Staatlicher Islamunterricht in der 7. Klasse

Aus aktuellem Anlass wollen wir auf ein sehr wichtiges Thema für alle muslimischen Eltern und Kinder eingehen. Wie sicherlich viele von euch bereits mitbekommen haben, hat das Land Hessen für sechs Schulen in Frankfurt, Raunheim, Gießen, Kassel und an zwei Schulen in Offenbach einen neuen staatlichen „Islamunterricht” für die 7. Klassen eingeführt.

Im Gegensatz zum bisherigen Islamunterricht von der 1. bis zur 6. Klassen mit dem wir keine Probleme haben, ist bei dem neuen Islamunterricht in der 7. Klasse jedoch bisher völlig unklar, wie der Lehrplan lauten wird und wer den Unterricht durchführen wird. Wir wissen nur, dass der Staat dies alleinig bestimmen wird. Dies verstößt gegen geltendes Recht.

Als Eltern und als Muslime ist es jedoch wegen der grundgesetzlichen Religionsfreiheit unser Recht darüber informiert zu werden, wer den Unterricht durchführen wird und insbesondere welche Inhalte darin vermittelt werden, um eine sinnvolle Entscheidung zum Wohle unserer Kinder zu fällen. Solange uns diese Informationen nicht mitgeteilt werden und keine Muslime an der Gestaltung der Lehrinhalte mitwirken, empfehlen wir daher als Moschee eure Kinder in der 7. Klasse nicht zum staatlichen Islamunterricht zu schicken und sich gegebenenfalls vom Islamunterricht abzumelden und stattdessen den Ethikunterricht zu besuchen. Für die religiöse Bildung verweisen wir daher auf die Angebote der Moscheen oder darauf sich als Eltern selbst darum zu kümmern.

Solltet Ihr daher einen Zettel von der Schule für die Teilnahme am Islamunterricht der 7. Klasse erhalten, kreuzt Nein an. Das ist unsere Empfehlung.

Jeder kann natürlich entscheiden wie er möchte, aber wir wurden mehrfach dazu gefragt, wie wir als Moschee die Situation beurteilen. Darum diese Stellungnahme.

Anbei auch ein ausführliches Schreiben dazu auf Arabisch und Deutsch vom Zentralrat der Muslime.

Download (PDF, 181KB)

Download (PDF, 163KB)