Freitagspredigt

Die Ehrung der Moschee

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und freigiebig gegenüber den Verwandten zu sein; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Predigt befassen wir uns mit der Ehrung unserer Moscheen.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Qur’an in Surat An-Nūr:

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….daß sie errichtet werden und daß darin Sein Name genannt wird… vgl. [24:36]

Wir können unsere Moscheen ehren und ihnen ihren richtigen Stellenwert in unserem Leben geben, indem wir folgendes tun:

Wir müssen sie bewahren und mit Leben füllen. Dies können wir erreichen, indem wir regelmäßig in der Moschee beten, Ibadat verrichten und die Moschee zum Zentrum unserer religiösen Praxis machen. Auch sollten wir Geld spenden, um sie aufrecht zu erhalten, zu renovieren und für sie Spenden sammeln, damit ihre Bausubstanz erhalten oder gar erweitert wird, um mehr Platz für die Gläubigen zu finden und die Moschee zu einem zentralen Treffpunkt und zur Kulturstätte aller Muslime werden zu lassen.

In Surat At-Tawbah steht dazu:

9_18

Gewiß, Allahs Gebetsstätten bevölkert nur, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, das Gebet verrichtet, die Abgabe entrichtet und niemanden außer Allah fürchtet. Diese aber werden vielleicht zu den Rechtgeleiteten gehören. [9:18]

Allah (subhanahu wa ta’ala) verspricht für das Beleben und die Aufrechterhaltung unserer Moscheen die größte Belohnung im Dies- und im Jenseits.

Die höchste Strafe hingegen erwartet diejenigen, die daraufhin arbeiten, dass unsere Moscheen verlassen oder gar zerstört werden. Dabei wird die Zerstörung leider moralisch, als auch materiell von diesen Menschen angestrebt.

So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala) über diese Menschen im edlen Qur’an in Surat Al-Baqarah mit folgenden Worten:

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Und wer ist ungerechter, als wer verhindert, daß an Allahs Gebetsstätten Sein Name genannt wird, und sich bemüht, sie zu zerstören? Jene sollen sie nur in Furcht betreten. Für sie gibt es im Diesseits Schande und im Jenseits gewaltige Strafe. [2:114]

Liebe Geschwister,

wir müssen unsere Moscheen schön und sauber halten, sie mit schöner Beleuchtung verzieren, um im übertragenen Sinne zu zeigen, dass sie Orte des Lichtes und der Rechtleitung sind. Auch wir selbst müssen uns passend anziehen, wenn wir zur Moschee wollen. Ein gepflegtes Äußeres und leises Sprechen in der Moschee gehören dazu. Unangenehme Gerüche, wie Zwiebeln oder Knoblauch, haben hier nichts zu suchen, denn dies belästigt und stört andere Gläubige.

Die Reinheit ist ebenfalls besonders wichtig und auf zweierlei Ebenen zu verstehen. So will Allah (subhanahu wa ta’ala) von uns, dass wir in seinen Häusern sowohl körperlich, als auch seelisch rein sind.

Weiterhin sollte unsere Taqwa das moralische Fundament für unsere Moscheen sein. So steht dazu in Surat At-Tawbah:

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Und (es) gibt (auch) diejenigen, die sich eine Gebetsstätte genommen haben in der Absicht der Schädigung und aus Unglauben und zur Spaltung der Gläubigen und zur Beobachtung für denjenigen, der zuvor gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg geführt hat. Sie werden ganz gewiß schwören: “Wir haben nur das Beste gewollt.” Doch Allah bezeugt, daß sie fürwahr Lügner sind. Stell dich niemals in ihr (zum Gebet) hin! Eine Gebetsstätte, die vom ersten Tag an auf die Gottesfurcht gegründet worden ist, hat wahrlich ein größeres Anrecht darauf, daß du dich in ihr hinstellst. In ihr sind Männer, die es lieben, sich zu reinigen. Und Allah liebt die sich Reinigenden. Ist derjenige, der seinen Bau auf Furcht vor Allah und (Sein) Wohlgefallen gegründet hat, besser oder der, der seinen Bau auf den Rand eines abstürzenden Hanges gegründet hat, so daß er mit ihm ins Feuer der Hölle abstürzt? Und Allah leitet das ungerechte Volk nicht recht. Ihr Bau, den sie errichtet haben, wird nicht aufhören, Zweifel (hervorzurufen), bis ihre Herzen in Stücke gerissen sind. Allah ist Allwissend und Allweise. [9:107-110]

In unseren Herzen sollten unsere Moscheen einen besondere Stellung einnehmen, voller Liebe und Anerkennung, sodass wir von ihnen abhängig sind, denn Allah (subhanahu wa ta’ala) hat den Gläubigen mit einer starken Verbindung zur Moschee eine besonderen Stellenwert am Jüngsten Tag gegeben.

Auch ist die Verkündung der Worte Allahs aus sauberer Absicht und mit reinem Gewissen zu erfolgen, fern von jeglichen Parteien oder irgendwelchen Ideologien oder Meinungsverschiedenheiten. In Surat Al-Jinn steht dazu:

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Und die Gebetsstätten gehören doch Allah; so ruft neben Allah niemanden an. [72:18]

Liebe Gläubige:

wir müssen die Anweisungen und Empfehlungen unseres Propheten (ﷺ) beachten und standhaft umsetzen. So können wir einen Zustand des inneren Friedens und einen ausgeglichenen Gemütszustand erlangen.

O Allah steh uns bei und gib uns die Kraft um zu wahren Muslimen zu werden, weiter an uns zu arbeiten und Dein Wohlwollen zu erreichen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Muhammad (ﷺ) als Familienmensch

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und freigiebig gegenüber den Verwandten zu sein; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt beschäftigen wir uns mit den vernachlässigten Umgangsweisen zwischen Ehepartnern. So sind im Laufe der Zeit bestimmte islamische Verhaltensweisen zwischen Verheirateten in Vergessenheit geraten, auf die wir aufmerksam machen wollen.

 

Im edlen Koran in der Sure Al-‘Aĥzāb heißt es:

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Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt. [33:21]

Unser Prophet Muhammad (ﷺ) und sein Werdegang sind unser Leitfaden in diesem Leben. Und eben dieser Werdegang wurde von vielen Gelehrten aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert, sei es im Bezug auf die Anfänge in Mekka, als es um Grundsatzfragen des Glaubens ging oder in der späteren Zeit in Medina, in der es oftmals um praktische Dinge des Lebens ging, wie die Politik und die Verteidigung, welche zu diesem Zeitpunkt eine wichtige Rolle im Leben der Gemeinschaft spielten. Jedoch wurden den sozialen und familiären Aspekten nicht in ausreichendem Maße Beachtung geschenkt.

Eine gesunde und intakte Familie ist ein zentrales und tragendes Element jeder erfolgreichen und gesunden Gesellschaft.

Da nun tiefgründige Analysen – aus den eben genannten Gründen – zum Teil fehlen, wollen wir uns das Zuhause unseres Propheten (ﷺ) näher anschauen und aus seinem Familienleben Lehren für die Praxis in unseren Familien ziehen und diese umsetzen.

Seine Frau Aischa, die Mutter der Gläubigen (radi allahu anha) berichtete über den Propheten (ﷺ) als Ehemann, dass wenn er (ﷺ) mit seiner Familie alleine in seinem Haus war, stets sehr nachsichtig, tolerant und äußerst großzügig war.

Auch trug er stets ein Lächeln auf den Lippen. Er war ein wahrer Mann und machte sich auf den Weg zum Gebet, sobald dazu gerufen wurde.

Gleichzeitig war er bescheiden und verhielt sich wie ein ganz normaler Mensch, der seine Schuhe putzte, seine Kleidung nähte, sein Schaf melkte und sich im Dienste seiner Frau und seiner Kinder für die Familie sorgte.

Muhammad (ﷺ) hat noch nie eine Frau oder einen Bediensteten geschlagen oder misshandelt.

Aischa (radi allahu anha) betonte die Menschlichkeit des Propheten (ﷺ). Dies sollte uns klar machen, dass er nach getaner Arbeit daheim nicht als Führer oder Staatsmann wahrgenommen werden wollte, sondern so bescheiden, wie er nunmal war, als ganz normaler Ehemann und Familienvater liebevoll mit seiner Familie umging, um Glück und Zufriedenheit in seinem Zuhause zu verbreiten und den Islam in seinem wahren Wesen vorzuleben.

Wer sich mit den Einzelheiten des Hauses unseres Propheten (ﷺ) beschäftigt, der weiß dass es nicht besonders groß war und die eng beinander liegenden Räume sehr klein waren. Da sollte man meinen, dass Aischa (radi allahu anha) damit nicht viel Arbeit gehabt hätte und ihr unser Prophet nicht im Haushalt helfen müsste. Doch Muhammad (ﷺ) wollte ein Zeichen setzen und uns zeigen, wie wir unseren Ehepartnern Respekt, Liebe und Geborgenheit geben können.

Nicht umsonst sagt Allah (subhanahu wa ta’ala) im folgenden Vers:

30_21

Und es gehört zu Seinen Zeichen, daß Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken. [30:21]

Es ist zu beachten, dass es hierbei sprachlich heißt “damit ihr Ruhe BEI ihnen findet” und nicht “damit ihr Ruhe MIT ihnen findet”, denn es geht im Islam um eine echte und gleichberechtigte Partnerschaft, in der sich die Ehepartner gegenseitig respektieren und unterstützen und immer für einander da sind.

Wir sollten uns weiterhin besonders zu Herzen nehmen, dass er stets ein Lächeln auf den Lippen trug, denn vielen fällt es schwer das Gleichgewicht zu wahren zwischen den Sorgen des Alltags und dem Frieden innerhalb der Familie in den eigenen vier Wänden. So sind sie im Umgang mit anderen auf der Arbeit oder in der Moschee und der Öffentlichkeit  sehr nett, zuvorkommend, höflich und immer freundlich. Daheim jedoch, begegnen sie ihren Ehepartnern nur mit schlechter Laune und ernster Miene, als ob sie den ganzen Stress des Tages für Zuhause aufgehoben hätten.

Liebe Geschwister! Der Beste unter euch, ist der Beste zu seiner eigenen Familie!

Unser Prophet (ﷺ) hat mit seinem Benehmen und seinem Lächeln sein kleines und bescheidenes Zuhause zu einem Teil des Paradieses gewandelt und ihr könntet dasselbe in euren eigenen Vierwänden erreichen. Ihr müsst dazu lediglich dem Vorbild unseres Propheten Muhammad (ﷺ) folgen.

Lächelt den eigenen Ehepartner an und strahlt Glück und Zufriedenheit in der ganzen Familie aus. Dies ist eine Sadaqa für die wir von Allah (subhanahu wa ta’ala) belohnt werden.

Abschließend einige kompakte Tipps basierend auf dem Familienleben unseres Propheten (ﷺ) für eine gefestigte Ehe, eine gestärkte Familie und ein glückliches Zuhause:

  • Esst und trinkt regelmäßig gemeinsam an einem Ort im Haus.
  • Unternehmt regelmäßige Spaziergänge mit dem Ehepartner (zum Beispiel abends nach getaner Arbeit). So hat dies auch unser Prophet (ﷺ) regelmäßig nachts mit seiner Frau vorgelebt und sich dabei mit ihr unterhalten und ausgetauscht.
  • Unterstützt euch gegenseitig im Haushalt, wie es unser Vorbild Muhammad (ﷺ) für Aischa getan hat.
  • Lobt oft eure Ehefrau und gebt ihr Komplimente, damit die Beziehung gestärkt wird.
  • Offenbart und zeigt eure Liebe zueinander.
  • Das gegenseitige Füttern ist ebenfalls eine liebevolle Geste, um eine enge Beziehung zueinander zu untermauern. Dies wird auch in einem Hadith überliefert.
  • Unternehmt gemeinsame Aktivitäten, wie zum Beispiel Sport miteinander. So lief unser Prophet (ﷺ) mit seiner Frau Aischa oft um die Wette.

Liebe Geschwister,

unser Prophet (ﷺ) hat uns aufgefordert, gütig zu unseren Frauen zu sein, und unseren Frauen nahe gelegt, uns nicht zu überfordern und nachsichtig mit uns zu sein.

Und als Ehepartner sollen wir gemeinsam für einander dar sein, Schwierigkeiten gemeinsam meistern und mit Geduld, Nachsicht und Respekt im Umgang miteinander die Basis für eine funktionierende und gesunde Beziehung legen.

Möge Allah uns rechtleiten und uns dabei unterstützen zu guten Ehepartner zu werden und uns glückliche und gesunde Familien schenken!

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Eigenschaften und Tugenden frommer Gläubiger

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und den Verwandten zu geben, und Er verbietet abscheuliche, rechtswidrige und unwürdige Taten. Er ermahnt euch, auf dass ihr nachdenken möget.“ [16:90]. [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt beschäftigen wir uns mit den Eigenschaften und Tugenden frommer Gläubiger und damit welchen Weg wir beschreiten müssen, um diese auszuleben.

Im edlen Koran steht dazu in Surat ‘Āli `Imrān  (in ungefährer Übersetzung):

Und beeilt euch um Vergebung von eurem Herrn und (um) einen (Paradies)garten, dessen Breite (wie) die Himmel und die Erde ist. Er ist für die Gottesfürchtigen bereitet, die in Freude und Leid ausgeben und ihren Grimm zurückhalten und den Menschen verzeihen. Und Allah liebt die Gutes Tuenden und diejenigen, die, wenn sie eine Abscheulichkeit begangen oder sich selbst Unrecht zugefügt haben, Allahs gedenken und dann für ihre Sünden um Vergebung bitten – und wer sollte die Sünden vergeben außer Allah? – und (die) nicht auf dem beharren, was sie getan haben, wo sie doch wissen. Der Lohn jener ist Vergebung von ihrem Herrn und Gärten, durcheilt von Bächen, ewig darin zu bleiben. Und wie trefflich ist der Lohn derjenigen, die (gut) handeln! [3:133-136]

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So wird über einen Gläubigen berichtet, der stets ausgiebig weinte, wenn er diese Verse rezitierte. Als er daraufhin gefragt wurde, warum er denn weint, wo doch Allah (subhanahu wa ta’ala) in diesen Versen das Paradies beschreibt und es keinen Grund gäbe traurig zu sein, da antwortete er mit damit, dass ihm das alles ja nichts nutzen würde, wenn er keinen Platz im Paradies erhalten würde.

Darum lasst uns alles daran setzen, mit Allahs Gnade und Barmherzigkeit, unseren Platz im Paradies zu verdienen, in dem wir die darin angesprochenen Eigenschaften und Tugenden der frommen Gläubigen verinnerlichen und in die Praxis umsetzen.

So sind sie großzügig und spenden sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten und sind stets hilfsbereit.

Voller Nachsicht und Geduld im Umgang mit anderen halten sie sich sich zurück, selbst wenn sie verärgert sind und ungerecht behandelt werden.

Auch reagieren sie nicht nachtragend, sondern sind im Gegenteil gütig, vergebend und verzeihend. Sich in dieser Form zu verhalten, fällt den Menschen oftmals sehr schwer, aber umso höher ist die Belohnung am jüngsten Tag dafür bei Allah (subhanahu wa ta’ala). So steht dazu in Surat Ash-Shūraá in ungefährer Übersetzung:

Die Vergeltung für eine böse Tat ist etwas gleich Böses. Wer aber verzeiht und Besserung bringt, dessen Lohn obliegt Allah. Er liebt ja nicht die Ungerechten. [42:40]

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Und in einen durch Ibn Abbas (radiallahu anhu) überlieferten Hadith heißt es sinngemäß, dass am jüngsten Tag ein Engel rufen wird:

Wo sind die Vergebenden und Verzeihenden? Kommt zu eurem Schöpfer und nehmt eure Belohnung entgegen!

Und das Recht eines jeden Muslims, wenn er vergebend ist, ist das Paradies.

Gütig zu sein, bedeutet Böses mit Gutem zu beantworten.“

Unser Prophet (ﷺ) ist in diesem Zusammenhang unser Vorbild, denn obwohl die Ungläubigen ihn und seine Gefährten jahrelang bekämpften und allen Formen des Unrechts aussetzten, verzieh und vergab er (ﷺ) ihnen am Tag der Befreiung von Mekka.

Weiterhin gehört es zu den erstrebenswerten Tugenden, sobald man einen Fehler oder eine Sünde begangen hat, reumütig zu sein und Allah (subhanahu wa ta’ala) vom ganzen Herzen und mit Nachdruck um Vergebung zu bitten. So merkt ein frommer Gläubiger sehr schnell, wenn er vom geraden Weg des Glaubens abgekommen ist und erträgt es nicht Allah (subhanahu wa ta’ala) zu verärgern und mit der Sünde fortzufahren.

Allah (subhanahu wa ta’ala) belohnt die zeitnahe Reue und Bitte um Vergebung in Seiner Gnade und Barmherzigkeit mit dem Paradies.

Wie können wir die angesprochenen Eigenschaften und Tugenden nun in die Praxis umsetzen?

Wir müssen gegenüber unseren Mitmenschen gnädig und vergebend sein, denn wie können wir Vergebung durch Allah (subhanahu wa ta’ala) erwarten, wenn wir selbst anderen nicht vergeben?

Auch müssen wir unseren Worten Taten folgen lassen. So genügt es nicht Allah mit der Zunge um Vergebung und Gnade zu bitten, wenn wir die Reue und unsere Bitte nicht mit Taten untermauern. Erst durch Taten zeigen wir, dass wir es ernst meinen und unsere Bittgebete nicht nur leere Worte sind.

Möge Allah uns rechtleiten und uns dabei unterstützen zu frommen und praktizierenden Gläubigen zu werden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Unser Prophet (ﷺ) als Flüchtling

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet gerecht und gütig zu sein und den Verwandten zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget. [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

das Thema unserer heutigen Freitagspredigt ist die Lebensgeschichte unseres Propheten (ﷺ) als Flüchtling in einem fremden Land.

Heutzutage sind wir mehr, denn je darauf angewiesen seine Biographie kennenzulernen und seinem zu Vorbild folgen, um wieder auf den geraden Weg des Glaubens zurückzukehren und das Wohlwollen Allahs (subhanahu wa ta’ala) wieder zu erlangen.

So heißt es im edlen Quran in der Sure Al-Ahzab (in der ungefähren deutschen Übersetzung):

Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt.

Und in der Sure Al- Imran heißt es weiterhin in ungefährer Übersetzung:

Sag: Wenn ihr Allah liebt, dann folgt mir. So liebt euch Allah und vergibt euch eure Sünden. Allah ist Allvergebend und Barmherzig.

Liebe Geschwister im Islam,

lasst uns heute darauf eingehen, wie sich unser aller Vorbild als Flüchtling verhielt und welche islamischen Regeln er uns vorlebte.

Dies ist insbesondere im Hinblick auf die negativen Schlagzeilen, wie z.B. zu Silvester in Köln, aber auch an anderen Orten in Deutschland wichtig. Unabhängig davon, ob vieles durch die Presse hochgepusht wird. Dieses Thema ist sehr wichtig und betrifft uns alle.

So sind wohl auch die meisten von uns ursprünglich Flüchtlinge und Gäste in diesem Land. Selbst diejenigen mit einer deutschen Staatsbürgerschaft.

Unser Prophet (ﷺ) hat während seiner Hijra, also seiner Auswanderung von Mekka nach Medina sechs Regeln im Umgang mit den Gastgebern (Al Ansar) und den Pflichten der Auswanderer (Al Muhajerien)  aufgestellt, auf die wir nun weiter eingehen.

1. Die Gastgeber dürfen nicht ausgenutzt werden!

Dies wurde deutlich durch das Verhalten unseres Propheten (ﷺ) als er die ersten Tage nach Medina kam und als Gast in dem bescheidenen Haus vom Sahabi Abu Ayoub auf Seiten der Gastgeber unterkam. Abu Ayoub wollte das der Prophet (ﷺ) im oberen Stockwerk unterkommt und dass er und seine Frau im Erdgeschoß verbleiben. Doch der Prophet (ﷺ) bestand darauf im Erdgeschoß zu bleiben, um Abu Ayoub und seine Frau im eigenen Haus nicht unnötig mehr zu belasten und sie nicht einzuengen.

Auch als der Sahabi ʿAbd ar-Rahmān ibn ʿAuf  von seinem Gastgeber alles angeboten bekam, um es mit ihm zu teilen, lehnte dieser ab und bat seinen Gastgeber darum, ihm den Markt zu zeigen, damit er dort selber Handel betreiben und eigenes Geld verdienen kann.

2. Gesetze und Vereinbarungen im Gastgeberland müssen respektiert und eingehalten werden!

Als der Prophet (ﷺ) in Medina ankam, hat er alle bestehenden Verträge und Vereinbarungen zum Beispiel zwischen den Juden und den Arabern respektiert und diese weiterhin für gültig erklärt und in der islamischen Satzung festverankert, dass bestehende Vereinbarungen und Versprechen einzuhalten sind.

So steht dazu im edlen Quran folgende Vorgabe in Sure Al Maida in ungefährer Übersetzung:

O die ihr glaubt, haltet die Abmachungen!

3. Gebräuche und Sitten im Gastgeberland sind zu respektieren!

So war es üblich, dass die Bewohner von Medina die Stammesoberhäupter der zwei größten Gruppen in Medina stets um deren Meinung gefragt haben. So tat dies auch unser Prophet  Muhammad (ﷺ) als er dort angekommen war.

4. Die neue Heimat ist zu beschützen und es gilt sich um das Wohlwollen der darin lebenden Menschen zu kümmern!

So hat der Prophet Muhammad (ﷺ) stets die Bewohner von Medina um Rat und Erlaubnis gebeten, wenn es notwendig war, in den Kampf zu ziehen, um die Muslime zu verteidigen. Denn sie waren die Einheimischen und damit in seinen Augen die Hausherren. So war er sehr auf ihre Zustimmung bedacht und holte sich diese stets ein, obwohl er dies nicht musste.

Auch die Muslime, die früher bei dem Oberhaupt der Christen in Äthiopien vor den Ungläubigen Zuflucht gefunden hatten, haben Bittgebete für ihn und sein Volk ausgesprochen und Allah (subhanahu wa ta’ala) um Schutz und Sieg für sie gegenüber ihren Feinde gebeten, obwohl die keine Muslime waren.

5. Dankbarkeit und 6. Anerkennung für den Schutz und die geleistete Unterstützung durch die Bewohner des Gastgeberlandes!

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Quran in Sure Al Maida (in der ungefähren Übersetzung):

O die ihr glaubt, seid Wahrer (der Sache) Allahs als Zeugen für die Gerechtigkeit. Und der Hass, den ihr gegen (bestimmte) Leute hegt, soll euch ja nicht dazu bringen, dass ihr nicht gerecht handelt. Handelt gerecht. Das kommt der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah. Gewiss, Allah ist kundig dessen, was ihr tut.

Auch die zahlreichen Ansprachen unseres Propheten (ﷺ) an die Gastgeber in Medina belegen eindrucksvoll seine Anerkennung für sie und zeigt uns, wie wir mit der Situation als Flüchtling in einem fremden Land islamisch umzugehen haben.

Er hat uns auch vorgelebt, wie wir aus der vermeintlichen Niederlage und Flucht, durch die Wahrung unserer islamischen Werte im Gastgeberland diese Situation in Sieg, Erfolg und zum Wohle aller verändern können, sodass wir als Gäste in diesem Land auch als eine Bereicherung angesehen werden und den Islam in seiner wahren Größe und Barmherzigkeit anderen vorleben dürfen und können.

Möge Allah uns rechtleiten und uns als Gäste auf dieser Welt und in diesem Land ein Vorbild für andere sein lassen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Liebe und das Wohlwollen Allahs

 ﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet gerecht und gütig zu sein und den Verwandten zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.” [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

das Thema unserer heutigen Freitagspredigt ist die Erlangung der Liebe und des Wohlwollen Allahs.

In einem durch Abu Huraira (radi allahu anhu) überlieferten Hadith des Propheten (ﷺ) heißt es sinngemäß, dass Allah (subhanahu wa ta’ala) folgendes über Sich berichtet:

Wer einen Gläubigen anfeindet, dessen Feind bin auch ICH. Es gibt nichts Besseres, um MIR näher zu kommen, als das zu tun, was ICH euch befohlen habe. Und wenn ein Gläubiger stets darum bemüht ist, darüber hinaus mehr freiwillige Ibadat zu verrichten und Gutes zu tun, den werde ICH lieben, und wen ICH liebe, dessen Sinnesorgane werde ICH sein und wenn er MICH nach etwas fragt und um etwas bittet, dem werde ICH es geben. Und wenn er MICH um Schutz vor dem Teufel ersucht, so werde ICH ihm Schutz gewähren.“

Dieser Hadith zeigt uns die korrekte Vorgehensweise, um Allahs Liebe und Sein Wohlwollen anzustreben und letztlich auch mit Allahs Erlaubnis zu gewinnen.

Die Kombination aus dem im Herzen getragenen Glauben und dem praktizierten Islam, sowie alles was dazwischen liegt – nämlich Gutes zu tun – bilden das Grundgerüst eines jeden wahren Gläubigen, um durch Bescheidenheit, Ehrlichkeit und Selbstkontrolle den richtigen Weg Allahs zu finden.

Folgende Fragen sollte sich jeder Gläubige stellen:

  1. Wie erlange ich die Liebe und das Wohlwollen Allahs?
  2. Wie kann ich wissen, ob Allah mich liebt?
  3. Wie gehe ich damit um, wenn Allah mich liebt?

Ibn al-Qayyim (Allahs Wohlgefallen auf ihm) sagte dazu:

Es ist kein Wunder, dass der Gläubige seinem Schöpfer dankt und IHM nahe kommen will,

doch was verwunderlich ist, wenn der Schöpfer – obwohl ER es nicht nötig hat – die Nähe zu Seinen Geschöpfen sucht und sich diese von IHM abwenden.”

Nun lasst uns auf die Beantwortung der Fragen eingehen. Zunächst die Frage des Erhalts der Liebe Allahs.

Wir können die Liebe und das Wohlwollen Allahs erlangen, in dem wir den edlen Qur’an tiefgründig rezitieren und uns mit der Bedeutung der Suren beschäftigen, denn dies sind die Worte unseres Schöpfers. Auch ist das häufige Lesen des Qur’an ein Zeichen der Liebe. Stell Dir einfach vor Du würdest für eine längere Zeit in die Ferne reisen und bekämst Briefe von geliebten Menschen wie z.B. deinen Eltern, deinem Ehepartner oder deinen Kindern. Diese Briefe würdest Du nicht nur einmal lesen, sondern jedesmal, wenn Du Dich einsam fühlst, denn der Mensch sucht in den Zeilen Trost und Rückhalt.

Weiterhin ist die Verrichtung von freiwilligen guten Taten und Ibadat über die Pflicht hinaus ein Weg zur Erreichung der Liebe und des Wohlwollen Allahs. Besonders freiwillige Nachtgebete im letzten Drittel der Nacht, da der Lohn dafür umso größer ist.

Die Sunnah unseres geliebten Propheten Muhammad (ﷺ) ist ebenfalls ein Schlüssel, denn wer ihn liebt und seinem Weg folgt, der liebt auch Allah.

Wichtig ist es auch Allah permanent zu gedenken und ihn zu lobpreisen, denn wenn wir etwas wirklich lieben, dann denken wir auch oft daran. Beispielsweise beschäftigt sich jemand, der fußballbegeistert ist mit allem was damit zu tun hat. Er verfolgt alle Spiele. Er kennt die Namen aller Spieler und die Regeln natürlich auch. Gedenkt Allah liebe Geschwister! Gedenkt Allah!

Wir dürfen aber auch nicht unser soziales Umfeld vergessen und sollten uns darum bemühen uns mit ehrlichen und guten Menschen zu umgeben, denn unsere Freunde beeinflussen uns. So sollten wir Menschen um uns haben, die uns dabei helfen auf dem Weg Allahs zu bleiben.

Wie können wir nun erkennen, ob Allah (subhanahu wa ta’ala) uns liebt?

Ein Zeichen ist, dass ER uns dazu verholfen hat diese Predigt anzuhören und uns darüber zu informieren, wie wir Seine Liebe und Sein Wohlwollen erhalten können. Ein weiteres Zeichen ist, dass man bei vielen Menschen beliebt ist und geliebt wird, auch wenn die Leute selbst nicht wissen warum. Wohlgemerkt kann niemand die Liebe aller Menschen bekommen. Selbst die Propheten erreichten dies nicht. Wichtig ist jedoch, dass man von anständigen und gläubigen Menschen geliebt werden, wenn wir selbst anständig und gutmütig sind und unseren Glauben zum Wohle der gesamten Menschheit einsetzen.

Wie gehe ich nun damit um, wenn Allah (subhanahu wa ta’ala) mich liebt?

In diesem Fall ist es nur selbstverständlich, dass wir bevorzugt machen was ER liebt und unsere eigenen Vorlieben zurückstellen.

Anders gesagt, befolgen wir Allahs Gebote und meiden Seine Verbote. Wir verrichten unsere Gebete und praktizieren unseren Glauben, als ob wir Allah direkt vor uns sehen würden und halten unsere Absichten rein. Wir bemühen uns stets Bittgebete zu sprechen und lobpreisen Ihn, denn Allah (subhanahu wa ta’ala) liebt es, wenn Seine Geschöpfe Ihn bitten und Ihn um Schutz ersuchen.

O Allah – schenke uns DEINE Liebe und das Gute im Diesseits und im Jenseits – und schütze uns vor dem Höllenfeuer und Deiner Ungnade.

Gepriesen sei unser Herr – und gesegnet sei unser Prophet (ﷺ).  Und das letzte unserer Bittgebete sei der Dank und die Lobpreisung Allahs.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Vorbild und Vorreiter in guten Taten

 ﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet gerecht und gütig zu sein und den Verwandten zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.” [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

das Thema unserer heutigen Khutba ist unsere Vorreiterrolle und Vorbildfunktion in der Verrichtung der guten Taten.

 

In einem durch Abu Huraira (radi allahu anhu) überlieferten Hadith heißt es sinngemäß:

Seid Vorreiter im Verrichten von guten Taten, denn es wird eine Zeit kommen,

in der Sünde, Versuchung und Unrecht überall zu finden sein werden.

So wacht einer von euch als Muslim auf und wenn es abends ist,

wird er wegen lauter Versuchungen und Sünde kein Muslim mehr sein.

Und viele von euch würden ihren Glauben

für wertlose materielle Dinge aus diesem Leben aufgeben.“

Unser Prophet (ﷺ) forderte uns in einem weiteren Hadith in ungefährer Übersetzung auf:

  • zu spenden, bevor wir arm werden
  • gute Taten zu verrichten, bevor uns Reichtum und Wohlstand davon ablenkt und uns Irre leitet
  • Gutes zu tun, bevor wir krank werden und danach nicht mehr in der Lage sein würden oder gar sterben und die Gelegenheit versäumen das Beste aus unserem Leben gemacht zu haben.

Oder warten wir etwa auf Yaum al-Qiyama?

An diesem Tag ist es bereits zu spät und uns werden keine guten Taten mehr angerechnet!

Die Aufforderung unseres geliebten Propheten (ﷺ)

  • uns am Qur’an und der Sunnah zu orientieren,
  • die Initiative zu ergreifen und Gutes zu tun bevor etwas dazwischen kommt und wir nicht mehr in der Lage dazu sind
  • ist die Lösung für uns Muslime wie wir heutzutage mit den vielen Herausforderungen unserer Zeit umgehen sollten.

Denn nur mit starkem Glauben und guten Taten werden wir das rettende Ufer erreichen!

Der Glaube wird mit guten Taten bestärkt und von Sünden geschwächt. Diese Regel sollte sich jeder Gläubige einprägen.

Möge Allah uns rechtleiten und uns zum Vorreiter für gute Taten und zum Botschafter für Frieden und Wohlstand auf dieser Welt und in diesem Land machen. Amin!

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Betrachtungsweise des Prophetengefährten Khudayfa Ibn Al Yaman (radi allahu anhu)

 ﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet Gerechtigkeit, gütig zu sein und den Verwandten zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf daß ihr bedenken möget.” [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

im Laufe unseres Lebens unterliegen wir vielen Herausforderungen, die wir teils positiv und teils negativ wahrnehmen. Tatsächlich will unser Schöpfer uns damit prüfen.

Anhand eines Gesprächs zwischen dem Prophetengefährten Khudayfa (radi allahu anhu) und unserem Propheten Muhammad (ﷺ) wird dies deutlich.

So fragten viele der Gläubige unseren Propheten Muhammad (ﷺ) nach den guten Taten um diese ebenfalls zu begehen. Khudayfa Ibn Al Yaman (radi allahu anhu) hingegen informierte sich über die schlechten Taten und das Verwerfliche, um diese zu vermeiden. Er war ein Sahabi, der sich äußerst kritisch mit allen Fragen des Glaubens auseinander setzte.

Als Beispiel fragte Khudayfa (radi allahu anhu):

Oh Gesandter Allahs, wir haben vor deiner Botschaft in Unglaube und Dunkelheit gelebt, nun bist du mit dem Islam gekommen, gibt es denn danach noch Schlechtes?“

Muhammad (ﷺ) bestätigte dies. Daraufhin fragte Khudayfa (radi allahu anhu), ob es danach Gutes gibt. Unser Prophet (ﷺ) erläuterte dies in dem er sagte:

Ja, aber dieses Gute ist dadurch getrübt, dass die Menschen meine Sunna nicht vollkommen befolgen.“

Khudayfa (radi allahu anhu) fragte wiederum, ob es danach Schlechtes geben wird. Unser Prophet (ﷺ) bestätigte dies ebenfalls und verwies auf diejenigen, die die Menschen in die Tore des Höllenfeuers einladen. Wer ihnen folgt, der würde dort hineingeworfen.

Khudayfa (radi allahu anhu) hakte nach und fragte, was er denn tun soll, wenn dies zu seinen Lebzeiten geschieht.

Muhammad (ﷺ) antwortete:

Folge der muslimischen Gemeinschaft und deren Imam.“

Khudayfa (radi allahu anhu) wendete fragend ein, was er denn tun solle, wenn die Muslime aber keine Gemeinschaft und keinen Imam haben sollten. Die Antwort unseres Propheten Muhammad (ﷺ) war:

Dann verlasse alle diese Gruppen und übe dich in Geduld, bis deine Stunde kommt oder Allah (subhanahu wa ta’ala) dir einen Ausweg zeigt.“

Khudayfa (radi allahu anhu) teilte weiterhin die Menschen in verschiedene Gruppen ein.

Zum Einen in die Menschen die zwar physisch leben, aber man als tot betrachten kann, da sie keinen Glauben in sich tragen und zum Anderen die Menschen, die wahrlich leben, weil sie den Glauben im Herzen tragen und zum Mittelpunkt ihres Lebens gemacht haben.

Auch unterteilte er die Menschen in vier Gruppen, die unterschiedlich reagieren, wenn sie Unrecht sehen.

  • Die erste Gruppe sieht das Unrecht, lehnt es im Herzen ab und versucht es mit ihren Worten und Taten zu ändern. Dies sind die wahrlich Gottesfürchtigsten und die wahren Gläubigen bei Allah (subhanahu wa ta’ala).
  • Die zweite Gruppe sieht das Unrecht, lehnt es ebenfalls im Herzen ab und versucht es aber nur mit Worten zu ändern. Sie bleiben tatenlos. Diese Menschen haben einen Teil der Wahrheit verlassen.
  • Die dritte Gruppe sieht das Unrecht und lehnt es lediglich im Herzen ab. Sie reagieren weder mit Worten noch mit Taten. Diese Menschen haben zwei Teile der Wahrheit verlassen.
  • Die vierte Gruppe sieht das Unrecht und lehnt es noch nicht einmal im Herzen ab. Geschweige denn reagieren sie mit Worten oder Taten. Diese Menschen sind wahrlich wie Tote unter den Lebenden.

Eine weitere interessante Unterteilung durch Khudayfa (radi allahu anhu) ist die der Herzen. Er unterscheidet vier Typen:

  • Das verschlossene Herz eines Ungläubigen.
  • Das flache Herz eines Heuchlers.
  • Das reine lichterfüllte Herz eines Gläubigen.
  • Das Herz, welches sowohl Glaube als auch Heuchelei in sich trägt. Der Glaube darin stellt sich wie ein Baum dar, welcher sich von sauberem Wasser ernährt. Die Heuchelei hingegen sitzt wie ein Tumor im Herzen, welches sich von Schlechtem ernährt.

Liebe Geschwister,

wir haben es selbst in der Hand zu welcher Gruppe von Menschen wir gehören wollen und mit welchem Herzen wir in diesem Leben unterwegs sein wollen.

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) uns im neuen Jahr dabei helfen, zum wahren Glauben zu finden, unsere Herzen zu reinigen und uns zu wahren Dienern Allahs zu machen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Rechte des Gesandten Allahs (ﷺ)

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Allahs Segen und Frieden seien auf dem Gesandten Allahs (ﷺ).

Das heutige Thema ist unsere Beziehung zu einer großartigen und ausgezeichneten Persönlichkeit, die Allah auserwählt, geehrt und anderen Geschöpfen vorgezogen hat: es ist die Beziehung zum Gesandten Allahs (ﷺ).

Wir erwarten nun den edlen Monat Rabi’ Al-Awwal, in dem unser barmherziger Prophet (ﷺ) geboren wurde. So wollen wir ihm zu Ehren auch den kommenden Tagen verschiedene Sitzungen und Treffen abhalten zu den Themen seiner Geburt, seiner Herkunft und seiner Lebensgeschichte geben.

In der heutigen Predigt geht es dabei um seine Rechte und unsere Pflichten ihm gegenüber.

Wir stellen uns dabei die Frage, wie unsere Beziehung zum Gesandten Allahs (ﷺ) ist und wie sie sein sollte. Auch sollten wir uns bewusst machen, welche Rolle der Prophet (ﷺ) in unserem Leben einnimmt.

1. Der Glaube an ihn (ﷺ):

Der Glaube an den Propheten (ﷺ) gehört zu den sechs Säulen des Glaubens. Und das bedeutet: wer nicht an den Propheten (ﷺ) glaubt, der zählt nicht zu den Muslimen.

2. Der Gehorsam gegenüber ihm (ﷺ):

Weiterhin gehört zum Glauben auch der Gehorsam gegenüber unserem Propheten (ﷺ). Und wer ihm gehorcht, der gehorcht damit auch Allah (subhanahu wa ta’ala). Der Glaube an ihn bedeutet auch ihm zu gehorchen. Und ihm zu gehorchen bedeutet auch Allah zu gehorchen.

4_80

 

Wer dem Gesandten gehorcht, der gehorcht Allah, und wer sich abkehrt, -so haben wir dich nicht als Hüter über sie entsandt.” [4:80]

3. Die Einhaltung der Sunna:

Der Prophet (ﷺ) sagte in einem Hadith:

Wer nicht an meiner Sunna festhält, gehört nicht zu mir.”

und Allah (subhanahu wa ta’ala) sagte in Sure Al-Haschr:

…was nun der Gesandter euch gibt, das nehmt, und was er euch untersagt, dessen enthaltet euch. Und fürchtet Allah…” [59:7]

4. Die Verpflichtung seiner Rechtsprechung zu folgen:

Unser Prophet (ﷺ) richtete nach Allahs Recht und nach nichts anderem und dieser Rechtssprechung ist zu folgen. So steht dazu in Surat An-Nisā’:

4_65

Aber nein, bei deinem Herrn! Sie glauben nicht eher, bis sie dich über das richten lassen, was zwischen ihnen umstritten ist, und hierauf in sich selbst keine Bedrängnis finden durch das, was du entschieden hast, und sich in voller Ergebung fügen.” [4:65]

5. Die Liebe gegenüber ihm (ﷺ) und der Lohn dafür:

Abû Huraira (radi allahu anhu) berichtete, dass der Gesandte Allahs (ﷺ) sagte:

Bei dem, in dessen Hand meine Seele ist! Keiner von euch ist wirklich gläubig, bevor ich ihm nicht lieber bin als sein Vater und sein Sohn und alle Menschen.”

Auch berichtete Anas (radi allahu anhu) von einem Mann, der zum Propheten (ﷺ) kam und ihn fragte, wann die letzte Stunde kommen wird. Der Gesandte Allahs (ﷺ) fragte ihn daraufhin, was er dafür vorbereitet hat. Der Mann entgegnete “Ich habe weder viele Gebete, Fasten oder Wohltätigkeit dafür vorbereitet, aber ich liebe Allah und Seinen Gesandten.” Der Prophet (ﷺ) sagte dem Mann: 

Du wirst mit denen sein, die du liebst.”

In einem weiteren Hadith sagt unser Prophet (ﷺ):

Wer mich liebt, wird mit mir im Garten sein.”

6. Die Ehrerbietung gegenüber dem Propheten (ﷺ) und die Verpflichtung ihn zu respektieren und zu ehren:

So erläutert Allah (subhanahu wa ta’ala) dies in Surat Al-Fatĥ mit folgenden Worten:

48_9

damit ihr an Allah und Seinen Gesandten glaubt, ihm beisteht und ihn hochachtet und (damit ihr) Ihn preist morgens und abends.” [48:9]

7. Die Verpflichtung Segenswünsche und Friedensgrüße auf ihn (ﷺ) zu sprechen:

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt in Surat Al-‘Aĥzāb:

33_56

Gewiß, Allah und Seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. O die ihr glaubt, sprecht den Segen über ihn und grüßt ihn mit gehörigem Gruß.” [33:56]

Der Prophet (ﷺ) sagte:

Die Leute, die mich am meisten verdient haben, sind diejenigen, die am meisten um Segen für mich beten.“

Und er sagte auch:

Wenn jemand mich segnet, dann segnen ihn die Engel, solange er damit fortfährt.“

8. Die Weitergabe seiner Botschaft:

Es genügt nicht an ihn zu glauben und ihn zu lieben. Wir müssen auch von seiner Sunna lernen und den Menschen näher bringen, in dem wir ihnen helfen.

So sprach der Prophet (ﷺ) in sinngemäßer Übersetzung:

Übermittelt ihr von mir, auch wenn es nur ein Vers ist.”

Aber wie sollen wir dies machen? Wir müssen dafür seinen vorbildlichen Charakter gegenüber allen Menschen zeigen, so wie er als Barmherzigkeit nicht nur für die Araber, sondern für alle Menschen, ja sogar für die Jinn, geschickt wurde.

21_107

Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner gesandt.” [21:107]

Er war ein Mensch, der Nachsichtigkeit gegenüber der Wut bevorzugte und stets gerecht zu allen Menschen war. Voller Geduld mit einem edlen Charakter. So beschreibt ihn Allah (subhanahu wa ta’ala) in Surat Al-Qalam wie folgt:

68_4

Und du bist wahrlich von großartiger Wesensart.” [68:4]

Nun liegt es an uns diese Charaktereigenschaften anzunehmen und nach seinem Vorbild zu praktizieren.

33_21

Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt.” [33:21]

9. Die Verteidigung des Propheten (ﷺ):

Die beste Verteidigung, die wir hierzulande umsetzen können, ist die Bekanntmachung seiner Persönlichkeit und seiner Lebensgeschichte. Wir müssen darüber aufklären, wie er war, wie er mit Feinden umging und wir müssen den Menschen verzeihen. So steckt oftmals hinter Problemen eine verborgene Gnade.

Wir dürfen weiterhin nicht vergessen, dass Allah (subhanahu wa ta’ala) selbst seine Religion schützt und seinen Propheten (ﷺ) verteidigt. Wir sollten deswegen keinesfalls gewaltsam reagieren. Im Gegenteil: wir müssen die Menschen mit Weisheit und schöner Ermahnung erreichen und mit ihnen in bester Weise streiten.

– Möge Allah uns segnen und vergeben. Wir bitten Allah, den Erhabenen, uns Liebe zum Propheten (ﷺ) zu geben, ihm zu folgen, seine Sunna einzuhalten und ihn zu verteidigen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Gerechtigkeit

  •  ﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

In der heutigen Predigt geht es um eine der großartigen islamischen Werte und Prinzipien, nämlich die Gerechtigkeit.
So schreiben einige Unwissende dem Islam fälschlicherweise Eigenschaften zu, die nicht zu ihm gehören. So zum Beispiel Unterdrückung, Ungerechtigkeit, Kriege und Gewalt insbesondere gegenüber Frauen. Aber all dies geht letztlich darauf zurück, dass sich die Menschen vom Islam entfernen. Der Islam ist die Religion der Gerechtigkeit und der Gleichheit. Ohne Gerechtigkeit, meine lieben Geschwister, geht die Gemeinschaft unter.
Was aber bedeutet Gerechtigkeit? Wir verstehen darunter, jedem sein Recht zu geben, nicht mehr und nicht weniger – sowohl bei der Herrschaft als auch bei der Rechtsprechung. Es ist das Gegenteil von Ungerechtigkeit und Unterdrückung.
Mitunter ist die Wiederherstellung der Gerechtigkeit auch einer der Gründe für die Aussendung der Propheten. So steht dazu im edlen Qur’an:
auszug_57_25
Wir haben ja Unsere Gesandten mit den klaren Beweisen gesandt und mit ihnen die Schrift und die Waage herabgesandt, damit die Menschen für die Gerechtigkeit eintreten.“ [57:25]
Und an anderer Stelle heißt es:
auszug_5_42
Wenn du aber richtest, dann richte zwischen ihnen in Gerechtigkeit. Gewiss, Allah liebt die Gerechten.“ [5:42]
Und in einem weiteren Qur’an-Vers steht:
auszug_42_15
Darum rufe du auf und verhalte dich recht, wie dir befohlen wurde. Und folge nicht ihren Neigungen und sag: Ich glaube an das, was Allah an Büchern herabgesandt hat, und mir ist befohlen worden, unter euch gerecht zu handeln.“ [42:15]
Liebe Geschwister,
Gerechtigkeit bedeutet nicht: Parolen zu rufen, Transparente aufzuhängen oder Worte zu wiederholen.
Die Gerechtigkeit steckt im Verhalten, im Charakter und den Taten.
So hat uns Allah (subhanahu wa ta’ala) befohlen, in allen Lebenslagen gerecht zu allen Menschen zu sein – unabhängig davon, ob Muslim oder Nichtmuslim, ob sie zur Verwandtschaft gehören oder nicht, ob man mit ihnen befreundet ist oder nicht, ob arm oder reich, ob stark oder schwach, ob Frau oder Mann, ob klein oder groß, ob man daraus einen persönlichen Nutzen oder gar einen Nachteil zieht: wir geben demjenigen Recht, dem es zusteht, ohne wenn und aber. Dies ist die Großartigkeit des Islam.
Es gibt viele Beispiele im Leben des Propheten (ﷺ) und seiner Gefährten für ein gerechtes Verhalten.
A’ischa (radi allahu anha) berichtete, dass die Leute des Stammes der Quraisch wegen einer Frau aus einem anderen Stamm besorgt waren, die einen Diebstahl begangen hatte. Die Leute der Quraish fragten, wer denn mit dem Gesandten Allahs (ﷺ) darüber sprechen könnte. Einige schlugen für diese Aufgabe Usama Ibn Zaid vor, der unserem Propheten (ﷺ) sehr nahe stand. Als Usama Ibn Zaid dann mit Muhammad (ﷺ) über dieses Anliegen sprach und Fürsprache einlegen sollte, hielt der Gesandte Allahs (ﷺ) eine Predigt, in der er zur Gleichbehandlung aller unabhängig vom Rang in der Gesellschaft aufforderte. Es dürfe nicht sein, dass jemand einflussreiches seiner gerechten Strafe entgeht, selbst wenn es seine eigene Tochter wäre, während Diebstähle von Schwachen der Gesellschaft geahndet würden.
Auch nimmt die Gerechtigkeit zwischen den Gläubigen eine besondere Rolle ein. So steht dazu im Qur’an:
49_9
Und wenn zwei Gruppen von den Gläubigen miteinander kämpfen, so stiftet Frieden zwischen ihnen. Wenn die eine von ihnen gegen die andere widerrechtlich vorgeht, dann kämpft gegen diejenige, die widerrechtlich vorgeht, bis sie zu Allahs Befehl zurückkehrt. Wenn sie zurückkehrt, dann stiftet Frieden zwischen ihnen nach Gerechtigkeit und handelt dabei gerecht. Allah liebt ja die Gerechten.“ [49:9]

Weiterhin werden wir im Qur’an mehrfach dazu aufgefordert auch gegenüber Nicht-Muslimen gerecht zu sein, so liebt Allah gewiss die Gerechten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gerechtigkeit der Eltern gegenüber den Kindern. So darf keines der eigenen Kinder bevorzugt oder benachteiligt werden. Als der Prophet (ﷺ) mitbekam, dass ein Vater seinen Sohn beschenkte, fragte er diesen Vater: „Hast du all deine Kinder beschenkt?“ Der Vater verneinte. Daraufhin sagte Muhammad (ﷺ): „Fürchte Allah und sei gerecht zu deinen Kindern.“

Abschließen möchten wir mit folgendem Vers aus Surat Al-Mā’idah:
 5_8
O die ihr glaubt, seid Wahrer (der Sache) Allahs als Zeugen für die Gerechtigkeit. Und der Hass, den ihr gegen (bestimmte) Leute hegt, soll euch ja nicht dazu bringen, dass ihr nicht gerecht handelt. Handelt gerecht. Das kommt der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah. Gewiss, Allah ist Kundig dessen, was ihr tut.“ [5:8]
Dies ist die Gerechtigkeit des Islam in allen Bereichen und zu allen Menschen.
Allah (subhanahu wa ta’ala) hat sich selbst die Ungerechtigkeit verboten und so hat Er es auch für die Menschen verboten.
Wir bitten Allah, dass Er uns in unserem Verhalten, Charakter und Taten gerecht sein lässt und uns zu Seinen gerechten Dienern macht. Möge Allah uns von Ungerechtigkeit und den Leuten der Ungerechtigkeit entfernen. Wir bitten Allah, dass Er uns vor allem Schlechtem schützt und bei allem Gutem erfolgreich macht. Wir bitten Allah, dass er uns durch Seine Barmherzigkeit ins Paradies eintreten lässt und uns durch Seine Vergebung und Großzügigkeit vor dem Feuer errettet.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Dankbarkeit

 ﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Nachdem wir letztes mal über die Gefahren und die Heilung der Zunge sprachen, konzentrieren wir uns heute auf die Dankbarkeit für die vielen unzählbaren Gaben und Segnungen seitens Allah (subhanahu wa ta’ala). Ob nun verborgen oder offenkundig, die Anzahl dieser Gaben und Geschenke sind dermaßen groß, dass wir sie nicht erfassen können. Dabei geht es nicht nur um unser Vermögen, sondern um weitaus mehr!
Zunächst müssen wir uns diese Gaben vergegenwärtigen und ihren wahren Wert erkennen. So kann es sein, dass einer der früher nichts besaß, inzwischen vermögend ist, eine Frau an seiner Seite hat und mit Kindern gesegnet ist. Ein anderer besucht ein Krankenhaus und sieht Menschen, die mit Krankheiten und Behinderungen geprüft werden. So erkennt er in dieser Situation den wahren Wert seiner Gesundheit.
Tagtäglich sehen wir auch Bilder aus Ländern, die von Krieg, Mord und Angst heimgesucht werden. In diesen Momenten müssen wir die Sicherheit, den Frieden und die Stabilität wertschätzen, die wir hier genießen dürfen.

Dieses Prinzip der Wertschätzung gilt für alle Gaben.

So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala) in ungefährer Übersetzung im edlen Qur’an:

2_152

Gedenkt Meiner, so gedenke Ich eurer. Seid Mir dankbar und seid nicht undankbar gegen Mich.” [2:152]
und an anderer Stelle heißt es:
16_114
So eßt von dem, womit Allah euch versorgt hat, als etwas Erlaubtes und Gutes, und seid dankbar für die Gunst Allahs, wenn ihr Ihm allein dient.” [16:114]
Nach dem Dank gegenüber Allah folgt der Dank gegenüber den Eltern. So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala) dazu im edlen Qur’an in ungefährer Übersetzung:
Sei Mir und deinen Eltern dankbar.
Sei Mir und deinen Eltern dankbar.“ [31:14]
Danach danken wir auch den anderen Menschen. So sprach unser Prophet Muhammad () in folgendem Hadith:
Wer den Menschen nicht dankt, dankt nicht Allah.“
Auch müssen wir bereits für das Wenige dankbar sein, denn wer nicht für das Wenige dankbar ist, der ist auch nicht für das Viele dankbar.
Es bleibt die Frage, wie wir Allah danken können?
Der Dank gegenüber Allah kommt sowohl durch Taten als auch durch Worte zum Ausdruck. Zu den Taten gehört, dass wir die Gaben Allahs auf den Wegen nutzen, die Allah zufriedenstellen. So können wir als Beispiel unsere Gesundheit im Gehorsam gegenüber Allah nutzen und um Sein Wohlgefallen zu erreichen. Unser Vermögen können wir nutzen, um davon zu spenden und es auf dem erlaubten Weg auszugeben. Wir dürfen mit dieser Gabe nicht gegenüber unseren Mitmenschen geizig sein. So wird in einem Hadith Qudsi in sinngemäßer Bedeutung überliefert:
O Sohn Adams, spende, damit Ich für dich spende!“
Unser Wissen müssen wir nutzen um es anderen näher zu bringen. Den Kindern, die Allah uns schenkte, müssen wir eine gute islamische Erziehung bieten. Wir können Allah (ta’ala) aber auch durch Worte und insbesondere durch Bittgebete danken. So ist folgendes Bittgebet von Muhammad (ﷺ) in sinngemäßer Übersetzung überliefert:
Allah, hilf mir Deiner zu gedenken und Dir dankbar zu sein und Dir auf schönste Weise zu dienen!“
Weiterhin verspricht Allah (ta’ala) dem Dankbaren die Zunahme an Gaben und Segen in seiner Versorgung. Im Qur’an steht dazu:
„Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch ganz gewiss noch mehr (Gunst) erweisen.“
Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch ganz gewiss noch mehr (Gunst) erweisen.“ [14:7]
Die Undankbarkeit hingegen endet im Untergang. So erging es Qarun, der all seinen Wohlstand sich selbst zuschrieb. Oder auch das Volk von Saba’, als sie die Gaben Allahs verleugneten und dafür mit einer Flut bestraft wurden und Allah (ta’ala) ihre schönen Gärten mit ungenießbaren Früchten austauschte.
Wir bitten Allah (subhanahu wa ta’ala), dass er uns zu Seinen dankbaren Dienern macht und uns zu Seinem Gedenken verhilft.
Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Gefahren und die Heilung der Zunge

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Allah (subhanahu wa ta’ala) hat uns viele Segnungen geschenkt. Manche sind verborgen, andere offenkundig, manche materiell und andere immateriell. Diese Segnungen, meine liebe Geschwister, sind unzählbar. Eine dieser unzähligen Segnungen ist die Zunge, unsere Gabe zu sprechen. Allah (subhanahu wa ta’ala) gab uns diese Fähigkeit als Mittel zur Kommunikation. Auch können wir mit unserer Zunge den edlen Qur’an lesen und mit schönen Worten Allah in ehrwürdiger Weise gedenken.
Dieses Thema ist von besonderer Bedeutung, da mit der Zunge auch etliche Übertretungen, Sünden und Gefahren verbunden sind. So beschäftigen sich viele Muslime damit, die Ehre ihrer  Mitmenschen mit ihren Zungen zu beschmutzen, zu lästern, zu verleumden und dies obwohl ein solches Verhalten mit dem Essen des Fleisches eines verstorbenen Bruders verglichen wird. So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala) dazu im edlen Qur’an:
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O ihr, die ihr glaubt! Vermeidet häufigen Argwohn; denn mancher Argwohn ist Sünde. Und spioniert nicht und führt keine üble Nachrede übereinander. Würde wohl einer von euch gerne das Fleisch seines toten Bruders essen? Sicher würdet ihr es verabscheuen. So fürchtet Allah. Wahrlich, Allah ist Gnädig, Barmherzig.” [49:12]
– Was sind aber nun die Gefahren der Zunge?
Die Zunge kann sowohl eines der Gründe für den Einlass ins Paradies, als auch für den Eintritt ins Höllenfeuer sein. So zählen zu den Organen, welche die Menschen am häufigsten ins Höllenfeuer bringen die Zunge und die Geschlechtsteile.
Viele Menschen befinden sich im Irrglauben und denken, dass man nur durch Taten und nicht durch Aussagen der Zunge ins Paradies oder in die Hölle kommt. Tatsächlich können aber sowohl Taten als auch Aussagen über unsere Wohnstätte im Jenseits entscheiden.

Etliche Beispiele aus dem Qur’an und der Sunnah veranschaulichen uns die Gefahren, die von der Zunge ausgehen. So wurde eines Tages unsere Mutter A’ischa (radi allahu anha) von einigen Leuten, ohne jeglichen Beweis, der Unzucht bezichtigt. Allah (subhanahu wa ta’ala) sprach dazu:

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Hätten sie doch darüber vier Zeugen beigebracht! Da sie aber die Zeugen nicht beigebracht haben, so sind diese bei Allah die Lügner. Und ohne Allahs Huld gegen euch und Seine Barmherzigkeit im Diesseits und Jenseits würde euch für das, worin ihr euch (ausgiebig) ausgelassen habt, gewaltige Strafe widerfahren, als ihr es mit euren Zungen aufgegriffen und mit euren Mündern das gesagt habt, wovon ihr kein Wissen hattet, und es für eine leichte Sache gehalten habt, während es bei Allah eine ungeheuerliche Sache ist.” [24:13-15]
Aus diesem Grund ist es eine Pflicht für uns, jede Sache die wir hören gründlich zu überprüfen. So fordert uns Allah (subhanahu wa ta’ala) an anderer Stelle mit folgenden Worten auf:
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O die ihr glaubt, wenn ein Frevler zu euch mit einer Kunde kommt, dann schafft Klarheit, damit ihr (nicht einige) Leute in Unwissenheit (mit einer Anschuldigung) trefft und dann über das, was ihr getan habt, Reue empfinden werdet.” [49:6]
Ein anderes Beispiel um zu verdeutlichen, wie schwer unsere Worte wiegen können, ist als A’ischa – Safiyyah (radi allahu anhuma) als klein beschrieb. Unser Prophet (ﷺ) entgegnete in sinngemäßer Übersetzung:
Du hast ein Wort gesprochen, welches das Meer verschmutzen würde, wenn es sich damit vermischen würde.“
Und wir sagen übereinander wesentliche schlimmere Dinge als das und nehmen dies nicht einmal ernst!
Wir möchten kurz auch an folgenden Hadith erinnern, in dem der Prophet (ﷺ) über die Frau, die den Tag über fastete und die über Nacht im Gebet verbrachte, sagte, dass sie im Höllenfeuer sei, denn sie behandelte ihre Nachbarn schlecht. Das beweist uns, dass ‘Ibadat alleine bei Weitem nicht ausreichen. So kann ein schlechter Charakter unsere gottesdienstlichen Handlungen sogar gänzlich zunichte machen. In einem anderem lehrreichen Hadith wird auch von einem Mann berichtet, der am Tag des Gerichts zwar zunächst viele gute Taten vorweisen kann, die ihr er aber alle durch sein schlechtes Benehmen verliert, bis ihm nichts mehr bleibt.
Ein weitere schlimme Sache, die mit der Zunge einher geht ist die Falschaussage. Dies ist eine der größten Sünden und bringt den Zorn Allahs mit sich.

Die Zunge kann uns aber auch Allahs Zufriedenheit bringen in dem wir das Gute gebieten und Schlechte verbieten, in dem wir ein Wort der Wahrheit angesichts eines ungerechten Herrschers sprechen, stets die Wahrheit wiedergeben, diese verteidigen und dem Unterdrückten damit helfen.

Allen voran gehört zu den guten Dingen das Lesen des edlen Qur’an, das Gedenken an Allah (subhanahu wa ta’ala) und der Segenswunsch über unseren Propheten Muhammad (ﷺ).

Weiterhin gehört der Aufruf zu Allah dazu. So steht dazu im Qur’an:

41_33
Und wer spricht bessere Worte als wer zu Allah ruft, rechtschaffen handelt und sagt: “Gewiß doch, ich gehöre zu den (Allah) Ergebenen ” ? [41:33]
Die Heilung der Zunge ist eine einfache. So besteht sie aus nichts anderem als das Gute zu sprechen oder zu schweigen. So sagte unser Prophet (ﷺ):
Wer immer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, soll sagen, was gut ist oder schweigen.“

So besagt auch ein Sprichwort: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Abschließen möchten wir mit einem Rat des Propheten (ﷺ) an Uqbah ibn Amir, der ihn fragte: „Gesandter Allahs, worin liegt die Rettung?“ Muhammad (ﷺ) antwortete sinngemäß:

Nimm deine Zunge in deine Gewalt, schließe dich in dein Haus ein, und weine über deine Sünde.“
Ich bitte Allah, dass er unsere Zungen vor allem Schlechten bewahrt, dass Er unsere Zungen mit Seinem Gedenken und unseren Körper mit dem Gehorsam gegenüber Ihm beschäftigt. Ich bitte Allah, dass Er uns zu Seinen frommen Dienern macht.
Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Der Einsatz für den Glauben

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

Thema unserer heutigen Predigt ist der Einsatz für den Glauben.

Wir wollen auf die Frage eingehen, was wir für den Islam getan haben und tun werden.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Qur’an (in der ungefähren Übersetzung):

3_30

An dem Tag wird jede Seele das, was sie an Gutem getan hat, bereit finden. Und von dem, was sie an Bösem getan hat, hätte sie gern, wenn zwischen ihr und ihm ein weiter Abstand wäre. Und Allah mahnt euch zur Vorsicht vor Sich selbst. Allah ist Gnädig zu den Menschen.“ [3:30]

Allah (subhanahu wa ta’ala) warnt uns in Seiner Gnade davor nachlässig zu sein und uns nicht um unseren Glauben zu kümmern.

So wird Allah (subhanahu wa ta’ala) schließlich mit jedem von uns am jüngsten Tag sprechen.

In einem Hadith unseres geliebten Propheten (ﷺ) wird sinngemäß überliefert, dass Allah (subhanahu wa ta’ala) zu jedem von uns sprechen wird, ohne dass es zwischen Ihm und uns ein Übermittler steht. Wir werden nach rechts und links schauen, und nichts ausser unseren bereits geleisteten Taten sehen. Wenn wir Schlechtes getan haben, werden wir das Höllenfeuer vor Augen sehen. Wir müssen gute Taten verrichten um dies zu vermeiden, selbst wenn es nur ein gutes Wort ist, das wir sprechen.

Wir werden auf die Fragen Allahs antworten, dass wir gebetet und gefastet haben, dass wir die Pilgerfahrt verrichtet haben und dass wir dies alles für uns selbst getan haben.

Doch was werden wir darauf antworten, wenn wir gefragt werden was wir für unseren Glauben, für den Islam getan haben?

Wird der Islam ein Fürsprecher für uns sein oder wird der Islam ein Zeuge unserer Versäumnisse sein?

Entweder tragen wir die Sorgen des Islams oder der Islam trägt uns als Sorge.

Denkt daran: Immer wenn ein Muslim etwas Verwerfliches tut, heißt es schaut her das ist der Islam und das sind die Muslime.

Dabei müssen wir als Muslime ein Vorbild für andere sein.

Liebe Geschwister, was hindert uns daran unserem Glauben, dem Islam zu dienen? Was sind unsere Ausreden?

Unwissenheit über den Islam und mangelnde Bildung kann kein Grund dafür sein, sich nicht für den Islam einzusetzen.

Wegen Abu Bakr (radi allahu anhu) nahmen beispielsweise 6 der 10 Sahaba, denen das Paradies versprochen wurde, den Islam an. Und das obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal Surat Al-Fatiha auswendig konnte und lediglich vom Glaubensbekenntnis überzeugt war.

Ein anderer Sahabi namens Abu Dhar al-Ghifari (radi allahu anhu) traf unseren Propheten (ﷺ) nur einmal in Mekka. Danach ging er zu seinem Stamm zurück und hat sich 15 Jahre für den Islam eingesetzt und viele Stämme dazu gebracht dem Islam beizutreten. Und das obwohl er außer diesem einem Treffen keinen weiteren Kontakt zum Propheten (ﷺ) hatte, sich nicht weiterbilden konnte und keine Möglichkeit für den Erhalt von Unterstützung hatte.

Manche von uns würden jetzt sagen, es waren andere Zeiten. Unsere Zeit ist nun anders.

Dazu ist die Geschichte von einem Gläubigen aus unserer Zeit namens Abdul Rahman Al-Sumait zu wissen.

Dieser Muslim war kein Gelehrter, aber ein Wohltäter und freiwilliger Helfer. Er wurde eines Tages damit beauftragt eine Moschee in Afrika zu bauen. Nachdem er den Zustand der Muslime dort sah, beschloss er dort zu bleiben, um die Muslime über ihren Glauben zu informieren.  Er blieb dort 29 Jahre. Durch seinen Einsatz sind 11 Millionen Menschen in 40 afrikanischen Staaten dem Islam beigetreten.

Er hat in der Zeit, Schulen, Brunnen und Moscheen gebaut. Er erzählte auch, dass sie manchmal tagelang kaum zu essen und zu trinken hatten, weil in vielen Orten in Afrika grundlegende Dinge zum Leben einfach nicht vorhanden sind.

Abdul Rahman Al-Sumait berichtete von einem Vorfall während seines Aufenthalt in Afrika. Er sagte: “Eines Tages sind wir zu einem abgelegenen Dorf gefahren, um die Einwohnern mit dem Islam bekannt zu machen. Auf dem Weg dorthin hatte unser Auto eine Panne und blieb mitten in der Wildnis stehen. Nach einigen Stunden näherte sich uns ein modernes Fahrzeug und hielt kurz an.

Darin saß ein christlicher Missionar und sagte zu mir: “Du bist doch Abdul Rahman Al-Sumait? Bei Gott, ich werde euch nicht helfen. Bleib hier, bis du vor Hunger stirbst oder dich die wilden Tiere auffressen.”

Mit Allahs Hilfe haben wir unser Fahrzeug nach einer Weile doch noch reparieren können und fuhren weiter.

Mitten auf unserer Weiterfahrt stellten wir jedoch fest, dass nun das Fahrzeug des christlichen Missionars eine Panne hatte. Wir hielten an und reparierten sein Fahrzeug. Der Missionar verdeckte sein Gesicht vor mir und ich sagte ihm daraufhin, dass uns der Islam lehrt auch gütig zu denen zu sein, die nicht gut zu uns waren. Wenige Tage später nahm der Missionar den Islam an.”

Eine weitere Ausrede sich nicht für den Islam einzusetzen ist der vermeintliche Mangel von finanziellen Mitteln und materiellen Möglichkeiten.

Anhand von zwei Beispielen räumen wir auch diesen Vorwand aus:

1. Nach den Ereignissen des arabischen Frühlings wurde von islamischen Gelehrten ein Dawah-Plan aufgesetzt, um Stämme in Afrika mit dem Islam bekannt zu machen. Einen dieser Stämme kann man nur mit einem 20 Kilometer langem Fußmarsch erreichen. Man dachte, dieser Stamm würde nichts vom Islam wissen, doch zu ihrem Erstaunen mussten sie feststellen, dass das ganze Dorf bereits gläubige praktizierende Muslime waren. Der Grund war ein Sahabi aus Zeiten des Propheten (ﷺ), dem es gelang vor 1400 Jahren zu ihnen durchzudringen und ihnen den Islam beizubringen. Dieser Sahabie liegt sogar in diesem Dorf begraben. Nur der Name des Sahabi ging den Dorfbewohnern im Laufe der Zeit verloren.

2. Der Gelehrte Al-Qaradawi berichtet in seinen Memoiren über ein Dorf im Süden Sudans. Dort flohen die Bewohner bei der Ankunft eines Autos mit mehreren Gläubigen, die ihnen den Islam näher bringen wollten. Die Dorfbewohner hatten nämlich in ihrem ganzen Leben noch kein Auto gesehen und kannten dieses Wesen nicht. Die Gläubigen mussten jedoch feststellen, dass ein christlicher Geistlicher das Dorf bereits seit 30 Jahren zwei Mal in der Woche auf dem Fahrrad besucht, um ihnen den christlichen Glauben bei zu bringen und ihnen Süßigkeiten und einfache Medikamente zu geben.

Noch eine Ausrede um sich nicht für den Islam einzusetzen, ist dass Allah (subhanahu wa ta’ala) uns vermeintlich nicht dafür auserwählt hätte um sein Wort zu verkünden.

Dabei spricht Allah (subhanahu wa ta’ala) dazu im edlen Qur’an in ungefährer Bedeutung:

9_46

Wenn sie (wirklich) hätten hinausziehen wollen, hätten sie fürwahr Vorbereitungen dazu getroffen. Aber Allah war ihr Ausziehen zuwider, und so hielt Er sie zurück. Und es wurde gesagt: “So bleibt (daheim) mit denjenigen, die (daheim) sitzen bleiben!” [9:46]

Wenn du nun wissen willst, welche Stellung du bei Allah (subhanahu wa ta’ala) hast, dann schau bei dir nach, welche Stellung Allah bei dir einnimmt.

Unser Ziel und unsere Pflicht als Muslime ist es den Menschen den Islam bekannt zu machen und sie darüber zu informieren. Wer letztendlich den Glauben annimmt, liegt nicht in unserer Hand, sondern allein bei Allah.

Für die Erreichung dessen, sollten wir folgende Maßnahmen ergreifen und beachten:

1. Wir müssen an uns selbst und unseren Familien arbeiten, um bessere Menschen zu werden. Besonders gegenüber unseren Nachbarn.

2. Wir müssen unseren Glauben durch mehr Bildung und Wissen über den Islam stärken.

3. Die Botschaft des Islam hat sich nachweislich nicht durch Gewalt, Unterdrückung und Benachteiligung der Frauen verbreitet. Im Gegenteil: dies ist kontraproduktiv.

4. Jeder sollte sich darüber Gedanken machen, wie er den Islam präsentieren kann und andere darüber informieren will.

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) uns dabei helfen, den Islam in seiner wahren Güte und Barmherzigkeit zu präsentieren.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Lügen und die gravierenden Folgen

 

Alles Lob gebührt Allah! Wir loben ihn, bitten ihn um Hilfe und um Vergebung. Wir suchen Zuflucht vor dem Bösen unserer Seelen und vor unseren schlechten Taten. Wen Allah (subhanahu wa ta’ala) rechtleitet, der ist gewiss rechtgeleitet, und wen Allah in die Irre gehen lässt, der ist gewiss abgeirrt und findet keine andere Rechtleitung. 

Und ich bezeuge dass es keinen Gott gibt außer Allah und dass Muhammad (ﷺ) sein Diener und Gesandter ist.

Liebe Geschwister, das Thema der heutigen Khutba ist das Lügen und seine gravierenden Folgen in der Gesellschaft.

Der Lügner kann kein wahrer Freund sein. Denn weder seine Freundschaft, seine Aussagen, noch sein Verhalten können wahr sein.

Alle Theologen, Psychologen und  Sozialwissenschaftler in allen Religionen warnen über das Lügen und raten ausdrücklich zur Wahrheit. Selbst der Lügner verflucht das Lügen.

Liebe Schwester, Lieber Bruder! Viele Probleme dieser Welt basieren auf Lügen:

– Die Politiker lügen das Volk an

– Der Vorgesetzte lügt seine Mitarbeiter an.

– Der Wahlkandidat lügt seine Wähler an

– Der Händler lügt seine Kunden an

– Der Nachbar lügt seinen Nachbar an

– Der Ehepartner lügt seinen Partner an

– Selbst die Gelehrten lügen die Ummah an!

Würden alle Beteiligten wahrhaftig zueinander sein, würden sich viele Probleme von alleine auflösen. Wenn das Vertrauen da wäre, würd das Leben ein Stück weit besser sein.

Als Abubakr (radi Allahu anhu) Kalif wurde, ernannte er Omar ibn Al-Khattāb (radi Allahu anhu) zum Richter in Medina. Dort wartete er ein Jahr vergebens auf Rechtsstreitigkeiten um Gerechtigkeit wiederherzustellen. Jedoch meldete sich kein einziger bei ihm. Niemand erhob eine Klage.

Warum wohl? Weil Vertrauen und Wahrhaftigkeit in der Gesellschaft herrschte. Und wenn diese beiden Tugenden in einer Gesellschaft herrschen, brauchen die Leute keinen Richter.

Die Wahrhaftigkeit ist eine edle Tugend und zugleich eine Notwendigkeit für glückliches und harmonisches Leben in der Gesellschaft.

Ein wahrhaftiger Politiker ist beliebter und erfolgreicher. Der wahrhaftige Händler, Handwerker, oder auch Anwalt ist genau das, wonach die Menschen suchen.

Wir haben alle unsre Erfahrungen im Leben gemacht. Wenn es schwierig wird, egal ob in der Familie, in der Politik oder in der Gesellschaft, waren es immer wahrhaftige, treue und weise Menschen, die diese Situationen gemeistert haben.

Die Nationen werden nur voran kommen, wenn Vertrauen in die Gesellschaft besteht und Vertrauen kann nur herrschen, wenn die Menschen in allen Bereichen wahrhaftig sind. Wir erleben derzeit eine Vertrauenskrise. Es herrscht blankes Misstrauen gegenüber den Aussagen, den Versprechen, den Taten und den Absichten.

Alle Politiker und Führer behaupten in Reden und Pressekonferenzen Weltfrieden schaffen zu wollen. In Wahrheit ist vieles nur gelogen. Jeden Tag werden Kriege in der Welt angezettelt oder angeheizt.

Aus diesem Grunde hat der Islam dem Lügen vom Anfang an den Kampf angesagt und der Wahrhaftigkeit einen großen Stellenwert verliehen. Der Islam hat die Wahrhaftigkeit mit Gottesfurcht verbunden. Allah (subhanahu wa ta’ala) warnt uns in Surat At-Tawbah mit folgenden Worten:

9_119

O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Allah und seid mit den Wahrhaftigen!” [9:119]

Die Wahrhaftigkeit ist der Schlüssel zur Tugendhaftigkeit und zur Gottesfurcht.

Unser Prophet Muhammad (ﷺ) sagte in ungefährerer Übersetzung:

Ehrlichkeit führt zur Tugendhaftigkeit und Tugendhaftigkeit führt ins Paradies. Und ein Mensch, der stets die Wahrheit sagt, wird bei Allah als der Wahrhaftige registriert. Und Lügen führt zur Sünde und Untugend, und die Untugend führt in die Hölle. Und ein Mensch, der unentwegt lügt, wird bei Allah als Lügner registriert.“

Das Lügen wurde vom Propheten Muhammad (ﷺ) als größte Untreue und Hochverrat gegenüber anderen bezeichnet. So sagte er in einer Überlieferung von Dawud und Ahmed, dass es die größte Untreue ist deinem Bruder, der dir Glauben schenkt, Lügen zu erzählen.

Darüber hinaus heißt es in einem authentischem Hadith nach Bukhari und Muslim, dass zu den Zeichen des Heuchlers drei gehören: Wenn er spricht, so lügt er, wenn er etwas verspricht, so hält er es nicht  ein, und wenn ihm etwas anvertraut wird, so veruntreut er es. Das Lügen ist also ein Charakterzeichen des Heuchlers. Für viele ist das Lügen regelrecht eine Sucht. Sie lügen so oft, dass es für sie eine Gewohnheit, ein Teil ihres Wesens geworden ist. Sie lügen um Strafen und ihrer Verantwortung zu entgehen. Sie lügen um materielle Vorteile zu erhalten und aus Neid gegenüber anderen.

Der Lügner kann auf lange Sicht nie Erfolg in seinem Leben erzielen und kann keine Rechtleitung finden. Früher oder später werden seine Lügen entlarvt. Mittelfristig kommen die Lügen zu ihm zurück, entziehen ihm seinen Lebensunterhalt und bringen ihm stetige Sorgen darüber, dass seine Mitmenschen den Lügen auf die Schliche kommen. Es verdunkelt und verhärtet das Herz.

Es sei an dieser Stellen zu erwähnen, dass es im Islam selbst aus Spaß verboten ist zu lügen. Es gibt bei uns keine Halbwahrheiten, Aprilscherze oder ähnliches, wie es einige praktizieren.

Der Prophet Muhammad (ﷺ) hat selbst im Spaß stets die Wahrheit gesprochen. So ging einmal eine ältere Frau zum Propheten und bat ihn ein Bittgebet dafür zu sprechen, dass sie das Paradies betreten wird. Unser Prophet (ﷺ) erwiderte aus Spaß: “Ältere Frauen werden das Paradies nicht betreten.“

Als er merkte dass sie traurig wurde, holte er sie ein und beruhigte sie mit folgender Erklärung: „Du wirst das Paradies nicht als alte sondern als junge Frau betreten, hast du etwa nicht die Aussage Allahs gelesen:  „Wir haben sie als eine wunderbare Schöpfung erschaffen. Und sie zu Jungfrauen gemacht“ [vgl. 56:35-37]

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Daraufhin lächelte sie und war sehr erfreut.

Das ist der Standpunkt des Islams zum Lügen, selbst im Spaß wurde es verboten.

Es gibt nur wenige Ausnahmen in denen es erlaubt ist zu lügen. Diese sind beschränkt auf 4 Situationen.
Drei davon gehen auf einen Hadith unseres Propheten (ﷺ) zurück, gemäß dem die Lüge im Kriegszustand gegenüber Feinden, um Zerstrittene zu versöhnen und um in einer Ehe schöne Worte an seine Frau zu richten, gestattet sind. Die Gelehrten fügten noch eine vierte Ausnahme hinzu und zwar um Menschenleben zu retten.

Daher liebe Geschwister, ist es ratsam für uns alle wahrhaftig zu werden und unsere Kinder auf diesem Weg zu erziehen, denn es gibt nichts schlimmeres für unsere Gesellschaft, als unseren Kindern falsche Werte und Signale zu vermitteln.

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) uns die Wahrheit erkennen und praktizieren lassen und uns zu den Wahrhaftigen zählen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Ein Nachruf zur Pilgerfahrt

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

 

vor wenigen Tagen haben viele Muslime die Pilgerfahrt verrichtet. Dies ist eine der größten ‘Ibadat im Islam.

Und nun kehren sie zu ihren Heimatländern zurück und sind glücklich dem Ruf Allahs gefolgt zu haben.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Quran (in der ungefähren Übersetzung):

10_58

Sprich: «Durch die Gnade Allahs und durch Seine Barmherzigkeit; hieran denn mögen sie sich freuen. Das ist besser als das, was sie anhäufen.»“ [10:58]

In diesem Zusammenhang und zu diesem Anlass möchten wir heute den folgenden Nachruf und Ermahnungen dazu verkünden:

Lieber Pilger,

nimm dich in Acht davor, wieder den Sünden und dem Haram zu verfallen, oder vulgär zu sein. Sei achtsam und zerstöre nicht das, was du mit der Pilgerfahrt an Gutem aufgebaut hast.

Allah (subhanahu wa ta’ala) warnt im edlen Quran mit folgenden Worten in der ungefähren Übersetzung:

nahl_92_auszug

Und seid nicht wie jene, die ihr Garn, nachdem es fest gesponnen war, wieder in aufgelöste Strähnen bricht, …“ [16:92]

Lieber Pilger,

sei dankbar, dass Allah (subhanahu wa ta’ala) dir diese Reise ermöglicht hat, dich reichlich belohnt hat und dir (in schā’a llāh) deine Sünden vergeben hat.

Halte diesen Kurs der Dankbarkeit ein!

So steht an einer weiteren Stelle im edlen Qur’an in ungefährer Bedeutung:

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Und Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist, und Ihm gebührt Gehorsam auf immer.

Wollt ihr also einen anderen zum Beschützer nehmen als Allah?  [16:52]

Lieber Pilger: Das Buch deiner Taten ist nun ganz weiß und frei vom jeglicher Sünde, sei achtsam und sorge dafür, dass du Gutes mit guten Taten ergänzt. Nichts ist hässlicher als Gutem etwas Schlechtem folgen zu lassen.

Lieber Pilger: Für eine reine und von Allah (subhanahu wa ta’ala) angenommene Pilgerfahrt gibt es klare Anzeichen und Hinweise. Al-Hasan al-Basrī wurde nach diesen Zeichen gefragt und er erwiderte in ungefährer Übersetzung:

Wenn der Pilger davon zurückkehrt, und sich vom Diesseits ab- und dem Jenseits zugewendet hat.“ 

Lieber Pilger: Die Pilgerfahrt und das Verrichten der darin enthaltenen ‘Ibadat hat dich Allahs Segen und Gnade näher gebracht und dir Seine Stellung in deinem Leben verdeutlicht, also sei in deinem Leben bei allem was du tust mit und für Allah (subhanahu wa ta’ala).

So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala) im edlen Quran in Surat Al-Baqarah (in der ungefähren Übersetzung):

Bildschirmfoto 2015-10-02 um 11.36.54

Dies sind Allahs Grenzen, so übertretet sie nicht! Wer aber Allahs Grenzen übertritt, diejenigen sind die Ungerechten. [2:229]

Wer den Ruf zur Pilgerfahrt erwiderte und diese verrichtet hat, sollte von da an immer dem Ruf Allahs zu mehr Hasanat und guten Taten folgeleisten ohne nachzulassen oder sich davon abbringen zu lassen.

Dieser Ruf gilt jedem, der diesen Tag erlebt und sich noch in Sünde befindet und noch nicht aufgewacht ist. Wann kommt deine Erkenntnis darüber, dass du etwas Falsches tust? Wann willst du zu Allah (subhanahu wa ta’ala) zurückkehren?

Jeder, der sich für den geraden Weg des Glaubens entschieden hat, soll diesen Kurs beibehalten und achtsam sein, denn diese Dunia ist nicht von Dauer. Nutze jeden Augenblick, um Allah (subhanahu wa ta’ala) näher zu kommen und sein Wohlwollen zu erlangen! Achte darauf, nicht überheblich zu werden und dich wegen deiner guten Taten für besser als andere zu halten, denn viele kleine gute Taten werden durch eine reine Nīya von Allah(subhanahu wa ta’ala) reichlich belohnt und für viele große gute Taten, bekommen wir kaum Belohnung, wenn unsere Absichten nicht ausschließlich Allahs Wohlwollen gegolten haben.

Lieber Pilger: Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) deine ‘Ibadat annehmen und dich reichlich belohnen und möge die Pilgerfahrt im nächsten Jahr kommen und unsere Ummah in bestem Zustand vorfinden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Sorgfalt – die verlorene Tugend

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

in der heutigen Predigt geht es um eine verlorene Tugend, nämlich die Sorgfalt.
So heißt es in einem Hadith in der ungefähren Bedeutung, dass Allah (subhanahu wa ta’ala) es liebt, wenn wir unsere Taten anständig und ordentlich verrichten.
Wie haben wir diesen Hadith jedoch zu verstehen? Oftmals lesen wir Hadithe ohne den Anlass, deren Kontext oder den zeitlichen Hintergrund zu kennen oder uns näher damit zu beschäftigen. Darum wir diesen Hadith genauer unter die Lupe.

Dieser Hadith, liebe Geschwister, entstand während einer Beerdigung und nicht bei einer beliebigen Beerdigung, sondern während der Beerdigung von Ibrahim, dem verstorbenen Sohn unseres Propheten Muhammad (ﷺ).

Man frage sich nun, was der Tod mit Sorgfalt und ordentlicher Arbeit zu tun hat?

Muhammad (ﷺ) sprach in seiner Trauer während der Beerdigung folgende Worte in sinngemäßer Übersetzung:

Das Auge tränt, das Herz trauert , doch wir sagen nur das, was Allahs Wohlwollen bringt, und wir sind über die Trennung von dir –mein Sohn Ibrahim- sehr traurig.“

Zwei der Gefährten unseres Propheten (ﷺ) stiegen hinab um einen Spalt im Grab zuzumauern, um dort den Leichnam des kleinen Sohnes hineinzulegen. Da bemerkte unser Prophet (ﷺ) eine Lücke zwischen den Steinen. Daraufhin sagte er (ﷺ), nicht dass es dem Verstorbenen nutzen oder schaden würde, sondern dass Allah (subhanahu wa ta’ala) es liebt, wenn wir unsere Taten anständig und ordentlich verrichten.

Selbst in diesem für unseren Prophet (ﷺ) schweren und emotionalen, war er darauf bedacht uns an gute Tugenden und Eigenschaften zu erinnern und uns deren Bedeutung klar zu machen, damit wir als Muslime unserer Rolle in diesem Leben im positiven Sinne gerecht werden.

Selbst bei einem schlichten Begräbnis gilt es ordentlich zu arbeiten. Wie sieht es dann bei anderen Tätigen, wie beispielsweise im Berufsleben, beim Bau von Häusern oder bei Fabrikarbeiten aus?

In einer anderen Begebenheit wird über einen gläubigen Arbeiter berichtet, der einiges Tages sein Werk nicht ganz ordentlich verichtete und ein minderwertiges Ergebnis abgab, weil sein Auftraggeber ihn nicht ausreichend dafür belohnte. In der Nacht jedoch konnte er nicht schlafen und arbeitete erneut daran. Voller Sorgfalt und Achtsamkeit. Am nächsten Tag tauschte er seine vorherige minderwertige Arbeit mit dem Guten aus. Der Auftraggeber bedankte sich daraufhin für die sorgfältige Leistung, doch der Arbeiter erwiderte, dass er dies ausschließlich aus Liebe zu Allah (subhanahu wa ta’ala) tat, Der ihm als Muslim auferlegt seine Taten stets ordentlich, gewissenhaft und voller Sorgfalt zu verrichten.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Qur’an in der ungefähren Übersetzung:

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Und du siehst die Berge, von denen du meinst, sie seien unbeweglich, während sie wie Wolken vorbeiziehen. – (Es ist) das Werk Allahs, Der alles vollendet hat. Gewiss, Er ist Kundig dessen, was ihr tut.” [27:88]

Und anderer Stellen in ungefährer Übersetzung:
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67_3

67_4

Segensreich ist Derjenige, in Dessen Hand die Herrschaft ist, und Er hat zu allem die Macht. (Er,) Der den Tod und das Leben erschaffen hat, damit Er euch prüfe, wer von euch die besten Taten begeht. Und Er ist der Allmächtige und Allvergebende. (Er,) Der sieben Himmel im Einklang erschaffen hat. Keinen Fehler kannst du in der Schöpfung des Gnadenreichen sehen. So wende den Blick wiederholt zurück: Siehst du irgendeinen Mangel? So wende den Blick abermals und abermals zurück. Dein Blick wird nur erfolglos und ermüdet zu dir zurückkehren.” [67:1-24]

Allah (subhanahu wa ta’ala) hat uns in Mekka, an dem Punkt an dem Ibrahim (alayhi salam) dass Haus Allahs erbaut hat, auferlegt mit unseren Gebeten zu beginnen und uns aufgefordert uns ein Beispiel an Ibrahim bei der Perfektion des Baus zu nehmen. Auch erwähnt Allah (subhanahu wa ta’ala) die sorgfältige Arbeit vergangener Nationen als Beispiel und Vorbild, obwohl diese zum Teil nicht gläubig waren.

Liebe Geschwister, nun fragt sich jeder, wie er besser in dem werden kann, was er tut?

Zunächst sollten wir unsere Arbeit nicht als bloße Gewohnheit betrachten, sondern darin einen Gottesdienst, eine ‘Ibada erkennen.
So heißt es im Qur’an dazu in ungefährer Übersetzung:

6_162

Sprich: «Mein Gebet und mein Opfer und mein Leben und mein Tod gehören Allah, dem Herrn der Welten.“ [6:162]

Auch sollten wir uns sicher darüber sein, dass wir am Jüngsten Tag danach beurteilt werden, wie gut und sorgfältig wir unsere Arbeit verrichtet haben.

Abschließend eine kurze amüsante und lehrreiche Anekdote:
Es gab einen Bauarbeiter, der lange Jahre für eine Firma arbeitete. Nun wollte er dort kündigen, um im Alter mehr Zeit für seine Familie zu haben. Sein Chef akzeptierte seine Kündigung unter einer Bedingung: er möge ein letztes Mal ein Haus bauen, bevor er geht. Der Arbeiter willigte zähneknirschend ein und begann hastig mit dem Bau. Eilig stellte er das Haus fertig, also ohne jegliche Sorgfalt. Hauptsache das Haus ist fertig und steht einigermaßen. Nun ging er zu seinem Chef, um ihm das fertige Haus zu zeigen und die Schlüssel zu übergeben. Sein Chef schmunzelte und sagte ihm, das er dieses Haus als Belohnung für seine langjährigen Dienst bekommt. Ihr könnte euch vorstellen, wie schnell der Bauarbeiter es bereute das Haus nachlässig gebaut zu haben.

Liebe Gläubige: Wer Gutes tut, der tut dies für sich selbst.

Ya Allah, verzeih uns unsere vergangenen Nachlässigkeiten, bestärke uns darin immer 100% zu geben und möglichst präzise und professionell zu sein. Ya Allah, nur Du bist wirklich perfekt und Du liebst das Sorgfältige. Darum lass uns sorgfältig sein und Dein Wohlwollen erreichen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.