Die Nachtreise und die Himmelfahrt

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.”

Thema unserer heutigen Predigt ist die Nachtreise und die Himmelfahrt unseres Propheten Muhammad (): Al-Isrā wa Al-Miʿrādsch

Liebe Gläubige,

Al-Isrā wa Al-Miʿrādsch ist eines der großartigen Wunder, durch die Allah (subhanahu wa ta’ala) den Stellenwert von seinem Auserwählten und unserem Propheten Mohammed (ﷺ) deutlich gemacht hat.

Aufgrund der hohen Bedeutung dieses Ereignisses finden die Nachtreise- und die Himmelfahrt an zwei Stellen im edlen Qur’an Erwähnung.

So sagt Allah (subhanahu wa ta’ala) im edlen Qur’an in Sūratu al-Isrā in ungefährer Übersetzung:

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Preis Ihm, Der bei Nacht Seinen Diener hinwegführte von der Heiligen Moschee zu der Fernen Moschee, deren Umgebung Wir gesegnet haben, auf dass Wir ihm einige Unserer Zeichen zeigen. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allsehende.“

Weiterhin steht in Surat An-Najm in ungefährer Übersetzung:

Beim Siebengestirn, wenn es sinkt, Euer Gefährte (Muhammad) ist weder verirrt, noch ist er im Unrecht, noch spricht er aus Begierde. Es ist eine Offenbarung nur, die offenbart wird. Der mit mächtigen Kräften Begabte (Jibril) hat ihn belehrt. Dessen Macht sich wiederholt offenbart; er sitzt nun fest (auf einem Thron); Und er ist am obersten Horizont. Dann näherte er sich; dann stieg er herab (zu dem Propheten), so dass er bis auf zwei Bogensehnen heraufkam oder noch näher. Und Er offenbarte Seinem Diener, was Er offenbarte. Das Herz (des Propheten) hielt Wahrheit dem, was er sah. Wollt ihr da mit ihm streiten über das, was er sah? Und er sah es (auch) bei einem andern Herabsteigen, Beim fernsten Lotusbaum, neben dem der Garten der Wohnstatt ist, Als den Lotusbaum überflutete, was (ihn) überflutete. Da wankte der Blick nicht, noch schweifte er ab. Wahrlich, er hatte eines der größten Zeichen seines Herrn gesehen.“

Die Gaben von Allah (subhanahu wa ta’ala) entstammen aus seinen Prüfungen und nach der schweren Zeit kommt die Erlösung. So begegnete unser Prophet Muhammad (ﷺ) wegen seiner Botschaft viel Widerstand und Ablehnung durch die Ungläubigen in Mekka. Auch verstarb in dem Jahr sein unterstützender und geliebter Onkel Abu Talib und auch seine Frau Khadischa (radiAllahu anha), die ihm stets zur Seite stand und ihn tröstete.

Auch wurde unser Prophet (ﷺ) mit den ersten Gläubigen, die ihm folgten drei Jahre lang belagert und boykottiert. Damit war viel Leid und Hunger verbunden. Auch in Taef (eine Stadt in der Nähe von Mekka) hatte man ihn angegriffen und verletzt, als er den Bewohnern dort über seine Botschaft und den Islam berichten wollte.

Trotz allem ist unser Prophet (ﷺ) standhaft geblieben und hat sich nicht entmutigen lassen und seine Botschaft weiter verkündet.

Dafür würde er von Allah (subhanahu wa ta’ala) mit dem wundersamen Ereignis der Nachtreise und der Himmelfahrt belohnt.

Dieses Wunder war etwas ganz besonders, den durch dieses Ereignis ist einiges klar geworden.

Zum Einen, dass der Islam der menschlichen Seele am nächsten ist, und dass wenn wir nach unserer natürlichen Veranlagung handeln würden, stets der Islam unsere Auswahl wäre. Dies ist auch ein Grund, warum sich dieser Glaube zwischen den Menschen so schnell verbreitet.

So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala) edlen Qur’an in Surat Ar-Rum (in der ungefähren Bedeutung):

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So richte dein Antlitz aufrichtig zur Religion hin als Anhänger des rechten Glaubens, gemäß der natürlichen Veranlagung, in der Allah die Menschen erschaffen hat. Keine Abänderung gibt es für die Schöpfung Allahs. Das ist der beständige Glaube. Allein die meisten Menschen wissen es nicht.”

Auch bewies unser Vorbild der Prophet (ﷺ) Mut, in dem er dieses Ereignis den Ungläubigen erzählt hat, in Kauf nehmend, dass sie ihn verspotten und ihm nicht glauben werden. Er zeigte uns damit, dass wir die Wahrheit standhaft verteidigen müssen und uns dafür einsetzen müssen, auch wenn uns viele um uns herum nicht glauben oder nicht unterstützen.

Nach diesem Ereignis zeigte sich die wahren Gläubigen und Unterstützer des Propheten (ﷺ), wie z.B. Abu Bakr, der danach auch as-Siddiq – der Wahrheitsliebende, der Aufrichtige genannt wurde, weil er immer dem Propheten (ﷺ) glaubte und nie an seiner Botschaft zweifelte. Nachdem der Prophet (ﷺ) erzählte, was mit ihm geschah und dass er von Mekka nach Jerusalem in der Nacht wanderte, sind einige Ungläubige zu Abu Bakr gerannt um ihn spottend davon zu berichten, doch sie waren wir versteinert, als Abu Bakr ohne zu zögern sagte: „Hat er euch dass erzählt?“. Sie sagten abwertend: “Ja”, da erwiderte Abu Bakr: “Dann glaube ich ihm aufs Wort”. Die Ungläubigen haben sich gewundert, warum Abu Bakr nicht daran zweifelte, da sagte er zu ihnen: “Ich glaube ihm mit mehr als das und darüber hinaus.”

In der schweren Zeit, unterscheidet sich der Freund vom Feind.

Wir Muslime müssen wie Abu Bakr an unseren Glauben festhalten, auch wenn wir auf Anhieb manchmal nicht alles nachvollziehen, denn eins ist gewiss, mit dem Islam haben wir die Wahrheit vor Augen.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Quran in Surat Al-Ahzab:

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Und es ziemt sich nicht für einen gläubigen Mann oder eine gläubige Frau, wenn Allah und Sein Gesandter eine Sache entschieden haben, dass sie in ihrer Angelegenheit eine Wahl haben sollten. Und wer Allah und Seinem Gesandten nicht gehorcht, der geht wahrlich irre in offenkundigem Irrtum.“

Weiterhin wurden die fünfmaligen Pflichtgebete pro Tag im Rahmen dieses Ereignisses und Wunders vorgeschrieben. Dabei wurde uns die Bedeutung des Gebets für uns Muslime durch die Erzählung des Propheten (ﷺ) verdeutlicht. Als Muhammad (ﷺ) zunächst die Vorschrift erhielt, dass wir 50 mal am Tag beten sollten, setzte sich unser Prophet (ﷺ) wiederholt dafür ein die Anzahl zu reduzieren, damit wir es nicht so schwer haben. So stand schließlich mit Allahs Gnade die Anzahl der Gebete bei fünf fest, die aber wie 50 Gebete belohnt werden, was wir als Menschen und Gläubige gut umsetzen können.

Ferner lehrt uns Al-Isrā wa Al-Miʿrādsch standhaft und unseren Prinzipien treu zu bleiben. So hatte der Prophet (ﷺ) während der Nachreise einen sehr angenehmen Duft vernommen und fragte daraufhin den Engel Jibril, der ihn begleitete was dies für ein Duft sei, da erwiderte Jibril, das dies der Duft der Dienerin des Pharao und ihrer Kinder sei, da fragte der Prophet (ﷺ) was mit ihr sei. Jibril erläuterte die Geschichte der Dienerin: Sie kämmte eines Tages die Haare der Tochter des Pharao, da fiel ihr der Kamm aus der Hand und die Dienerin sagte daraufhin بسم الله – (Bismillah!) und hob den Kamm vom Boden auf. Da fragte die Tochter des Pharao die Dienerin “Meinst du meinen Vater?”. Die Dienerin sagte: Nein, ich meine Allah meinen und seinen Schöpfer.” Die Tochter sagte daraufhin wütend zu ihr, dass sie es dem Pharao erzählen wird, dass sie an einen anderen Gott glaubt als ihn. Als die Dienerin schließlich vor dem mächtigen Pharao stand und danach gefragt wurde, blieb sie bei ihrer Haltung und wich nicht davon ab. Der Tyrann bestrafte sie in dem er sie und ihre Kinder verbrennen lies.

An einer anderen Stelle während der Nachtreise wird von Menschen berichtet, die verdorbenes Fleisch aßen. Das waren diejenigen, die das Erlaubte hinter sich ließen und sich dem Verbotenem widmeten. Diese Sünden sind der Grund für Krankheiten und alles Übel.

Auch wird durch dieses Ereignisses der Stellenwert der Al Aqsa Moschee in Palästina deutlich, denn zu ihr ist der Prophet (ﷺ) von Mekka gereist und von dort in den Himmel emporgestiegen, und in dieser Moschee betete der Prophet (ﷺ) allen anderen Propheten vor. Al Aqsa war auch unsere erste Qibla zu der wir uns im Gebet gewendet hatten. Dies bringt uns in die Pflicht, daran zu arbeiten die Al Aqsa Moschee aus seiner Gefangenschaft zu befreien und uns für die Befreiung von Palästina einzusetzen.

Die Nachtreise und die Himmelfahrt unseres Propheten Muhammad (ﷺ) war als Wunder nicht nur eine Belohnung für unseren Propheten (ﷺ), sondern auch für uns ein Ereignis aus dem wir viel lernen können.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Quran in der Sure Al-Imran:

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Ihr seid das beste Volk, hervorgebracht zum Wohl der Menschheit; ihr gebietet das Gute und verwehrt das Böse und glaubt an Allah. Und wenn das Volk der Schrift auch (diese Anweisung Allahs) annähme, wahrlich würde es ihnen besser frommen. Manche von ihnen nehmen (sie) an, doch die meisten ihrer sind ungehorsam.”

O Allah, steh uns bei und hilf uns die Lehren dieses wundersamen Ereignisses zu verinnerlichen und umzusetzen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.