Die Taten unserer Herzen

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Predigt geht es um die Taten unserer Herzen.

Für jeden von uns ist es eine Pflicht sein Herz rein zuhalten, um in der Lage zu sein in diesem Leben rechtschaffene Werke zu verrichten.

So sagt unser Prophet Muhammad (ﷺ) sinngemäß in einem Hadith:

In unserem Körper befindet sich ein Fleischklumpen. Wenn dieser gesund ist, dann wird der ganze Körper gesund sein. Und wenn dieser krank ist, dann wird der ganze Körper krank sein. Dies ist unser Herz.

Die Taten unserer Herzen wiegen bei Allah (subhanhanu wa ta’ala) sehr schwer. Sowohl die Belohnung als auch die Bestrafung. Nicht umsonst heißt es, dass der Körper nach dem strebt, was das Herz begehrt. Die Gliedmaßen verrichten das Werk und die Befehle des Herzens.

In einem weiteren Hadith spricht unser Propheten (ﷺ) sinngemäß:

Ein Gläubiger wird erst auf den geraden Weg des Glaubens finden, wenn sein Herz davor diesen Weg gefunden hat, denn erst wenn das Herz Allah (subhanhanu wa ta’ala) achtet, fürchtet und als unseren Schöpfer akzeptiert, wird es dem Gläubigen, der es in sich trägt, den Weg des Glaubens zeigen.

Bemerkenswert ist auch folgender Hadith in dem es sinngemäß heißt, dass Allah (subhanhanu wa ta’ala) nicht auf eure Gestalt oder Reichtümer achtet, sondern auf eure Herzen und auf das, was ihr in ihnen tragt und zu welchen Taten euch eure Herzen bewegen.

Liebe Geschwister,

in der Glaubenspraxis, lassen sich unsere Taten in zwei Gruppen aufteilen. Zum Einen in Taten, die wir nach aussen sichtbar zum Beispiel mit unseren Händen, Füßen und Zungen verrichten. Zum Anderen in Taten, die wir mit unseren Herzen verrichten. Dabei sieht uns keiner. Nur Allah (subhanhanu wa ta’ala) sieht und kennt diese Taten. Eine gute und reine Absicht ist dabei maßgeblich für die Akzeptanz unserer Taten. Aber auch Genügsamkeit und Zufriedenheit sind dabei eine besondere Herzensangelegenheit.

Die früheren Generationen der Muslime zeichneten sich gerade dadurch aus, dass sie Allah mit ihrem ganzen Herzen huldigten. Ein reines Herz ermöglicht den geraden Weg des Glaubens zu finden und bildet den Kompass für die Verrichtung der guten Taten.

Die Vernachlässigung der Herzen ist die Ursache für viele der heutigen Probleme und Herausforderungen, die unsere Ummah derzeit erleidet. Wir erleben, wie Menschen heuchlerisch mit unserem Glauben umgehen. Nach aussen hin beten sie, fasten und verrichten die Pilgerfahrt, doch bei genauerer Betrachtung, können wir kaum glauben, dass sie Muslime sind und den Islam verstanden oder gar mit ihren Herzen verinnerlicht haben.

Wir dürfen uns nicht auf die Äußerlichkeiten beschränken und den Glauben als etwas betrachten, das wir vererbt bekamen, sondern wir müssen den Glauben in unsere Herzen lassen.
Geduld und die Gewissheit auf Allahs Macht sind elementare Merkmale, die uns aus diesem Dilemma verhelfen. Und andersrum müssen wir unsere Herzen von Hochmut und Neid reinigen. Denn wer diese in seinem Herzen trägt, der wird nie das Paradies betreten dürfen.

Wir sehen, dass das Herz eine zentrale Rolle in unserer Beziehung zu Allah (subhanhanu wa ta’ala) spielt, und dass unser Herz sowohl unsere Rettung als auch unser Verderben sein kann.

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) uns dabei helfen unsere Herzen zu reinigen und den Islam wahrlich zu verinnerlichen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.