Ramadan in Zeiten von Corona

Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

Liebe Geschwister im Islam,

in dieser Predigt wollen wir über Ramadan in Zeiten von Corona sprechen.

Das Fasten ist für die Gläubigen die Gelegenheit den eignen Glauben zu stärken und erneut Energie und Kraft aufzuladen.

Das Fasten lässt uns auch jedes Jahr in Hinsicht auf Mitgefühl mit den Armen und Bedürftigen sensibler werden und korrigiert unsere Beziehung zu Allah dem Allerhabenen und gegenüber unseren Mitmenschen.

Das Fasten wird dabei von den Gelehrten als eine islamische Pflicht definiert, welche sich äußerlich dadurch zeigt, dass wir von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang kein Essen oder Trinken zu uns nehmen und keinen Beischlaf praktizieren, aber damit endet das Fasten bei Weitem nicht. Das Fasten geht weit darüber hinaus.

Leider hat sich bei vielen Muslimen die schlechte Angewohnheit etabliert, dass sie kurzerhand den Tag zur Nacht gemacht haben und umgekehrt. So schlafen einige von ihnen einfach tagsüber und bleiben nachts wach und feiern ohne den wirklichen Sinn dahinter zu erkennen oder zu verstehen. So zügeln sie nicht ihr Benehmen und übertreiben maßlos beim Fastenbrechen mit alle dem, was sie essen, trinken oder sonst noch tun.

Dabei lehrt uns insbesondere der Ramadan ein wichtiges und grundlegendes Prinzip des Islams.

Nämlich das Mittelmaß, das wir bei allem was wir tun als Maßgabe wählen sollten.

Beispielswiese ist uns das Essen zwar erlaubt und natürlich auch notwendig, aber besonders im Ramadan sollten wir darauf achten zum Wohl der eigenen eigenen Familie nicht dabei zu übertreiben.

Im edlen Qur’an in Surat Al-Araf, Vers 31 sagt Allah der Allerhabene dazu in der ungefähren Übersetzung:

O Kinder Ādams, legt euren Schmuck bei jeder Gebetsstätte an und eßt und trinkt, aber seid nicht maßlos! – Er (Allah) liebt nicht die Maßlosen.“ 

Wir dürfen daher nicht die Armen vergessen, die sowohl im Ramadan als auch nach Ramadan unter ihrer Not leiden, kein Essen, kaum zu Trinken oder sogar kein Dach über dem Kopf haben.

Es ist daher unsere Aufgabe ihr Leid im Ramadan zu lindern, damit sie während des heiligen Fastenmonats nicht auch noch doppelt leiden müssen.

Im edlen Qur’an in Surat Al-Insan, Vers 8 sagt Allah der Allerhabene in der ungefähren Übersetzung:

„und sie geben – obwohl man sie liebt – Speise zu essen einem Armen, einer Waisen und einem Gefangenen“

Es wäre daher besser anstelle von den üblichen Iftareinladungen innerhalb der Familie, bei denen man Nettigkeiten austauscht, diese Sunnah der Großzügigkeit auf Bedürftige auszuweiten.

Denn wie können wir uns die Bäuche füllen, während wir die dabei den wahren Sinn des Ramadans aus den Augen verlieren und die Bedürftigen vergessen?

In einem überlieferten Hadith sagte der Gesandte Allahs (ﷺ) sinngemäß:

„Wer einen Fastenden zum Essen gibt, dem wird die gleiche Belohnung zum Teil, wer der Fastende selbst, ohne dass die Belohnung des Fastenden dadurch gemindert wird.“

Liebe Geschwister, das ist das Mindeste, was wir in diesem heiligen Monat machen können.



Wenn wir schon nachts lange aufbleiben, dann sollte wir diese Zeit in Bittgebeten oder freiwilligen Gebeten verbringen und nicht mit sinnloser Zeitverschwendung verplempern.

In Surat Al-Baqara, Vers 185 steht dazu in der ungefähren Übersetzung:

„Der Monat Ramaḍān (ist es), in dem der Qurʾān als Rechtleitung für die Menschen herabgesandt worden ist und als klare Beweise der Rechtleitung und der Unterscheidung. Wer also von euch während dieses Monats anwesend ist, der soll ihn fasten, …“

Trotz der aktuellen Corona-Krise können wir im Ramadan an unserem Akhlaq, sprich unserem Benehmen arbeiten, indem wir den heiligen Monat mit Ibadat, Koranrezitationen, freiwilligen Nachgebete und in der Verrichtung guter Werke verbringen.

So werden doch die Bittgebete der Fastenden erhört. Erhebt also eure Hände und sprecht reichlich Dua.

Ya Allah! Bitte lass diese Epidemie sowohl in Deutschland als auch in allen anderen Ländern dieser Welt ein Ende finden und unsere Zeit im Ramadan segnen! Oh Allah, gib uns Kraft und Geduld, um diese Krise gut zu überstehen und wende jeglichen Schaden von uns allen ab.

Amin.

Dies ist eine sinngemäß zusammengefasste Übersetzung von dieser Videobotschaft unseres Imams auf YouTube:

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