Die Eigenschaften und Tugenden frommer Gläubiger

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und den Verwandten zu geben, und Er verbietet abscheuliche, rechtswidrige und unwürdige Taten. Er ermahnt euch, auf dass ihr nachdenken möget.“ [16:90]. [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt beschäftigen wir uns mit den Eigenschaften und Tugenden frommer Gläubiger und damit welchen Weg wir beschreiten müssen, um diese auszuleben.

Im edlen Koran steht dazu in Surat ‘Āli `Imrān  (in ungefährer Übersetzung):

Und beeilt euch um Vergebung von eurem Herrn und (um) einen (Paradies)garten, dessen Breite (wie) die Himmel und die Erde ist. Er ist für die Gottesfürchtigen bereitet, die in Freude und Leid ausgeben und ihren Grimm zurückhalten und den Menschen verzeihen. Und Allah liebt die Gutes Tuenden und diejenigen, die, wenn sie eine Abscheulichkeit begangen oder sich selbst Unrecht zugefügt haben, Allahs gedenken und dann für ihre Sünden um Vergebung bitten – und wer sollte die Sünden vergeben außer Allah? – und (die) nicht auf dem beharren, was sie getan haben, wo sie doch wissen. Der Lohn jener ist Vergebung von ihrem Herrn und Gärten, durcheilt von Bächen, ewig darin zu bleiben. Und wie trefflich ist der Lohn derjenigen, die (gut) handeln! [3:133-136]

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So wird über einen Gläubigen berichtet, der stets ausgiebig weinte, wenn er diese Verse rezitierte. Als er daraufhin gefragt wurde, warum er denn weint, wo doch Allah (subhanahu wa ta’ala) in diesen Versen das Paradies beschreibt und es keinen Grund gäbe traurig zu sein, da antwortete er mit damit, dass ihm das alles ja nichts nutzen würde, wenn er keinen Platz im Paradies erhalten würde.

Darum lasst uns alles daran setzen, mit Allahs Gnade und Barmherzigkeit, unseren Platz im Paradies zu verdienen, in dem wir die darin angesprochenen Eigenschaften und Tugenden der frommen Gläubigen verinnerlichen und in die Praxis umsetzen.

So sind sie großzügig und spenden sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten und sind stets hilfsbereit.

Voller Nachsicht und Geduld im Umgang mit anderen halten sie sich sich zurück, selbst wenn sie verärgert sind und ungerecht behandelt werden.

Auch reagieren sie nicht nachtragend, sondern sind im Gegenteil gütig, vergebend und verzeihend. Sich in dieser Form zu verhalten, fällt den Menschen oftmals sehr schwer, aber umso höher ist die Belohnung am jüngsten Tag dafür bei Allah (subhanahu wa ta’ala). So steht dazu in Surat Ash-Shūraá in ungefährer Übersetzung:

Die Vergeltung für eine böse Tat ist etwas gleich Böses. Wer aber verzeiht und Besserung bringt, dessen Lohn obliegt Allah. Er liebt ja nicht die Ungerechten. [42:40]

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Und in einen durch Ibn Abbas (radiallahu anhu) überlieferten Hadith heißt es sinngemäß, dass am jüngsten Tag ein Engel rufen wird:

Wo sind die Vergebenden und Verzeihenden? Kommt zu eurem Schöpfer und nehmt eure Belohnung entgegen!

Und das Recht eines jeden Muslims, wenn er vergebend ist, ist das Paradies.

Gütig zu sein, bedeutet Böses mit Gutem zu beantworten.“

Unser Prophet (ﷺ) ist in diesem Zusammenhang unser Vorbild, denn obwohl die Ungläubigen ihn und seine Gefährten jahrelang bekämpften und allen Formen des Unrechts aussetzten, verzieh und vergab er (ﷺ) ihnen am Tag der Befreiung von Mekka.

Weiterhin gehört es zu den erstrebenswerten Tugenden, sobald man einen Fehler oder eine Sünde begangen hat, reumütig zu sein und Allah (subhanahu wa ta’ala) vom ganzen Herzen und mit Nachdruck um Vergebung zu bitten. So merkt ein frommer Gläubiger sehr schnell, wenn er vom geraden Weg des Glaubens abgekommen ist und erträgt es nicht Allah (subhanahu wa ta’ala) zu verärgern und mit der Sünde fortzufahren.

Allah (subhanahu wa ta’ala) belohnt die zeitnahe Reue und Bitte um Vergebung in Seiner Gnade und Barmherzigkeit mit dem Paradies.

Wie können wir die angesprochenen Eigenschaften und Tugenden nun in die Praxis umsetzen?

Wir müssen gegenüber unseren Mitmenschen gnädig und vergebend sein, denn wie können wir Vergebung durch Allah (subhanahu wa ta’ala) erwarten, wenn wir selbst anderen nicht vergeben?

Auch müssen wir unseren Worten Taten folgen lassen. So genügt es nicht Allah mit der Zunge um Vergebung und Gnade zu bitten, wenn wir die Reue und unsere Bitte nicht mit Taten untermauern. Erst durch Taten zeigen wir, dass wir es ernst meinen und unsere Bittgebete nicht nur leere Worte sind.

Möge Allah uns rechtleiten und uns dabei unterstützen zu frommen und praktizierenden Gläubigen zu werden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.