Festpredigt

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

ich ermahne mich und euch, gottesfürchtig zu sein, denn wer die Gebote Allahs befolgt, wird belohnt und wer diese meidet wird von Ihm bestraft. Und wen Allah (subhanahu wa ta’ala) liebt, dem stärkt Er seinen Glauben.

الله أكبر، الله أكبر، لا إله إلا الله، والله أكبر، الله أكبر، ولله الحمد.

Allahu akbar, allahu akbar, la ilaha illallah, allahu akbar, allahu akbar wa lillahil hamd.

Liebe Gläubige,

die islamischen Feiertage und Feste sind eine Gelegenheit für uns Allah (subhanahu wa ta’ala) zu huldigen, Ihn anzubeten und zu versuchen Ihm näher zu kommen. Auch sind dies Tage der Wohltaten, Liebe und Großzügigkeit. Dies sind besondere Tage, an denen wir uns gegenseitig besuchen und unsere Beziehungen zu unserer Familie und Verwandten stärken. Dies sind Tage der Freude bei denen wir Allah (subhanahu wa ta’ala) für alles danken und uns besonders darüber freuen Muslime zu sein.

In Surat Al-Ĥaj steht in ungefährer Bedeutung:

22_37

Weder ihr Fleisch noch ihr Blut werden Allah erreichen, aber Ihn erreicht die Gottesfurcht von euch. So hat Er sie euch dienstbar gemacht, damit ihr Allah als den Größten preist, daß Er euch rechtgeleitet hat. Und verkünde frohe Botschaft den Gutes Tuenden.” [22:37]

Der Charakter und die Geschichte unseres Propheten Ibrahim (alayhi salam) wird an diesem Fest deutlich. Er hatte ein großes Herz, war der Zerstörer der Götzen, der Erbauer der Kaaba und des ersten Hauses Allahs. Seine Lebensgeschichte ist voller Einsatz und Aufopferung für den Glauben. Viele Herausforderungen und Prüfungen musste er meistern. So wurde er aus seiner Heimat vertrieben und man versuchte ihn zu töten in dem man ihn ins Feuer warf. Er setzte sich mit Königen und Diktatoren auseinander, deren Völker Götzen anbeteten und hat versucht ihnen die Wahrheit näher zu bringen. Als Folge der Ablehnung und des Widerstands gegenüber seiner Botschaft, begab er sich zu anderen Regionen – wie dem Iraq, dem nahen Osten, nach Ägypten und zur arabischen Halbinsel um dort die Bevölkerung zu warnen und die Botschaft zu verkünden.

Dabei hat er sich stets auf Allahs Beistand verlassen und war immer überzeugt, dass Allah (subhanahu wa ta’ala) die Wahrheit ans Licht bringen wird. So steht dazu im edlen Qur’an in ungefährer Bedeutung:

37_99

Und er sprach: «Siehe, ich gehe zu meinem Herrn, Der mich rechtleiten wird.“ [37:99]

Und an anderer Stelle steht in ungefährer Übersetzung:
6_79

Siehe, ich habe mein Angesicht in Aufrichtigkeit zu Dem gewandt, Der die Himmel und die Erde schuf, und ich gehöre nicht zu den Götzendienern.“ [6:79]

Liebe Geschwister, die geprüft werden und schwere Zeiten durchmachen müssen, habt Geduld, seid standhaft und seid gewiss, dass euch Allah (subhanahu wa ta’ala) nicht im Stich lassen wird.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Quran:

39_10

Sprich: O meine Diener, die ihr gläubig seid, fürchtet euren Herrn. Für diejenigen, die Gutes tun, gibt es hier im Diesseits Gutes. Und Allahs Erde ist weit. Gewiss, den Standhaften wird ihr Lohn ohne Berechnung in vollem Maß zukommen.” [39:10]

Ein Paradebeispiel für diese unerschütterliche Überzeugung ist unsere Mutter Hajar, die Frau unseres Propheten Ibrahim  (alayhi salam). Als er sie, der Aufforderung Allahs folgend, ohne Wasser und Nahrung mit ihrem Sohn in der Wüste zurücklassen musste, fragte sie ihren Mann, ob dies ein Befehl von Allah (subhanahu wa ta’ala) sei. Ibrahim (alayhi salam) bestätigte dies. Da sagte sie, er solle dann gehen, denn Allah (subhanahu wa ta’ala) wird sie nicht an diesem Ort alleine lassen und ihnen beistehen.

Auch die Haltung des Sohnes von Ibrahim, dem Propheten Ismails (alayhi salam) ist in dieser Hinsicht bemerkenswert.

Unser Prophet Ibrahim (alayhi salam) ist ein aufopferndes Beispiel für die Verteidigung der Grundsätze der Wahrheit und für die Dankbarkeit und Gottesfurcht gegenüber Allah (subhanahu wa ta’ala).

So ist er auch unser Vorbild bei der Errichtung der ersten Moschee und bei der Ausübung der Pilgerfahrt.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Quran in Surat Al-Ĥaj (in der ungefähren Übersetzung):

22_77

22_78

 

O die ihr glaubt, verbeugt euch, werft euch nieder und dient eurem Herrn und tut das Gute, auf dass es euch wohl ergehen möge! Und eifert in Allahs Sache, wie der wahre Einsatz für Ihn sein soll. Er hat euch erwählt und euch in der Religion keine Bedrängnis auferlegt, dem Glaubensbekenntnis eures Vaters Ibrahim: Er hat euch Muslime genannt, zuvor und (nunmehr) in diesem (Qur’an), damit der Gesandte Zeuge über euch sei und ihr Zeugen über die Menschen seid. So verrichtet das Gebet, entrichtet die Abgabe und haltet an Allah fest. Er ist euer Schutzherr. Ein vortrefflicher Schutzherr, und ein vortrefflicher Helfer!” [22:77-78]

Bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen unserer Ummah brauchen wir solche Vorbilder wie Ibrahim (alayhi salam) mehr denn je. Wir müssen lernen mit Geduld standhaft unseren Prinzipien treu zu bleiben und dürfen uns nicht vom geraden Weg abbringen lassen.

Viele unserer Geschwister im Iraq, Syrien, Ägypten und an vielen anderen Orten dieser Welt haben alles geopfert, um unsere Grundsätze zu verteidigen und um unserer Ummah eine bessere Zukunft zu bringen. Diese Geschwister dürfen wir nicht in unseren Bittgebeten vergessen und sollten sie unterstützen, wo wir können.

Bitte vergisst nicht am heutigen Eid-Tag die Armen und Bedürftigen, eure Eltern und Kinder, Geschwister und Verwandte, die Waisenkindern und die Flüchtlinge. Tut Gutes, besucht sie, spendet, seid gut zu allen ob nun Muslim oder nicht, denn der Islam ist ein Glaube der Barmherzigkeit, der Liebe und des Friedens zwischen allen Menschen. Tragt mit vorbildlichem Verhalten zum Aufbau unserer Ummah bei.

Einige von uns wurden damit gesegnet, dieses Jahr die Pilgerfahrt zu verrichten, wir hingegen können mit unserem Opfer unsere Absichten erneuern und Besserung geloben.

Weiterhin ist es an diesen Tagen besonders wichtig der Al-Aqsa Moschee in Palästina beizustehen und Bittgebete für unsere Geschwister dort auszusprechen, damit sie weiterhin standhaft bleiben.

Ya Allah gib uns die Kraft, standhaft in unserem Glauben zu bleiben und mach diesem heiligen Tag zum Wendepunkt in unserem Leben, durch den wir bessere Muslime und bessere Menschen werden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.