Der innere Frieden

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

Thema unserer heutigen Freitagspredigt ist der innere Frieden. Wir schauen uns näher an was die Vorraussetzungen für einen sorglosen Gemütszustand sind und wie wir diesen erreichen können. Im edlen Qur’an steht dazu in Surat Muhammad:

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Denjenigen aber, die glauben und rechtschaffene Werke tun und an das glauben, was Muhammad offenbart worden ist – und es ist (ja) die Wahrheit von ihrem Herrn -, tilgt Er ihre bösen Taten und bessert ihren Gemütszustand.” [47:2]

Auch wird ein paar Verse weiter gesagt:

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Er wird sie rechtleiten und ihren Gemütszustand bessern” [47:5]

In Zeiten wie diesen ohne den dringend benötigten inneren Frieden, verbreiten sich psychologische Krankheiten, Gewalt und Streitigkeiten. Dem müssen wir entgegen wirken und danach streben den inneren Frieden wieder zu erlangen. Aber wie sollen wir dies bewerkstelligen? Was müssen wir dafür tun?

Allen voran muss unsere Aqida stimmen. Wir müssen unsere Glaubensgrundsätze vervollkommnen und an die Bestimmung durch Allah (subhanahu wa ta’ala), an al-Qadr glauben. Dies können wir zum Beispiel mit dem Gebet erreichen. Auch müssen wir uns bewusst machen und darüber sicher sein, dass was uns bestimmt ist, besser für uns ist, als das, was wir womöglich für gut halten.

Alles im Leben hat seinen Sinn, auch wenn wir diesen nicht immer auf Anhieb erkennen.

Warum ist der eine reich? Der andere aber arm? Warum ist der eine gesund, der andere aber nicht? Warum hat jemand viele Kinder und ein anderer gar keine?

Alle Antworten darauf sind bei Allah (subhanahu wa ta’ala) und wir müssen fest daran glauben, dass Er allweise und allgnädig ist und dass Er keinen zu Unrecht bevorzugt oder benachteiligt.

Eine weitere Möglichkeit ist das Istikhara-Gebet um Allah (subhanahu wa ta’ala) um Rat zu fragen, bevor wir eine wichtige Entscheidung in unserem Leben treffen, denn mit Ihm als Ratgeber, werden wir nicht abirren und unabhängig von der Entscheidung zufrieden sein, denn wir hätten damit alles Nötige getan, um nach dem richtigen Weg zu streben.

Zahlreiche Hadithe zeigen uns auch, wie wir inneren Frieden erlangen können. So sagte unser Prophet Muhammad (ﷺ) sinngemäß:

Und wer sich um das Jenseits sorgt, dem wird Allah (subhanahu wa ta’ala) seinen Reichtum im Herzen tragen lassen, seine Familie zusammen bringen, und ihm die Dunia zu Füssen sein lassen. Und wer das Diesseits zu seiner Hauptsorge macht, dem wird Allah (subhanahu wa ta’ala) seine Armut zwischen seine Augen schreiben lassen, seine Familie zerstreuen, und er wird vom Diesseits nur das erhalten, was ihm vom Anfang an zugeteilt wurde.”

Der innere Frieden ist ein Segen und Geschenk, welches viele von uns nicht zu schätzen wissen. Unser geliebter Prophet (ﷺ) hat stets Allah (subhanahu wa ta’ala) darum gebeten und stellt dies als das Beste dar, was wir uns gegenseitig wünschen sollten.

Wer diesen Gemütszustand erreicht, der hat eine positive Lebenseinstellung. Wir befreien uns damit von der Vergangenheit und den Sorgen. Wir ziehen stattdessen Lehren daraus und blicken in eine hoffnungsvolle Zukunft. Mit innerer Zufriedenheit blicken wir auch liebevoll auf unsere Brüder, unsere Schwestern und unsere Mitmenschen. Beziehungen basierend auf Liebe und Gemeinschaft sind uns damit möglich. In diesem Zustand fühlen wir uns wirklich wohl und können unserem Glauben ohne Verlegenheit nachgehen. Auch sind wir damit in der Lage Streitigkeiten in der Gesellschaft zu überwinden und Konflikte zu beenden. So kann der Gläubige sich über das Leben und auf das was danach kommt freuen.

Keine Gelegenheit für Gutes dürfen wir verstreichen lassen. Immer wenn das eigene Ich einen daran hindern will etwas Gutes zu tun, sollten wir daran denken, dass diese Tat der Grund sein könnte, warum uns Allah in seiner Barmherzigkeit ins Paradies eintreten lässt.

Liebe Geschwister, unser Hauptziel sollte stets im Jenseits, in AlʾĀkhirah liegen. Mit der richtigen Priorität werden wir auch das Diesseits besser verstehen und unseren Glauben entsprechend umsetzen.

Ya Allah hilf uns dabei die Anweisungen und Empfehlungen unseres Propheten (ﷺ) zu beachten und umzusetzen, inneren Frieden zu erlangen und mit Allahs Barmherzigkeit ins Paradies einzutreten.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.