Erziehung

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Herausforderung der Kindererziehung im Westen

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

O die ihr glaubt, bewahrt euch selbst und eure Angehörigen vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind, über das hartherzige, strenge Engel (gesetzt) sind, die sich Allah nicht widersetzen in dem, was Er ihnen befiehlt, sondern tun, was ihnen befohlen wird.

Liebe Geschwister im Islam,

eine der wichtigsten Aufgaben des Muslims ist es, sich selber – und, so wie der eben genannte Vers es uns lehrt – auch seine Kinder und seine Familie davor zu schützen, dem Satan und der Versuchung zu folgen. Denn dieser Weg führt zu unermesslicher Strafe und zu dem Zorn des Allmächtigen.

Unsere Kinder allerdings, die hier aufwachsen, werden die Wege des Satans und die Versuchungen nur dann meiden, wenn du sie von Beginn ihrer Kindheit auf dem rechten Weg leitest. Denn unsere Kinder erleben hier, dass die meisten Menschen in ihrer Umgebung sich nicht an Haram oder Halal halten.

Liebe Geschwister, wir müssen uns bewusst machen, dass unsere Kinder hier im Westen unter vielen Belastungen stehen. Wir erwarten von unseren Kindern, dass sie  den Qur’an, die arabische Sprache und die Sunnah lernen, dass sie sich an die islamischen Gebote halten, und, dass sie auch in der deutschen Schule gute Noten schreiben. Sie gehen wie andere Kinder in die Schule und machen ihre Hausaufgaben, und am Wochenende und an den Nachmittagen müssen sie zusätzlich Quran und arabisch lernen, was eine deutliche Mehrbelastung für unsere Kinder darstellt.

Auch erscheint es unseren Kindern, dass sie weniger Freiheiten als ihre Freunde haben. Dies alles ist mit Sicherheit eine sehr große Herausforderung für die Eltern, die neben der Erziehung ihrer Kinder auch ihrer Arbeit nachkommen müssen. Auch dürfen wir nicht vergessen, dass unsere Kinder „Kinder“ sind und somit auch Zeit zum Spielen und Entdecken benötigen.

Dies sind alles deutliche Schwierigkeiten in der Erziehung unserer Kinder hier in Deutschland.

Damit wir mit der Erziehung erfolgreich sind, bedarf es einer regelmäßigen Kommunikation zwischen den Müttern, Vätern und den Lehrern hier in der Moschee und den Lehrern in der staatlichen Schule. Das allermindeste was wir Eltern tun müssen, ist uns Zeit für unsere Kinder nehmen – an den Elternabenden teilhaben (sowohl in der deutschen als auch in der arabischen Schule), in einem regelmäßigen Dialog mit unseren Kindern treten und ihnen den Charakter unserer Religion vorleben. Wir müssen ihnen Vorbilder sein. Auch müssen wir Eltern die Probleme unserer Kinder wahrnehmen, die wir in unserer Jugend so nicht kannten, nur dann werden wir unsere Kinder verstehen und ihnen gute Ratgeber sein können.

Wir sollten nicht nur am Ende des Schuljahres auf die Noten unserer Kinder schauen – und diese anbrüllen, wenn uns ihre Leistung nicht gefällt. Der Prophet lehrte uns in einem Hadith, dass die beliebtesten Taten vor Allah die regelmäßigen sind – auch wenn es nur wenige Taten sind.  Das bedeutet, dass du deinem Kind am meisten helfen kannst – wenn du dich regelmäßig mit ihm beschäftigst.

Auch werden wir mit übermäßige Härte und Druck bei unseren Kindern nicht viel erreichen – wir finden auch im Islam hierfür keine Legitimation oder Grundlage. Vielmehr sollten wir unseren Kindern mit Verständnis und Feingefühl entgegnen. Denn das schlimmste was dir passieren kann ist, dass deine Kinder sich von dir abwenden, dann wirst du nicht mehr die Möglichkeit haben, sie fürsorglich auf den rechten Weg zu leiten.

Wenn du siehst, dass dein Kind in gewissen Bereichen Lücken aufweist, dann bemühe dich um Nachhilfe – und wenn du dazu nicht in der Lage bist, dann bezahle einen Lehrer dafür.

Und – wenn du jemanden siehst, der seine Kinder gut und erfolgreich erzieht, dann frage ihn um Rat.

Liebe Geschwister, wir müssen uns aber auch darüber bewusst sein, dass wir allesamt auf Allahs Barmherzigkeit angewiesen sind, nur mit dieser können wir erfolgreich sein. Auch sollten wir die Lehren über unseren großen Propheten Nuh (Radiallahu anhu) nicht vergessen, der Jahre seines Lebens damit verbrachte, sein Volk zu Allah zu führen, doch sein eigener Sohn starb als einer der Ungläubigen.

Möge Allah uns Seine Barmherzigkeit schenken, und unseren Familien und denen die uns nahestehen. Möge er uns Herzensglück beim Anblick unserer Kinder und unserer Ehegatten schenken, und möge er uns den gottesfürchtigen zum Vorbild machen. Amin.

IVAD-Event: Ein Anruf in Abwesenheit – Die Güte gegenüber den Eltern 26. Mai 2013

Das IVAD-Team präsentiert am Sonntag, 26. Mai 2013  um 15.30 Uhr in der Aula des Immanuel Kant Gymnasiums, Evreuxring 25, 65428 Rüsselsheim einen weiteren deutschsprachigen islamischen Vortrag.
Dieses mal mit dem Titel:Ein Anruf in Abwesenheit – Die Güte gegenüber den Eltern

Referent ist Bruder Nadir Moubarrid.
Alle Brüder und Schwestern sind herzlich zu diesem längst überfälligen Thema und unserem Rahmenprogramm eingeladen.
Weitere Infos dazu gibt es wie gewohnt hier und auf Facebook.

Anbei der Flyer zum Downloaden und Weiterleiten.

IVAD-Event: Ein Anruf in Abwesenheit - Die Güte gegenüber den Eltern 26. Mai 2013

Tipp: Parkmöglichkeiten gibt es zahlreiche gegenüber auf dem Parkplatz der Walter-Köbel-Sporthalle, Evreuxring 31.
mit islamischen Grüßen,
– Dein IVAD-Team
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