Freitagspredigt

Familien im Umgang mit dem Coronavirus

Liebe Geschwister,

trotz aller Differenzen sind sich alle Länder und Nationen darüber einig, ihre Bemühungen im Kampf gegen diese Epidemie zum Schutze aller Völker zu vereinen

Nach dem Bittgebet an Allah ist dabei der beste Schutz für unsere Familie und unsere Angehörigen, dass wir zu Hause bleiben sollen.

Um diese Zeit der Isolation daheim jedoch sinnvoll und im Wohlwollen Allahs zu verbringen, bedarf es einer durchdachten Planung.

So gilt es dabei insbesondere darauf zu achten, dass die Zeit der Quarantäne nicht zu einer zusätzlichen Belastung wird und die Beziehung der Familienmitglieder untereinander nicht darunter leidet.

Wir sollten daher auf die Verteilung der Rechte und Pflichten eines jeden Mitglieds in der Familie achten, denn die Rolle eines jeden wird im Islam definiert und geht mit seinen eigenen Verantwortungsbereichen einher.

Gerade kleine Kinder, aber auch Erwachsene verfallen dabei durch die eingeschränkte Bewegungsfreiheit schnell der Langeweile. Wir wollen daher einige praktische Tipps bieten, wie ihr aus dieser Krise inschallah eine Chance machen könnt:

  • Zunächst sollten sich alle jüngeren und gesundheitlich stabilen Menschen um die älteren Familienmitglieder und ihre Nachbarn kommen und diese beispielsweise beim Einkaufen unterstützen.
  • Dabei gilt es stets sich selbst und andere zu motivieren und hoffnungsvoll mit der Situation umzugehen und an sich selbst zu arbeiten.
  • Was die Moscheen und Imame angeht wird inzwischen alhamdulillah einiges an digitalen Medien und Beratungsmöglichkeiten angeboten, die einem dabei helfen mit dieser Prüfung richtig umzugehen.
  • Ein anderer Punkt ist es sich zu Hause nicht noch mehr zu isolieren als nötig und sich nicht die ganze alleine ins Zimmer zurückzuziehen, sondern aktiv mit anderen Familienmitgliedern innerhalb des Haushalts Zeit zu verbringen.

Liebe Geschwister,

wir sollten uns in Zeiten wie diesen ein Beispiel daran nehmen, was andere Menschen in ähnlichen Situationen für bewährte Methoden einsetzen. So zum Beispiel Astronauten. Sie teilen sich ihre Zeit im Weltall ein, setzen sich vernünftige Zeiten zum Essen, Schlafen, zum Arbeiten, für den Sport und sonstige Aktivitäten. Sie sitzen nicht nur sinnlos alleine rum und lassen ihr Leben verstreichen.

Auch bietet diese Situation durch die Digitalisierung großartige Möglichkeiten, um uns weiterzubilden. Akademiker und Experten könnten völlig neue Kanäle, Medien oder Lernportale ins Leben rufen, von denen wir alle profitieren könnten.

Und letztlich ist diese Zeit für unseren Glauben besonders kostbar.

Beispielsweise können dank Home Office und Quarantäne sehr viel einfacher Gebete zur dafür vorgesehenen Zeit verrichtet werden. Wir könne die Gebete gemeinsam mit unserer Familie verrichten, um ein Vielfaches des Lohns zu erhalten und damit das Zugehörigkeitsgefühl unserer Familie zu stärken.

Dafür sollte bestimmt werden wo, die gemeinsame Gebetsecke im Haus sein soll und einer aus der Familie sollte die Aufgabe des Muezzins übernehmen und den Athan ausrufen. Wer am meisten Koran rezitieren kann, sollte die Aufgabe des Vorbeters übernehmen und im Anschluss an das Gebet könnten sich die Familienmitgliedern mit kleinen Vorträgen abwechseln und auch gemeinsam Bittgebete sprechen.

Liebe Geschwister,

Unser Glaube bietet uns Halt und Stärke. Dies ist etwas worum uns viele Menschen beneiden. Seid dankbar dafür und nutzt diese Zeit im Wohlwollen Allahs!

Möge Allah der Allerhabene uns, unsere Familien und alle Menschen vor jeglichem Schaden und Leid bewahren.

Amin. Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

 

Dies ist die sinngemäße Übersetzung zu folgender arabischsprachiger Predigt auf YouTube:


Bei Interesse könnt ihr gerne unseren offiziellen YouTube-Kanal abonnieren und die Glocke aktivieren, um keine Videos unserer Moschee zu verpassen.

Geduld im Umgang mit Corona


Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

in unserer heutigen Predigt wollen wir im Zusammenhang mit dem Coronavirus über die Geduld im Umgang mit Herausforderungen und schweren Prüfungen sprechen.

Einerseits macht der Coronavirus derzeit vielen Menschen verständlicherweise Angst und sorgt für eine weltweite Verunsicherung.

Andererseits zieht die Menschheit gerade wegen dieser Krise in noch nie dagewesener Form an einem Strang und fährt das wetteifern in materiellen Dingen runter. Stattdessen werden die Kräfte gebündelt, um gemeinsam an einem Gegenmittel oder einer Impfung gegen diesen Virus zu arbeiten.

Nun ist es Zeit für alle Völker dieser Welt – und dazu zählen auch wir Muslime – Geduld zu üben und sich durch Mitarbeit um eine Lösung zu bemühen.

Allah der Allerhabene prüft uns mit solchen Herausforderungen, damit wir Dankbarkeit zeigen und Demut beweisen. Selbst wenn wir Dingen begegnen, die uns zuwider sind, gilt es positiv zu bleiben und Geduld zu bewahren. So sagt Allah im edlen Koran in Surat Al-Anbiya, Vers 35 mit eindringlichen Worten in der ungefähren Übersetzung:

Jede Seele wird den Tod kosten. Und Wir prüfen euch mit Schlechtem und Gutem als Versuchung. Und zu Uns werdet ihr zurückgebracht.“


Aber warum sollten wir überhaupt Geduld üben?

Zunächst belohnt Allah der Allgnädige und Barmherzige den Geduldigen. Auch schützt uns  die Geduld davor, unüberlegt zu handeln und bewahrt uns vor Resignation, Trauer und Unzufriedenheit. Dies würde uns nämlich nicht weiterhelfen und auch nichts an unserer Situation ändern, sondern würde uns sogar ganz im Gegenteil zusätzlich belasten.

Auch können wir die Zeit in der Quarantäne sinnvoll nutzen, um uns unserem Schöpfer anzunähern, unsere Beziehung gegenüber unserer Familie innerhalb der eigenen vier Wände zu verbessern und den edlen Koran zu rezitieren.

Abschließend sollten wir zuversichtlich sein und auf Allah den Allmächtigen vertrauen, der  letztlich alles zum Guten wenden wird. So lautet unsere Devise in diesen Zeiten:

Je größer die Herausforderung ist, desto größer ist unser Gottvertrauen.

Liebe Geschwister, wir müssen geduldig sein und die Erlösung abwarten. So heißt es dazu sinngemäß in einem äußerst bekannten Koranvers:

[…] Wahrlich, nach der Erschwernis kommt die Erleichterung.“ 

Möge Allah der Allgnädige uns und all unsere Mitmenschen vor allem Übel beschützen.

Amin. Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Dies ist die sinngemäße Übersetzung zu folgender arabischsprachiger Predigt auf YouTube:

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Wir schließen die Moschee vorübergehend

Liebe Geschwister,

angesichts der aktuellen Gesundheitssituation in Deutschland hat der Vorstand der Othman Ibn Affan Moschee entschieden zur Vorbeugung der Verbreitung des Coronaviruses die Moschee für alle Aktivitäten zu schließen. Dies gilt sowohl für die täglichen fünf Gebete, das Freitagsgebet, den Betrieb unserer Schule und alle anderen Aktivitäten.

Die Schließung gilt ab Montag den 16.03.2020.
Der Betrieb der Schule wird erst nach den Osterferien fortgesetzt. Mehr dazu hier.

الإخوة الكرام
نظرًا للظروف الصحية التي تمر بألمانيا والخوف من تفشي وباء فيروس كورونا
قررت لجنة مسجد عثمان بن عفان روسلسهيم
إغلاق المسجد في كافة الأنشطة ( الجمعه – الصلوات الخمس – الاحتفالات – المدرسة – الدروس – الشباب – أنشطة الأخوات ) من يوم الاثنين 16 مارس 2020 الى 31 مارس 2020

Aktiv sein und auf Allah vertrauen!

 


Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.
Im edlen Qur’an steht in ungefährer Übersetzung:

„Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.”

Liebe Geschwister,

in unserer heutigen Freitagspredigt wollen wir darüber sprechen, dass man sich stets auf Allah den Allerhabenen verlassen und dabei nicht untätig sein sollte.

Im edlen Koran, Surat Al-Furqan heißt es dazu in Vers 58 in der ungefähren Übersetzung:

Und verlasse dich auf den Lebendigen, Der nicht stirbt, und lobpreise Ihn. Er genügt als Kenner der Sünden Seiner Diener,“

und auch in Surat At-Tauba, Vers 51 heißt es dazu in der ungefähren Übersetzung:

„Sag: Uns wird nur das treffen, was Allah für uns bestimmt hat. Er ist unser Schutzherr. Auf Allah sollen sich die Gläubigen verlassen.“

So ist es doch so, dass uns Allah im Qur’an mehrfach dazu auffordert uns auf ihn zu verlassen. In Vers 158 in Surat Al-Imran heißt es dazu in ungefährer Übersetzung:

„…Und wenn du dich entschlossen hast, dann verlasse dich auf Allah! Gewiß, Allah liebt die sich (auf Ihn) Verlassenden.“

Aber nicht nur im Qur’an, sondern auch in zahlreichen Hadithen finden wir Aussagen zu diesem Thema. 

So geht beispielsweise aus einen überlieferten Hadith hervor, dass eine Gruppe von 70.000 Personen ins Paradies eintreten wird, ohne am Jüngsten Tag Rechenschaft ablegen zu müssen. Als der Gesandte Allahs (ﷺ) danach gefragt wurde, wer diese Gruppe sei, beschrieb er die Menschen, als Gläubige, die sich auf Allah den Allerhabenen und nicht auf seine Geschöpfe verlassen haben. Es seien diejenigen, die in allem was sie tun, wahrhaftig und gerecht sind. Auch sind es diejenigen, die sich obwohl sie sich auf Allah verlassen haben, nicht passiv wurden, sondern aktiv handelten. So zum Beispiel wie jemand, der im Krankheitsfall Medikamente einnimmt und Allah anschließend um Heilung bittet. Diese Menschen arbeiten hart in ihrem Leben, um ihre Ziele zu erreichen und Allah der Allerhabene belohnt sie dafür mit dem Erfolg.

Liebe Geschwister,

wir müssen erkennen,

dass alle Macht ausschließlich in der Hand von Allah dem Allerhabenen liegt.

Wir müssen erkennen, dass Er alleine alles weiß, was war, was ist und was sein wird.

Wir müssen erkennen, dass wir hingegen nur Seine Geschöpfe sind und geduldig und dankbar sein sollten.

Ya Allah, lass uns das Gehörte verinnerlichen und voller Vertrauen auf Dich sein. Amin. Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Pflege der Beziehung zur engen Verwandtschaft – Silat-ur-Rahim

 


Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.
Im edlen Qur’an steht in ungefährer Übersetzung:

„Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.”

Liebe Geschwister,

in unserer heutigen Freitagspredigt wollen wir wir über die Pflege der Beziehung zu engen Verwandtschaft sprechen. Auf Arabisch wird dies als Silat-ur-Rahim bezeichnet.

Mit der engen Verwandtschaft sind zunächst die Verwandten seitens der Mutter und des Vaters gemeint. Nach Übereinstimmung aller Gelehrten ist die Pflege der Beziehung zu ihnen eine islamische Pflicht und die Vernachlässigung dieser Beziehung gilt als eine große Sünde für die Allah, der Allerhabene eine harte Bestrafung vorgesehen hat.

Im edlen Qur’an in den Versen 22-23 in Surat Muhammad heißt es dazu in der ungefähren Übersetzung:

„Werdet ihr vielleicht, wenn ihr euch abkehrt,

auf der Erde Unheil stiften und eure Verwandtschaftsbande zerreißen?

Das sind diejenigen, die Allah verflucht; 

so macht Er sie taub und läßt ihr Augenlicht erblinden.“

Auch ist die Pflege einer guten Beziehung zur eigenen Verwandtschaft ein Zeichen eines starken Glaubens und ist direkt mit der Beziehung zu Allah dem Allerbarmer und Allbarmherzigen verbunden. Gemäß eines vom Gelehrten ʿAbd ar-Rahmān ibn ʿAuf überlieferten Hadith ist der arabische Begriff der engen Verwandtschaft „al-Rahem“ nämlich sprachlich vom Namen Allahs al-Rahmān abgeleitet.

Wer jedenfalls diese Beziehung aufrecht erhält, sprich „Silat-ur-Rahim” pflegt, zu dem hält auch Allah der Allerhabene Seine Beziehung ein und wer diese Beziehung unterbricht, zu dem bricht Allah der Allerhabene ebenfalls Seine Beziehung ab.

Weiterhin heißt es in einem weiteren Hadith sinngemäß, dass derjenigen, der an Allah und Seine Gesandten glaubt, seine Verwandtschaft besuchen und sich um sie kümmern sollte.

Liebe Geschwister, wer sich um seine Verwandten bemüht, dem geht es nachweislich gut und er wird ein gesegnetes Leben, Reichtum und rechtschaffene Nachkommen haben. Darum sollten wir unsere Verwandten besuchen und uns um sie kümmern, auch wenn es manchmal nicht leicht ist und unsere Verwandten möglicherweise nicht das dasselbe für einen tun. So versucht doch der Sheytan mit allen Mitteln unsere Beziehungen untereinander zu zerstören und dafür sollten wir ihm keine Gelegenheit bieten. Weiterhin sollten wir Streitigkeiten mit unseren Verwandten nicht an unsere Kinder weiterreichen und sie dennoch dazu erziehen gute Gläubige zu sein, die sich um ihre Verwandtschaft kümmern.

Möge Allah der Allerhabene, unsere Familien zusammenhalten lassen und zu einem Anlass für reichlich Segen in unserem Leben werden lassen. Amin. 

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Das Verbot von Selbstmord im Islam

 


Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.
Im edlen Qur’an steht in ungefährer Übersetzung:

„Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.”


Liebe Geschwister,

in unserer heutigen Freitagspredigt wollen wir über ein heikles Thema sprechen. So trägt die Khutba den Titel: Das Verbot von Selbstmord im Islam.

Wir begegnen heutzutage bei unserer Jugend immer häufiger Selbstmordgedanken, obwohl dies etwas ist, was in unserem Glauben und unserer Kultur fremd ist.

Wir treffen Jugendliche an, welche die Hoffnung auf ein besseres Leben verloren haben und in vermeintlich muslimischen Ländern unter Unrecht und Unterdrückung leiden.
Anstelle jedoch den Herausforderungen entgegen zu treten und zu versuchen diese zu meistern, flüchten einige von ihnen in den Selbstmord.

Liebe Geschwister, Selbstmord ist eine große Sünde und nach Übereinstimmung aller islamischen Gelehrten und Rechtsschulen haram.

Auch ist sich die Gemeinschaft der islamischen Gelehrten darüber einig, dass derjenige, der Selbstmord begeht, damit nicht nur eine große Sünde begangen hat, sondern dafür auch keine Vergebung erhalten wird. Derjenige bleibt jedoch Muslim und das Totengebet wird auf ihn verrichtet und er wird auch bei den Gräbern der Muslime beigesetzt.

Weiterhin ist für denjenigen, der versucht sich selbst zu töten oder sich umgebracht hat, von seinem Eigentum eine Abgabe an die Armen zu entrichten.

Im edlen Koran, Surat An-Nisa Vers 29 heißt es dazu in der ungefähren Übersetzung:

„O die ihr glaubt, zehrt nicht euren Besitz untereinander auf nichtige Weise auf, es sei denn, dass es sich um einen Handel in gegenseitigem Einvernehmen handelt. Und tötet euch nicht selbst (gegenseitig). Allah ist gewiß Barmherzig gegen euch.“

Auch geht aus Hadithen einiges über die Bestrafung eines Selbstmörders am Jüngsten Tag hervor. So sagte der Gesandte Allahs (ﷺ) sinngemäß, dass derjenige, der sich mit einem Stück Metall tötet, im ewigen Höllenfeuer wieder und wieder darunter leiden wird und dass derjenige, der sich vergiftet hat, ebenfalls ewig die darin verweilen wird und der Zorn Allahs auf ihn herabgelassen wird. Das gleiche gilt auch für denjenigen, der sich von einem Berg nieder stürzt und sich damit tötet.

Nach dieser mehr als deutlichen Botschaft, dass Selbstmord im Islam verboten ist, sollten wir jedoch schauen wie es bei manchen überhaupt dazu kommt.

Sicherlich ist das Leben nicht immer einfach, aber wenn Gläubige den Sinn des Lebens nicht richtig verstanden haben und nicht erkennen, dass Leben und Tod in der Hand Allahs liegen und Er uns mit Herausforderungen prüft, um uns entsprechend zu belohnen oder zu bestrafen, ist das ein wesentlicher Teil der Ursache dieses Problems.

Als Muslime müssen wir uns stets in Geduld üben und dem Vorbild des Gesandten Allahs (ﷺ) folgen, der geduldig seinem Schicksal begegnete.

Das Leben ist voller Freude, aber auch gepflastert mit schweren Prüfungen und Schicksalsschlägen.

Liebe Geschwister, wir dürfen nicht aufgeben und uns den Tod wünschen, sobald wir Schwierigkeiten antreffen, sondern müssen hoffnungsvoll bleiben.

Auch Depressionen können ein Grund für Selbstmordgedanken sein, welche jedoch mit professioneller ärztlicher Behandlung oder auch mit Medikamenten in den Griff bekommen werden kann, denn unsere Gesundheit ist ein Geschenk von Allah dem Allerhabenen. Jeder Tag an dem wir gesund sind, ist eine Gelegenheit um Gutes zu tun und uns Allah anzunähern und letztlich mit den Paradies belohnt zu werden.

Ein weiteres Problem kann jedoch auch mangelnder Eigenantrieb und ein schwacher Glaube sein. Daran sollten wir arbeiten.

Liebe Geschwister, wer für sich etwas Gutes wünscht, der muss auch dafür etwas tun und sich anstrengen, denn es regnet kein Gold und kein Silber einfach vom Himmel.

Eine weitere Ursache für Selbstmordgedanken können natürlich auch Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit in Orten sein, die von ungerechten Regimen und Diktatoren beherrscht werden und Menschen zur Resignation verleiten.

Wir müssen jedoch stark bleiben und gewiss darüber sein, dass Glaube und Verzweiflung nicht in einem Herzen zusammentreffen können und all diese Unrechtssysteme und Diktatoren verschwinden werden. Wir dürfen daher unsere Hoffnung und unser Vertrauen auf Allah den Gerechten und Allerhabenen nicht verlieren.

Das Diesseits mit Leben erfüllt und die Wahrung des Lebens ist unsere Hauptaufgabe. Dafür müssen wir unseren Glauben weiter stärken und uns weiterbilden, denn nur so sind wir in der Lage den Sinn des Lebens und den Zusammenhang zwischen dem Leben und unserem Glauben besser einzuordnen.

Dabei sollte stets der Gesandte Allahs (ﷺ) unser Vorbild sein, der nach schweren Zeiten stets als Gewinner aus dem Leben hervorging.

Möge Allah der Allerhabene uns vor solchen Gedanken bewahren, uns die Hoffnung niemals aufgeben lassen und unsere Geduld belohnen.

Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Rolle der islamischen Gelehrten

 


Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

eine gute und gesunde Glaubensgemeinschaft hängt stark vom Zustand seiner Gelehrten ab, die sie prägen und beeinflussen.

Die Gelehrten  und ihre Rolle in der Gesellschaft sind dabei von unbestreitbarer Bedeutung, denn die Ulama erklären den Glauben und bringen uns damit näher zu Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى).

So ist doch das Wissen die tragende Säule unseres Glauben, denn ohne Wissen können wir unsere Religion nicht richtig verstehen und praktizieren.

Auch wird die hohe Stellung der Gelehrten im Islam in vielen Hadithen betont und wir finden darin sogar die Bezeichnung der Erben der Gesandten und Propheten Allahs (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى).

Auch nennt Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) im Koran diejenigen, die Wissen besitzen an mehreren Stellen neben seinem Namen, um ihre Rolle zu unterschreichen. Beispielswiese in Surat Al-Imran, Vers 18, wo es in der ungefähren Übersetzung heißt:

„Allah bezeugt, daß es keinen Gott gibt außer Ihm; und (ebenso bezeugen) die Engel und diejenigen, die Wissen besitzen; [dass Er ] der Wahrer der Gerechtigkeit [ist]. Es gibt keinen Gott außer Ihm, dem Allmächtigen und Allweisen.“

Umso bitterer ist es mitanzusehen wie viele Gelehrte sich leider von korrupten und schlechten Herrschern in ihren Ländern beeinflussen lassen. Diese Gelehrte bewegen sich im Umfeld ihrer Herrscher und unterstützen sie, um weltliche Belange und finanziellen Reichtum unrechtmäßig zu erlangen.

Diese Ulama haben ihre Rolle und Einfluss auf die Gesellschaft vergessen und ihre Gottesfurcht abgelegt.

Europa litt bereits Jahrhunderte unter solchen Umständen, wo Religionsvertreter nur nach Macht und Reichtum strebten und sich nicht für die Belange der Gläubigen interessierten, mit der Folge, dass sich viele Menschen von ihrem Glauben abwendeten, was auch heutzutage noch spürbar ist.

So ist es im Islam strengstens verboten, dass sich Gelehrte unrechtmäßig auf Seiten der Herrscher oder der Stärken schlagen. Ganz im Gegenteil hat der Gelehrte genau dann die Pflicht und die Aufgaben sich gegen Unrecht aufzulehnen und dem Herrscher klar zu machen, dass seine Taten nicht islamisch sind, damit Recht, Ordnung und Frieden einkehren kann.

Wir dürfen aber vor lauter Negativbeispielen nicht die positive Beispiele vergessen. Ulama, die sich gegen Herrscher auflehnten, auch wenn sie dafür getötet oder des Landes verwiesen wurden. Diese Gelehrten haben sich nicht einschüchtern lassen und waren keine Heuchler.

So waren doch diese Gelehrten die Ursache dafür, dass viele Kalifen von ihren unrechtmäßigen Taten abliessen, wahrhaftig bereuten und ihr Handeln im Sinne des Volkes geändert haben.

Denn nur durch den Mut, das Wissen und die Vorbildfunktion der Ulama, haben es die Muslime in der Vergangenheit zu großen Erfolg gebracht.

Wir müssen daher unseren Gelehrten die richtige Stellung in unserer Mitte geben und ihnen den gebührenden Respekt zollen, den sie auch verdient haben, damit sie sich auch in uns wiederfinden und in unserem Sinne handeln.

Möge Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) den Ulama dabei helfen stets voller Taqwa zu handeln und sich nicht von weltlichen Belangen leiten zu lassen. Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Mit Motivation zurück zum Qur’an

 


Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

wir alle wissen um den Segen, den wir im edlen Qur’an finden und wie wichtig es ist, dass wir ihn als Muslime auswendig lernen und in unseren Herzen tragen sollten.

Ein Problem ist jedoch, dass viele von uns die Jahre verstreichen lassen und sich selbst vormachen, dass sie erst morgen oder übermorgen damit anfangen wollen den Qur’an zu erlernen. Wenn wir ehrlich mit uns sind, dann ist diese Absicht oftmals nur ein leeres Versprechen.

Aus Kindern werden Erwachsene, die bereits eigene Kinder aufziehen und dabei entstehen Familien, in denen viele Mitglieder kaum eine einzige Sure oder einen Vers halbwegs aus dem edlen Qur’an rezitieren können.

Ganze Generationen wachsen heran, die fern vom Qur’an sind. Für sie ist es ein fremdes Buch, dessen Worte sie weder lesen noch verstehen können.

Dabei sollten wir erkennen, dass der edle Qur’an die Gefährten des Propheten (ﷺ) damals in Scharen zum Islam brachte und ihr ganzes Leben nachhaltig veränderte.

Der edle Qur’an gibt den Gläubigen, die ihn lernen wollen eine unglaubliche Kraft und Energie, die selbst Sprachbarrieren überwinden lassen, denn der edle Qur’an wurde dargelegt, damit alle Menschen unterschiedlichster Sprachen ihn erlernen können.

Ihr kennt die Berichte, wie selbst junge Kinder, die aus einem völlig anderen Sprachraum kommen den Qur’an auswendig lernen, wie zum Beispiel ein 12-jähriger Junge aus der ehemaligen Soviet Union, der im Geheimen an abgelegenen Orten mit seinem Vater den Koran erlernte, bis er ihn schließlich auswendig konnte. Selbst körperliche Einschränkungen sind kein Hindernis um den Qur’an zu erlernen, wie wir an zahlreichen Beispielen wie dem Sahabi Abdullah ibn Umm-Maktum sehen konnten.

Liebe Geschwister, wer den edlen Qur’an auswendig kann, der zählt zu den wahren Dienern Allahs. Wer den edlen Qur’an auswendig kann, dessen Taten werden um das Vielfache belohnt. Wer den edlen Qur’an auswendig kann, dessen Herz strahlt Ruhe und inneren Frieden aus. Wer den edlen Qur’an auswendig kann, wird am Tage des eigenen Todes standhaft sein und die Fragen der Engel richtig und sicher beantworten. Wer den edlen Qur’an auswendig kann, der wird von Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) und von seinen Mitmenschen geliebt.

Lasst uns daher im bevorstehenden Ramadan einen Plan aufstellen, unserer Familie und unseren Kinder wenigstens eine Sure vom edlen Koran beizubringen, damit wir die heilige Schrift zurück ins Zentrum unseres Lebens rücken und uns als Gläubige stärken.

Möge Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) uns dabei helfen den Qur’an zu erlernen und unsere bisherige Nachlässigkeit vergeben. Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Beginn der Freitagspredigt: 14:45 Uhr

Die Freitagspredigt in der Othman Ibn Affan Moschee beginnt inshaAllah um ¼ vor 3.
Anbei noch etwas Information zur Sunnah unseres Propheten فاتبعوني – ﷺ

Freitagspredigt: Menschlichkeit und Brüderlichkeit

Menschlichkeit-Hände

 


Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

in der heutigen Freitagspredigt wollen wir über Brüderlichkeit, Menschlichkeit und Rassismus sprechen.

Der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht andere Menschen, Verwandte und Freunde, um sich wohlzufühlen.

Wahrlich arm ist derjenigen, der sich nicht um andere bemüht und es bevorzugt alleine und einsam durch das Leben zu gehen.

Unabhängig von Religion, Herkunft, Hautfarbe oder sozialer Stellung sind wir doch alle Menschen und miteinander verbunden.

Es kann nicht angehen, dass die friedliche Botschaft des Islams missbraucht wird, um Hass, Zerstörung und bewaffnete Konflikte zu verbreiten, worunter auch Muslime, Kinder, Frauen und alte Menschen leiden, wo doch der Islam Frieden und Glück für alle Menschen bringen soll.

Dieser Missbrauch unserer Religion ist jedoch erst möglich geworden, weil wir uns so weit von unserem Glauben entfernt haben und es durch unser Verhalten zugelassen haben, dass andere ihre Ideologien unter dem Deckmantel des Islams propagieren können und sich als wahre Gläubige darstellen.

Wir müssen verstehen, dass die Brüderlichkeit im Islam vier Stufen und Formen kennt.

Die zu den eigenen Geschwistern innerhalb der Familie, dann die Verwandten und entfernten Angehörigen, dann die Verbindung zu unseren Geschwistern im Glauben, die in Surat Al-Hujurat Vers 10 in der ungefähren Übersetzung wie folgt beschrieben werden:

Die Gläubigen sind doch Brüder. So stiftet Frieden zwischen euren beiden Brüdern und fürchtet Allah, auf dass ihr Erbarmen finden möget.“

Und dann noch die Verbindung zu allen unseren Mitmenschen, denn Adam (aleyhi salam) ist unser aller Vater.

Liebe Geschwister,

Gemäß überlieferten Hadithen des Gesandten Allah (ﷺ) haben wir verschiedene Rechte und Pflichten füreinander. Wir sollten uns gegenseitig mit Rat und tat zur Seite stehen, sollten füreinander da sein, egal ob im Krankheitsfall oder gar bis zum Tod. 

So hat unser Vorbild Muhammad (ﷺ) kranke Bedienstete besucht und stand als Zeichen des Respekts und der Anteilnahme auf, als der Leichnam eines Juden vorbeigetragen wurde.

Auch seine Wahrung von Verträgen und Abkommen mit Mitmenschen außerhalb der islamischen Gemeinde, zeigt seine Verpflichtung und Haltung gegenüber anderen und wie diese im Islam zu verstehen ist, denn die Pflege dieser Beziehungen und die Einhaltung von Abmachungen haben viele positive Auswirkungen auf uns selbst und auf die ganze Gesellschaft.

Wie können wir unsere Brüderlichkeit und Menschlichkeit wieder beleben und verbessern?

Zum einen in dem wir uns gute Freunde suchen, die einen positiven Einfluss auf uns und unser Leben haben. Weiterhin sollten wir uns freundlich gegenseitig begrüßen und empfangen, denn auch ein Lächeln kann viel Positives bewirken und ist eine gute Tat.

Wir sollten füreinander da sein, gute Absichten füreinander hegen, reinen Herzens sein, uns gegenseitig beschenken und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Denn ein Herz, das den Islam als Glauben in sich trägt, kennt keinen Hass, keinen Hochmut, keinen Rassismus und keinen Neid gegenüber anderen Menschen.

Wer Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) liebt, kann seine Mitmenschen nicht hassen!

Ya Allah, hilf uns dabei unsere Herzen von negativen Gefühlen zu befreien und lass uns ein Licht der Menschlichkeit und Güte sein.

Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Freitagspredigt: Der gute Rat

Vater-Sohn-Ratschlag

 


Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

egal ob jung oder alt, hin und wieder braucht jeder von uns in allen möglichen Lebenslagen einen guten Rat und darum wollen wir heute darüber sprechen, was bei einem Ratschlag zu beachten ist.

So bezeichnete doch unser Prophet Muhammad (ﷺ) in einem Hadith unseren Glauben ebenfalls als einen guten Rat, der um Allahs Wohlwollen hin ausgesprochen wird.

Sprachlich ist mit einem guten Rat eine Empfehlung gemeint, um etwas Gutes zu tun oder etwas Schlechtes zu vermeiden. Beispielsweise, wenn eine Regierung darauf hingewiesen wird ihrer Rolle und Verantwortung gerecht zu werden.

Auf Arabisch kommt noch die Bedeutung hinzu, dass sich Gläubige untereinander in guter Absicht einen Rat erteilen sollen, um sich zu schützen oder allen gemeinsam zu einem Vorteil zu verhelfen.

Im islamischen Sinne ist es beispielsweise ein guter Rat jemandem zu empfehlen sich Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) anzunähern, den Glauben mit reiner Absicht zu praktizieren, sich seiner Sterblichkeit bewusst zu werden, sich mit dem edlen Koran zu befassen, über die Verse darin nachzudenken, die enthaltene Botschaft zum eigenen moralischen Maßstab werden zu lassen und die Inhalte daraus im Umgang mit seinen Mitmenschen wie dem Ehepartner, der Familie, den Nachbarn, den Mitschülern und den Arbeitskollegen umzusetzen.

Kurzum: an die Botschaft unseres Propheten Muhammads (ﷺ) zu glauben und seiner Sunnah zu folgen.

Eine Empfehlung oder ein guter Ratschlag sollte jedoch niemals hochmütig oder herablassend gegeben werden, sondern mit Rücksicht und Fingerspitzengefühl vermittelt werden.

So ist es verkehrt einen Ratschlag in der Öffentlichkeit zu erteilen und jemanden durch die Ermahnung zu blamieren oder zu kränken. Vielmehr sollte ein Ratschlag zum richtigen Zeitpunkt im Privaten gegeben werden. Auch sollte ein Ratschlag von seiner Art und Weise nicht voller Vorwürfe und Tadel sein, sondern konstruktiv gestaltet werden. Denn es kommt nicht nur auf die Botschaft an, sondern auch darauf an wann und wie diese Botschaft überbracht wird.

Im edlen Koran heißt es dazu in Surat An-Nahl in Vers 125 in der ungefähren Übersetzung:

Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung, und streite mit ihnen in bester Weise. Gewiß, dein Herr kennt sehr wohl, wer von Seinem Weg abirrt, und Er kennt sehr wohl die Rechtgeleiteten.“

Weiterhin sollte derjenige, der einen Ratschlag oder eine Empfehlung gibt, auch selbst ein Vorbild sein und entsprechend der eigenen Empfehlung handeln.

In Surat al-Baqara Vers 44 sagt Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) in der ungefähren Übersetzung dazu:

Befehlt ihr denn den Menschen Güte, während ihr euch selbst vergesst, wo ihr doch die Schrift lest? Begreift ihr denn nicht?“

In diesem Sinne beratet euch gegenseitig liebe Geschwister, aber achtet dabei auch auf die Art und Weise, denn ein guter Ratschlag soll niemanden erniedrigen, sondern uns alle gemeinsam aufsteigen lassen.

Ya Allah, verzeih uns unsere Überheblichkeit und hilf uns dabei uns gegenseitig im Guten zu bestärken.

Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Freitagspredigt: Die Kenntnis über Allah

 


Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]


Liebe Geschwister,

in der heutigen Freitagspredigt wollen wir über unsere Kenntnis über Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) sprechen.

Allah zu kennen ist etwas, was jeden Gläubigen beschäftigen sollte. Denn nur wer weiß, wer und wie Allah ist, kann auch wahrhaftig an Ihn glauben.

Wer Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) nicht kennt, der hat wahrlich verloren und sich im Leben geirrt, selbst wenn er darin materiellen Erfolg erzielen mag.

Ein Grundsatz des Islams ist es, an Allah zu glauben, obwohl wir Ihn nicht sehen können.

So beschreibt sich Allah im edlen Koran in Surat Al-Anam, Vers 103 in der ungefähren Übersetzung wie folgt:

„Die Blicke erfassen Ihn nicht, Er aber erfasst die Blicke. Und Er ist der Feinfühlige und Allkundige.“

Wir glauben an Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى). Nicht nur mit bloßen Worten, sondern aus fester Überzeugung dessen, dass alles in seiner Hand liegt, er uns erschaffen hat, uns großzügig mit seinem Reich beschenkt hat und uns zum Leben erweckt hat und eines Tages auch sterben lassen wird, um uns danach für unsere Taten zur Verantwortung zu ziehen.

Ein Weg um Allah näher kennen zu lernen, ist es sich mit dem Koran, dem regelmäßigem Gebet in der Moschee und intensiv mit dem eigenen Glauben zu beschäftigen. 

Auch hilft das Nachdenken über das Universum und den Sinn des Lebens dabei sich Allah anzunähern und Ihn besser kennenzulernen.

Im Koran heißt es dazu in Surat Al-Imran in den Versen 190 bis 191 in der ungefähren Übersetzung:

„In der Schöpfung der Himmel und der Erde und in dem Unterschied von Nacht und Tag liegen wahrlich Zeichen für diejenigen, die Verstand besitzen, die Allahs stehend, sitzend und auf der Seite (liegend) gedenken und über die Schöpfung der Himmel und der Erde nachdenken: 

„Unser Herr, Du hast (all) dies nicht umsonst erschaffen. Preis sei Dir! Bewahre uns vor der Strafe des (Höllen)feuers.“

Weiterhin heißt es dazu in Surat Al-Araf Vers 185 in der ungefähren Übersetzung:

„Haben sie sich denn nicht im Reich der Himmel und der Erde umgeschaut und was Allah an Dingen erschaffen hat und, dass ihre Frist vielleicht nahegerückt ist? An welche Aussage nach dieser wollen sie denn (sonst) glauben?“

Nun liegt es bei uns diese Zeichen zu verstehen und entsprechend zu handeln und nicht zu denen zu gehören, die im edlen Koran in Surat al-Gatiya Vers 17 in der ungefähren Übersetzung wie folgt beschrieben werden:

Und Wir gaben ihnen klare Beweise in der Angelegenheit (der Religion). Sie wurden aber erst uneinig, nachdem das Wissen zu ihnen gekommen war – aus Missgunst untereinander. Gewiß, dein Herr wird am Tag der Auferstehung zwischen ihnen über das entscheiden, worüber sie uneinig zu sein pflegten.“

Liebe Geschwister,

als Gläubige sollten wir stolz darauf sein Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) zu kennen und uns nicht verstecken, denn Allahs Botschaft an uns ist eine Botschaft der Würde, der Gleichberechtigung und des Friedens.

Wir sollten uns daher nicht scheuen zu sagen, dass wir alhamdulillah Muslime sind.

Ya Allah, hilf uns dabei Dich näher kennen zu lernen, bevor wir am Jüngsten Tag zu Dir zurückkehren. Verzeih unsere Fehler, denn Du bist der Gnädige, der Allverzeihende.

Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Freitagspredigt: Der Glaube an Jesus (عليه السلام) im Islam

Der Glaube an Jesus im Islam

 


Im Namen Allahs des Allerbarmers, des Allbarmherzigen, 

alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

16_90

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,
besonders in diesen Zeiten ist es wichtig klarzustellen, wie wir Muslime zum Propheten und Messias Issa Ibn Mariam (Friede sei auf ihm) stehen, der hierzulande als Jesus der Sohn von Maria bekannt ist.

Wir glauben an ihn, so wie wir auch an all die anderen Propheten vor ihm und an Muhammad (ﷺ) nach ihm glauben.

Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) sagt dazu im edlen Koran in Surat Al-Baqara, Vers 285 (in der ungefähren Übersetzung):

Der Gesandte (Allahs) glaubt an das, was zu ihm von seinem Herrn (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, und ebenso die Gläubigen; alle glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher und Seine Gesandten – Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von Seinen Gesandten. Und sie sagen: „Wir hören und gehorchen. (Gewähre uns) Deine Vergebung, unser Herr! Und zu Dir ist der Ausgang.“

Wir glauben an ihn und seine Botschaft und daran, dass er als Sohn Marias ohne Vater geboren wurde. Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) hat mit ihm eines seiner Zeichen gesetzt.

Seine Geburt war ein Wunder, wie auch die Tatsache, dass er als Säugling sprach um seine Mutter Maria vor falschen Verdächtigungen und vor der Verleumdung zu verteidigen.

Im edlen Koran wurde seiner Mutter sogar eine ganze Sure gewidmet, die ausführlich die Geschichte von Mariam erzählt.

In Surat An-Nisa Vers 171 (in der ungefähren Übersetzung) heißt es weiterhin dazu:

O Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurer Religion und sagt gegen Allah nur die Wahrheit aus! al-Masīḥ ʿĪsā, der Sohn Maryams, ist nur Allahs Gesandter und Sein Wort, das Er Maryam entbot, und Geist von Ihm. Darum glaubt an Allah und Seine Gesandten und sagt nicht „Drei“. Hört auf (damit), das ist besser für euch! Allah ist nur ein Einziger Gott. Preis sei Ihm (, und Erhaben ist Er darüber), dass Er ein Kind haben sollte! Ihm gehört (alles), was in den Himmeln und was auf der Erde ist, und Allah genügt als Sachwalter.“

`Ubada, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete, dass der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, einst sagte:

Wer bezeugt, dass kein Gott da ist außer Allah, Der keinen Partner hat, und daß Muhammad Sein Diener und Gesandter ist, und daß `Isa (Jesus) der Diener Allahs und Sein Gesandter und Sein Wort ist, das Er Maryam (Maria) entboten hat und von Seinem Geist, und (bezeugt), dass das Paradies wahr ist und das Höllenfeuer wahr ist, den lässt Allah ins Paradies eingehen um dessentwillen, was er (im Diesseits) getan hat.“ 

Viele vergessen übrigens, dass Jesus nicht der erste Mensch war, der keinen Vater hatte. So wurde Adam (عليه السلام) ohne Vater und ohne Mutter erschaffen. In Surat Al-Imran Vers 59 heißt es dazu in der ungefähren Übersetzung:

Gewiss, das Gleichnis ʿĪsās ist bei Allah wie das Gleichnis Ādams. Er erschuf ihn aus Erde. Hierauf sagte Er zu ihm: „Sei!“ und da war er.“

Bemerkenswert ist auch, dass es zwischen Issa (عليه السلام) und Muhammad (ﷺ) keinen anderen Propheten gab und Issa die Botschaft Muhammads (ﷺ) ankündigte.

In Surat As-Saf, Vers 6 (heißt es dazu in der ungefähren Übersetzung):

Und als ʿĪsā, der Sohn Maryams, sagte: „O Kinder Isrāʾīls, gewiß, ich bin Allahs Gesandter an euch, das bestätigend, was von der Thora vor mir (offenbart) war, und einen Gesandten verkündend, der nach mir kommen wird: sein Name ist Ah)mad.“ Als er nun mit den klaren Beweisen zu ihnen kam, sagten sie: „Das ist deutliche Zauberei.“

Obwohl Issa seine Botschaft an die Kinder Israels verkündete um sie zurück zum Glauben zu bringen, überzeugten sie ihren König ihn töten zu lassen. Als er jedoch getötet und gekreuzigt werden sollte, erhob Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى ) ihn hoch zu sich.

Beschrieben wird dies in Surat An-Nisa Vers 157 & 158 in dessen ungefährer Übersetzung es heißt:

und dafür, daß sie sagten: „Gewiß, wir haben al-Masīḥ ʿĪsā, den Sohn Maryams, den Gesandten Allahs getötet.“ – Aber sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen so. Und diejenigen, die sich darüber uneinig sind, befinden sich wahrlich im Zweifel darüber. Sie haben kein Wissen darüber, außer daß sie Mutmaßungen folgen. Und sie haben ihn mit Gewissheit nicht getötet. Nein! Vielmehr hat Allah ihn zu Sich erhoben. Allah ist Allmächtig und Allweise.“

Letztlich wird er wieder herabgesenkt und wird alles was falsch über ihn berichtet und geglaubt wurde, korrigieren, hinter dem Imam der Muslime beten und nach 40 Jahren sterben und die Gläubigen werden das Totengebet für ihn abhalten.

Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) segnete Issa (عليه السلام) mit vielen Gaben und Wundern, die die Echtheit seiner Botschaft untermauern sollten. So konnte er mit Allahs Erlaubnis Kranke heilen, lies Blinde wieder sehen und er erweckte sogar Tote wieder zum Leben.

Issa hat sich gut um seine Mutter gekümmert und war bescheiden und beging keine Sünden.

Im edlen Koran, in den Versen 31-33 aus Surat Mariam sagt Isa sinngemäß:

Ich bin wahrlich Allahs Diener; Er hat mir die Schrift gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. Und gesegnet hat Er mich gemacht, wo immer ich bin, und angeordnet hat Er mir, das Gebet (zu verrichten) und die Abgabe (zu entrichten), solange ich lebe, und gütig gegen meine Mutter zu sein. Und Er hat mich weder gewalttätig noch unglücklich gemacht.“

Liebe Geschwister,

abschließend noch einige praktische Hinweise für die Weihnachtszeit, weil dahingehend erfahrungsgemäß Fragen aufkommen:

Ja, es ist erlaubt Nicht-Muslimen zu ihren Feiertagen zu gratulieren. Das ist etwas anderes als mit ihnen zu feiern. Dazu sind zahlreiche Fatwas bekannt.

Aus islamischer Sicht ist auch nichts dagegen einzuwenden Geschenke von Nicht-Muslimen anzunehmen oder auch Nicht-Muslime zu beschenken oder gemeinsam mit ihnen Freude zu haben.

Wir leben in einer vielfältigen Gesellschaft mit unterschiedlichen Kulturen und Religionen. Unsere Nachbarn und Freunde, ja sogar nahe Verwandte sind oftmals keine Muslime und wir sollten ihre Aufmerksamkeiten erwidern, solange wir dabei nichts Verbotenes verschenken oder verbotene Geschenke annehmen.

Diese soziale Verpflichtung gilt auch für unsere Moscheen und Vereine, die Toleranz und die Verständigung der Kulturen und Religionen unterstützen, um Frieden und Harmonie in unserer Gesellschaft zu stiften.

Möge Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) uns beistehen und uns dabei helfen das Gehörte in unserem Leben umzusetzen, um letztlich bessere Muslime zu werden. Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Freitagspredigt: Die Heirat

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

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Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.” [16:90]

Liebe Geschwister,

in unserer heutigen Freitagspredigt wollen wir uns inschallah mit der Heirat beschäftigen.

Die Heirat schützt unsere jungen Brüder und Schwestern davor, falsche Wege im Sinne des Glaubens einzuschlagen und stärkt ihren Iman. Alle Propheten im Laufe unserer Geschichte lebten vor, wie wichtig die Heirat für sie persönlich aber auch für die Gesellschaft ist.

Die Heirat ist die Grundlage, um Familien zu gründen und Kinder zu bekommen und bietet in jeder Hinsicht einen sicheren Hafen und sozialen Rückhalt.

Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) sagt im edlen Koran in Surat Al-Rum, Vers 21 (in der ungefähren Übersetzung):

Und es gehört zu Seinen Zeichen, dass Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.“

Umso verwunderlicher ist es, dass viele unserer jungen Geschwister heutzutage in ein heiratsfähiges Alter kommen, dies bei weitem überschreiten, ohne im Geringsten über Heirat und Familiengründung nachzudenken oder dies überhaupt in Erwägung zu ziehen.

Viele wetteifern anderen Kulturen und Gebräuchen nach, in denen es meist nur um das eigene Ich geht und der Egoismus im Zentrum steht.

Hierbei können wir auch gewisse Fehler seitens der Eltern feststellen, die ihren Kindern die Bedeutung der Heirat und der Ehe nicht ausreichend klarmachen.

Manche lassen ihre Kinder gewähren und ehe sie sich versehen, sind sie zu alt und nicht mehr in der Lage eine eigene Familie zu gründen und auf eigenen Beinen zu stehen, weil sie sich bislang viel zu sehr auf ihre Eltern verlassen konnten, keine Verantwortung tragen mussten und nur noch an Spaß denken während sie ihre kostbaren Lebensjahre vergeuden.

In einem von Anas Ibn Malik, Allahs Wohlgefallen auf ihm, überlieferten Hadith berichtete er sinngemäß, dass eine Gruppe von drei Männern den Propheten (ﷺ) aufsuchte, um sich über seine Frömmigkeit zu erkundigen. Einer von ihnen beschrieb sich damit, dass er die ganze Nacht im Gebet verbringt, der zweite, dass er ununterbrochen fastet und sein Fasten nicht bricht und der dritte sagte, dass er sich den Frauen enthält und niemals heiraten wird.
Der Gesandte Allahs (ﷺ) sagte daraufhin: „Seid ihr diejenigen, die dies und jenes gesagt haben? Was mich wirklich angeht, so bin ich bei Allah unter euch derjenige, der Allah am meisten fürchtet und Ihm gegenüber am frömmsten ist. Dennoch faste ich und breche mein Fasten, bete ich und gehe schlafen und heirate die Frauen. Wer sich von diesem meinem Weg abwendet, der gehört nicht zu mir!“

Liebe Geschwister,

Die Ehe bietet den Verheirateten Ruhe und inneren Frieden und wir müssen heiratswillige Männer und Frauen unter uns unterstützen und Ihnen den Weg ebnen, um sich und die Gesellschaft vor Sünde und Unmoral zu schützen.

Dabei sollten keine Ausreden gelten, wie zum Beispiel dass die jungen Männer kein Geld hätten oder dass manche Mädchen nicht schön genug wären, denn der Maßstab sollte bei beiden Geschlechtern der Glaube und die Taqwa sein. Alle anderen Aspekte können mit Allahs Hilfe gemeinsam bewältigt werden.

Eltern sollten weiterhin keine übertriebenen Forderungen stellen, wenn jemand um die Hand ihrer Tochter anhält und junge Heiratswillige sollten bei der Suche nach der geeigneten Frau nicht nur auf Äußerlichkeiten oder materiellen Reichtum achten, sondern nach Gläubigen und aufrichtigen Frauen suchen.


Aber wie sieht es damit aus, wenn man verheiratet ist? Worauf sollte man achten, damit die Ehe erfolgreich wird?

Allen voran sollte man stets Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) gedenken, lobpreisen und für den Ehepartner dankbar sein. Auch sollte man in den guten Taten und den Ibadat wetteifern, gemeinsame Interessen und alltägliche Belange gemeinsam pflegen. Eine Besonderheit hierbei ist auch, dass wir auch die Lebensumstände hier in Europa richtig verstehen müssen. So haben alle Kulturen und Religionen im Zusammenhang mit der Ehe wertvolle Werte gemeinsam. Der Islam ist dabei keine Ausnahme.

Liebe Geschwister,
es ist wenig zielführend eine zu strenge, harte und unverhältnismäßige Haltung im Hinblick auf die Glaubenspraxis innerhalb der Familie zu verfolgen und ohne jegliche Nachsicht und Rücksicht auf die Belange und Gefühle der Familienmitglieder zu handeln. Wenn die Rolle als Familienoberhaupt aus islamischer Sicht missverstanden wird, führt dies dazu, dass das eigene zu Hause zu einem Ort voller Stress, Unterdrückung und Unsicherheit wird.

Anzumerken ist auch, dass unsere Moscheen junge Muslime über die Ehe aufklären sollten und sie dazu motivieren sollten eine eigene Familie zu gründen, ihr Leben in geordnete Bahnen zu bringen, fern von jeglichen Sünden oder Verfehlungen, welche mit dem Leben als ledige Muslime und Muslimas in Europa einhergehen können.

Abschließen möchten wir mit einem Koranvers und einer Dua.

So heißt es dazu in Surat Al-Furqan, Vers 74 in der ungefähren Übersetzung:

Und diejenigen, die sagen: „Unser Herr, schenke uns an unseren Gattinnen und unseren Nachkommenschaften Grund zur Freude, und mache uns für die Rechtschaffenen zu einem Vorbild.“

In diesem Sinne erheben wir unsere Hände und bitten unseren Schöpfer:

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) allen Heiratswilligen dabei helfen ihren Seelenpartner zu finden und die Ehen aller Gläubigen segnen. Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Der Umgang mit Allahs Gaben

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten.

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

„Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.”

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Predigt widmen wir uns dem Umgang mit Allahs Gaben.  Damit ist alles gemeint, was wir von Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) in seiner unendlichen Gunst erhalten haben oder noch bekommen werden. Egal ob uns dies bereits bewusst ist oder nicht. Sowohl Materielles wie Geld, Häuser und Autos als auch Immaterielles wie die Gesundheit, unser Verstand oder die Liebe in unseren Familien.

Es gibt noch unzählige weitere Gaben Allahs, die wir irrtümlich als selbstverständlich erachten, wie beispielsweise unser Sehvermögen oder das wir überhaupt am Leben sind.

So sagt Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) äußerst treffend im edlen Koran in Surat Al-Nahl, Vers 18 (in der ungefähren Übersetzung):

„Und wenn ihr Allahs Wohltaten aufzählen wolltet, würdet ihr sie nicht restlos erfassen können. Wahrlich, Allah ist Allverzeihend, Barmherzig.“

Diese allgegenwärtigen Wohltaten, die wir gar nicht im Stande sind zu erfassen, müssen wir nun würdigen und dankbar dafür sein, um sie für uns dauerhaft zu erhalten.

Wir müssen uns dafür bewusst machen, dass jegliche Gunst und all diese Gaben ausschließlich von Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى), dem EINIZIGEN Schöpfer dieser Welt und des Universums kommen. Auch müssen wir unsere Dankbarkeit zeigen, indem wir Allah huldigen, IHN anbeten, IHN um Vergebung für unsere Sünden und Verfehlungen bitten, SEINE Gebote befolgen und SEINE Verbote meiden.

So wie auch der Gesandte Allahs Suleyman (alayhi salam) mit reichlich Gaben geprüft wurde und er schnell zur Dankbarkeit und Anerkennung gegenüber Allah kam, wie es im edlen Koran in Surat Al-Naml, Vers 40 (in der ungefähren Übersetzung) beschrieben wird:

„Da sprach einer, der Kenntnis von der Schrift besaß: “Ich bringe ihn dir innerhalb eines Augenzwinkerns von dir.” Und da er ihn vor sich stehen sah, sagte er: “Dies geschieht durch die Gnade meines Herrn, um mich zu prüfen, ob ich dankbar oder undankbar bin. Und wer dankbar ist, der ist dankbar zum Heil seiner eigenen Seele; wer aber undankbar ist – siehe, mein Herr ist auf keinen angewiesen, Großzügig.““

Und in Surat Ibrahim, Vers 7 heißt es in der ungefähren Übersetzung weiterhin:

„Und als euer Herr ankündigte: ‚Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch ganz gewiß noch mehr (Gunst) erweisen. Wenn ihr jedoch undankbar seid, dann ist meine Strafe fürwahr streng‘.“

Wir lernen also, dass die Dankbarkeit von Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) umso mehr belohnt wird und hingegen jemand der undankbar für die Gaben Allahs ist eine Bestrafung erwarten kann.

Wir müssen daher sachgemäß und gut mit Allahs Gaben umgehen und sie nicht missbrauchen, damit die Gunst Allahs für uns nicht selbstverschuldet zu einem Fluch wird.

Liebe Geschwister,
Allahs Gunst uns gegenüber, sei es unser Vermögen, unsere Gesundheit oder unsere Familie, kann auch jederzeit enden, wenn wir ungerecht handeln oder gar ein Mitmensch ein Bittgebet gegen uns richtet, den wir ungerecht behandelt haben.

So erläutert uns Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) dies in Surat Al-Isra, Vers 11 (in der ungefähren Übersetzung) folgendermaßen:

„Der Mensch ruft (zu Allah) um das Schlechte, wie er um das Gute ruft; der Mensch ist ja stets voreilig.“

Liebe Geschwister,

viele unter uns üben sich in Geduld und kommen mit ihrer Armut zurecht und bleiben –mit der Hilfe Allahs und ihren starken Willen auf dem geraden Weg des Glaubens.

Viele andere jedoch kommen wiederum mit Reichtum und materiellen Gaben von Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) nicht gut zurecht und geben sich ihren Trieben und Begehrlichkeiten hin, begehen alle möglichen Sünden und machen Dinge, die haram sind, weil sie es sich finanziell leisten können und ignorieren Allahs Gebote und Verbote völlig.

Dabei vergessen sie, dass sie nach jedem Cent gefragt werden.

Wie sie es verdient haben und wofür sie es ausgegeben haben.

Möge uns Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) bei der Beantwortung dieser Fragen am Jüngsten Tag beistehen und uns helfen unser Vermögen auf dem Weg des Glaubens auszugeben. Amin.

Liebe Geschwister,

seid positive und konstruktive Mitglieder dieser Gemeinschaft in der wir leben und bewahrt das Gute in allem was um uns ist. Schützt Eigentum und Leben vor jeglichem Schaden, achtet die Gesetze und seid auch für Nicht-Muslime Vorbilder.

Möge Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) uns die Kraft und den starken Iman geben, um das Gehörte in SEINEM Sinne zu unserem Wohl und zum Wohl aller Menschen auf dieser Welt umzusetzen.

Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.