Freitagspredigt

Die Besonderheit von Mekka

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten und Segen und Frieden sei auf unserem edlen Propheten Muhammad (ﷺ), seiner Familie und seinen Gefährten.

Meine lieben Geschwister im Islam,

Thema unserer heutigen Predigt ist die Besonderheit von Mekka und dessen Moschee: al-Masjid al-Harām.

Der Islam war Vorreiter bei der Idee und Überlegung, eine Sicherheitszone, also ein spezielles Sicherheitsgebiet einzurichten, in dem sich die Menschen nicht um sich selbst oder ihr Hab und Gut fürchten müssen. Auch Tiere finden in diesem Gebiet Schutz und Sicherheit. An diesem besonderen und friedlichen Ort sollte sogar stets nur Gutes gesprochen werden.

Heutzutage braucht die Welt eine solche Sicherheitszone mehr denn je.

Im Islam stell Mekka einen solchen Ort dar. Diese Stadt hat jedoch nicht nur bei den Muslimen eine besondere Bedeutung, sondern auch für Nicht-Muslime. Nicht nur weil sie Sicherheit und Geborgenheit bietet, sondern auch weil an diesem Ort die Offenbarung herabgesandt wurde, in dem alle Menschen dazu aufgefordert werden, Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) ergeben zu sein und SEIN Wohlwollen anzustreben.

Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) sagt dazu im edlen Quran in Surat ‘Āli `Imrān (in der ungefähren Übersetzung):

 

3_96

Das erste (Gottes)haus, das für die Menschen gegründet wurde, ist wahrlich dasjenige in Bakka, als ein gesegnetes (Haus) und eine Rechtleitung für die Weltenbewohner.” (3:96)

Weiterhin ist Mekka auch der Ort, zudem wir uns beim Gebet zuwenden, und in dessen Richtung wir blicken, während wir unsere Bittgebete aussprechen.

Der Anblick betender Muslime um die Kaaba herum erinnert uns daran, dass wir eine Gemeinschaft sind und dass wir uns vereinen müssen, denn der Islam stellt für uns alle die gemeinsame Grundlage dar. Denn erst wenn wir uns vereinen, werden wir unsere wahre und würdige Stellung unter den Gemeinschaften dieser Welt finden.

Die Geschichte der Entstehung von Mekka und dessen Moschee geht auf eine Frau und ihren Säugling zurück. Sie hatten lediglich eine Portion Datteln und etwas Wasser zum Trinken zur Verfügung und befanden sich mitten in einem kahlen Tal, in dem nichts wuchs und kein Leben vorhanden war.

Es war Hajar, die Frau unseres Propheten Ibrahim (aleyhi salam). Sie hatte keinen Zweifel, dass Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) sie und ihr Kind nicht alleine lassen würde, nachdem ihr Mann Ibrahim (aleyhi salam) sie alleine lassen musste, um Allahs Ruf zu folgen.

An diesem Ort setzte Ibrahim (aleyhi salam) später mit seinem Sohn Ismail die Fundamente für die große Moschee in dessen Richtung alle Muslime heutzutage beten.

Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) sagt im edlen Quran in der Sure Al-Baqara (in der ungefähren Übersetzung):

2_127

Und (gedenkt,) als Ibrahim die Grundmauern des Hauses errichtete, zusammen mit Isma’il, (da beteten sie): “Unser Herr, nimm (es) von uns an. Du bist ja der Allhörende und Allwissende.” (2:127)

Es war also vorherbestimmt, dass Mekka zu einem Ort wird, an dem sich alle Muslime während der Pilgerfahrt versammeln und sich vereinen.

Dazu heißt es im edlen Quran in Surat Al-Ĥaj (in der ungefähren Übersetzung):

22_27

Und rufe unter den Menschen die Pilgerfahrt aus, so werden sie zu dir kommen zu Fuß und auf vielen hageren (Reittieren), die aus jedem tiefen Paßweg da herkommen,” (22:27)

Liebe Gläubige, Mekka ist der beste Ort bei Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى), gefolgt von Medina, der Stadt unseres Propheten Muhammad (ﷺ).

Allahs Gesandter (ﷺ) sagte (sinngemäß):

Mekka ist ein heiliger Ort, kein wahrer Gläubiger kämpft in ihr oder fällt einen Baum.“

Hierdurch wird die Bedeutung von Sicherheit und Frieden für alle Menschen deutlich. Denn diese Aspekte machen einen besonderen und heiligen Ort aus.

Zu den Besonderheiten Mekkas zählt auch, dass die Gebete in dessen Moschee bei Allah 100.000 Gebeten an anderen Orten entsprechen.

Wenn wir jedoch über die Moschee in Mekka reden, dürfen wir dabei nicht die Al-Aqsa Moschee in Palästina vergessen, denn diese Moschee kommt an zweiter Stelle und wurde gemäß der Hadithe nur 40 Jahre später erbaut.

Die Al-Aqsa Moschee aus seiner Geiselhaft zu befreien ist eine gerechte Angelegenheit und betrifft alle Muslime.

Liebe Geschwister, wir müssen die Anweisungen und Empfehlungen unseres Propheten (ﷺ) über die Verrichtung der Pilgerfahrt beachten und umsetzen, Einmal im Leben muss jeder diese Pilgerfahrt auf sich nehmen, um als wahrer Gläubiger und Diener Allahs zu gelten.

Möge Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) der Al-Aqsa Moschee zu ihrer Freiheit verhelfen und jedem die Möglichkeit eröffnen der Pilgerfahrt nachzukommen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Erziehung einer muslimischen Familie in Europa

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten und Segen und Frieden sei auf unserem edlen Propheten Muhammad (ﷺ), seiner Familie und seinen Gefährten.

Meine lieben Geschwister im Islam,

die Zeiten haben sich geändert und das Leben ist deutlich komplizierter geworden. Die Herausforderungen sind gewachsen, sodass die Verantwortung, welche eine Familie inzwischen tragen muss größer geworden ist, als jemals zuvor.

Die Kinder heutzutage sind nicht mit denen früherer Generationen zu vergleichen. Sie werden in Zeiten von Internet und Technologien in einer fremden Umgebung durch viele positive und negative Faktoren in ihrer Erziehung und Persönlichkeit beeinflusst.

Wir sind jedoch immer noch der Meinung, dass diese Faktoren nicht alleine die Persönlichkeit unserer Kinder gestalten dürfen, es sei denn, die Familie gibt auf und nimmt ihre Verantwortung in diesem Zusammenhang nicht mehr wahr.

Daher ist es liebe Geschwister in dieser Predigt wichtig auf folgendes hinzuweisen, um unseren Pflichten bei der Erziehung unserer Kinder gerecht zu werden:

  1. Müssen wir die Grundlagen für eine erfolgreiche muslimische Familie im europäischen Umfeld kennen.
  2. Müssen wir unseren Kindern edle Wertvorstellungen als Grundlage der Erziehung vermitteln.

Wie können wir nun die dafür nötige Grundlage schaffen?

Wir müssen uns dafür intensiv der Verantwortung gegenüber unseren Kindern bewusst werden. Alles was uns Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى ) in diesem Leben geschenkt hat, ist eine Amana, ein Anvertrautes Gut für das wir am Jüngsten Tag Rechenschaft ablegen werden. Sind wir unserer Verantwortung gerecht geworden? Haben wir alles für unsere Kinder getan, damit sie gute, gläubige Menschen werden und als positives Mitglied der Gesellschaft einen Beitrag leisten?

So sind unsere Kinder nicht unser Eigentum, sondern es sind Menschen, deren Verantwortung Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) in unsere Händen gelegt hat. Die Wahrnehmung dieser Verantwortung wird am Jüngsten Tag darüber entscheiden, ob wir ins Paradies oder ins Höllenfeuer kommen werden.

Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) sagt dazu im edlen Quran in Surat At-Taĥrīm:

66_6

O die ihr glaubt, bewahrt euch selbst und eure Angehörigen vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind, über das hartherzige, strenge Engel (gesetzt) sind, die sich Allah nicht widersetzen in dem, was Er ihnen befiehlt, sondern tun, was ihnen befohlen wird.” (66:6)

In einem Hadith des Gesandten Allahs (ﷺ) heißt es weiterhin sinngemäß:

Jeder von euch hat seine Gefolgschaft/seine Familie, für die er zur Verantwortung gezogen wird.“

Liebe Eltern, keiner außer euch, kann die eigenen Kindern gut erziehen und zu guten positiven Menschen machen, die im Diesseits den Menschen Gutes tun und ihren Beitrag für die Gesellschaft leisten. Die Eltern solcher Kinder können glücklich sein, denn sie haben es geschafft, ihrer Verantwortung in diesem Leben gerecht zu werden und dies verspricht für diese Eltern auch Gutes im Jenseits.

Eltern, die sich hingegen nicht um ihre Kinder kümmern und nicht gut erziehen, sind wahrlich die Verlierer im Dies- und im Jenseits, ihre Kinder sind ebenfalls Opfer der Untätigkeit und Verantwortungslosigkeit der eigenen Eltern.

Wir sollten bei der Erziehung unserer Kinder in Europa darauf achten und danach suchen, was in dieser Umgebung alles möglich ist und nicht nach Ausreden suchen, warum es nicht geht.

Durch die richtige Erkenntnis der Einflüsse des Lebens in Europa auf unsere Kinder, wären wir in der Lage die Lebensumstände hier mit unseren Werten und Moralvorstellungen zu kombinieren und miteinander zu vereinbaren. So schaffen wir es, Positives für die Erziehung mitzunehmen und Negatives zu meiden.

Im Idealfall gehen daraus Kinder hervor, welche die Vorteile und Kultur der Gesellschaften in Europa kennen, ihre Sprachen beherrschen und sich mit dem Leben hier bestens auskennen und gleichzeitig selbstständig sind, ihre Werte und Moralvorstellungen beibehalten, welche keiner humanistischen Gesellschaft widersprechen dürften. Denn der Islam wahrt die Grundrechte aller Lebewesen auf dieser Erde. Nicht nur, die der Menschen unterschiedlicher Kulturen und Traditionen, sondern auch der Umweltschutz und Frieden sind heilige Werte im Islam, welche einen besonderen Stellenwert genießen.

Bemerkenswert und traurig zugleich ist. wenn viele Eltern diesen Einfluss des Lebens in Europa auf ihrer Kinder nicht erkennen und infolgedessen alles negativ darstellen, was mit Europa und westlicher Lebensart zu tun hat. Die Folge ist, dass eine ganze Generation von Kindern heran wächst, die Europa und westliche Gesellschaften hassen und diese ausschließlich als Übel und schlecht empfinden. Als Konsequenz daraus entstehen Kinder, die sich nicht dazugehörig fühlen oder sich als Außenseiter der Gesellschaft betrachten und eben dieser Gesellschaft die Schuld für ihre Misserfolge zuschreiben.

Wir Eltern sind verpflichtet, die Sprache des Landes zu beherrschen in dem wir leben, damit wir die Kultur und die Gesellschaft besser verstehen können und die Herausforderungen für die Erziehung unserer Kinder besser erkennen.

Auch um die Probleme besser zu verstehen, die unseren Kindern im Alltag begegnen.

Liebe Eltern, erzieht eure Kinder nicht auf die gleiche Art und Weise, wie ihr damals erzogen wurdet, denn die Zeiten eurer Kinder sind andere als die eure!

Mit gemeinsamer Anstrengung und Partizipation aller bei der Erziehung der Kinder Beteiligten, können erst positive Ergebnisse erreicht werden. So müssen sich Eltern gemeinsam abstimmen und auch alle anderen Personen, die in dem Leben ihrer Kinder eine Rolle spielen einbeziehen, damit alle gemeinsam zum Wohle und im Sinne des Kindes agieren und seine Erziehung positiv meistern können.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig auf folgendes hinzuweisen:

  1. Beide Elternteile müssen sich auf eine bestimmte Erziehungsmethode einigen.
  2. Beide Elternteile sollten sich ständig abstimmen und gemeinsam Verbesserungen in die Erziehung einfließen lassen.
  3. Die Entwicklung des eigenen Kindes ist genau zu beobachten und Veränderungen im Sinne einer besseren Erziehung bewerten.
  4. Die Eltern sollen sich Rückmeldungen über ihre Kinder vom Sportverein, der Schule, der Moschee und der arabischen Schule einholen, um ein Gesamtbild über die Situation des eigenen Kindes zu bekommen und entsprechend bei Bedarf korrigierend eingreifen zu können.
  5. Die Eltern sollten sich auch mit anderen muslimischen Familien über eigenen Erfahrungen bei der Kindeserziehung austauschen.

Folgende islamische Werte sind für die Erziehung unserer Kinder grundlegend und bilden das Fundament unserer Erziehungsmaßnahmen:

  1. Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) zu kennen und IHN lieben zu lernen
  2. Die Verehrung des edlen Qurans und den regelmäßigen Umgang mit seinen Lehren
  3. Die Liebe zum Gesandten Allahs (ﷺ) und seinem Werdegang, seiner Sira.

Indem unsere Kinder diese Werte lernen und für sich annehmen, werden sie in der Lage sein zu erkennen, wie reichlich Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) sie beschenkt hat. Der Quran beschützt dabei ihr Herz vor allen Üblem in diesem Leben. Auch werden die Kinder sich nicht fremd in der Gesellschaft fühlen, wenn sie nach dem Vorbild unseres Propheten (ﷺ) leben, denn der Islam wurde für alle Menschen als Gnade und Segen abgesandt und schließt keinen aus.

Liebe Geschwister,

seid euch bei der Erziehung eurer Kinder dieser Werte und Methoden bewusst, um eurer Aufgabe und Verantwortung in diesem Leben gerecht zu werden.

Möge Allah (سُبْحَانَهُ وَ تَعَالَى) uns bei der Bewältigung dieser Aufgabe beistehen und uns zu guten Eltern machen!

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Das Nachtgebet

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten und Segen und Frieden auf unserem edlen Propheten Muhammad (ﷺ), seiner Familie und seinen Gefährten.

Meine lieben Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt geht es um das Nachtgebet, welches im edlen Quran oft Erwähnung findet.

Beispielsweise beschreibt Allah (subhanahu wa ta’ala) das Nachtgebet in Surat As-Sajdah wie folgt:

32_16

Tatajafa junoobuhum AAani almadajiAAiyadAAoona rabbahum khawfan watamaAAan wamimmarazaqnahum yunfiqoon

Sie bleiben ihren Schlafplätzen öfters fern. Sie richten Bittgebete an ihren Herrn in Furcht und Hoffnung und spenden von dem, was Wir ihnen gegeben haben. (32:16)

Ergänzt wird diese Beschreibung an anderer Stelle in der es heißt:

51_18

Wabil-ashari humyastaghfiroon

und im letzten Teil der Nacht pflegten sie um Vergebung zu bitten, (51:18)

Liebe Geschwister, Allah (subhanahu wa ta’ala) weißt uns auf den besonderen Stellenwert und die Belohnung für das Nachtgebet hin, in dem Er im edlen Qur’an sagt:

17_79

Wamina allayli fatahajjad bihi nafilatanlaka AAasa an yabAAathaka rabbuka maqaman mahmooda


Und (einen Teil) der Nacht, verbringe ihn damit, zusätzlich für dich. Vielleicht wird dich dein Herr zu einer lobenswerten (Rang)stellung erwecken.
(17:79)

Wir sollten diesem Ruf nachkommen. Noch deutlicher wird dies in folgendem Vers in dem Allah (subhanahu wa ta’ala) spricht:
73_2

Qumi allayla illa qaleela

steh (zum Gebet) die (ganze) Nacht auf- bis auf einen kleinen Teil, (73:2)

So sind schließlich Allahs Diener, diejenigen die sich anstrengen und ihre Nächte mit Gebeten verbringen. Dies ist ein Zeichen ihres Imans und dieser wird von Allah (subhanahu wa ta’ala) hoch belohnt.

Aber auch im Leben unseres geliebten Propheten (ﷺ) finden wird etliche Berichte über das Nachtgebet. In einem von Abu Huraira (radi allahu anhu) überlieferten Hadith sagt unser Prophet Muhammad (ﷺ) sinngemäß:

Wer Ramadan aufrichtig mit Nachtgebeten verbringt, dem werden all seine vergangenen Sünden vergeben.“

Und in einem weiteren Hadith heißt es:

„Wer die Nacht des Schicksals ليلة القدر   aufrichtig verbringt mit dem Nachtgebet verbringt, dem werden all seine vergangenen Sünden vergeben.“

Subhanallah!

Liebe Geschwister, aus einem weiteren Hadith entnehmen wir ausserdem, dass das beste Fasten – nach dem Fasten im Ramadan – das Fasten in Muharram ist und das beste Gebet – nach den Pflichtgebeten – das freiwillige Beten in der Nacht ist. Auch beschreibt unser Prophet (ﷺ) das Nachtgebet in einem weiteren Hadith in ungefährer Bedeutung, als die Ehre des Gläubigen und als seinen Stolz in der Unabhängigkeit von anderen Menschen.

In einem weiteren bemerkenswerten Hadith sagt unser Prophet Muhammad (ﷺ):

Ihr Menschen grüßt einander, speist die Armen und Bedürftigen, kümmert euch um eure Familie und Verwandten und betet während die Menschen schlafen, so werdet ihr friedlich – am jüngsten Tag –  ins Paradies eintreten“

Abschließend sagte unser Prophet Muhammad (ﷺ) in der ungefähren Bedeutung:

„Betet nachts, denn nachts freiwillig und regelmäßig zu beten ist eine Gewohnheit wahrer Gläubiger, bringt euch näher zu Allah und entfernt euch von der Sünde und Üblem. Durch die freiwilligen Nachgebete werden euch eure Sünden vergeben und Krankheiten von euren Körpern und Herzen abgewendet.”

Liebe Gläubige,

wir haben gesehen wie wichtig das Nachtgebet ist und Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt dazu, dass jeder von uns seine Familie dazu ermutigen und auffordern soll die freiwilligen Nachtgebete zu verrichten. Auch berichtet uns Aischa (radi allahu anha) wie oft und wie lange unser Vorbild Muhammad (ﷺ) nachts gebetet hatte. Auch Umar Ibn Al-Chattab hat regelmäßig die Nachtgebete verrichtet und seine Familie aufgeweckt und dazu aufgerufen mitzubeten.

Anas Ibn Malek pflegte die Nacht in drei Abschnitte aufzuteilen, im ersten Drittel betete er, und wenn er fertig war, betete seine Frau im zweiten Drittel der Nacht, anschließend weckte sie ihre einzige Tochter auf, die wiederum im letzten Drittel der Nacht betete. Als die Frau von Anas verstarb, teilte er die Nacht zwischen ihm und seiner Tochter auf. Und als Anas selbst verstarb, achtete seine Tochter darauf, die ganze Nacht im freiwilligen Gebet zu verrichten.

Zum Abschluss noch eine kurze Begebenheit über einen der Prophetengefährten. Dieser Sahabi hatte die Aufgabe eines nachts Wache zu halten und verrichtete während seiner Wache das freiwillige Nachtgebet. Plötzlich traf ihn ein feindlicher Pfeil. Der Sahabie wollte sein Gebet jedoch nicht unterbrechen und fuhr mit dem Gebet trotz des Pfeiles fort. Erst als ihn weitere Pfeile trafen, weckte er seinen Begleiter um den Propheten (ﷺ) zu warnen. Dies zeigt uns wie  wertvoll das Nachtgebet für die Sahabis war.

Ya Allah! Lass uns die letzten Nächte des Ramadan im Gebet verbringen und zu den wahren Gläubigen gehören!

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Das Spenden an Bedürftige

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten und Segen und Frieden auf unserem edlen Propheten Muhammad (ﷺ), seiner Familie und seinen Gefährten.

Meine lieben Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt geht es um das Spenden.

Das Spenden und das Geben von Almosen an Bedürftige zählt in unserem Glauben zu den Ibadat. Es ist eine gottesdienstliche Handlung zu der uns Allah (subhanahu wa ta’ala) wieder und wieder auffordert. So können unsere Spenden der Anlass für die Vergebung unserer Sünden sein und damit durch Allahs Barmherzigkeit eine Eintrittskarte ins Paradies darstellen.

Im edlen Qur’an beschreibt Allah (subhanahu wa ta’ala) das Spenden wie folgt:

64_17

In tuqridoo Allaha qardanhasanan yudaAAifhu lakum wayaghfir lakum wallahushakoorun haleem

Wenn ihr Allah ein gutes Darlehen gebt, wird Er es euch vervielfachen und euch vergeben.

Und Allah ist stets zu Dank bereit und nachsichtig. (64:17)

Wir sollten beim Spenden nicht zögern und besonders im Ramadan keine Gelegenheit ungenutzt lassen. So werden wir im edlen Qur’an an folgender Stelle zum Spenden aufgerufen und auch davor gewarnt dies zu unseren Lebzeiten zu vernachlässigen:

63_10

Waanfiqoo min ma razaqnakummin qabli an ya/tiya ahadakumu almawtu fayaqoola rabbilawla akhkhartanee ila ajalin qareebin faassaddaqawaakun mina assaliheen

Und gebt aus von dem, womit Wir euch versorgt haben, bevor zu einem von euch der Tod kommt und er dann sagt: “Mein Herr, würdest Du mich doch auf eine kurze Frist zurückstellen! Dann würde ich Almosen geben und zu den Rechtschaffenen gehören.” (63:10)

So spendet, bevor es zu spät ist und nutzt diese einmalige Chance um Allah (subhanahu wa ta’ala) näher zu kommen, Sein Wohlwollen zu erlangen, das Eigentum zu mehren und Vergebung für unsere Sünden zu erhalten.

Neben dem Koran, sollten wir jedoch auch zu diesem Thema einen Blick auf das Leben unseres geliebten Propheten Muhammad (ﷺ) werfen und schauen wie er uns sein Verständnis davon vorlebte.

Eines Tages ließ unser Prophet (ﷺ) ein Schaf schlachten und das Fleisch davon an Bedürftige verteilen. Am Ende des Tages fragte er (ﷺ) seine Frau Aisha (radi allahu anha), was noch vom Schaf übrig geblieben ist. Sie antwortete, dass alles weg sei bis auf eine Schulter. Daraufhin erwiderte unser Prophet (ﷺ):

Nein Aisha! Alles ist geblieben bis auf eine Schulter, denn nur die Spenden bleiben und werden uns als gute Tat angerechnet.”

In einem weiteren Hadith heißt es sinngemäß, dass kein Reichtum durch Spenden gemindert wird und Allah (subhanahu wa ta’ala) die Stellung derer erhöht, die vergebend und bescheiden sind.

Auch war unser Prophet (ﷺ) im Ramadan stets besonders großzügig und die Prophetengefährten haben nicht selten in der Hoffnung auf das Paradies all ihren Reichtum gespendet.

Meine lieben Geschwister,

Ramadan ist die Chance uns durch Spenden zum Besseren zu verändern, unseren Glauben zu stärken, unsere Schwächen auszugleichen und Allahs Vergebung für unsere Sünden zu erhalten.

Ya Allah! Mach unsere Herzen großzügig und weich! Lass uns das Spenden leicht fallen und im Vertrauen auf Dich mit den Bedürftigen teilen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Allah, der Allvergebende

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten und Segen und Frieden auf unserem edlen Propheten Muhammad (ﷺ), seiner Familie und seinen Gefährten.

Meine lieben Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt geht es um Allah, den Allvergebenden.

Im Laufe der Menschheitsgeschichte, gab es immer wieder von Allah (subhanahu wa ta’ala) auserwählte Personengruppen und Völker, wie beispielsweise einst die Stämme von Ibrahim (alayhi salam) oder die Stämme von Al-Imran. Ihnen wurden vor allen Menschen und Tieren eine besondere Stellung verliehen.

Auch hat Allah (subhanahu wa ta’ala) aus allen Menschen die Propheten und Gesandten auserkoren und aus ihnen wiederum bestimmte Propheten für ihre herausstechende Willensstärke hervorgehoben. Aus dieser Auswahl an besonders willensstarken Propheten wählte Allah (subhanahu wa ta’ala) schließlich unseren Gesandten und Propheten Muhammad (ﷺ) aus und erhöhte seine Stellung.

Selbst unter den Ländern und Orten gibt es solche, welchen Allah einen besonderen Stellenwert beimisst, wie Mekka, Medina und Al-Quds in Palästina, denn sie beherbergen Al Masjid Al-Haram, die Prophetenmoschee und die Al-Aqsa-Moschee.

Aber auch für auserwählte Zeiten finden wir Belege, dass gewisse Monate, Tage, Nächte und Stunden bei Allah (subhanahu wa ta’ala) eine besondere Bedeutung mit sich bringen. Zu nennen sind die Monate Dhul-Qi’dah ذوالقعدہDhul-Hijjah ذوالحجہMuharram محرم und Rajab رجب , in welchen als heilige Monate die Kriegsführung untersagt ist und natürlich Ramadan.

Auch bestimmte Tage und Nächte werden hervorgehoben. Beispielsweise die Tage von Al Nahr und die Tage von Al Taschrieq, die letzten 10 Nächte eines jeden Monats, den Tag von Arafa und im Ramadan speziell die letzten zehn Nächte und Lailatul-Qadr, welche im edlen Koran Erwähnung findet:

97_1

Inna anzalnahu fee laylatialqadr

Wir haben ihn ja in der Nacht der Bestimmung hinabgesandt.

97_2

Wama adraka ma laylatualqadr

Und was lässt dich wissen, was die Nacht der Bestimmung ist?

97_3

Laylatu alqadri khayrun min alfi shahr

Die Nacht der Bestimmung ist besser als tausend Monate.

97_4

Tanazzalu almala-ikatu warroohufeeha bi-ithni rabbihim min kulli amr

Es kommen die Engel und der Geist in ihr mit der Erlaubnis ihres Herrn mit jeder Angelegenheit herab.

97_5

Salamun hiya hatta matlaAAialfajr 

Frieden ist sie bis zum Anbruch der Morgendämmerung. (97:1-5)

Wir sollten uns vor Augen halten, dass sich die Gefährten unseres Propheten (ﷺ) bereits sechs Monate vor Ramadan auf Lailatul-Qadr vorbereitet haben und die folgenden sechs Monate dafür beteten, dass Allah ihre Taten aus dieser Nacht auch annimmt.

Bemerkenswert ist weiterhin, dass unser Prophet (ﷺ) auf die Frage von Aisha (radi allahu aha), welches Bittgebet sie an Lailatul-Qadr sprechen soll, antworte:

Allahumma innaka ‘afuwwun tuhibbul ‘afwa fa’fu ‘anni

O Allah DU bist allvergebend, vergebe mir (meine Sünden).

Dieses kurze Bittgebet ist trotz weniger Worte allumfassend, den wir erkennen damit unsere Schuld an und bitten Allah (subhanahu wa ta’ala) darin um Vergebung. So gehört zur Vorbereitung auf Ramadan sich über die eigenen Verfehlungen und Sünden bewusst zu werden und für diese wahrhaftig beim Allmächtigen um Vergebung zu bitten.

Allah sagt dazu treffend im edlen Koran:

7_23

Qala rabbana thalamnaanfusana wa-in lam taghfir lana watarhamnalanakoonanna mina alkhasireen

Sie sagten: “Unser Herr, wir haben uns selbst Unrecht zugefügt. Wenn Du uns nicht vergibst und Dich unser erbarmst, werden wir ganz gewiss zu den Verlorenen gehören.” (7:23)

 

Und an anderer Stelle heißt es:

11_47Qala rabbi innee aAAoothu bikaan as-alaka ma laysa lee bihi AAilmun wa-illataghfir lee watarhamnee akun mina alkhasireen

Er sagte: “Mein Herr, ich suche Schutz bei Dir (davor), daß ich Dich um etwas bitte, wovon ich kein Wissen habe! Wenn Du mir nicht vergibst und Dich meiner nicht erbarmst, werde ich zu den Verlierern gehören.” (11:47)

Weiterhin müssen wir zuerst denjenigen vergeben, die uns wehgetan haben, damit wir auf die Vergebung Allahs hoffen können. So steht dazu im edlen Koran:

24_22

Wala ya/tali oloo alfadliminkum wassaAAati an yu/too olee alqurba walmasakeenawalmuhajireena fee sabeeli AllahiwalyaAAfoo walyasfahoo ala tuhibboonaan yaghfira Allahu lakum wallahu ghafoorunraheem

Und es sollen diejenigen von euch, die Überfluss und Wohlstand besitzen, nicht schwören, sie würden den Verwandten, den Armen und denjenigen, die auf Allahs Weg ausgewandert sind, nichts mehr geben, sondern sie sollen verzeihen und nachsichtig sein. Liebt ihr es (selbst) nicht, dass Allah euch vergibt? Allah ist Allvergebend und Barmherzig. (24:22)

 

Daher liebe Geschwister, lasst uns unserer eigenen Schuld und Sünden bewusst werden, um wahrhaftig um Vergebung zu bitten und stets gegenüber unseren Mitmenschen vorleben, was wir uns von Allah (subhanahu wa ta’ala) erhoffen. Vergebt anderen, um im Gegenzug selbst Vergebung zu erfahren.

Ya Allah hilf uns zu vergebenden Menschen zu werden und lasse uns Deine Vergebung zu teil kommen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Islamwissenschaften und gesellschaftliche Teilhabe

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten und Segen und Frieden auf unserem edlen Propheten Muhammad (ﷺ), seiner Familie und seinen Gefährten.

Meine lieben Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt geht es um die Islamwissenschaften und deren Auswirkungen auf den gesellschaftlichen Beitrag der Muslime in Europa.

Es ist bekannt, dass die ersten Verse, die dem Gesandten Allahs (ﷺ) offenbart wurden, folgende sind:

96_1

Lies im Namen deines Herrn, Der erschaffen hat,

Iqra/ bi-ismi rabbika allathee khalaq

96_2

den Menschen erschaffen hat aus einem Anhängsel.

Khalaqa al-insana min AAalaq

96_3

Lies, und dein Herr ist der Edelste,

Iqra/ warabbuka al-akram

96_4

Der (das Schreiben) mit dem Schreibrohr gelehrt hat,

Allathee AAallama bilqalam

96_5

den Menschen gelehrt hat, was er nicht wußte. 

AAallama al-insana ma lamyaAAlam (96:1-5)

Allah (subhanahu wa ta’ala) fordert uns also zum Lesen auf. Aber wir sollen nicht auf beliebige Weise lesen. Wir sollen im Namen des Allmächtigen, des Allwissenden lesen. Wir sollen lesen, was unseren Glauben mehrt, unseren intellektuellen Horizont erweitert und uns dazu verhilft, eine höhere Ebene des Wissens und der Wahrnehmung des ganzen Universums zu erreichen, damit wir die Zusammenhänge besser erkennen und verstehen, und letztlich darin Allah, den Allmächtigen als Schöpfer erkennen.

Der Einsatz unseres Verstandes, das Streben nach Wissen und die Wissenschaften haben im Islam einen sehr hohen Stellenwert.

So fordert Allah (subhanahu wa ta’ala) uns dazu auf, uns mit dem Leben auseinander zu setzen, zu erforschen, was wir nicht verstehen, und kritisch zu hinterfragen, um zu der Wahrheit zu gelangen und Rechenschaft bei Allah ablegen zu können.

Mit diesem Verständnis liegt es auf der Hand, dass Gelehrte und Wissenschaftler unter den Gläubigen einen besonderen Status haben. Dabei unterscheidet der Islam nicht zwischen religiösem und weltlichem Wissen, beide sind gefordert und werden unterstützt, solange diese allen Menschen auf dieser Erde zugutekommen und dem friedlichen Zusammenleben dienen.

Nichtsdestotrotz, ist es in Europa besonders wichtig ausreichend qualifizierte Muslime zu haben, welche die islamische Lehre studieren und sich darin spezialisieren, um den Islam richtig zu erläutern und den Menschen seine klare Botschaft zu vermitteln, um Missverständnisse und Unwissen vorzubeugen, und damit die Basis für Radikalismus auszuschließen und argumentativ zu entgegnen.

Es geht aber nicht nur um die Ansammlung von Wissen. Auch unsere Rolle im gesellschaftlichen Geschehen ist von besonderer Bedeutung. Muslime müssen durch ihre zivile Beteiligung eine führende Rolle in der Weiterentwicklung der Gesellschaft einnehmen. Sowohl auf wissenschaftlicher Ebene, aber auch auf moralischer und menschlicher Ebene. Allen voran als Erhalter der Menschenrechte.

So ist die Botschaft des Islam, welche von Liebe, Toleranz und Menschlichkeit handelt, ja für alle Menschen herab gesandt worden und gilt für alle Zeiten. Im edlen Koran steht dazu in Surat Al-‘Anbyā’:

21_107

Und Wir haben dich nur als Barmherzigkeit für die Weltenbewohner gesandt.

 

Wama arsalnaka illa rahmatanlilAAalameen (21:107)

Der Islam unterstützt Vielfalt und ein multikulturelles Leben der Menschen miteinander, unabhängig von Herkunft, Religion, Tradition oder sozialer Herkunft. Die Basis des gesellschaftlichen Lebens wie zum Beispiel in Europa – wo Millionen von Menschen zusammenleben – sollten gegenseitiger Respekt und Wertschätzung sein. Der Islam betrachtet Vielfalt als Bereicherung und als Chance für die Gesellschaften, um sich weiterzuentwickeln und die Zivilisation voranzubringen, zumal diese die gleichen Schicksale und Ziele teilen.

Sich gegenseitig zu ergänzen und nach Gemeinsamkeiten zu suchen, ist im Grundverständnis des Islam verankert. So gibt es bei korrekter Betrachtung auch viel mehr Gemeinsamkeiten zwischen den Menschen als Unterschiede und letztendlich geht es darum, sich zu verständigen und sich darauf zu einigen zum Wohle aller zu handeln und damit gemeinsam für eine lebenswertere Welt zu sorgen.

Allah (subhanahu wa ta’ala) spricht dazu im edlen Koran:

49_13

O ihr Menschen, Wir haben euch ja von einem männlichen und einem weiblichen Wesen erschaffen, und Wir haben euch zu Völkern und Stämmen gemacht, damit ihr einander kennenlernt. Gewiß, der Geehrteste von euch bei Allah ist der Gottesfürchtigste von euch. Gewiß, Allah ist Allwissend und Allkundig. (49:13)

Der Islam besitzt eine ganzheitliche Sicht bezüglich des Aufbaus und der Weiterentwicklung einer humanen Gesellschaft. Dabei werden die Gläubigen motiviert, innovativ und offen für neue Entwicklungen zu sein, um dem Wohle aller Menschen zu dienen und einen konstruktiven Beitrag in der jeweiligen Gesellschaft und für die Menschheit zu leisten.

Die Basis für diese Entwicklung findet zunächst bei jedem gläubigen Muslim selbst statt, der durch den edlen Koran dazu angewiesen wird einen positiven Beitrag für die Gesellschaft zu erbringen.

Liebe Geschwister, die Worte Allahs sprechen unseren Verstand, unsere Seele und unseren Geist an und fordern uns dazu auf nachzudenken, unser Potential zu entfalten und Allahs Willen auf Erden umzusetzen, in dem wir allen Menschen ausnahmslos Gutes tun und Schlechtes von ihnen abwenden.

Der Feste Glaube und die Überzeugung des Muslims bilden den Antrieb, um ihn dazu zu bringen, im Einklang mit allen Menschen, Tieren, Pflanzen, ja sogar Gegenständen zu leben, denn alle sind Allahs Geschöpfe und SEIN Werk. Und da wir daran glauben am Jüngsten Tag zur Rechenschaft gezogen zu werden, sollten wir anständig handeln, nicht lügen, keinen Raub begehen, nicht betrügen, ehrlich zu unseren Mitmenschen sein, auch gegenüber dem Gesetz, anständige Bürger sein und zum Beispiel keine Steuern hinterziehen und keine unberechtigten Sozialleistungen beziehen und vor allem für Frieden und Sicherheit in diesem Land sorgen.

Der Werdegang unseres Propheten (ﷺ) bietet uns die besten Beispiele für einem Zusammenleben der unterschiedlichen Religionen und Gemeinschaften mit- und untereinander und deren Kooperation zum Wohle aller Bürger der Gemeinschaft.

Die Kultur des Umgangs zwischen Muslimen und anderen Mitmenschen muss weiter ausgebaut werden und zwar auf Basis einer Zivilgesellschaft, in der die Menschen gleichberechtigt behandelt werden, ihre Rechte und Pflichten kennen und ihren Beitrag gleichermaßen leisten können und dürfen.

Nur wenn wir die Botschaft des Islam richtig verstehen, sind wir in der Lage, unsere Aufgabe darin zu erkennen, und diese im Sinne unserer Mitmenschen umzusetzen. Als Zeugen Allahs auf Erden. 

Möge Allah uns dabei helfen diesem Anspruch gerecht zu werden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Lehren aus der Nachtreise

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten und Segen und Frieden auf unserem edlen Propheten Muhammad (ﷺ), seiner Familie und seinen Gefährten.

Meine lieben Geschwister im Islam, in der heutigen Freitagspredigt geht es um einige wichtige Lehren, welche die Nachtreise und die vorherigen Ereignisse mit sich brachten.

Allah (subhanahu wa ta’ala) hat seinem Gesandten Muhammad, Segen und Friede auf Ihm, in Surat Ad-Duĥaá folgendes versprochen:

93_5

Und wahrlich, dein Herr wird dir geben und du wirst wohlzufrieden sein.“ (93:5)

Wala sawfa yu ateeka rabbuka fatardaa.

Und wie versprochen gewährte Allah dem Gesandten Gaben, die ihn im Diesseits zufrieden stellten und erlaubte ihm im Jenseits die Fürsprache für seine Nation.

Die ereignisreiche Nachtreise des Gesandten ist zweifelsohne eine besondere Gabe, aus der wir vielerlei Lehren ziehen können.

Eine der wichtigsten Lehren daraus, ist die Geduld und Standhaftigkeit im Umgang mit Verführungen.

So versuchte der Stamm der Quraish den Gesandten Allahs mit allen Mitteln von seiner Religion abzuhalten, ihn zu verführen und zu bestechen. Sie schlugen ihm vor den Islam anzunehmen, wenn er einige Regeln ändern würde. Sie boten an in den Islam einzutreten, wenn nur er allein an ihren Sitzungen teilnehmen würde, unter Ausschluss der Armen, Schwachen und Sklaven.

Da wurden folgende Verse offenbart:

18_28

Und sag: (Es ist) die Wahrheit von eurem Herrn. Wer nun will, der soll glauben, und wer will, der soll ungläubig sein.

Halte dich geduldig zurück zusammen mit denen, die ihren Herrn morgens und abends anrufen, im Begehren nach Seinem Angesicht. Und deine Augen sollen nicht über sie hinwegsehen, indem du den Schmuck des diesseitigen Lebens begehrst’. Und gehorche nicht jemandem, dessen Herz Wir Unserem Gedenken gegenüber unachtsam gemacht haben, der seiner Neigung folgt und dessen Angelegenheit (durch) Maßlosigkeit (ausgezeichnet) ist. Und sprich: “Es ist die Wahrheit von eurem Herrn.” Darum lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will. (18:28-29)

Sie schlugen ihm sogar vor den Islam anzunehmen, wenn Muhammad (ﷺ) im Gegenzug auch ihren Glauben annimmt, damit sie ihn an ihren Reichtümern und ihrer Macht beteiligen können. Doch da offenbarte Allah folgende Verse:

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109_2

109_3

“Sprich: “O ihr Ungläubigen! Ich diene nicht dem, dem ihr dient und ihr dient nicht Dem, Dem ich diene.“ (109:1-3)

Qul: Ya ayyuha alkafiroon! La aAAbudu ma taAAbudoon, wala antum AAabidoona maaAAbud.

Auch die Gefährten des Propheten, Segen und Friede auf Ihm, blieben nicht von den Bestechungs- und Verführungsversuchen der Quraish verschont. Sie versuchten jeden, der Interesse am Islam zeigte, mit allen Mitteln davon abzuhalten.

Allah offenbarte Dem Gesandten Allahs folgenden Vers:

Und unter den Menschen gibt es solche, die leeres Gerede vorziehen, um (Menschen) ohne Wissen von Allahs Weg hinweg in die Irre zu führen, und um damit Spott zu treiben. Für solche wird es schmachvolle Strafe geben. Und wenn ihm Unsere Verse verlesen werden, so kehrt er sich überheblich (von ihnen) ab, als hätte er sie nicht gehört, als wären seine Ohren schwerhörig. So verkünde ihm schmerzliche Strafe. (31:6-7)

Über den Offenbarungsgrund dieses Verses bestehen zwei Meinungen.

Die eine besagt, dass dieser Vers wegen eines Mannes der Quraish offenbart wurde, der eine Dienerin erworben hat, die singen konnte. Die Menschen waren daraufhin mit ihrem Gesang beschäftigt und vom Aufruf des Gesandten abgelenkt.

Die andere Meinung, welche von Ibn Abbas überliefert wurde, besagt dass Al-Nadir Ibn Al-Harith eine Sängerin kaufte und sie, sobald er mitbekam, dass jemand am Islam interessiert war, mit der Sängerin zu ihm ging und ihr sagte:

Gebe ihm Speis und Trank und besinge ihn, denn das ist besser als das, wozu Muhammad aufruft.“

Kein Mittel blieb beim Stamm der Quraish unversucht, um dem Aufruf des Gesandten zu stoppen.

Als Folge dessen war die Freiheit den Propheten Muhammad (ﷺ) und seiner Gefährten eingeschränkt. Sie mussten sich im Geheimen treffen um Verse Allahs auszutauschen. Prophetengefährten wurden mit körperlicher Gewalt dafür bestraft, dass sie den Koran in der Öffentlichkeit verkündeten. Die Quraish griffen  zu sozialer Ächtung und verbreiteten Gerüchte über den Propheten (ﷺ). Sie behaupteten er sei wahnsinnig, ein Lügner, ein Dichter und Zauberer. Auch wirtschaftlich und politisch isolierten und boykottierten sie ihn und brachen jeglichen Handel zu ihm und seinen Gefährten ab.

Nach all diesen Jahren voller Leid und Kummer, verlor der Gesandte Allahs (ﷺ) einige seiner geliebten Mitmenschen. Khadija (radi allahu anha) und Abu Talib. Doch mit der Geduld kam die Erleichterung, wie sie in Surat Al-‘Isrā’ beschrieben wird:

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Gepriesen sei Der, Der bei Nacht Seinen Diener von der heiligen Moschee zu der fernen Moschee, deren Umgebung Wir gesegnet haben, hinführte, auf daß Wir ihm einige Unserer Zeichen zeigten. Wahrlich, Er ist der Allhörende, der Allsehende. (17:1)

Aus dieser Nachtreise lernen wir, dass die nach der tapferen Geduld und Hingebung zu Allah im Bittgebet die Erleichterung für jeden Muslim kommt. Die Geduld und die Standhaftigkeit während der Zeit des Leides gehört zum Weg der Gesandten und die heilige Al-Aqsa Mosche gehört samt dem Erbe der Propheten zur islamischen Nation.

Abschließend sei gesagt, dass sich die wahre Gabe der Nachtreise im Gebet findet, denn dies ist die direkte Verbindung zwischen Himmel und Erde. Mit unserer Gebetsrichtung reisen wir seelisch zur heiligen Moschee und erheben uns bei der Niederwerfung empor gen Himmel, denn Allah sagt sinngemäß in Surat Al-Alaq:

wirf dich in Anbetung nieder und komme Allah nahe.“ (vgl. 96:19)

Möge Allah uns dabei helfen diese Lehren zu verinnerlichen und Ihm im Gebet nahe zu sein.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Besuch von Dr. Noureddin Kirat aus Marokko

Wir begrüßen am Freitag, 15. April 2016 den ehrenwerten Dr. Noureddin Kirat aus Marokko als Gastprediger für die Freitagspredigt um 14:45 Uhr und laden alle Geschwister herzlich dazu ein. Weiterhin wird er am Samstag um 20:30 Uhr und am Sonntag um 14 Uhr weitere Vorträge bei uns in der Othman Ibn Affan Moschee halten.
Teilnehmen und Freunde einladen!

monatlich_kirat

Wissen und Bildung

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.

Liebe Geschwister im Islam,

das Thema unserer heutigen Predigt ist das Wissen und die Bildung im Islam.

Als wahre Gläubige ist es unsere Pflicht uns weiterzubilden. Nur auf der Basis von Wissen sind wir in der Lage in diesem Leben rechtschaffene Werke zu verrichten.

Im edlen Qur’an weißt uns Allah (subhanahu wa ta’ala) mit diversen Versen daraufhin, dass das Wissen und die Wissenden bei Ihm einen besonderen Stellenwert haben und spricht dazu in Surat Ţāhā (in ungefährer Übersetzung):

Und sag: Mein Herr, lasse mich an Wissen zunehmen.

… Und sag: Mein Herr, lasse mich an Wissen zunehmen. (vgl. 20:114)

Und im folgenden Vers in Surat Az-Zumar stellt Allah (subhanahu wa ta’ala) dazu folgende rhetorische Frage:

39:9 Auszug1

39:9 Auszug2

… Sag: Sind etwa diejenigen, die wissen, und diejenigen, die nicht wissen, gleich? Doch bedenken nur diejenigen, die Verstand besitzen. (vgl. 39:9)

Auch wird die hohe Stellung des Wissenden in folgendem Vers aus Surat Al-Mujādila deutlich:

58:11 Auszug

… so erhöht auch Allah diejenigen von euch, die glauben, und diejenigen, denen das Wissen gegeben worden ist, um Rangstufen. Und Allah ist dessen, was ihr tut, Kundig. (vgl. 58:11)

Unser geliebter Prophet Muhammad (ﷺ) sagt in einem Hadith dazu sinngemäß, dass Allah denjenigen zu mehr Wissen leitet, für den Er Gutes will.

Bemerkenswert ist auch folgender Hadith über das Wissen. So sagte Muhammad (ﷺ) sinngemäß, dass es zwei Dinge gibt, über die man im positiven Sinne neidisch sein kann. Zum Einen halal erworbenes Reichtum, welches für rechtschaffene Werke ausgegeben wird und zum Anderen Wissen mit dem gerecht zwischen den Menschen geurteilt wird.

Auch verglich Muhammad (ﷺ) die Reaktion der Gläubigen auf seine gesegnete Botschaft mit einem Regen, welcher auf die Erde fällt. Manche Böden nehmen diesen Regen auf und Bäume, Früchte und Gräser gedeihen darauf. Die Gläubigen profitieren vom Wissen im Islam, und setzen dieses Wissen in ihrem Verhalten um, wodurch wiederum auch andere profitieren. Eine andere Sorte von Boden nimmt ebenfalls das Regenwasser auf, speichert es jedoch längerfristig und bietet den Menschen später das Wasser in Form eines Brunnens oder einer Quelle. Damit sind diejenigen gemeint, die das erlernte Wissen weitertragen und Dawah betreiben. Aber es gibt auch eine dritte Sorte von Böden, auf der nichts gedeiht und auch kein Wasser nutzbar versickert. Dies sind die üblen Menschen, die weder selbst aus den Wissen nutzen ziehen noch das Wissen weitertragen.

Wir sehen, dass das Wissen eine zentrale Rolle in unserer Beziehung zu Allah (subhanahu wa ta’ala) spielt und wir danach suchen müssen. Nur mit dem richtigen Wissen können wir die Botschaft des Glaubens in ihrer wahren Größe und Bedeutung vermitteln.

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) uns dabei helfen dieser Verantwortung gerecht zu werden und voller Wissen, Güte und Barmherzigkeit zu handeln.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Das Freitagsgebet

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.

Liebe Geschwister im Islam, 

Thema unserer heutigen Predigt ist das Freitagsgebet.

Der Freitag ist ein besonderer Tag im Islam und die Krönung dieses Tages ist das Freitagsgebet.

Allah (subhanahu  wa ta’ala) sagt im edlen Qur’an in Surat Al-Jumu`ah (in der ungefähren Übersetzung):

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O die ihr glaubt, wenn zum Gebet gerufen wird am Freitag, dann eilt zu Allahs Gedenken und lasst das Kaufgeschäft. Das ist besser für euch, wenn ihr wisst. Wenn das Gebet beendet ist, dann breitet euch im Land aus und trachtet nach etwas von Allahs Huld. Und gedenkt Allahs viel, auf dass es euch wohl ergehen möge! Und wenn sie einen Handel oder eine Zerstreuung sehen, laufen sie dorthin auseinander und lassen dich stehen. Sag: Was bei Allah ist, ist besser als Zerstreuung und als Handel. Und Allah ist der beste Versorger. (62:9-11)

In einem durch den Prophetengefährten Abu Huraira (radi allahu anhu) überlieferten Hadith heißt es sinngemäß:

Der Freitag ist der beste Tag auf Erden, über den die Sonne je schien. An diesem Tag wurde unser Vater Adam erschaffen und an diesem Tag trat er ins Paradies ein und an dem Tag wurde er vorläufig aus dem Paradies verbannt.

Adam (alayhi salam) als Stellvetreter aller Menschen wurde im Rahmen seiner vorläufigen Verbannung aus dem Paradies an einem Freitag auf die Erde herabgesandt, um diese Welt friedlich zu bevölkern und rechtschaffene Werke zu verrichten.

In einem weiteren Hadith über den Freitag heißt es sinngemäß:

Wer die fünf Gebete, und zwischen dem Freitag und dem darauf folgenden, dem Ramadan und dem darauf folgenden Ramadan, ordnungsgemäß verrichtet, dem werden seine Sünden und Verfehlungen vergeben, sofern diese Sünden keine schwerwiegenden waren.

Sich für das Freitagsgebet vorzubereiten, zu reinigen, schön anzuziehen und Duft aufzutragen gehören zu den geliebten Taten bei Allah und seinem Propheten (ﷺ) und die Belohnung im Jenseits ist von kaum fassbarer Größe. Auch sich rechtzeitig vor Gebetsbeginn in die Moschee zu begeben und den ersten freien Platz einzunehmen, ohne andere Gläubige zu stören, gehört ebenfalls zur Wertschätzung dieses besonderen Tages durch jeden von uns und je früher wir in die Moschee an dem Tag kommen, desto größer ist die Belohnung bei Allah (subhanahu  wa ta’ala).

Liebe Geschwister,

da wir nicht wissen, ob unsere Ibada an dem Freitag von Allah (subhanahu  wa ta’ala) angenommen werden oder nicht, sollten wir keine scheinbar noch so kleine gute Tat an diesem Tag vernachlässigen und uns um ihre Verrichtung kümmern und darauf achten aus der gehörten Predigt zu lernen, um unseren Glauben zu stärken.

Möge Allah (subhanahu  wa ta’ala) uns dabei helfen, zum wahren Glauben zu finden, unsere Herzen zu reinigen und uns zu wahrhaftigen Dienern Allahs werden zu lassen. Amin.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Wertschätzung von guten Taten

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad () Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. Er ermahnt euch; vielleicht werdet ihr die Ermahnung annehmen.

Liebe Geschwister im Islam,

Thema unserer heutigen Predigt ist die Wertschätzung von guten Taten.

Wir sollten und dürfen die Wirkung und Belohnung für gute Taten und rechtschaffene Werke nie unterschätzen, unabhängig davon wie klein diese uns manchmal erscheinen mögen.

In einem durch den Prophetengefährten Abu Thar überlieferten Hadith heißt es sinngemäß:

Vernachlässige und geringschätze die Belohnung einer guten Tat nie, so dass du diese nicht verrichtest, auch wenn es darum geht, deinem Mitmenschen mit einem Lächeln zu begegnen“

Dieser Hadith verdeutlicht uns die Großartigkeit des Islam. Selbst für ganz normale Taten, die keiner besonderen Mühe oder Aufwand bedürfen, werden wir von Allah (subhanahu wa ta’ala) großzügig belohnt, selbst wenn der Gläubige manchmal dazu neigt, diese Taten als geringfügig und unwichtig zu erachten.

So könnte es diese kleine gute Tat sein, die dich am jüngsten Tag ins Paradies rettet. Gleichwohl darf der Gläubige auch die Strafe und die Auswirkung von vermeintlich kleinen Sünden und schlechten Taten nicht vernachlässigen oder unterschätzen, denn diese kleine Sünde könnte einen ins Höllenfeuer bringen.

So wird über eine Prostituierte aus den Zeiten von Banu Israel berichtet, die eines Tages einen Hund fand, der am verdursten war. Dieser Hund tat ihr Leid und sie zog daraufhin ihren Stiefel aus und gab dem Hund darin Wasser. Für diese Tat wurden ihr bei Allah (subhanahu wa ta’ala) alle ihre Sünden vergeben.

Hingegen wird in einem anderen, durch Ibn Omar überlieferten, Hadith sinngemäß berichtet, dass eine Frau am jüngsten Tag mit dem Höllenfeuer bestraft wird, weil sie eine Katze bei sich eingesperrt hatte, bis die Katze verstarb. Die Frau gab der Katze weder zu Essen, noch zu Trinken, noch ließ sie die Katze hinaus, um sich selbst zu versorgen.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Quran in Surat Al-‘Anbyā’ (in der ungefähren Übersetzung):

21_94

Wer etwas an rechtschaffenen Werken tut und dabei gläubig ist, der wird für sein Bemühen nicht Undank ernten; Wir schreiben es ihm gut.” (21:94)

Liebe Geschwister,

da wir nicht wissen, welche unsere Taten von Allah (subhanahu wa ta’ala) angenommen werden und welche nicht, sollten wir auch jede vermeintlich kleine gute Tat nicht vernachlässigen und uns um ihre Verrichtung kümmern.

Ein Beispiel für rechtschaffende Taten finden wir in Zubeida, der Frau des Kalifen Harun Al Raschid. Als sie die Pilgerfahrt in Mekka verrichtete, bemerkte sie dass die Pilger Trinkwasser über weite Strecken tragen mussten und dies ihre Pilgerfahrt erheblich erschwerte. Daraufhin beschloss sie nach der Hadj in Mekka zu bleiben und sich um die Trinkwasserversorgung der Pilger zu kümmern. Noch bis zum heutigen Tage – 11 hundert Jahre später – trinken die Pilger aus den selben Trinkwassereinrichtungen, die Zubeida einst etablierte.

Besonders nachhaltige gute Taten sind bei Allah (subhanahu wa ta’ala) sehr beliebt und sichern den Tätern das Wohlwollen Allahs, (in schā’a llāh).

Aber auch gute Taten, welche klein anfangen und mit der Zeit zu etwas größerem heranwachsen, wie bei einem Butterfly Effect, sind besonders segensreich.

Im Leben unseres geliebten Propheten Muhammad (ﷺ) finden sich zahlreiche Beispiele von einfachen Handlungen, die jedoch die Aufmerksamkeit und die Herzen der Menschen eroberten und sie auf den geraden Weg des Glaubens brachten.

Aber auch in unserer Zeit finden sich schöne Beispiele dafür, wie es vor einigen Jahren in den USA geschah. Dort betrat ein Dieb ein Geschäft und wollte den Eigentümer bestehlen. Doch der Besitzer war vorbereitet und konnte den Dieb überwältigen und festhalten. Der Besitzer fragte den Dieb, warum er stahl und Überfälle verübt, der Dieb antwortete, dass er Geld brauchte, um für seine Kinder Essen kaufen zu können. Der Ladenbesitzer gab ihm daraufhin 50 Dollar und Brot für seine Kinder. Der Dieb wunderte sich über dieses Verhalten. Anstatt ihn zu schlagen, einzusperren und die Polizei zu rufen, hat dieser Mann ihm sogar geholfen. In dem Gespräch mit dem Ladeninhaber erfuhr der Dieb, dass der Besitzer Muslim ist, und sagte daraufhin, dass er auch Muslim werden wolle. Nach 6 Monaten schickte der ehemalige Dieb einen Brief an dem Ladenbesitzer, bedankte sich bei ihm, gab ihm seine 50 Dollar zurück und teilte ihm mit, dass er nun einer anständigen Arbeit nachgehe und sein Geld halal verdient. Dieses Ereignis und das Verhalten des gläubigen Ladenbesitzers sind bei Allah (subhanahu wa ta’ala) mehr wert als 1000 Predigten, denn solche Taten hinterlassen ihre positiven Spuren in unserem Leben und tragen zu einer friedlichen und anständigen Gesellschaft bei, wozu wir Muslime immer verpflichtet sind.

Möge Allah (subhanahu wa ta’ala) uns dabei helfen zum wahren Glauben zu finden, unsere Herzen zu reinigen und uns zum wahren Diener Allahs zu machen,

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Der Tod und die Beerdigung des Propheten (ﷺ)

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und freigiebig gegenüber den Verwandten zu sein; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt beschäftigen wir uns mit dem Tod und der Beerdigung des Propheten (ﷺ).

Nach der letzten Pilgerfahrt (Hiddschat al-wadā – حجة الوداعwurde, bevor der Prophet (ﷺ) verstarb, im edlen Qur’an folgender Vers in Surat Al-Mā’idah herab gesandt. So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala):

auszug_5-3

Heute habe Ich euch eure Religion vervollkommnet und Meine Gunst an euch vollendet, und Ich bin mit dem Islam als Religion für euch zufrieden.[vgl. 5:3]

Als Abu Bakr (radi allahu anhu) diesen Vers hörte überkamen ihn die Tränen und er fing an zu weinen. Die Gefährten fragten ihn daraufhin, warum er denn weint. Abu Bakr antwortete, dass dieser Vers den Propheten (ﷺ) verabschiedet. Und so war es auch. Gerade mal 9 Tage trennten die Herabsendung des letzten Verses des edlen Qur’an vom Todestag unseres geliebten Propheten (ﷺ).

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt dazu in Surat Al-Baqarah (in der ungefähren Übersetzung):

2_281

Und hütet euch vor einem Tag, an dem ihr zu Allah zurückgebracht werdet. Dann wird jeder Seele in vollem Maß zukommen, was sie verdient hat, und es wird ihnen kein Unrecht zugefügt. [2:281]

In seinen letzten Tagen hatte unser Prophet (ﷺ) starke Schmerzen und er verlangte die Märtyrer von Uhud zu besuchen. Als er (ﷺ) an den Gräbern stand sagte er sinngemäß:

Assalamu Aleikum ihr Märtyrer von Uhud. Ihr seid die Vorreiter und wir werden euch (in den Tod) folgen. Ich werde euch folgen.

Auf dem Heimweg weinte der Prophet (ﷺ) und die Sahabis, die ihn begleiteten fragten ihn, warum. Daraufhin antwortete Muhammad (ﷺ):

Ich habe meine Brüder vermisst.

Die Gefährten waren verwundert und fragten: Sind wir etwa nicht deine Brüder Gesandter Allahs?

Muhammad (ﷺ) erwiderte:

Nein, ihr seid meine Gefährten, meine Brüder sind Gläubige, die nach mir kommen und an mich glauben, ohne mich vorher gesehen zu haben.

Als es dann nur noch drei Tage bis zu seinem Tod waren, wurden die Schmerzen noch stärker. Er war zu dieser Zeit im Haus seiner Frau Maimuna (radiallahu anha) und bat seine Frauen zusammenzukommen und um Erlaubnis bei seiner Frau Aisha (radiallahu anha) medizinisch betreut zu werden. Die Frauen stimmten seiner Bitte zu.

Ali und Al Fadl Ibn Al Abbas (möge Allah zufrieden mit ihnen sein) haben anschließend den Propheten (ﷺ) zum Haus von Aisha, der Mutter der Gläubigen getragen.

Vom ungewohnten Anblick der körperlichen Schwäche des Propheten (ﷺ) sichtlich geschockt und verunsichert, versammelten sich die Muslime in der Moschee, um sich über den Gesundheitszustand des geliebten Propheten (ﷺ) zu erkundigen.

Aisha (radiallahu anha) berichtete, dass der Prophet (ﷺ) stark zu schwitzen begann und stets لا اله إلا الله wiederholte. Es gibt keinen Gott außer Allah!

Während er (ﷺ) im Zimmer von Aisha (radiallahu anha) war, hörte er die Unruhe und Laute aus der angrenzenden Moschee. Also fragte er nach dem Grund und erfuhr von der Sorge der Muslime, um seine Gesundheit. So bat er darum in die Moschee gebracht zu werden, um mit ihnen zu sprechen.

Vor der versammelten Menschenmenge stehend, fragte er:

O Leute, habt ihr Angst um mich?

Die Gläubigen antworteten: “Ja, Gesandter Allahs.”

Muhammed (ﷺ) sagte daraufhin sinngemäß:

Liebe Gläubige, unser Wiedersehen ist nicht im Diesseits, sondern wir sehen uns im Jenseits am Rande des Beckens. Bei Allah, es ist als ob ich es gerade vor meinen Augen sehe. Liebe Gläubige: Ich fürchte um euch nicht die Armut, sondern dieses Leben. Ich habe Angst, dass ihr euch dem Diesseits maßlos hingebt und darin untereinander wetteifert und das Diesseits euch zugrunde gehen lässt, wie es viele andere Völker und Glaubensgemeinschaften vor euch zugrunde gehen ließ

Weiterhin empfahl uns Muhammad (ﷺ) sinngemäß folgende Handlungsweisen:

  • Achtet auf eure Gebete. Achtet auf eure Gebete. Achtet auf eure Gebete. Dies wiederholte er in seiner Rede mehrfach.
  • Fürchtet Allah im Umgang mit euren Frauen! Fürchtet Allah im Umgang mit euren Frauen und tut ihnen Gutes!

Liebe Mitmenschen, Allah (subhanahu wa ta’ala) hat einem Gläubigen die Wahl zwischen dem Diesseits und dem Jenseits überlassen. Und der Gläubige entscheidet sich für das Jenseits.

Diesen Satz hat keiner wirklich verstanden, außer Abu Bakr, der daraufhin in einen tiefen Anfall von Trauer verfiel und sehr laut weinte.

Zum Schluss seiner Rede sprach Muhammad (ﷺ) viele Bittgebete für die Muslime und sagte als letzten Satz:

Liebe Gläubige richtet meinen Gruß an alle, die mir folgen bis zum Jüngsten Tag.

Anschließend wurde der Prophet (ﷺ) zum Haus von Aisha getragen. Aischa (radiallahu anha) hat – nachdem sich der Prophet (ﷺ) den Siwak wünschte – diesen in ihrem Mund für den Propheten (ﷺ) weich gekaut und in seinen Mund getan und sich gefreut, dass sie mit ihm in seinen letzten Augenblicken etwas teilen durfte.

Als Fatima, die Tochter des Propheten rein kam, weinte sie, da er (ﷺ) vor Schmerzen nicht aufstehen konnte, um ihr einen Kuss zwischen den Augen zu geben, wie er (ﷺ) es in der Regel zu tun pflegte.

Der Prophet (ﷺ) bat Fatima, sich ihm zu nähern und flüsterte ihr etwas ins Ohr, woraufhin Fatima weinte, anschließend bat er (ﷺ) sie erneut darum, ihm näher zu kommen und flüsterte ihr ein zweites Mal zu und da freute sich Fatima wieder.

Nach dem Tod des Propheten (ﷺ) wurde Fatima danach gefragt, was ihr gesagt wurde.

Fatima (radiallahu anha) antwortete:

Beim ersten Mal sagte er (ﷺ), dass er heute Nacht sterben werde.

Und beim zweiten Mal sagte er (ﷺ), dass ich die erste aus seiner Familie sein werde, die ihm in den Tod folgen wird.

Als die Stunde des Propheten (ﷺ) gekommen war, bat er die Anwesenden das Zimmer zu verlassen und Aisha (radiallahu anha) sich ihm zu nähern. Er (ﷺ) legte sich in ihren Schoß und hob seinen Zeigefinger hoch und wiederholte:

… doch zu meinem Herrn … doch zu meinem Herrn…

– Da wusste Aischa, dass es dem Propheten (ﷺ) gut geht.

Danach fiel die Hand des Propheten (ﷺ) und sein Kopf wurde in ihrem Schoß schwerer und sie erkannte das Muhammed (ﷺ) verstarb.

Aisha meinte, sie wusste nicht wie ihr geschah und rannte in die Moschee und rief: “Der Gesandte Allahs (ﷺ) ist gestorben. Der Gesandte Allahs (ﷺ) ist gestorben.”

Daraufhin brachen die Menschen in der Moschee weinend zusammen. Ali konnte nicht mehr aufstehen, Othman Ibn Affan lief orientierungslos umher, Omar zog sein Schwert und wollte jeden bestrafen, der behauptet, dass der der Gesandte Allahs (ﷺ) gestorben sei, einzig Abu Bakr bewies Fassung und Standhaftigkeit.

Abu Bakr (radiallahu anhu) betrat den Raum, in dem der Prophet (ﷺ) lag und umarmte ihn und sprach Gutes. Unter anderem sagte er:

Gesandter Allahs: Gesegnet bist du lebendig und gesegnet bist du im Tod.

Anschließend trat er an die Menschen in der Moschee hervor und sagte sinngemäß:

Wer Muhammed (ﷺ) anbetete, dem sei gesagt, dass Muhammad gestorben ist und wer Allah (subhanahu wa ta’ala) anbetet, dem sei gesagt, dass ER allgegenwärtig ist und niemals stirbt.

Liebe Geschwister,

unser Prophet (ﷺ) hat uns auch in der schwierigsten Zeit seines Lebens und bis zu seinem Tod wertvolle Lehren und Weisheit mit auf den Weg gegeben.

Wenn wir diese befolgen würden, kämen wir der Rechtleitung und dem Wohlwollen Allahs näher.

Möge Allah uns rechtleiten und uns dabei unterstützen zu frommen und praktizierenden Gläubigen zu werden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Ehrung der Moschee

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und freigiebig gegenüber den Verwandten zu sein; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Predigt befassen wir uns mit der Ehrung unserer Moscheen.

Allah (subhanahu wa ta’ala) sagt im edlen Qur’an in Surat An-Nūr:

auszug_24_36

….daß sie errichtet werden und daß darin Sein Name genannt wird… vgl. [24:36]

Wir können unsere Moscheen ehren und ihnen ihren richtigen Stellenwert in unserem Leben geben, indem wir folgendes tun:

Wir müssen sie bewahren und mit Leben füllen. Dies können wir erreichen, indem wir regelmäßig in der Moschee beten, Ibadat verrichten und die Moschee zum Zentrum unserer religiösen Praxis machen. Auch sollten wir Geld spenden, um sie aufrecht zu erhalten, zu renovieren und für sie Spenden sammeln, damit ihre Bausubstanz erhalten oder gar erweitert wird, um mehr Platz für die Gläubigen zu finden und die Moschee zu einem zentralen Treffpunkt und zur Kulturstätte aller Muslime werden zu lassen.

In Surat At-Tawbah steht dazu:

9_18

Gewiß, Allahs Gebetsstätten bevölkert nur, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt, das Gebet verrichtet, die Abgabe entrichtet und niemanden außer Allah fürchtet. Diese aber werden vielleicht zu den Rechtgeleiteten gehören. [9:18]

Allah (subhanahu wa ta’ala) verspricht für das Beleben und die Aufrechterhaltung unserer Moscheen die größte Belohnung im Dies- und im Jenseits.

Die höchste Strafe hingegen erwartet diejenigen, die daraufhin arbeiten, dass unsere Moscheen verlassen oder gar zerstört werden. Dabei wird die Zerstörung leider moralisch, als auch materiell von diesen Menschen angestrebt.

So spricht Allah (subhanahu wa ta’ala) über diese Menschen im edlen Qur’an in Surat Al-Baqarah mit folgenden Worten:

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Und wer ist ungerechter, als wer verhindert, daß an Allahs Gebetsstätten Sein Name genannt wird, und sich bemüht, sie zu zerstören? Jene sollen sie nur in Furcht betreten. Für sie gibt es im Diesseits Schande und im Jenseits gewaltige Strafe. [2:114]

Liebe Geschwister,

wir müssen unsere Moscheen schön und sauber halten, sie mit schöner Beleuchtung verzieren, um im übertragenen Sinne zu zeigen, dass sie Orte des Lichtes und der Rechtleitung sind. Auch wir selbst müssen uns passend anziehen, wenn wir zur Moschee wollen. Ein gepflegtes Äußeres und leises Sprechen in der Moschee gehören dazu. Unangenehme Gerüche, wie Zwiebeln oder Knoblauch, haben hier nichts zu suchen, denn dies belästigt und stört andere Gläubige.

Die Reinheit ist ebenfalls besonders wichtig und auf zweierlei Ebenen zu verstehen. So will Allah (subhanahu wa ta’ala) von uns, dass wir in seinen Häusern sowohl körperlich, als auch seelisch rein sind.

Weiterhin sollte unsere Taqwa das moralische Fundament für unsere Moscheen sein. So steht dazu in Surat At-Tawbah:

9_107

9_108

9_109

9_110

Und (es) gibt (auch) diejenigen, die sich eine Gebetsstätte genommen haben in der Absicht der Schädigung und aus Unglauben und zur Spaltung der Gläubigen und zur Beobachtung für denjenigen, der zuvor gegen Allah und Seinen Gesandten Krieg geführt hat. Sie werden ganz gewiß schwören: “Wir haben nur das Beste gewollt.” Doch Allah bezeugt, daß sie fürwahr Lügner sind. Stell dich niemals in ihr (zum Gebet) hin! Eine Gebetsstätte, die vom ersten Tag an auf die Gottesfurcht gegründet worden ist, hat wahrlich ein größeres Anrecht darauf, daß du dich in ihr hinstellst. In ihr sind Männer, die es lieben, sich zu reinigen. Und Allah liebt die sich Reinigenden. Ist derjenige, der seinen Bau auf Furcht vor Allah und (Sein) Wohlgefallen gegründet hat, besser oder der, der seinen Bau auf den Rand eines abstürzenden Hanges gegründet hat, so daß er mit ihm ins Feuer der Hölle abstürzt? Und Allah leitet das ungerechte Volk nicht recht. Ihr Bau, den sie errichtet haben, wird nicht aufhören, Zweifel (hervorzurufen), bis ihre Herzen in Stücke gerissen sind. Allah ist Allwissend und Allweise. [9:107-110]

In unseren Herzen sollten unsere Moscheen einen besondere Stellung einnehmen, voller Liebe und Anerkennung, sodass wir von ihnen abhängig sind, denn Allah (subhanahu wa ta’ala) hat den Gläubigen mit einer starken Verbindung zur Moschee eine besonderen Stellenwert am Jüngsten Tag gegeben.

Auch ist die Verkündung der Worte Allahs aus sauberer Absicht und mit reinem Gewissen zu erfolgen, fern von jeglichen Parteien oder irgendwelchen Ideologien oder Meinungsverschiedenheiten. In Surat Al-Jinn steht dazu:

72_18

Und die Gebetsstätten gehören doch Allah; so ruft neben Allah niemanden an. [72:18]

Liebe Gläubige:

wir müssen die Anweisungen und Empfehlungen unseres Propheten (ﷺ) beachten und standhaft umsetzen. So können wir einen Zustand des inneren Friedens und einen ausgeglichenen Gemütszustand erlangen.

O Allah steh uns bei und gib uns die Kraft um zu wahren Muslimen zu werden, weiter an uns zu arbeiten und Dein Wohlwollen zu erreichen.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Muhammad (ﷺ) als Familienmensch

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und freigiebig gegenüber den Verwandten zu sein; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. Er ermahnt euch, auf dass ihr bedenken möget.

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt beschäftigen wir uns mit den vernachlässigten Umgangsweisen zwischen Ehepartnern. So sind im Laufe der Zeit bestimmte islamische Verhaltensweisen zwischen Verheirateten in Vergessenheit geraten, auf die wir aufmerksam machen wollen.

 

Im edlen Koran in der Sure Al-‘Aĥzāb heißt es:

33_21-2

Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt. [33:21]

Unser Prophet Muhammad (ﷺ) und sein Werdegang sind unser Leitfaden in diesem Leben. Und eben dieser Werdegang wurde von vielen Gelehrten aus unterschiedlichen Blickwinkeln analysiert, sei es im Bezug auf die Anfänge in Mekka, als es um Grundsatzfragen des Glaubens ging oder in der späteren Zeit in Medina, in der es oftmals um praktische Dinge des Lebens ging, wie die Politik und die Verteidigung, welche zu diesem Zeitpunkt eine wichtige Rolle im Leben der Gemeinschaft spielten. Jedoch wurden den sozialen und familiären Aspekten nicht in ausreichendem Maße Beachtung geschenkt.

Eine gesunde und intakte Familie ist ein zentrales und tragendes Element jeder erfolgreichen und gesunden Gesellschaft.

Da nun tiefgründige Analysen – aus den eben genannten Gründen – zum Teil fehlen, wollen wir uns das Zuhause unseres Propheten (ﷺ) näher anschauen und aus seinem Familienleben Lehren für die Praxis in unseren Familien ziehen und diese umsetzen.

Seine Frau Aischa, die Mutter der Gläubigen (radi allahu anha) berichtete über den Propheten (ﷺ) als Ehemann, dass wenn er (ﷺ) mit seiner Familie alleine in seinem Haus war, stets sehr nachsichtig, tolerant und äußerst großzügig war.

Auch trug er stets ein Lächeln auf den Lippen. Er war ein wahrer Mann und machte sich auf den Weg zum Gebet, sobald dazu gerufen wurde.

Gleichzeitig war er bescheiden und verhielt sich wie ein ganz normaler Mensch, der seine Schuhe putzte, seine Kleidung nähte, sein Schaf melkte und sich im Dienste seiner Frau und seiner Kinder für die Familie sorgte.

Muhammad (ﷺ) hat noch nie eine Frau oder einen Bediensteten geschlagen oder misshandelt.

Aischa (radi allahu anha) betonte die Menschlichkeit des Propheten (ﷺ). Dies sollte uns klar machen, dass er nach getaner Arbeit daheim nicht als Führer oder Staatsmann wahrgenommen werden wollte, sondern so bescheiden, wie er nunmal war, als ganz normaler Ehemann und Familienvater liebevoll mit seiner Familie umging, um Glück und Zufriedenheit in seinem Zuhause zu verbreiten und den Islam in seinem wahren Wesen vorzuleben.

Wer sich mit den Einzelheiten des Hauses unseres Propheten (ﷺ) beschäftigt, der weiß dass es nicht besonders groß war und die eng beinander liegenden Räume sehr klein waren. Da sollte man meinen, dass Aischa (radi allahu anha) damit nicht viel Arbeit gehabt hätte und ihr unser Prophet nicht im Haushalt helfen müsste. Doch Muhammad (ﷺ) wollte ein Zeichen setzen und uns zeigen, wie wir unseren Ehepartnern Respekt, Liebe und Geborgenheit geben können.

Nicht umsonst sagt Allah (subhanahu wa ta’ala) im folgenden Vers:

30_21

Und es gehört zu Seinen Zeichen, daß Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken. [30:21]

Es ist zu beachten, dass es hierbei sprachlich heißt “damit ihr Ruhe BEI ihnen findet” und nicht “damit ihr Ruhe MIT ihnen findet”, denn es geht im Islam um eine echte und gleichberechtigte Partnerschaft, in der sich die Ehepartner gegenseitig respektieren und unterstützen und immer für einander da sind.

Wir sollten uns weiterhin besonders zu Herzen nehmen, dass er stets ein Lächeln auf den Lippen trug, denn vielen fällt es schwer das Gleichgewicht zu wahren zwischen den Sorgen des Alltags und dem Frieden innerhalb der Familie in den eigenen vier Wänden. So sind sie im Umgang mit anderen auf der Arbeit oder in der Moschee und der Öffentlichkeit  sehr nett, zuvorkommend, höflich und immer freundlich. Daheim jedoch, begegnen sie ihren Ehepartnern nur mit schlechter Laune und ernster Miene, als ob sie den ganzen Stress des Tages für Zuhause aufgehoben hätten.

Liebe Geschwister! Der Beste unter euch, ist der Beste zu seiner eigenen Familie!

Unser Prophet (ﷺ) hat mit seinem Benehmen und seinem Lächeln sein kleines und bescheidenes Zuhause zu einem Teil des Paradieses gewandelt und ihr könntet dasselbe in euren eigenen Vierwänden erreichen. Ihr müsst dazu lediglich dem Vorbild unseres Propheten Muhammad (ﷺ) folgen.

Lächelt den eigenen Ehepartner an und strahlt Glück und Zufriedenheit in der ganzen Familie aus. Dies ist eine Sadaqa für die wir von Allah (subhanahu wa ta’ala) belohnt werden.

Abschließend einige kompakte Tipps basierend auf dem Familienleben unseres Propheten (ﷺ) für eine gefestigte Ehe, eine gestärkte Familie und ein glückliches Zuhause:

  • Esst und trinkt regelmäßig gemeinsam an einem Ort im Haus.
  • Unternehmt regelmäßige Spaziergänge mit dem Ehepartner (zum Beispiel abends nach getaner Arbeit). So hat dies auch unser Prophet (ﷺ) regelmäßig nachts mit seiner Frau vorgelebt und sich dabei mit ihr unterhalten und ausgetauscht.
  • Unterstützt euch gegenseitig im Haushalt, wie es unser Vorbild Muhammad (ﷺ) für Aischa getan hat.
  • Lobt oft eure Ehefrau und gebt ihr Komplimente, damit die Beziehung gestärkt wird.
  • Offenbart und zeigt eure Liebe zueinander.
  • Das gegenseitige Füttern ist ebenfalls eine liebevolle Geste, um eine enge Beziehung zueinander zu untermauern. Dies wird auch in einem Hadith überliefert.
  • Unternehmt gemeinsame Aktivitäten, wie zum Beispiel Sport miteinander. So lief unser Prophet (ﷺ) mit seiner Frau Aischa oft um die Wette.

Liebe Geschwister,

unser Prophet (ﷺ) hat uns aufgefordert, gütig zu unseren Frauen zu sein, und unseren Frauen nahe gelegt, uns nicht zu überfordern und nachsichtig mit uns zu sein.

Und als Ehepartner sollen wir gemeinsam für einander dar sein, Schwierigkeiten gemeinsam meistern und mit Geduld, Nachsicht und Respekt im Umgang miteinander die Basis für eine funktionierende und gesunde Beziehung legen.

Möge Allah uns rechtleiten und uns dabei unterstützen zu guten Ehepartner zu werden und uns glückliche und gesunde Familien schenken!

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.

Die Eigenschaften und Tugenden frommer Gläubiger

﷽ 

Alles Lob gebührt Allah, dem Herren der Welten. 

Ihn bitten wir um Vergebung, und zu Ihm kehren wir ein. Wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt außer Ihm, dem Einen. Und wir bezeugen, dass Muhammad (ﷺ) Sein Diener, Sein Gesandter ist.

Wahrlich, Allah gebietet, Gerechtigkeit walten zu lassen, das Gute zu tun und den Verwandten zu geben, und Er verbietet abscheuliche, rechtswidrige und unwürdige Taten. Er ermahnt euch, auf dass ihr nachdenken möget.“ [16:90]. [16:90]

Liebe Geschwister im Islam,

in der heutigen Freitagspredigt beschäftigen wir uns mit den Eigenschaften und Tugenden frommer Gläubiger und damit welchen Weg wir beschreiten müssen, um diese auszuleben.

Im edlen Koran steht dazu in Surat ‘Āli `Imrān  (in ungefährer Übersetzung):

Und beeilt euch um Vergebung von eurem Herrn und (um) einen (Paradies)garten, dessen Breite (wie) die Himmel und die Erde ist. Er ist für die Gottesfürchtigen bereitet, die in Freude und Leid ausgeben und ihren Grimm zurückhalten und den Menschen verzeihen. Und Allah liebt die Gutes Tuenden und diejenigen, die, wenn sie eine Abscheulichkeit begangen oder sich selbst Unrecht zugefügt haben, Allahs gedenken und dann für ihre Sünden um Vergebung bitten – und wer sollte die Sünden vergeben außer Allah? – und (die) nicht auf dem beharren, was sie getan haben, wo sie doch wissen. Der Lohn jener ist Vergebung von ihrem Herrn und Gärten, durcheilt von Bächen, ewig darin zu bleiben. Und wie trefflich ist der Lohn derjenigen, die (gut) handeln! [3:133-136]

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So wird über einen Gläubigen berichtet, der stets ausgiebig weinte, wenn er diese Verse rezitierte. Als er daraufhin gefragt wurde, warum er denn weint, wo doch Allah (subhanahu wa ta’ala) in diesen Versen das Paradies beschreibt und es keinen Grund gäbe traurig zu sein, da antwortete er mit damit, dass ihm das alles ja nichts nutzen würde, wenn er keinen Platz im Paradies erhalten würde.

Darum lasst uns alles daran setzen, mit Allahs Gnade und Barmherzigkeit, unseren Platz im Paradies zu verdienen, in dem wir die darin angesprochenen Eigenschaften und Tugenden der frommen Gläubigen verinnerlichen und in die Praxis umsetzen.

So sind sie großzügig und spenden sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten und sind stets hilfsbereit.

Voller Nachsicht und Geduld im Umgang mit anderen halten sie sich sich zurück, selbst wenn sie verärgert sind und ungerecht behandelt werden.

Auch reagieren sie nicht nachtragend, sondern sind im Gegenteil gütig, vergebend und verzeihend. Sich in dieser Form zu verhalten, fällt den Menschen oftmals sehr schwer, aber umso höher ist die Belohnung am jüngsten Tag dafür bei Allah (subhanahu wa ta’ala). So steht dazu in Surat Ash-Shūraá in ungefährer Übersetzung:

Die Vergeltung für eine böse Tat ist etwas gleich Böses. Wer aber verzeiht und Besserung bringt, dessen Lohn obliegt Allah. Er liebt ja nicht die Ungerechten. [42:40]

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Und in einen durch Ibn Abbas (radiallahu anhu) überlieferten Hadith heißt es sinngemäß, dass am jüngsten Tag ein Engel rufen wird:

Wo sind die Vergebenden und Verzeihenden? Kommt zu eurem Schöpfer und nehmt eure Belohnung entgegen!

Und das Recht eines jeden Muslims, wenn er vergebend ist, ist das Paradies.

Gütig zu sein, bedeutet Böses mit Gutem zu beantworten.“

Unser Prophet (ﷺ) ist in diesem Zusammenhang unser Vorbild, denn obwohl die Ungläubigen ihn und seine Gefährten jahrelang bekämpften und allen Formen des Unrechts aussetzten, verzieh und vergab er (ﷺ) ihnen am Tag der Befreiung von Mekka.

Weiterhin gehört es zu den erstrebenswerten Tugenden, sobald man einen Fehler oder eine Sünde begangen hat, reumütig zu sein und Allah (subhanahu wa ta’ala) vom ganzen Herzen und mit Nachdruck um Vergebung zu bitten. So merkt ein frommer Gläubiger sehr schnell, wenn er vom geraden Weg des Glaubens abgekommen ist und erträgt es nicht Allah (subhanahu wa ta’ala) zu verärgern und mit der Sünde fortzufahren.

Allah (subhanahu wa ta’ala) belohnt die zeitnahe Reue und Bitte um Vergebung in Seiner Gnade und Barmherzigkeit mit dem Paradies.

Wie können wir die angesprochenen Eigenschaften und Tugenden nun in die Praxis umsetzen?

Wir müssen gegenüber unseren Mitmenschen gnädig und vergebend sein, denn wie können wir Vergebung durch Allah (subhanahu wa ta’ala) erwarten, wenn wir selbst anderen nicht vergeben?

Auch müssen wir unseren Worten Taten folgen lassen. So genügt es nicht Allah mit der Zunge um Vergebung und Gnade zu bitten, wenn wir die Reue und unsere Bitte nicht mit Taten untermauern. Erst durch Taten zeigen wir, dass wir es ernst meinen und unsere Bittgebete nicht nur leere Worte sind.

Möge Allah uns rechtleiten und uns dabei unterstützen zu frommen und praktizierenden Gläubigen zu werden.

Amin wa-lhamdu-li-llahi-rabbi-l´alamin.