Freie Übersetzung der Freitagspredigt: Die Zusammengehörigkeit des Diesseits und des Jenseits

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener und Gesandter ist.

Liebe Schwestern, liebe Brüder im Islam,

an einigen Stellen im Qur´an begegnen wir Aussagen, die das irdische Leben preisen:

(…) Wir haben euch auf der Erde eine feste Stellung verliehen, und Wir haben euch auf ihr (… den) Lebensunterhalt geschaffen…“

Und Er ist es, Der Gärten (…) entstehen lässt, sowie Palmen und (sonstige) Pflanzen (…), die einander ähnlich und (auch) unähnlich sind. (…)  Und an Vieh (lässt Allah) Last- und Kleintiere (entstehen). Esst von dem, womit Allah euch versorgt hat(…)“

So verliehen Wir Yusuf eine feste Stellung im Land, so dass er sich darin aufhalten konnte, wo immer er wollte. Wir treffen mit Unserer Barmherzigkeit, wen Wir wollen, und Wir lassen den Lohn der (Gütigen) nicht verlorengehen…“

An anderen Stellen wiederum wird uns im Qur´an nahegelegt, dass das Leben tückisch und nichtig ist:

Ausgeschmückt ist den Menschen die Liebe zu den (…) Frauen, Söhnen, aufgehäuften Mengen von Gold und Silber, Rassepferden, Vieh und  Saatfeldern. Das ist der Genuss im diesseitigen Leben“.

Wisset, dass das diesseitige Leben nur Spiel und Zerstreuung ist, Schmuck und gegenseitige Prahlerei und Wettstreit nach noch mehr Besitz und Kindern. (…) Und das diesseitige Leben ist nur trügerischer Genuss“.

Wenn das Leben auf der Erde gepriesen wird, dann mit Blick auf die Konsequenz, die unser  Wirken im Hier und Jetzt  für das Leben im „Dort und Morgen“ hat.

Das Diesseits und das Jenseits, liebe Geschwister,  sind zusammenhängende Teile einer einzelnen Lebenslinie. Das Diesseits ist vergänglich. Es ist bloß ein Saatfeld für das Jenseits, das ohne Bemühung zu keiner Frucht führen kann.

Damit der Mensch seine Bemühungen unter Beweis stellen kann, braucht er einen Ort, an dem er geprüft wird. Dieser Ort ist die Welt, in der wir leben. Es gilt, auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Diesseits und Jenseits zu achten. Im Koran heißt es hierzu:

„Und suche mit dem, was dir Allah gegeben hat, die künftige Wohnung, ohne deinen Anteil an dieser Welt zu vergessen. Und tue Gutes, so wie Allah dir Gutes tat…“

Es gilt, im Bewusstsein zu leben, dass jede Bemühung im Diesseits unser Jenseits formt. Bei diesen Bemühungen können wir auf Hindernisse stoßen, finanzielle Probleme oder übermäßige Sorgen um das alltägliche Leben; wir selbst oder andere können uns im Wege stehen.

Doch bei alldem dürfen wir nicht vergessen: alles, was uns im Jenseits begegnen wird, sind unsere im Diesseits vorausgeschickten Taten. Unser Prophet Muhammad (ﷺ) hat das so beschrieben:

Wenn du ein Bäumchen zu pflanzen hast, pflanze es, selbst wenn du weißt, dass das Jüngste Gericht beginnt.”  

Diese Welt, liebe Schwestern und Brüder, und sollten uns all ihre Schönheiten und Genüssen, all ihre Freuden und Reichtümer offen stehen, sie ist und  bleibt stets das Mittel, nie darf sie Zweck sein. Die Zufriedenheit Allahs ist das, was mit unseren Taten erstrebt werden sollte, denn:

Er ist Allah, der Schöpfer, der Erschaffer, der Gestalter. Sein sind die schönsten Namen. Ihn preist (alles), was in den Himmeln und auf der Erde ist. Und Er ist der Allmächtige und Allweise.“

Möge uns Allah an zu denen zählen, die sein Wohlgefallen erlangen.

Amin