heute üblich ist, dass weder Zungen gezügelt noch Häuser gehütet werden. Weil das  ständige raus und rein Einzug gehalten hat –  oft ohne jemandem Bescheid zu geben- hin zu Geschäften, Clubs und Treffen und was unsere Zeit und die Gesellschaft noch alles an Kurzweiligem bietet.

Und oft, liebe Geschwister, wird geschieden, weil es um die Ehepartner herum Menschen gibt, die ihnen ihr Glück und ihren Zusammenhalt nicht gönnen. Getrieben von Neid und Eifersucht wird gelästert, geheuchelt und gespalten. Da werden Eigenheiten der Betroffenen verzerrt und Tatsachen verdreht, und es wird erst dann Ruhe gegeben, wenn an Stelle von Einigkeit und Zuneigung Zwist und Hass eintreten.

Und letztendlich spielen auch die Eltern der Ehepartner eine große Rolle beim Gelingen der Ehe ihrer Kinder. Nicht selten verderben diese ihren Kindern den Ehepartner und mischen sich bei jeder Kleinigkeit ein, anstatt beratend, helfend und schlichtend zur Verfügung zu stehen, wenn sie angerufen werden. Vergegenwärtigt euch, liebe Schwiegereltern, dass ein bedeutender Gefährte des Propheten einst aussprach, dass sich laut unserem Propheten (sas) derjenige aus der islamischen Gemeinschaft ausschließt, wer dem Manne seine Ehefrau und wer der Frau ihren Ehemann schlecht macht und deren Ehe dadurch zerstört.

Geschätzte Ehemänner und Ehefrauen, besinnt Euch auf Allah und haltet seine Heiligtümer und seine Riten hoch, auf dass Euer Familienleben ein Gewinn für euch sei. Denn ein voreiliges und unbedachtes Aussprechen der Scheidung ohne sich über die Folgen und Konsequenzen bewusst zu sein, zieht immer ein Beben nach sich, das die Säulen der Familie zum Einstürzen bringt. Und ist es nicht so, dass Ihr, liebe Väter und Mütter, die Säulen der Familie seid?

Die übereilte Scheidung, liebe Geschwister, bedeutet Verlust von Geborgenheit und Gemeinschaft und Stabilität. Und die Konflikte, die sich aus der Scheidung ergeben, sind gekennzeichnet von gegenseitigem Hass und Gewalt. Kinder, die diesen Vorgängen beiwohnen, fühlen sich meist dafür  verantwortlich, sie empfinden sich als vernachlässigt und  unerwünscht, entwickeln feindselige und misstrauische Gefühle gegen ihre Umwelt, und kommen sich minderwertig vor. Und hier spielt es keine Rolle, ob die Eltern für oder gegen das Sorgerecht kämpfen, in jedem Falle wirkt sich die Trennung letztendlich auf ihre gesunde seelische Entwicklung aus, und meist werden sie mit den Anforderungen, die Schule und Gesellschaft an sie stellen, wenn überhaupt, nur schwer fertig.

Erinnere dich lieber Bruder, wenn dir deine Ehefrau einen schlechten Tag bereitet, an die vielen Monate und Jahre, in denen sie dich zu einem glücklichen Mann gemacht hat. Und wisse, dass Geduld eine der höchsten Tugenden im Islam ist und alles einem ständigen Wechsel und einer ständigen Veränderung unterliegt. Und möglicherweise ist euch gerade etwas zuwider worin Allah viel Gutes für Euch hinein gelegt hat.

Möge Allah uns helfen, das Gehörte zu verinnerlichen.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt, Ehe- und Familienleben Teil 9 – Hochzeitsfeier

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß über den, der aus Barmherzigkeit den Weltenbewohnern entsandt wurde, Muhamed (S). 

Und was immer euch an Unglück trifft, es ist für das, was eure Hände erworben haben. Und Er verzeiht vieles.”

Liebe Geschwister im Islam,

wenn der Mensch Allahs Grenzen im Familien- und Eheleben nicht einhält, Sünden begeht und Gebote nicht befolgt, so wird dies Allahs Missgunst über ihn bringen – und dies bewirkt eine Enge in der Brust – der Mensch fühlt sich unwohl in seiner Haut. Auch bringt dies einen Verlust von Segen mit sich. Liebe Geschwister, die Sünden die wir begehen, können der Grund für das Scheitern unseres Familienlebens sein.  Ali (R.) sagte „Das Unheil kommt über einen aufgrund der Sünden die man begeht – und nur die aufrichtige Reue lässt das Unheil wieder von einem gehen“.

Im Quran heißt es:

Und was immer euch an Unglück trifft, es ist für das, was eure Hände erworben haben. Und Er verzeiht vieles.”

Und in Surat Al Anfal heißt es: Dies, weil Allah nimmer eine Gunst, die Er einem Volk erwiesen hat, ändert, bis sie das ändern, was in ihnen selbst ist, und weil Allah Allhörend und Allwissend ist.

Aus diesem Kontext heraus sagte einst einer der Nachkommen der Gefährten „wahrlich, ich erkenne mein Ungehorsam [Allah gegenüber] in dem Verhalten meiner Frau, meiner Kinder und sogar meinem Reittier mir gegenüber“.

Und in Surat TaHa heißt es:

Wer sich aber von Meiner Ermahnung abwendet, der wird ein beengtes Leben führen, und Wir werden ihn am Tag der Auferstehung blind (zu den anderen) versammeln.”

Andererseits lehrt uns der Prophet (S) in einem Hadith, dass der Satan fluchtartig die Wohnung verlässt, in der Surat Al Baqarah gelesen wird.

Aus dem gehörten – liebe Geschwister im Islam – sollte jeder, der ein sorgenbehaftetes und unglückliches Familienleben führt, seine Beziehung zu Allah überdenken. Er soll sich fragen, ob er den Pflichten regelmäßig und pünktlich nachkommt und ob er sich von den Verbotenen fern hält.

Eine Ehe, die auf Sünden aufgebaut wurde, wird in den meisten Fällen keinen Bestand haben. Leider ist es heutzutage häufig der Fall, dass wir unsere Ehe mit Fehlern und Sünden beginnen. Einige dieser Fehler die häufig begangen werden, möchten wir uns kurz anhören.

  • Wenn wir zur Hochzeitsfeier Musik hören, die der Islam nicht billigt
  • Oder gar, wenn während der Hochzeitsfeier zu solch einer Musik gemischt getanzt wird
  • Es gibt Gelehrten, die sogar ausgelassenes Tanzen unter Frauen (also in Abwesenheit der Männer) für schlecht erachten und dieses nicht befürworten können
  • Es ist in der Tat nicht so, dass der Islam Freude und Feiern verbietet, auch befürwortet der Islam zu Feierlichkeiten erheiternde Worte – doch alles sollte einen gewissen Rahmen nicht überschreiten
  • So kann auch nicht allgemein gesagt werden, dass Gesang und Musik zur Hochzeitsfeier schlecht wären – doch darf dieser Gesang gewisse Grenzen nicht überschreiten.
  • Auch sollten wir sehr darauf achten, dass im Rahmen der ausgelassenen Feierlichkeiten, die Männer und die Frauen getrennt feiern. Auch darf es nicht sein, dass der Bräutigam – und ein paar andere auserwählte Männer – zu den Frauen in den Saal kommen und diese teils unbedeckt sehen – oder dass fremde Männer seine Frau im Hochzeitskleid unbedeckt sehen.
  • Auch sollte den Frauen bewusst sein, dass es auch für die Frauen untereinander Schamgrenzen bezüglich ihrer Kleidung gibt – so wie es diese auch für die Männer untereinander gibt. Das heißt, auch wenn die Frauen alleine feiern, sollten sie bedacht sein, dass ihre Kleidung den islamischen Geboten entspricht. Denn übergeht man diese Grenzen, wird sich dies im Charakter mit mangelnder Tugendhaftigkeit widerspiegeln.
  • Von den weiteren Fehlern die begangen werden ist, dass immer häufiger die Hochzeitsfeiern in teuren Hotels oder Restaurants veranstaltet werden und Unmengen von Geld verschwendet wird. Wie kannst du diese Geldverschwendung mit deinem Gewissen vereinbaren, wo doch viele deiner Brüder und Schwester im Islam Hungern und keinen Dach über den Kopf haben. Und die Ahadith über das Geld sind viele – sie lehren unter anderem, dass der Mensch am Tage der Auferstehung nicht passieren wird, solange er nicht über sein Geld befragt wurde, nämlich wie er es erworben hat und womit er es ausgegeben hat.

Der Islam erzieht uns dazu, weder verschwenderisch noch geizig zu sein, so heißt es in Surat al Furqan:

Und diejenigen, die, wenn sie ausgeben, weder maßlos noch knauserig sind, sondern den Mittelweg dazwischen (einhalten).”

Das sind einige der Fehler, die heutzutage oft zu Beginn des Ehelebens begangen werden – häufig kommen aber im Laufe der Zeit weitere Sünden hinzu – all dieses Fehlverhalten kann Grund dafür sein, dass das Eheleben nicht harmonisch und erfüllend verläuft.

Möge Allah uns helfen das gehörte zu verinnerlichen und dass wir ein gottesehrfürchtiges und glückliches Familienleben führen. 

Freie Übersetzung der Freitagspredigt, Ehe- und Familienleben Teil 8 – Über den Zwang in der Ehe

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß über den, der aus Barmherzigkeit den Weltenbewohnern entsandt wurde, Muhamed (S). 

Liebe Geschwister im Islam,

Wir setzen heute die Reihe zum Thema Ehe im Islam fort und kommen zu einem Gebiet das mit viel Unglück und Leid behaftet ist. Der Islam setzt für eine Ehe die gegenseitige Annahme der Ehepartner und deren Willen zur Ehe voraus. Und doch sind der Zwang zur Ehe und der Zwang in der Ehe in vielen Familien noch üblich und oftmals Ursache für Zerrüttung, Zwiespalt und Schmerz.

Es gibt mehrere Gründe, weswegen auf  Sohn oder Tochter Druck in Bezug auf die Ehe ausgeübt wird. Doch kein einziger Grund findet Rechtfertigung in unserem Glauben. Eine Variante, Druck auf das Kind, und insbesondere auf die Tochter, auszuüben, ist, ihnen die Ehe zu verweigern.

Dabei spricht Allah(t) im Qur´an:

…so haltet sie nicht davon ab, ihre Gatten zu heiraten, wenn sie sich in rechtlicher Weise miteinander geeinigt haben. Damit wird von euch ermahnt, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt. Das ist lauterer für euch und reiner. Allah weiß, ihr aber wisst nicht.“

So verbietet  Allah (t) den Eltern unmissverständlich, ihre Töchter von der Ehe abzuhalten und macht deutlich, dass es für alle Beteiligten der lautere und reinere Weg ist, wenn sie denjenigen heiraten, der ihnen zusagt sofern er Gottesfurcht und guten Charakter zeigt. Weiterhin belehrt uns Allah (t), dass wir seinen Weisungen folgen sollten, da Er weiss, wohin welche Entscheidung führt, Er ist der Allwissende und der Allumfassende.

Zwang zur Ehe geschieht aus verschiedenen  Motiven. Entweder wird der Tochter die gewünschte Ehe gänzlich untersagt oder aber sie wird gegen ihren Willen verheiratet.

Der Tochter die gewünschte Ehe gänzlich zu verweigern geschieht in der Regel aus materiellen Gründen. Entweder hat es der Vater auf das Einkommen der Tochter abgesehen oder er möchte vom Bräutigam Gelder für sich und seine Familie. Es passiert auch, dass der Vater seine Tochter verheiratet um sich von einer Schuld freizukaufen. So werden aus materiellen Gründen gütige und gottesfürchtige  Bewerber abgewiesen, die der Tochter in Alter und Charakter entsprechen, zugunsten von Bewerbern, die sehr viel älter sind oder deren schlechter Ruf weithin bekannt ist. In diesem Fall haben die Eltern ihre Verantwortung für das Kind missbraucht und nehmen in Kauf, dass sie zeitlebens von ihrem Kind verflucht werden.

Die Tochter gegen ihren Willen zu verheiraten geschieht aus Torheit, falschem Stolz oder falschen Familientraditionen. Entweder soll die Tochter in der Familie bleiben und wird einem Verwandten versprochen, oder man hält nichts von der Herkunft des Bewerbers und weist ihn ab.

Die sogenannte Zwangsehe, liebe Geschwister, ist ein großes Unrecht. Sie kommt einem Verbrechen gleich und ist keinesfalls mit dem Islam vereinbar. 

Der Prophet (sas) sprach:

Verheiratet die Witwen und die Geschiedenen erst, wenn sie es anordnen und verheiratet die Jungfrauen erst, wenn sie gefragt werden“.

Die Frau des Propheten A´icha erzählte, das einst eine junge Frau zu ihr kam und sich beklagte, dass ihr Vater sie ihrem Cousin versprochen hat ohne dass sie dazu befragt wurde. A´icha gebot dem Mädchen zu warten, bis der Prophet wiederkäme. Als dieser (sas) eintraf und davon erfuhr, gebot er dem Vater des Mädchens zu kommen. Diesem trug er daraufhin auf, sich in der Frage der Heirat nach dem Willen der Tochter zu richten. Daraufhin sagte das Mädchen, dass sie sich zwar dem Willen ihres Vaters fügen würde, doch wollte sie mit dieser Aktion ein Zeichen für alle Töchter und ihre Väter setzen.

Oft kommt es auch vor, dass die Eltern zwar weder materielle Absichten in der Verehelichung ihrer Kinder haben noch durch Beziehungen oder Sippschaften sich verpflichtet fühlen, aber so hohe Ansprüche an den Brautwerber stellen, dass kein junger Mensch ihnen gerecht werden kann. Natürlich wollen die Eltern in diesem Fall nur das Beste für ihr Kind. Doch auch hier wird der Wille des Kindes ignoriert und nicht selten verblüht das Kind im Elternhaus- unverheiratet nach einer bestimmten Zeitpunkt ungewollt.

In unserer heutigen Zeit, in der Bildung und Schule einen großen Stellenwert eingenommen haben, ist ein weiterer Grund für die Eltern hinzugekommen, ihre Kinder von der Heirat abzuhalten. Und zwar wird oftmals erwartet, dass der Sohn oder die Tochter zuerst das Studium zu Ende bringen oder die Existenz sichern, bevor sie eine Ehe eingehen.

Doch bei alldem wird übersehen, dass die Ehe in ihren Grundlagen ein persönliches Recht jedes einzelnen ist und die Entscheidung hierüber in erster Linie nur den zwei Beteiligten zusteht.

Möge Allah uns helfen das Gehörte zu verinnerlichen.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt, Ehe- und Familienleben Teil 7 – Die Brautgabe

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß über den, der aus Barmherzigkeit den Weltenbewohnern entsandt wurde, Muhamed (S).

Und verheiratet die noch ledigen (Männer und Frauen) unter euch und die Rechtschaffenen von euren Sklaven und euren Sklavinnen. Wenn sie arm sind, wird Allah sie durch Seine Huld reich machen. Allah ist Allumfassend und Allwissend.”

Liebe Geschwister im Islam,

in den letzten Woche hörten wir einiges über die Rechte der Ehemänner ihren Frauen – und über die Rechte der Frauen ihren Ehemännern gegenüber. Heute setzen wir InschaAllah die Vortragsreihe über das Familienleben fort und sprechen über die Brautgabe – Al-Mahr.

Wie auch in den letzten Wochen werden wir heute wieder sehen, dass die meisten Gründe, die zu Probleme und Streitereien während der Ehe führen, auf die Nichtbeachtung der Empfehlungen unseres Propheten (S) beruhen.

Eines der wichtigsten Rechte der Frauen gegenüber ihren Männern ist, dass die Männer die Brautgabe, wie vor der Ehe vereinbart, den Frauen geben. Dazu fordert uns auch Allah im Quran auf, so heißt es in Sura al Nisa:

Und gebt den Frauen ihre Morgengabe als Geschenk. Wenn sie für euch aber freiwillig auf etwas davon verzichten, dann verzehrt es als wohlbekömmlich und zuträglich.”

Allerdings ist es heutzutage so, dass die Brautgabe viel zu hohe Dimensionen erreicht – was das Heiraten unnötig erschwert, und sogar zu Spannungen in beiden Familien führen kann. Viele Väter denken heutzutage, dass der Mahr (also die Brautgabe) ein Preis für die Frau darstellt – oder ein Preis ihrer Schönheit ist – oder, dass dieses Geld  – oder ein Teil davon – bei dem Vater oder der Familie bleibt um sich selber zu bereichern. In Wahrheit ist die Brautgabe ein Recht von Allah für die Frau, das ihr ausgehändigt werden muss und mit dem sie tun und lassen kann was sie will.

Ali Ibn AbiTalib sagte „Übertreibt es nicht mit der Brautgabe – sonst kann dies Grund zur Feindschaft werden“.

Und auch der Prophet(S) verdeutlichte, dass die Brautgabe keine unermesslich hohen Summen aufweisen darf – für die sich der Mann tief verschulden muss – und noch schlimmer, wenn das Geld für die Brautgabe im Haram angehäuft wird. Wie kann dann diese Ehe von Allah gesegnet werden? Der Hadith lehrt eher, dass diejenigen die eine Vernünftige Brautgabe verlangen von Allah gesegnet werden.

Und wenn es wirklich so wäre, dass die Brautgabe den Wert der Frau widerspiegeln sollte – oder eine hohe Brautgabe einer Ehrerbietung der Frau gleichkäme – dann wäre die teuerste Brautgabe aller Zeiten für die Tochter des Propheten (S) Fatima – Allahs Segen und Frieden auf ihr – entrichtet worden. Doch als Ali sie heiraten wollte und der Prophet (S) ihn fragte, was er ihr als Brautgabe geben könne, hatte er nichts außer ein Kleid – was der Prophet (S) als Brautgabe für seine Tochter annahm.

Auch in vielen anderen Überlieferungen aus dieser Zeit lernen wir, dass die Brautgabe kein übertriebener Preis war, der nur von den Reichen oder durch Schulden zu entrichten war.

Abschließen möchten wir mit folgendem Hadith:

Sahl Ibn Sa`d berichtete: „Eine Frau kam zum Gesandten Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, und sagte: „Ich bin zu dir gekommen, um mich selbst als Geschenk an dich zu geben. Der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, hob seinen Blick zu ihr, schaute sie für eine Weile an*, senkte dann seinen Kopf zum Boden. Als die Frau sah, dass er über ihr Angebot keine Entscheidung traf, setzte sie sich hin. Darauf stand ein Mann von seinen Gefährten auf und sagte: „O Gesandter Allahs, wenn du nichts mit ihr vorhast, dann gib sie mir zur Frau!“ Der Prophet fragte ihn: „Hast du etwas (als Brautgabe)?“ Er sagte: „Nein, bei Allah, o Gesandter Allahs.“ Der Prophet sagte zu ihm: „Geh dann zu deiner Familie und siehe, ob du etwas findest!“ Der Mann ging, kam (nach einer Weile zurück) und sagte: „Nein, bei Allah! Nichts habe ich gefunden.“ Der Prophet sagte zu ihm: „Geh und suche einen Ring, sei dieser auch aus Eisen!“ Der Mann ging, kam dann (nach einer Weile zurück) und sagte: „Nein, bei Allah! Nichts habe ich gefunden, nicht einmal einen Ring aus Eisen. Aber hier ist mein Lendentuch, von dem sie die Hälfte besitzen kann.“ Der Mann besaß aber kein Oberkleid dazu, und der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sagte zu ihm: „Was soll sie mit deinem Lendentuch machen? Wenn du es anhast, so hat sie nichts auf ihrem Leibe und wenn sie es anhat, so hast du selbst nichts auf deinem Leibe.“ Der Mann setzte sich hin und als es lange dauerte, stand er auf. Als der Gesandte Allahs, Allahs Segen und Friede auf ihm, sah, dass er weggehen wollte, ließ er nach ihm rufen, und als dieser zurückkam, sagte er zu ihm: „Was kennst du vom Qur´an auswendig?“ Der Mann sagte: „Ich kenne die Sura Soundso und die Sura Soundso auswendig.“ Er nannte ihm dann mehrere Suren. Da sagte der Prophet: „Kannst du diese auswendig rezitieren?“ Der Mann sagte: „Ja!“ Da sagte der Prophet zu ihm: „Du kannst dann gehen! Wir haben sie dir zur Frau für das gegeben, was du vom Qur´an auswendig kennst.“

Liebe Geschwister im Islam, fürchtet Allah was die Vermählung eurer Anbefohlenen angeht – und haltet nach den Gottesehrfürchtigen und denen mit gutem Charakter Ausschau. Und hütet euch, mit euren Töchtern Geld verdienen zu wollen – oder dass ihr jemanden Vermählt weil er Geld und Vermögen besitzt – aber keinen Glauben hat. Denn das Geld das der Mensch besitzt ist eine Leihgabe die er nicht mit in sein Grab nehmen wird – was bleiben wird ist der Glaube und die Taten.  

Freie Übersetzung der Freitagspredigt, Ehe- und Familienleben Teil 6 – Die Rechte der Frauen ihren Männern gegenüber

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß über den, der aus Barmherzigkeit den Weltenbewohnern entsandt wurde, Muhamed (S).

Liebe Geschwister im Islam,

in der letzten Woche hörten wir einiges über die Rechte der Ehemänner ihren Frauen gegenüber. Heute setzen wir inshaAllah die Vortragsreihe über das Familienleben fort und sprechen über die Rechte der Frauen ihren Ehemännern gegenüber.

Eine der wichtigsten Rechte der Frauen gegenüber ihren Männern ist, dass die Männer die Brautgabe wie vor der Ehe vereinbart den Frauen geben. Dazu fordert uns auch Allah im Quran auf, so heißt es in Sura al Nisa:

Und gebt den Frauen ihre Morgengabe als Geschenk. Wenn sie für euch aber freiwillig auf etwas davon verzichten, dann verzehrt es als wohlbekömmlich und zuträglich.”

Auch sollten alle anderen Vereinbarungen, die vor der Ehe getroffen wurden, erfüllt werden.

Ein weiteres Recht der Frauen liegt darin, dass sie von ihren Männern in rechtlicher und gütlicher Weise behandelt werden, dass er im Umgang mit ihr freundlich und nachsichtig ist – und dass er sich Zeit für seine Ehefrau nimmt – letztendlich, dass er sie so behandelt, wie er auch behandelt werden möchte. In Surat Al Baqarah heißt es in diesem Kontext:

Und ihnen (den Frauen) steht in rechtlicher Weise (gegenüber den Männern) das gleiche zu, wie (den Männern) gegenüber ihnen.”

Auch hatten wir in den letzten Wochen gehört, wie der Prophet mit seinen Frauen umgegangen ist, so war er stets bedacht, soweit möglich, gut gelaunt die Zeit mit seiner Frau zu verbringen, er war zuvorkommend und rücksichtsvoll, er lächelte viel und scherzte – die Mutter der Gläubigen Aisha (R.) berichtete, dass er mit ihr aus Spaß um die Wette gerannt sei.

Zu den Rechten der Frau gehört, dass sich der Mann um eine angemessene Wohnung kümmert, dass er für ihre Kleidung und Nahrung aufkommt. In Surat al Baqarah heißt es:

Und demjenigen, dem das Kind geboren wurde, obliegt es, für ihre Versorgung und Kleidung in rechtlicher Weise aufzukommen. Keiner Seele wird mehr auferlegt, als sie zu leisten vermag.”

So ist es die Pflicht des Ehemannes für die finanziellen Mittel aufzukommen – noch wichtiger aber ist, dass der Ehemann sich vom Haram fernhält, denn Geld, dass unerlaubt erworben wurde, wird zum Nachteil derer, die es ausgeben oder verzehren. Auch der Prophet (S) lehrt uns dies im folgenden Hadith: „wann immer du etwas gibst, um damit Allahs Wohlgefallen zu erhalten, wirst du dies bekommen – auch wenn es ein Bissen Essen ist, den du in den Mund deiner Frau legst“. Das bedeutet, wenn der Mann für seine Frau oder Familie Geld ausgibt und seine Absicht ist, Allahs Wohlgefallen damit zu erreichen, dann wird er dafür von Allah belohnt.

In einem weiteren Hadith heißt es über das Spenden: „Ein Dinar den du auf dem Wege Allah spendest, oder ein Dinar, den du aufbringst einen Sklaven zu befreien, oder ein Dinar den du für einen Bedürftigen ausgibst – oder ein Dinar den du für deine Familie ausgibst – von all diesen Spenden ist die, die du für deine Familie ausgibst die größte.“  – dieser Hadith sollte uns lehren, im Umgang mit unseren Frauen oder Familien nicht zu geizen – aber, der Islam lehnt auch die Verschwendung ab – die Mitte dieser beiden Extreme gilt es anzustreben.

Auch sollte sich der Mann davor hüten, wenn er der Frau etwas gibt, dies immer wieder zu erwähnen und in den Vordergrund zu stellen.

Auch gehört es zu den Rechten der Frau, dass sich der Mann um sie kümmert und ihr beisteht, wenn sie krank oder in Nöten ist. Othman ibn Affan blieb von der Schlacht von Badr fern (welche eine der wichtigsten Schlachten im frühen Islam war), da seine Frau – die Tochter des Propheten – erkrankt war. Der Prophet (S) sagte zu ihm „bleib bei ihr – und du wirst den Lohn derer bekommen, die an der Schlacht von Badr teilgenommen haben“.

Der Frau beizustehen liebe Geschwister, ist kein Zeichen von Schwäche oder Mangel an Männlichkeit – vielmehr ist es Ausdruck der Barmherzigkeit und partnerschaftlichen Zuneigung – denn, wer keine Barmherzigkeit zeigt, der wird diese auch nicht erhalten. In einem Hadith lehrt der Prophet (S) „Den Barmherzigen wird sich Allah erbarmen – so erbarmt euch derer, die auf Erden sind, dann werden die, die im Himmel sind, Barmherzigkeit über euch walten lassen“.

Auch gehört zu einem vernünftigen Eheleben, dass man sich austauscht und die Meinung des anderen respektiert und achtet – vor allem aber in Angelegenheiten der Kindererziehung sollten sich die Eltern austauschen und einen gemeinsamen Weg einschlagen. An dieser Stelle möchten wir erwähnen, dass folgende zwei Aussagen keine authentische Ahadith darstellen nämlich „höre dir die Meinung deiner Frau an – und ignoriere sie“ dieser Hadith ist ebenso haltlos wie folgender: „Gehorsam der Frau gegenüber bedeutet Bedauern“. Diese Überlieferungen stammen nicht von unserer Religion sondern von Traditionen und Angewohnheiten.

Auch gehört es zu den Rechten der Frau, dass der Mann – wenn er über mehr Wissen verfügt – ihr nützliches beibringt – vor allem aber, sie in Angelegenheiten der Religion zu lehren. Der folgende Vers zeigt, dass wir hierfür die Verantwortung tragen, so heißt es in Sura al Tahrim:

O die ihr glaubt, bewahrt euch selbst und eure Angehörigen vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind, (…).

Uns selber und unsere Angehörigen können wir nur mit unserem Glauben und unseren Taten vor dem Feuer retten – dazu gehört aber auch, dass unsere Aqida – unsere Glaubensgrundsätze – stimmen und dass wir unsere Gebete zur rechten Zeit einhalten.

Auch sollte der Ehemann seine Frau nicht vor dem Besuch der Moschee – oder den Besuch ihrer Eltern abhalten. Er sollte sie nicht an der Teilnahme des Freitagsgebetes oder von Wissenssitzungen abhalten, wenn hierbei Allahs Grenzen nicht übertreten werden.

Auch sollte der Mann gutes über seine Frau denken und er darf sie nicht zu Unrecht beschuldigen – und übertriebene, grundlose Eifersucht wird von Allah verabscheut. Und hüten sollten wir uns vor den Ungerechtigkeiten – in dem die Männer ihre Stärke zu Unrecht gegen ihre Frauen einsetzen, denn Ungerechtigkeiten werden am Tage der Auferstehung mit Finsternissen vergolten.

Zum Recht der Frau gehört auch, dass du kein Anspruch auf ihr Geld hast – es steht dir nicht zu, dass du es dir zu Unrecht aneignest.

Möge Allah uns helfen das gehörte zu verinnerlichen und uns eine gesunde, gottesfürchtige und glückliche Familie schenken, Amin. 

Freie Übersetzung der Freitagspredigt, Ehe- und Familienleben Teil 5 – Die Rechte der Ehemänner ihren Frauen gegenüber

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß über den, der aus Barmherzigkeit den Weltenbewohnern entsandt wurde, Muhamed (S).

Liebe Geschwister,

einer der häufigsten Gründe der zur Scheidung führt, ist dass die Ehepartner ihre jeweiligen Pflichten nicht kennen und somit auch nicht einhalten. Häufig ist es so, dass beide ihre Rechte einfordern – aber keiner von beiden all seinen Pflichten nachkommt.

In der letzten Woche hörten wir, wie der Prophet (S) mit seinen Ehefrauen umgegangen ist und welche Empfehlungen er uns mitgegeben hat.

Heute werden wir uns inshaAllah die Rechte des Ehemannes seiner Frau gegenüber anhören.

Ibn Taymiah sagte, für die Frau ist es so, dass die höchsten Rechte ihr gegenüber Allah und sein Prophet hat, und dann ihr Ehemann. Und der Prophet (s) berichtete, dass für die Frau der Ehemann eine Tür darstellt – entweder als Eintritt in das Paradies, wenn sie seine Rechte erfüllt – oder aber als Eintritt in die Hölle.

Zu den Rechten des Ehemannes der Frau gegenüber gehört auch, dass sie ihm gehorcht – solange dies kein Ungehorsam Allah gegenüber darstellt.

Der Prophet (s) wurde gefragt, welches die besten Frauen sind. Er antwortete, diejenigen die ihrem Mann Glück bereiten wenn er sie ansieht – und die seinen Bitten nachkommt. In einem weiteren Hadith lehrt der Prophet (s), dass der ungehorsamen Frau – wenn sie nicht im Recht ist – ihr Gebet nicht anerkannt wird. Auch lehrte der Prophet (s), dass der Gehorsam der Frau Grund für ihr Eintritt in das Paradies darstellt, so sagte der Prophet (S)

wenn die Frau ihre fünf Gebet verrichtet, ihrem Mann gehorcht und ihre Scham hütet – dieser wird gesagt, betrete das Paradies aus welchem Tor es dir beliebt.“

Zu den Rechten des Ehemannes gehört auch, dass die Ehefrau in seiner Abwesenheit niemanden in die Wohnung lässt, den ihr Mann nicht in der Wohnung haben möchte. Auch sollte die Frau die gemeinsame Wohnung nicht gegen den Willen des Ehemannes verlassen, wie es in einem Hadith gelehrt wird. Auch sollte die Frau ihre Ansprüche an die Möglichkeiten des Ehemannes richten – und ihn nicht zu Schulden veranlassen. Sie sollte das Geld in seinem Sinne verantwortungsbewusst  verwahren oder ausgeben.

In Sura Al Talaq heißt es in diesem Zusammenhang:

Der Wohlhabende soll entsprechend seinem Wohlstand ausgeben. Und wem seine Versorgung bemessen (zugeteilt) wurde ([ – also, wer wenig Geld hat]), der soll (eben) von dem ausgeben, was Allah ihm gegeben hat. Allah erlegt keiner Seele mehr auf als das, was Er ihr gegeben hat. Allah wird nach Schwierigkeit Erleichterung schaffen.”

Der Prophet (S) lobte einst das Verhalten der Frauen von Quraisch, da sie milde und sanftmütig zu ihren Babys waren und ihre Kinder gut erzogen – und sie waren bemüht um ihre Ehemänner  –  und wegen ihrer Geduld in schweren Lebenslagen.

Auch sollte die Frau die Würde ihres Ehemannes auch in seiner Abwesenheit wahren, so soll sie ihn nicht hintergehen, nicht schlecht über ihn reden und nicht seine Geheimnisse offen legen. In Sura Al Nisa heißt es:

Darum sind die rechtschaffenen Frauen (Allah) demütig ergeben und hüten das zu Verbergende, weil Allah (es) hütet.“

Der Prophet (S) wurde nach den besten Eigenschaften der Frauen gefragt – er antwortete „wenn sie dir Glück bereitet, wenn du sie ansiehst – wenn sie deinen Wünschen nachkommt, wenn du sie bittest – und dich nicht hintergeht in deiner Abwesenheit – sowohl was deine Würde und Ehre als auch dein Besitz angeht.“ Auch sollten die Frauen um Nachsicht im Umgang mit ihren Ehemännern bemüht sein.

An anderer Stelle sagte der Prophet(S), dass die Frau nicht ohne den Willen des Ehemannes von seinem Geld oder Besitztum aus- oder weggeben darf. Wenn aber eine Übereinkunft besteht, dann darf die Frau das Geld des Mannes – auch in seiner Abwesenheit – ausgeben oder spenden.

Eine wichtige Sache ist, dass die Frau die guten Taten des Ehemannes anerkennt und nicht leugnet – oder, dass sie im Streit alles Gute was ihr widerfahren ist, vergisst – hiervor warnte der Prophet (S) die Frauen ausdrücklich. In einem Hadith heißt es „Allah wird nicht auf die Frau blicken, die ihrem Ehemann für das gute was er ihr tat nicht dankt – und das Gute was sie von ihm bekam leugnet“ – im gleichen Kontext sprach der Prophet (S) die Frauen an und sagte „Frauen der Quraisch, gebt mehr Almosen – denn fürwahr, ich habe gesehen, dass ihr Frauen die meisten der Höllenbewohner sein werdet.“ Die Frauen fragten nach dem Grund und der Prophet (S) antwortete „Ihr sprecht häufig Verwünschungen aus und leugnet die Wohltaten“.

Auch warnte der Propheten (S) die Frauen davor, ohne Grund die Scheidung einzufordern.

Das letzte Recht des Ehemannes der Frau gegenüber, ist dass sie nach seinem Tod vier Monate und 10 Tage die „3ida“ begeht, hierzu heißt es im Quran:

Und diejenigen von euch, die abberufen werden und Gattinnen hinterlassen – so sollen diese (mit sich) selbst vier Monate und zehn (Tage) abwarten. Wenn sie dann ihre festgesetzte Zeit erreicht haben, so ist für euch keine Sünde in dem, was sie in rechtlicher Weise mit sich selbst unternehmen. Allah ist dessen, was ihr tut, Kundig.”

Liebe Geschwister im Islam – das heute gehörte darf nicht alleine betrachtet werden. Wir erinnern uns an das Thema der letzten Woche – da hörten wir, wie der Umgang der Ehemänner mit ihren Frauen sein sollte – dort hieß es in einem Hadith

Der vollendetste Muslim in Glaubensangelegenheiten ist derjenige, der ein vorzügliches Benehmen hat; und die Besten unter euch sind jene, die ihre Ehefrauen am besten behandeln.”

– und der Prophet (S) ergänzte hier:

…und ich behandle meine Ehefrauen am besten von euch!“.

Letzte Woche hatte man das Gefühl, das der Mann nur dann ein guter Muslim ist, wenn er sich mit all seinen Möglichkeiten um seine Frau bemüht, nachsichtig und zuvorkommend ist, ihre Fehler übersieht, stets ein offenes Ohr und ein liebes Wort für sie hat. Heute haben wir eher ein gegenteiliges Gefühl. Daraus kann man entnehmen, dass beide Seiten – Ehemann und Ehefrau – eine definierte Rolle zugeteilt bekommen – wenn beide Seiten ihren Pflichten nachkommen, erscheint eine harmonisches Eheleben greifbar zu sein, beide Seiten würden von sich aus rücksichtsvoll agieren, denn dadurch, dass die Rollenverteilung zur islamischen Pflicht erhoben wurde, würden auch beide für ihre Taten belohnt werden.

Möge Allah uns helfen unserer Verantwortung nachzukommen, uns Geduld und Standhaftigkeit schenken – und uns mit einer gottesehrfürchtigen Nachkommenschaft segnen, Amin.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt, Ehe- und Familienleben Teil 4 – Der Prophet und der Umgang mit der Ehefrau

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß über den, der aus Barmherzigkeit den Weltenbewohnern entsandt wurde, Muhamed (S).

Liebe Geschwister,

vor knapp 1500 Jahren – wahrscheinlich um diese Zeit herum – wurde unser Prophet Muhamed (S) geboren – so ehren wir unseren Propheten dieser Tage, dass wir in ihm ein Vorbild sehen und seinem Verhalten nacheifern. In allen Lebenslagen ist der Prophet uns ein Vorbild – so auch im Eheleben.

Wir führen unsere Vortragsreihe über das Ehe- und Familienleben fort und hören heute, was über unseren Propheten in der Rolle als Ehemann überliefert wurde.

Bemerkenswert ist, dass die Aussagen und Verhaltensweisen unseres Propheten als Ehemann so gar nicht in das Bild passen, was der Westen über den Islam hat und was wir hier tagtäglich in den Medien über den Islam hören.

In einem Hadith lehrt der Prophet (S) „Der vollendetste Muslim in Glaubensangelegenheiten ist derjenige, der ein vorzügliches Benehmen hat; und die Besten unter euch sind jene, die ihre Ehefrauen am besten behandeln.” – und der Prophet (S) ergänzte hier: und ich behandle meine Ehefrauen am besten von euch!”

Die Mutter der Gläubigen Aisha (Anmerkung: Die Ehefrauen des Propheten werden aus Respekt „Mutter der Gläubigen“ genannt) – Allahs Segen und Frieden auf ihr – berichtete, dass der Prophet als Ehemann stets ein offenes Ohr für die Probleme seiner Frau hatte, er war bemüht lächelnd und mit guter Laune die gemeinsame Zeit zu verbringen – er war nicht verbissen und hartherzig, nicht überheblich und ungeduldig, sondern tröstete und bestärkte sie – und niemals verletzte er ihre Gefühle mit seinen Worten.

Unser Prophet Muhamed (S) hat niemals eine Frau mit seinen Händen geschlagen!

Auch suchte der Prophet (S) nicht nach den Fehlern oder den Schwächen seiner Frau! Vielmehr überhörte er diese und hielt sie aus!!

Die Nachkommen der Gefährten fragten die Mutter der Gläubigen Aisha (R) – wie der Prophet seinen Alltag mit ihr verbracht hatte – sie antwortete „Der Prophet (S) war der sanfteste der Menschen, und der edelste der Menschen. Er war ein Mann von eurem Volk. Er lächelte viel und brachte sich im Haushalt ein – er reparierte seine Schuhe und flickte sein Gewand. Er kümmerte sich um seine Angelegenheiten. Wenn aber die Zeit des Gebetes anstand, ging er zum Gebet, ohne es aufzuschieben.“

Bemerkenswert hier, dass der Prophet im Haushalt half. Wir wissen, wie klein die Wohnung des Propheten gewesen war – wir wissen auch, dass es in seiner Wohnung teilweise tagelang nichts Warmes zu essen gegeben hat. Es war auch sicherlich nicht so, dass seine Ehefrau sich über die viele Arbeit beschwert hatte – vielmehr tat er es von sich heraus, um ein harmonisches Klima zu schaffen. Es vermittelt ein partnerschaftliches Leben miteinander, was die Zuneigung zueinander verstärkt.

So wurde der Prophet als Ehemann von seiner Ehefrau beschrieben! Auch war es nicht so, dass die Angelegenheit der Dawa ihn dazu brachte, kein Interesse am Familienleben zu haben – oder nur hartherzig und gefühllos zu seiner Frau zu sein.

Liebe Geschwister im Islam, der Prophet (S) ist uns ein Vorbild – er war milde und sanft im Umgang mit seiner Frau – viele von uns aber sind freundlich und nachsichtig wenn sie außerhalb ihrer Wohnung sind – schließen sich aber die Türen und sind sie alleine mit ihren Ehefrauen, dann werden sie plötzlich kalt und hartherzig, ohne Lächeln – ohne Nachsicht – wobei es doch gerade die Familie ist, denen er sich mit seinem besten Charakter präsentieren sollte.

Ein weiteres Beispiel aus dem Eheleben unseres Propheten.

Es ergab sich, dass der Prophet (S) und seine Frau Aisha (R) in einem Streitgespräch waren – dabei erhob sich die Stimme von Aisha über die des Propheten (sie sprach also lauter als der Prophet) – und zufällig kam AbuBakr am Haus des Propheten vorbei – welcher der Vater von Aisha ist. Er war so erbost darüber, dass seine Tochter ihre Stimme über die des Propheten (S) erhob, das Aisha sich hinter dem Propheten versteckte und Schutz vor ihrem Vater suchte! SubhanAllah – und wissen wir doch aus der Geschichte welch weichherziger Mann AbuBakr gewesen war. Sie versteckte sich schützend hinter dem Prophet – mit dem sie sich eben noch gestritten hatte – bis AbuBakr die Wohnung des Propheten verlies. Dann blickte der Prophet lächelnd zu Aisha und sagte ihr im Scherz, um diese Situation zu beenden – und Aisha, habe ich dich vor diesem Mann gerettet?

SubhanAllah, versetzen wir uns in diese Situation und fragen uns, wie wir wohl reagiert hätten.

Ist es nicht ein Zeichen von Stärke, wenn der Mann in solch einer Situation die Ruhe und Souveränität bewahrt? Genau diese Stärke ist auch gemeint, wenn es heißt, dass der Mann über der Frau steht!

Bedenke lieber Bruder im Islam, dass du für deine Frau verantwortlich bist! Du hast sie im Namen Allahs zu deiner Frau genommen – so achte darauf, dass du sie gut behandelst – und das Nachsicht an richtiger Stelle ein Zeichen der Stärke ist. Bedenke auch die folgende Aussage des Propheten (S)

Ein gläubiger Ehemann soll niemals seine gläubige Frau hassen. Wenn er eine bestimmte Angewohnheit von ihr nicht mag, so mag er doch eine andere bei ihr finden, die ihm gefällt.”

Bedenke Bruder im Islam, jeder Mensch ist mit Fehlern behaftet – es gibt keinen Fehlerlosen Menschen auf Erden – so auch deine Frau. Es wird also so sein, dass du Fehler an ihr finden wirst, erinnere dich dann aber auch ihrer Vorzüge – und vergiss nicht, dass du ebenso Fehler hast, die sie an dir sieht.

Und wenn du aber deine Frau demütigst und ihr ein unangenehmes Leben bereitest, so ist dies ein Zeichen von Schwäche und schlechtem Charakter und es entspricht nicht den Lehren unseres Propheten(s). Auch wirst du so kein zufriedenes Leben führen.

Allah der Erhabene sagt zu uns im Quran im Bezug zu unseren Ehefrauen:

…Und lebt mit ihnen in gütlicher ehelicher Gemeinschaft.” (4:19)

Abu Huraira (r) berichtet, dass der Gesandte Allahs (s) sagte: “Behandelt die Frauen gut; denn die Frau ist aus einer (gekrümmten) Rippe geschaffen worden, und der am stärksten gekrümmte Teil ist in der oberen Region. Wenn du sie gerade biegen willst, wirst du sie brechen, und wenn du sie lässt, wie sie ist, wird sie verbogen bleiben. Behandle also die Frauen gut.” (Al-Bukhari und Muslim)

In einer andere Version von Al-Bukhari und Muslim heißt es: “Die Frau ist wie eine Rippe: Wenn du versuchst, sie gerade zu biegen, würdest du sie zerbrechen, und wenn du aus ihr Nutzen ziehen möchtest, kannst du es trotz ihres Gebogenseins.”

Aus diesem Hadith kann man verstehen, dass Männer und Frauen in einigen Dingen unterschiedlich sind – und dass man lernen muss, mit diesen Unterschieden ein harmonisches Eheleben zu führen – welches die Grundlage einer gesunden Familie und Kindererziehung darstellt.

Möge Allah uns helfen unserer Verantwortung nachzukommen, uns Geduld und Standhaftigkeit schenken – und uns mit einer gottesehrfürchtigen Nachkommenschaft segnen, Amin.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt, Ehe- und Familienleben Teil 3

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

Frieden und Segensgruß über Muhammad, der aus Barmherzigkeit entsandt wurde gesandt wurde.

Liebe Schwestern, liebe Brüder im Islam,

in der Predigt der vergangenen Woche stellten wir Überlegungen zu Sinn und Zweck der Ehe an und erarbeiteten die wesentlichen Gesichtspunkte. Zur Erinnerung seien diese vier Punkte nochmal erwähnt. Zunächst geht es in der Ehe um die Erfüllung eines Dienstes an Allah (t). Dann wird mit der Ehe dem Vorbild des Propheten, d.h. den Anforderungen der Sunna, entsprochen. Weiterhin soll mit der Ehe ein innerer und ein gemeinschaftlicher Frieden gefunden werden. Und endlich bezweckt die Ehe natürlich die Gründung einer Familie bzw. der Nachkommenschaft.

Zum einen möchten wir heute diese vier Aspekte der Ehe festigen. Zum anderen gehen wir auf die islamische Gesetzgebung ein, die uns den Rahmen stellt, um dem Sinn und Zweck der Ehe gerecht werden zu können.

Um durch die Ehe einen Dienst an Gott zu leisten und sein Wohlgefallen zu erlangen, gibt es einige Regeln zu beachten. So sind die Muslime entsprechend dem qur´anischen Vers angehalten, die Ehe ausschließlich mit Gläubigen einzugehen: „Und heiratet Götzendienerinnen nicht, bevor sie glauben. Und eine gläubige Sklavin ist fürwahr besser als eine Götzendienerin, auch wenn diese euch gefallen sollte. Und verheiratet nicht (gläubige Frauen) mit Götzendienern, bevor sie glauben. Und ein gläubiger Sklave ist fürwahr besser als ein Götzendiener, auch wenn dieser euch gefallen sollte. Jene laden zum (Höllen)feuer ein. Allah aber lädt zum (Paradies)garten ein und zur Vergebung.“

 

Untersagt wird im Qur´an ebenfalls die Eheschließung mit Menschen, die entsprechende Dienste gegen Geld anbieten: „Ein Unzuchttreiber heiratet keine andere als eine, die Unzucht begeht(…). Und eine Unzuchttreiberin heiratet keinen anderer als einen, der Unzucht begeht. Den Gläubigen ist dies verboten.“

Da es die Regel ist, das Frau und Kind sich nach dem Familienvater in namentlicher, gesellschaftlicher und letztendlich auch religiöser  Zugehörigkeit richten, wird es abgelehnt, dass die Muslima sich einen Ehemann, der Nichtmuslim ist, anschließt. Währenddessen ist es dem Muslim unter bestimmten Bedingungen gestattet, eine gläubige Frau auch aus der jüdischen oder christlichen Glaubensgemeinschaft zu heiraten, sofern den Kindern die islamische Erziehung zuteilwird. Allerdings möchte ich unsere jungen Brüder darauf aufmerksam machen, dass nicht der Titel der Frau, sondern ihr Bekenntnis und ihre Praxis den Glauben ausmachen.

Die persönliche und gemeinschaftliche Ausgeglichenheit, die mit der Ehe bezweckt wird, findet im Qur´an folgende Beachtung:

Und es gehört zu Seinen Zeichen, dass Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt.“

So verneinen Allah (t) und sein Gesandter Muhammad (sas) alles, was das Fundament der Ehe aus innerer Ruhe, Zuneigung und Barmherzigkeit gefährdet. Ein zeitlicher und somit berechnender Ehevertrag, die sogenannte Ehe zum Vergnügen, wie sie in einigen Volksgruppen islamischen Ursprungs praktiziert wird, ist unter den genannten Aspekten unzulässig. Auch werden Ehen geschlossen, mit dem ein- oder beiderseitigem Vorbehalt, sich irgendwann wieder trennen zu können. Eine Scheidung ohne Grund wird im Islam deutlich untersagt.

Ebenfalls verbietet Allah (t) die sogenannten Zweckehen oder Ehen auf Papier, die auf die Erlangung von Gütern oder Rechten weltlicher Natur zielen; ganz gleich, ob es darum geht, sich ein Erbe, einen Titel oder einen gesellschaftlichen Status zu sichern. Solch eine Praxis baut auf Betrug, Scheinheiligkeit und List und ist mit unserem Glauben nicht zu vereinen. Die Realität hat gezeigt, dass sich viele konvertierte Schwestern wieder vom Glauben abgewandt haben, weil ihnen klar geworden ist, dass sie eben nicht im islamischen Sinne aus Zuneigung und zum Zwecke der inneren Ruhe und der Barmherzigkeit geheiratet worden sind.

Und was die Gründung einer Familie und einer Allah wohlgefälligen Nachkommenschaft betrifft, verneint unser Glaube jede Ehe, die die Absicht trägt, kinderlos zu bleiben. Für diesen Zweck verwendete Mittel oder gar medizinische Eingriffe sind ebenfalls aus islamischer Sicht tabu.

Liebe Geschwister, fürchtet Allah und zeigt Euren Söhnen und Töchtern, dass die Ehe eine wunderbare Sache ist und Pflicht für jeden Muslim. Dass sie Allah gut gefällt. Dass sie eine schöne Sache ist.  Dass sie aber auch eine absolut ernste Sache und keinesfalls ein Spiel ist.

Möge Allah uns helfen unserer Verantwortung nachzukommen – und uns mit einer gottesehrfürchtige Nachkommenschaft segnen, Amin.

Gewiß, Allah und Seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. O die ihr glaubt, sprecht den Segen über ihn und grüßt ihn mit gehörigem Gruß.

 

Freie Übersetzung der Freitagspredigt, Ehe- und Familienleben Teil 2

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß über den, der aus Barmherzigkeit den Weltenbewohnern entsandt wurde, Muhamed (S). 

Liebe Geschwister,

das Ehe- und Familienleben hat im Islam einen besonderen und geschützten Stellenwert. Eine gesunde Ehe ist die Basis einer gesunden Familie – und eine gesunde Familie stellt die Basis einer gesunden Gesellschaft dar.

Im letzten Freitag sind wir auf das Familienleben eingegangen und uns wurde die Großartigkeit des Islams im Hinblick auf ehrliche Rechte und Pflichten ganz deutlich dargelegt.

Heute reden wir InschaAllah in unserer Chutba über den Zweck der Ehe im Islam.

Alle Lebenwesen leben als Paare, doch die Ehe bei uns Muslime erfüllt bestimmte Ziele und hat besondere Bedeutung und Absichten.

Lasst uns im Einzelnen auf diese Ziele eingehen:

1. Allah den Allmächtigen zu dienen und das Erstreben seines Wohlwollens

Allah t sagt im edlen Quran in der ungefähren Bedeutung: „Und Ich habe die Ginn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen.“ Denn wer heiratet, der hat die eine Hälfte seines Glaubens erfüllt und sollte Allah (t) bei der anderen Hälfte fürchten und Allahs Wohlwollen anstreben.

Daher hat uns der Islam dazu ermutigt, sich einen Partner zu suchen, der gutes Benehmen hat, gläubig und Gottesfürchtig ist. Nur diese Menschen kennen den Wahren Wert und die tatsächliche Bedeutung der Ehe in unserem Leben als Muslime auf dieser Welt.

Der Prophet (s) gibt uns ein Beispiel für eine gesunde Ehe zwischen zwei Muslime, die sich gegenseitig beim Beten und Gottgedenken unterstützen und auch notfalls zum Gebet aufwecken, damit der andere das Gebet nicht verpasst.

2. Ziel der Ehe sollte auch sein, die Sunna des Propheten (s) zu befolgen

Unser Prophet (s) ermutigt uns dazu, zu heiraten und ihn dabei und alle Propheten vor ihm als Vorbild zu nehmen. Und wer seine Sunna nicht befolgt, von dem wird sich der Prophet (s) am jüngsten Tag lossagen.

3. Die innere Ruhe und des soziale Frieden durch Heirat gewinnen

In Surat al Araf heißt es:

Er ist es, Der euch aus einem einzigen Wesen schuf, und Er hat aus ihm seine Gattin gemacht, damit er bei ihr Ruhe finde. (…)

Das Eheleben im Islam basiert auch auf Barmherzigkeit und Zuneigung. In Surat Al Rum heißt es:

Und es gehört zu Seinen Zeichen, daß Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.  

4. Gut erzogene und gläubige Kinder bekommen und erziehen, mit denen die muslimische Gesellschaft aufgebaut wird, so dass sie große Verantwortung in der Gesellschaft tragen können um diese Welt liebenswerter zu machen und das Wohlwollen Allah’s erstreben.

5. Die Heirat schützt die Gesellschaft vor Unzucht und schlechten Taten, welche zur Unheil und vielen zwischenmenschlichen Problemen führt. Unser Prophet (s) ermutigte ledige Muslime zu heiraten und wer dies finanziell nicht konnte, dem riet er zum Fasten an, solange bis er sich die Heirat leisten kann. Denn es gibt kein wirksameres Mittel gegen den Teufel (Al Schaitan) als die Heirat.

Der Prophet sas sagte in seinem Hadith in der ungefähren Übersetzung „Garantiere mir das was zwischen deinem Gebiss und das zwischen deinen Beinen ist  – vor Sünde und schlechten Taten zu schützen und ich garantiere dir das Paradies“, subhana Allah!

Liebe Geschwister,

jeder von uns hat seinen Beitrag in der Familie zu leisten – für den er auch Verantwortung und Rechenschaft vor Allah ablegen muss – sowohl der Mann als auch die Frau, sowohl die Eltern als auch die Kinder.

An keiner Stelle lehrt uns der Islam, hartherzig und unnachgiebig im Eheleben zu sein. Es steht in unserer Verantwortung eine islamische Familie zu gründen, mit dem Ziel Allahs Wohlwollen zu erhalten. Eckpfeiler des Weges der dorthin führt, wird uns von Allah und Seinem Propheten (S) im Quran und in der Sunnah dargelegt.

Möge Allah uns helfen unserer Verantwortung nachzukommen – und uns mit einer gottesehrfürchtige Nachkommenschaft segnen, Amin.

Gewiß, Allah und Seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. O die ihr glaubt, sprecht den Segen über ihn und grüßt ihn mit gehörigem Gruß.