Die Betrachtungsweise des Prophetengefährten Khudayfa Ibn Al Yaman (radi allahu anhu)

 ﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet Gerechtigkeit, gütig zu sein und den Verwandten zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf daß ihr bedenken möget.” [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

im Laufe unseres Lebens unterliegen wir vielen Herausforderungen, die wir teils positiv und teils negativ wahrnehmen. Tatsächlich will unser Schöpfer uns damit prüfen.

Anhand eines Gesprächs zwischen dem Prophetengefährten Khudayfa (radi allahu anhu) und unserem Propheten Muhammad (ﷺ) wird dies deutlich.

So fragten viele der Gläubige unseren Propheten Muhammad (ﷺ) nach den guten Taten um diese ebenfalls zu begehen. Khudayfa Ibn Al Yaman (radi allahu anhu) hingegen informierte sich über die schlechten Taten und das Verwerfliche, um diese zu vermeiden. Er war ein Sahabi, der sich äußerst kritisch mit allen Fragen des Glaubens auseinander setzte.

Als Beispiel fragte Khudayfa (radi allahu anhu):

Oh Gesandter Allahs, wir haben vor deiner Botschaft in Unglaube und Dunkelheit gelebt, nun bist du mit dem Islam gekommen, gibt es denn danach noch Schlechtes?“

Muhammad (ﷺ) bestätigte dies. Daraufhin fragte Khudayfa (radi allahu anhu), ob es danach Gutes gibt. Unser Prophet (ﷺ) erläuterte dies in dem er sagte:

Ja, aber dieses Gute ist dadurch getrübt, dass die Menschen meine Sunna nicht vollkommen befolgen.“

Khudayfa (radi allahu anhu) fragte wiederum, ob es danach Schlechtes geben wird. Unser Prophet (ﷺ) bestätigte dies ebenfalls und verwies auf diejenigen, die die Menschen in die Tore des Höllenfeuers einladen. Wer ihnen folgt, der würde dort hineingeworfen.

Khudayfa (radi allahu anhu) hakte nach und fragte, was er denn tun soll, wenn dies zu seinen Lebzeiten geschieht.

Muhammad (ﷺ) antwortete:

Folge der muslimischen Gemeinschaft und deren Imam.“

Khudayfa (radi allahu anhu) wendete fragend ein, was er denn tun solle, wenn die Muslime aber keine Gemeinschaft und keinen Imam haben sollten. Die Antwort unseres Propheten Muhammad (ﷺ) war:

Dann verlasse alle diese Gruppen und übe dich in Geduld, bis deine Stunde kommt oder Allah (subhanahu wa ta’ala) dir einen Ausweg zeigt.“

Khudayfa (radi allahu anhu) teilte weiterhin die Menschen in verschiedene Gruppen ein.

Zum Einen in die Menschen die zwar physisch leben, aber man als tot betrachten kann, da sie keinen Glauben in sich tragen und zum Anderen die Menschen, die wahrlich leben, weil sie den Glauben im Herzen tragen und zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht haben.

Auch unterteilte er die Menschen in vier Gruppen, die unterschiedlich reagieren, wenn sie Unrecht sehen.

  • Die erste Gruppe sieht das Unrecht, lehnt es im Herzen ab und versucht es mit ihren Worten und Taten zu ändern. Dies sind die wahrlich Gottesfürchtigsten und die wahren Gläubigen bei Allah (subhanahu wa ta’ala).
  • Die zweite Gruppe sieht das Unrecht, lehnt es ebenfalls im Herzen ab und versucht es aber nur mit Worten zu ändern. Sie bleiben tatenlos. Diese Menschen haben einen Teil der Wahrheit verlassen.
  • Die dritte Gruppe sieht das Unrecht und lehnt es lediglich im Herzen ab. Sie reagieren weder mit Worten noch mit Taten. Diese Menschen haben zwei Teile der Wahrheit verlassen.
  • Die vierte Gruppe sieht das Unrecht und lehnt es noch nicht einmal im Herzen ab. Geschweige denn reagieren sie mit Worten oder Taten. Diese Menschen sind wahrlich wie Tote unter den Lebenden.

Eine weitere interessante Unterteilung durch Khudayfa (radi allahu anhu) ist die der Herzen. Er unterscheidet vier Typen:

  • Das verschlossene Herz eines Ungläubigen.
  • Das flache Herz eines Heuchlers.
  • Das reine lichterfüllte Herz eines Gläubigen.
  • Das Herz, welches sowohl Glaube als auch Heuchelei in sich trägt. Der Glaube darin stellt sich wie ein Baum dar, welcher sich von sauberem Wasser ernährt. Die Heuchelei hingegen sitzt wie ein Tumor im Herzen, welches sich von Schlechtem ernährt.

Liebe Geschwister,

wir haben es selbst in der Hand zu welcher Gruppe von Menschen wir gehören wollen und mit welchem Herzen wir in diesem Leben unterwegs sein wollen.

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) uns im neuen Jahr dabei helfen, zum wahren Glauben zu finden, unsere Herzen zu reinigen und uns zu wahren Dienern Allahs zu machen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.