Freitagspredigt: Menschlichkeit und Brüderlichkeit

Menschlichkeit-Hände

 


Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

in der heutigen Freitagspredigt wollen wir über Brüderlichkeit, Menschlichkeit und Rassismus sprechen.

Der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht andere Menschen, Verwandte und Freunde, um sich wohlzufühlen.

Wahrlich arm ist derjenigen, der sich nicht um andere bemüht und es bevorzugt alleine und einsam durch das Leben zu gehen.

Unabhängig von Religion, Herkunft, Hautfarbe oder sozialer Stellung sind wir doch alle Menschen und miteinander verbunden.

Es kann nicht angehen, dass die friedliche Botschaft des Islams missbraucht wird, um Hass, Zerstörung und bewaffnete Konflikte zu verbreiten, worunter auch Muslime, Kinder, Frauen und alte Menschen leiden, wo doch der Islam Frieden und Glück für alle Menschen bringen soll.

Dieser Missbrauch unserer Religion ist jedoch erst möglich geworden, weil wir uns so weit von unserem Glauben entfernt haben und es durch unser Verhalten zugelassen haben, dass andere ihre Ideologien unter dem Deckmantel des Islams propagieren können und sich als wahre Gläubige darstellen.

Wir müssen verstehen, dass die Brüderlichkeit im Islam vier Stufen und Formen kennt.

Die zu den eigenen Geschwistern innerhalb der Familie, dann die Verwandten und entfernten Angehörigen, dann die Verbindung zu unseren Geschwistern im Glauben, die in Surat Al-Hujurat Vers 10 in der ungefähren Übersetzung wie folgt beschrieben werden:

Die Gläubigen sind doch Brüder. So stiftet Frieden zwischen euren beiden Brüdern und fürchtet Allah, auf dass ihr Erbarmen finden möget.“

Und dann noch die Verbindung zu allen unseren Mitmenschen, denn Adam (aleyhi salam) ist unser aller Vater.

Liebe Geschwister,

Gemäß überlieferten Hadithen des Gesandten Allah (ﷺ) haben wir verschiedene Rechte und Pflichten füreinander. Wir sollten uns gegenseitig mit Rat und tat zur Seite stehen, sollten füreinander da sein, egal ob im Krankheitsfall oder gar bis zum Tod. 

So hat unser Vorbild Muhammad (ﷺ) kranke Bedienstete besucht und stand als Zeichen des Respekts und der Anteilnahme auf, als der Leichnam eines Juden vorbeigetragen wurde.

Auch seine Wahrung von Verträgen und Abkommen mit Mitmenschen außerhalb der islamischen Gemeinde, zeigt seine Verpflichtung und Haltung gegenüber anderen und wie diese im Islam zu verstehen ist, denn die Pflege dieser Beziehungen und die Einhaltung von Abmachungen haben viele positive Auswirkungen auf uns selbst und auf die ganze Gesellschaft.

Wie können wir unsere Brüderlichkeit und Menschlichkeit wieder beleben und verbessern?

Zum einen in dem wir uns gute Freunde suchen, die einen positiven Einfluss auf uns und unser Leben haben. Weiterhin sollten wir uns freundlich gegenseitig begrüßen und empfangen, denn auch ein Lächeln kann viel Positives bewirken und ist eine gute Tat.

Wir sollten füreinander da sein, gute Absichten füreinander hegen, reinen Herzens sein, uns gegenseitig beschenken und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Denn ein Herz, das den Islam als Glauben in sich trägt, kennt keinen Hass, keinen Hochmut, keinen Rassismus und keinen Neid gegenüber anderen Menschen.

Wer Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) liebt, kann seine Mitmenschen nicht hassen!

Ya Allah, hilf uns dabei unsere Herzen von negativen Gefühlen zu befreien und lass uns ein Licht der Menschlichkeit und Güte sein.

Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.