Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Schicksal und Bestimmung

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.”

Liebe Geschwister im Islam, As Salamu Aleikum wa Rahmat Allah wa Barakatuh.

Thema unserer heutigen Khutba ist der Grund für das Glücklich sein und die Basis der inneren Ruhe und Zufriedenheit und stellt eine Säule des Glaubens, des “Imans“ dar.

Das ist der Glaube an das Schicksal und die Bestimmung Allah‘s „Alqada wal Qadar“.

Es ist wichtig, wir uns an diese Grundlage des Glaubens erinnern, vor allem, bei dem was mit uns auf persönlicher Ebene und auf dieser Welt, besser gesagt in der islamischen Ummah um uns herum passiert.

  • Auf gesellschaftlicher Ebene, sehen wir welche Tragödien und Konflikte die muslimischen Gemeinschaften in Syrien, Gaza, Iraq, Libyen,  Ägypten, und Jemen und anderswo in der islamischen Welt durchleben müssen.
  • Auf der persönlichen Ebene, hat jeder von uns eigene Sorgen, Kranke in seiner Familie oder sonstige Probleme, welche uns allen als Prüfung von Allah (subhanahu wa ta’ala) im Diesseits auferlegt werden.

Lasst uns liebe Geschwister heute dieser Aspekt unseres Glaubens „Alqada wal Qadar“ näher kennenlernen und versuchen diese besser zu verstehen.

Zunächst zu den Fakten im Zusammenhang mit dem Schicksal und Bestimmungen und der Prüfung von Allah (subhanahu wa ta’ala) für uns im Diesseits also in dieser Dunia:

  • Wer glaubt, dass die Prüfung von Allah (subhanahu wa ta’ala) nur durch Krankheit oder negativen Dingen dieses Lebens ist, der irrt, die Prüfung kann auch in Form von Gaben und Wohlstand „Ni’ma“ oder in Form von Versuchung „Fitna“ sein.

Wenn der Moslem erkennt, dass alles von Allah (subhanahu wa ta’ala) kommt und sein Beziehung zu seinem Schöpfer stärkt, erlebt er die wahre innere Ruhe und Gelassenheit, die einen auf eine Ebene des Glücklich seins bringen, welche nur diejenigen nach empfinden können, deren Glaube an Allah (subhanahu wa ta’ala) unerschütterlich ist.

Und auf dieser Weise wandert der Gläubige zwischen Geduld und Dankbarkeit, für beides wird er von Allah (subhanahu wa ta’ala) im Diesseits und im Jenseits belohnt.

Wären Probleme und Krankheiten auf der persönlichen Ebene nur eine Form der Bestrafung von Allah (subhanahu wa ta’ala), würde Allah (subhanahu wa ta’ala) die Propheten und vor allem Muhammed (ﷺ) nicht damit prüfen, denn unser Prophet (ﷺ) hat sich stets in Geduld und Dankbarkeit geübt und uns das beste Vorbild im Umgang mit diesen Prüfungen gegeben.

So wuchs er als ein Waisenkind, verlor seine sieben Kinder bis auf Fatima, wurde aus seiner Heimat Mekka vertrieben und in Taef mit Steinen beworfen und verletzt, wurde krank und viel mehr und das alles hat seinen Glauben nicht erschüttert und er übte sich stets Geduld in Dankbarkeit für Allah (subhanahu wa ta’ala).

Wie lauten nun aber die Pflichten des Gläubigen im Umgang mit den persönlichen und dem gesellschaftlichen Schicksal und der Bestimmung?

  1. Die Akzeptanz, für das was Allah (subhanahu wa ta’ala) einem vorbestimmt hat und nur das zu sagen, was Allah’s Wohlwollen näher kommt. Sprich “sei mit dem, was Allah (subhanahu wa ta’ala) für dich bestimmt hat zufrieden, bist du der reichste / zufriedenste unter den Menschen“
  2. Das Dienen von Allah (subhanahu wa ta’ala) in jeder Situation.
  3. Das Bewusstsein darüber, dass alles von Allah (subhanahu wa ta’ala) ist und nichts nichts ohne Seinen Willen geschieht und Er über alles bestimmt.
  4. Die Erkenntnis, das Beste immer in dem enthalten ist, was dir Allah (subhanahu wa ta’ala) gegeben oder nicht gegeben hat, denn auch in dem was Allah (subhanahu wa ta’ala) Dir nicht gegeben hat steckt ein tieferer Sinn, eine Hikma, welche wir nicht immer gleich erkennen. Dennoch müssen wir sicher davon  überzeugt sein, dass Allah (subhanahu wa ta’ala) für uns stets das Beste vorgesehen hat.
  5. Das Wissen, dass uns schwere Schicksale, welche uns widerfahren sind entweder von unseren Sünden reinigen, wenn wir diesen Standhaft im Glauben und mit Geduld begegnen oder in Form von Prüfungen unseren Glauben stärken und wir mit gestärktem Iman aus der Sache gehen.
  6. Das Festhalten an dem Bewusstsein über Allahs Gerechtigkeit. So sei Dir gewiss, dass selbst wenn dir etwas Schlimmes zustößt und du den Sinn dahinter nicht verstehst, denk daran dass Allah (subhanahu wa ta’ala) gerecht ist und Er den den Gerechten liebt und Er Unrecht nicht duldet und dieses verboten hat.

Weiterhin bringt der feste Glaube an das Schicksal und die Bestimmung „Alqada wal Qadar“ von Allah (subhanahu wa ta’ala) folgende Früchte mit sich:

  1. Wir trauern der Vergangenheit nicht nach, denn alles ist in Allah’s Hand und Er hat und wird immer über und für uns bestimmen und Er ist gerecht und liebt die Gerechten.
  2. Es ist ist ein Schutz vor Arroganz und Hochmut und verhindert, dass man glaubte das Gute sei nur der eigene Verdienst.
  3. Bescheidenheit um Umgang mit unseren Mitmenschen kein Missbrauch der Gaben Allah’s.
  4. Die nötige Bestimmtheit und Entschlossenheit bei dem was wir tun oder vor haben zu tun. So spricht nicht “Hätte ich das gemacht, dann wäre das passiert, sondern sagt Allah (subhanahu wa ta’ala) hat es so gewollt und seine Wille geschehe immer, daran gibt es keinen Zweifel!”
  5. Auch lässt dies in unserem Herzen keinen Raum für Verzweiflung.
  6. Genügsamkeit und Stolz.
  7. Hoffnung und Zuversicht für den Gläubigen.
  8. Und schließlich innere Ruhe und Zufriedenheit

Liebe Geschwister und alle die voller Sorgen und Kummer sind, voller Sorgen wegen dem was unseren Geschwistern überall auf dieser Welt widerfährt, seid Stark , habt Geduld und seid zuversichtlich, dass Allah (subhanahu wa ta’ala) uns beistehen wird, wenn wir standhaft dieser Prüfungen überstehen.

Möge Allah uns Türen zu Seiner Gnade und Seinem Paradies öffnen.

O Allah, lass den edlen Quran zum Frühling unserer Herzen und zum Licht unseres Sehens werden. Nimm uns mit dem Quran unsere Sorgen und unseren Kummer.

O Allah – schenke uns das Gute im Diesseits und im Jenseits – und schütze uns vor dem Höllenfeuer und Deiner Ungnade.

Gepriesen sei unser Herr – und gesegnet sei unser Prophet (ﷺ).  Und das letzte unserer Bittgebete sei der Dank und die Lobpreisung Allahs.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.