Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Gaza und die Lage der Muslime

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

O ihr Menschen, fürchtet euren Herrn, Der euch aus einem einzigen Wesen schuf, und aus ihm schuf Er seine Gattin und ließ aus beiden viele Männer und Frauen sich ausbreiten. Und fürchtet Allah, in Dessen (Namen) ihr einander bittet, und die Verwandtschaftsbande. Gewiß, Allah ist Wächter über euch.”

Liebe Geschwister im Islam,

der Monat Ramadan neigt sich seinem Ende – und seit Jahren fließt das Blut unserer Geschwister in Syrien, Irak, Afghanistan, Burma, Libyen und in vielen weiteren Teilen dieser Welt und ein Ende ist nicht in Sicht.

Und wie jedes Jahr zu Ramadan ertrinkt erneut Gaza im Blut unserer Glaubensgeschwister, das von der israelischen Besatzungsmacht seit Tagen ununterbrochen bombardiert wird. Wieder einmal sind es unserer Kinder, unser Mütter und Väter die getötet und verstümmelt werden. Wieder einmal schaut die gesamte Welt tatenlos zu. Doch welche Hilfe erwarten wir von der westlichen Welt – wenn die Führer der sogenannten islamischen Länder die besten Freunde und engsten Partner von Israel sind.

Und in anderen Teilen der Welt, töten sogenannte Muslime andere Muslime und verstümmeln sie, als wären sie Vieh.

Die Lage der islamischen Ummah lässt dem nachdenkenden das Herz bluten.

Dennoch ist es so, dass nichts geschieht, ohne das Wissen Allahs – In Surat al Hadid heißt es:

Kein Unglück trifft ein auf der Erde oder bei euch selbst, ohne daß es in einem Buch (verzeichnet) wäre, bevor Wir es erschaffen – gewiß, dies ist Allah ein leichtes -, damit ihr nicht betrübt seid über das, was euch entgangen ist, und euch nicht (zu sehr) freut über das, was Er euch gegeben hat. (…)”

Die Geschehnisse die wir erleben standen bei Allah bereits geschrieben. Seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte erlebten Muslime Unterdrückung durch Tyrannen – und häufig war es so, dass die Gläubigen keinen Ausweg mehr sahen – doch Allahs Religion wird niemals untergehen und das Licht des Islams wird niemals erlöschen. Allah ist der Allwissende Allhörende, das Unrecht dieser Welt wird niemals vergessen werden – so wehe demjenigen vor einer gewaltigen Strafe, der zu Unrecht das Blut der Menschen vergossen hat.

Liebe Geschwister im Islam, zu den Gesetzmäßigkeiten dieser Welt gehört es, dass das Unrecht und die Unterdrückung kein Bestand haben wird. Das ungerechte Volk wird untergehen im Diesseits – und im Jenseits werden wir alle unsere Taten verantworten müssen. In Surat Hud heißt es:

So ist der Griff deines Herrn, wenn Er die Städte ergreift, während sie Unrecht tun. Gewiß, Sein Griff ist schmerzhaft und hart”

Derjenige der Unrecht tut – der Menschen zu Unrecht tötet, unterdrückt, demütigt oder foltert, wird seine Taten vor Allah verantworten müssen – und kein Leid, kein Schmerz bleibt Allah verborgen.

Allah hat versprochen, dass das Bittgebet des Unterdrückten erhört wird – ebenso das Bittgebet des fastenden, so vergessen wir unsere Geschwister nicht in unseren Bittgebeten – und in unseren Spenden.

In einem Hadith sagte der Prophet (ﷺ):

Es wird eine Zeit kommen, da werden die anderen Völker über euch her fallen, wie die Hungernden über ihr Essen.“ Ein Anwesender fragte: „werden wir dann von geringer Zahl sein?“ Der Prophet antwortete: „Nein, ihr werdet an diesen Tagen sehr zahlreich sein – aber ihr werdet nur wie Schaum im Wasser sein. Allah wird aus den Herzen eurer Feinde die Achtung vor euch nehmen und in euren Herzen die Schwäche legen – nämlich die Liebe zu dieser Welt und den Widerwillen gegen den Tod“.

In Surat Al Anfal heißt es:

Und gehorcht Allah und Seinem Gesandten, und streitet nicht miteinander, sonst würdet ihr den Mut verlieren, und eure Kraft würde vergehen! Und seid standhaft! Gewiß, Allah ist mit den Standhaften.”

Liebe Geschwister im Islam, immer wenn wir das Leid unserer Geschwister auf dieser Welt sehen, muss es uns berühren – es darf uns nicht gleichgültig sein. Wir müssen sie Unterstützen mit unseren Bittgebeten und unseren Spenden. Wir müssen uns selber zur Verantwortung ziehen und unsere Reihen zu unseren Brüdern schließen und zu diesen nachsichtig sein, um eine feste Gemeinschaft zu bilden, die zum Guten aufruft und das Verwerfliche verbietet. Wir müssen schauen, welchen Platz die Dunja in unserem Herzen hat und unser Leben so gestalten, dass wir die Dunja nur in unseren Händen tragen – und nicht in unseren Herzen.

Möge Allah unseren Geschwistern beistehen, ihre Herzen stärken und unsere Reihen einigen.