Freie Übersetzung der Freitagspredigt, Ehe- und Familienleben Teil 3

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Alle Herrlichkeit und alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

Frieden und Segensgruß über Muhammad, der aus Barmherzigkeit entsandt wurde gesandt wurde.

Liebe Schwestern, liebe Brüder im Islam,

in der Predigt der vergangenen Woche stellten wir Überlegungen zu Sinn und Zweck der Ehe an und erarbeiteten die wesentlichen Gesichtspunkte. Zur Erinnerung seien diese vier Punkte nochmal erwähnt. Zunächst geht es in der Ehe um die Erfüllung eines Dienstes an Allah (t). Dann wird mit der Ehe dem Vorbild des Propheten, d.h. den Anforderungen der Sunna, entsprochen. Weiterhin soll mit der Ehe ein innerer und ein gemeinschaftlicher Frieden gefunden werden. Und endlich bezweckt die Ehe natürlich die Gründung einer Familie bzw. der Nachkommenschaft.

Zum einen möchten wir heute diese vier Aspekte der Ehe festigen. Zum anderen gehen wir auf die islamische Gesetzgebung ein, die uns den Rahmen stellt, um dem Sinn und Zweck der Ehe gerecht werden zu können.

Um durch die Ehe einen Dienst an Gott zu leisten und sein Wohlgefallen zu erlangen, gibt es einige Regeln zu beachten. So sind die Muslime entsprechend dem qur´anischen Vers angehalten, die Ehe ausschließlich mit Gläubigen einzugehen: „Und heiratet Götzendienerinnen nicht, bevor sie glauben. Und eine gläubige Sklavin ist fürwahr besser als eine Götzendienerin, auch wenn diese euch gefallen sollte. Und verheiratet nicht (gläubige Frauen) mit Götzendienern, bevor sie glauben. Und ein gläubiger Sklave ist fürwahr besser als ein Götzendiener, auch wenn dieser euch gefallen sollte. Jene laden zum (Höllen)feuer ein. Allah aber lädt zum (Paradies)garten ein und zur Vergebung.“

 

Untersagt wird im Qur´an ebenfalls die Eheschließung mit Menschen, die entsprechende Dienste gegen Geld anbieten: „Ein Unzuchttreiber heiratet keine andere als eine, die Unzucht begeht(…). Und eine Unzuchttreiberin heiratet keinen anderer als einen, der Unzucht begeht. Den Gläubigen ist dies verboten.“

Da es die Regel ist, das Frau und Kind sich nach dem Familienvater in namentlicher, gesellschaftlicher und letztendlich auch religiöser  Zugehörigkeit richten, wird es abgelehnt, dass die Muslima sich einen Ehemann, der Nichtmuslim ist, anschließt. Währenddessen ist es dem Muslim unter bestimmten Bedingungen gestattet, eine gläubige Frau auch aus der jüdischen oder christlichen Glaubensgemeinschaft zu heiraten, sofern den Kindern die islamische Erziehung zuteilwird. Allerdings möchte ich unsere jungen Brüder darauf aufmerksam machen, dass nicht der Titel der Frau, sondern ihr Bekenntnis und ihre Praxis den Glauben ausmachen.

Die persönliche und gemeinschaftliche Ausgeglichenheit, die mit der Ehe bezweckt wird, findet im Qur´an folgende Beachtung:

Und es gehört zu Seinen Zeichen, dass Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt.“

So verneinen Allah (t) und sein Gesandter Muhammad (sas) alles, was das Fundament der Ehe aus innerer Ruhe, Zuneigung und Barmherzigkeit gefährdet. Ein zeitlicher und somit berechnender Ehevertrag, die sogenannte Ehe zum Vergnügen, wie sie in einigen Volksgruppen islamischen Ursprungs praktiziert wird, ist unter den genannten Aspekten unzulässig. Auch werden Ehen geschlossen, mit dem ein- oder beiderseitigem Vorbehalt, sich irgendwann wieder trennen zu können. Eine Scheidung ohne Grund wird im Islam deutlich untersagt.

Ebenfalls verbietet Allah (t) die sogenannten Zweckehen oder Ehen auf Papier, die auf die Erlangung von Gütern oder Rechten weltlicher Natur zielen; ganz gleich, ob es darum geht, sich ein Erbe, einen Titel oder einen gesellschaftlichen Status zu sichern. Solch eine Praxis baut auf Betrug, Scheinheiligkeit und List und ist mit unserem Glauben nicht zu vereinen. Die Realität hat gezeigt, dass sich viele konvertierte Schwestern wieder vom Glauben abgewandt haben, weil ihnen klar geworden ist, dass sie eben nicht im islamischen Sinne aus Zuneigung und zum Zwecke der inneren Ruhe und der Barmherzigkeit geheiratet worden sind.

Und was die Gründung einer Familie und einer Allah wohlgefälligen Nachkommenschaft betrifft, verneint unser Glaube jede Ehe, die die Absicht trägt, kinderlos zu bleiben. Für diesen Zweck verwendete Mittel oder gar medizinische Eingriffe sind ebenfalls aus islamischer Sicht tabu.

Liebe Geschwister, fürchtet Allah und zeigt Euren Söhnen und Töchtern, dass die Ehe eine wunderbare Sache ist und Pflicht für jeden Muslim. Dass sie Allah gut gefällt. Dass sie eine schöne Sache ist.  Dass sie aber auch eine absolut ernste Sache und keinesfalls ein Spiel ist.

Möge Allah uns helfen unserer Verantwortung nachzukommen – und uns mit einer gottesehrfürchtige Nachkommenschaft segnen, Amin.

Gewiß, Allah und Seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. O die ihr glaubt, sprecht den Segen über ihn und grüßt ihn mit gehörigem Gruß.