Der Abschied vom Ramadan

Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

Liebe Geschwister im Islam,

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

„Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.”

In unserer heutigen Freitagspredigt wollen wir Ramadan gebührend verabschieden.

Ramadan ist dabei der Monat des Fastens. Darin erziehen wir unser Ego und zügeln unsere Triebe und Neigungen.

Wir sind sehr froh darüber, dass wir in diesem Jahr die Gelegenheit bekommen haben Ramadan mitzuerleben und uns damit Allah dem Allerhabenen annähern konnten. 

Das Schöne ist, dass sich der Fastende gleich doppelt freuen kann. Zunächst am ende eines jeden Fastentags, wenn er sein Fasten und zum zweiten wenn er am Jüngsten Tag vor seinem Schöpfer stehen wird.

Wer jedoch diesen Monat erleben durfte, ohne sich zu bessern und sich zu ändern und beispielsweise selbst im Ramadan seine Gebete nicht ordentlich verichtete oder vernachlässigt, der hat wahrlich einen großen Verlust.

Oh du, der sich ausschließlich mit der Dunya beschäftigt und sich einbildet ewig in ihr zu verweilen, sei gewarnt, denn der Tod kommt plötzlich und dann wir dein Grab ein Behältnis für deine Taten sein!

Jeder sollte sich fragen, wie es für ihn nach Ramadan weitergeht.

So ist es doch eines der Zeichen, dass das Fasten angenommen wurde, wenn man auch danach mit den guten Taten weitermacht und man nicht zu schlechten taten und Sünden zurückkehrt, die man im Ramadan zu begehen pflegte.

Leider fallen jedoch erfahrungsgemäß viele Gläubige nach dem Ramadan wieder in alte Verhaltensmuster zurück und verlassen das regelmäßige Gebet, legen den edlen Koran beiseite, obwohl wir darin in Surat An-Nahl Vers 92 mit folgenden Worten gewarnt werden:

وَلَا تَكُونُوا كَالَّتِي نَقَضَتْ غَزْلَهَا مِن بَعْدِ قُوَّةٍ أَنكَاثًا تَتَّخِذُونَ أَيْمَانَكُمْ دَخَلًا بَيْنَكُمْ أَن تَكُونَ أُمَّةٌ هِيَ أَرْبَىٰ مِنْ أُمَّةٍ ۚ إِنَّمَا يَبْلُوكُمُ اللَّهُ بِهِ ۚ وَلَيُبَيِّنَنَّ لَكُمْ يَوْمَ الْقِيَامَةِ مَا كُنتُمْ فِيهِ تَخْتَلِفُونَ

„Und seid nicht wie jene, die ihr Garn, nachdem es fest gesponnen war, wieder in aufgelöste Strähnen bricht, indem ihr eure Eide untereinander als Mittel des Betrugs nehmt, weil eine Gemeinschaft zahlreicher ist als eine andere Gemeinschaft. Allah prüft euch damit nur, und Er wird euch am Tag der Auferstehung ganz gewiß über das Klarheit geben, worüber ihr uneinig zu sein pflegtet.“ 

Auch wird der Zustand des Gläubigen, der nach dem Fasten wieder rückfällig wird mit dem Zustand einer bestimmten Frau verglichen, die zu Zeiten des Gesandten Allahs (ﷺ) lebte und zum Stamm der Quraisch gehörte. Aus verschiedenen Gründen konnte sie nicht heiraten und wurde daraufhin psychisch labil. Allerdings war sie wohlhabend und hatte mehrere Bedienstete. Aus Wut auf die Gesellschaft gründete sie eine Nähfabrik und befahl ihren Bedienstete Kleider zu nähen und diese kurz vor der Fertigstellung wieder aufzulösen.

Handelt nicht wie sie und zerstört nicht den Garn, den ihr zuvor fest gesponnen habt, sondern haltet auch nach Ramadan daran fest.

Möge Allah der Allerhabene unsere aller Fasten annehmen und uns mit dem Paradies belohnen. Amin!

Dies ist eine sinngemäß zusammengefasste Übersetzung von dieser Videobotschaft unseres Imams auf YouTube:

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