Die Übeltäter und der verwerfliche Charakter

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.”

Thema unserer heutigen Predigt sind die Übeltäter und deren verwerflicher Charakter.

Liebe Geschwister, es ist ein Segen und eine Gnade von Allah (ta’ala), dass er uns den edlen Qur’an herab gesandt hat. Im edlen Qur’an werden unter anderem der gute Charakter gläubiger Menschen, aber auch der verdorbene Charakter verwerflicher Menschen beschrieben, die als Übeltäter bezeichnet werden.

Allah (ta’ala) hat im edlen Qur’an eine klare Trennung beider Gruppen vorgenommen und ihnen entsprechend ihres Charakters die passende Stellung gegeben.

Allah (ta’ala) warnt uns an mehreren Stellen im edlen Qur’an davor zu den Übeltätern zu gehören:

So spricht Allah (ta’ala)  in ungefährer Bedeutung:

An dem Tage, an dem Wir die Gottesfürchtigen […] vor dem Allerbarmer versammeln, werden Wir die Übeltäter wie eine Herde zur Hölle treiben.”

An jenem Tag wirst du die Übeltäter in Ketten zusammengebunden sehen.”

Und an dem Tag, an dem sich die Stunde erhebt, werden die Übeltäter völlig verzweifelt sein.”

Liebe Geschwister, Allah (ta’ala) wird diese Sorte Menschen von seiner Gnade ausschließen.

Die Übeltäter selbst haben viel Angst vor dem Jüngsten Tag, denn sie wissen, was sie dort erwartet und das alles, was sie getan haben nieder geschrieben wurde und ihnen die gerechte Strafe zu teil wird.

So schildert Allah (ta’ala) in ungefährer Bedeutung:

Und das Buch wird hingelegt. Dann siehst du die Übeltäter besorgt wegen dessen, was darin steht. Sie sagen: „O wehe uns! Was ist mit diesem Buch? Es lässt nichts aus, weder klein noch groß, ohne es zu erfassen.“ Sie finden (alles), was sie taten, gegenwärtig, und dein Herr tut niemandem Unrecht.”

Nachdem sie ihre Strafe verkündet bekommen und das Ausmaß ihrer Taten erkennen, senken sie verzweifelt ihre Köpfe und bitten um Vergebung.

Allah (ta’ala) sagt dazu in der ungefähren Bedeutung:

Könntest du nur sehen, wenn die Übeltäter vor ihrem Herrn die Köpfe hängenlassen: „Unser Herr, jetzt haben wir gesehen und gehört. Bringe uns zurück, so wollen wir rechtschaffen handeln. Gewiss, wir sind nun überzeugt!”

Wenn die Übeltäter dann die Strafen für ihre Taten sehen, werden sie mit allem was sie haben und mit voller Macht versuchen sich dessen zu entziehen, die Strafe abzuwenden oder sich frei zu kaufen.

Doch Allah (ta’ala) wird nichts von ihnen annehmen und wird den Engeln befehlen, sie ins Höllenfeuer zu zerren.

So spricht Allah (ta’ala) in der ungefähren Bedeutung:

Gewiss, die Übeltäter befinden sich im Irrtum und Wahnsinn.”

und an einer weiteren Stelle im edlen Qur’an beschreibt Allah den Zustand der Übeltäter am jüngsten Tag in der ungefähren Bedeutung mit folgenden Worten:

Gewiss, die Übeltäter (hingegen) werden in der Strafe der Hölle ewig bleiben. Sie wird ihnen nicht herabgesetzt, und sie werden darin ganz verzweifelt sein.

Nicht Wir haben ihnen Unrecht getan, sondern sie sind es, die Unrecht getan haben. Und sie rufen: „O Mālik, dein Herr soll unserem Leben ein Ende setzen.“

Er sagt: „Gewiss, ihr werdet (hier) bleiben. Wir sind zu euch mit der Wahrheit gekommen, aber den meisten von euch ist die Wahrheit zuwider.

Liebe Brüder, liebe Schwestern:

Um zu vermeiden, dass wir zu den Übeltätern gehören, sollten wir wissen, welche Merkmale und Charakterzüge diese Sorte Menschen ausmacht:

Allah (ta’ala) fasst die Erkennungszeichen dieser Menschen in der ungefähren Bedeutung wie folgt zusammen. So antworten die Übeltäter auf die Frage, was sie in das Feuer gebracht habe mit der späten Erkenntnis:

„Wir waren nicht unter denen, die beteten, noch speisten wir die Armen und wir ergingen uns in eitlem Geschwätz mit den Schwätzern und wir pflegten den Tag des Gerichtes zu leugnen, bis der Tod uns ereilte.”

Dies bedeutet die Übeltäter praktizierten den Glauben nicht.

Entweder haben Sie nicht gebetet und wandten sich damit von Allah (ta’ala) ab, kamen damit nie in den Genuss des wahren Glaubens und versäumten die Belohnung für die Gebete, wie zum Beispiel für das Fajr-Gebet und das gemeinsame Gebet in der Moschee und erfuhren nie wie wunderschön es sein kann, Allah (ta’ala) durch diese Taten näher zu kommen.

Oder sie verrichteten zwar äußerlich die Gebete, doch leider ohne Herz und Verstand. Viele haben den Glauben mit seinem wahren Inhalt nicht verinnerlicht und setzen ihn nicht um. So beten sie scheinbar, aber ihre Gebete haben keinen Einfluss auf ihre Lebensführung. Sie sündigen weiterhin mit den gleichen Fehlern, begehen anderen gegenüber Unrecht und sind sonst auch kein positives und rechtschaffenes Mitglied der Gesellschaft.

Auch versagen solche Menschen in der Beziehung zur Gesellschaft und gegenüber ihren Mitmenschen. So verhindern sie gute Taten, spenden nicht, hängen mit ihrem Herz stark am materiellem, stellen das Geld über Allah (ta’ala) und zügeln ihre Zunge nicht. Auch schaden die Übeltäter ihren Mitmenschen und wollen den Islam samt der Muslime schlecht machen. Weiterhin machen sie sich zu Lebzeiten keine Gedanken über die Wiederauferstehung und die Abrechnung an Yaum al-Qiyama. Sie investieren also nichts im Diesseits für das Jenseits und verleiten zu allem Übel noch andere Gläubige, um vom geraden Weg des Glaubens abzukommen. Sie sind hinterhältig und falsch.

Möge Allah (ta’ala) uns davor bewahren zu den Übertätern und verdorbenen Menschen zu zählen. Möge Er uns dabei beistehen, an unserem Charakter zu arbeiten.

Möge Allah (ta’ala) uns zu den Menschen machen, die nur Gutes verrichten, rechtschaffend sind, Frieden stiften und für alle Menschen ein gutes Vorbild sind. Amin!

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.