Abu Bakr

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: ʿAlī ibn Abī Tālib

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Allbarmherzigen.

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß sei über Muhammad, der aus Barmherzigkeit entsandt wurde (sas)

Liebe Geschwister im Islam,

heute führen wir unsere Erinnerungen über die vier rechtgeleiteten Khalifen fort und widmen uns dem Imam Ali ibn Abi Talib – ibn AbdelMuttalib – ibnHashim – dem Cousin des Propheten Muhamed(S). Er ist der Ehemann von Fatima (R.), der Tochter des Propheten und der Vater von Hassan und Houssein – die Enkelkinder des Propheten, über die gesagt wurde, sie seien die Fürsten des Paradieses. Er war der erste unter den jugendlichen, der den Islam annahm – und er lag im Bett an Stelle des Propheten (S) um die Quraisch von Muhamed(S) abzulenken und um ihn zu schützen, als dieser mit Abu Bakr nach Medina auswanderte. Er war einer der zehn, denen noch zu ihren Lebzeiten das Paradies versprochen wurde. Seine Meinung war hoch geschätzt und der Prophet (S) ernannte ihn oft zu seinem Stellvertreter.

Der Prophet (S) bezeugte Ali, dass er Allah und Seinen Propheten (S) liebt – und auch Allah und Sein Prophet lieben ihn. Der Prophet (S) machte gar, die Liebe zu Ali als Zeichen des Imans – Ali zu verabscheuen und zu hassen hingegen, ist ein Zeichen der Scheinheiligkeit. Der Prophet (S) erhob das Ansehen von Ali als er ihn zum Statthalter über Medina ernannte, während der Prophet (S) in die Schlacht Tabuk auszog und tröstete Ali mit den Worten „Tröstet es dich denn nicht, wenn du bei mir den Platz einnimmst, den Haroun für Musa eingenommen hatte – mit der Ausnahme, dass es nach mir keine Propheten mehr gibt“. SubhanAllah – Haroun war der Bruder von Musa – Er wurde nach Musa zu einem Propheten berufen. Wie nah muss dann Ali (R.) dem Propheten (S) gewesen sein?

In einem Hadith sprich der Prophet (S)

Wer Ali Schaden zufügt, der fügt auch mir Schaden zu“.

Der Prophet Muhamed (S) verbrüderte sich mit Ali und sagte

Du bist mein Bruder und ich bin dein Bruder“.

Und der Prophet gab ihm seine Tochter Fatima zur Ehefrau.

Als dem Propheten der Vers

Und warne die Nächsten deiner Sippe.“

offenbart wurde, versammelte er seine Sippe Banu Hashim, und berichtete ihnen über den Quran und dass sie den Islam annehmen müssen, um sich vor den Strafen des Jenseits zu schützen. Als der Prophet mit seiner Rede fertig war, fragte er: Wer von euch nimmt den Islam an? Ein Junge stand auf und rief: Ich glaube daran. Es war Ali ibn AbiTalib (R.).

Alis Glaube an den Propheten und an die Worte der Offenbarung waren unerschütterlich:

Unmittelbar vor der Eröffnung Mekkas durch die Muslime, schlich eine Frau aus der Stadt mit einer geheimen Botschaft von den Quraisch an Ibn Sufian, um ihn zu warnen. Der Engel Gabriel kam zu dem Propheten um ihn diese List mitzuteilen, daraufhin sandte er Ali und Al Subair aus, um diese Frau abzufangen, bevor sie ihre Botschaft weitergeben kann. Als sie sie gefunden haben, sagte diese Frau entschlossen: Ich habe gar keine Botschaft. Und sie schwor, dass sie nichts der Gleichen habe. Ali aber antwortete ihr: “Du lügst! Bei Allah, Gabriel lügt nicht und auch der Prophet Muhamed (S) lügt nicht. Du hast diese Botschaft gib sie raus, sonst werden wir dich durchsuchen und wir werden sie finden.” Als sie sah, wie entschlossen er war, gab sie ihm die Botschaft – sie war in ihren Haaren eingeflochten.

Ali wurde wegen seiner Weisheit und seines Verstandes hoch angesehen, zu einigen seiner niedergeschriebenen Aussagen gehört

Wovor ich mich mit am meisten Fürchte ist den Gelüsten nach zu gehen, und vor der trügerischen Hoffnung der Langlebigkeit. Wenn du deinen Gelüsten folgst, wird es dich von der Wahrheit abbringen – und wenn du hoffst noch lange Zeit zu leben, dann vergisst du das Jenseits“.

Über den Gefährten und Khalifen Ali (R.), der bereits in seiner Jugend den Islam annahm, gibt es so viel Lehrreiches zu berichten, dass es Bücher füllen würde. Diesen Zeilen können Ali (R.) nicht gerecht werden und sollten uns dazu anhalten, mehr über diese großartige Persönlichkeit zu lernen.

Abschließend möchten wir an die besonderen Tage die uns bevorstehen erinnern. Allah der Erhabene erwähnte sie im Quran in Surat Al Fajr, sie sind die die ersten zehn Tage von Dhil-Hijja. Die Tage der Riten der Hajj. Der Prophet (S) sagte über diese Tage, dass es die besten auf Erden sind. In diesen Tagen fällt der Tag ´Arafah, es sind gesegnete Tage in unserer Religion die wir uns bewusst machen  sollten, es sind Tage, in denen wir uns um besonders viele gute Taten bemühen sollten. Unsere Gelehrten lehren uns, dass wir zur Vorbereitung dieser Tage uns unserer Taten besinnen, eine aufrechte Reue ablegen und den Vorsatz fassen sollten, wahrhaftig näher zu Allah zu finden. Wer einen Vorsatz fasst Gutes zu tun, dem wird Allah helfen, dieses Ziel zu erreichen, denn im Quran heißt es:

Diejenigen aber, die sich um Unsertwillen abmühen, werden Wir ganz gewiß Unsere Wege leiten. Und Allah ist wahrlich mit den Gutes Tuenden“

Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Abu Bakr, der Vertrauende

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß sei über Muhammad, der aus Barmherzigkeit entsandt wurde (sas)

Liebe Geschwister im Islam,

Die Gefährten des Propheten zu kennen und sich ihrer Bedeutung bewusst zu sein, ist von großem Wert für die Lebendigkeit unseres Glaubens. Wir können festhalten: Was der Gemeinschaft in ihren Anfängen gut getan hat, tut ihr auch heute noch gut.

Und: die bitteren Umstände mit denen die Muslime heute konfrontiert werden, sind nicht zuletzt das Ergebnis der Nichtbeachtung der Vorbildfunktion, die diese herausragenden Personen für die Gemeinschaft der Muslime darstellen.

In der heutigen Khutba wollen wir uns etwas näher mit einem dieser Gefährten befassen, der durch seine Eigenschaften in besonderer Weise herausragt: Abu Bakr, der (dem Propheten) Glauben Schenkende,  der Vertrauende. Er ist derjenige, der unseren Gesandten Muhammad (sas) auf der Flucht nach Medina begleitet hat. Und somit ist er einer der wenigen, die im Qur´an Erwähnung und Auszeichnung finden. Über Abu Bakr auch sprach Muhammad (sas) in übertragener Bedeutung: „Nach Allah (t) ist er mein liebster Wegbegleiter“.

Liebe Brüder, liebe Schwestern, lasst uns Abu Bakr etwas näher betrachten. Lasst uns schauen, ob es sich ziemt, wenn wir behaupten, dass wir zu seiner Gemeinschaft gehören.

  • Abu Bakr der Vertrauende, der Glauben Schenkende. Als der Prophet (sas) von dem Wunder der Nacht- und Himmelfahrt berichtete, distanzierte sich das Volk der Quraisch noch weiter von ihm und selbst aus den Reihen der Muslime gab es einige, die wieder Abstand nahmen. Doch Abu Bakr sprach in vollem Vertrauen: „Wenn er (sas) das sagt, dann ist das die Wahrheit“

In einer anderen Überlieferung spricht Muhammad(sas): „Jedem, den ich zum Islam einlud, sah ich seine anfänglichen Bedenken an. Nur mein Bruder Abu Bakr zweifelte nie.“ Aus dieser Haltung heraus entstand der Beiname dieses großartigen Gefährten.

Wie steht es mit unserem Vertrauen, liebe Geschwister? Führt uns unsere Zuversicht in Allah zu Wohltat und Standhaftigkeit? Würden wir für unseren Glauben auch Unannehmlichkeit und Anfeindung in Kauf nehmen? Ist uns klar, dass wir Allah ständig enttäuschen, wenn wir entgegen unserer Überzeugung handeln?

  • Abu Bakr, der Großzügige, der reiche Kaufmann, der sein gesamtes Hab und Gut an Bedürftige verteilte und der Sache des Propheten (sas) zur Verfügung stellte. Er war der Anlass für die Verse im Qur´an:

    Doch ferngehalten (von der Strafe) wird der Gottesfürchtige, der seinen Besitz hingibt, um sich zu läutern, (der handelt) im Trachten nach dem Angesicht seines höchsten Herrn.”

    Wie ist es mit uns, liebe Geschwister? Sind wir uns bewusst, dass wir lediglich Treuhänder, nicht Besitzer, von Allahs Gaben sind? Gehen uns auch die Spenden und Wohltaten so leicht von der Hand, dass die linke Hand nicht weiß, was die rechte gibt? Sind wir bereit zu teilen von dem, was Allah uns beschert hat? Oder fällt uns das Spenden und Schenken immer noch so schwer, während wir uns für Materielles sogar in Schuld und Kredit begeben?

 

  • Abu Bakr, der Nachsicht übende und sich Vertragende. Es begab sich, dass ein mittelloser Gefährte die Tochter von Abu Bakr und Ehefrau des Propheten (sas) A´ischa verleumdete. Diesem Gefährten gegenüber hatte sich Abu Bakr sonst immer sehr großzügig gezeigt. Als er jedoch von der Verschwörung erfuhr, stellte er seine Gaben ein. Daraufhin wurde der Vers gesandt:

    Und es sollen diejenigen von euch, die Überfluss und Wohlstand besitzen, nicht schwören, sie würden den Verwandten, den Armen und denjenigen, die auf Allahs Weg ausgewandert sind, nichts mehr geben, sondern sie sollen verzeihen und nachsichtig sein. Liebt Ihr es (selbst) nicht, dass Allah euch vergibt?“

    Daraufhin brach Abu Bakr in Tränen aus und rief: „Doch, ich liebe, ich liebe (, dass Allah mir vergibt)!“
    Wie steht es mit uns? Vergeben wir jenen, die nicht gerecht zu uns waren? Reichen wir jenen, die uns enttäuschen, trotzdem vertragend die Hand? Oder ist es nicht eher so, dass es etliche Personen gibt, gegen die wir Groll hegen? Geschwister, Verwandte oder ehemalige Freunde, denen wir aus dem Weg gehen und über die wir schlecht reden?

Abu Bakr, ein Pionier, ein Wegbereiter. Es gibt noch viele Eigenschaften die zu benenne wären, aber leider diesen Rahmen übersteigen würden, liebe Geschwister. Es liegt nun bei uns, die Geschichte unseres geliebten Muhammad (sas) und seiner Gefährten zu studieren. Es liegt bei uns, sich ein Beispiel an diesen großartigen und selbstlosen Menschen zu nehmen. Denn Allah verspricht uns im Qur´an:

Allah ändert nicht den Zustand eines Volkes, bis sie das ändern, was in ihnen selbst ist.“

Ya Allah, Verzeihe uns, vergib uns und erbarme Dich unser, denn Du bist unser Schutzherr.

Amin