Der Einsatz für den Glauben

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

Thema unserer heutigen Predigt ist der Einsatz für den Glauben.

Wir wollen auf die Frage eingehen, was wir für den Islam getan haben und tun werden.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Qur’an (in der ungefähren Übersetzung):

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An dem Tag wird jede Seele das, was sie an Gutem getan hat, bereit finden. Und von dem, was sie an Bösem getan hat, hätte sie gern, wenn zwischen ihr und ihm ein weiter Abstand wäre. Und Allah mahnt euch zur Vorsicht vor Sich selbst. Allah ist Gnädig zu den Menschen.“ [3:30]

Allah (subhanahu wa ta’ala) warnt uns in Seiner Gnade davor nachlässig zu sein und uns nicht um unseren Glauben zu kümmern.

So wird Allah (subhanahu wa ta’ala) schließlich mit jedem von uns am jüngsten Tag sprechen.

In einem Hadith unseres geliebten Propheten (ﷺ) wird sinngemäß überliefert, dass Allah (subhanahu wa ta’ala) zu jedem von uns sprechen wird, ohne dass es zwischen Ihm und uns ein Übermittler steht. Wir werden nach rechts und links schauen, und nichts ausser unseren bereits geleisteten Taten sehen. Wenn wir Schlechtes getan haben, werden wir das Höllenfeuer vor Augen sehen. Wir müssen gute Taten verrichten um dies zu vermeiden, selbst wenn es nur ein gutes Wort ist, das wir sprechen.

Wir werden auf die Fragen Allahs antworten, dass wir gebetet und gefastet haben, dass wir die Pilgerfahrt verrichtet haben und dass wir dies alles für uns selbst getan haben.

Doch was werden wir darauf antworten, wenn wir gefragt werden was wir für unseren Glauben, für den Islam getan haben?

Wird der Islam ein Fürsprecher für uns sein oder wird der Islam ein Zeuge unserer Versäumnisse sein?

Entweder tragen wir die Sorgen des Islams oder der Islam trägt uns als Sorge.

Denkt daran: Immer wenn ein Muslim etwas Verwerfliches tut, heißt es schaut her das ist der Islam und das sind die Muslime.

Dabei müssen wir als Muslime ein Vorbild für andere sein.

Liebe Geschwister, was hindert uns daran unserem Glauben, dem Islam zu dienen? Was sind unsere Ausreden?

Unwissenheit über den Islam und mangelnde Bildung kann kein Grund dafür sein, sich nicht für den Islam einzusetzen.

Wegen Abu Bakr (radi allahu anhu) nahmen beispielsweise 6 der 10 Sahaba, denen das Paradies versprochen wurde, den Islam an. Und das obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal Surat Al-Fatiha auswendig konnte und lediglich vom Glaubensbekenntnis überzeugt war.

Ein anderer Sahabi namens Abu Dhar al-Ghifari (radi allahu anhu) traf unseren Propheten (ﷺ) nur einmal in Mekka. Danach ging er zu seinem Stamm zurück und hat sich 15 Jahre für den Islam eingesetzt und viele Stämme dazu gebracht dem Islam beizutreten. Und das obwohl er außer diesem einem Treffen keinen weiteren Kontakt zum Propheten (ﷺ) hatte, sich nicht weiterbilden konnte und keine Möglichkeit für den Erhalt von Unterstützung hatte.

Manche von uns würden jetzt sagen, es waren andere Zeiten. Unsere Zeit ist nun anders.

Dazu ist die Geschichte von einem Gläubigen aus unserer Zeit namens Abdul Rahman Al-Sumait zu wissen.

Dieser Muslim war kein Gelehrter, aber ein Wohltäter und freiwilliger Helfer. Er wurde eines Tages damit beauftragt eine Moschee in Afrika zu bauen. Nachdem er den Zustand der Muslime dort sah, beschloss er dort zu bleiben, um die Muslime über ihren Glauben zu informieren.  Er blieb dort 29 Jahre. Durch seinen Einsatz sind 11 Millionen Menschen in 40 afrikanischen Staaten dem Islam beigetreten.

Er hat in der Zeit, Schulen, Brunnen und Moscheen gebaut. Er erzählte auch, dass sie manchmal tagelang kaum zu essen und zu trinken hatten, weil in vielen Orten in Afrika grundlegende Dinge zum Leben einfach nicht vorhanden sind.

Abdul Rahman Al-Sumait berichtete von einem Vorfall während seines Aufenthalt in Afrika. Er sagte: “Eines Tages sind wir zu einem abgelegenen Dorf gefahren, um die Einwohnern mit dem Islam bekannt zu machen. Auf dem Weg dorthin hatte unser Auto eine Panne und blieb mitten in der Wildnis stehen. Nach einigen Stunden näherte sich uns ein modernes Fahrzeug und hielt kurz an.

Darin saß ein christlicher Missionar und sagte zu mir: “Du bist doch Abdul Rahman Al-Sumait? Bei Gott, ich werde euch nicht helfen. Bleib hier, bis du vor Hunger stirbst oder dich die wilden Tiere auffressen.”

Mit Allahs Hilfe haben wir unser Fahrzeug nach einer Weile doch noch reparieren können und fuhren weiter.

Mitten auf unserer Weiterfahrt stellten wir jedoch fest, dass nun das Fahrzeug des christlichen Missionars eine Panne hatte. Wir hielten an und reparierten sein Fahrzeug. Der Missionar verdeckte sein Gesicht vor mir und ich sagte ihm daraufhin, dass uns der Islam lehrt auch gütig zu denen zu sein, die nicht gut zu uns waren. Wenige Tage später nahm der Missionar den Islam an.”

Eine weitere Ausrede sich nicht für den Islam einzusetzen ist der vermeintliche Mangel von finanziellen Mitteln und materiellen Möglichkeiten.

Anhand von zwei Beispielen räumen wir auch diesen Vorwand aus:

1. Nach den Ereignissen des arabischen Frühlings wurde von islamischen Gelehrten ein Dawah-Plan aufgesetzt, um Stämme in Afrika mit dem Islam bekannt zu machen. Einen dieser Stämme kann man nur mit einem 20 Kilometer langem Fußmarsch erreichen. Man dachte, dieser Stamm würde nichts vom Islam wissen, doch zu ihrem Erstaunen mussten sie feststellen, dass das ganze Dorf bereits gläubige praktizierende Muslime waren. Der Grund war ein Sahabi aus Zeiten des Propheten (ﷺ), dem es gelang vor 1400 Jahren zu ihnen durchzudringen und ihnen den Islam beizubringen. Dieser Sahabie liegt sogar in diesem Dorf begraben. Nur der Name des Sahabi ging den Dorfbewohnern im Laufe der Zeit verloren.

2. Der Gelehrte Al-Qaradawi berichtet in seinen Memoiren über ein Dorf im Süden Sudans. Dort flohen die Bewohner bei der Ankunft eines Autos mit mehreren Gläubigen, die ihnen den Islam näher bringen wollten. Die Dorfbewohner hatten nämlich in ihrem ganzen Leben noch kein Auto gesehen und kannten dieses Wesen nicht. Die Gläubigen mussten jedoch feststellen, dass ein christlicher Geistlicher das Dorf bereits seit 30 Jahren zwei Mal in der Woche auf dem Fahrrad besucht, um ihnen den christlichen Glauben bei zu bringen und ihnen Süßigkeiten und einfache Medikamente zu geben.

Noch eine Ausrede um sich nicht für den Islam einzusetzen, ist dass Allah (subhanahu wa ta’ala) uns vermeintlich nicht dafür auserwählt hätte um sein Wort zu verkünden.

Dabei spricht Allah (subhanahu wa ta’ala) dazu im edlen Qur’an in ungefährer Bedeutung:

9_46

Wenn sie (wirklich) hätten hinausziehen wollen, hätten sie fürwahr Vorbereitungen dazu getroffen. Aber Allah war ihr Ausziehen zuwider, und so hielt Er sie zurück. Und es wurde gesagt: “So bleibt (daheim) mit denjenigen, die (daheim) sitzen bleiben!” [9:46]

Wenn du nun wissen willst, welche Stellung du bei Allah (subhanahu wa ta’ala) hast, dann schau bei dir nach, welche Stellung Allah bei dir einnimmt.

Unser Ziel und unsere Pflicht als Muslime ist es den Menschen den Islam bekannt zu machen und sie darüber zu informieren. Wer letztendlich den Glauben annimmt, liegt nicht in unserer Hand, sondern allein bei Allah.

Für die Erreichung dessen, sollten wir folgende Maßnahmen ergreifen und beachten:

1. Wir müssen an uns selbst und unseren Familien arbeiten, um bessere Menschen zu werden. Besonders gegenüber unseren Nachbarn.

2. Wir müssen unseren Glauben durch mehr Bildung und Wissen über den Islam stärken.

3. Die Botschaft des Islam hat sich nachweislich nicht durch Gewalt, Unterdrückung und Benachteiligung der Frauen verbreitet. Im Gegenteil: dies ist kontraproduktiv.

4. Jeder sollte sich darüber Gedanken machen, wie er den Islam präsentieren kann und andere darüber informieren will.

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) uns dabei helfen, den Islam in seiner wahren Güte und Barmherzigkeit zu präsentieren.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.