Eltern

Nachtvorträge freitags nach Tarawih um 00:30 Uhr im Seminarraum

Im Ramadan wird es an mehreren Freitagen nach dem Tarawih-Gebet Nachtvorträge in deutscher Sprache in unserer Moschee geben.
Am ersten Freitag eröffnet Bruder Edin Ljajic mit einem Vortrag über das Gebet, am zweiten Freitag geht Bruder Mouhsine Chtaiti auf die Güte gegenüber den Eltern ein und am dritten Freitag nimmt uns Diplompsychologin Malika Laabdallaoui mit auf eine Reise zu einem gesünderen Selbst.

Komm also am Freitag zu Tarawih und bleib für den Vortrag um 00:30 Uhr im Seminarraum (1.Stockwerk) der Moschee.

Die Güte gegenüber den Eltern

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.”

Thema unserer heutigen Predigt ist „die Güte gegenüber den Eltern im Islam

Liebe Gläubige, in der vorletzten Freitagspredigt sprachen wir über die Liebe und den gütigen und menschlichen Umgang miteinander. Dabei gingen wir auch auf die Wichtigkeit ein, dass nach der Liebe zu Allah und seinem Propheten  (ﷺ) die Liebe zu den Eltern und die Liebe der Eltern zu ihren Kindern ein tragende Rolle spielen.

Auf Grund der wichtigen Bedeutung dieses Themas, werden wir heute auf den ersten Aspekt, nämlich die Liebe und die Güte gegenüber den Eltern eingehen. Am kommenden Freitag werden wir dann (so Allah will) auf den zweiten Aspekt also die Liebe der Eltern gegenüber ihren Kindern eingehen.

Liebe Geschwister, es ist etwas natürliches, dass jeder seine Eltern liebt, also die Menschen, die aus biologischer Sicht sein Dasein auf dieser Welt ermöglicht haben und von Allah (ta’ala) dafür auserwählt wurden.

Aber im Islam geht die Liebe gegenüber den Eltern weit darüber hinaus. So stellt Allah (ta’ala) die Güte zu ihnen gleich mit dem Gottesdienst. So können wir über diesen Weg Sein Wohlwollen und Glückseligkeit im Dies- und Jenseits erlangen.

Allah (ta’ala) sagt im edlen Quran (in der ungefähren Bedeutung):

Und dein Herr hat befohlen: “Verehrt keinen außer Ihm und (erweist) den Eltern Güte. Wenn ein Elternteil oder beide bei dir ein hohes Alter erreichen, so sage dann nicht “Pfui!” zu ihnen und fahre sie nicht an, sondern sprich zu ihnen in ehrerbietiger Weise.”

Liebe Brüder und Schwestern, liebe Jungen und Mädchen, achtet darauf, unabhängig davon, ob eure Eltern Muslime oder Nicht-Muslime sind, euch gut oder schlecht behandeln:

  • ihnen gegenüber gütig zu sein,
  • barmherzig mit ihnen umzugehen
  • und sie in allen Situationen gut zu behandeln.

Dies ist eine PFLICHT, welche uns Allah (ta’ala) auferlegt hat.

Eine besondere Stellung haben dabei unsere Mütter erlangt, so sagt Allah (ta’ala) im edlen Quran (in der ungefähren Bedeutung):

Und Wir haben dem Menschen im Hinblick auf seine Eltern anbefohlen – seine Mutter trug ihn in wiederholter Schwäche und seine Entwöhnung (erfolgt) innerhalb von zwei Jahren -: “Sei Mir und deinen Eltern dankbar. Zu Mir ist die Heimkehr.”

Wir haben viel Verständnis dafür, wenn junge Brüder und Schwestern sich über das Verhalten ihrer Eltern beschweren, dass sie sich nicht kümmern würden, dass sie manchmal ungerecht seien oder sich gar in die privaten Angelegenheiten ihrer Kinder einmischen. Sicherlich haben Eltern, die dies tun keinen Anrecht dazu, doch liebe Geschwister Allah (ta’ala) hat uns die Aufgabe gegeben, dennoch gütig zu ihnen zu sein und sie trotz allem gut zu behandeln und geduldig mit ihnen zu sein, denn es ist uns eine Ehre, unseren Glauben zu vollenden, in dem wir allen Aufforderungen Allah’s ohne zu zögern nachkommen.

Allah (ta’ala) sagt im edlen Quran (in der ungefähren Bedeutung):

Und senke für sie in Barmherzigkeit den Flügel der Demut und sprich: “Mein Herr, erbarme Dich ihrer (ebenso mitleidig), wie sie mich als Kleines aufgezogen haben.”

Sogar das bloße Seufzen mit dem Wort “Pfui” hat uns Allah (ta’ala) ihnen gegenüber verboten, oder sie an etwas zu hindern, was sie tun wollen, solange es erlaubt (also halal) ist. Und Immer sind wir angehalten mit Milde und Nachsicht mit ihnen zu sprechen, geduldig warmherzig zu ihnen zu sein. Denn:

1. Vergisst nicht, wer euch zur Seite stand, als ihr ganz  klein und hilflos wart, sie haben uns als Kinder beschützt, unsere Sorgen getragen, waren immer für uns da, wenn wir krank waren, haben Tag und Nacht gearbeitet, damit es uns gut geht.

2. Gütig zu den eigenen Eltern zu sein, hat Allah (ta’ala) einen sehr hohen Stellenwert im Islam eingeräumt. Es steht sogar vor dem Jihad (also sich für den Glauben einzusetzen), obwohl diese Aufgabe aus unserer Sicht als Muslime oberster Priorität hat, um den Menschen die friedliche und wunderbare Botschaft des Islams zu vermitteln. Die Belohnung hierfür kommt sogar an zweiter Stelle nach der Belohnung für die fünf Gebete, welche eine der Säulen des Islams darstellt. So heißt sinngemäß in einem Hadith:

Ein Gefährte (also ein Sahabi) fragte den Propheten  (ﷺ):

Welche Taten sind Allah (ta’ala) am liebsten?

Der Prophet  (ﷺ) erwiderte: Das Gebet zeitig zu verrichten.

Dann fragte er erneut: Und was noch?

Der Prophet (ﷺ) antwortete: Gütig zu den Eltern sein.

Dann fragte er erneut, und was noch?

Der Prophet (ﷺ) sagte: Sich für den Glauben einzusetzen.“

3. Gütig zu den eigenen Eltern zu sein ist eine großartige Möglichkeit, um Allah’s Wohlwollen zu erreichen und Vergebung für unsere Sünden zu erlangen.

So heißt es sinngemäß in einem Hadith:

Allah’s Wohlwollen ist in dem Wohlwollen der Eltern eingebettet,

auch der Zorn Allah’s ist in dem Zorn der Eltern eingebettet“

In einem anderen Hadith wird berichtet:

Eines Tages kam ein Mann zum Propheten (ﷺ) und beklagte sich über seine vielen Sünden.

Der Prophet (ﷺ) fragte ihn darauf hin: Hast du eine Mutter? (also lebt deine Mutter?)

Der Mann antwortete: Nein.  Der Prophet (ﷺ) fragte ihn erneut: Hast du eine Tante?,

Der Mann erwiderte: Ja. Daraufhin sagte der Prophet  (ﷺ): Sei gütig zu ihr!“

4. Gütig gegenüber den eigenen Eltern zu sein, eröffnet uns die Tore zum Glück und zur Vergebung unserer Sünden, entfernt uns von Kummer und Trauer und schenkt uns Glück im Dies- und Jenseits.

Dabei sei die Geschichte der drei Männer erwähnt, welche in einem Hadith berichtet wurde. Dabei wurden drei Männer in einer Höhle durch einen riesen Felsen eingeschlossen und ihre Lage war ausweglos. So begannen sie zu beten und Bittgebete (Dua) auszusprechen, damit Allah (ta’ala) ihnen aus ihrer aussichtslosen Lage hilft. Nur bei dem Bittgebet, desjenigen, der gütig zu seinen Eltern war, bewegte sich der Felsen und sie kamen aus der Höhle frei. Dieser folgte nämlich dem Wunsch seiner alten Eltern und ging los um Milch für sie zu besorgen. Als etwas etwas länger gedauert hatte, als erwartet und er zurück kam, waren die Eltern bereits eingeschlafen. Um sie jedoch nicht mit Geräuschen aufzuwecken oder  zu stören, blieb er an einer Stelle bis zum Morgengrauen stehen und wartete bis zu ihrem Aufwachen um ihnen dann die Milch zum Trinken zu geben. Dies tat er mit der Absicht Allah’s Aufforderung gerecht zu werden gegenüber den Eltern gütig zu sein und Allah (ta’ala) hat ihn und seine Begleiter dafür vor dem sicheren Tod bewahrt.

5. Gütig zu den eigenen Eltern zu sein, ist der kürzeste Weg ins Paradies!

In einem Hadith sagte der Prophet  (ﷺ) sinngemäß:

„Er hat verloren, er hat verloren, er hat verloren.

Die Sahabis fragten: Wer O Prophet Allah‘s?

Er antwortete: Derjenige, welcher seine Eltern im Alter oder einen Teil von Ihnen miterlebt, und trotzdem nicht ins Paradies kommt“

Liebe Geschwister, die Liebe, Güte und Barmherzigkeit der Eltern gegenüber ist immer eine Eigenschaft der Propheten und wahren Gläubigen gewesen, die wir uns als Vorbild nehmen. Diesen Vorbildern müssen wir folgen.

Abschließend folgen sechs umfassende Empfehlungen, welche für Frauen und Männer gleichermaßen gelten:

1. Die wahre gläubige Frau unterstützt ihren Mann dabei gütig zu seinen Eltern zu sein, besonders gegenüber seiner Mutter. Sie muss ihm dabei helfen ein guter Muslim zu sein, ihm in guten Taten beistehen und nicht ein Mitunterstützer des Teufels sein, denn es kann nicht angehen, dass die Frau eifersüchtig auf die Mutter ihres Mannes ist. Das ist Wahnsinn und nicht normal. Die Frau hat ihre Rechte. Die Mutter jedoch auch. Beide Rechte dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Im Islam widersprechen sich diese Rechte nicht und konkurrieren auch nicht, sondern sind klar und deutlich geregelt. Das gleiche gilt für den Mann der Eifersucht entwickelt, wenn die eigene Frau gütig zu ihren Eltern ist.

2. Lieber Bruder ignoriere jede Aufforderung, deine Eltern nicht gut zu behandeln und sie zu vernachlässigen, denn wenn dich zum Beispiel deine Ehefrau dafür verlässt, dann könntest du erneut heiraten und auch weitere Kinder bekommen. Deine Eltern jedoch kann niemand ersetzen. Sie gibt es nur einmal und du solltest jede Gelegenheit nutzen, um gut zu ihnen zu sein bevor es zu spät ist. Dein Vater und deine Mutter sind dein Paradies oder deine Hölle, also beeil dich bevor sie sterben und es für dich zu spät ist. Du würdest es ein Leben lang bereuen, wenn du während ihrer Lebenszeit nicht gut zu ihnen warst.

3. Die jungen Männer und Frauen, die sich daran erfreuen, die Köpfe ihrer Eltern zu küssen, fordere ich auf, auch ihre Füße zu küssen um Demut ihnen gegenüber zu zeigen und Allah’s Wohlwollen in vollendeter Form zu erlangen.

4. Und diejenige, die entfernt von ihren Eltern leben müssen, fordere ich auf stets den Kontakt zu ihnen halten, ohne Rücksicht auf die Kosten und immer Bettgebete für sie zu sprechen.

5. Diejenigen, deren Eltern nicht mehr leben sollten, dürfen nicht vergessen, dass sie auch nach ihrem Tod gütig zu ihnen sein können, in dem sie für ihre verstorbenen Eltern Bittgebete sprechen und ihre Verwandten und Freunde besuchen und gütig zu ihnen sind.

6. Geschiedene Eheleute sollten gottesfürchtig sein und die Kinder nicht dazu verleiten den Vater oder die Mutter zu hassen.

Möge uns der gütige und liebevolle Umgang gegenüber unseren Eltern die Tore zu Allah’s Gnade und Seinem Paradies öffnen.

Gepriesen sei unser Herr – und gesegnet sei unser Prophet ().  Und das letzte unserer Bittgebete sei der Dank und die Lobpreisung Allahs.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

IVAD-Event: Ein Anruf in Abwesenheit – Die Güte gegenüber den Eltern 26. Mai 2013

Das IVAD-Team präsentiert am Sonntag, 26. Mai 2013  um 15.30 Uhr in der Aula des Immanuel Kant Gymnasiums, Evreuxring 25, 65428 Rüsselsheim einen weiteren deutschsprachigen islamischen Vortrag.
Dieses mal mit dem Titel:Ein Anruf in Abwesenheit – Die Güte gegenüber den Eltern

Referent ist Bruder Nadir Moubarrid.
Alle Brüder und Schwestern sind herzlich zu diesem längst überfälligen Thema und unserem Rahmenprogramm eingeladen.
Weitere Infos dazu gibt es wie gewohnt hier und auf Facebook.

Anbei der Flyer zum Downloaden und Weiterleiten.

IVAD-Event: Ein Anruf in Abwesenheit - Die Güte gegenüber den Eltern 26. Mai 2013

Tipp: Parkmöglichkeiten gibt es zahlreiche gegenüber auf dem Parkplatz der Walter-Köbel-Sporthalle, Evreuxring 31.
mit islamischen Grüßen,
– Dein IVAD-Team
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