Das Mittelmaß und das Spenden

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.”

Liebe Geschwister im Islam,

das Thema unserer heutigen Predigt ist das Mittelmaß als Tugend und Eigenschaft wahrer Gläubiger.

So werden im Qur’an, die Diener Allah’s als diejenigen beschrieben, die wenn sie etwas ausgeben, weder maßlos noch knausrig sind, sondern den Mittelweg einhalten.

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Dazu gehören drei Punkte auf die wir im Folgenden näher eingehen wollen.

1. Eine tiefe Verwurzlung des Spendens im Charakter der wahren Gläubigen.

In mehreren Versen im Qur’an wird über das Spenden als Tugend gesprochen. Die wahren Gläubigen haben die Bedeutung folgender Verse verinnerlicht. So steht dazu in Surat Al-Baqarah:

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Das Gleichnis derjenigen, die ihren Besitz auf Allahs Weg ausgeben, ist das eines Saatkorns, das sieben Ähren wachsen lässt, (und) in jeder Ähre hundert Körner. Allah vervielfacht, wem Er will. Und Allah ist Allumfassend und Allwissend.” [2:261]

Und in Surat ‘Āli `Imrān steht dazu:

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Und beeilt euch um Vergebung von eurem Herrn und (um) einen (Paradies)garten, dessen Breite (wie) die Himmel und die Erde ist. Er ist für die Gottesfürchtigen bereitet,” [3:133]

Und an anderer Stelle in Surat Al-Baqarah steht dazu unter anderem:

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Nicht darin besteht die Güte, dass ihr eure Gesichter gegen Osten oder Westen wendet. Güte ist vielmehr, dass man an Allah, den Jüngsten Tag, die Engel, die Bücher und die Propheten glaubt und vom Besitz – obwohl man ihn liebt – der Verwandtschaft, den Waisen, den Armen, dem Sohn des Weges, den Bettlern und für (den Loskauf von) Sklaven hergibt, das Gebet verrichtet und die Abgabe entrichtet;…” [2:177]

Diese und weitere zahlreiche Suren und Hadithen machen uns klar, dass wir und all unser Besitz das Eigentum von Allah (subhanahu wa ta’ala) sind. Wir wurden lediglich zeitweise als Hüter und Verantwortliche für dieses Eigentum bestimmt. Ob wir dieser Verantwortung gerecht geworden sind, wird sich am jüngsten Tag zeigen, wenn wir danach gefragt und zur Rechenschaft gezogen werden. Daher sollten wir allen Besitz und Vermögen dazu einsetzen, Allahs Wohlwollen zu erlangen und diesen Besitz nicht anstelle von Allah (ta’ala) huldigen.

2. Ein aussergewöhnliches Ausmaß an freiwilligen Spenden durch die wahren Gläubigen.

In diesem Zusammenhang bzw. den einschlägigen Versen wird bewusst nicht von Zakat gesprochen. So bekommen die wahren Gläubigen ihren Lohn dafür, dass sie eben nicht nur die vorgeschriebenen Abgaben leisten, sondern freiwillig darüber hinaus gehen. Auch zählt das häufige Spenden nicht als Verschwendung, da mit diesen Spenden beabsichtigt wird Allah (ta’ala) näher zu kommen. So wird das freiwillige Spenden im Qur’an gemeinsam mit freiwilligen Gebeten in der Nacht genannt. Wir werden damit angehalten Freiwilligkeit auch bei anderen ‘Ibadat einzuhalten, bei denen uns nur Allah (ta’ala) sieht.

So steht in Surat Adh-Dhāriyāt:

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Gewiss, die Gottesfürchtigen werden in Gärten und an Quellen sein, sie nehmen, was ihr Herr ihnen gegeben hat, denn sie pflegten davor Gutes zu tun. Nur ein wenig pflegten sie in der Nacht zu schlafen, und im letzten Teil der Nacht pflegten sie um Vergebung zu bitten,” [51:15-18]

 

3. Standhaftigkeit im Glauben.

Die Diener Allahs sind Menschen, die standhaft in ihrem Glauben bleiben und kontinuierlich ihre Ebadat einhalten und verrichten.

Durch die Einhaltung des Mittelmaßes sind die wahren Gläubige in der Lage in ihren guten Taten und ihren ‘Ibadat kontinuierlich zu sein. So bevorzugt Allah (subhanahu wa ta’ala) regelmäßige gute Taten, vor einmaligen und nicht anhaltenden guten Taten, selbst wenn diese im Umfang überwiegen würden.

 

O Allah gib uns die Kraft am Weg der Mitte festzuhalten und nicht zu Dienern unseres Besitzes zu werden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.