Freie Übersetzung der Freitagspredigt, Ehe- und Familienleben Teil 5 – Die Rechte der Ehemänner ihren Frauen gegenüber

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah dem Herrn der Welten.

Frieden und Segensgruß über den, der aus Barmherzigkeit den Weltenbewohnern entsandt wurde, Muhamed (S).

Liebe Geschwister,

einer der häufigsten Gründe der zur Scheidung führt, ist dass die Ehepartner ihre jeweiligen Pflichten nicht kennen und somit auch nicht einhalten. Häufig ist es so, dass beide ihre Rechte einfordern – aber keiner von beiden all seinen Pflichten nachkommt.

In der letzten Woche hörten wir, wie der Prophet (S) mit seinen Ehefrauen umgegangen ist und welche Empfehlungen er uns mitgegeben hat.

Heute werden wir uns inshaAllah die Rechte des Ehemannes seiner Frau gegenüber anhören.

Ibn Taymiah sagte, für die Frau ist es so, dass die höchsten Rechte ihr gegenüber Allah und sein Prophet hat, und dann ihr Ehemann. Und der Prophet (s) berichtete, dass für die Frau der Ehemann eine Tür darstellt – entweder als Eintritt in das Paradies, wenn sie seine Rechte erfüllt – oder aber als Eintritt in die Hölle.

Zu den Rechten des Ehemannes der Frau gegenüber gehört auch, dass sie ihm gehorcht – solange dies kein Ungehorsam Allah gegenüber darstellt.

Der Prophet (s) wurde gefragt, welches die besten Frauen sind. Er antwortete, diejenigen die ihrem Mann Glück bereiten wenn er sie ansieht – und die seinen Bitten nachkommt. In einem weiteren Hadith lehrt der Prophet (s), dass der ungehorsamen Frau – wenn sie nicht im Recht ist – ihr Gebet nicht anerkannt wird. Auch lehrte der Prophet (s), dass der Gehorsam der Frau Grund für ihr Eintritt in das Paradies darstellt, so sagte der Prophet (S)

wenn die Frau ihre fünf Gebet verrichtet, ihrem Mann gehorcht und ihre Scham hütet – dieser wird gesagt, betrete das Paradies aus welchem Tor es dir beliebt.“

Zu den Rechten des Ehemannes gehört auch, dass die Ehefrau in seiner Abwesenheit niemanden in die Wohnung lässt, den ihr Mann nicht in der Wohnung haben möchte. Auch sollte die Frau die gemeinsame Wohnung nicht gegen den Willen des Ehemannes verlassen, wie es in einem Hadith gelehrt wird. Auch sollte die Frau ihre Ansprüche an die Möglichkeiten des Ehemannes richten – und ihn nicht zu Schulden veranlassen. Sie sollte das Geld in seinem Sinne verantwortungsbewusst  verwahren oder ausgeben.

In Sura Al Talaq heißt es in diesem Zusammenhang:

Der Wohlhabende soll entsprechend seinem Wohlstand ausgeben. Und wem seine Versorgung bemessen (zugeteilt) wurde ([ – also, wer wenig Geld hat]), der soll (eben) von dem ausgeben, was Allah ihm gegeben hat. Allah erlegt keiner Seele mehr auf als das, was Er ihr gegeben hat. Allah wird nach Schwierigkeit Erleichterung schaffen.”

Der Prophet (S) lobte einst das Verhalten der Frauen von Quraisch, da sie milde und sanftmütig zu ihren Babys waren und ihre Kinder gut erzogen – und sie waren bemüht um ihre Ehemänner  –  und wegen ihrer Geduld in schweren Lebenslagen.

Auch sollte die Frau die Würde ihres Ehemannes auch in seiner Abwesenheit wahren, so soll sie ihn nicht hintergehen, nicht schlecht über ihn reden und nicht seine Geheimnisse offen legen. In Sura Al Nisa heißt es:

Darum sind die rechtschaffenen Frauen (Allah) demütig ergeben und hüten das zu Verbergende, weil Allah (es) hütet.“

Der Prophet (S) wurde nach den besten Eigenschaften der Frauen gefragt – er antwortete „wenn sie dir Glück bereitet, wenn du sie ansiehst – wenn sie deinen Wünschen nachkommt, wenn du sie bittest – und dich nicht hintergeht in deiner Abwesenheit – sowohl was deine Würde und Ehre als auch dein Besitz angeht.“ Auch sollten die Frauen um Nachsicht im Umgang mit ihren Ehemännern bemüht sein.

An anderer Stelle sagte der Prophet(S), dass die Frau nicht ohne den Willen des Ehemannes von seinem Geld oder Besitztum aus- oder weggeben darf. Wenn aber eine Übereinkunft besteht, dann darf die Frau das Geld des Mannes – auch in seiner Abwesenheit – ausgeben oder spenden.

Eine wichtige Sache ist, dass die Frau die guten Taten des Ehemannes anerkennt und nicht leugnet – oder, dass sie im Streit alles Gute was ihr widerfahren ist, vergisst – hiervor warnte der Prophet (S) die Frauen ausdrücklich. In einem Hadith heißt es „Allah wird nicht auf die Frau blicken, die ihrem Ehemann für das gute was er ihr tat nicht dankt – und das Gute was sie von ihm bekam leugnet“ – im gleichen Kontext sprach der Prophet (S) die Frauen an und sagte „Frauen der Quraisch, gebt mehr Almosen – denn fürwahr, ich habe gesehen, dass ihr Frauen die meisten der Höllenbewohner sein werdet.“ Die Frauen fragten nach dem Grund und der Prophet (S) antwortete „Ihr sprecht häufig Verwünschungen aus und leugnet die Wohltaten“.

Auch warnte der Propheten (S) die Frauen davor, ohne Grund die Scheidung einzufordern.

Das letzte Recht des Ehemannes der Frau gegenüber, ist dass sie nach seinem Tod vier Monate und 10 Tage die „3ida“ begeht, hierzu heißt es im Quran:

Und diejenigen von euch, die abberufen werden und Gattinnen hinterlassen – so sollen diese (mit sich) selbst vier Monate und zehn (Tage) abwarten. Wenn sie dann ihre festgesetzte Zeit erreicht haben, so ist für euch keine Sünde in dem, was sie in rechtlicher Weise mit sich selbst unternehmen. Allah ist dessen, was ihr tut, Kundig.”

Liebe Geschwister im Islam – das heute gehörte darf nicht alleine betrachtet werden. Wir erinnern uns an das Thema der letzten Woche – da hörten wir, wie der Umgang der Ehemänner mit ihren Frauen sein sollte – dort hieß es in einem Hadith

Der vollendetste Muslim in Glaubensangelegenheiten ist derjenige, der ein vorzügliches Benehmen hat; und die Besten unter euch sind jene, die ihre Ehefrauen am besten behandeln.”

– und der Prophet (S) ergänzte hier:

…und ich behandle meine Ehefrauen am besten von euch!“.

Letzte Woche hatte man das Gefühl, das der Mann nur dann ein guter Muslim ist, wenn er sich mit all seinen Möglichkeiten um seine Frau bemüht, nachsichtig und zuvorkommend ist, ihre Fehler übersieht, stets ein offenes Ohr und ein liebes Wort für sie hat. Heute haben wir eher ein gegenteiliges Gefühl. Daraus kann man entnehmen, dass beide Seiten – Ehemann und Ehefrau – eine definierte Rolle zugeteilt bekommen – wenn beide Seiten ihren Pflichten nachkommen, erscheint eine harmonisches Eheleben greifbar zu sein, beide Seiten würden von sich aus rücksichtsvoll agieren, denn dadurch, dass die Rollenverteilung zur islamischen Pflicht erhoben wurde, würden auch beide für ihre Taten belohnt werden.

Möge Allah uns helfen unserer Verantwortung nachzukommen, uns Geduld und Standhaftigkeit schenken – und uns mit einer gottesehrfürchtigen Nachkommenschaft segnen, Amin.