Freitagspredigt

Islamwissenschaften und gesellschaftliche Teilhabe

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten und Segen und Frieden auf unserem edlen Propheten Muhammad (ﷺ), seiner Familie und seinen Gefährten.

Meine lieben Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt geht es um die Islamwissenschaften und deren Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Beitrag der Muslime in Europa.

Es ist bekannt, dass die ersten Verse, die dem Gesandten Allahs (ﷺ) offenbart wurden, folgende sind:

96_1

Lies im Namen deines Herrn, Der erschaffen hat,

Iqra/ bi-ismi rabbika allathee khalaq

96_2

den Menschen erschaffen hat aus einem Anhängsel.

Khalaqa al-insana min AAalaq

96_3

Lies, und dein Herr ist der Edelste,

Iqra/ warabbuka al-akram

96_4

Der (das Schreiben) mit dem Schreibrohr gelehrt hat,

Allathee AAallama bilqalam

96_5

den Menschen gelehrt hat, was er nicht wußte. 

AAallama al-insana ma lamyaAAlam (96:1-5)

Allah (subhanahu wa ta’ala) fordert uns also zum Lesen auf. Aber wir sollen nicht auf beliebige Weise lesen. Wir sollen im Namen des Allmächtigen, des Allwissenden lesen. Wir sollen lesen, was unseren Glauben mehrt, unseren intellektuellen Horizont erweitert und uns dazu verhilft, eine höhere Ebene des Wissens und der Wahrnehmung des ganzen Universums zu erreichen, damit wir die Zusammenhänge besser erkennen und verstehen, und letztlich darin Allah, den Allmächtigen als Schöpfer erkennen.

Der Einsatz unseres Verstandes, das Streben nach Wissen und die Wissenschaften haben im Islam einen sehr hohen Stellenwert.

So fordert Allah (subhanahu wa ta’ala) uns dazu auf, uns mit dem Leben auseinander zu setzen, zu erforschen, was wir nicht verstehen, und kritisch zu hinterfragen, um zu der Wahrheit zu gelangen und Rechenschaft bei Allah ablegen zu können.

Mit diesem Verständnis liegt es auf der Hand, dass Gelehrte und Wissenschaftler unter den Gläubigen einen besonderen Status haben. Dabei unterscheidet der Islam nicht zwischen religiösem und weltlichem Wissen, beide sind gefordert und werden unterstützt, solange diese allen Menschen auf dieser Erde zugutekommen und dem friedlichen Zusammenleben dienen.

Nichtsdestotrotz, ist es in Europa besonders wichtig ausreichend qualifizierte Muslime zu haben, welche die islamische Lehre studieren und sich darin spezialisieren, um den Islam richtig zu erläutern und den Menschen seine klare Botschaft zu vermitteln, um Missverständnisse und Unwissen vorzubeugen, und damit die Basis für Radikalismus auszuschließen und argumentativ zu entgegnen.

Es geht aber nicht nur um die Ansammlung von Wissen. Auch unsere Rolle im gesellschaftlichen Geschehen ist von besonderer Bedeutung. Muslime müssen durch ihre zivile Beteiligung eine führende Rolle in der Weiterentwicklung der Gesellschaft einnehmen. Sowohl auf wissenschaftlicher Ebene, aber auch auf moralischer und menschlicher Ebene. Allen voran als Erhalter der Menschenrechte.

So ist die Botschaft des Islam, welche von Liebe, Toleranz und Menschlichkeit handelt, ja für alle Menschen herab gesandt worden und gilt für alle Zeiten. Im edlen Koran steht dazu in Surat Al-‘Anbyā’:

21_107

Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner gesandt.

 

Wama arsalnaka illa rahmatanlilAAalameen (21:107)

Der Islam unterstützt Vielfalt und ein multikulturelles Leben der Menschen miteinander, unabhängig von Herkunft, Religion, Tradition oder sozialer Herkunft. Die Basis des gesellschaftlichen Lebens wie zum Beispiel in Europa – wo Millionen von Menschen zusammenleben – sollten gegenseitiger Respekt und Wertschätzung sein. Der Islam betrachtet Vielfalt als Bereicherung und als Chance für die Gesellschaften, um sich weiterzuentwickeln und die Zivilisation voranzubringen, zumal diese die gleichen Schicksale und Ziele teilen.

Sich gegenseitig zu ergänzen und nach Gemeinsamkeiten zu suchen, ist im Grundverständnis des Islam verankert. So gibt es bei korrekter Betrachtung auch viel mehr Gemeinsamkeiten zwischen den Menschen als Unterschiede und letztendlich geht es darum, sich zu verständigen und sich darauf zu einigen zum Wohle aller zu handeln und damit gemeinsam für eine lebenswertere Welt zu sorgen.

Allah (subhanahu wa ta’ala) spricht dazu im edlen Koran:

49_13

O ihr Menschen, Wir haben euch ja von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Gewiß, der Geehrteste von euch bei Allah ist der Gottesfürchtigste von euch. Gewiß, Allah ist Allwissend und Allkundig. (49:13)

Der Islam besitzt eine ganzheitliche Sicht bezüglich des Aufbaus und der Weiterentwicklung einer humanen Gesellschaft. Dabei werden die Gläubigen motiviert, innovativ und offen für neue Entwicklungen zu sein, um dem Wohle aller Menschen zu dienen und einen konstruktiven Beitrag in der jeweiligen Gesellschaft und für die Menschheit zu leisten.

Die Basis für diese Entwicklung findet zunächst bei jedem gläubigen Muslim selbst statt, der durch den edlen Koran dazu angewiesen wird einen positiven Beitrag für die Gesellschaft zu erbringen.

Liebe Geschwister, die Worte Allahs sprechen unseren Verstand, unsere Seele und unseren Geist an und fordern uns dazu auf nachzudenken, unser Potential zu entfalten und Allahs Willen auf Erden umzusetzen, in dem wir allen Menschen ausnahmslos Gutes tun und Schlechtes von ihnen abwenden.

Der Feste Glaube und die Überzeugung des Muslims bilden den Antrieb, um ihn dazu zu bringen, im Einklang mit allen Menschen, Tieren, Pflanzen, ja sogar Gegenständen zu leben, denn alle sind Allahs Geschöpfe und SEIN Werk. Und da wir daran glauben am Jüngsten Tag zur Rechenschaft gezogen zu werden, sollten wir anständig handeln, nicht lügen, keinen Raub begehen, nicht betrügen, ehrlich zu unseren Mitmenschen sein, auch gegenüber dem Gesetz, anständige Bürger sein und zum Beispiel keine Steuern hinterziehen und keine unberechtigten Sozialleistungen beziehen und vor allem für Frieden und Sicherheit in diesem Land sorgen.

Der Werdegang unseres Propheten (ﷺ) bietet uns die besten Beispiele für einem Zusammenleben der unterschiedlichen Religionen und Gemeinschaften mit- und untereinander und deren Kooperation zum Wohle aller Bürger der Gemeinschaft.

Die Kultur des Umgangs zwischen Muslimen und anderen Mitmenschen muss weiter ausgebaut werden und zwar auf Basis einer Zivilgesellschaft, in der die Menschen gleichberechtigt behandelt werden, ihre Rechte und Pflichten kennen und ihren Beitrag gleichermaßen leisten können und dürfen.

Nur wenn wir die Botschaft des Islam richtig verstehen, sind wir in der Lage, unsere Aufgabe darin zu erkennen, und diese im Sinne unserer Mitmenschen umzusetzen. Als Zeugen Allahs auf Erden. 

Möge Allah uns dabei helfen diesem Anspruch gerecht zu werden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Lehren aus der Nachtreise

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten und Segen und Frieden auf unserem edlen Propheten Muhammad (ﷺ), seiner Familie und seinen Gefährten.

Meine lieben Geschwister im Islam, in der heutigen Freitagspredigt geht es um einige wichtige Lehren, welche die Nachtreise und die vorherigen Ereignisse mit sich brachten.

Allah (subhanahu wa ta’ala) hat seinem Gesandten Muhammad, Segen und Friede auf Ihm, in Surat Ad-Duĥaá folgendes versprochen:

93_5

Und wahrlich, dein Herr wird dir geben und du wirst wohlzufrieden sein.“ (93:5)

Wala sawfa yu ateeka rabbuka fatardaa.

Und wie versprochen gewährte Allah dem Gesandten Gaben, die ihn im Diesseits zufrieden stellten und erlaubte ihm im Jenseits die Fürsprache für seine Nation.

Die ereignisreiche Nachtreise des Gesandten ist zweifelsohne eine besondere Gabe, aus der wir vielerlei Lehren ziehen können.

Eine der wichtigsten Lehren daraus, ist die Geduld und Standhaftigkeit im Umgang mit Verführungen.

So versuchte der Stamm der Quraish den Gesandten Allahs mit allen Mitteln von seiner Religion abzuhalten, ihn zu verführen und zu bestechen. Sie schlugen ihm vor den Islam anzunehmen, wenn er einige Regeln ändern würde. Sie boten an in den Islam einzutreten, wenn nur er allein an ihren Sitzungen teilnehmen würde, unter Ausschluss der Armen, Schwachen und Sklaven.

Da wurden folgende Verse offenbart:

18_28

Und sag: (Es ist) die Wahrheit von eurem Herrn. Wer nun will, der soll glauben, und wer will, der soll ungläubig sein.

Halte dich geduldig zurück zusammen mit denen, die ihren Herrn morgens und abends anrufen, im Begehren nach Seinem Angesicht. Und deine Augen sollen nicht über sie hinwegsehen, indem du den Schmuck des diesseitigen Lebens begehrst’. Und gehorche nicht jemandem, dessen Herz Wir Unserem Gedenken gegenüber unachtsam gemacht haben, der seiner Neigung folgt und dessen Angelegenheit (durch) Maßlosigkeit (ausgezeichnet) ist. Und sprich: “Es ist die Wahrheit von eurem Herrn.” Darum lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will. (18:28-29)

Sie schlugen ihm sogar vor den Islam anzunehmen, wenn Muhammad (ﷺ) im Gegenzug auch ihren Glauben annimmt, damit sie ihn an ihren Reichtümern und ihrer Macht beteiligen können. Doch da offenbarte Allah folgende Verse:

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109_2

109_3

“Sprich: “O ihr Ungläubigen! Ich diene nicht dem, dem ihr dient und ihr dient nicht Dem, Dem ich diene.“ (109:1-3)

Qul: Ya ayyuha alkafiroon! La aAAbudu ma taAAbudoon, wala antum AAabidoona maaAAbud.

Auch die Gefährten des Propheten, Segen und Friede auf Ihm, blieben nicht von den Bestechungs- und Verführungsversuchen der Quraish verschont. Sie versuchten jeden, der Interesse am Islam zeigte, mit allen Mitteln davon abzuhalten.

Allah offenbarte Dem Gesandten Allahs folgenden Vers:

Und unter den Menschen gibt es solche, die leeres Gerede vorziehen, um (Menschen) ohne Wissen von Allahs Weg hinweg in die Irre zu führen, und um damit Spott zu treiben. Für solche wird es schmachvolle Strafe geben. Und wenn ihm Unsere Verse verlesen werden, so kehrt er sich überheblich (von ihnen) ab, als hätte er sie nicht gehört, als wären seine Ohren schwerhörig. So verkünde ihm schmerzliche Strafe. (31:6-7)

Über den Offenbarungsgrund dieses Verses bestehen zwei Meinungen.

Die eine besagt, dass dieser Vers wegen eines Mannes der Quraish offenbart wurde, der eine Dienerin erworben hat, die singen konnte. Die Menschen waren daraufhin mit ihrem Gesang beschäftigt und vom Aufruf des Gesandten abgelenkt.

Die andere Meinung, welche von Ibn Abbas überliefert wurde, besagt dass Al-Nadir Ibn Al-Harith eine Sängerin kaufte und sie, sobald er mitbekam, dass jemand am Islam interessiert war, mit der Sängerin zu ihm ging und ihr sagte:

Gebe ihm Speis und Trank und besinge ihn, denn das ist besser als das, wozu Muhammad aufruft.“

Kein Mittel blieb beim Stamm der Quraish unversucht, um dem Aufruf des Gesandten zu stoppen.

Als Folge dessen war die Freiheit den Propheten Muhammad (ﷺ) und seiner Gefährten eingeschränkt. Sie mussten sich im Geheimen treffen um Verse Allahs auszutauschen. Prophetengefährten wurden mit körperlicher Gewalt dafür bestraft, dass sie den Koran in der Öffentlichkeit verkündeten. Die Quraish griffen  zu sozialer Ächtung und verbreiteten Gerüchte über den Propheten (ﷺ). Sie behaupteten er sei wahnsinnig, ein Lügner, ein Dichter und Zauberer. Auch wirtschaftlich und politisch isolierten und boykottierten sie ihn und brachen jeglichen Handel zu ihm und seinen Gefährten ab.

Nach all diesen Jahren voller Leid und Kummer, verlor der Gesandte Allahs (ﷺ) einige seiner geliebten Mitmenschen. Khadija (radi allahu anha) und Abu Talib. Doch mit der Geduld kam die Erleichterung, wie sie in Surat Al-‘Isrā’ beschrieben wird:

17_1

Gepriesen sei Der, Der bei Nacht Seinen Diener von der heiligen Moschee zu der fernen Moschee, deren Umgebung Wir gesegnet haben, hinführte, auf daß Wir ihm einige Unserer Zeichen zeigten. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allsehende. (17:1)

Aus dieser Nachtreise lernen wir, dass die nach der tapferen Geduld und Hingebung zu Allah im Bittgebet die Erleichterung für jeden Muslim kommt. Die Geduld und die Standhaftigkeit während der Zeit des Leides gehört zum Weg der Gesandten und die heilige Al-Aqsa Mosche gehört samt dem Erbe der Propheten zur islamischen Nation.

Abschließend sei gesagt, dass sich die wahre Gabe der Nachtreise im Gebet findet, denn dies ist die direkte Verbindung zwischen Himmel und Erde. Mit unserer Gebetsrichtung reisen wir seelisch zur heiligen Moschee und erheben uns bei der Niederwerfung empor gen Himmel, denn Allah sagt sinngemäß in Surat Al-Alaq:

wirf dich in Anbetung nieder und komme Allah nahe.“ (vgl. 96:19)

Möge Allah uns dabei helfen diese Lehren zu verinnerlichen und Ihm im Gebet nahe zu sein.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Besuch von Dr. Noureddin Kirat aus Marokko

Wir begrüßen am Freitag, 15. April 2016 den ehrenwerten Dr. Noureddin Kirat aus Marokko als Gastprediger für die Freitagspredigt um 14:45 Uhr und laden alle Geschwister herzlich dazu ein. Weiterhin wird er am Samstag um 20:30 Uhr und am Sonntag um 14 Uhr weitere Vorträge bei uns in der Othman Ibn Affan Moschee halten.
Teilnehmen und Freunde einladen!

monatlich_kirat

Wissen und Bildung

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.

Liebe Geschwister im Islam,

das Thema unserer heutigen Predigt ist das Wissen und die Bildung im Islam.

Als wahre Gläubige ist es unsere Pflicht uns weiterzubilden. Nur auf der Basis von Wissen sind wir in der Lage in diesem Leben rechtschaffene Werke zu verrichten.

Im edlen Qur’an weißt uns Allah (subhanahu wa ta’ala) mit diversen Versen daraufhin, dass das Wissen und die Wissenden bei Ihm einen besonderen Stellenwert haben und spricht dazu in Surat Ţāhā (in ungefährer Übersetzung):

Und sag: Mein Herr, lasse mich an Wissen zunehmen.

… Und sag: Mein Herr, lasse mich an Wissen zunehmen. (vgl. 20:114)

Und im folgenden Vers in Surat Az-Zumar stellt Allah (subhanahu wa ta’ala) dazu folgende rhetorische Frage:

39:9 Auszug1

39:9 Auszug2

… Sag: Sind etwa diejenigen, die wissen, und diejenigen, die nicht wissen, gleich? Doch bedenken nur diejenigen, die Verstand besitzen. (vgl. 39:9)

Auch wird die hohe Stellung des Wissenden in folgendem Vers aus Surat Al-Mujādila deutlich:

58:11 Auszug

… so erhöht auch Allah diejenigen von euch, die glauben, und diejenigen, denen das Wissen gegeben worden ist, um Rangstufen. Und Allah ist dessen, was ihr tut, Kundig. (vgl. 58:11)

Unser geliebter Prophet Muhammad (ﷺ) sagt in einem Hadith dazu sinngemäß, dass Allah denjenigen zu mehr Wissen leitet, für den Er Gutes will.

Bemerkenswert ist auch folgender Hadith über das Wissen. So sagte Muhammad (ﷺ) sinngemäß, dass es zwei Dinge gibt, über die man im positiven Sinne neidisch sein kann. Zum Einen halal erworbenes Reichtum, welches für rechtschaffene Werke ausgegeben wird und zum Anderen Wissen mit dem gerecht zwischen den Menschen geurteilt wird.

Auch verglich Muhammad (ﷺ) die Reaktion der Gläubigen auf seine gesegnete Botschaft mit einem Regen, welcher auf die Erde fällt. Manche Böden nehmen diesen Regen auf und Bäume, Früchte und Gräser gedeihen darauf. Die Gläubigen profitieren vom Wissen im Islam, und setzen dieses Wissen in ihrem Verhalten um, wodurch wiederum auch andere profitieren. Eine andere Sorte von Boden nimmt ebenfalls das Regenwasser auf, speichert es jedoch längerfristig und bietet den Menschen später das Wasser in Form eines Brunnens oder einer Quelle. Damit sind diejenigen gemeint, die das erlernte Wissen weitertragen und Dawah betreiben. Aber es gibt auch eine dritte Sorte von Böden, auf der nichts gedeiht und auch kein Wasser nutzbar versickert. Dies sind die üblen Menschen, die weder selbst aus den Wissen nutzen ziehen noch das Wissen weitertragen.

Wir sehen, dass das Wissen eine zentrale Rolle in unserer Beziehung zu Allah (subhanahu wa ta’ala) spielt und wir danach suchen müssen. Nur mit dem richtigen Wissen können wir die Botschaft des Glaubens in ihrer wahren Größe und Bedeutung vermitteln.

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) uns dabei helfen dieser Verantwortung gerecht zu werden und voller Wissen, Güte und Barmherzigkeit zu handeln.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Das Freitagsgebet

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.

Liebe Geschwister im Islam, 

Thema unserer heutigen Predigt ist das Freitagsgebet.

Der Freitag ist ein besonderer Tag im Islam und die Krönung dieses Tages ist das Freitagsgebet.

Allah (subhanahu  wa ta’ala) sagt im edlen Qur’an in Surat Al-Jumu`ah (in der ungefähren Übersetzung):

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O die ihr glaubt, wenn zum Gebet gerufen wird am Freitag, dann eilt zu Allahs Gedenken und lasst das Kaufgeschäft. Das ist besser für euch, wenn ihr wisst. Wenn das Gebet beendet ist, dann breitet euch im Land aus und trachtet nach etwas von Allahs Huld. Und gedenkt Allahs viel, auf dass es euch wohl ergehen möge! Und wenn sie einen Handel oder eine Zerstreuung sehen, laufen sie dorthin auseinander und lassen dich stehen. Sag: Was bei Allah ist, ist besser als Zerstreuung und als Handel. Und Allah ist der beste Versorger. (62:9-11)

In einem durch den Prophetengefährten Abu Huraira (radi allahu anhu) überlieferten Hadith heißt es sinngemäß:

Der Freitag ist der beste Tag auf Erden, über den die Sonne je schien. An diesem Tag wurde unser Vater Adam erschaffen und an diesem Tag trat er ins Paradies ein und an dem Tag wurde er vorläufig aus dem Paradies verbannt.

Adam (alayhi salam) als Stellvetreter aller Menschen wurde im Rahmen seiner vorläufigen Verbannung aus dem Paradies an einem Freitag auf die Erde herabgesandt, um diese Welt friedlich zu bevölkern und rechtschaffene Werke zu verrichten.

In einem weiteren Hadith über den Freitag heißt es sinngemäß:

Wer die fünf Gebete, und zwischen dem Freitag und dem darauf folgenden, dem Ramadan und dem darauf folgenden Ramadan, ordnungsgemäß verrichtet, dem werden seine Sünden und Verfehlungen vergeben, sofern diese Sünden keine schwerwiegenden waren.

Sich für das Freitagsgebet vorzubereiten, zu reinigen, schön anzuziehen und Duft aufzutragen gehören zu den geliebten Taten bei Allah und seinem Propheten (ﷺ) und die Belohnung im Jenseits ist von kaum fassbarer Größe. Auch sich rechtzeitig vor Gebetsbeginn in die Moschee zu begeben und den ersten freien Platz einzunehmen, ohne andere Gläubige zu stören, gehört ebenfalls zur Wertschätzung dieses besonderen Tages durch jeden von uns und je früher wir in die Moschee an dem Tag kommen, desto größer ist die Belohnung bei Allah (subhanahu  wa ta’ala).

Liebe Geschwister,

da wir nicht wissen, ob unsere Ibada an dem Freitag von Allah (subhanahu  wa ta’ala) angenommen werden oder nicht, sollten wir keine scheinbar noch so kleine gute Tat an diesem Tag vernachlässigen und uns um ihre Verrichtung kümmern und darauf achten aus der gehörten Predigt zu lernen, um unseren Glauben zu stärken.

Möge Allah (subhanahu  wa ta’ala) uns dabei helfen, zum wahren Glauben zu finden, unsere Herzen zu reinigen und uns zu wahrhaftigen Dienern Allahs werden zu lassen. Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Wertschätzung von guten Taten

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.

Liebe Geschwister im Islam,

Thema unserer heutigen Predigt ist die Wertschätzung von guten Taten.

Wir sollten und dürfen die Wirkung und Belohnung für gute Taten und rechtschaffene Werke nie unterschätzen, unabhängig davon wie klein diese uns manchmal erscheinen mögen.

In einem durch den Prophetengefährten Abu Thar überlieferten Hadith heißt es sinngemäß:

Vernachlässige und geringschätze die Belohnung einer guten Tat nie, so dass du diese nicht verrichtest, auch wenn es darum geht, deinem Mitmenschen mit einem Lächeln zu begegnen“

Dieser Hadith verdeutlicht uns die Großartigkeit des Islam. Selbst für ganz normale Taten, die keiner besonderen Mühe oder Aufwand bedürfen, werden wir von Allah (subhanahu wa ta’ala) großzügig belohnt, selbst wenn der Gläubige manchmal dazu neigt, diese Taten als geringfügig und unwichtig zu erachten.

So könnte es diese kleine gute Tat sein, die dich am jüngsten Tag ins Paradies rettet. Gleichwohl darf der Gläubige auch die Strafe und die Auswirkung von vermeintlich kleinen Sünden und schlechten Taten nicht vernachlässigen oder unterschätzen, denn diese kleine Sünde könnte einen ins Höllenfeuer bringen.

So wird über eine Prostituierte aus den Zeiten von Banu Israel berichtet, die eines Tages einen Hund fand, der am verdursten war. Dieser Hund tat ihr Leid und sie zog daraufhin ihren Stiefel aus und gab dem Hund darin Wasser. Für diese Tat wurden ihr bei Allah (subhanahu wa ta’ala) alle ihre Sünden vergeben.

Hingegen wird in einem anderen, durch Ibn Omar überlieferten, Hadith sinngemäß berichtet, dass eine Frau am jüngsten Tag mit dem Höllenfeuer bestraft wird, weil sie eine Katze bei sich eingesperrt hatte, bis die Katze verstarb. Die Frau gab der Katze weder zu Essen, noch zu Trinken, noch ließ sie die Katze hinaus, um sich selbst zu versorgen.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Quran in Surat Al-‘Anbyā’ (in der ungefähren Übersetzung):

21_94

Wer etwas an rechtschaffenen Werken tut und dabei gläubig ist, der wird für sein Bemühen nicht Undank ernten; Wir schreiben es ihm gut.” (21:94)

Liebe Geschwister,

da wir nicht wissen, welche unsere Taten von Allah (subhanahu wa ta’ala) angenommen werden und welche nicht, sollten wir auch jede vermeintlich kleine gute Tat nicht vernachlässigen und uns um ihre Verrichtung kümmern.

Ein Beispiel für rechtschaffende Taten finden wir in Zubeida, der Frau des Kalifen Harun Al Raschid. Als sie die Pilgerfahrt in Mekka verrichtete, bemerkte sie dass die Pilger Trinkwasser über weite Strecken tragen mussten und dies ihre Pilgerfahrt erheblich erschwerte. Daraufhin beschloss sie nach der Hadj in Mekka zu bleiben und sich um die Trinkwasserversorgung der Pilger zu kümmern. Noch bis zum heutigen Tage – 11 hundert Jahre später – trinken die Pilger aus den selben Trinkwassereinrichtungen, die Zubeida einst etablierte.

Besonders nachhaltige gute Taten sind bei Allah (subhanahu wa ta’ala) sehr beliebt und sichern den Tätern das Wohlwollen Allahs, (in schā’a llāh).

Aber auch gute Taten, welche klein anfangen und mit der Zeit zu etwas größerem heranwachsen, wie bei einem Butterfly Effect, sind besonders segensreich.

Im Leben unseres geliebten Propheten Muhammad (ﷺ) finden sich zahlreiche Beispiele von einfachen Handlungen, die jedoch die Aufmerksamkeit und die Herzen der Menschen eroberten und sie auf den geraden Weg des Glaubens brachten.

Aber auch in unserer Zeit finden sich schöne Beispiele dafür, wie es vor einigen Jahren in den USA geschah. Dort betrat ein Dieb ein Geschäft und wollte den Eigentümer bestehlen. Doch der Besitzer war vorbereitet und konnte den Dieb überwältigen und festhalten. Der Besitzer fragte den Dieb, warum er stahl und Überfälle verübt, der Dieb antwortete, dass er Geld brauchte, um für seine Kinder Essen kaufen zu können. Der Ladenbesitzer gab ihm daraufhin 50 Dollar und Brot für seine Kinder. Der Dieb wunderte sich über dieses Verhalten. Anstatt ihn zu schlagen, einzusperren und die Polizei zu rufen, hat dieser Mann ihm sogar geholfen. In dem Gespräch mit dem Ladeninhaber erfuhr der Dieb, dass der Besitzer Muslim ist, und sagte daraufhin, dass er auch Muslim werden wolle. Nach 6 Monaten schickte der ehemalige Dieb einen Brief an dem Ladenbesitzer, bedankte sich bei ihm, gab ihm seine 50 Dollar zurück und teilte ihm mit, dass er nun einer anständigen Arbeit nachgehe und sein Geld halal verdient. Dieses Ereignis und das Verhalten des gläubigen Ladenbesitzers sind bei Allah (subhanahu wa ta’ala) mehr wert als 1000 Predigten, denn solche Taten hinterlassen ihre positiven Spuren in unserem Leben und tragen zu einer friedlichen und anständigen Gesellschaft bei, wozu wir Muslime immer verpflichtet sind.

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) uns dabei helfen zum wahren Glauben zu finden, unsere Herzen zu reinigen und uns zum wahren Diener Allahs zu machen,

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Der Tod und die Beerdigung des Propheten (ﷺ)

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und freigiebig gegenüber den Verwandten zu sein; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt beschäftigen wir uns mit dem Tod und der Beerdigung des Propheten (ﷺ).

Nach der letzten Pilgerfahrt (Hiddschat al-wadā – حجة الوداعwurde, bevor der Prophet (ﷺ) verstarb, im edlen Qur’an folgender Vers in Surat Al-Mā’idah herab gesandt. So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala):

auszug_5-3

Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden.[vgl. 5:3]

Als Abu Bakr (radi allahu anhu) diesen Vers hörte überkamen ihn die Tränen und er fing an zu weinen. Die Gefährten fragten ihn daraufhin, warum er denn weint. Abu Bakr antwortete, dass dieser Vers den Propheten (ﷺ) verabschiedet. Und so war es auch. Gerade mal 9 Tage trennten die Herabsendung des letzten Verses des edlen Qur’an vom Todestag unseres geliebten Propheten (ﷺ).

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt dazu in Surat Al-Baqarah (in der ungefähren Übersetzung):

2_281

Und hütet euch vor einem Tag, an dem ihr zu Allah zurückgebracht werdet. Dann wird jeder Seele in vollem Maß zukommen, was sie verdient hat, und es wird ihnen kein Unrecht zugefügt. [2:281]

In seinen letzten Tagen hatte unser Prophet (ﷺ) starke Schmerzen und er verlangte die Märtyrer von Uhud zu besuchen. Als er (ﷺ) an den Gräbern stand sagte er sinngemäß:

Assalamu Aleikum ihr Märtyrer von Uhud. Ihr seid die Vorreiter und wir werden euch (in den Tod) folgen. Ich werde euch folgen.

Auf dem Heimweg weinte der Prophet (ﷺ) und die Sahabis, die ihn begleiteten fragten ihn, warum. Daraufhin antwortete Muhammad (ﷺ):

Ich habe meine Brüder vermisst.

Die Gefährten waren verwundert und fragten: Sind wir etwa nicht deine Brüder Gesandter Allahs?

Muhammad (ﷺ) erwiderte:

Nein, ihr seid meine Gefährten, meine Brüder sind Gläubige, die nach mir kommen und an mich glauben, ohne mich vorher gesehen zu haben.

Als es dann nur noch drei Tage bis zu seinem Tod waren, wurden die Schmerzen noch stärker. Er war zu dieser Zeit im Haus seiner Frau Maimuna (radiallahu anha) und bat seine Frauen zusammenzukommen und um Erlaubnis bei seiner Frau Aisha (radiallahu anha) medizinisch betreut zu werden. Die Frauen stimmten seiner Bitte zu.

Ali und Al Fadl Ibn Al Abbas (möge Allah zufrieden mit ihnen sein) haben anschließend den Propheten (ﷺ) zum Haus von Aisha, der Mutter der Gläubigen getragen.

Vom ungewohnten Anblick der körperlichen Schwäche des Propheten (ﷺ) sichtlich geschockt und verunsichert, versammelten sich die Muslime in der Moschee, um sich über den Gesundheitszustand des geliebten Propheten (ﷺ) zu erkundigen.

Aisha (radiallahu anha) berichtete, dass der Prophet (ﷺ) stark zu schwitzen begann und stets لا اله إلا الله wiederholte. Es gibt keinen Gott außer Allah!

Während er (ﷺ) im Zimmer von Aisha (radiallahu anha) war, hörte er die Unruhe und Laute aus der angrenzenden Moschee. Also fragte er nach dem Grund und erfuhr von der Sorge der Muslime, um seine Gesundheit. So bat er darum in die Moschee gebracht zu werden, um mit ihnen zu sprechen.

Vor der versammelten Menschenmenge stehend, fragte er:

O Leute, habt ihr Angst um mich?

Die Gläubigen antworteten: “Ja, Gesandter Allahs.”

Muhammed (ﷺ) sagte daraufhin sinngemäß:

Liebe Gläubige, unser Wiedersehen ist nicht im Diesseits, sondern wir sehen uns im Jenseits am Rande des Beckens. Bei Allah, es ist als ob ich es gerade vor meinen Augen sehe. Liebe Gläubige: Ich fürchte um euch nicht die Armut, sondern dieses Leben. Ich habe Angst, dass ihr euch dem Diesseits maßlos hingebt und darin untereinander wetteifert und das Diesseits euch zugrunde gehen lässt, wie es viele andere Völker und Glaubensgemeinschaften vor euch zugrunde gehen ließ

Weiterhin empfahl uns Muhammad (ﷺ) sinngemäß folgende Handlungsweisen:

  • Achtet auf eure Gebete. Achtet auf eure Gebete. Achtet auf eure Gebete. Dies wiederholte er in seiner Rede mehrfach.
  • Fürchtet Allah im Umgang mit euren Frauen! Fürchtet Allah im Umgang mit euren Frauen und tut ihnen Gutes!

Liebe Mitmenschen, Allah (subhanahu wa ta’ala) hat einem Gläubigen die Wahl zwischen dem Diesseits und dem Jenseits überlassen. Und der Gläubige entscheidet sich für das Jenseits.

Diesen Satz hat keiner wirklich verstanden, außer Abu Bakr, der daraufhin in einen tiefen Anfall von Trauer verfiel und sehr laut weinte.

Zum Schluss seiner Rede sprach Muhammad (ﷺ) viele Bittgebete für die Muslime und sagte als letzten Satz:

Liebe Gläubige richtet meinen Gruß an alle, die mir folgen bis zum Jüngsten Tag.

Anschließend wurde der Prophet (ﷺ) zum Haus von Aisha getragen. Aischa (radiallahu anha) hat – nachdem sich der Prophet (ﷺ) den Siwak wünschte – diesen in ihrem Mund für den Propheten (ﷺ) weich gekaut und in seinen Mund getan und sich gefreut, dass sie mit ihm in seinen letzten Augenblicken etwas teilen durfte.

Als Fatima, die Tochter des Propheten rein kam, weinte sie, da er (ﷺ) vor Schmerzen nicht aufstehen konnte, um ihr einen Kuss zwischen den Augen zu geben, wie er (ﷺ) es in der Regel zu tun pflegte.

Der Prophet (ﷺ) bat Fatima, sich ihm zu nähern und flüsterte ihr etwas ins Ohr, woraufhin Fatima weinte, anschließend bat er (ﷺ) sie erneut darum, ihm näher zu kommen und flüsterte ihr ein zweites Mal zu und da freute sich Fatima wieder.

Nach dem Tod des Propheten (ﷺ) wurde Fatima danach gefragt, was ihr gesagt wurde.

Fatima (radiallahu anha) antwortete:

Beim ersten Mal sagte er (ﷺ), dass er heute Nacht sterben werde.

Und beim zweiten Mal sagte er (ﷺ), dass ich die erste aus seiner Familie sein werde, die ihm in den Tod folgen wird.

Als die Stunde des Propheten (ﷺ) gekommen war, bat er die Anwesenden das Zimmer zu verlassen und Aisha (radiallahu anha) sich ihm zu nähern. Er (ﷺ) legte sich in ihren Schoß und hob seinen Zeigefinger hoch und wiederholte:

… doch zu meinem Herrn … doch zu meinem Herrn…

– Da wusste Aischa, dass es dem Propheten (ﷺ) gut geht.

Danach fiel die Hand des Propheten (ﷺ) und sein Kopf wurde in ihrem Schoß schwerer und sie erkannte das Muhammed (ﷺ) verstarb.

Aisha meinte, sie wusste nicht wie ihr geschah und rannte in die Moschee und rief: “Der Gesandte Allahs (ﷺ) ist gestorben. Der Gesandte Allahs (ﷺ) ist gestorben.”

Daraufhin brachen die Menschen in der Moschee weinend zusammen. Ali konnte nicht mehr aufstehen, Othman Ibn Affan lief orientierungslos umher, Omar zog sein Schwert und wollte jeden bestrafen, der behauptet, dass der der Gesandte Allahs (ﷺ) gestorben sei, einzig Abu Bakr bewies Fassung und Standhaftigkeit.

Abu Bakr (radiallahu anhu) betrat den Raum, in dem der Prophet (ﷺ) lag und umarmte ihn und sprach Gutes. Unter anderem sagte er:

Gesandter Allahs: Gesegnet bist du lebendig und gesegnet bist du im Tod.

Anschließend trat er an die Menschen in der Moschee hervor und sagte sinngemäß:

Wer Muhammed (ﷺ) anbetete, dem sei gesagt, dass Muhammad gestorben ist und wer Allah (subhanahu wa ta’ala) anbetet, dem sei gesagt, dass ER allgegenwärtig ist und niemals stirbt.

Liebe Geschwister,

unser Prophet (ﷺ) hat uns auch in der schwierigsten Zeit seines Lebens und bis zu seinem Tod wertvolle Lehren und Weisheit mit auf den Weg gegeben.

Wenn wir diese befolgen würden, kämen wir der Rechtleitung und dem Wohlwollen Allahs näher.

Möge Allah uns rechtleiten und uns dabei unterstützen zu frommen und praktizierenden Gläubigen zu werden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Ehrung der Moschee

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und freigiebig gegenüber den Verwandten zu sein; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Predigt befassen wir uns mit der Ehrung unserer Moscheen.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Qur’an in Surat An-Nūr:

auszug_24_36

….daß sie errichtet werden und daß darin Sein Name genannt wird… vgl. [24:36]

Wir können unsere Moscheen ehren und ihnen ihren richtigen Stellenwert in unserem Leben geben, indem wir folgendes tun:

Wir müssen sie bewahren und mit Leben füllen. Dies können wir erreichen, indem wir regelmäßig in der Moschee beten, Ibadat verrichten und die Moschee zum Zentrum unserer religiösen Praxis machen. Auch sollten wir Geld spenden, um sie aufrecht zu erhalten, zu renovieren und für sie Spenden sammeln, damit ihre Bausubstanz erhalten oder gar erweitert wird, um mehr Platz für die Gläubigen zu finden und die Moschee zu einem zentralen Treffpunkt und zur Kulturstätte aller Muslime werden zu lassen.

In Surat At-Tawbah steht dazu:

9_18

Gewiß, Allahs Gebetsstätten bevölkert nur, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, das Gebet verrichtet, die Abgabe entrichtet und niemanden außer Allah fürchtet. Diese aber werden vielleicht zu den Rechtgeleiteten gehören. [9:18]

Allah (subhanahu wa ta’ala) verspricht für das Beleben und die Aufrechterhaltung unserer Moscheen die größte Belohnung im Dies- und im Jenseits.

Die höchste Strafe hingegen erwartet diejenigen, die daraufhin arbeiten, dass unsere Moscheen verlassen oder gar zerstört werden. Dabei wird die Zerstörung leider moralisch, als auch materiell von diesen Menschen angestrebt.

So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala) über diese Menschen im edlen Qur’an in Surat Al-Baqarah mit folgenden Worten:

2_114

Und wer ist ungerechter, als wer verhindert, daß an Allahs Gebetsstätten Sein Name genannt wird, und sich bemüht, sie zu zerstören? Jene sollen sie nur in Furcht betreten. Für sie gibt es im Diesseits Schande und im Jenseits gewaltige Strafe. [2:114]

Liebe Geschwister,

wir müssen unsere Moscheen schön und sauber halten, sie mit schöner Beleuchtung verzieren, um im übertragenen Sinne zu zeigen, dass sie Orte des Lichtes und der Rechtleitung sind. Auch wir selbst müssen uns passend anziehen, wenn wir zur Moschee wollen. Ein gepflegtes Äußeres und leises Sprechen in der Moschee gehören dazu. Unangenehme Gerüche, wie Zwiebeln oder Knoblauch, haben hier nichts zu suchen, denn dies belästigt und stört andere Gläubige.

Die Reinheit ist ebenfalls besonders wichtig und auf zweierlei Ebenen zu verstehen. So will Allah (subhanahu wa ta’ala) von uns, dass wir in seinen Häusern sowohl körperlich, als auch seelisch rein sind.

Weiterhin sollte unsere Taqwa das moralische Fundament für unsere Moscheen sein. So steht dazu in Surat At-Tawbah:

9_107

9_108

9_109

9_110

Und (es) gibt (auch) diejenigen, die sich eine Gebetsstätte genommen haben in der Absicht der Schädigung und aus Unglauben und zur Spaltung der Gläubigen und zur Beobachtung für denjenigen, der zuvor gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg geführt hat. Sie werden ganz gewiß schwören: “Wir haben nur das Beste gewollt.” Doch Allah bezeugt, daß sie fürwahr Lügner sind. Stell dich niemals in ihr (zum Gebet) hin! Eine Gebetsstätte, die vom ersten Tag an auf die Gottesfurcht gegründet worden ist, hat wahrlich ein größeres Anrecht darauf, daß du dich in ihr hinstellst. In ihr sind Männer, die es lieben, sich zu reinigen. Und Allah liebt die sich Reinigenden. Ist derjenige, der seinen Bau auf Furcht vor Allah und (Sein) Wohlgefallen gegründet hat, besser oder der, der seinen Bau auf den Rand eines abstürzenden Hanges gegründet hat, so daß er mit ihm ins Feuer der Hölle abstürzt? Und Allah leitet das ungerechte Volk nicht recht. Ihr Bau, den sie errichtet haben, wird nicht aufhören, Zweifel (hervorzurufen), bis ihre Herzen in Stücke gerissen sind. Allah ist Allwissend und Allweise. [9:107-110]

In unseren Herzen sollten unsere Moscheen einen besondere Stellung einnehmen, voller Liebe und Anerkennung, sodass wir von ihnen abhängig sind, denn Allah (subhanahu wa ta’ala) hat den Gläubigen mit einer starken Verbindung zur Moschee eine besonderen Stellenwert am Jüngsten Tag gegeben.

Auch ist die Verkündung der Worte Allahs aus sauberer Absicht und mit reinem Gewissen zu erfolgen, fern von jeglichen Parteien oder irgendwelchen Ideologien oder Meinungsverschiedenheiten. In Surat Al-Jinn steht dazu:

72_18

Und die Gebetsstätten gehören doch Allah; so ruft neben Allah niemanden an. [72:18]

Liebe Gläubige:

wir müssen die Anweisungen und Empfehlungen unseres Propheten (ﷺ) beachten und standhaft umsetzen. So können wir einen Zustand des inneren Friedens und einen ausgeglichenen Gemütszustand erlangen.

O Allah steh uns bei und gib uns die Kraft um zu wahren Muslimen zu werden, weiter an uns zu arbeiten und Dein Wohlwollen zu erreichen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Muhammad (ﷺ) als Familienmensch

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und freigiebig gegenüber den Verwandten zu sein; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt beschäftigen wir uns mit den vernachlässigten Umgangsweisen zwischen Ehepartnern. So sind im Laufe der Zeit bestimmte islamische Verhaltensweisen zwischen Verheirateten in Vergessenheit geraten, auf die wir aufmerksam machen wollen.

 

Im edlen Koran in der Sure Al-‘Aĥzāb heißt es:

33_21-2

Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt. [33:21]

Unser Prophet Muhammad (ﷺ) und sein Werdegang sind unser Leitfaden in diesem Leben. Und eben dieser Werdegang wurde von vielen Gelehrten aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert, sei es im Bezug auf die Anfänge in Mekka, als es um Grundsatzfragen des Glaubens ging oder in der späteren Zeit in Medina, in der es oftmals um praktische Dinge des Lebens ging, wie die Politik und die Verteidigung, welche zu diesem Zeitpunkt eine wichtige Rolle im Leben der Gemeinschaft spielten. Jedoch wurden den sozialen und familiären Aspekten nicht in ausreichendem Maße Beachtung geschenkt.

Eine gesunde und intakte Familie ist ein zentrales und tragendes Element jeder erfolgreichen und gesunden Gesellschaft.

Da nun tiefgründige Analysen – aus den eben genannten Gründen – zum Teil fehlen, wollen wir uns das Zuhause unseres Propheten (ﷺ) näher anschauen und aus seinem Familienleben Lehren für die Praxis in unseren Familien ziehen und diese umsetzen.

Seine Frau Aischa, die Mutter der Gläubigen (radi allahu anha) berichtete über den Propheten (ﷺ) als Ehemann, dass wenn er (ﷺ) mit seiner Familie alleine in seinem Haus war, stets sehr nachsichtig, tolerant und äußerst großzügig war.

Auch trug er stets ein Lächeln auf den Lippen. Er war ein wahrer Mann und machte sich auf den Weg zum Gebet, sobald dazu gerufen wurde.

Gleichzeitig war er bescheiden und verhielt sich wie ein ganz normaler Mensch, der seine Schuhe putzte, seine Kleidung nähte, sein Schaf melkte und sich im Dienste seiner Frau und seiner Kinder für die Familie sorgte.

Muhammad (ﷺ) hat noch nie eine Frau oder einen Bediensteten geschlagen oder misshandelt.

Aischa (radi allahu anha) betonte die Menschlichkeit des Propheten (ﷺ). Dies sollte uns klar machen, dass er nach getaner Arbeit daheim nicht als Führer oder Staatsmann wahrgenommen werden wollte, sondern so bescheiden, wie er nunmal war, als ganz normaler Ehemann und Familienvater liebevoll mit seiner Familie umging, um Glück und Zufriedenheit in seinem Zuhause zu verbreiten und den Islam in seinem wahren Wesen vorzuleben.

Wer sich mit den Einzelheiten des Hauses unseres Propheten (ﷺ) beschäftigt, der weiß dass es nicht besonders groß war und die eng beinander liegenden Räume sehr klein waren. Da sollte man meinen, dass Aischa (radi allahu anha) damit nicht viel Arbeit gehabt hätte und ihr unser Prophet nicht im Haushalt helfen müsste. Doch Muhammad (ﷺ) wollte ein Zeichen setzen und uns zeigen, wie wir unseren Ehepartnern Respekt, Liebe und Geborgenheit geben können.

Nicht umsonst sagt Allah (subhanahu wa ta’ala) im folgenden Vers:

30_21

Und es gehört zu Seinen Zeichen, daß Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken. [30:21]

Es ist zu beachten, dass es hierbei sprachlich heißt “damit ihr Ruhe BEI ihnen findet” und nicht “damit ihr Ruhe MIT ihnen findet”, denn es geht im Islam um eine echte und gleichberechtigte Partnerschaft, in der sich die Ehepartner gegenseitig respektieren und unterstützen und immer für einander da sind.

Wir sollten uns weiterhin besonders zu Herzen nehmen, dass er stets ein Lächeln auf den Lippen trug, denn vielen fällt es schwer das Gleichgewicht zu wahren zwischen den Sorgen des Alltags und dem Frieden innerhalb der Familie in den eigenen vier Wänden. So sind sie im Umgang mit anderen auf der Arbeit oder in der Moschee und der Öffentlichkeit  sehr nett, zuvorkommend, höflich und immer freundlich. Daheim jedoch, begegnen sie ihren Ehepartnern nur mit schlechter Laune und ernster Miene, als ob sie den ganzen Stress des Tages für Zuhause aufgehoben hätten.

Liebe Geschwister! Der Beste unter euch, ist der Beste zu seiner eigenen Familie!

Unser Prophet (ﷺ) hat mit seinem Benehmen und seinem Lächeln sein kleines und bescheidenes Zuhause zu einem Teil des Paradieses gewandelt und ihr könntet dasselbe in euren eigenen Vierwänden erreichen. Ihr müsst dazu lediglich dem Vorbild unseres Propheten Muhammad (ﷺ) folgen.

Lächelt den eigenen Ehepartner an und strahlt Glück und Zufriedenheit in der ganzen Familie aus. Dies ist eine Sadaqa für die wir von Allah (subhanahu wa ta’ala) belohnt werden.

Abschließend einige kompakte Tipps basierend auf dem Familienleben unseres Propheten (ﷺ) für eine gefestigte Ehe, eine gestärkte Familie und ein glückliches Zuhause:

  • Esst und trinkt regelmäßig gemeinsam an einem Ort im Haus.
  • Unternehmt regelmäßige Spaziergänge mit dem Ehepartner (zum Beispiel abends nach getaner Arbeit). So hat dies auch unser Prophet (ﷺ) regelmäßig nachts mit seiner Frau vorgelebt und sich dabei mit ihr unterhalten und ausgetauscht.
  • Unterstützt euch gegenseitig im Haushalt, wie es unser Vorbild Muhammad (ﷺ) für Aischa getan hat.
  • Lobt oft eure Ehefrau und gebt ihr Komplimente, damit die Beziehung gestärkt wird.
  • Offenbart und zeigt eure Liebe zueinander.
  • Das gegenseitige Füttern ist ebenfalls eine liebevolle Geste, um eine enge Beziehung zueinander zu untermauern. Dies wird auch in einem Hadith überliefert.
  • Unternehmt gemeinsame Aktivitäten, wie zum Beispiel Sport miteinander. So lief unser Prophet (ﷺ) mit seiner Frau Aischa oft um die Wette.

Liebe Geschwister,

unser Prophet (ﷺ) hat uns aufgefordert, gütig zu unseren Frauen zu sein, und unseren Frauen nahe gelegt, uns nicht zu überfordern und nachsichtig mit uns zu sein.

Und als Ehepartner sollen wir gemeinsam für einander dar sein, Schwierigkeiten gemeinsam meistern und mit Geduld, Nachsicht und Respekt im Umgang miteinander die Basis für eine funktionierende und gesunde Beziehung legen.

Möge Allah uns rechtleiten und uns dabei unterstützen zu guten Ehepartner zu werden und uns glückliche und gesunde Familien schenken!

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Eigenschaften und Tugenden frommer Gläubiger

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und den Verwandten zu geben, und Er verbietet abscheuliche, rechtswidrige und unwürdige Taten. Er ermahnt euch, auf dass ihr nachdenken möget.“ [16:90]. [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt beschäftigen wir uns mit den Eigenschaften und Tugenden frommer Gläubiger und damit welchen Weg wir beschreiten müssen, um diese auszuleben.

Im edlen Koran steht dazu in Surat ‘Āli `Imrān  (in ungefährer Übersetzung):

Und beeilt euch um Vergebung von eurem Herrn und (um) einen (Paradies)garten, dessen Breite (wie) die Himmel und die Erde ist. Er ist für die Gottesfürchtigen bereitet, die in Freude und Leid ausgeben und ihren Grimm zurückhalten und den Menschen verzeihen. Und Allah liebt die Gutes Tuenden und diejenigen, die, wenn sie eine Abscheulichkeit begangen oder sich selbst Unrecht zugefügt haben, Allahs gedenken und dann für ihre Sünden um Vergebung bitten – und wer sollte die Sünden vergeben außer Allah? – und (die) nicht auf dem beharren, was sie getan haben, wo sie doch wissen. Der Lohn jener ist Vergebung von ihrem Herrn und Gärten, durcheilt von Bächen, ewig darin zu bleiben. Und wie trefflich ist der Lohn derjenigen, die (gut) handeln! [3:133-136]

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So wird über einen Gläubigen berichtet, der stets ausgiebig weinte, wenn er diese Verse rezitierte. Als er daraufhin gefragt wurde, warum er denn weint, wo doch Allah (subhanahu wa ta’ala) in diesen Versen das Paradies beschreibt und es keinen Grund gäbe traurig zu sein, da antwortete er mit damit, dass ihm das alles ja nichts nutzen würde, wenn er keinen Platz im Paradies erhalten würde.

Darum lasst uns alles daran setzen, mit Allahs Gnade und Barmherzigkeit, unseren Platz im Paradies zu verdienen, in dem wir die darin angesprochenen Eigenschaften und Tugenden der frommen Gläubigen verinnerlichen und in die Praxis umsetzen.

So sind sie großzügig und spenden sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten und sind stets hilfsbereit.

Voller Nachsicht und Geduld im Umgang mit anderen halten sie sich sich zurück, selbst wenn sie verärgert sind und ungerecht behandelt werden.

Auch reagieren sie nicht nachtragend, sondern sind im Gegenteil gütig, vergebend und verzeihend. Sich in dieser Form zu verhalten, fällt den Menschen oftmals sehr schwer, aber umso höher ist die Belohnung am jüngsten Tag dafür bei Allah (subhanahu wa ta’ala). So steht dazu in Surat Ash-Shūraá in ungefährer Übersetzung:

Die Vergeltung für eine böse Tat ist etwas gleich Böses. Wer aber verzeiht und Besserung bringt, dessen Lohn obliegt Allah. Er liebt ja nicht die Ungerechten. [42:40]

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Und in einen durch Ibn Abbas (radiallahu anhu) überlieferten Hadith heißt es sinngemäß, dass am jüngsten Tag ein Engel rufen wird:

Wo sind die Vergebenden und Verzeihenden? Kommt zu eurem Schöpfer und nehmt eure Belohnung entgegen!

Und das Recht eines jeden Muslims, wenn er vergebend ist, ist das Paradies.

Gütig zu sein, bedeutet Böses mit Gutem zu beantworten.“

Unser Prophet (ﷺ) ist in diesem Zusammenhang unser Vorbild, denn obwohl die Ungläubigen ihn und seine Gefährten jahrelang bekämpften und allen Formen des Unrechts aussetzten, verzieh und vergab er (ﷺ) ihnen am Tag der Befreiung von Mekka.

Weiterhin gehört es zu den erstrebenswerten Tugenden, sobald man einen Fehler oder eine Sünde begangen hat, reumütig zu sein und Allah (subhanahu wa ta’ala) vom ganzen Herzen und mit Nachdruck um Vergebung zu bitten. So merkt ein frommer Gläubiger sehr schnell, wenn er vom geraden Weg des Glaubens abgekommen ist und erträgt es nicht Allah (subhanahu wa ta’ala) zu verärgern und mit der Sünde fortzufahren.

Allah (subhanahu wa ta’ala) belohnt die zeitnahe Reue und Bitte um Vergebung in Seiner Gnade und Barmherzigkeit mit dem Paradies.

Wie können wir die angesprochenen Eigenschaften und Tugenden nun in die Praxis umsetzen?

Wir müssen gegenüber unseren Mitmenschen gnädig und vergebend sein, denn wie können wir Vergebung durch Allah (subhanahu wa ta’ala) erwarten, wenn wir selbst anderen nicht vergeben?

Auch müssen wir unseren Worten Taten folgen lassen. So genügt es nicht Allah mit der Zunge um Vergebung und Gnade zu bitten, wenn wir die Reue und unsere Bitte nicht mit Taten untermauern. Erst durch Taten zeigen wir, dass wir es ernst meinen und unsere Bittgebete nicht nur leere Worte sind.

Möge Allah uns rechtleiten und uns dabei unterstützen zu frommen und praktizierenden Gläubigen zu werden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Unser Prophet (ﷺ) als Flüchtling

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet gerecht und gütig zu sein und den Verwandten zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget. [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

das Thema unserer heutigen Freitagspredigt ist die Lebensgeschichte unseres Propheten (ﷺ) als Flüchtling in einem fremden Land.

Heutzutage sind wir mehr, denn je darauf angewiesen seine Biographie kennenzulernen und seinem zu Vorbild folgen, um wieder auf den geraden Weg des Glaubens zurückzukehren und das Wohlwollen Allahs (subhanahu wa ta’ala) wieder zu erlangen.

So heißt es im edlen Quran in der Sure Al-Ahzab (in der ungefähren deutschen Übersetzung):

Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt.

Und in der Sure Al- Imran heißt es weiterhin in ungefährer Übersetzung:

Sag: Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allah und vergibt euch eure Sünden. Allah ist Allvergebend und Barmherzig.

Liebe Geschwister im Islam,

lasst uns heute darauf eingehen, wie sich unser aller Vorbild als Flüchtling verhielt und welche islamischen Regeln er uns vorlebte.

Dies ist insbesondere im Hinblick auf die negativen Schlagzeilen, wie z.B. zu Silvester in Köln, aber auch an anderen Orten in Deutschland wichtig. Unabhängig davon, ob vieles durch die Presse hochgepusht wird. Dieses Thema ist sehr wichtig und betrifft uns alle.

So sind wohl auch die meisten von uns ursprünglich Flüchtlinge und Gäste in diesem Land. Selbst diejenigen mit einer deutschen Staatsbürgerschaft.

Unser Prophet (ﷺ) hat während seiner Hijra, also seiner Auswanderung von Mekka nach Medina sechs Regeln im Umgang mit den Gastgebern (Al Ansar) und den Pflichten der Auswanderer (Al Muhajerien)  aufgestellt, auf die wir nun weiter eingehen.

1. Die Gastgeber dürfen nicht ausgenutzt werden!

Dies wurde deutlich durch das Verhalten unseres Propheten (ﷺ) als er die ersten Tage nach Medina kam und als Gast in dem bescheidenen Haus vom Sahabi Abu Ayoub auf Seiten der Gastgeber unterkam. Abu Ayoub wollte das der Prophet (ﷺ) im oberen Stockwerk unterkommt und dass er und seine Frau im Erdgeschoß verbleiben. Doch der Prophet (ﷺ) bestand darauf im Erdgeschoß zu bleiben, um Abu Ayoub und seine Frau im eigenen Haus nicht unnötig mehr zu belasten und sie nicht einzuengen.

Auch als der Sahabi ʿAbd ar-Rahmān ibn ʿAuf  von seinem Gastgeber alles angeboten bekam, um es mit ihm zu teilen, lehnte dieser ab und bat seinen Gastgeber darum, ihm den Markt zu zeigen, damit er dort selber Handel betreiben und eigenes Geld verdienen kann.

2. Gesetze und Vereinbarungen im Gastgeberland müssen respektiert und eingehalten werden!

Als der Prophet (ﷺ) in Medina ankam, hat er alle bestehenden Verträge und Vereinbarungen zum Beispiel zwischen den Juden und den Arabern respektiert und diese weiterhin für gültig erklärt und in der islamischen Satzung festverankert, dass bestehende Vereinbarungen und Versprechen einzuhalten sind.

So steht dazu im edlen Quran folgende Vorgabe in Sure Al Maida in ungefährer Übersetzung:

O die ihr glaubt, haltet die Abmachungen!

3. Gebräuche und Sitten im Gastgeberland sind zu respektieren!

So war es üblich, dass die Bewohner von Medina die Stammesoberhäupter der zwei größten Gruppen in Medina stets um deren Meinung gefragt haben. So tat dies auch unser Prophet  Muhammad (ﷺ) als er dort angekommen war.

4. Die neue Heimat ist zu beschützen und es gilt sich um das Wohlwollen der darin lebenden Menschen zu kümmern!

So hat der Prophet Muhammad (ﷺ) stets die Bewohner von Medina um Rat und Erlaubnis gebeten, wenn es notwendig war, in den Kampf zu ziehen, um die Muslime zu verteidigen. Denn sie waren die Einheimischen und damit in seinen Augen die Hausherren. So war er sehr auf ihre Zustimmung bedacht und holte sich diese stets ein, obwohl er dies nicht musste.

Auch die Muslime, die früher bei dem Oberhaupt der Christen in Äthiopien vor den Ungläubigen Zuflucht gefunden hatten, haben Bittgebete für ihn und sein Volk ausgesprochen und Allah (subhanahu wa ta’ala) um Schutz und Sieg für sie gegenüber ihren Feinde gebeten, obwohl die keine Muslime waren.

5. Dankbarkeit und 6. Anerkennung für den Schutz und die geleistete Unterstützung durch die Bewohner des Gastgeberlandes!

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Quran in Sure Al Maida (in der ungefähren Übersetzung):

O die ihr glaubt, seid Wahrer (der Sache) Allahs als Zeugen für die Gerechtigkeit. Und der Hass, den ihr gegen (bestimmte) Leute hegt, soll euch ja nicht dazu bringen, dass ihr nicht gerecht handelt. Handelt gerecht. Das kommt der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah. Gewiss, Allah ist kundig dessen, was ihr tut.

Auch die zahlreichen Ansprachen unseres Propheten (ﷺ) an die Gastgeber in Medina belegen eindrucksvoll seine Anerkennung für sie und zeigt uns, wie wir mit der Situation als Flüchtling in einem fremden Land islamisch umzugehen haben.

Er hat uns auch vorgelebt, wie wir aus der vermeintlichen Niederlage und Flucht, durch die Wahrung unserer islamischen Werte im Gastgeberland diese Situation in Sieg, Erfolg und zum Wohle aller verändern können, sodass wir als Gäste in diesem Land auch als eine Bereicherung angesehen werden und den Islam in seiner wahren Größe und Barmherzigkeit anderen vorleben dürfen und können.

Möge Allah uns rechtleiten und uns als Gäste auf dieser Welt und in diesem Land ein Vorbild für andere sein lassen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Liebe und das Wohlwollen Allahs

 ﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet gerecht und gütig zu sein und den Verwandten zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.” [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

das Thema unserer heutigen Freitagspredigt ist die Erlangung der Liebe und des Wohlwollen Allahs.

In einem durch Abu Huraira (radi allahu anhu) überlieferten Hadith des Propheten (ﷺ) heißt es sinngemäß, dass Allah (subhanahu wa ta’ala) folgendes über Sich berichtet:

Wer einen Gläubigen anfeindet, dessen Feind bin auch ICH. Es gibt nichts Besseres, um MIR näher zu kommen, als das zu tun, was ICH euch befohlen habe. Und wenn ein Gläubiger stets darum bemüht ist, darüber hinaus mehr freiwillige Ibadat zu verrichten und Gutes zu tun, den werde ICH lieben, und wen ICH liebe, dessen Sinnesorgane werde ICH sein und wenn er MICH nach etwas fragt und um etwas bittet, dem werde ICH es geben. Und wenn er MICH um Schutz vor dem Teufel ersucht, so werde ICH ihm Schutz gewähren.“

Dieser Hadith zeigt uns die korrekte Vorgehensweise, um Allahs Liebe und Sein Wohlwollen anzustreben und letztlich auch mit Allahs Erlaubnis zu gewinnen.

Die Kombination aus dem im Herzen getragenen Glauben und dem praktizierten Islam, sowie alles was dazwischen liegt – nämlich Gutes zu tun – bilden das Grundgerüst eines jeden wahren Gläubigen, um durch Bescheidenheit, Ehrlichkeit und Selbstkontrolle den richtigen Weg Allahs zu finden.

Folgende Fragen sollte sich jeder Gläubige stellen:

  1. Wie erlange ich die Liebe und das Wohlwollen Allahs?
  2. Wie kann ich wissen, ob Allah mich liebt?
  3. Wie gehe ich damit um, wenn Allah mich liebt?

Ibn al-Qayyim (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sagte dazu:

Es ist kein Wunder, dass der Gläubige seinem Schöpfer dankt und IHM nahe kommen will,

doch was verwunderlich ist, wenn der Schöpfer – obwohl ER es nicht nötig hat – die Nähe zu Seinen Geschöpfen sucht und sich diese von IHM abwenden.”

Nun lasst uns auf die Beantwortung der Fragen eingehen. Zunächst die Frage des Erhalts der Liebe Allahs.

Wir können die Liebe und das Wohlwollen Allahs erlangen, in dem wir den edlen Qur’an tiefgründig rezitieren und uns mit der Bedeutung der Suren beschäftigen, denn dies sind die Worte unseres Schöpfers. Auch ist das häufige Lesen des Qur’an ein Zeichen der Liebe. Stell Dir einfach vor Du würdest für eine längere Zeit in die Ferne reisen und bekämst Briefe von geliebten Menschen wie z.B. deinen Eltern, deinem Ehepartner oder deinen Kindern. Diese Briefe würdest Du nicht nur einmal lesen, sondern jedesmal, wenn Du Dich einsam fühlst, denn der Mensch sucht in den Zeilen Trost und Rückhalt.

Weiterhin ist die Verrichtung von freiwilligen guten Taten und Ibadat über die Pflicht hinaus ein Weg zur Erreichung der Liebe und des Wohlwollen Allahs. Besonders freiwillige Nachtgebete im letzten Drittel der Nacht, da der Lohn dafür umso größer ist.

Die Sunnah unseres geliebten Propheten Muhammad (ﷺ) ist ebenfalls ein Schlüssel, denn wer ihn liebt und seinem Weg folgt, der liebt auch Allah.

Wichtig ist es auch Allah permanent zu gedenken und ihn zu lobpreisen, denn wenn wir etwas wirklich lieben, dann denken wir auch oft daran. Beispielsweise beschäftigt sich jemand, der fußballbegeistert ist mit allem was damit zu tun hat. Er verfolgt alle Spiele. Er kennt die Namen aller Spieler und die Regeln natürlich auch. Gedenkt Allah liebe Geschwister! Gedenkt Allah!

Wir dürfen aber auch nicht unser soziales Umfeld vergessen und sollten uns darum bemühen uns mit ehrlichen und guten Menschen zu umgeben, denn unsere Freunde beeinflussen uns. So sollten wir Menschen um uns haben, die uns dabei helfen auf dem Weg Allahs zu bleiben.

Wie können wir nun erkennen, ob Allah (subhanahu wa ta’ala) uns liebt?

Ein Zeichen ist, dass ER uns dazu verholfen hat diese Predigt anzuhören und uns darüber zu informieren, wie wir Seine Liebe und Sein Wohlwollen erhalten können. Ein weiteres Zeichen ist, dass man bei vielen Menschen beliebt ist und geliebt wird, auch wenn die Leute selbst nicht wissen warum. Wohlgemerkt kann niemand die Liebe aller Menschen bekommen. Selbst die Propheten erreichten dies nicht. Wichtig ist jedoch, dass man von anständigen und gläubigen Menschen geliebt werden, wenn wir selbst anständig und gutmütig sind und unseren Glauben zum Wohle der gesamten Menschheit einsetzen.

Wie gehe ich nun damit um, wenn Allah (subhanahu wa ta’ala) mich liebt?

In diesem Fall ist es nur selbstverständlich, dass wir bevorzugt machen was ER liebt und unsere eigenen Vorlieben zurückstellen.

Anders gesagt, befolgen wir Allahs Gebote und meiden Seine Verbote. Wir verrichten unsere Gebete und praktizieren unseren Glauben, als ob wir Allah direkt vor uns sehen würden und halten unsere Absichten rein. Wir bemühen uns stets Bittgebete zu sprechen und lobpreisen Ihn, denn Allah (subhanahu wa ta’ala) liebt es, wenn Seine Geschöpfe Ihn bitten und Ihn um Schutz ersuchen.

O Allah – schenke uns DEINE Liebe und das Gute im Diesseits und im Jenseits – und schütze uns vor dem Höllenfeuer und Deiner Ungnade.

Gepriesen sei unser Herr – und gesegnet sei unser Prophet (ﷺ).  Und das letzte unserer Bittgebete sei der Dank und die Lobpreisung Allahs.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Vorbild und Vorreiter in guten Taten

 ﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet gerecht und gütig zu sein und den Verwandten zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.” [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

das Thema unserer heutigen Khutba ist unsere Vorreiterrolle und Vorbildfunktion in der Verrichtung der guten Taten.

 

In einem durch Abu Huraira (radi allahu anhu) überlieferten Hadith heißt es sinngemäß:

Seid Vorreiter im Verrichten von guten Taten, denn es wird eine Zeit kommen,

in der Sünde, Versuchung und Unrecht überall zu finden sein werden.

So wacht einer von euch als Muslim auf und wenn es abends ist,

wird er wegen lauter Versuchungen und Sünde kein Muslim mehr sein.

Und viele von euch würden ihren Glauben

für wertlose materielle Dinge aus diesem Leben aufgeben.“

Unser Prophet (ﷺ) forderte uns in einem weiteren Hadith in ungefährer Übersetzung auf:

  • zu spenden, bevor wir arm werden
  • gute Taten zu verrichten, bevor uns Reichtum und Wohlstand davon ablenkt und uns Irre leitet
  • Gutes zu tun, bevor wir krank werden und danach nicht mehr in der Lage sein würden oder gar sterben und die Gelegenheit versäumen das Beste aus unserem Leben gemacht zu haben.

Oder warten wir etwa auf Yaum al-Qiyama?

An diesem Tag ist es bereits zu spät und uns werden keine guten Taten mehr angerechnet!

Die Aufforderung unseres geliebten Propheten (ﷺ)

  • uns am Qur’an und der Sunnah zu orientieren,
  • die Initiative zu ergreifen und Gutes zu tun bevor etwas dazwischen kommt und wir nicht mehr in der Lage dazu sind
  • ist die Lösung für uns Muslime wie wir heutzutage mit den vielen Herausforderungen unserer Zeit umgehen sollten.

Denn nur mit starkem Glauben und guten Taten werden wir das rettende Ufer erreichen!

Der Glaube wird mit guten Taten bestärkt und von Sünden geschwächt. Diese Regel sollte sich jeder Gläubige einprägen.

Möge Allah uns rechtleiten und uns zum Vorreiter für gute Taten und zum Botschafter für Frieden und Wohlstand auf dieser Welt und in diesem Land machen. Amin!

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Betrachtungsweise des Prophetengefährten Khudayfa Ibn Al Yaman (radi allahu anhu)

 ﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet Gerechtigkeit, gütig zu sein und den Verwandten zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf daß ihr bedenken möget.” [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

im Laufe unseres Lebens unterliegen wir vielen Herausforderungen, die wir teils positiv und teils negativ wahrnehmen. Tatsächlich will unser Schöpfer uns damit prüfen.

Anhand eines Gesprächs zwischen dem Prophetengefährten Khudayfa (radi allahu anhu) und unserem Propheten Muhammad (ﷺ) wird dies deutlich.

So fragten viele der Gläubige unseren Propheten Muhammad (ﷺ) nach den guten Taten um diese ebenfalls zu begehen. Khudayfa Ibn Al Yaman (radi allahu anhu) hingegen informierte sich über die schlechten Taten und das Verwerfliche, um diese zu vermeiden. Er war ein Sahabi, der sich äußerst kritisch mit allen Fragen des Glaubens auseinander setzte.

Als Beispiel fragte Khudayfa (radi allahu anhu):

Oh Gesandter Allahs, wir haben vor deiner Botschaft in Unglaube und Dunkelheit gelebt, nun bist du mit dem Islam gekommen, gibt es denn danach noch Schlechtes?“

Muhammad (ﷺ) bestätigte dies. Daraufhin fragte Khudayfa (radi allahu anhu), ob es danach Gutes gibt. Unser Prophet (ﷺ) erläuterte dies in dem er sagte:

Ja, aber dieses Gute ist dadurch getrübt, dass die Menschen meine Sunna nicht vollkommen befolgen.“

Khudayfa (radi allahu anhu) fragte wiederum, ob es danach Schlechtes geben wird. Unser Prophet (ﷺ) bestätigte dies ebenfalls und verwies auf diejenigen, die die Menschen in die Tore des Höllenfeuers einladen. Wer ihnen folgt, der würde dort hineingeworfen.

Khudayfa (radi allahu anhu) hakte nach und fragte, was er denn tun soll, wenn dies zu seinen Lebzeiten geschieht.

Muhammad (ﷺ) antwortete:

Folge der muslimischen Gemeinschaft und deren Imam.“

Khudayfa (radi allahu anhu) wendete fragend ein, was er denn tun solle, wenn die Muslime aber keine Gemeinschaft und keinen Imam haben sollten. Die Antwort unseres Propheten Muhammad (ﷺ) war:

Dann verlasse alle diese Gruppen und übe dich in Geduld, bis deine Stunde kommt oder Allah (subhanahu wa ta’ala) dir einen Ausweg zeigt.“

Khudayfa (radi allahu anhu) teilte weiterhin die Menschen in verschiedene Gruppen ein.

Zum Einen in die Menschen die zwar physisch leben, aber man als tot betrachten kann, da sie keinen Glauben in sich tragen und zum Anderen die Menschen, die wahrlich leben, weil sie den Glauben im Herzen tragen und zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht haben.

Auch unterteilte er die Menschen in vier Gruppen, die unterschiedlich reagieren, wenn sie Unrecht sehen.

  • Die erste Gruppe sieht das Unrecht, lehnt es im Herzen ab und versucht es mit ihren Worten und Taten zu ändern. Dies sind die wahrlich Gottesfürchtigsten und die wahren Gläubigen bei Allah (subhanahu wa ta’ala).
  • Die zweite Gruppe sieht das Unrecht, lehnt es ebenfalls im Herzen ab und versucht es aber nur mit Worten zu ändern. Sie bleiben tatenlos. Diese Menschen haben einen Teil der Wahrheit verlassen.
  • Die dritte Gruppe sieht das Unrecht und lehnt es lediglich im Herzen ab. Sie reagieren weder mit Worten noch mit Taten. Diese Menschen haben zwei Teile der Wahrheit verlassen.
  • Die vierte Gruppe sieht das Unrecht und lehnt es noch nicht einmal im Herzen ab. Geschweige denn reagieren sie mit Worten oder Taten. Diese Menschen sind wahrlich wie Tote unter den Lebenden.

Eine weitere interessante Unterteilung durch Khudayfa (radi allahu anhu) ist die der Herzen. Er unterscheidet vier Typen:

  • Das verschlossene Herz eines Ungläubigen.
  • Das flache Herz eines Heuchlers.
  • Das reine lichterfüllte Herz eines Gläubigen.
  • Das Herz, welches sowohl Glaube als auch Heuchelei in sich trägt. Der Glaube darin stellt sich wie ein Baum dar, welcher sich von sauberem Wasser ernährt. Die Heuchelei hingegen sitzt wie ein Tumor im Herzen, welches sich von Schlechtem ernährt.

Liebe Geschwister,

wir haben es selbst in der Hand zu welcher Gruppe von Menschen wir gehören wollen und mit welchem Herzen wir in diesem Leben unterwegs sein wollen.

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) uns im neuen Jahr dabei helfen, zum wahren Glauben zu finden, unsere Herzen zu reinigen und uns zu wahren Dienern Allahs zu machen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Rechte des Gesandten Allahs (ﷺ)

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Allahs Segen und Frieden seien auf dem Gesandten Allahs (ﷺ).

Das heutige Thema ist unsere Beziehung zu einer großartigen und ausgezeichneten Persönlichkeit, die Allah auserwählt, geehrt und anderen Geschöpfen vorgezogen hat: es ist die Beziehung zum Gesandten Allahs (ﷺ).

Wir erwarten nun den edlen Monat Rabi’ Al-Awwal, in dem unser barmherziger Prophet (ﷺ) geboren wurde. So wollen wir ihm zu Ehren auch den kommenden Tagen verschiedene Sitzungen und Treffen abhalten zu den Themen seiner Geburt, seiner Herkunft und seiner Lebensgeschichte geben.

In der heutigen Predigt geht es dabei um seine Rechte und unsere Pflichten ihm gegenüber.

Wir stellen uns dabei die Frage, wie unsere Beziehung zum Gesandten Allahs (ﷺ) ist und wie sie sein sollte. Auch sollten wir uns bewusst machen, welche Rolle der Prophet (ﷺ) in unserem Leben einnimmt.

1. Der Glaube an ihn (ﷺ):

Der Glaube an den Propheten (ﷺ) gehört zu den sechs Säulen des Glaubens. Und das bedeutet: wer nicht an den Propheten (ﷺ) glaubt, der zählt nicht zu den Muslimen.

2. Der Gehorsam gegenüber ihm (ﷺ):

Weiterhin gehört zum Glauben auch der Gehorsam gegenüber unserem Propheten (ﷺ). Und wer ihm gehorcht, der gehorcht damit auch Allah (subhanahu wa ta’ala). Der Glaube an ihn bedeutet auch ihm zu gehorchen. Und ihm zu gehorchen bedeutet auch Allah zu gehorchen.

4_80

 

Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah, und wer sich abkehrt, -so haben wir dich nicht als Hüter über sie entsandt.” [4:80]

3. Die Einhaltung der Sunna:

Der Prophet (ﷺ) sagte in einem Hadith:

Wer nicht an meiner Sunna festhält, gehört nicht zu mir.”

und Allah (subhanahu wa ta’ala) sagte in Sure Al-Haschr:

…was nun der Gesandter euch gibt, das nehmt, und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch. Und fürchtet Allah…” [59:7]

4. Die Verpflichtung seiner Rechtsprechung zu folgen:

Unser Prophet (ﷺ) richtete nach Allahs Recht und nach nichts anderem und dieser Rechtssprechung ist zu folgen. So steht dazu in Surat An-Nisā’:

4_65

Aber nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht eher, bis sie dich über das richten lassen, was zwischen ihnen umstritten ist, und hierauf in sich selbst keine Bedrängnis finden durch das, was du entschieden hast, und sich in voller Ergebung fügen.” [4:65]

5. Die Liebe gegenüber ihm (ﷺ) und der Lohn dafür:

Abû Huraira (radi allahu anhu) berichtete, dass der Gesandte Allahs (ﷺ) sagte:

Bei dem, in dessen Hand meine Seele ist! Keiner von euch ist wirklich gläubig, bevor ich ihm nicht lieber bin als sein Vater und sein Sohn und alle Menschen.”

Auch berichtete Anas (radi allahu anhu) von einem Mann, der zum Propheten (ﷺ) kam und ihn fragte, wann die letzte Stunde kommen wird. Der Gesandte Allahs (ﷺ) fragte ihn daraufhin, was er dafür vorbereitet hat. Der Mann entgegnete “Ich habe weder viele Gebete, Fasten oder Wohltätigkeit dafür vorbereitet, aber ich liebe Allah und Seinen Gesandten.” Der Prophet (ﷺ) sagte dem Mann: 

Du wirst mit denen sein, die du liebst.”

In einem weiteren Hadith sagt unser Prophet (ﷺ):

Wer mich liebt, wird mit mir im Garten sein.”

6. Die Ehrerbietung gegenüber dem Propheten (ﷺ) und die Verpflichtung ihn zu respektieren und zu ehren:

So erläutert Allah (subhanahu wa ta’ala) dies in Surat Al-Fatĥ mit folgenden Worten:

48_9

damit ihr an Allah und Seinen Gesandten glaubt, ihm beisteht und ihn hochachtet und (damit ihr) Ihn preist morgens und abends.” [48:9]

7. Die Verpflichtung Segenswünsche und Friedensgrüße auf ihn (ﷺ) zu sprechen:

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt in Surat Al-‘Aĥzāb:

33_56

Gewiß, Allah und Seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. O die ihr glaubt, sprecht den Segen über ihn und grüßt ihn mit gehörigem Gruß.” [33:56]

Der Prophet (ﷺ) sagte:

Die Leute, die mich am meisten verdient haben, sind diejenigen, die am meisten um Segen für mich beten.“

Und er sagte auch:

Wenn jemand mich segnet, dann segnen ihn die Engel, solange er damit fortfährt.“

8. Die Weitergabe seiner Botschaft:

Es genügt nicht an ihn zu glauben und ihn zu lieben. Wir müssen auch von seiner Sunna lernen und den Menschen näher bringen, in dem wir ihnen helfen.

So sprach der Prophet (ﷺ) in sinngemäßer Übersetzung:

Übermittelt ihr von mir, auch wenn es nur ein Vers ist.”

Aber wie sollen wir dies machen? Wir müssen dafür seinen vorbildlichen Charakter gegenüber allen Menschen zeigen, so wie er als Barmherzigkeit nicht nur für die Araber, sondern für alle Menschen, ja sogar für die Jinn, geschickt wurde.

21_107

Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner gesandt.” [21:107]

Er war ein Mensch, der Nachsichtigkeit gegenüber der Wut bevorzugte und stets gerecht zu allen Menschen war. Voller Geduld mit einem edlen Charakter. So beschreibt ihn Allah (subhanahu wa ta’ala) in Surat Al-Qalam wie folgt:

68_4

Und du bist wahrlich von großartiger Wesensart.” [68:4]

Nun liegt es an uns diese Charaktereigenschaften anzunehmen und nach seinem Vorbild zu praktizieren.

33_21

Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt.” [33:21]

9. Die Verteidigung des Propheten (ﷺ):

Die beste Verteidigung, die wir hierzulande umsetzen können, ist die Bekanntmachung seiner Persönlichkeit und seiner Lebensgeschichte. Wir müssen darüber aufklären, wie er war, wie er mit Feinden umging und wir müssen den Menschen verzeihen. So steckt oftmals hinter Problemen eine verborgene Gnade.

Wir dürfen weiterhin nicht vergessen, dass Allah (subhanahu wa ta’ala) selbst seine Religion schützt und seinen Propheten (ﷺ) verteidigt. Wir sollten deswegen keinesfalls gewaltsam reagieren. Im Gegenteil: wir müssen die Menschen mit Weisheit und schöner Ermahnung erreichen und mit ihnen in bester Weise streiten.

– Möge Allah uns segnen und vergeben. Wir bitten Allah, den Erhabenen, uns Liebe zum Propheten (ﷺ) zu geben, ihm zu folgen, seine Sunna einzuhalten und ihn zu verteidigen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.