Djumra

Beginn der Freitagspredigt: 14:45 Uhr

Die Freitagspredigt in der Othman Ibn Affan Moschee beginnt inshaAllah um ¼ vor 3.
Anbei noch etwas Information zur Sunnah unseres Propheten فاتبعوني – ﷺ

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Omar ibn al-Khattab

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Allbarmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß sei über Muhammad, der aus Barmherzigkeit den Weltenbewohner entsandt wurde (sas).

Liebe Geschwister im Islam,

bereits in der letzten Woche hörten wir Auszüge aus dem Leben von Abu Bakr, einem herausragenden Gefährten unseres Propheten Muhamed (S). Menschen die durch den Quran und der Schule des Propheten (S) zu leuchtenden Vorbilder für die Menschheit geworden sind – deren Namen bis zum Ende dieser Welt ehrfürchtig Erwähnung finden.

Einst bestieg der Prophet (s) einen Berg in Uhud mit Abu Bakr, Omar und Uthman r.a., und der Berg erzitterte unter einem plötzlich aufkommendem Erdbeben. Daraufhin sprach der Prophet (S) zum Berg:

Sei still Berg! Auf dir schreitet ein Prophet, ein Wahrhaftiger und zwei Märtyrer.“

Und der Berg gehorchte, nie wandelten edlere Menschen über ihn.

Heute möchten wir uns an einige der Charaktereigenschaften von dem großen Gefährten Omar ibn al-Khattab erinnern, einem der größten und gerechtesten Anführer den die Menschheit kannte, der Prophet (S) sagte über ihn:

Würde es einen Propheten nach mir geben, würde Omar dieser Mann sein, denn niemand vermag derart gerecht zu sein wie er.”

Und in einer anderen Überlieferung heißt es:

Wahrlich, es gab schon vor euch Menschen unter den Kindern Israels, zu denen gesprochen wurde, ohne dass sie Propheten waren. Wenn sich einer von diesen in meiner Umma befindet, dann ist es Omar.“

Omar zeichnete sich einerseits durch seinen tiefen und demütigen Glauben aus, andererseits war er eine bemerkenswerte Persönlichkeit – der stets unbeirrt der Wahrheit, Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit folgte. Einen besonderen Charakter hatte er bereits bevor er den Islam annahm – durch den Islam aber veredelte er seinen Charakter und fand seinen Weg in die islamischen Geschichtsbücher. Er wachte nachts, damit die Menschen schlafen konnten – und er hungerte, damit er den Menschen zu essen geben konnte. Er war so standhaft in seinem rechten Weg, dass der Prophet (S) über ihn sagte:

(…) Sohn des Khattab, bei Dem, in dessen Hand meine Seele ist, wenn Scheitan dich den einen Weg gehen sähe, dann würde er selbst den anderen nehmen“.

An anderer Stelle lobte der Prophet (s) sowohl den Glauben als auch das Wissen von Omar (r.a.). Und der Prophet (S) prophezeite Omar (r.a.) dass er ein Bewohner des Paradieses sein wird – in einem Hadith berichtet der Prophet(S), dass er sich im Traum im Paradies gesehen hat, er machte die Gebetswaschung in der Nähe eines Schlosses aus dem eine Frau heraustrat – er fragte sie, wem gehört dieses Schloss? Und die Frau antwortete: es gehört Omar. Der Prophet (S) sagte, ich erinnerte mich der Eifersucht von Omar und verließ diesen Ort hastig. Als Omar dies hörte, sagte er weinend – O Prophet, wie kann ich dir gegenüber eifersüchtig werden?

Omar hatte ein bemerkenswertes Verantwortungsgefühl – auch als er das Khalifat übernahm, wusste er dass diese Aufgabe eine Bürde ist und keine Bereicherung, eine Versuchung der man mit Demut entgegentreten muss. Er sagte einst, wenn ein Tier zu Tode stürzen sollte, würde ich mich sorgen, dass Allah Omar fragt, warum du diesem Tier keinen Pfad hast errichten lassen auf dem es sicher gehen kann.

Als er das Khalifat übernahm, sprach er zu seinem Volk:

Gehorcht mir solange ihr seht, dass ich Allah in euren Rechten gehorche. Wenn ich Ihm gegenüber ungehorsam bin – so dürft ihr mir kein Gehorsam erbringen. Ein Mann antwortete: O Amir al Mouminin, Bei dem der Mohammed mit der Wahrheit entsandt hat, wenn wir in dir Fehler sehen, werden wir diese zu Not auch mit unseren Schwertern verbessern. Da lächelte Omar und sagte: nichts Gutes wäre in euch, wenn ihr das nicht gesagt hättet. Und nichts Gutes wäre in mir, wenn ich diese Worte nicht zulassen würden.

Über Omar wird berichtet, als er bei einem Sterbenden war, hatte er unmittelbar nach dessen Versterben das Licht ausgemacht, die Anwesenden fragten ihn verwundert: willst du uns nun im Dunkeln lassen? Omar sagte: dieses Öl, welches wir für das Licht benutzen ist nun Eigentum der Waisenkinder – wollt ihr, dass wir deren Erbe zu Unrecht verbrauchen?

Omar zeichnete sich durch seine Beharrlichkeit aus, der Wahrheit zu folgen – gerecht zu handeln, Allahs Gebote und Verbote einzuhalten. Er war ein Herrscher, der mit besten Wissen und Gewissen all seine Kraft für das Wohlergehen seines Volkes einsetzte, ohne in seinem Inneren Hochmut oder Selbstgefälligkeit aufkommen zu lassen und erzog sein Ego mit Demut. Er sagte einst zu seinen Gefährten – wenn ich wollen würde, hätte ich die besten Gewänder und die schönsten Häuser – doch ziehe ich diese Kostbarkeiten im Jenseits vor. 

Von Messerstichen tödlich verletzt sagte Omar vor seinem Tode: Wehe dem Omar, wenn der Gott Omars ihm nicht mit Vergebung und Barmherzigkeit entgegentritt; dies sagend, fing er an zu weinen.

Da sagte einer der Gefährten: ich hörte wie der Prophet sagte: der erste der sein Buch in seiner Rechten nimmt, wird Omar sein. Auch Omar war anwesend, als der Prophet dies sagte – aber der schwere Moment des Todes, ließ es ihn vergessen. Als Omar diese Worte hörte, beruhigte er sich, und bat Abu Musa diese Worte zu wiederholen – dann sagte er: Und Ich bezeuge das es keinen Gott außer Allah gibt und der Prophet sein Gesandter ist – und  verstarb mit diesen Worten auf den Lippen.

Möge sich Allah Omar erbarmen!

Liebe Geschwister im Islam – wo wäre der Stellenwert der islamischen Umah heute, wenn wir Anführer wie Omar hätten – wenn Allah uns solch einen Khalifen schenken würde, der die Muslime vereint und mit Gottesfurcht und Gerechtigkeit führen würde, müssten wir nicht hilflos zusehen, wie unsere Geschwister, unsere Kinder, Mütter und Väter tagtäglich getötet, gefoltert und gedemütigt werden.

O Allah – einige das Wort der Muslime – schenke uns einen Führer der uns vereint und uns in Deinem Namen führt, Amin.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Die Bedeutung der Enthaltsamkeit/Zurückhaltung – Teil 1

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Das heutige Thema der Khutba ist: العفة

(Al-3iffah) – was wir versuchen mit Keuschheit, Enthaltsamkeit – oder Erhabenheit zu übersetzen und einen Teilaspekt des Charakters darstellt. Einer der Sahabis fasste die Lehren Muhameds (S) vor dem äthiopischen König mit den Worten zusammen: „er fordert uns zur Aufrichtigkeit, zum wahren der Familienbande und zur Keuschheit auf“.

Aber mit „A-3iffah“ sind zwei Dinge gemeint:

  1. Keuschheit bezüglich einer „fremden“ Frau oder eines Mannes
  2. Die Keuschheit in der Art und Weise wie man Geld erwirbt und anhäuft.

Heute werden wir uns InschaAllah mit dem ersten Punkt befassen und in der nächsten Woche den zweiten Punkt behandeln.

Allah der Erhaben ruft uns zur Keuschheit auf, sie hat auch seit jeher die Propheten und die Rechtschaffenen Menschen ausgezeichnet – und die Keuschheit ist ein Weg, der zum Paradies führt. Im Quran spricht Allah zu uns und sagt:

Diejenigen, die keine (Möglichkeit zum) Heirat(en) finden, sollen keusch bleiben, bis Allah sie durch Seine Huld reich macht. (…)”

Und in Surat Al Muminun zeigt Allah auf, dass die Keuschheit der Weg derer ist, denen es „wohl ergehen wird“ – so heißt es in der Sura:

Den Gläubigen wird es ja wohl ergehen, (…),und denjenigen, die ihre Scham hüten, außer gegenüber ihren Gattinnen (…), wer aber darüber hinaus (etwas) begehrt, das sind die Übertreter (…)”

An anderer Stelle lehrt uns Allah, dass dies der Weg zur Vergebung und zu unermesslichen Lohn bei Allah ist, so heißt es in Surat Al-Ahzab:

Gewiß, muslimische Männer und muslimische Frauen, (…), Männer, die ihre Scham hüten und
Frauen, die (ihre Scham) hüten, (…) für (all) sie hat Allah Vergebung und großartigen Lohn bereitet.”

In einem Hadith lehrt uns der Prophet(S), dass die Keuschheit einer der (sieben) Gründe ist, am Tage der Auferstehung Zuflucht unter den Schatten Allahs zu finden, an dem Tag, an dem es außer dem Schatten Allahs kein Zufluchtsort geben wird.

Und in anderen Ahadith lehrt der Prophet, dass keusches Verhalten, den Blick senken und Allah in seinen Grenzen zu fürchten, Heil für die Seele bringen wird, die Sorgen, den Kummer und die Not heilen wird.

Der Prophet zeigt in einem weiteren Hadith, dass die Frucht der Keuschheit das höchste Ziel ist, nämlich Allahs Vergebung und das Paradies – so heißt es in einem Hadith: „Wer für das garantieren kann, was sich zwischen seinem Mund und seinen Beinen befindet, dem garantiere ich das Paradies“.

In einem weiteren Hadith lehrt uns der Prophet(S), dass Allah demjenigen beisteht, der um Keuschheit bemüht ist: „dreien steht Allahs Hilfe zu: demjenigen der sich im Jihad [-also auf dem Wege Allahs-] befindet, demjenigen der seinem Sklaven die Möglichkeit gibt sich freizukaufen – und demjenigen, der sich um Keuschheit bemüht“.

Und aus weiteren Ahadith kann man zusammenfassend sagen, dass wenn der Mann unkeusch ist, er dieses in seinem eigenen Hause wiederfinden wird.

Liebe Geschwister im Islam – wer diese „3iffah“ erreichen möchte muss sich an folgenden Punkten festhalten:

1. Senke deinen Blick! Dies gilt für die Männer und die Frauen gleichermaßen – in Surat Al-Nur heißt es:

Sag zu den gläubigen Männern, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten. Das ist lauterer für sie. Gewiß, Allah ist Kundig dessen, was sie machen.” 

2. Hüte deine Zunge! So heißt es auf die Frauen des Propheten(S) im Quran bezogen in Surat Al Ahzab:

O Frauen des Propheten, (…). Wenn ihr gottesfürchtig seid, dann seid nicht unterwürfig im Reden, damit nicht derjenige, in dessen Herzen Krankheit ist, begehrlich wird, sondern sagt geziemende Worte”

3. Das frühe heiraten! Denn die Heirat gibt einen Schutz vor der Unzucht – der Prophet lehrte die Jugendlichen früh zu heiraten, wer sich dies leisten kann – und wer nicht, der solle Schutz im Fasten finden.

4. Sich nicht alleine mit einer „fremden“ Frau oder Mann zurückziehen! Der Prophet lehrte, wann immer eine Frau und Mann sich alleine befinden – ist der dritte unter ihnen der Satan. (mit „fremde“ Frau ist hier gemeint, dass diese Frau aus islamischer Sicht, sich vor diesem Mann bedecken müsste – also nicht die Schwester, Tante oder Ehefrau ist – aber, unter „fremd“ gehört hier auch der Schwager oder die Schwägerin!).

5. Unseren Töchtern und Söhnen die Scham und keusches Verhalten vermitteln und vorleben. Dazu gehört auch das Vermitteln des Kopftuchs und der islamischen Kleidervorschrift.

6. Das du Allah um Aufrichtigkeit und Hilfe bittest! In Surat Jusuf berichtet uns der Quran über diesen edlen Propheten – und den Prüfungen denen er ausgesetzt wurde, darunter auch, dass er von einer reichen und vornehmen Frau verführt wurde – er aber standhaft blieb und Allah um Stärke bat:

Er sagte: “Mein Herr, das Gefängnis ist mir lieber als das, wozu sie mich auffordern. Und wenn Du ihre List von mir nicht abwendest, werde ich mich zu ihnen hingezogen fühlen und zu den Toren gehören.” 

7. Orte der Versuchung meiden, wenn es geht! In Surat AL Nur heißt es:

O die ihr glaubt, folgt nicht den Fußstapfen des Satans, denn wer den Fußstapfen des Satans folgt, der gebietet das Schändliche und Verwerfliche.” 

8. Mache dir Bewusst, dass Allah die Unzucht nicht billigt und dass die Keuschheit ein Ausdruck der Gottesehrfurcht und Wahrung Seiner Grenzen darstellt – so heißt es in Surat An-Nazi3at:

Was aber jemanden angeht, der den Stand seines Herrn gefürchtet und seiner Seele die (bösen) Neigungen untersagt hat, so wird der (Paradies)garten (ihm) Zufluchtsort sein.”

Liebe Geschwister im Islam, diese aufrichtige Keuschheit – Enthaltsamkeit für Allah kommt nicht nur dem einzelnen zur Gute, der sie begeht, sondern der gesamten Gesellschaft.

Möge Allah unseren unterdrückten Geschwistern in Syrien und auf der gesamten Welt beistehen. 

(Im Arabischen Original von Sheikh Abdelhak Elkouani)

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Lehren und Erinnerungen aus dem Wunder der Nacht- und Himmelsreise

Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Heutiges Thema ist „Al Israa ual Mi3raj“ – die Nacht- und Himmelsreise unseres Propheten Muhamed (s).

Allah (t) erwähnt dieses Ereignis im Quran:

Gepriesen sei Der, Der bei Nacht Seinen Diener von der heiligen Moschee zu der fernen Moschee, deren Umgebung Wir gesegnet haben, hinführte, auf daß Wir ihm einige Unserer Zeichen zeigten. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allsehende. [17:1]”

Der Quran berichtet uns von einer wundersamen Reise, die unser Prophet Muhamed (S) in Begleitung des Engels Gabriels in einer Nacht unternommen hat. Diese Reise ereignete sich in einer schweren Zeit für die Muslime. Es waren neun Jahre her, dass der Engel Gabriel das erste Mal dem Propheten erschienen ist – und die Unterdrückungen der Mekkaner nahmen in diesem Jahr bis aufs unerträgliche zu. In diesem Jahr verstarb der Onkel des Propheten – Abu Talib, der ihn vor den Mekkanern beschützte. Etwa ein halbes Jahr später starb seine Ehefrau Chadija (r).

Die Sorge und Trauer lastete so stark auf die Muslime, dass dieses Jahr „das Jahr der Trauer“ genannt wurde. Der Prophet ging zu einer benachbarten Stadt – Namens Al Taif – und wollte ihre Einwohner zum Islam einladen, doch vertriebenen sie ihn aus der Stadt und er erlebte eine bittere Enttäuschung.  Als die Situation für den Propheten und die Muslime immer schwerer wurde, erschien der Engel Gabriel und lud Muhamed (S) zu einer Reise ein – eine irdische Reise zu einem gesegneten Ort – und eine himmlische Reise – über die sieben Himmel hinaus – eine Reise, die dem Propheten und den Muslimen Mut und Hoffnung machen sollte in dieser schweren Zeit – und, die den Stellenwert unseres Propheten unter den Menschen aufzeigte.

Liebe Geschwister im Islam, wenn unsere Ummah heute sehr schwere Zeiten durchlebt, und viele unserer Geschwister durch Krieg und Folter leiden, sollte uns die Geschichte unseres Propheten Mut machen, denn nach den schlimmen Zeiten werden – so Allah will – bessere Zeiten eintreten –und Allahs Wille wird eintreffen – daran gibt es keinen Zweifel – in Surat Al Inshirah heißt es:

Also gewiß, mit der Erschwernis ist Erleichterung – gewiß, mit der Erschwernis ist Erleichterung.“

Lasst uns einige Punkte dieser wundersamen Reise gedenken – die sich in diesem Monat Rajab ereignete.

Der Engel Gabriel erschien ihm und begleitete den Propheten zum Buraq – einem Reittier, auf dem bereits die Propheten vor Muhamed (s) geritten sind – jeder Schritt dieses Tieres ist so lang, wie das Auge sehen kann. Mit diesem Buraq erreichte der Prophet in einer Nacht Palästina, und kam zur Al-Aqsa Moschee, dem gesegneten Land.

Dort erwarteten ihn bereits alle Propheten, die vor Muhamed (S) entsandt wurden. Und der Engel Gabriel ernannte Muhamed(S) zum Vorbeter über all die anderen Propheten –  als Ausdruck des Stellenwertes unseres Propheten – aber auch als Ausdruck der Einheit aller Propheten, dass alle mit der gleichen Kernbotschaft entsandt wurden.

Nach dem Gebet brachte ihm Gabriel zwei Gefäße, das eine mit Wein gefüllt, das andere mit Milch. Der Prophet nahm das Gefäß mit der Milch und trank davon. Da sprach Gabriel zu ihm: »Du hast dich für die natürliche Veranlagung entschieden – Rechtgeleitet wurdest du für die Schöpfung und rechtgeleitet wurde dein Volk, o Muhammad! Der Wein ist euch verboten.

Nach dem Gebet reiste er mit Gabriel die sieben Himmel empor, er sah die Wunder seines Herren und begegnete auf jeder Stufe Propheten.

Als er dann mit seinem Begleiter Gabriel vor der letzten Stufe stand, sagte Gabriel zum Propheten er solle nun alleine weitergehen, einem Jeden entsprechend seinem Stellenwert, Gabriel blieb zurück. Ein weiteres Zeichen dafür, dass unser Prophet das edelste der Geschöpfe ist.

Dort, am höchsten Punkt wurde ihm und seiner Umma das Gebet auferlegt. Es waren 50 Gebete am Tag, doch erleichterte Allah uns diese Pflicht auf fünf Gebete am Tag, die von Allah 50fach und mehr vergolten werden.  Alleine das sollte jeden, der das Gebet vernachlässigt zeigen, welchen Stellenwert das Gebet in der Religion hat – und wie wichtig es für die Rettung seiner Seele ist.

Die Geschichte der Nachtreise lehrt uns aber auch den Stellenwert der Al-Aqsa Moschee in Palästina, über der Allah im Quran sagt, dass sowohl diese Moschee als auch deren Umgebung gesegnet seien. Allah ließ dort in der Nacht alle Propheten erscheinen – und war dieses gesegnete Land doch jeher die Heimat vieler Propheten gewesen.

Gepriesen sei Der, Der bei Nacht Seinen Diener von der heiligen Moschee (also die Kaaba) zu der Al-Aqsa Moschee (in Palästina), deren Umgebung Wir gesegnet haben, hinführte, auf daß Wir ihm einige Unserer Zeichen zeigten.”[17:1]

In diesem Vers hat Allah die heilige Moschee in Mekka mit der Al-Aqsa Moschee verknüpft, auf dass die Muslime die Verbindung zwischen der Kaaba und der Al-Aqsa Moschee erkennen und nicht vergessen. Dies ist eine Verantwortung, die der islamischen Ummah auferlegt wurde.

Der Prophet reiste dann von Al-Aqsa mit dem Buraq zurück nach Mekka. Als er seinem Volk berichtete, was er erlebte, stellte es für einen Teil der jungen Muslime eine schwere Prüfung dar, einige glaubten ihm nicht und kehrten vom Glauben ab, andere stärkte dies in ihrem Glauben, und in dieser Stunde erhielt AbuBakr den Beinamen Al-Siddiq, er sagte nur: „bei Allah, wenn er es gesagt hat, dann sprach er die Wahrheit. Ich glaubte ihm bereits, als er mit noch erstaunlicherem kam, denn ich glaubte ihm, als er mit Nachrichten aus dem Himmel kam – (also dem Quran) so glaube ich ihm auch jetzt“

Liebe Geschwister im Islam, diese Reise ereignete sich, als die Muslime sich in einer sehr schweren Lage befanden – Allah ehrte seinen Propheten und die Gefährten mit dieser Reise und erleichterte ihre Herzen – denn sie waren trotz der schweren Zeit standhaft und aufrichtig – und ihre Geduld und Treuer wurde von Allah belohnt.

Möge Allah unsere Herzen reinigen und uns aufrichtig und standhaft sein lassen – auf dass das Übel und die Demütigungen die unsere Ummah befallen haben ein Ende finden.

(Im Arabischen Original von Sheikh Abdelhak Elkouani)

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Der Iman

Im Namen Allahs, Des Erbarmers, Des Barmherzigen,

Liebe Geschwister im Islam,

Allah ( t ) sagt im Quran:

Er ist es, der die innere Ruhe in die Herzen der Gläubigen herabgesandt hat, damit sie in ihrem Glauben noch an Glauben zunehmen. Und Allah gehören die Heerscharen der Himmel und der Erde. Und Allah ist Allwissend und Allweise.”

An anderer Stelle im Quran heißt es:

Kann denn wohl einer, der tot war und dem wir Leben gaben und für den wir ein Licht machten, um damit unter den Menschen zu wandeln, dem gleich sein, der in Finsternissen ist und nicht daraus hervorzugehen vermag?“

Dieses Licht, das uns aus den Finsternissen führt, ist der Iman, den Allah in unsere Herzen gelegt hat.

Der Iman an Allah ( t ) ist das zentrale, das erste und letzte Ziel unsrer Existenz auf Erden

Der Prophet ( a.s.s. ) sagte: „Der Iman wird in euer Inneres gelegt wie ein Stück Stoff, so bittet Allah, euren Iman zu erneuern.“

Denn jeder von uns weiß aus eigener leidvoller Erfahrung, dass der Iman an manchen Tagen stärker und an anderen Tagen wieder  schwächer wird.

Dieser Iman also braucht Pflege und Fürsorge, so wie eine junge Pflanze Pflege und Fürsorge braucht, wie das Bewässern und den Schutz vor Schädlingen.

Was aber den Iman betrifft, so ist sicherlich ein Weg zu seiner Stärkung die Einsamkeit, in der man mit seinem Schöpfer alleine ist, Seiner gedenkt und ihn preist.

Ein aber auch sehr wichtiger Weg  zu seiner Pflege und zu seinem Schutz  ist das Zusammenkommen der Gläubigen, indem sie einander das Gute gebieten und das Verbotene verbieten, indem sie gemeinsam Allahs ( t ) gedenken und einander im Iman bestärken. Ein Sahabi, namens Abdallah ibn Rauaha pflegte zu seinen gläubigen Geschwistern zu sagen: „Komm, lass uns für ein Stündchen zusammen an Allah gedenken!“ 

Er liebte das Zusammensitzen mit seinen gläubigen Geschwistern, weil er wusste, dass die Engel immer einer Versammlung von Gläubigen beiwohnen die in ihrer Versammlung Allahs gedenken.

Der Prophet ( a.s.s.) sagte: „Allah ( t ) hat Engel, die auf den Wegen herumwandeln, auf der Suche nach Versammlungen, in denen Allahs ( t ) gedacht wird. Und wenn sie eine Gruppe sehen, die Allahs ( t ) gedenken, rufen sie einander auf, dieser Versammlung beizuwohnen, indem sie sagen: Kommt zu eurem Anliegen!“

Sie gesellen sich zu ihnen und sie werden immer mehr, bis sie den Himmel erreichen. Wenn sie dann fertig sind steigen sie herauf zu ihrem Herrn und berichten Ihm, was sie getan haben und sagen: „O unser Herr, wir haben auf der Erde Deine Diener Dich preisen sehen, da haben wir Dich mit ihnen gepriesen. Und wir sahen sie den Takbir sagen, da sagten wir mit ihnen den Takbir.  Und wir sahen sie Dich loben, da lobten wir Dich mit ihnen.“ 

Dann wird Allah sagen: „Ich nehme euch zu Zeugen dafür, dass Ich ihnen vergeben habe.” 

Die Engel werden sagen: „Aber es war ein Mann mit ihnen, der gehörte nicht zu ihnen, er war dort für seine eigene Sache.“ 

Da antwortet Allah : „Sie sind die Menschen, deren Beiwohner nicht leer ausgehen.“ So dass Allah auch diesem Fremden vergibt.

Ja, liebe Brüder und Schwestern, wir alle bedürfen der Erneuerung unseres Iman.

Ein Weg dahin ist sicherlich auch dass wir stets auf unseren Glauben achten und ihn beschützen, indem wir zu Allahs Buch zurückkehren und uns auf das besinnen, was Allah uns darin mitzuteilen hat, indem wir lesen, lernen und verstehen, was in diesem Buch geschrieben steht, denn nur durch Wissen und Verinnerlichen der Botschaft Allahs kann unser Glaube wachsen und stark sein.

In diesem Buch lernen wir die Liebe zu Allah, zum Propheten Muhammad (a.s.s.) und zu seinen Gefährten. Diese Liebe zu Allah und Seinen Gesandten wiederum ist eine wichtige Säule des Glaubens. Ohne sie kann Iman nicht sein und je größer sie wird, um so stärker wird der Iman.

Der Prophet Muhammad( a.s.s.) hat uns ans Herz gelegt, stets an den Tod zu denken und Allah um Vergebung zu bitten, denn der Tod erinnert uns an die Vergänglichkeit des Lebens und hilft uns, in dieser Welt das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden, das Gute vom Schlechten zu unterscheiden.

Liebe Geschwister, achtet auf Euren Iman und beschützt ihn gut, denn er ist ein flüchtiges Geschöpf und je weniger man ihn beachtet, desto mehr entfernt er sich von uns .

Unser geliebter Prophet (a.s.s.) pflegte folgende Duaa oft zu sprechen: „Dich Allah, der Du  die Herzen wendest , bitte ich, meinen Glauben zu stärken.“

In diesem Sinne, liebe Geschwister im Islam, lasst uns Allah bitten: O Allah, festige und beschütze unseren Glauben und lass uns zu jenen gehören, die in Gesellschaft der Menschen und der Engel und auch in Einsamkeit Deiner gedenken Dich preisen und Dich um Vergebung bitten.

Amin.

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Wünsche im Diesseits/ im Jenseits

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Allbarmherzigen

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten, Dir danken wir, und Dich ersuchen wir um Hilfe. Deine Vergebung erbitten wir – und bei Dir suchen wir Zuflucht. 

Liebe Brüder, liebe Schwestern,

jeder Mensch hegt in seinem Leben Wünsche und Träume. Diese variieren je nach Herkunft, Ideologie, Lebensumstände und Gesellschaft, in der das Individuum lebt.

Fragen wir beispielsweise einen Menschen aus ärmlichen Verhältnissen nach seinen Wünschen, so wird er anführen, dass er sich einen Ausstieg aus der Armut wünscht: vielleicht einen gut bezahlten Job, mit Sicherheit Geld, ein Haus und einen würdigen Wagen, gute Kleidung und was sonst noch alles zu einem Leben in Reichtum gehört.

Fragen wir einen Kranken, dem weder das Aufstehen noch der Genuss vergönnt sind, was er denn am liebsten hätte, so wird er antworten, dass er sich nichts sehnlicher wünscht, als seine Genesung. All sein Hab und Gut würde er dafür geben, wieder nach Lust und Laune spazieren und seine Freiheit auskosten zu dürfen.

Fragen wir einen jungen Mann, der noch in der Ausbildung steckt, nach seinen Träumen und seinen Zielen, wird er aufführen, dass er seine Prüfungen zu bestehen, eine gute Anstellung, eine angemessene Wohnung und eine treue Ehepartnerin an seine Seite zu finden wünscht.

Und fragen wir einen Geschäftsmann, den Manager eines erfolgreichen Unternehmens beispielsweise nach seinen Zielen, was wohl wird seine Antwort sein? Natürlich noch mehr Wachstum und noch mehr Gewinne und ein noch höheres Gehalt….

Es bleibt ein menschliches Gesetz, dass derjenige, der wenig hat, niemals zufrieden und derjenige, der viel hat, niemals satt wird. Die weltlichen Sehnsüchte werden niemals versiegen. Unser Prophet (sas) sprach zu recht: „Hätten die Kinder Adams einen Palmenhain, so würden sie sich noch einen wünschen. Dann würden sie sich noch einen wünschen. Und dann noch einen, bis sie sich viele Palmenhaine wünschten. Und nichts wird ihren Rachen stopfen können außer der Erde, die schließlich über sie geschüttet wird.“

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

es sind die Wünsche und Ziele, die die Existenz des Menschen bestimmen. Ihnen hängt er zeit seines Lebens hinterher. Und dem ein oder anderen, der hartnäckig daran arbeitet, mag Allah sogar zur Verwirklichung seiner Träume verhelfen…

Doch heute blicken wir auf eine große Gruppe von Menschen, die ihre Wünsche nicht umsetzen können.  Wer sind jene Menschen deren Anträge unbearbeitet und deren Träume unerfüllt bleiben? Warum werden ihre Rufe nicht erhört? Können wir ihnen helfen? Ihr Leid lindern?

Diese Gruppe liebe Geschwister sind Geiseln ihrer Taten, sind vergessene Reisende ohne Wiederkehr. Es sind die Verstorbenen, über die wir heute sprechen.

Was sind nun die Wünsche der Verstorbenen, über die wir keine Nachrichten erhalten? Wer kann uns Kunde bringen über das, was sie beschäftigt?  Lasst uns einen Blick werfen auf jenes vergessene Volk der Wartenden im Stadium zwischen Dies- und Jenseits, die bereits einen Blick auf die lichte und auf die dunkle Seite des Jenseits werfen durften, die der Engel Allahs gewahr wurden, die den Zusammenhang von Diesseits und Jenseits begriffen haben und die erkannt haben, dass der Tag des Jüngsten Gerichts Tatsache ist und kommen wird.

Werden sie sich wünschen, wieder auf die Erde kommen zu dürfen, um Spaß zu haben? Um sich an dem, was die Erde bietet, zu berauschen und in vollen Zügen einmal noch auszukosten? Um noch weitere Reichtümer anzuhäufen? Werden sie wieder kommen wollen, um zu feiern? Um den ultimativen Kick zu erleben? Was werden sie sich wünschen, jene, die das Leben hinter sich gelassen und einen Blick auf das Leben nach dem Tod geworfen haben?

Lasst uns schauen, liebe Schwestern und Brüder, was uns unser Schöpfer und sein Gesandter (sas) hierzu offenbart haben.

Der Mensch im Reich der Toten wünscht sich zum Einen, dass er zurückkäme, um zu beten, und wenn es nur ein Kniefall wäre. Ein Gefährte unseres Propheten berichtete, dass sie eines Tages an einem Grab vorbei kamen. Er (sas) wünschte zu erfahren, wer denn in diesem Grabe liegt. Als man ihm den Namen nannte, sagte er: Zwei Kniefälle sind diesem Menschen lieber als alles andere, was euer Leben bietet“

Zwei Kniefälle, liebe Geschwister, das sind einige wenige Minuten, die sich ein Mensch im Jenseits wünscht, um noch einmal etwas tun zu dürfen, was in seinem langen Erdenleben nur wenig Beachtung fand. Um etwas nachzuholen, was er versäumt hatte. Um noch einmal Demut vor seinem Schöpfer zu zeigen- zu erleben. Um noch einmal dem Ausspruch des Gesandten(sas) gerecht zu werden: „Das Gebet ist ein wichtiger Grundstein. Wer kann, sollte möglichst viel davon verrichten“

Ist es nicht so, liebe Geschwister, dass wir Lebenden unsere Gebetszeiten und sogar unser Leben als Ganzes vernachlässigen? Nutzen wir nicht jede Gelegenheit, um die uns gegebene, befristete Lebenszeit totzuschlagen? Ist nicht jede Kurzweil stets willkommen? Kommt es nicht allzu oft vor, dass wir den Gebetsruf hören und nicht folgen, weil wir meinen, dass das Gebet noch warten kann?

  • Ein weiterer Wunsch der Verstorbenen ist die Rückkehr –und wären es nur wenige Minuten- um im Namen des Barmherzigen spenden zu dürfen. Zurückkehren, um wenigstens einmal Großzügigkeit und Mitleid zu demonstrieren- zu erleben.

Im großzügigen Qur´an wird der Wunsch der Verstorbenen so beschrieben:

Und gebt aus von dem, womit Wir euch versorgt haben, bevor zu einem von euch der Tod kommt und er dann sagt: “Mein Herr, würdest Du mich doch auf eine kurze Frist zurückstellen! Dann würde ich Almosen geben und zu den Rechtschaffenen gehören“. Allah wird aber keine Seele zurückstellen, wenn ihre Frist kommt. Und Allah ist dessen, was ihr tut, Kundig. “

Dieser Wunsch wird voll Bedauern und Reue gehegt, denn die Verstorbenen wissen, welche Dinge im Leben von Bedeutung sind, wissen, dass die Spende eine der Taten ist, die Allah am meisten gefällt, dass der Mensch einst gefragt wird, woher er seine Güter hat und wofür er sie eingesetzt hat. War es nicht die Regel, dass ihre Gelder und ihre Güter für die eigenen Bedürfnisse und für die eigenen Annehmlichkeiten ausgegeben wurden? Doch für jene kommt diese Erkenntnis unwiderruflich zu spät. Und endlich möchte der Verstorbene wiederkehren -und sei es ebenfalls nur für wenige Augenblicke- um etwas Gutes zu tun. Um irgendetwas Nützliches zu vollbringen. Um etwas wettzumachen, was er in seinem Erdenleben versäumt oder verpfuscht hat. Um Gehorsam zu zeigen gegenüber dem, was sein Glaube von ihm einfordert. Um Gehorsam zu erleben. Und sei es nur, um  seinen Schöpfer zu lobpreisen. Doch auch dieser Wunsch wird ihm verwehrt bleiben. Im Qur`an heißt es:  

Wenn dann der Tod zu einem von ihnen kommt, sagt er: „Mein Herr, bringt mich zurück auf das ich rechtschaffen handele in dem, was ich hinterlassen habe.” Keineswegs! (…) hinter ihnen wird ein trennendes Hindernis sein bis zu dem Tag, da sie auferweckt werden“

Dies liebe Geschwister sind die Wünsche unendlich vieler Seelen, die im Stadium zwischen Diesseits und Jenseits der Tag der Gerechtigkeit erwartet.

Den Gläubigen sind im Diesseits keine Ruhe und keine Pause gedacht. Die Erholung und der Genuss sind ihnen vorgesehen, wenn sie durch die Pforten des Paradieses eintreten und es heißen wird: „Friede sei mit euch dafür, dass ihr geduldig wart! Wie trefflich ist nun die endgültige Wohnstätte!“

Oh Allah,  segne unseren Seelen mit Gottesfurcht, und läutere sie, denn du bist der Einzige, der sie läutern kann. Du bist ihr Herr, ihr Gebieter.

O Allah! Wir haben uns selbst vieles Unrecht zugefügt, und keiner ist da, der die Sünden vergibt außer Dir, so vergib uns und erbarme Dich unser, denn Du bist wahrlich Der Allvergebende, Der Allbarmherzige.

O Allah, um nichts bitten wir dich mehr, als dass du uns Deine Barmherzige Hand reichst und uns führst.  

Erbarme Dich o Herr unseren Geschwistern in ihren Ländern, die für ihre Freiheit und Würde kämpfen. Vergib ihren Gefallenen, heile ihre Verwundeten und lege in die Herzen ihrer Angehörigen Geduld und Frieden – o Allah. Einige ihre Reihen, stärke ihre Taten und schenke ihnen den Sieg von Dir in naher Zukunft. 

Amin.