Freitagspredigt: Der gute Rat

Vater-Sohn-Ratschlag

 


Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

egal ob jung oder alt, hin und wieder braucht jeder von uns in allen möglichen Lebenslagen einen guten Rat und darum wollen wir heute darüber sprechen, was bei einem Ratschlag zu beachten ist.

So bezeichnete doch unser Prophet Muhammad (ﷺ) in einem Hadith unseren Glauben ebenfalls als einen guten Rat, der um Allahs Wohlwollen hin ausgesprochen wird.

Sprachlich ist mit einem guten Rat eine Empfehlung gemeint, um etwas Gutes zu tun oder etwas Schlechtes zu vermeiden. Beispielsweise, wenn eine Regierung darauf hingewiesen wird ihrer Rolle und Verantwortung gerecht zu werden.

Auf Arabisch kommt noch die Bedeutung hinzu, dass sich Gläubige untereinander in guter Absicht einen Rat erteilen sollen, um sich zu schützen oder allen gemeinsam zu einem Vorteil zu verhelfen.

Im islamischen Sinne ist es beispielsweise ein guter Rat jemandem zu empfehlen sich Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) anzunähern, den Glauben mit reiner Absicht zu praktizieren, sich seiner Sterblichkeit bewusst zu werden, sich mit dem edlen Koran zu befassen, über die Verse darin nachzudenken, die enthaltene Botschaft zum eigenen moralischen Maßstab werden zu lassen und die Inhalte daraus im Umgang mit seinen Mitmenschen wie dem Ehepartner, der Familie, den Nachbarn, den Mitschülern und den Arbeitskollegen umzusetzen.

Kurzum: an die Botschaft unseres Propheten Muhammads (ﷺ) zu glauben und seiner Sunnah zu folgen.

Eine Empfehlung oder ein guter Ratschlag sollte jedoch niemals hochmütig oder herablassend gegeben werden, sondern mit Rücksicht und Fingerspitzengefühl vermittelt werden.

So ist es verkehrt einen Ratschlag in der Öffentlichkeit zu erteilen und jemanden durch die Ermahnung zu blamieren oder zu kränken. Vielmehr sollte ein Ratschlag zum richtigen Zeitpunkt im Privaten gegeben werden. Auch sollte ein Ratschlag von seiner Art und Weise nicht voller Vorwürfe und Tadel sein, sondern konstruktiv gestaltet werden. Denn es kommt nicht nur auf die Botschaft an, sondern auch darauf an wann und wie diese Botschaft überbracht wird.

Im edlen Koran heißt es dazu in Surat An-Nahl in Vers 125 in der ungefähren Übersetzung:

Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung, und streite mit ihnen in bester Weise. Gewiß, dein Herr kennt sehr wohl, wer von Seinem Weg abirrt, und Er kennt sehr wohl die Rechtgeleiteten.“

Weiterhin sollte derjenige, der einen Ratschlag oder eine Empfehlung gibt, auch selbst ein Vorbild sein und entsprechend der eigenen Empfehlung handeln.

In Surat al-Baqara Vers 44 sagt Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) in der ungefähren Übersetzung dazu:

Befehlt ihr denn den Menschen Güte, während ihr euch selbst vergesst, wo ihr doch die Schrift lest? Begreift ihr denn nicht?“

In diesem Sinne beratet euch gegenseitig liebe Geschwister, aber achtet dabei auch auf die Art und Weise, denn ein guter Ratschlag soll niemanden erniedrigen, sondern uns alle gemeinsam aufsteigen lassen.

Ya Allah, verzeih uns unsere Überheblichkeit und hilf uns dabei uns gegenseitig im Guten zu bestärken.

Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.