Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Die Gefahren aus dem Netz

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Liebe Geschwister im Islam,

zu den Phänomen unserer Zeit gehört die rasante Verbreitung und ständige Veränderung neuer Kommunikationstechnologien. Diese Errungenschaften sind zweifelsohne von enormem Nutzen. Das Internet stellt unzählige Informationen und Nachrichten aus allen denkbaren Bereichen rund um die Uhr zur Verfügung. Weiterhin bietet es den Komfort, für geringe Kosten Kontakt mit der Familie und mit Freunden in jeder Ecke der Welt aufzunehmen. Im Internet kann man sich auf wissenschaftlicher oder kultureller Ebene weiterbilden. Man kann dort seine Bankgeschäfte ebenso wie seine Einkäufe von zu Hause aus erledigen. Und man kann darin Arbeit suchen oder aber auch über das Internet sein Einkommen erzielen.

Doch wissen wir alle, dass diese sogenannte  Informationstechnologie ein zweischneidiges Schwert sein kann. Und Hand aufs Herz, wie groß mag das Verhältnis zwischen Nutzen und Schaden sein, das der Nutzer aus dem Internet bezieht?

Ein Gefährte des Gesandten Muhammad (ﷺ) berichtete in ungefährer Wiedergabe:

Die Menschen fragten den Propheten nach dem Nützlichen. Ich aber fragte ihn nach dem Schädlichen, aus Angst dass ich es sonst nicht erkennen und es mich einholen könnte“ 

Gemäß dieser Maxime des Gefährten wollen wir uns an diesem Freitag mit den Fallen beschäftigen, die im virtuellen Ozean lauern. Die Realität ist, auch das mag niemandem neu sein, dass das Internet  in unseren Häusern eine Gefahr darstellt, die unseren Glauben und unsere Familien bedroht. Unzählige Fälle ließen sich schildern, in denen das Internet die zentrale Rolle spielt und Unglück über einzelne Menschen und ganze Familien gekommen ist.

Ungezählte sinnlos verbrachte Stunden bis hin zu einem mehr oder weniger großen Teil eines ganzen Menschenlebens, das in Chatrooms oder in virtuellen Spielen verbracht wird, ist  wohl die erste Konsequenz des unkontrollierten Surfens . Es mögen unbezahlbare Rechnungen sein, weil das Kind nichts ahnend Dateien aus dem Netz geladen hat. Menschen, für die aus dem Spaß, mit unbekannten Menschen Kontakt aufzunehmen, bitterer Ernst geworden ist, weil ihr Partner entdeckt hat, dass sie ihre Zeit mit anderen verbringen. Menschen die entdecken mussten, dass ihr Partner unglaublich  grauenvolle Bilder und Filme betrachtet, die einem das Blut gefrieren lassen. Menschen, die einen Realitätsverlust erleiden, und in der Wirklichkeit nicht mehr klar kommen. Menschen, die ihre Partner, ihre Kinder oder ihr eigenes Leben vernachlässigen, weil nur noch Essen und Notdurft in der Lage sind, sie vom Bildschirm los zu reißen.

Menschen, die dubiosen und selbsternannten Rechtsprechern auf den Leim gehen und zu blindem Hass aufgestachelt werden, und im schlimmsten Falle in Krisengebiete ziehen um auf andere Menschen zu schießen und sich selbst erschießen zu lassen.

Liebe Geschwister, die Liste könnte sich noch ewig fortsetzen lassen, und uns allen sind diese Fakten bewusst.

Für uns Muslime geht es darum, aufmerksam zu sein und ein hohes Maß an Selbstkontrolle zu entwickeln. Denn nicht unsere Kinder gilt es zu kontrollieren, sondern in erster Linie uns selbst, um mit dem wirksamsten aller Erziehungsmittel aufzuwarten: mit der Vorbildfunktion.

Machen wir uns zwei Dinge bewusst, liebe Geschwister.

Zwei Aspekte der Kontrolle:

– Allah (t) spricht an einer Stelle im Qur´an:

Und verlasse dich auf den Allmächtigen und Barmherzigen, Der dich sieht, wenn du aufrecht stehst (…). Er ist ja der Allhörende und Allwissende“ 

An einer anderen Stelle heißt es:

„Er kennt die verräterischen Augen und weiß, was die Brüste verbergen“ 

Der Gesandte Allahs sprach:

Fürchte Allah, wo immer du bist, und lass der bösen Tat eine gute folgen, so wird sie sie auslöschen, und verhalte dich den Menschen gegenüber auf die beste Weise“

Ganz deutlich wird hier jedem Gläubigen gemacht: Sei dir der Anwesenheit des Allgegenwärtigen bewusst. Nichts lässt sich verstecken. Und wenn du dich unbeobachtet glaubst, verborgen, nur du allein, du und dein Computer, so schau dich um und wisse, Allah ist bei dir, seine Engel sind bei dir.

– Und machen wir uns weiterhin bewusst, dass wir für das verantwortlich sind, was wir in unseren Häusern zulassen und dass wir verantwortlich sind, wenn wir wegschauen. Wir müssen bei uns anfangen und das Gute gebieten und vor dem Schädlichen warnen. Bei uns, unseren Partnern, unseren Kindern, unseren Freunden, unseren Nachbarn unserer Gemeinschaft.

Erhaben bist Du, ya Allah, und alles Lob ist Dein!

Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Dir allein.

„Unser Herr, bürde uns nichts auf, wozu wir keine Kraft haben. Verzeihe uns, vergib uns und erbarme Dich unser! Du bist unser Schutzherr“.

Amin