Freitagspredigt: Der Glaube an Jesus (عليه السلام) im Islam

Der Glaube an Jesus im Islam

 


Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,
besonders in diesen Zeiten ist es wichtig klarzustellen, wie wir Muslime zum Propheten und Messias Issa Ibn Mariam (Friede sei auf ihm) stehen, der hierzulande als Jesus der Sohn von Maria bekannt ist.

Wir glauben an ihn, so wie wir auch an all die anderen Propheten vor ihm und an Muhammad (ﷺ) nach ihm glauben.

Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) sagt dazu im edlen Koran in Surat Al-Baqara, Vers 285 (in der ungefähren Übersetzung):

Der Gesandte (Allahs) glaubt an das, was zu ihm von seinem Herrn (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, und ebenso die Gläubigen; alle glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher und Seine Gesandten – Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von Seinen Gesandten. Und sie sagen: „Wir hören und gehorchen. (Gewähre uns) Deine Vergebung, unser Herr! Und zu Dir ist der Ausgang.“

Wir glauben an ihn und seine Botschaft und daran, dass er als Sohn Marias ohne Vater geboren wurde. Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) hat mit ihm eines seiner Zeichen gesetzt.

Seine Geburt war ein Wunder, wie auch die Tatsache, dass er als Säugling sprach um seine Mutter Maria vor falschen Verdächtigungen und vor der Verleumdung zu verteidigen.

Im edlen Koran wurde seiner Mutter sogar eine ganze Sure gewidmet, die ausführlich die Geschichte von Mariam erzählt.

In Surat An-Nisa Vers 171 (in der ungefähren Übersetzung) heißt es weiterhin dazu:

O Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurer Religion und sagt gegen Allah nur die Wahrheit aus! al-Masīḥ ʿĪsā, der Sohn Maryams, ist nur Allahs Gesandter und Sein Wort, das Er Maryam entbot, und Geist von Ihm. Darum glaubt an Allah und Seine Gesandten und sagt nicht „Drei“. Hört auf (damit), das ist besser für euch! Allah ist nur ein Einziger Gott. Preis sei Ihm (, und Erhaben ist Er darüber), dass Er ein Kind haben sollte! Ihm gehört (alles), was in den Himmeln und was auf der Erde ist, und Allah genügt als Sachwalter.“

`Ubada, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, einst sagte:

Wer bezeugt, dass kein Gott da ist außer Allah, Der keinen Partner hat, und daß Muhammad Sein Diener und Gesandter ist, und daß `Isa (Jesus) der Diener Allahs und Sein Gesandter und Sein Wort ist, das Er Maryam (Maria) entboten hat und von Seinem Geist, und (bezeugt), dass das Paradies wahr ist und das Höllenfeuer wahr ist, den lässt Allah ins Paradies eingehen um dessentwillen, was er (im Diesseits) getan hat.“ 

Viele vergessen übrigens, dass Jesus nicht der erste Mensch war, der keinen Vater hatte. So wurde Adam (عليه السلام) ohne Vater und ohne Mutter erschaffen. In Surat Al-Imran Vers 59 heißt es dazu in der ungefähren Übersetzung:

Gewiss, das Gleichnis ʿĪsās ist bei Allah wie das Gleichnis Ādams. Er erschuf ihn aus Erde. Hierauf sagte Er zu ihm: „Sei!“ und da war er.“

Bemerkenswert ist auch, dass es zwischen Issa (عليه السلام) und Muhammad (ﷺ) keinen anderen Propheten gab und Issa die Botschaft Muhammads (ﷺ) ankündigte.

In Surat As-Saf, Vers 6 (heißt es dazu in der ungefähren Übersetzung):

Und als ʿĪsā, der Sohn Maryams, sagte: „O Kinder Isrāʾīls, gewiß, ich bin Allahs Gesandter an euch, das bestätigend, was von der Thora vor mir (offenbart) war, und einen Gesandten verkündend, der nach mir kommen wird: sein Name ist Ah)mad.“ Als er nun mit den klaren Beweisen zu ihnen kam, sagten sie: „Das ist deutliche Zauberei.“

Obwohl Issa seine Botschaft an die Kinder Israels verkündete um sie zurück zum Glauben zu bringen, überzeugten sie ihren König ihn töten zu lassen. Als er jedoch getötet und gekreuzigt werden sollte, erhob Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى ) ihn hoch zu sich.

Beschrieben wird dies in Surat An-Nisa Vers 157 & 158 in dessen ungefährer Übersetzung es heißt:

und dafür, daß sie sagten: „Gewiß, wir haben al-Masīḥ ʿĪsā, den Sohn Maryams, den Gesandten Allahs getötet.“ – Aber sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen so. Und diejenigen, die sich darüber uneinig sind, befinden sich wahrlich im Zweifel darüber. Sie haben kein Wissen darüber, außer daß sie Mutmaßungen folgen. Und sie haben ihn mit Gewissheit nicht getötet. Nein! Vielmehr hat Allah ihn zu Sich erhoben. Allah ist Allmächtig und Allweise.“

Letztlich wird er wieder herabgesenkt und wird alles was falsch über ihn berichtet und geglaubt wurde, korrigieren, hinter dem Imam der Muslime beten und nach 40 Jahren sterben und die Gläubigen werden das Totengebet für ihn abhalten.

Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) segnete Issa (عليه السلام) mit vielen Gaben und Wundern, die die Echtheit seiner Botschaft untermauern sollten. So konnte er mit Allahs Erlaubnis Kranke heilen, lies Blinde wieder sehen und er erweckte sogar Tote wieder zum Leben.

Issa hat sich gut um seine Mutter gekümmert und war bescheiden und beging keine Sünden.

Im edlen Koran, in den Versen 31-33 aus Surat Mariam sagt Isa sinngemäß:

Ich bin wahrlich Allahs Diener; Er hat mir die Schrift gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. Und gesegnet hat Er mich gemacht, wo immer ich bin, und angeordnet hat Er mir, das Gebet (zu verrichten) und die Abgabe (zu entrichten), solange ich lebe, und gütig gegen meine Mutter zu sein. Und Er hat mich weder gewalttätig noch unglücklich gemacht.“

Liebe Geschwister,

abschließend noch einige praktische Hinweise für die Weihnachtszeit, weil dahingehend erfahrungsgemäß Fragen aufkommen:

Ja, es ist erlaubt Nicht-Muslimen zu ihren Feiertagen zu gratulieren. Das ist etwas anderes als mit ihnen zu feiern. Dazu sind zahlreiche Fatwas bekannt.

Aus islamischer Sicht ist auch nichts dagegen einzuwenden Geschenke von Nicht-Muslimen anzunehmen oder auch Nicht-Muslime zu beschenken oder gemeinsam mit ihnen Freude zu haben.

Wir leben in einer vielfältigen Gesellschaft mit unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Unsere Nachbarn und Freunde, ja sogar nahe Verwandte sind oftmals keine Muslime und wir sollten ihre Aufmerksamkeiten erwidern, solange wir dabei nichts Verbotenes verschenken oder verbotene Geschenke annehmen.

Diese soziale Verpflichtung gilt auch für unsere Moscheen und Vereine, die Toleranz und die Verständigung der Kulturen und Religionen unterstützen, um Frieden und Harmonie in unserer Gesellschaft zu stiften.

Möge Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) uns beistehen und uns dabei helfen das Gehörte in unserem Leben umzusetzen, um letztlich bessere Muslime zu werden. Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.