Flüchtlinge

Unser Prophet (ﷺ) als Flüchtling

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet gerecht und gütig zu sein und den Verwandten zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget. [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

das Thema unserer heutigen Freitagspredigt ist die Lebensgeschichte unseres Propheten (ﷺ) als Flüchtling in einem fremden Land.

Heutzutage sind wir mehr, denn je darauf angewiesen seine Biographie kennenzulernen und seinem zu Vorbild folgen, um wieder auf den geraden Weg des Glaubens zurückzukehren und das Wohlwollen Allahs (subhanahu wa ta’ala) wieder zu erlangen.

So heißt es im edlen Quran in der Sure Al-Ahzab (in der ungefähren deutschen Übersetzung):

Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt.

Und in der Sure Al- Imran heißt es weiterhin in ungefährer Übersetzung:

Sag: Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allah und vergibt euch eure Sünden. Allah ist Allvergebend und Barmherzig.

Liebe Geschwister im Islam,

lasst uns heute darauf eingehen, wie sich unser aller Vorbild als Flüchtling verhielt und welche islamischen Regeln er uns vorlebte.

Dies ist insbesondere im Hinblick auf die negativen Schlagzeilen, wie z.B. zu Silvester in Köln, aber auch an anderen Orten in Deutschland wichtig. Unabhängig davon, ob vieles durch die Presse hochgepusht wird. Dieses Thema ist sehr wichtig und betrifft uns alle.

So sind wohl auch die meisten von uns ursprünglich Flüchtlinge und Gäste in diesem Land. Selbst diejenigen mit einer deutschen Staatsbürgerschaft.

Unser Prophet (ﷺ) hat während seiner Hijra, also seiner Auswanderung von Mekka nach Medina sechs Regeln im Umgang mit den Gastgebern (Al Ansar) und den Pflichten der Auswanderer (Al Muhajerien)  aufgestellt, auf die wir nun weiter eingehen.

1. Die Gastgeber dürfen nicht ausgenutzt werden!

Dies wurde deutlich durch das Verhalten unseres Propheten (ﷺ) als er die ersten Tage nach Medina kam und als Gast in dem bescheidenen Haus vom Sahabi Abu Ayoub auf Seiten der Gastgeber unterkam. Abu Ayoub wollte das der Prophet (ﷺ) im oberen Stockwerk unterkommt und dass er und seine Frau im Erdgeschoß verbleiben. Doch der Prophet (ﷺ) bestand darauf im Erdgeschoß zu bleiben, um Abu Ayoub und seine Frau im eigenen Haus nicht unnötig mehr zu belasten und sie nicht einzuengen.

Auch als der Sahabi ʿAbd ar-Rahmān ibn ʿAuf  von seinem Gastgeber alles angeboten bekam, um es mit ihm zu teilen, lehnte dieser ab und bat seinen Gastgeber darum, ihm den Markt zu zeigen, damit er dort selber Handel betreiben und eigenes Geld verdienen kann.

2. Gesetze und Vereinbarungen im Gastgeberland müssen respektiert und eingehalten werden!

Als der Prophet (ﷺ) in Medina ankam, hat er alle bestehenden Verträge und Vereinbarungen zum Beispiel zwischen den Juden und den Arabern respektiert und diese weiterhin für gültig erklärt und in der islamischen Satzung festverankert, dass bestehende Vereinbarungen und Versprechen einzuhalten sind.

So steht dazu im edlen Quran folgende Vorgabe in Sure Al Maida in ungefährer Übersetzung:

O die ihr glaubt, haltet die Abmachungen!

3. Gebräuche und Sitten im Gastgeberland sind zu respektieren!

So war es üblich, dass die Bewohner von Medina die Stammesoberhäupter der zwei größten Gruppen in Medina stets um deren Meinung gefragt haben. So tat dies auch unser Prophet  Muhammad (ﷺ) als er dort angekommen war.

4. Die neue Heimat ist zu beschützen und es gilt sich um das Wohlwollen der darin lebenden Menschen zu kümmern!

So hat der Prophet Muhammad (ﷺ) stets die Bewohner von Medina um Rat und Erlaubnis gebeten, wenn es notwendig war, in den Kampf zu ziehen, um die Muslime zu verteidigen. Denn sie waren die Einheimischen und damit in seinen Augen die Hausherren. So war er sehr auf ihre Zustimmung bedacht und holte sich diese stets ein, obwohl er dies nicht musste.

Auch die Muslime, die früher bei dem Oberhaupt der Christen in Äthiopien vor den Ungläubigen Zuflucht gefunden hatten, haben Bittgebete für ihn und sein Volk ausgesprochen und Allah (subhanahu wa ta’ala) um Schutz und Sieg für sie gegenüber ihren Feinde gebeten, obwohl die keine Muslime waren.

5. Dankbarkeit und 6. Anerkennung für den Schutz und die geleistete Unterstützung durch die Bewohner des Gastgeberlandes!

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Quran in Sure Al Maida (in der ungefähren Übersetzung):

O die ihr glaubt, seid Wahrer (der Sache) Allahs als Zeugen für die Gerechtigkeit. Und der Hass, den ihr gegen (bestimmte) Leute hegt, soll euch ja nicht dazu bringen, dass ihr nicht gerecht handelt. Handelt gerecht. Das kommt der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah. Gewiss, Allah ist kundig dessen, was ihr tut.

Auch die zahlreichen Ansprachen unseres Propheten (ﷺ) an die Gastgeber in Medina belegen eindrucksvoll seine Anerkennung für sie und zeigt uns, wie wir mit der Situation als Flüchtling in einem fremden Land islamisch umzugehen haben.

Er hat uns auch vorgelebt, wie wir aus der vermeintlichen Niederlage und Flucht, durch die Wahrung unserer islamischen Werte im Gastgeberland diese Situation in Sieg, Erfolg und zum Wohle aller verändern können, sodass wir als Gäste in diesem Land auch als eine Bereicherung angesehen werden und den Islam in seiner wahren Größe und Barmherzigkeit anderen vorleben dürfen und können.

Möge Allah uns rechtleiten und uns als Gäste auf dieser Welt und in diesem Land ein Vorbild für andere sein lassen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Vielen Dank für die Koran-Spenden!

Inzwischen haben wir dank Spenden alhamdulillah einige Koran-Exemplare auf Lager und konnten damit bei Bedarf Flüchtlinge ausstatten.
Möge Allah jeden einzelnen Spender reichlich dafür belohnen! Barakallahu Feekum! Weitere Gebetsteppiche und Kopftücher sind nach wie vor willkommen und werden immer wieder gebraucht.

ZMD: Flüchtlingskonferenz

Der Zentralrat der Muslime lädt am 30.01.2016 um 11.00-18:00 Uhr im Kreishaus Darmstadt Jägertorstr. 207 | 64289 Darmstadt zur ersten Flüchtlingskonferenz dieser Art ein. Dabei sollen die bisherigen Projekte der einzelnen Mitglieder und Gemeinden besprochen und gemeinsam weiterentwickelt werden. Bis zum 24.01.2016 besteht die Möglichkeit sich als Teilnehmer per Email an sekretariat@zentralrat.de oder per Fax an +49 (0)221 – 1 39 46 81 anzumelden. Anbei das entsprechende Anmeldeformular und weitere Informationen zum Ablauf.

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Zahnmedizinische Behandlungen für Flüchtlinge

Im Rahmen unserer Koordination der Flüchtlingshilfe stehen wir in Kontakt mit der zahnmedizinische Klinik der Universität Mainz. Dort besteht die Möglichkeit sich kostenfrei behandeln und durchchecken zu lassen. Dies ist insbesondere für Flüchtlinge aus versicherungstechnischen Gründen interessant. Zu den angegeben Zeiten stehen weiterhin englisch- und arabischsprachige Behandler bereit. Wir hoffen, dass wir damit einen Teil für die Gesundheit der Flüchtlinge beitragen können.

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Medizinische Übersetzungen für Flüchtlinge

Eine der Schwierigkeiten bei der örtlichen Flüchtlingshilfe ist die Verständigung. Besonders bei Behördengängen und sonstigem Papierkram. Deswegen bemühen wir uns darum die Sprachkompetenzen unserer Gemeinde zu mobilisieren und Flüchtlinge im Rahmen unserer Möglichkeiten mit ehrenamtlichen Übersetzern zu unterstützen. Freiwillige können sich gerne hier eintragen um bei Bedarf angefragt zu werden.

Wenn dann noch medizinische Fragen hinzukommen wird es schnell knifflig. Wir weisen deswegen für Arztbesuche ergänzend auf die Materialien von Medi-Bild.de hin.

So gibt es dort unter anderem Anamnesebögen in diversen Fremdsprachen. Gerade bei der Aufnahme von neuen Patienten kann dies praktisch sein um eine korrekte Diagnose zu stellen. Auch hilft das bebilderte und mehrsprachige Gesundheitsheft beim Patientengespräch.

Anamnesebogen – Soru formu – Анкета – Questionario – Cuestionario – Questionnaire – Upitnik

albanisch albanian arabisch arabic amharisch amharish bulgarisch bulgarian chinesisch chinese
englisch english farsi persian französisch french griechisch greek italienisch italian
japanisch japanese koreanisch korea kurdisch kurdish pashtu afghanistan polnisch polish
portugiesisch portuguese rumänisch romanian russisch russian serbisch serbian spanisch spanish
tigrinya tigrinya türkisch turkish urdu urdu vietnamesisch vietnamese

Weiterhin finden sich dort auch Informationsblätter zu verschiedenen Krankheitsbildern.

Sammelaktion: Gebetsteppiche für muslimische Flüchtlinge

Leider fehlen unseren muslimischen Geschwistern oftmals auch Gebetsteppiche. Wir sammeln von daher auch ab sofort Gebetsteppiche und freuen uns über jede Spende, die in unserer Moschee abgegeben wird. Mehr rund um unsere Flüchtlingshilfe erfährst Du hier.

Sammelaktion: Kopftücher für muslimische Flüchtlinge

Viele unserer muslimischen Schwestern, die derzeit in örtlichen Flüchtlingsunterkünften sind, benötigen weitere Kopftücher. Wir sammeln daher im Rahmen unserer Unterstützung für Flüchtlinge ab sofort auch Kopftücher in der Othman Ibn Affan Moschee. Möge Allah jeden Spender für seine Großzügigkeit belohnen!

Sammelaktion: Koran-Bücher für muslimische Flüchtlinge

Viele muslimische Flüchtlinge benötigen den Koran in arabischer Sprache. Leider haben wir in unserer Moschee nicht genügend Exemplare auf Abruf vorrätig. Wir bitten darum, dass jeder der überschüssige Koran-Bücher in arabischer Sprache entbehren kann, diese zu unserer Moschee bringt, damit wir Flüchtlinge damit ausstatten können. Die Buchspenden können beim Vorstand abgegeben werden. Mehr News zu unserer vielfältigen Flüchtlingshilfe gibt es wie gewohnt hier und auf unseren offiziellen Kanälen in den sozialen Netzwerken.

Übersetzer für Flüchtlinge gesucht!

Ein wesentliches Problem für die Flüchtlinge in Deutschland ist natürlich die Sprache.

Kaum sicher angekommen müssen sie bereits zu Behörden und bekommen Briefe, die sie nicht verstehen. Die Beamten und Sachbearbeiter sind dahingehend ebenfalls überfordert.

Darum werden dringend ehrenamtliche Helfer für den Raum Groß-Gerau benötigt, die Flüchtlinge bei Behördengängen begleiten und für sie übersetzen können.

Trag Dich hier ein und wir melden uns bei Bedarf bei Dir!

Anrede:

Dein Vorname:

Dein Nachname:

Deine Emailadresse:

Deine Handynummer:

Aus welcher Stadt kommst Du?

Welche Sprachen kannst Du übersetzen?

Deutsch-ArabischDeutsch-TürkischDeutsch-KurdischDeutsch-AfghanischDeutsch-UrduDeutsch-PersischDeutsch-SomaliDeutsch-Tigrinisch

Hier kannst du uns noch etwas mitteilen, wenn Du möchtest.

Sammelaktion: Wasserkocher und Thermoskannen für Flüchtlinge

Ab sofort besteht bei uns in der Othman Ibn Affan Moschee die Möglichkeit Wasserkocher und Thermoskannen als Spende für Flüchtlinge abzugeben.
Wir weisen daraufhin, dass die Wasserkocher und Thermoskannen in gutem Zustand oder noch besser neuwertig sein sollen. Andere Arten von Sachspenden sind aus organisatorischen Gründen derzeit nicht willkommen. Wir bitten um Verständnis.

Gemeinsames Essen mit Flüchtlingen

Im Rahmen unserer Unterstützung für Flüchtlinge veranstalteten wir in der Othman Ibn Affan Moschee, zur Feier des kürzlichen Opferfestes, ein gemeinsames Essen. Wir hatten etwa 100 Gäste. Darunter Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Religionen. Ein traditionelles deftiges Gericht mit Fleisch, Gemüse und Oliven wurde serviert. Dazu gab es Baguette und Getränke.

Essen

Das Essen kam sichtlich gut an und wir kamen uns alle dabei näher. Wir unterhielten uns teils auf Arabisch und teils auf Englisch. Es war eine sehr freundliche Atmosphäre. Man merkte schnell das diese Geste wertgeschätzt wurde.

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Zum Abschluss wurden Feigen gereicht.

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Vielen Dank an alle, die diese Veranstaltung unterstützt haben. Besonders an unsere ehrenamtliche Köche, die vielen fleissigen Brüder und Schwestern unserer Gemeinde, die Spender und auch an die Betreuer aus den verschiedenen Asylunterkünften.

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Damit ist unsere Unterstützung für Flüchtlinge bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Zusätzlich zu unseren laufenden Übersetzungsdiensten, gibt es noch viel zu tun und weitere Hilfsmaßnahmen werden derzeit geplant. Weitere News folgen dann zeitnah auf unserer Webseite und unseren offiziellen Kanälen in den sozialen Netzwerken.

Benefiz-Fußball-Hallenturnier

Der Türkische Kultur- und Bildungsverein Raunheim e.V. (Selimiye Moschee Raunheim) veranstaltet am 22. November 2015 um 9 Uhr gemeinsam mit der Stadt Raunheim unter dem Motto “Kick den Rassismus” ein Hallenfußballturnier in der Halle der Anne Frank Schule. So soll gemeinsam ein Zeichen gesetzt werden um den Rassismus “zu kicken”. Weiterhin wird ein Teil der Einnahmen den Flüchtlingen in Raunheim gespendet. Als Ehrengäste werden der Oberbürgermeister, der Ausländerbeirat und weitere Institutionen erwartet.
Mannschaften bestehend aus 6 Spielern können sich direkt beim TüKuBi anmelden.

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Flüchtlinge – unsere Geschwister und Gäste

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

Thema unserer heutigen Freitagspredigt sind die Flüchtlinge – unsere Geschwister und Gäste.

An-Nu’man Ibn Baschir (radi Allahu anhu), ein Gefährte unseres Propheten Muhammad (ﷺ)  berichtete wie er sagte:

Gewöhnlich findest du die Gläubigen in ihrer Barmherzigkeit, Zuneigung und Mitleid zueinander wie der Körper: Wenn ein Teil davon leidet, reagiert der ganze Körper mit Schlaflosigkeit und Fieber!”

Die Sorgen, der Kummer und das Leid unserer islamischen Gemeinschaft erreichen heutzutage ein unerträgliches Maß, welchen kaum einer von uns aushalten kann noch die Kraft besitzt, es jeden Tag mit an zu sehen.

Egal wo wir hinblicken, ob nun gen Osten zum Beispiel in den Irak, nach Syrien, Palästina, Jemen oder Burma.

Oder in Richtung Westen nach Ägypten, Tunesien oder Libyen. Die Verbindungen dieses einen Körpers sind offenbar gerissen, auch das Herz schlägt nicht mehr, denn dieser Körper reagiert nicht mehr gemäß dem Hadith mit Schlaflosigkeit und Fieber auf die Geschehnisse, insbesondere nicht auf die Flucht von Hunderttausenden von Menschen vor dem sicheren Tod und Elend.

Liebe Gläubige,

lasst uns diesen kranken Körper wieder zum Leben erwecken, denn es wird an der Zeit aufzuwachen, spätestens jetzt, wo unsere Geschwister aus Syrien und deren Umgebung in Scharen auf der Flucht sind, schutzsuchend vor Mord und Vertreibung und auf der Suche nach einem sicheren Ort für sich und ihre Familien sind.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Qur’an in Surat Al-‘Isrā’ (in der ungefähren Bedeutung):

17_1

Preis sei Dem, Der Seinen Diener bei Nacht von der geschützten Gebetsstätte zur fernsten Gebetsstätte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, reisen ließ, damit Wir ihm (etwas) von Unseren Zeichen zeigen. Er ist ja der Allhörende, der Allsehende. [17:1]

Und in Surat Saba’ steht dazu:
34_18

Und Wir legten zwischen ihnen und den Städten, die Wir gesegnet haben, sichtbare Städte an. Und Wir setzten das rechte Maß der Reise zwischen ihnen fest: “Reiset in ihnen – Nächte und Tage – in Sicherheit umher.” [34:18]

In vielen weiteren Suren und Hadithen wurde die Region um Syrien gelobt und als heiliges Land bezeichnet. Unser geliebter Prophet (ﷺ) besuchte sie drei Mal. Einmal mit seinem Onkel Abu Taleb, dann während der Nachtreise (Al-Isrāʾ) und während des Gefechts von Tabuk.

Auch zahlreiche Gefährten des Propheten (ﷺ) – wie Khalid ibn Al Waleed, Bilal, Muath Ibn Jabal, und mehr als 900 weitere (radi Allahu anhum) – haben diese Gegend als ihre Heimat gewählt.

Demnach können wir sagen, dass wir es bei unseren Geschwistern aus Syrien und Umgebung mit den Urenkeln dieser Sahabis zu tun haben. Natürlich sind alle Menschen vor Allah (subhanahu wa ta’ala) gleich, doch wir wollen in diesem Zusammenhang unseren Geschwistern die Anerkennung zollen und ihnen ihren gerechten Stellenwert geben, den sie verdienen.

In einem Hadith’s des Propheten (ﷺ) heißt es in der ungefähren Bedeutung:

… und wer seinen Bruder im Diesseits behütet, den behütet Allah im Jenseits, und wer seinen Geschwistern aus seiner Not hilft, dem lindert Allah seine Not am Jüngsten Tag. Und Allah (subhanahu wa ta’ala) ist bei einem, solange derjenige seinen Geschwister beisteht.“

Liebe Geschwister wir müssen helfen wo wir können! Hier drei Beispiele aus dem Leid der Flüchtlinge in diesen Tagen:

– Eine Frau erzählt, dass sie mit ihren Töchtern vor den Bombengeflohen ist. Ihre Töchter sind  im Meer ertrunken. Ihr ganzes Geld wurde ihr gestohlen und sie sagt, dass wenn sie gewusst hätte, was sie und ihre Töchter auf der Flucht erleben würden, sie in Syrien geblieben wären und den eigenen Tod in Kauf genommen hätten.

– Eine andere Frau erzählt, dass sie ihr Kopftuch seit 60 Tagen nicht ablegen konnte, weil sie auf der Flucht die ganze Zeit von mehr als 150 fremden Männern umgeben ist.

– Und zuletzt das schockierende Bild des kleinen ertrunkenen Jungen am Meeresstrand, wo sich selbst das Meer weigerte seinen kleinen Körper zu schlucken und ihn sanft auf dem weichen Sand des Strandes ablegte, damit er ein Zeichen der Schande für jeden ist, der dieses Leid der Flüchtlinge und Vertriebenen ignoriert, ja gar die Augen davor verschließt und nicht mithilft, diese menschliche Tragödie zu lindern.

Liebe Geschwister:

– Die Haltung der Bundeskanzlerin Merkel, den Flüchtlingen zu helfen begrüßen wir sehr. Auch die Hilfsbereitschaft vieler deutscher Mitbürger macht uns sehr stolz und erfüllt uns mit Dankbarkeit.

Die Welle der Hilfsbereitschaft in Deutschland auf allen politischen und sozialen Ebenen ist ein Vorbild für uns und ein Zeichen von Menschlichkeit und Nächstenliebe.

Wer den Menschen nicht dankt, der dankt Allah (subhanahu wa ta’ala) auch nicht. Wir als Muslime zollen die Anerkennung und unseren Respekt für die bislang geleistete Hilfe und Unterstützung.

Diese verpflichtet uns jedoch als Muslime, uns Gedanken zu machen, wie wir unseren Beitrag bei den Hilfestellungen leisten können.

Dabei geht es nicht um das Sammeln vom Nahrung oder Kleider, dafür sorgen die zahlreichen und gut organisierten Institutionen und Hilfsorganisationen in Deutschland vorbildlich.

Viel wichtiger ist die moralische Unterstützung und die soziale Integrationen dieser Menschen und Gäste unter uns. Dabei unterscheiden wir nicht nach Herkunftsland oder Religion, wir wollen und müssen als Muslime allen gleichermaßen helfen, dazu verpflichtet uns auch unser Glaube.

In folgenden Bereichen könnten wir helfen:

1. Übersetzungsdienste: Dabei sollten wir uns in den entsprechenden Gremien und Behörden einbringen, um die notwendigen Behördengänge der Flüchtlinge zu unterstützen.

Hier hat sich unsere Moschee bereits seit Anfang des Jahres ehrenamtlich bei dem mobilen Übersetzungsdienst der Gemeinde Groß-Gerau engagiert. Qualifizierte Moschee-Mitglieder leisten bereits entsprechende Hilfe bei der Übersetzung für die Behörden im Umgang mit den Menschen und Flüchtlingen aus dem arabischsprachigen Raum

2. Die Unterstützung von Dienstleistungsorganisationen zum Beispiel bei der Beachtung von Halal Regeln bei der Vorbereitung von Essen, damit das Essen nicht weggeschmissen wird und das Geld danach nicht für die Versorgung der Flüchtlingen fehlt.

3. Die Organisation von entsprechenden Veranstaltungen in der Moschee zum Beispiel für die Kinder unserer Gäste und deren Familien.

4. Pate werden für eines der 3000 minderjährigen Kinder in Hessen, die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind und sich um sie kümmern. Nach diesen Kindern werden wir besonders bei Allah (subhanahu wa ta’ala) zur Rechenschaft gezogen, wenn wir sie vernachlässigen würden.

Wir sollten hier und jetzt für unser Jenseits arbeiten. Dabei werden unseren Glauben besser verstehen und unsere Prioritäten automatisch richtig setzen. Dazu gehört auch, bei dem Flüchtlingsdrama aktiv zu helfen und einen positiven Beitrag zu leisten.

Ya Allah hilf allen Menschen in Not, sichere ihre Flucht und stärke uns dabei den Flüchtlingen bei uns zu helfen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.