Freitagspredigt

Die Dankbarkeit

 ﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Nachdem wir letztes mal über die Gefahren und die Heilung der Zunge sprachen, konzentrieren wir uns heute auf die Dankbarkeit für die vielen unzählbaren Gaben und Segnungen seitens Allah (subhanahu wa ta’ala). Ob nun verborgen oder offenkundig, die Anzahl dieser Gaben und Geschenke sind dermaßen groß, dass wir sie nicht erfassen können. Dabei geht es nicht nur um unser Vermögen, sondern um weitaus mehr!
Zunächst müssen wir uns diese Gaben vergegenwärtigen und ihren wahren Wert erkennen. So kann es sein, dass einer der früher nichts besaß, inzwischen vermögend ist, eine Frau an seiner Seite hat und mit Kindern gesegnet ist. Ein anderer besucht ein Krankenhaus und sieht Menschen, die mit Krankheiten und Behinderungen geprüft werden. So erkennt er in dieser Situation den wahren Wert seiner Gesundheit.
Tagtäglich sehen wir auch Bilder aus Ländern, die von Krieg, Mord und Angst heimgesucht werden. In diesen Momenten müssen wir die Sicherheit, den Frieden und die Stabilität wertschätzen, die wir hier genießen dürfen.

Dieses Prinzip der Wertschätzung gilt für alle Gaben.

So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala) in ungefährer Übersetzung im edlen Qur’an:

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Gedenkt Meiner, so gedenke Ich eurer. Seid Mir dankbar und seid nicht undankbar gegen Mich.” [2:152]
und an anderer Stelle heißt es:
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So eßt von dem, womit Allah euch versorgt hat, als etwas Erlaubtes und Gutes, und seid dankbar für die Gunst Allahs, wenn ihr Ihm allein dient.” [16:114]
Nach dem Dank gegenüber Allah folgt der Dank gegenüber den Eltern. So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala) dazu im edlen Qur’an in ungefährer Übersetzung:
Sei Mir und deinen Eltern dankbar.
Sei Mir und deinen Eltern dankbar.“ [31:14]
Danach danken wir auch den anderen Menschen. So sprach unser Prophet Muhammad () in folgendem Hadith:
Wer den Menschen nicht dankt, dankt nicht Allah.“
Auch müssen wir bereits für das Wenige dankbar sein, denn wer nicht für das Wenige dankbar ist, der ist auch nicht für das Viele dankbar.
Es bleibt die Frage, wie wir Allah danken können?
Der Dank gegenüber Allah kommt sowohl durch Taten als auch durch Worte zum Ausdruck. Zu den Taten gehört, dass wir die Gaben Allahs auf den Wegen nutzen, die Allah zufriedenstellen. So können wir als Beispiel unsere Gesundheit im Gehorsam gegenüber Allah nutzen und um Sein Wohlgefallen zu erreichen. Unser Vermögen können wir nutzen, um davon zu spenden und es auf dem erlaubten Weg auszugeben. Wir dürfen mit dieser Gabe nicht gegenüber unseren Mitmenschen geizig sein. So wird in einem Hadith Qudsi in sinngemäßer Bedeutung überliefert:
O Sohn Adams, spende, damit Ich für dich spende!“
Unser Wissen müssen wir nutzen um es anderen näher zu bringen. Den Kindern, die Allah uns schenkte, müssen wir eine gute islamische Erziehung bieten. Wir können Allah (ta’ala) aber auch durch Worte und insbesondere durch Bittgebete danken. So ist folgendes Bittgebet von Muhammad (ﷺ) in sinngemäßer Übersetzung überliefert:
Allah, hilf mir Deiner zu gedenken und Dir dankbar zu sein und Dir auf schönste Weise zu dienen!“
Weiterhin verspricht Allah (ta’ala) dem Dankbaren die Zunahme an Gaben und Segen in seiner Versorgung. Im Qur’an steht dazu:
„Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch ganz gewiss noch mehr (Gunst) erweisen.“
Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch ganz gewiss noch mehr (Gunst) erweisen.“ [14:7]
Die Undankbarkeit hingegen endet im Untergang. So erging es Qarun, der all seinen Wohlstand sich selbst zuschrieb. Oder auch das Volk von Saba’, als sie die Gaben Allahs verleugneten und dafür mit einer Flut bestraft wurden und Allah (ta’ala) ihre schönen Gärten mit ungenießbaren Früchten austauschte.
Wir bitten Allah (subhanahu wa ta’ala), dass er uns zu Seinen dankbaren Dienern macht und uns zu Seinem Gedenken verhilft.
Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Gefahren und die Heilung der Zunge

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Allah (subhanahu wa ta’ala) hat uns viele Segnungen geschenkt. Manche sind verborgen, andere offenkundig, manche materiell und andere immateriell. Diese Segnungen, meine liebe Geschwister, sind unzählbar. Eine dieser unzähligen Segnungen ist die Zunge, unsere Gabe zu sprechen. Allah (subhanahu wa ta’ala) gab uns diese Fähigkeit als Mittel zur Kommunikation. Auch können wir mit unserer Zunge den edlen Qur’an lesen und mit schönen Worten Allah in ehrwürdiger Weise gedenken.
Dieses Thema ist von besonderer Bedeutung, da mit der Zunge auch etliche Übertretungen, Sünden und Gefahren verbunden sind. So beschäftigen sich viele Muslime damit, die Ehre ihrer  Mitmenschen mit ihren Zungen zu beschmutzen, zu lästern, zu verleumden und dies obwohl ein solches Verhalten mit dem Essen des Fleisches eines verstorbenen Bruders verglichen wird. So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala) dazu im edlen Qur’an:
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O ihr, die ihr glaubt! Vermeidet häufigen Argwohn; denn mancher Argwohn ist Sünde. Und spioniert nicht und führt keine üble Nachrede übereinander. Würde wohl einer von euch gerne das Fleisch seines toten Bruders essen? Sicher würdet ihr es verabscheuen. So fürchtet Allah. Wahrlich, Allah ist Gnädig, Barmherzig.” [49:12]
– Was sind aber nun die Gefahren der Zunge?
Die Zunge kann sowohl eines der Gründe für den Einlass ins Paradies, als auch für den Eintritt ins Höllenfeuer sein. So zählen zu den Organen, welche die Menschen am häufigsten ins Höllenfeuer bringen die Zunge und die Geschlechtsteile.
Viele Menschen befinden sich im Irrglauben und denken, dass man nur durch Taten und nicht durch Aussagen der Zunge ins Paradies oder in die Hölle kommt. Tatsächlich können aber sowohl Taten als auch Aussagen über unsere Wohnstätte im Jenseits entscheiden.

Etliche Beispiele aus dem Qur’an und der Sunnah veranschaulichen uns die Gefahren, die von der Zunge ausgehen. So wurde eines Tages unsere Mutter A’ischa (radi allahu anha) von einigen Leuten, ohne jeglichen Beweis, der Unzucht bezichtigt. Allah (subhanahu wa ta’ala) sprach dazu:

24_13

24_1424_15
Hätten sie doch darüber vier Zeugen beigebracht! Da sie aber die Zeugen nicht beigebracht haben, so sind diese bei Allah die Lügner. Und ohne Allahs Huld gegen euch und Seine Barmherzigkeit im Diesseits und Jenseits würde euch für das, worin ihr euch (ausgiebig) ausgelassen habt, gewaltige Strafe widerfahren, als ihr es mit euren Zungen aufgegriffen und mit euren Mündern das gesagt habt, wovon ihr kein Wissen hattet, und es für eine leichte Sache gehalten habt, während es bei Allah eine ungeheuerliche Sache ist.” [24:13-15]
Aus diesem Grund ist es eine Pflicht für uns, jede Sache die wir hören gründlich zu überprüfen. So fordert uns Allah (subhanahu wa ta’ala) an anderer Stelle mit folgenden Worten auf:
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O die ihr glaubt, wenn ein Frevler zu euch mit einer Kunde kommt, dann schafft Klarheit, damit ihr (nicht einige) Leute in Unwissenheit (mit einer Anschuldigung) trefft und dann über das, was ihr getan habt, Reue empfinden werdet.” [49:6]
Ein anderes Beispiel um zu verdeutlichen, wie schwer unsere Worte wiegen können, ist als A’ischa – Safiyyah (radi allahu anhuma) als klein beschrieb. Unser Prophet (ﷺ) entgegnete in sinngemäßer Übersetzung:
Du hast ein Wort gesprochen, welches das Meer verschmutzen würde, wenn es sich damit vermischen würde.“
Und wir sagen übereinander wesentliche schlimmere Dinge als das und nehmen dies nicht einmal ernst!
Wir möchten kurz auch an folgenden Hadith erinnern, in dem der Prophet (ﷺ) über die Frau, die den Tag über fastete und die über Nacht im Gebet verbrachte, sagte, dass sie im Höllenfeuer sei, denn sie behandelte ihre Nachbarn schlecht. Das beweist uns, dass ‘Ibadat alleine bei Weitem nicht ausreichen. So kann ein schlechter Charakter unsere gottesdienstlichen Handlungen sogar gänzlich zunichte machen. In einem anderem lehrreichen Hadith wird auch von einem Mann berichtet, der am Tag des Gerichts zwar zunächst viele gute Taten vorweisen kann, die ihr er aber alle durch sein schlechtes Benehmen verliert, bis ihm nichts mehr bleibt.
Ein weitere schlimme Sache, die mit der Zunge einher geht ist die Falschaussage. Dies ist eine der größten Sünden und bringt den Zorn Allahs mit sich.

Die Zunge kann uns aber auch Allahs Zufriedenheit bringen in dem wir das Gute gebieten und Schlechte verbieten, in dem wir ein Wort der Wahrheit angesichts eines ungerechten Herrschers sprechen, stets die Wahrheit wiedergeben, diese verteidigen und dem Unterdrückten damit helfen.

Allen voran gehört zu den guten Dingen das Lesen des edlen Qur’an, das Gedenken an Allah (subhanahu wa ta’ala) und der Segenswunsch über unseren Propheten Muhammad (ﷺ).

Weiterhin gehört der Aufruf zu Allah dazu. So steht dazu im Qur’an:

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Und wer spricht bessere Worte als wer zu Allah ruft, rechtschaffen handelt und sagt: “Gewiß doch, ich gehöre zu den (Allah) Ergebenen ” ? [41:33]
Die Heilung der Zunge ist eine einfache. So besteht sie aus nichts anderem als das Gute zu sprechen oder zu schweigen. So sagte unser Prophet (ﷺ):
Wer immer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll sagen, was gut ist oder schweigen.“

So besagt auch ein Sprichwort: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Abschließen möchten wir mit einem Rat des Propheten (ﷺ) an Uqbah ibn Amir, der ihn fragte: „Gesandter Allahs, worin liegt die Rettung?“ Muhammad (ﷺ) antwortete sinngemäß:

Nimm deine Zunge in deine Gewalt, schließe dich in dein Haus ein, und weine über deine Sünde.“
Ich bitte Allah, dass er unsere Zungen vor allem Schlechten bewahrt, dass Er unsere Zungen mit Seinem Gedenken und unseren Körper mit dem Gehorsam gegenüber Ihm beschäftigt. Ich bitte Allah, dass Er uns zu Seinen frommen Dienern macht.
Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Der Einsatz für den Glauben

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

Thema unserer heutigen Predigt ist der Einsatz für den Glauben.

Wir wollen auf die Frage eingehen, was wir für den Islam getan haben und tun werden.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Qur’an (in der ungefähren Übersetzung):

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An dem Tag wird jede Seele das, was sie an Gutem getan hat, bereit finden. Und von dem, was sie an Bösem getan hat, hätte sie gern, wenn zwischen ihr und ihm ein weiter Abstand wäre. Und Allah mahnt euch zur Vorsicht vor Sich selbst. Allah ist Gnädig zu den Menschen.“ [3:30]

Allah (subhanahu wa ta’ala) warnt uns in Seiner Gnade davor nachlässig zu sein und uns nicht um unseren Glauben zu kümmern.

So wird Allah (subhanahu wa ta’ala) schließlich mit jedem von uns am jüngsten Tag sprechen.

In einem Hadith unseres geliebten Propheten (ﷺ) wird sinngemäß überliefert, dass Allah (subhanahu wa ta’ala) zu jedem von uns sprechen wird, ohne dass es zwischen Ihm und uns ein Übermittler steht. Wir werden nach rechts und links schauen, und nichts ausser unseren bereits geleisteten Taten sehen. Wenn wir Schlechtes getan haben, werden wir das Höllenfeuer vor Augen sehen. Wir müssen gute Taten verrichten um dies zu vermeiden, selbst wenn es nur ein gutes Wort ist, das wir sprechen.

Wir werden auf die Fragen Allahs antworten, dass wir gebetet und gefastet haben, dass wir die Pilgerfahrt verrichtet haben und dass wir dies alles für uns selbst getan haben.

Doch was werden wir darauf antworten, wenn wir gefragt werden was wir für unseren Glauben, für den Islam getan haben?

Wird der Islam ein Fürsprecher für uns sein oder wird der Islam ein Zeuge unserer Versäumnisse sein?

Entweder tragen wir die Sorgen des Islams oder der Islam trägt uns als Sorge.

Denkt daran: Immer wenn ein Muslim etwas Verwerfliches tut, heißt es schaut her das ist der Islam und das sind die Muslime.

Dabei müssen wir als Muslime ein Vorbild für andere sein.

Liebe Geschwister, was hindert uns daran unserem Glauben, dem Islam zu dienen? Was sind unsere Ausreden?

Unwissenheit über den Islam und mangelnde Bildung kann kein Grund dafür sein, sich nicht für den Islam einzusetzen.

Wegen Abu Bakr (radi allahu anhu) nahmen beispielsweise 6 der 10 Sahaba, denen das Paradies versprochen wurde, den Islam an. Und das obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal Surat Al-Fatiha auswendig konnte und lediglich vom Glaubensbekenntnis überzeugt war.

Ein anderer Sahabi namens Abu Dhar al-Ghifari (radi allahu anhu) traf unseren Propheten (ﷺ) nur einmal in Mekka. Danach ging er zu seinem Stamm zurück und hat sich 15 Jahre für den Islam eingesetzt und viele Stämme dazu gebracht dem Islam beizutreten. Und das obwohl er außer diesem einem Treffen keinen weiteren Kontakt zum Propheten (ﷺ) hatte, sich nicht weiterbilden konnte und keine Möglichkeit für den Erhalt von Unterstützung hatte.

Manche von uns würden jetzt sagen, es waren andere Zeiten. Unsere Zeit ist nun anders.

Dazu ist die Geschichte von einem Gläubigen aus unserer Zeit namens Abdul Rahman Al-Sumait zu wissen.

Dieser Muslim war kein Gelehrter, aber ein Wohltäter und freiwilliger Helfer. Er wurde eines Tages damit beauftragt eine Moschee in Afrika zu bauen. Nachdem er den Zustand der Muslime dort sah, beschloss er dort zu bleiben, um die Muslime über ihren Glauben zu informieren.  Er blieb dort 29 Jahre. Durch seinen Einsatz sind 11 Millionen Menschen in 40 afrikanischen Staaten dem Islam beigetreten.

Er hat in der Zeit, Schulen, Brunnen und Moscheen gebaut. Er erzählte auch, dass sie manchmal tagelang kaum zu essen und zu trinken hatten, weil in vielen Orten in Afrika grundlegende Dinge zum Leben einfach nicht vorhanden sind.

Abdul Rahman Al-Sumait berichtete von einem Vorfall während seines Aufenthalt in Afrika. Er sagte: “Eines Tages sind wir zu einem abgelegenen Dorf gefahren, um die Einwohnern mit dem Islam bekannt zu machen. Auf dem Weg dorthin hatte unser Auto eine Panne und blieb mitten in der Wildnis stehen. Nach einigen Stunden näherte sich uns ein modernes Fahrzeug und hielt kurz an.

Darin saß ein christlicher Missionar und sagte zu mir: “Du bist doch Abdul Rahman Al-Sumait? Bei Gott, ich werde euch nicht helfen. Bleib hier, bis du vor Hunger stirbst oder dich die wilden Tiere auffressen.”

Mit Allahs Hilfe haben wir unser Fahrzeug nach einer Weile doch noch reparieren können und fuhren weiter.

Mitten auf unserer Weiterfahrt stellten wir jedoch fest, dass nun das Fahrzeug des christlichen Missionars eine Panne hatte. Wir hielten an und reparierten sein Fahrzeug. Der Missionar verdeckte sein Gesicht vor mir und ich sagte ihm daraufhin, dass uns der Islam lehrt auch gütig zu denen zu sein, die nicht gut zu uns waren. Wenige Tage später nahm der Missionar den Islam an.”

Eine weitere Ausrede sich nicht für den Islam einzusetzen ist der vermeintliche Mangel von finanziellen Mitteln und materiellen Möglichkeiten.

Anhand von zwei Beispielen räumen wir auch diesen Vorwand aus:

1. Nach den Ereignissen des arabischen Frühlings wurde von islamischen Gelehrten ein Dawah-Plan aufgesetzt, um Stämme in Afrika mit dem Islam bekannt zu machen. Einen dieser Stämme kann man nur mit einem 20 Kilometer langem Fußmarsch erreichen. Man dachte, dieser Stamm würde nichts vom Islam wissen, doch zu ihrem Erstaunen mussten sie feststellen, dass das ganze Dorf bereits gläubige praktizierende Muslime waren. Der Grund war ein Sahabi aus Zeiten des Propheten (ﷺ), dem es gelang vor 1400 Jahren zu ihnen durchzudringen und ihnen den Islam beizubringen. Dieser Sahabie liegt sogar in diesem Dorf begraben. Nur der Name des Sahabi ging den Dorfbewohnern im Laufe der Zeit verloren.

2. Der Gelehrte Al-Qaradawi berichtet in seinen Memoiren über ein Dorf im Süden Sudans. Dort flohen die Bewohner bei der Ankunft eines Autos mit mehreren Gläubigen, die ihnen den Islam näher bringen wollten. Die Dorfbewohner hatten nämlich in ihrem ganzen Leben noch kein Auto gesehen und kannten dieses Wesen nicht. Die Gläubigen mussten jedoch feststellen, dass ein christlicher Geistlicher das Dorf bereits seit 30 Jahren zwei Mal in der Woche auf dem Fahrrad besucht, um ihnen den christlichen Glauben bei zu bringen und ihnen Süßigkeiten und einfache Medikamente zu geben.

Noch eine Ausrede um sich nicht für den Islam einzusetzen, ist dass Allah (subhanahu wa ta’ala) uns vermeintlich nicht dafür auserwählt hätte um sein Wort zu verkünden.

Dabei spricht Allah (subhanahu wa ta’ala) dazu im edlen Qur’an in ungefährer Bedeutung:

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Wenn sie (wirklich) hätten hinausziehen wollen, hätten sie fürwahr Vorbereitungen dazu getroffen. Aber Allah war ihr Ausziehen zuwider, und so hielt Er sie zurück. Und es wurde gesagt: “So bleibt (daheim) mit denjenigen, die (daheim) sitzen bleiben!” [9:46]

Wenn du nun wissen willst, welche Stellung du bei Allah (subhanahu wa ta’ala) hast, dann schau bei dir nach, welche Stellung Allah bei dir einnimmt.

Unser Ziel und unsere Pflicht als Muslime ist es den Menschen den Islam bekannt zu machen und sie darüber zu informieren. Wer letztendlich den Glauben annimmt, liegt nicht in unserer Hand, sondern allein bei Allah.

Für die Erreichung dessen, sollten wir folgende Maßnahmen ergreifen und beachten:

1. Wir müssen an uns selbst und unseren Familien arbeiten, um bessere Menschen zu werden. Besonders gegenüber unseren Nachbarn.

2. Wir müssen unseren Glauben durch mehr Bildung und Wissen über den Islam stärken.

3. Die Botschaft des Islam hat sich nachweislich nicht durch Gewalt, Unterdrückung und Benachteiligung der Frauen verbreitet. Im Gegenteil: dies ist kontraproduktiv.

4. Jeder sollte sich darüber Gedanken machen, wie er den Islam präsentieren kann und andere darüber informieren will.

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) uns dabei helfen, den Islam in seiner wahren Güte und Barmherzigkeit zu präsentieren.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Lügen und die gravierenden Folgen

 

Alles Lob gebührt Allah! Wir loben ihn, bitten ihn um Hilfe und um Vergebung. Wir suchen Zuflucht vor dem Bösen unserer Seelen und vor unseren schlechten Taten. Wen Allah (subhanahu wa ta’ala) rechtleitet, der ist gewiss rechtgeleitet, und wen Allah in die Irre gehen lässt, der ist gewiss abgeirrt und findet keine andere Rechtleitung. 

Und ich bezeuge dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad (ﷺ) sein Diener und Gesandter ist.

Liebe Geschwister, das Thema der heutigen Khutba ist das Lügen und seine gravierenden Folgen in der Gesellschaft.

Der Lügner kann kein wahrer Freund sein. Denn weder seine Freundschaft, seine Aussagen, noch sein Verhalten können wahr sein.

Alle Theologen, Psychologen und  Sozialwissenschaftler in allen Religionen warnen über das Lügen und raten ausdrücklich zur Wahrheit. Selbst der Lügner verflucht das Lügen.

Liebe Schwester, Lieber Bruder! Viele Probleme dieser Welt basieren auf Lügen:

– Die Politiker lügen das Volk an

– Der Vorgesetzte lügt seine Mitarbeiter an.

– Der Wahlkandidat lügt seine Wähler an

– Der Händler lügt seine Kunden an

– Der Nachbar lügt seinen Nachbar an

– Der Ehepartner lügt seinen Partner an

– Selbst die Gelehrten lügen die Ummah an!

Würden alle Beteiligten wahrhaftig zueinander sein, würden sich viele Probleme von alleine auflösen. Wenn das Vertrauen da wäre, würd das Leben ein Stück weit besser sein.

Als Abubakr (radi Allahu anhu) Kalif wurde, ernannte er Omar ibn Al-Khattāb (radi Allahu anhu) zum Richter in Medina. Dort wartete er ein Jahr vergebens auf Rechtsstreitigkeiten um Gerechtigkeit wiederherzustellen. Jedoch meldete sich kein einziger bei ihm. Niemand erhob eine Klage.

Warum wohl? Weil Vertrauen und Wahrhaftigkeit in der Gesellschaft herrschte. Und wenn diese beiden Tugenden in einer Gesellschaft herrschen, brauchen die Leute keinen Richter.

Die Wahrhaftigkeit ist eine edle Tugend und zugleich eine Notwendigkeit für glückliches und harmonisches Leben in der Gesellschaft.

Ein wahrhaftiger Politiker ist beliebter und erfolgreicher. Der wahrhaftige Händler, Handwerker, oder auch Anwalt ist genau das, wonach die Menschen suchen.

Wir haben alle unsre Erfahrungen im Leben gemacht. Wenn es schwierig wird, egal ob in der Familie, in der Politik oder in der Gesellschaft, waren es immer wahrhaftige, treue und weise Menschen, die diese Situationen gemeistert haben.

Die Nationen werden nur voran kommen, wenn Vertrauen in die Gesellschaft besteht und Vertrauen kann nur herrschen, wenn die Menschen in allen Bereichen wahrhaftig sind. Wir erleben derzeit eine Vertrauenskrise. Es herrscht blankes Misstrauen gegenüber den Aussagen, den Versprechen, den Taten und den Absichten.

Alle Politiker und Führer behaupten in Reden und Pressekonferenzen Weltfrieden schaffen zu wollen. In Wahrheit ist vieles nur gelogen. Jeden Tag werden Kriege in der Welt angezettelt oder angeheizt.

Aus diesem Grunde hat der Islam dem Lügen vom Anfang an den Kampf angesagt und der Wahrhaftigkeit einen großen Stellenwert verliehen. Der Islam hat die Wahrhaftigkeit mit Gottesfurcht verbunden. Allah (subhanahu wa ta’ala) warnt uns in Surat At-Tawbah mit folgenden Worten:

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O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und seid mit den Wahrhaftigen!” [9:119]

Die Wahrhaftigkeit ist der Schlüssel zur Tugendhaftigkeit und zur Gottesfurcht.

Unser Prophet Muhammad (ﷺ) sagte in ungefährerer Übersetzung:

Ehrlichkeit führt zur Tugendhaftigkeit und Tugendhaftigkeit führt ins Paradies. Und ein Mensch, der stets die Wahrheit sagt, wird bei Allah als der Wahrhaftige registriert. Und Lügen führt zur Sünde und Untugend, und die Untugend führt in die Hölle. Und ein Mensch, der unentwegt lügt, wird bei Allah als Lügner registriert.“

Das Lügen wurde vom Propheten Muhammad (ﷺ) als größte Untreue und Hochverrat gegenüber anderen bezeichnet. So sagte er in einer Überlieferung von Dawud und Ahmed, dass es die größte Untreue ist deinem Bruder, der dir Glauben schenkt, Lügen zu erzählen.

Darüber hinaus heißt es in einem authentischem Hadith nach Bukhari und Muslim, dass zu den Zeichen des Heuchlers drei gehören: Wenn er spricht, so lügt er, wenn er etwas verspricht, so hält er es nicht  ein, und wenn ihm etwas anvertraut wird, so veruntreut er es. Das Lügen ist also ein Charakterzeichen des Heuchlers. Für viele ist das Lügen regelrecht eine Sucht. Sie lügen so oft, dass es für sie eine Gewohnheit, ein Teil ihres Wesens geworden ist. Sie lügen um Strafen und ihrer Verantwortung zu entgehen. Sie lügen um materielle Vorteile zu erhalten und aus Neid gegenüber anderen.

Der Lügner kann auf lange Sicht nie Erfolg in seinem Leben erzielen und kann keine Rechtleitung finden. Früher oder später werden seine Lügen entlarvt. Mittelfristig kommen die Lügen zu ihm zurück, entziehen ihm seinen Lebensunterhalt und bringen ihm stetige Sorgen darüber, dass seine Mitmenschen den Lügen auf die Schliche kommen. Es verdunkelt und verhärtet das Herz.

Es sei an dieser Stellen zu erwähnen, dass es im Islam selbst aus Spaß verboten ist zu lügen. Es gibt bei uns keine Halbwahrheiten, Aprilscherze oder ähnliches, wie es einige praktizieren.

Der Prophet Muhammad (ﷺ) hat selbst im Spaß stets die Wahrheit gesprochen. So ging einmal eine ältere Frau zum Propheten und bat ihn ein Bittgebet dafür zu sprechen, dass sie das Paradies betreten wird. Unser Prophet (ﷺ) erwiderte aus Spaß: “Ältere Frauen werden das Paradies nicht betreten.“

Als er merkte dass sie traurig wurde, holte er sie ein und beruhigte sie mit folgender Erklärung: „Du wirst das Paradies nicht als alte sondern als junge Frau betreten, hast du etwa nicht die Aussage Allahs gelesen:  „Wir haben sie als eine wunderbare Schöpfung erschaffen. Und sie zu Jungfrauen gemacht“ [vgl. 56:35-37]

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Daraufhin lächelte sie und war sehr erfreut.

Das ist der Standpunkt des Islams zum Lügen, selbst im Spaß wurde es verboten.

Es gibt nur wenige Ausnahmen in denen es erlaubt ist zu lügen. Diese sind beschränkt auf 4 Situationen.
Drei davon gehen auf einen Hadith unseres Propheten (ﷺ) zurück, gemäß dem die Lüge im Kriegszustand gegenüber Feinden, um Zerstrittene zu versöhnen und um in einer Ehe schöne Worte an seine Frau zu richten, gestattet sind. Die Gelehrten fügten noch eine vierte Ausnahme hinzu und zwar um Menschenleben zu retten.

Daher liebe Geschwister, ist es ratsam für uns alle wahrhaftig zu werden und unsere Kinder auf diesem Weg zu erziehen, denn es gibt nichts schlimmeres für unsere Gesellschaft, als unseren Kindern falsche Werte und Signale zu vermitteln.

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) uns die Wahrheit erkennen und praktizieren lassen und uns zu den Wahrhaftigen zählen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Ein Nachruf zur Pilgerfahrt

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

 

vor wenigen Tagen haben viele Muslime die Pilgerfahrt verrichtet. Dies ist eine der größten ‘Ibadat im Islam.

Und nun kehren sie zu ihren Heimatländern zurück und sind glücklich dem Ruf Allahs gefolgt zu haben.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Quran (in der ungefähren Übersetzung):

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Sprich: «Durch die Gnade Allahs und durch Seine Barmherzigkeit; hieran denn mögen sie sich freuen. Das ist besser als das, was sie anhäufen.»“ [10:58]

In diesem Zusammenhang und zu diesem Anlass möchten wir heute den folgenden Nachruf und Ermahnungen dazu verkünden:

Lieber Pilger,

nimm dich in Acht davor, wieder den Sünden und dem Haram zu verfallen, oder vulgär zu sein. Sei achtsam und zerstöre nicht das, was du mit der Pilgerfahrt an Gutem aufgebaut hast.

Allah (subhanahu wa ta’ala) warnt im edlen Quran mit folgenden Worten in der ungefähren Übersetzung:

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Und seid nicht wie jene, die ihr Garn, nachdem es fest gesponnen war, wieder in aufgelöste Strähnen bricht, …“ [16:92]

Lieber Pilger,

sei dankbar, dass Allah (subhanahu wa ta’ala) dir diese Reise ermöglicht hat, dich reichlich belohnt hat und dir (in schā’a llāh) deine Sünden vergeben hat.

Halte diesen Kurs der Dankbarkeit ein!

So steht an einer weiteren Stelle im edlen Qur’an in ungefährer Bedeutung:

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Und Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist, und Ihm gebührt Gehorsam auf immer.

Wollt ihr also einen anderen zum Beschützer nehmen als Allah?  [16:52]

Lieber Pilger: Das Buch deiner Taten ist nun ganz weiß und frei vom jeglicher Sünde, sei achtsam und sorge dafür, dass du Gutes mit guten Taten ergänzt. Nichts ist hässlicher als Gutem etwas Schlechtem folgen zu lassen.

Lieber Pilger: Für eine reine und von Allah (subhanahu wa ta’ala) angenommene Pilgerfahrt gibt es klare Anzeichen und Hinweise. Al-Hasan al-Basrī wurde nach diesen Zeichen gefragt und er erwiderte in ungefährer Übersetzung:

Wenn der Pilger davon zurückkehrt, und sich vom Diesseits ab- und dem Jenseits zugewendet hat.“ 

Lieber Pilger: Die Pilgerfahrt und das Verrichten der darin enthaltenen ‘Ibadat hat dich Allahs Segen und Gnade näher gebracht und dir Seine Stellung in deinem Leben verdeutlicht, also sei in deinem Leben bei allem was du tust mit und für Allah (subhanahu wa ta’ala).

So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala) im edlen Quran in Surat Al-Baqarah (in der ungefähren Übersetzung):

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Dies sind Allahs Grenzen, so übertretet sie nicht! Wer aber Allahs Grenzen übertritt, diejenigen sind die Ungerechten. [2:229]

Wer den Ruf zur Pilgerfahrt erwiderte und diese verrichtet hat, sollte von da an immer dem Ruf Allahs zu mehr Hasanat und guten Taten folgeleisten ohne nachzulassen oder sich davon abbringen zu lassen.

Dieser Ruf gilt jedem, der diesen Tag erlebt und sich noch in Sünde befindet und noch nicht aufgewacht ist. Wann kommt deine Erkenntnis darüber, dass du etwas Falsches tust? Wann willst du zu Allah (subhanahu wa ta’ala) zurückkehren?

Jeder, der sich für den geraden Weg des Glaubens entschieden hat, soll diesen Kurs beibehalten und achtsam sein, denn diese Dunia ist nicht von Dauer. Nutze jeden Augenblick, um Allah (subhanahu wa ta’ala) näher zu kommen und sein Wohlwollen zu erlangen! Achte darauf, nicht überheblich zu werden und dich wegen deiner guten Taten für besser als andere zu halten, denn viele kleine gute Taten werden durch eine reine Nīya von Allah(subhanahu wa ta’ala) reichlich belohnt und für viele große gute Taten, bekommen wir kaum Belohnung, wenn unsere Absichten nicht ausschließlich Allahs Wohlwollen gegolten haben.

Lieber Pilger: Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) deine ‘Ibadat annehmen und dich reichlich belohnen und möge die Pilgerfahrt im nächsten Jahr kommen und unsere Ummah in bestem Zustand vorfinden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Sorgfalt – die verlorene Tugend

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

in der heutigen Predigt geht es um eine verlorene Tugend, nämlich die Sorgfalt.
So heißt es in einem Hadith in der ungefähren Bedeutung, dass Allah (subhanahu wa ta’ala) es liebt, wenn wir unsere Taten anständig und ordentlich verrichten.
Wie haben wir diesen Hadith jedoch zu verstehen? Oftmals lesen wir Hadithe ohne den Anlass, deren Kontext oder den zeitlichen Hintergrund zu kennen oder uns näher damit zu beschäftigen. Darum wir diesen Hadith genauer unter die Lupe.

Dieser Hadith, liebe Geschwister, entstand während einer Beerdigung und nicht bei einer beliebigen Beerdigung, sondern während der Beerdigung von Ibrahim, dem verstorbenen Sohn unseres Propheten Muhammad (ﷺ).

Man frage sich nun, was der Tod mit Sorgfalt und ordentlicher Arbeit zu tun hat?

Muhammad (ﷺ) sprach in seiner Trauer während der Beerdigung folgende Worte in sinngemäßer Übersetzung:

Das Auge tränt, das Herz trauert , doch wir sagen nur das, was Allahs Wohlwollen bringt, und wir sind über die Trennung von dir –mein Sohn Ibrahim- sehr traurig.“

Zwei der Gefährten unseres Propheten (ﷺ) stiegen hinab um einen Spalt im Grab zuzumauern, um dort den Leichnam des kleinen Sohnes hineinzulegen. Da bemerkte unser Prophet (ﷺ) eine Lücke zwischen den Steinen. Daraufhin sagte er (ﷺ), nicht dass es dem Verstorbenen nutzen oder schaden würde, sondern dass Allah (subhanahu wa ta’ala) es liebt, wenn wir unsere Taten anständig und ordentlich verrichten.

Selbst in diesem für unseren Prophet (ﷺ) schweren und emotionalen, war er darauf bedacht uns an gute Tugenden und Eigenschaften zu erinnern und uns deren Bedeutung klar zu machen, damit wir als Muslime unserer Rolle in diesem Leben im positiven Sinne gerecht werden.

Selbst bei einem schlichten Begräbnis gilt es ordentlich zu arbeiten. Wie sieht es dann bei anderen Tätigen, wie beispielsweise im Berufsleben, beim Bau von Häusern oder bei Fabrikarbeiten aus?

In einer anderen Begebenheit wird über einen gläubigen Arbeiter berichtet, der einiges Tages sein Werk nicht ganz ordentlich verichtete und ein minderwertiges Ergebnis abgab, weil sein Auftraggeber ihn nicht ausreichend dafür belohnte. In der Nacht jedoch konnte er nicht schlafen und arbeitete erneut daran. Voller Sorgfalt und Achtsamkeit. Am nächsten Tag tauschte er seine vorherige minderwertige Arbeit mit dem Guten aus. Der Auftraggeber bedankte sich daraufhin für die sorgfältige Leistung, doch der Arbeiter erwiderte, dass er dies ausschließlich aus Liebe zu Allah (subhanahu wa ta’ala) tat, Der ihm als Muslim auferlegt seine Taten stets ordentlich, gewissenhaft und voller Sorgfalt zu verrichten.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Qur’an in der ungefähren Übersetzung:

27_88

Und du siehst die Berge, von denen du meinst, sie seien unbeweglich, während sie wie Wolken vorbeiziehen. – (Es ist) das Werk Allahs, Der alles vollendet hat. Gewiss, Er ist Kundig dessen, was ihr tut.” [27:88]

Und anderer Stellen in ungefährer Übersetzung:
67_1

 

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Segensreich ist Derjenige, in Dessen Hand die Herrschaft ist, und Er hat zu allem die Macht. (Er,) Der den Tod und das Leben erschaffen hat, damit Er euch prüfe, wer von euch die besten Taten begeht. Und Er ist der Allmächtige und Allvergebende. (Er,) Der sieben Himmel im Einklang erschaffen hat. Keinen Fehler kannst du in der Schöpfung des Gnadenreichen sehen. So wende den Blick wiederholt zurück: Siehst du irgendeinen Mangel? So wende den Blick abermals und abermals zurück. Dein Blick wird nur erfolglos und ermüdet zu dir zurückkehren.” [67:1-24]

Allah (subhanahu wa ta’ala) hat uns in Mekka, an dem Punkt an dem Ibrahim (alayhi salam) dass Haus Allahs erbaut hat, auferlegt mit unseren Gebeten zu beginnen und uns aufgefordert uns ein Beispiel an Ibrahim bei der Perfektion des Baus zu nehmen. Auch erwähnt Allah (subhanahu wa ta’ala) die sorgfältige Arbeit vergangener Nationen als Beispiel und Vorbild, obwohl diese zum Teil nicht gläubig waren.

Liebe Geschwister, nun fragt sich jeder, wie er besser in dem werden kann, was er tut?

Zunächst sollten wir unsere Arbeit nicht als bloße Gewohnheit betrachten, sondern darin einen Gottesdienst, eine ‘Ibada erkennen.
So heißt es im Qur’an dazu in ungefährer Übersetzung:

6_162

Sprich: «Mein Gebet und mein Opfer und mein Leben und mein Tod gehören Allah, dem Herrn der Welten.“ [6:162]

Auch sollten wir uns sicher darüber sein, dass wir am Jüngsten Tag danach beurteilt werden, wie gut und sorgfältig wir unsere Arbeit verrichtet haben.

Abschließend eine kurze amüsante und lehrreiche Anekdote:
Es gab einen Bauarbeiter, der lange Jahre für eine Firma arbeitete. Nun wollte er dort kündigen, um im Alter mehr Zeit für seine Familie zu haben. Sein Chef akzeptierte seine Kündigung unter einer Bedingung: er möge ein letztes Mal ein Haus bauen, bevor er geht. Der Arbeiter willigte zähneknirschend ein und begann hastig mit dem Bau. Eilig stellte er das Haus fertig, also ohne jegliche Sorgfalt. Hauptsache das Haus ist fertig und steht einigermaßen. Nun ging er zu seinem Chef, um ihm das fertige Haus zu zeigen und die Schlüssel zu übergeben. Sein Chef schmunzelte und sagte ihm, das er dieses Haus als Belohnung für seine langjährigen Dienst bekommt. Ihr könnte euch vorstellen, wie schnell der Bauarbeiter es bereute das Haus nachlässig gebaut zu haben.

Liebe Gläubige: Wer Gutes tut, der tut dies für sich selbst.

Ya Allah, verzeih uns unsere vergangenen Nachlässigkeiten, bestärke uns darin immer 100% zu geben und möglichst präzise und professionell zu sein. Ya Allah, nur Du bist wirklich perfekt und Du liebst das Sorgfältige. Darum lass uns sorgfältig sein und Dein Wohlwollen erreichen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Festpredigt

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

ich ermahne mich und euch, gottesfürchtig zu sein, denn wer die Gebote Allahs befolgt, wird belohnt und wer diese meidet wird von Ihm bestraft. Und wen Allah (subhanahu wa ta’ala) liebt, dem stärkt Er seinen Glauben.

الله أكبر، الله أكبر، لا إله إلا الله، والله أكبر، الله أكبر، ولله الحمد.

Allahu akbar, allahu akbar, la ilaha illallah, allahu akbar, allahu akbar wa lillahil hamd.

Liebe Gläubige,

die islamischen Feiertage und Feste sind eine Gelegenheit für uns Allah (subhanahu wa ta’ala) zu huldigen, Ihn anzubeten und zu versuchen Ihm näher zu kommen. Auch sind dies Tage der Wohltaten, Liebe und Großzügigkeit. Dies sind besondere Tage, an denen wir uns gegenseitig besuchen und unsere Beziehungen zu unserer Familie und Verwandten stärken. Dies sind Tage der Freude bei denen wir Allah (subhanahu wa ta’ala) für alles danken und uns besonders darüber freuen Muslime zu sein.

In Surat Al-Ĥaj steht in ungefährer Bedeutung:

22_37

Weder ihr Fleisch noch ihr Blut werden Allah erreichen, aber Ihn erreicht die Gottesfurcht von euch. So hat Er sie euch dienstbar gemacht, damit ihr Allah als den Größten preist, daß Er euch rechtgeleitet hat. Und verkünde frohe Botschaft den Gutes Tuenden.” [22:37]

Der Charakter und die Geschichte unseres Propheten Ibrahim (alayhi salam) wird an diesem Fest deutlich. Er hatte ein großes Herz, war der Zerstörer der Götzen, der Erbauer der Kaaba und des ersten Hauses Allahs. Seine Lebensgeschichte ist voller Einsatz und Aufopferung für den Glauben. Viele Herausforderungen und Prüfungen musste er meistern. So wurde er aus seiner Heimat vertrieben und man versuchte ihn zu töten in dem man ihn ins Feuer warf. Er setzte sich mit Königen und Diktatoren auseinander, deren Völker Götzen anbeteten und hat versucht ihnen die Wahrheit näher zu bringen. Als Folge der Ablehnung und des Widerstands gegenüber seiner Botschaft, begab er sich zu anderen Regionen – wie dem Iraq, dem nahen Osten, nach Ägypten und zur arabischen Halbinsel um dort die Bevölkerung zu warnen und die Botschaft zu verkünden.

Dabei hat er sich stets auf Allahs Beistand verlassen und war immer überzeugt, dass Allah (subhanahu wa ta’ala) die Wahrheit ans Licht bringen wird. So steht dazu im edlen Qur’an in ungefährer Bedeutung:

37_99

Und er sprach: «Siehe, ich gehe zu meinem Herrn, Der mich rechtleiten wird.“ [37:99]

Und an anderer Stelle steht in ungefährer Übersetzung:
6_79

Siehe, ich habe mein Angesicht in Aufrichtigkeit zu Dem gewandt, Der die Himmel und die Erde schuf, und ich gehöre nicht zu den Götzendienern.“ [6:79]

Liebe Geschwister, die geprüft werden und schwere Zeiten durchmachen müssen, habt Geduld, seid standhaft und seid gewiss, dass euch Allah (subhanahu wa ta’ala) nicht im Stich lassen wird.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Quran:

39_10

Sprich: O meine Diener, die ihr gläubig seid, fürchtet euren Herrn. Für diejenigen, die Gutes tun, gibt es hier im Diesseits Gutes. Und Allahs Erde ist weit. Gewiss, den Standhaften wird ihr Lohn ohne Berechnung in vollem Maß zukommen.” [39:10]

Ein Paradebeispiel für diese unerschütterliche Überzeugung ist unsere Mutter Hajar, die Frau unseres Propheten Ibrahim  (alayhi salam). Als er sie, der Aufforderung Allahs folgend, ohne Wasser und Nahrung mit ihrem Sohn in der Wüste zurücklassen musste, fragte sie ihren Mann, ob dies ein Befehl von Allah (subhanahu wa ta’ala) sei. Ibrahim (alayhi salam) bestätigte dies. Da sagte sie, er solle dann gehen, denn Allah (subhanahu wa ta’ala) wird sie nicht an diesem Ort alleine lassen und ihnen beistehen.

Auch die Haltung des Sohnes von Ibrahim, dem Propheten Ismails (alayhi salam) ist in dieser Hinsicht bemerkenswert.

Unser Prophet Ibrahim (alayhi salam) ist ein aufopferndes Beispiel für die Verteidigung der Grundsätze der Wahrheit und für die Dankbarkeit und Gottesfurcht gegenüber Allah (subhanahu wa ta’ala).

So ist er auch unser Vorbild bei der Errichtung der ersten Moschee und bei der Ausübung der Pilgerfahrt.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Quran in Surat Al-Ĥaj (in der ungefähren Übersetzung):

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22_78

 

O die ihr glaubt, verbeugt euch, werft euch nieder und dient eurem Herrn und tut das Gute, auf dass es euch wohl ergehen möge! Und eifert in Allahs Sache, wie der wahre Einsatz für Ihn sein soll. Er hat euch erwählt und euch in der Religion keine Bedrängnis auferlegt, dem Glaubensbekenntnis eures Vaters Ibrahim: Er hat euch Muslime genannt, zuvor und (nunmehr) in diesem (Qur’an), damit der Gesandte Zeuge über euch sei und ihr Zeugen über die Menschen seid. So verrichtet das Gebet, entrichtet die Abgabe und haltet an Allah fest. Er ist euer Schutzherr. Ein vortrefflicher Schutzherr, und ein vortrefflicher Helfer!” [22:77-78]

Bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen unserer Ummah brauchen wir solche Vorbilder wie Ibrahim (alayhi salam) mehr denn je. Wir müssen lernen mit Geduld standhaft unseren Prinzipien treu zu bleiben und dürfen uns nicht vom geraden Weg abbringen lassen.

Viele unserer Geschwister im Iraq, Syrien, Ägypten und an vielen anderen Orten dieser Welt haben alles geopfert, um unsere Grundsätze zu verteidigen und um unserer Ummah eine bessere Zukunft zu bringen. Diese Geschwister dürfen wir nicht in unseren Bittgebeten vergessen und sollten sie unterstützen, wo wir können.

Bitte vergisst nicht am heutigen Eid-Tag die Armen und Bedürftigen, eure Eltern und Kinder, Geschwister und Verwandte, die Waisenkindern und die Flüchtlinge. Tut Gutes, besucht sie, spendet, seid gut zu allen ob nun Muslim oder nicht, denn der Islam ist ein Glaube der Barmherzigkeit, der Liebe und des Friedens zwischen allen Menschen. Tragt mit vorbildlichem Verhalten zum Aufbau unserer Ummah bei.

Einige von uns wurden damit gesegnet, dieses Jahr die Pilgerfahrt zu verrichten, wir hingegen können mit unserem Opfer unsere Absichten erneuern und Besserung geloben.

Weiterhin ist es an diesen Tagen besonders wichtig der Al-Aqsa Moschee in Palästina beizustehen und Bittgebete für unsere Geschwister dort auszusprechen, damit sie weiterhin standhaft bleiben.

Ya Allah gib uns die Kraft, standhaft in unserem Glauben zu bleiben und mach diesem heiligen Tag zum Wendepunkt in unserem Leben, durch den wir bessere Muslime und bessere Menschen werden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Das wahre Gedenken an Allah

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

es gibt keinen größeren Gottesdienst im Islam als das Gedenken an Allah. So heißt es sinngemäß im edlen Qur’an, dass Allah demjenigen gedenkt, der auch Ihm gedenkt. Auf spiritueller Ebene brauchen wir das Gedenken an Allah mehr als Essen und Trinken, denn ohne das wahre Gedenken an Allah können wir weder glücklich noch ausgeglichen sein und keinen Erfolg im Leben haben. Das Gedenken an Allah schützt uns vor der Beeinflussung durch den Sheytan, tilgt Sünden und hilft uns in Krisen, bei Problemen und lindert unsere Sorgen. Das Gedenken an Allah birgt die Ursache für Al-Risq, Kheir und Baraka. Wir sollten überdenken wie weit wir doch heutzutage davon entfernt sind. So ist schließlich auch der katastrophale Zustand in vielen islamischen Ländern auf eine Vernachlässigung dessen zurück zu führen.

Im Grunde genommen gibt es ein wahres Gedenken an Allah, aber auch ein oberflächliches, welches viele heutzutage praktizieren. Das wahre Gedenken an Allah steckt voller Segen und das Vernachlässigen des Gedenkens ist ein großer Verlust. Das wahre Gedenken an Allah bringt den Menschen Licht in ihr Leben und geleitet uns durch die Dunkelheit des Diesseits.

So sagte unser Prophet Muhammad  () sinngemäß:

Der Unterschied zwischen demjenigen, der Allah gedenkt und demjenigen der es unterlässt, ist wie der Unterschied zwischen einem Lebenden und einem Toten.”

Liebe Geschwister, leider machen viele Muslime heutzutage aus dem Gebet und dem Gedenken Allahs eine rein formelle Angelegenheit. Sprich es bleibt beim Bittgebet vor und nach dem Gebet. Ein Einfluss auf unseren Zustand, unseren Charakter, unser Verhalten und unsere Beziehungen zu den Mitmenschen in der Gesellschaft finden nicht statt. Einige Gruppen haben sogar das Gedenken an Allah in islamfremde Formen wie Tänze oder ähnliches umgewandelt.

Dabei ist das wahre Gedenken an Allah viel größer und umfassender. Es beinhaltet dein Gebet, dein Fasten, deine Zakat, deine Pilgerfahrt, deine Arbeit, dein Studium oder deine Schule, deine Ehe, deine Erziehung der Kinder, deine Unterstützung der Bedürftigen, dein Aufstand gegen Unrecht und die Lehren Allahs. Dies und noch mehr gehören dazu. So steht im edlen Qur’an:

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O die ihr glaubt, gedenkt Allahs in häufigem Gedenken und preist Ihn morgens und abends. Er ist es, Der über euch den Segen spricht – und auch Seine Engel -, damit Er euch aus den Finsternissen ins Licht hinausbringt; und Er ist zu den Gläubigen Barmherzig.” [33:41-43]

Es kann nicht sein, dass das Gedenken an Allah nur aus einem Tesbih in der Hand oder ein paar geflüsterten Worten besteht. So erkannte der Prophet Mussa (alayhi salam) diese Gewissheit und sprach, wie es im Qur’an steht:
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Und gib mir einen Helfer von meinen Angehörigen. Harun, meinen Bruder. Festige durch ihn meine Stärke, und lasse ihn an meiner Angelegenheit teilhaben, damit wir Dich häufig preisen und Deiner häufig gedenken.” [20: 29-34]

Das wahre Gedenken haucht uns Leben ein, verleiht uns Stärke und Halt um schwierige Lebenslagen zu überwinden. Wie dies konkret geschehen kann, erfahren wir in folgenden Beispielen:

– Wenn uns ein Leid in unserer Umgebung trifft, wie ein Todesfall, eine Krankheit, Arbeitslosigkeit, Armut, Unrecht oder auch Haft, dann sind dies Sachen, die wir alleine nicht steuern können. Man fühlt sich machtlos und benötigt Halt. Dann ist es ein beruhigendes Gefühl, wenn man Allah gedenkt und davon überzeugt ist, dass Er uns nicht im Stich lässt.

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(Es sind) diejenigen, die glauben und deren Herzen im Gedenken Allahs Ruhe finden. Ja, im Gedenken Allahs finden die Herzen Trost!” [13:28]

– Wenn Menschen sich im Diesseits auf der Suche nach Reichtum verlieren, dann muss der Muslim Allah oft gedenken um einen Ausgleich zwischen dem Dies- und dem Jenseits anzustreben. Dieses Gedenken lässt einen erkennen, dass das Diesseits vergänglich ist und nur eine Brücke ins Jenseits und die Ewigkeit darstellt. So warnt uns Allah mit folgenden Worten:

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Lass nun ab von jemandem, der sich von Unserer Ermahnung abkehrt und nur das diesseitige Leben will. Das ist ihr erreichter Wissensstand. Gewiss, dein Herr kennt sehr wohl wer von Seinem Weg abirrt, und Er kennt sehr wohl die Rechtgeleiteten.” [53:29-30]

– Wenn der Sheytan dich zu einer Sünde verführt, dann wirst du erkennen, dass nur das Gedenken an Allah dich aus dieser misslichen Lage holen kann. So findest Du, in reumütiger Rückkehr und der Bitte um Vergebung, Hoffnung auf die Tilgung deiner Sünden. Dazu steht im edlen Qur’an:

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Und diejenigen, die, wenn sie eine Abscheulichkeit begangen oder sich selbst Unrecht zugefügt haben, Allahs gedenken und dann für ihre Sünden um Vergebung bitten – und wer sollte die Sünden vergeben außer Allah? – und (die) nicht auf dem beharren, was sie getan haben, wo sie doch wissen.” [3:135]

– Bekanntlich liebt es der Mensch im Allgemeinen Geld und Vermögen zu horten und der Sheytan versucht einen davon abzuhalten das Geld auf dem Weg Allahs auszugeben. Der Muslim im Gedenken Allahs weiß jedoch, dass Bedürftige und arme Menschen ein Anrecht auf sein Vermögen haben.

– Wenn du Unrecht siehst oder selbst erlebst und versuchst dagegen Widerstand zu leisten, wirst du immer auch entmutigende Sprüche von Leuten zu hören bekommen wie: denk doch an deinen Job….deine Familie und dein Leben! Alleine kann man zwar nicht die Welt verändern, aber das Gedenken an Allah zeigt uns, dass wir standhaft sein müssen. Wir können das Unrecht mit Worten, Dialog und Meinungsäußerungen über verschiedene Wege bekämpfen. Wir können uns dafür in den Medien, der Öffentlichkeit und der Politik einsetzen um Veränderungen bewirken.

– Ein anderer Punkt ist, dass der Mensch manchmal nicht weiß, was er mit seiner Freizeit anfangen soll. Der Sheytan nutzt diese Lücke gezielt aus und versucht einen zu Sünden zu verleiten. Wer sich jedoch mit dem Gedenken an Allah beschäftigt, der schützt sich davor und spürt die Barmherzigkeit seines Schöpfers.

Liebe Geschwister, das wahre Gedenken an Allah bindet uns stärker an Ihn. Darum lasst uns aufrichtig daran, und besonders an dem Gebet, in Hingebung und Demut festhalten.

Ya Allah, lass unsere Herzen und unseren Verstand stets in Verbindung zu dir stehen, bewahre uns vor schlechten Einflüssen und verhilf uns in Deinem Gedenken zu Ausgeglichenheit und Kraft.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Flüchtlinge – unsere Geschwister und Gäste

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

Thema unserer heutigen Freitagspredigt sind die Flüchtlinge – unsere Geschwister und Gäste.

An-Nu’man Ibn Baschir (radi Allahu anhu), ein Gefährte unseres Propheten Muhammad (ﷺ)  berichtete wie er sagte:

Gewöhnlich findest du die Gläubigen in ihrer Barmherzigkeit, Zuneigung und Mitleid zueinander wie der Körper: Wenn ein Teil davon leidet, reagiert der ganze Körper mit Schlaflosigkeit und Fieber!”

Die Sorgen, der Kummer und das Leid unserer islamischen Gemeinschaft erreichen heutzutage ein unerträgliches Maß, welchen kaum einer von uns aushalten kann noch die Kraft besitzt, es jeden Tag mit an zu sehen.

Egal wo wir hinblicken, ob nun gen Osten zum Beispiel in den Irak, nach Syrien, Palästina, Jemen oder Burma.

Oder in Richtung Westen nach Ägypten, Tunesien oder Libyen. Die Verbindungen dieses einen Körpers sind offenbar gerissen, auch das Herz schlägt nicht mehr, denn dieser Körper reagiert nicht mehr gemäß dem Hadith mit Schlaflosigkeit und Fieber auf die Geschehnisse, insbesondere nicht auf die Flucht von Hunderttausenden von Menschen vor dem sicheren Tod und Elend.

Liebe Gläubige,

lasst uns diesen kranken Körper wieder zum Leben erwecken, denn es wird an der Zeit aufzuwachen, spätestens jetzt, wo unsere Geschwister aus Syrien und deren Umgebung in Scharen auf der Flucht sind, schutzsuchend vor Mord und Vertreibung und auf der Suche nach einem sicheren Ort für sich und ihre Familien sind.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Qur’an in Surat Al-‘Isrā’ (in der ungefähren Bedeutung):

17_1

Preis sei Dem, Der Seinen Diener bei Nacht von der geschützten Gebetsstätte zur fernsten Gebetsstätte, deren Umgebung Wir gesegnet haben, reisen ließ, damit Wir ihm (etwas) von Unseren Zeichen zeigen. Er ist ja der Allhörende, der Allsehende. [17:1]

Und in Surat Saba’ steht dazu:
34_18

Und Wir legten zwischen ihnen und den Städten, die Wir gesegnet haben, sichtbare Städte an. Und Wir setzten das rechte Maß der Reise zwischen ihnen fest: “Reiset in ihnen – Nächte und Tage – in Sicherheit umher.” [34:18]

In vielen weiteren Suren und Hadithen wurde die Region um Syrien gelobt und als heiliges Land bezeichnet. Unser geliebter Prophet (ﷺ) besuchte sie drei Mal. Einmal mit seinem Onkel Abu Taleb, dann während der Nachtreise (Al-Isrāʾ) und während des Gefechts von Tabuk.

Auch zahlreiche Gefährten des Propheten (ﷺ) – wie Khalid ibn Al Waleed, Bilal, Muath Ibn Jabal, und mehr als 900 weitere (radi Allahu anhum) – haben diese Gegend als ihre Heimat gewählt.

Demnach können wir sagen, dass wir es bei unseren Geschwistern aus Syrien und Umgebung mit den Urenkeln dieser Sahabis zu tun haben. Natürlich sind alle Menschen vor Allah (subhanahu wa ta’ala) gleich, doch wir wollen in diesem Zusammenhang unseren Geschwistern die Anerkennung zollen und ihnen ihren gerechten Stellenwert geben, den sie verdienen.

In einem Hadith’s des Propheten (ﷺ) heißt es in der ungefähren Bedeutung:

… und wer seinen Bruder im Diesseits behütet, den behütet Allah im Jenseits, und wer seinen Geschwistern aus seiner Not hilft, dem lindert Allah seine Not am Jüngsten Tag. Und Allah (subhanahu wa ta’ala) ist bei einem, solange derjenige seinen Geschwister beisteht.“

Liebe Geschwister wir müssen helfen wo wir können! Hier drei Beispiele aus dem Leid der Flüchtlinge in diesen Tagen:

– Eine Frau erzählt, dass sie mit ihren Töchtern vor den Bombengeflohen ist. Ihre Töchter sind  im Meer ertrunken. Ihr ganzes Geld wurde ihr gestohlen und sie sagt, dass wenn sie gewusst hätte, was sie und ihre Töchter auf der Flucht erleben würden, sie in Syrien geblieben wären und den eigenen Tod in Kauf genommen hätten.

– Eine andere Frau erzählt, dass sie ihr Kopftuch seit 60 Tagen nicht ablegen konnte, weil sie auf der Flucht die ganze Zeit von mehr als 150 fremden Männern umgeben ist.

– Und zuletzt das schockierende Bild des kleinen ertrunkenen Jungen am Meeresstrand, wo sich selbst das Meer weigerte seinen kleinen Körper zu schlucken und ihn sanft auf dem weichen Sand des Strandes ablegte, damit er ein Zeichen der Schande für jeden ist, der dieses Leid der Flüchtlinge und Vertriebenen ignoriert, ja gar die Augen davor verschließt und nicht mithilft, diese menschliche Tragödie zu lindern.

Liebe Geschwister:

– Die Haltung der Bundeskanzlerin Merkel, den Flüchtlingen zu helfen begrüßen wir sehr. Auch die Hilfsbereitschaft vieler deutscher Mitbürger macht uns sehr stolz und erfüllt uns mit Dankbarkeit.

Die Welle der Hilfsbereitschaft in Deutschland auf allen politischen und sozialen Ebenen ist ein Vorbild für uns und ein Zeichen von Menschlichkeit und Nächstenliebe.

Wer den Menschen nicht dankt, der dankt Allah (subhanahu wa ta’ala) auch nicht. Wir als Muslime zollen die Anerkennung und unseren Respekt für die bislang geleistete Hilfe und Unterstützung.

Diese verpflichtet uns jedoch als Muslime, uns Gedanken zu machen, wie wir unseren Beitrag bei den Hilfestellungen leisten können.

Dabei geht es nicht um das Sammeln vom Nahrung oder Kleider, dafür sorgen die zahlreichen und gut organisierten Institutionen und Hilfsorganisationen in Deutschland vorbildlich.

Viel wichtiger ist die moralische Unterstützung und die soziale Integrationen dieser Menschen und Gäste unter uns. Dabei unterscheiden wir nicht nach Herkunftsland oder Religion, wir wollen und müssen als Muslime allen gleichermaßen helfen, dazu verpflichtet uns auch unser Glaube.

In folgenden Bereichen könnten wir helfen:

1. Übersetzungsdienste: Dabei sollten wir uns in den entsprechenden Gremien und Behörden einbringen, um die notwendigen Behördengänge der Flüchtlinge zu unterstützen.

Hier hat sich unsere Moschee bereits seit Anfang des Jahres ehrenamtlich bei dem mobilen Übersetzungsdienst der Gemeinde Groß-Gerau engagiert. Qualifizierte Moschee-Mitglieder leisten bereits entsprechende Hilfe bei der Übersetzung für die Behörden im Umgang mit den Menschen und Flüchtlingen aus dem arabischsprachigen Raum

2. Die Unterstützung von Dienstleistungsorganisationen zum Beispiel bei der Beachtung von Halal Regeln bei der Vorbereitung von Essen, damit das Essen nicht weggeschmissen wird und das Geld danach nicht für die Versorgung der Flüchtlingen fehlt.

3. Die Organisation von entsprechenden Veranstaltungen in der Moschee zum Beispiel für die Kinder unserer Gäste und deren Familien.

4. Pate werden für eines der 3000 minderjährigen Kinder in Hessen, die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind und sich um sie kümmern. Nach diesen Kindern werden wir besonders bei Allah (subhanahu wa ta’ala) zur Rechenschaft gezogen, wenn wir sie vernachlässigen würden.

Wir sollten hier und jetzt für unser Jenseits arbeiten. Dabei werden unseren Glauben besser verstehen und unsere Prioritäten automatisch richtig setzen. Dazu gehört auch, bei dem Flüchtlingsdrama aktiv zu helfen und einen positiven Beitrag zu leisten.

Ya Allah hilf allen Menschen in Not, sichere ihre Flucht und stärke uns dabei den Flüchtlingen bei uns zu helfen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Pilgerfahrt

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

Thema unserer heutigen Freitagspredigt ist die Pilgerfahrt.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Qur’an in Surat ‘Āli `Imrān:

3_97

[…] Und den Menschen ist es Allah gegenüber auferlegt, zum Haus zu pilgern – wer von ihnen dazu die Möglichkeit findet. Und wer Kufr betreibt, so ist Allah gewiss nicht gegenüber den Geschöpfen angewiesen. [3:97]”

Weiterhin stellt die Pilgerfahrt die fünfte Säule im Islam dar. So berichtete Ibn Umar (radi Allahu anhu), dass Allahs Gesandter (ﷺ) sagte:

Der Islam wurde auf fünf Grundlagen gebaut:

– dem Zeugnis, dass es keine Gottheit außer Allah gibt und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist,

– dem Verrichten des Gebet,

– dem Entrichten der Zakat,

– die Pilgerfahrt zum Hause Allahs

– und dem Fasten im Ramadan.“

Liebe Geschwister, die Pilgerfahrt zählt im Islam zu den besten Taten nach dem Glaubensbekenntnis.

Die Pilgerfahrt zählt bei Allah genau so viel, wie sich für den Glauben zu opfern oder gegen das Schlechte in sich und den Sheytan zu kämpfen. Über diesen hohen Stellenwert gibt es zahlreiche überlieferte Hadithe. So berichtet Abu-Huraia (radi Allahu anhu), dass Allahs Gesandter (ﷺ) gefragt wurde, welche Tat die Beste sei. Er antwortete daraufhin, dass dies der Glaube an Allah und Seinen Gesandten ist. Darauf wurde er gefragt, welche die nächstbeste Tat sei. Die Antwort war sich auf dem Wege Allahs abzumühen. Erneut wurde gefragt, welche danach die nächstbeste Tat sei und die Antwort war die angenommene Pilgerfahrt.

Aisha (radi Allahu anha) die Mutter der Gläubigen fragte weiterhin ob sie denn nicht in den Jihad ziehen sollten. Unser Prophet (ﷺ) entgegnete, dass die angenommene Pilgerfahrt der beste Jihad ist und dieser ihnen zustehe. Auch bezeichnete Abu-Huraira (radi Allahu anhu) die Pilgerfahrt und die Ummrah als Jihad für Ältere, Kinder, Schwache und Frauen.

Eine ordnungsgemäß verrichtete Pilgerfahrt, sorgt dafür dass alle unsere vorherigen Sünden bei Allah (subhanahu wa ta’ala) getilgt werden. So berichtet uns Abu-Huraira (radi Allahu anhu), dass Allahs Gesandter (ﷺ) sagte:

Wer für Allahs Angesicht die Pilgerfahrt vollzieht und dabei nichts Anstößiges redet und tut, wird zurückkehren, als ob seine Mutter ihn eben erst geboren hätte.“

Und über die Ummrah berichtet er, dass sie die Sünden seit der vorangegangen Ummrah tilgt. Auch erfahren wir aus Hadithen, dass es für die angenommene Pilgerfahrt keine geringere Belohnung als das Paradies gibt und die Pilger die Gäste des Allerbarmers sind.

Einmal im Leben ist die Pilgerfahrt eines jeden Muslims vorgesehen bzw. vorgeschrieben. Wer über diese Pflicht hinaus Weitere verrichtet, für den ist dies eine freiwillige Tat für die er belohnt wird.

Ya Allah, hilf uns dabei dieser Pflicht nachzukommen und die Säulen des Islam vollends zu verrichten um als wahre Gläubige zu gelten.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Der innere Frieden

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

Thema unserer heutigen Freitagspredigt ist der innere Frieden. Wir schauen uns näher an was die Vorraussetzungen für einen sorglosen Gemütszustand sind und wie wir diesen erreichen können. Im edlen Qur’an steht dazu in Surat Muhammad:

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Denjenigen aber, die glauben und rechtschaffene Werke tun und an das glauben, was Muhammad offenbart worden ist – und es ist (ja) die Wahrheit von ihrem Herrn -, tilgt Er ihre bösen Taten und bessert ihren Gemütszustand.” [47:2]

Auch wird ein paar Verse weiter gesagt:

47_5

Er wird sie rechtleiten und ihren Gemütszustand bessern” [47:5]

In Zeiten wie diesen ohne den dringend benötigten inneren Frieden, verbreiten sich psychologische Krankheiten, Gewalt und Streitigkeiten. Dem müssen wir entgegen wirken und danach streben den inneren Frieden wieder zu erlangen. Aber wie sollen wir dies bewerkstelligen? Was müssen wir dafür tun?

Allen voran muss unsere Aqida stimmen. Wir müssen unsere Glaubensgrundsätze vervollkommnen und an die Bestimmung durch Allah (subhanahu wa ta’ala), an al-Qadr glauben. Dies können wir zum Beispiel mit dem Gebet erreichen. Auch müssen wir uns bewusst machen und darüber sicher sein, dass was uns bestimmt ist, besser für uns ist, als das, was wir womöglich für gut halten.

Alles im Leben hat seinen Sinn, auch wenn wir diesen nicht immer auf Anhieb erkennen.

Warum ist der eine reich? Der andere aber arm? Warum ist der eine gesund, der andere aber nicht? Warum hat jemand viele Kinder und ein anderer gar keine?

Alle Antworten darauf sind bei Allah (subhanahu wa ta’ala) und wir müssen fest daran glauben, dass Er allweise und allgnädig ist und dass Er keinen zu Unrecht bevorzugt oder benachteiligt.

Eine weitere Möglichkeit ist das Istikhara-Gebet um Allah (subhanahu wa ta’ala) um Rat zu fragen, bevor wir eine wichtige Entscheidung in unserem Leben treffen, denn mit Ihm als Ratgeber, werden wir nicht abirren und unabhängig von der Entscheidung zufrieden sein, denn wir hätten damit alles Nötige getan, um nach dem richtigen Weg zu streben.

Zahlreiche Hadithe zeigen uns auch, wie wir inneren Frieden erlangen können. So sagte unser Prophet Muhammad (ﷺ) sinngemäß:

Und wer sich um das Jenseits sorgt, dem wird Allah (subhanahu wa ta’ala) seinen Reichtum im Herzen tragen lassen, seine Familie zusammen bringen, und ihm die Dunia zu Füssen sein lassen. Und wer das Diesseits zu seiner Hauptsorge macht, dem wird Allah (subhanahu wa ta’ala) seine Armut zwischen seine Augen schreiben lassen, seine Familie zerstreuen, und er wird vom Diesseits nur das erhalten, was ihm vom Anfang an zugeteilt wurde.”

Der innere Frieden ist ein Segen und Geschenk, welches viele von uns nicht zu schätzen wissen. Unser geliebter Prophet (ﷺ) hat stets Allah (subhanahu wa ta’ala) darum gebeten und stellt dies als das Beste dar, was wir uns gegenseitig wünschen sollten.

Wer diesen Gemütszustand erreicht, der hat eine positive Lebenseinstellung. Wir befreien uns damit von der Vergangenheit und den Sorgen. Wir ziehen stattdessen Lehren daraus und blicken in eine hoffnungsvolle Zukunft. Mit innerer Zufriedenheit blicken wir auch liebevoll auf unsere Brüder, unsere Schwestern und unsere Mitmenschen. Beziehungen basierend auf Liebe und Gemeinschaft sind uns damit möglich. In diesem Zustand fühlen wir uns wirklich wohl und können unserem Glauben ohne Verlegenheit nachgehen. Auch sind wir damit in der Lage Streitigkeiten in der Gesellschaft zu überwinden und Konflikte zu beenden. So kann der Gläubige sich über das Leben und auf das was danach kommt freuen.

Keine Gelegenheit für Gutes dürfen wir verstreichen lassen. Immer wenn das eigene Ich einen daran hindern will etwas Gutes zu tun, sollten wir daran denken, dass diese Tat der Grund sein könnte, warum uns Allah in seiner Barmherzigkeit ins Paradies eintreten lässt.

Liebe Geschwister, unser Hauptziel sollte stets im Jenseits, in AlʾĀkhirah liegen. Mit der richtigen Priorität werden wir auch das Diesseits besser verstehen und unseren Glauben entsprechend umsetzen.

Ya Allah hilf uns dabei die Anweisungen und Empfehlungen unseres Propheten (ﷺ) zu beachten und umzusetzen, inneren Frieden zu erlangen und mit Allahs Barmherzigkeit ins Paradies einzutreten.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Reumütigkeit und Rechtschaffenheit

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

Thema unserer heutigen Predigt ist die Reumütigkeit und Rechtschaffenheit des wahren Gläubigen.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Qur’an in Surat Al-Furqān (in der ungefähren Bedeutung):

25_71-2

Und wer bereut und rechtschaffen handelt, der wendet sich in wahrhaftiger Reue Allah zu.” [25:71]

So werden die wahren Gläubigen in diesem Vers damit beschrieben, dass sie die Reue für ihre schlechten Taten nicht nur damit verbinden, dass sie bewusst Sünden begangen haben, die sie bereuen und für die sie Allah (subhanahu wa ta’ala) um Vergebung bitten, sondern dass sie Allah (subhanahu wa ta’ala) stets um Vergebung ersuchen, da sie auch unbewusst gesündigt haben könnten.  So werden wir an anderer Stelle im Qur’an mit folgenden Worten in der ungefähreren Übersetzung aufgefordert:

66_8

O die ihr glaubt, kehrt zu Allah um in aufrichtiger Reue; …”  vgl. [66:8]

 

Selbst unser aller Vorbild, unser geliebter Prophet Muhammad (ﷺ) hat jeden Tag um Vergebung gebeten, obwohl Allah (subhanahu wa ta’ala) ihm ohnehin alle seine Sünden und Verfehlungen vergab, die er gar nicht erst hatte.

Besonders wichtig ist es auch stets die Wahrheit zu sprechen und sich würdevoll zu verhalten. So geht die Beschreibung der wahren Gläubigen in Surat Al-Furqān mit folgenden Worten in der ungefähren Bedeutung weiter:

25_72

Und (auch) diejenigen, die keine Falschaussage bezeugen und, wenn sie im Vorbeigehen unbedachte Rede (hören), würdevoll weitergehen.” [25:72]

Sie geben also keine falschen Aussagen ab und beteiligen sich nicht an Gesprächen und Sitzungen, bei denen Falsches ausgesagt und Schlechtes geredet wird, denn sie streben auf dem Weg zu Allah (subhanahu wa ta’ala) nur das edle Wort und die edle Tat an während sie sich dabei von Abscheulichem und schlechten Taten fernhalten.

So steht in Surat Al-Qaşaş (in der ungefähren Bedeutung):

28_55

Und wenn sie unbedachte Rede hören, wenden sie sich davon ab und sagen: “Wir haben unsere Taten und ihr habt eure Taten (zu verantworten). Friede sei auf euch! Wir trachten nicht nach (dem Umgang mit) den Toren.” [28:55]

Weiterhin steht in Surat Al-‘Anfāl (in der ungefähren Bedeutung):

8_2

Die (wahren) Gläubigen sind ja diejenigen, deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird, und die, wenn ihnen Seine Zeichen verlesen werden, es ihren Glauben mehrt, und die sich auf ihren Herrn verlassen,” [8:2]

Die wahren Gläubigen sind folglich vergebend und verzeihend. Sie benutze keine vulgären Ausdrücke und achten bei dem was sie sagen voller Gottesfurcht auf Anstand und Korrektheit. Sie denken nicht an sich selbst, sondern wollen das Beste für alle Menschen. Sie sind stets bemüht zwischen den Menschen mit Rat und Tat Frieden zu stiften. Diesen Menschen hat Allah (subhanahu wa ta’ala) sein Paradies versprochen, darin werden sie ewig glücklich ihre Wohnstätte finden.

Möge Allah uns dabei helfen, der Beschreibung der wahren Gläubigen zu entsprechen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Grundlagen für eine glückliche Familie

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

Thema unserer heutigen Predigt ist die Grundlage für eine glückliche Familie im Islam. Um ein erfülltes und glückliches Familienleben zu erlangen, gilt es bestimmte Voraussetzungen und Grundlagen zu erfüllen, welche wir nun näher betrachten wollen:

Allen voran steht die strikte Befolgung von Qur’an und Sunna.

  • Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist, dass sich der Familienversorger anstrengen soll, sein Geld halal und auf legalem Wege zu verdienen.
  • Die Atmosphäre zwischen den einzelnen Familienmitgliedern sollte voller Liebe sein und harmonisch verlaufen.
  • Familiengeheimnisse, insbesondere zwischen den Eheleuten, müssen gewahrt bleiben und dürfen nicht nach Außen getragen werden.
  • Kein Familienmitglied darf dem anderen Unrecht tun oder benachteiligt werden.
  • Auch ist es notwendig sich gegenseitig und die Fehler der anderen zu vergeben.
  • Missverständnisse oder Unstimmigkeiten sind schnell beizulegen und kein Familienmitglied sollte nachtragend sein.
  • Alle Familienmitglieder sollten und müssen sich von Alkohol und Drogen jeglicher Art fernhalten.
  • Gemeinsam sollten alle daran arbeiten die Familienbande zu stärken, den Kontakt zu Verwandten nicht abbrechen zu lassen und sich gegenseitig zu besuchen.
  • Stets sollte zwischen den Familienmitgliedern ein respektvoller Umgang voller Anstand und Schamgefühl herrschen.
  • Das Miteinander sollte geprägt sein von Nachsicht und Gnade.

Letztlich bildet der edle Qur’an und die Sunna die Grundlage für unseren Alltag als Muslime. Wenn wir daran festhalten, werden wir erfolgreich sein und wenn wir dies missachten, werden wir irregehen und im Leben nicht glücklich werden. Darauf hat unser Prophet (und der Qur’an selbst stets verwiesen. Darum lasst uns daran festhalten und dem Sheytan keine Gelegenheit geben zwischen uns zu gelangen und uns in die Irre zu leiten. So warnt uns Allah (subhanahu wa ta’ala) im Qur’an mit folgenden Worten:

35_6

Gewiss, der Sheytan ist euch ein Feind; so nehmt ihn euch zum Feind. Er ruft ja seine Anhängerschaft nur dazu auf, zu den Insassen der Feuerglut zu gehören.” [35:6]

Weiterhin werden wir stets dazu ermahnt großzügig und barmherzig gegenüber unseren Mitmenschen zu sein. Dies gilt erst recht innerhalb der eigenen Familie. So steht im Qur’an an anderer Stelle:
3_133

Und beeilt euch um Vergebung von eurem Herrn und (um) einen (Paradies)garten, dessen Breite (wie) die Himmel und die Erde ist. Er ist für die Gottesfürchtigen bereitet,” [3:133]

Auch beschreibt Allah (subhanahu wa ta’ala) das Paradies mit folgenden Worten:

28_83

Das ist die jenseitige Wohnstätte. Wir bestimmen sie für diejenigen, die weder Überheblichkeit auf der Erde noch Unheil begehren. Und das (gute) Ende gehört den Gottesfürchtigen.“ [28:83]

Liebe Geschwister im Islam, wir müssen zum Qur’an und zur Sunna zurückkehren, damit wir zu denjenigen zählen, die Allah (subhanahu wa ta’ala) an folgender Stelle im edlen Qur’an beschreibt:

11_108

Was aber diejenigen angeht, die glückselig sind, so werden sie im (Paradies)garten sein, ewig darin zu bleiben, solange die Himmel und die Erde dauern, außer was dein Herr will, als eine unverkürzte Gabe.” [11:108]

Möge Allah uns Türen zu Seiner Gnade und Seinem Paradies öffnen und unsere Familien stärken!

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Eine positive Lebenseinstellung als Teil des Islam

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.”

Liebe Geschwister im Islam,

Thema unserer heutigen Predigt ist eine positive Lebenseinstellung als Teil des Islam.

 

So heißt es in ungefährer Übersetzung eines Hadith, wenn die Stunde des jüngsten Tages gekommen wäre und einer von euch eine kleine Dattelpflanze in der Hand hätte, so möge er sich nicht davon ablenken lassen und diese soweit möglich einpflanzen!

Lasst uns dieser Aufforderung unseres Propheten (ﷺ) – zu einer positiven Lebenseinstellung verinnerlichen und genauer betrachten.

Man stelle sich die Situation vor! Das Leben geht zu Ende und Yaum al-Qiyama ist angebrochen! Es zählen keine Taten mehr, sondern es wird nur noch abgerechnet. Was für eine Vorstellung! Und wie schwer wiegt dieser Tag bei uns.

Trotz alldem fordert uns unser Prophet (ﷺ) dazu auf positiv zu bleiben und eine letzte gute Tat zu verrichten. Man möchte meinen, was es einem bringen sollte ein Dattelbäumchen zu pflanzen, wenn das Leben ohnehin zu Ende geht, zumal ein solcher Baum einige Jahre benötigt, bis man dessen Früchte essen kann.

Selbst wenn der Nutzen nicht unmittelbar vorhanden ist, so sind wir dennoch aufgefordert positiv zu bleiben und Gutes zu verrichten.

Die positive Lebenseinstellung basierend auf dem Glauben, wird wie folgt beschrieben:

Es ist die – aus dem festen Glauben im Herzen – abgeleitete positive Energie bei jedem von uns, die uns dazu bewegt, notfalls unser Umfeld dahin gehend verändern zu wollen, dass alles eine positive Wendung nimmt und alles in unserem Leben positive Energie enthält.

Eine positive Lebenseinstellung kann auf zweierlei Arten erfolgen:

Zum Einen sollten wir, wenn wir etwas Falsches sehen, versuchen dieses zum Besseren zu ändern.

So steht in Surat An-Naml (in der ungefähren Bedeutung):

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Und er schaute bei den Vögeln nach. Da sagte er: “Wie kommt es, daß ich den Wiedehopf nicht sehe? Befindet er sich etwa unter den Abwesenden? Ich werde ihn ganz gewiss strengstens strafen, oder ich werde ihn ganz gewiss hinrichten (lassen)’, es sei denn, er bringt mir fürwahr eine deutliche Ermächtigung.” Aber er blieb nicht lange aus. Er sagte: “Ich habe (an Wissen) erfasst, was du nicht erfasst hast. Und ich bringe dir aus Saba sichere Kunde. Gewiss, ich habe herausgefunden, dass eine Frau über sie herrscht, dass ihr von allem gegeben worden ist und dass sie einen gewaltigen Thron hat. Ich habe herausgefunden, daß sie und ihr Volk sich vor der Sonne niederwerfen, anstatt vor Allah. Und der Sheytan hat ihnen ihre Taten ausgeschmückt und sie dann vom Weg abgehalten, so das sie nicht rechtgeleitet sind, (dies), damit sie sich nicht vor Allah niederwerfen, Der das Versteckte in den Himmeln und auf der Erde herausbringt und weiß, was ihr verbergt, und was ihr offenlegt.” [27:20-15]

Allah (subhanahu wa ta’ala) zeigt uns am Beispiel dieses Vogels, wo zu wir im Stande wären, wenn wir es wollen würden etwas zum Besseren zu verändern. Die mag oft nicht einfach sein, aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

Zum Anderen bedarf es besonders wenn die Menschen Recht und Gutes vernachlässigen einem guten Beispiel. So sei der Erste, der gute Taten verrichtet und setze dich für Recht und Gerechtigkeit ein!

Allah (ta’ala) sagt im edlen Qur’an in der Surat An-Naml (in der ungefähren Bedeutung):

27_18

Als sie dann zum Ameisental kamen, sagte eine Ameise: “O ihr Ameisen, geht in eure Wohnungen hinein, damit euch ja nicht Sulaiman und seine Heerscharen niederwalzen, ohne dass sie merken.”

In diesem Vers wird uns gezeigt wie eine Ameise ihre Artgenossen durch Eigeninitiative vor dem sicheren Tod gerettet hat.

Eine positive Grundhaltung ist bei Allah (ta’ala) der Grund für jeden Segen und seine Gnade. Hingegen ist eine eine negative Grundhaltung immer der Grund für Bestrafung und den Niedergang der Menschen, selbst wenn unter ihnen Rechtschaffene sind.

Liebe Geschwister im Islam,

lasst uns bitte tatkräftig sein und nicht in bloßen Worten verharren. Wir können positiv sein und uns für eine positive islamische Grundhaltung im Leben einsetzen in dem wir folgenden Maßnahmen ergreifen:

1. Wir müssen mehr Aktivitäten in den Moschee entfalten, unseren Mitmenschen helfen und unserer Gemeinde dienen und Gutes tun.

2. Wir müssen uns sozial engagieren und uns für Schwächere wie z.B. für Waisen und in Altersheimen einsetzen.

3. Wer die Fähigkeiten und die Qualifikation dazu hat, sollte sich politisch engagieren um die Interessen der muslimischen Gemeinschaft würdig zu vertreten.

O Allah gib uns die Kraft positiv durch das Leben zu gehen, steh uns bei und mach uns zu besseren Muslimen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Das Mittelmaß und das Spenden

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.”

Liebe Geschwister im Islam,

das Thema unserer heutigen Predigt ist das Mittelmaß als Tugend und Eigenschaft wahrer Gläubiger.

So werden im Qur’an, die Diener Allah’s als diejenigen beschrieben, die wenn sie etwas ausgeben, weder maßlos noch knausrig sind, sondern den Mittelweg einhalten.

25_67

 

Dazu gehören drei Punkte auf die wir im Folgenden näher eingehen wollen.

1. Eine tiefe Verwurzlung des Spendens im Charakter der wahren Gläubigen.

In mehreren Versen im Qur’an wird über das Spenden als Tugend gesprochen. Die wahren Gläubigen haben die Bedeutung folgender Verse verinnerlicht. So steht dazu in Surat Al-Baqarah:

2_261

 

Das Gleichnis derjenigen, die ihren Besitz auf Allahs Weg ausgeben, ist das eines Saatkorns, das sieben Ähren wachsen lässt, (und) in jeder Ähre hundert Körner. Allah vervielfacht, wem Er will. Und Allah ist Allumfassend und Allwissend.” [2:261]

Und in Surat ‘Āli `Imrān steht dazu:

3_133

Und beeilt euch um Vergebung von eurem Herrn und (um) einen (Paradies)garten, dessen Breite (wie) die Himmel und die Erde ist. Er ist für die Gottesfürchtigen bereitet,” [3:133]

Und an anderer Stelle in Surat Al-Baqarah steht dazu unter anderem:

2_177

Nicht darin besteht die Güte, dass ihr eure Gesichter gegen Osten oder Westen wendet. Güte ist vielmehr, dass man an Allah, den Jüngsten Tag, die Engel, die Bücher und die Propheten glaubt und vom Besitz – obwohl man ihn liebt – der Verwandtschaft, den Waisen, den Armen, dem Sohn des Weges, den Bettlern und für (den Loskauf von) Sklaven hergibt, das Gebet verrichtet und die Abgabe entrichtet;…” [2:177]

Diese und weitere zahlreiche Suren und Hadithen machen uns klar, dass wir und all unser Besitz das Eigentum von Allah (subhanahu wa ta’ala) sind. Wir wurden lediglich zeitweise als Hüter und Verantwortliche für dieses Eigentum bestimmt. Ob wir dieser Verantwortung gerecht geworden sind, wird sich am jüngsten Tag zeigen, wenn wir danach gefragt und zur Rechenschaft gezogen werden. Daher sollten wir allen Besitz und Vermögen dazu einsetzen, Allahs Wohlwollen zu erlangen und diesen Besitz nicht anstelle von Allah (ta’ala) huldigen.

2. Ein aussergewöhnliches Ausmaß an freiwilligen Spenden durch die wahren Gläubigen.

In diesem Zusammenhang bzw. den einschlägigen Versen wird bewusst nicht von Zakat gesprochen. So bekommen die wahren Gläubigen ihren Lohn dafür, dass sie eben nicht nur die vorgeschriebenen Abgaben leisten, sondern freiwillig darüber hinaus gehen. Auch zählt das häufige Spenden nicht als Verschwendung, da mit diesen Spenden beabsichtigt wird Allah (ta’ala) näher zu kommen. So wird das freiwillige Spenden im Qur’an gemeinsam mit freiwilligen Gebeten in der Nacht genannt. Wir werden damit angehalten Freiwilligkeit auch bei anderen ‘Ibadat einzuhalten, bei denen uns nur Allah (ta’ala) sieht.

So steht in Surat Adh-Dhāriyāt:

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51_18

Gewiss, die Gottesfürchtigen werden in Gärten und an Quellen sein, sie nehmen, was ihr Herr ihnen gegeben hat, denn sie pflegten davor Gutes zu tun. Nur ein wenig pflegten sie in der Nacht zu schlafen, und im letzten Teil der Nacht pflegten sie um Vergebung zu bitten,” [51:15-18]

 

3. Standhaftigkeit im Glauben.

Die Diener Allahs sind Menschen, die standhaft in ihrem Glauben bleiben und kontinuierlich ihre Ebadat einhalten und verrichten.

Durch die Einhaltung des Mittelmaßes sind die wahren Gläubige in der Lage in ihren guten Taten und ihren ‘Ibadat kontinuierlich zu sein. So bevorzugt Allah (subhanahu wa ta’ala) regelmäßige gute Taten, vor einmaligen und nicht anhaltenden guten Taten, selbst wenn diese im Umfang überwiegen würden.

 

O Allah gib uns die Kraft am Weg der Mitte festzuhalten und nicht zu Dienern unseres Besitzes zu werden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.